DE2348698C2 - - Google Patents
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- DE2348698C2 DE2348698C2 DE19732348698 DE2348698A DE2348698C2 DE 2348698 C2 DE2348698 C2 DE 2348698C2 DE 19732348698 DE19732348698 DE 19732348698 DE 2348698 A DE2348698 A DE 2348698A DE 2348698 C2 DE2348698 C2 DE 2348698C2
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
- C08G63/00—Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic ester link in the main chain of the macromolecule
- C08G63/02—Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
- C08G63/60—Polyesters derived from hydroxycarboxylic acids or from polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds derived from the reaction of a mixture of hydroxy carboxylic acids, polycarboxylic acids and polyhydroxy compounds
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Description
Es ist allgemein bekannt, z. B. aus den US-PS 32 88 755 und
33 70 037, der GB-PS 9 68 390 und der CA-PS 8 88 788 Copolyetherester
ausgehend von aromatischen Dicarbonsäuren, aromatischen
Oxycarbonsäuren und Glykolen herzustellen und die erhaltenen
Copolyetherester zur Herstellung der verschiedensten Formkörper,
wie Folien, Fasern und dgl. zu verwenden. Ein Merkmal dieser
bekannten Copolyetherester ist, daß sie eine Vielzahl von Sauerstoff
bindungen zwischen aliphatischen und aromatischen Resten
aufweisen.
Mit "Sauerstoffbindung zwischen aliphatischen und aromatischen
Resten" wird eine Atomanordnung in der Molekülkette der Polyetherester
bezeichnet, in der ein zweiwertiges Sauerstoffatom
zwischen einer aromatischen Struktureinheit und einer aliphatischen
Struktureinheit gebunden ist. Als Beispiel kann ein Copolyetherester
aus Terephthalsäure, Ethylenglykol und Hydroxybenzoesäure
dienen. Ein derartiger Copolyetherester enthält Struktureinheiten
der Formel:
die gebildet sind durch eine Kondensation der Hydroxygruppen des
Ethylenglykols und der Hydroxybenzoesäure. In diesem Falle kann
die Bindung der aliphatischen Struktureinheit an die aromatische
Struktureinheit wiedergegeben werden durch die Formel:
Obwohl derartige Polyester für viele Verwendungszwecke geeignet
sind, hat sich doch gezeigt, daß ihre mechanischen Eigenschaften
noch zu wünschen übriglassen, weshalb sie sich für die Herstellung
von Formkörpern, die hohen Belastungen ausgesetzt werden sollen,
höchstens dann eignen, wenn sie mit einem Verstärkungsmittel, z. B.
Glasfasern, verstärkt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, Copolyester anzugeben, deren mechanische
Eigenschaften so gut sind, daß sie zur Herstellung der
verschiedensten hochbelastbaren Formkörper verwendbar sind, ohne
daß Verstärkungsmittel eingesetzt werden müssen.
Gelöst wird die gestellte Aufgabe mit einem Copolyester mit einer
inherenten Viskosität von mindestens 0,4, gemessen bei 25 Grad
Celsius bei einer Konzentration von 0,5 g Polyester pro 100 ml
Lösungsmittel, bestehend aus 60 Volumenteilen Phenol und 40
Volumenteilen Tetrachlorethan, zusammengesetzt aus Resten der
Formeln:
und
wobei R₁ für einen zweiwertigen aromatischen Rest mit
6 bis 16 Kohlenstoffatomen steht, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) die Struktureinheit D im Polyester geringer als 3 Mol-% ist
- b) die Reste (C) 20 bis 80 Mol-%, bezogen auf die Gesamtmole von (A) und (C) ausmachen und
- c) im Falle der Reste (C) das Sauerstoffatom in meta- oder para-Position zum Carbonylrest sitzt und mindestens 60 Mol-% der Reste (C) aus dem para-Isomeren bestehen.
Ein erfindungsgemäßer Copolyester weist somit keine wesentliche
Menge an Sauerstoffbindungen zwischen aliphatischen und aromatischen
Struktureinheiten auf, da die Struktureinheit D im
Polyester geringer als 3 Mol-% ist.
Ein Copolyester nach der Erfindung zeichnet sich durch unvorhersehbar
vorteilhafte mechanische Eigenschaften, wie einem hohen
Biegemodul, eine hohe Zugfestigkeit und eine hohe Kerbschlag
zähigkeit aus.
