DE2351665B2 - Rechtwinklige AT-geschnittene Quarzkristallplatte - Google Patents
Rechtwinklige AT-geschnittene QuarzkristallplatteInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine rechtwinklige AT-geschnittene Quarzkristallplatte mit einer Orientierung
(y, x. 1) von etwa 35° 2070°/0°.
AT-geschnittene Quarzresonatoren zeichnen sich durch ein verhältnismäßig geringes Kapazitätsverhältnis
und eine geringere Temperaturabhängigkeit der Frequenz aus, wie es bei vielen anderen Schnitten wie
z. B. dem BT-Schnitt der Fall ist Die zuvor genannten
AT-Schnittdaten sind innerhalb eines Frequenzbereiches von 1 bis 6 MHz und in einem typischen Betriebstemperaturbereich
von beispielsweise 0 bis 6O0C besonders günstig.
Die derzeit in diesem Frequenzbereich verwendeten AT-Schnitte sind gewöhnlich kreisförmige Scheiben
mit einer sphärischen Kontur auf wenigstens einer Oberfläche, wodurch eine teurere Einzelplattenherstellung
nötig wird. Wenn derartige kreisförmige Platten alternativ dazu mit ebenen und parallelen Oberflächen
hergestellt werden, ist ein großes Quarzstück nötig, um eine Platte mit ausreichend großem Durchmesser zu
erhalten, deren aktiver Kernbereich unter den Elektroden genügend von den Rändern isoliert ist, wodurch die
Herstellungskosten zusätzlich ansteigen. Außerdem sind diese großen kreisförmigen Platten schwieriger
einzubauen oder zu montieren als rechtwinklige Kristallplatten.
Aus der US-PS 2 306 909 ist eine rechtwinklige AT-geschnittene Quarzkristallplatte bekannt, die eine
Orientierung von 35° 2070°/0° und eine Dickenscherresonanz in dem obengenannten Frequenzbereich aufweist.
Die Längsseite der bekannten Quarzkristallplatte liegt in der ^-Achse während die Breitenausdehnung
entlang der elektrischen x-Achse verläuft Wie sich aus einem Vergleich der Abmessungsverhältnisse in den
Fig. 10 bis 12 der vorgenannten Patentschrift ergibt, weisen die Platten praktisch eine quadratische Konfiguration
auf. Eine Platte mit quadratischen Abmessungen erfordert ein größeres Quarzstück als eine nahezu
rechtwinklige Konfiguration. In der Literaturstelle werden spezifische Abmessungsverhältnisse angegeben,
um eine Kopplung mit den Dicken-Breitenbiegemoden zu vermeiden, wie aus den k-Kennlinien der Fig. 10
und 11 ersichtlich ist. Die Längen-Breitenschermoden, d. h. die Flächen-Schermoden, sind jedoch wesentlich
stärker als die Biegemoden und wirken sich deshalb bei einer Kopplung mit den gewünschten Dicken-Schermoden
ungünstiger aus. Zum Beispiel können die Flächenschermoden nur 5 bis 1OdB kleiner als der gewünschte
Dicken-Schermode sein, wohingegen die Dikke-Biegemoden 30 bis40 dB kleiner als der gewünschte
DJcken-Schermode sein könnea
Die vorstehenden Probleme werden gemäß der Erfindung dadurch gelöst daß die Platte ein Breiten-Dikkenverhältnis
innerhalb der Bereiche 2,5 bis 34, 54 bis 7, 84 bis 10, 114 bis 134 hat und das Längen-Dickenverhältnis
von 30 bis 150 reicht
Pin Vorteil der Erfindung ist die Verbesserung eines
rechtwinklig AT-geschnittenen Quarzkristalls durch Eliminierung unerwünschter Schwingungsmoden, wobei
ein weiterer Vorteil darin besteht, den Einfluß der Flächenschermoden auf den gewünschten Mode auf ein
Minimum zu reduzieren. Schließlich läßt sich die Platte gemäß der Erfindung leichter und wirtschaftlicher herstellen
und einbauen.
In der Zeichnung zeigt
F i g. t eine perspektivische Ansicht einer rechtwinkligen AT-geschnittenen Kristallplatte in erfindungsgemäßer
Orientierung,
F i g. 2 eine grafische Darstellung der Abhängigkeit des Temperaturkoeffizienten der Frequenz vom Breite-Dickeverhältnis
des rechtwinkligen AT-geschnittenen Resonators,
F i g. 3 eine grafische Darstellung der Abhängigkeit des Orientierungswinkels vom Breiten-Dickenverhältnis
für einen Temperaturkoeffizienten Null der Frequenz des Resonators gemäß F i g. 2, und
F i g. 4a bzw. 4b grafische Darstellungen des Frequenzganges eines planconvexen AT-geschnittenen
Resonators und eines rechtwinkligen AT-geschnittenen Resonators.