Die Unterschiede in der Struktur der Molekülkette der Copoly
etherester gemäß dem Stand der Technik, die wesentliche Mengen
von Sauerstoffbindungen zwischen aliphatischen und aromatischen
Resten enthalten, und derjenigen von Copolyestern gemäß der
Erfindung, die keine wesentlichen Mengen an Sauerstoffbindungen
zwischen aliphatischen und aromatischen Sauerstoffbindungen
enthalten, sind aus der beigefügten Fig. 1 ersichtlich.
Fig. 1 gibt Vergleichskurven des kernmagnetischen Resonanz-
(NMR)-Spektrums sowohl für den erfindungsgemäßen Copolyester als
auch für einen Copolyetherester gemäß dem Stande der Technik,
wie er z. B. aus Beispiel 1 der USA-Patentschrift 32 88 755
bekannt ist, wieder. Diese Kurven wurden mit Lösungen der Polyester
in Trifluoroessigsäure gewonnen unter Verwendung eines üblichen
NMR-Spektrometers.
Der Copolyetherester gemäß dem Stande der Technik wurde hergestellt
durch Esteraustausch von Dimethylterephthalat, Ethylenglykol
und Methyl-p-hydroxybenzoat. Die Menge an Methyl-p-hydroxybenzoat
betrug 60 Mol-%, bezogen auf die Gesamtmolmenge von
Terephthalsäure und Methyl-p-hydroxybenzoat. Zur Herstellung dieses
bekannten Copolyetheresters wurde das in Beispiel 1 der USA-
Patentschrift 32 88 755 beschriebene Verfahren angewandt.
Der erfindungsgemäße Copolyester wurde durch Inkontaktbringen
von Polyethylenterephthalat mit p-Acetoxybenzoesäure hergestellt.
Die Menge an p-Acetoxybenzoesäure betrug 60 Mol-%, bezogen auf
die Gesamtmolmenge von Terephthalsäure und p-Acetoxybenzoesäure.
Das zur Herstellung des erfindungsgemäßen Copolyesters angewandte
Verfahren wird nachfolgend ausführlich beschrieben. Es ist von
dem zur Herstellung des bekannten Copolyesters angewandten Ester
austauschverfahren völlig verschieden.
Aus Fig. 1 sind Absorptionsspitzen für den Terephthalsäurerest
und Ethylenglykolrest in den NMR-Kurven sowohl des bekannten als
auch des erfindungsgemäßen Copolyesters ersichtlich. Wie sich aus
Fig. 1 ergibt, zeigt die NMR-Kurve für den bekannten Copolyester
auch Absorptionsspitzen, die die Anwesenheit eines Ethylenglykol-
Hydroxybenzoesäureesters anzeigen. Dieser Rest enthält ein den
aliphatischen mit dem aromatischen Rest verbindendes Sauerstoffatom.
Wie sich aus Fig. 1 ferner ergibt, zeigt die NMR-Kurve
für den Copolyester nach der Erfindung keine derartigen Absorptionsspitzen,
statt dessen jedoch Absorptionsspitzen für einen Hydroxy
benzoesäure-Carbonylrest. Dieser Rest enthält keine Sauerstoffbindung
zwischen aliphatischem und aromatischem Rest.
Die NMR-Kurven zeigen somit, daß der durch eine Esteraustauschreaktion
gewonnene Copolyester nach dem Stande der Technik eine
wesentliche Menge an Sauerstoffbindungen zwischen aromatischen
und aliphatischen Resten enthält, wohingegen der Copolyester nach
der Erfindung, der mit Hilfe eines anderen Verfahrens hergestellt
wurde, keine wesentlichen Mengen an Sauerstoffbindungen
zwischen aliphatischen und aromatischen Resten aufweist, was sich
daraus ergibt, daß die Struktureinheit D im Copolyester geringer
als 3 Mol-% ist.
Die Reaktion von Ethylenglykol mit p-Hydroxybenzoesäure unter
Bildung einer Sauerstoffbindung zwischen aliphatischen und aromatischem
Rest wird auch in "Chemiefasern", Band 16, (10), 1966,
Seite 755 diskutiert, wo auch einige Eigenschaften des Copolyether
ester-modifizierten Polyethylenterephthalats beschrieben
werden.
Die Fig. 2, 3 und 4 der Zeichnung geben wichtige mechanische
Eigenschaften sowohl bekannter als auch erfindungsgemäßer Copolyester
wieder.