Die F i g. 1 zeigt eine rechtwinklige Quarzkristallplatte 10. die aus einem einzelnen Quarzkristall mit den
dargestellten (x, y. z>Achsen herausgeschnitten wurde.
Die Fläche der Platte 10 mit der Länge / liegt parallel zur x-Achse, was auch für die Oberflächen 12 und 14
der Platte 10 gilt. Die Platte 10 wird unter einem auf die z-Achse bezogenen positiven Winkel Φ oder Winkel
Φ im Gegenuhrzeigersinn um ihre Länge /, d. h. die x-Achse, gedreht, so daß die Breite w parallel zur
z-Achse und die Dicke t parallel zur y-Achse gestellt ist.
Der Winkel Φ beträgt für eine AT-geschnittene Kristallplatte ungefähr 35° 20' und ändert sich in Abhängigkeit
von den speziellen Abmessungsverhältnissen und der F1 ^frodendicke geringfügig um diesen Wert.
Diese O^eri ..erung wird standardisiert als (yxl) von
35° 20V 3" usgedrückt. Orientierungswinkel innerhalb
<!■ ·?■ .'· -es von 35° 1070°/0° bis 35° 3070°/0°
sind ak/ ;■· ■· "ar.
Wie zuvor erwähnt wurde, wird ein AT-geschnittener Resonator mit einer rechtwinkligen Form gewünscht,
damit Herstellung und Einbau leichter und wirtschaftlicher sind und keine störenden oder unerwünschten
Resonanzen nahe den Dicke-Scherschwingungshauptresonanzen auftreten. In dem erläuterten
Ausführungsbeispiel beträgt die Dicke-Scherhauptresonanz 1,6MHz. Diese gewünschten Merkmale liefert
ein Kristall, der ein Längen-Dickenverhältnis von mehr als 30 und ein Breiten-Dickenverhältnis aufweist, die
innerhalb mehrerer schmaler Bereiche eines größeren Bereiches von 2,5 bis 13,5 liegen. Im allgemeinen werden
die größeren Längen-Dickenverhältnisse mit der Verhältniszahl 150 bevorzugt, die für die meisten Anwendungsfälle
als praktische Obergrenze erscheint. Die bevorzugten und optimalen Abmessungsverhältnisse
innerhalb dieser verhältnismäßig breiten Bereiche werden weiter unten detaillierter erörtert.
Die in der F i g. 2 dargestellten Kennlinien 20, 22, 24
und 26 illustrieren die Frequenzänderung pro Grad Celsius in Abhängigkeit vom Breiten-Dickenverhältnis,
d.h. den Temperaturkoeffizienuin der Frequenz, für
eine Platte mit einem Längen-Dickenverhältnis 60 und einer Orientierung (yxl)von 35° 21.570°/0°.
Die Discontinuitäten zwischen den Kennlinien 20 bis 26 betreffen Breiten-Dickenverhältnisse, bei denen sich
die Flächenschermoden, d. h. die Längen-Breitenschermoden
mit dem erwünschten Dickenschermode koppein und ihn nachteilig beeinflussen. Die Pfeile 21, 23,
25 bzw. 27 stellen Bereiche unerwünschter Kopplung der Hauptresonanz mit der Grundschwingung, dem
dritten, fünften und siebten Oberton des Flächenschermode dar. Folglich werden Breiten-Dickenverhältnisse
längs einer der Kennlinien 20,22,24 und 26 den durch
die Pfeile 21, 23, 25 und 27 angegebenen Bereichen eindeutig vorgezogen. Die durch die ersten drei Kennlinien
20,22 und 24 dargestellten Abmessungsverhältnisse weiden wegen einer geringeren Abmessung in Riehtung
der z-Achse und der deshalb genauer rechtwinkligen Form am meisten bevorzugt Die Zahlenwerte der
durch die Kennlinien 20, 22, 24 und 26 dargestellten Bereiche liegen jeweils bei ungefähr 2,5 bis 3,5, 5.5 bis 7,
8,5 bis 10 und 11,5 bis 13,5. Das innerhalb dieser Berei
ehe gewählte genaue Abmessungsverhältnis hängt davon ab, wie der Kristall exakt verwendet werden soll.
Es bestimmt sich aus Überlegungen, die etwa Jie durch den Gebrauch breiterer Elektroden auf breiteren Kristallplatten
erreichbare niedrigere Induktanz betreffen.
Wenn ein von 60 abweichendes Längen-Dicken verhältnis
verwendet wird, wurden die sich ergebenden Kennlinien gegenüber den in der F i g. 2 dargestellten
um einen sehr kleinen Betrag längs der Abszisse verschoben wc.den, aber ihre Steigung im wesentlichen
dieselbe bleiben. Folglich sind dieselben Grundbereiche wie für das Breiten-Dickenverhältnis auch für jedes
Längen-Dicken verhältnis innerhalb des spezifizierten Bereiches von 30 bis 150 gültig. Das Längen-Breitenverhältnis
kann leicht aus dem bekannten Längen-Dikken- und Breiten-Dicken verhältnis bestimmt werden.
Wenn die Kristallplatte 10 mit einem Längen-Dikkenverhältnis, das kleiner als 60 ist, hergestellt wird,
d. h. auf eine quadratische Plattenfonn hin tendiert, wird die in der bereits zuvor erwähnten Patentschrift
von Sykes diskutierte Biegeschwingungsresonanz signifikanter. Obwohl diese Moden tatsächlich schwächer
als Fiächenschermoden sind, können sie manche unerwünschte Kopplung verursachen, wenn sie dicht bei der
Dicken-Scherschwingungshauptresonanz liegen. Das Breiten-Dickenverhältnis der Platte wird in diesem Bereich
zunächst aus den in der F i g. 2 dargestellten Kennlinien ausgewählt, um die Flächenschermoden zu
vermeiden. Dann wird der ursprünglich gewählte Längen- oder Breitenwert der Platte etwas abgewandelt,
bis jeder unerwünschte Biegemode aus der Nähe der Hauptresonanz beseitigt ist Diese neue Länge oder
Breite sollte nur 1 % vom ursprünglich gewählten Wert abweichen.
Die in der F i g. 3 dargestellten Kennlinien 30. 32, 34
und 36 werden günstigerweise dazu verwendet, rechtwinklige AG-geschnittene Kristallplatten mit Temperaturkoeffizienten
Null der Frequenz bei Längen-Dickenverhältnissen von 60 zu erhalten. Die Discontinuitäten
zwischen diesen Kennlinien geben die Gebiete wieder, in denen sich die unerwünschten Flächenschermoden
mit der erwünschten Hauptresonanz koppeln (F i g. 2). Der Orientierungswinkel, der verlangt wird, um den
Temperaturkoeffizienten Null der Frequenz zu erhalten, kann leicht bestimmt werden, wenn das Breiten-Dickenverhältnis
vorgeschrieben wird.
Die F i g. 4a bzw. 4b (Ordinate: Dämpfung in db, Abszisse: Frequenz) zeigen den Frequenzgang einer gegenwärtig
verwendeten planconvexen AT-geschnittenen Kristallplatte mit einem Durchmesser-Dickeverhältnis
von 15 und einer erfindungsgemäßen rechtwinkligen AT-geschnittenen Platte mit einem Längen-Dikkenverhältnis
von 30 und einem innerhalb der früher spezifizierten Bereiche gewählten Breiten-Dickenverhältnis.
Der Frequenzfang der rechtwinkligen AT-geschnittenen Platte ist viel einfacher und schließt Anharmonische
der Dicken-Scherschwingungshauptresonanz wie die einzig starken Ansprechreaktionen in der
Nachbarschaft der bei 1,6 MHz auftretenden Hauptresonanz ein. Diese Anharmonischen können durch eine
geeignete Wahl der Elektrodenabmessungen und Elektrodenmenge unterdrückt werden. Die starke Flächenscherschwingungsresonanz
bei 734 kHz liegt mehr als eine Oktave unter der Hauptresonanz und kann leicht ausgefiltert werden. Jedoch weist die plankonvexe AT-geschnittene
Platte eine Anzahl von starken Resonanzen auf, die viel näher bei der bei 1,6 MHz auftretenden
Hauptresonanz liegen.
In der vorausgegangenen Erörterung wird dargelegt, daß erfindungsgemäße rechtwinklige AT-geschnittene
Kristallplatten die gewünschten Vorteile bieten und leicht und wirtschaftlich herzustellen bzw. einzubauen
sind. Die rechtwinkligen AT-Schnitte können durch Schleifen und Polieren auf ihre schließlichen Abmessungen
hin massengefertigt werden. Die rechtwinklige Plattenform kann, wenn die für die rechtwinkligen DT-Schnitte
benutzten Verfahren verwendet werden, leichter eingebaut oder montiert werden. Die aufgeführten
AT-geschnittenen Kristallplatten können für Frequenzsteuer-, Selektrionsnetzwerke u.dgl. im Frequenzbereich
von 1 bis 6 MHz verwendet werden. Innerhalb dieses Frequenzbereiches kann das Breiten-Dickenverhältnis
für jede gewünschte Frequenz unter Bezug auf die in F i g. 2 und 3 dargestellten Kennlinien in Verbindung
mit der wohlbekannten Frequenzkonstanten für einen AT-geschnittenen Resonator bestimmt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Rechtwinklige AT-geschnittene Quarzkristallplatte mit einer Orientierung {y, x, 1) von etwa 35°
2070VO°, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte ein Breiten-Dickenverhältnis innerhalb
der Bereiche 24 bis 34, 54 bis 7, 84 bis 10, 11.5 bis
134 hat und das Längen-Dickenverhältnis von 30
bis 150 reicht
2. Quarzkristallplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Längen-Dickenverhältnis
im wesentlichen 30 beträgt
3. Quarzkristallplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß das Längen-Dickenverhältnis
im wesentlichen 60 beträgt
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