Fig. 2 zeigt den Biegemodul des Copolyesters nach der Erfindung
und des Copolyesters nach dem Stande der Technik in Abhängigkeit
von der Menge des Restes der Formel:
unter Veränderung dieser Menge von 20 bis 50 Mol-%, bezogen auf
die Gesamtmolmenge dieses Restes und der Dicarbonsäure, die zur
Herstellung des Copolyesters verwendet wurde.
Fig. 3 veranschaulicht die Zugfestigkeit des erfindungsgemäßen
und des bekannten Copolyesters.
Fig. 4 veranschaulicht die Kerbschlagzähigkeit des erfindungsgemäßen
und bekannten Copolyesters.
Die Copolyester nach der Erfindung, deren Eigenschaften in den
Fig. 2, 3 und 4 wiedergegeben sind, wurden nach einem im folgenden
näher beschriebenen Verfahren ausgehend von einem Polyester aus
Terephthalsäure und Ethylenglykol sowie p-Acetoxybenzoesäure,
die für die beschriebenen Vergleichsversuche in Mengen von 0
bis 100 Mol-% eingesetzt wurden, hergestellt. Die inherente
Viskosität der erfindungsgemäßen Copolyester lag bei 0,50 bis 0,70.
Der Copolyester nach dem Stand der Technik, dessen Testergebnisse
in den Fig. 2, 3 und 4 wiedergegeben sind, wurde nach der Ester
austauschmethode, wie sie in Beispiel 1 der US-PS 32 88 755 beschrieben
wird, hergestellt. Dieser Copolyester wurde aus Dimethyl
terephthalat, Ethylenglykol und unterschiedlichen Mengen an Methyl-
p-hydroxybenzoat aufgebaut. Die inherente Viskosität dieser bekannten
Copolyester lag zwischen 0,68 und 0,90.
Aus Fig. 2 ergibt sich, daß der Biegemodul der Copolyester nach
dem Stande der Technik bei etwa 0,21 bis 0,25×10⁵ kg/cm² lag,
was in etwa dem für Polyester dieses allgemeinen Typs typischen
Biegemodulwert entspricht. Es ist ferner ersichtlich, daß demgegenüber
im Bereich von etwa 20 bis 80 Mol-% Resten der Formel
der Biegemodul des Copolyesters nach der Erfindung, der keine
wesentliche Mengen an Sauerstoffbindungen zwischen aliphatischen
und aromatischen Resten aufweist, unvorhersehbar hoch ist im
Vergleich zu dem Biegemodul des bekannten Copolyesters, der eine
wesentliche Menge an Sauerstoffbindungen zwischen aliphatischen
und aromatischen Resten enthält. So liegt der Biegemodul in diesem
Bereich bei einem Wert in der Größenordnung von mindestens etwa
0,4×10⁵ kg/cm². Außerdem ist er in allen anderen Teilen dieses
Bereichs sehr viel höher, wohingegen der Biegemodul des Copolyesters
nach dem Stande der Technik unter 0,35×10⁵ kg/cm² liegt. Es ist
ferner ersichtlich, daß im Bereich von 30 bis 80 Mol-% der Biegemodul
bei einem Wert in der Größenordnung von mindestens etwa
0,5×10⁵ kg/cm² liegt. Im Bereich von 45 bis 65 Mol-% liegt der
Biegemodul bei einem Wert in der Größenordnung von mindestens
0,7×10⁵ Kg/cm² und der maximale Biegemodul liegt bei etwa
60 Mol-% und hat dort einen Wert in der Größenordnung von etwa
1,26×10⁵ kg/cm².
Aus Fig. 3 ergibt sich, daß die Zugfestigkeit des Copolyesters
nach dem Stande der Technik etwa 527 bis 594 kg/cm² beträgt, was
in etwa der typischen Zugfestigkeit von Polyestern dieses allgemeinen
Typs entspricht. Es ist ferner ersichtlich, daß demgegenüber
im Bereich von etwa 20 bis 80 Mol-% vorliegender Reste der
Formel:
die Zugfestigkeit der Copolyester nach der Erfindung unvorhersehbar
hoch ist im Vergleich zur Zugfestigkeit der Copolyester
nach dem Stande der Technik. Innerhalb dieses Bereichs liegt die
Zugfestigkeit des Copolyesters nach der Erfindung bei einem Wert
in der Größenordnung von mindestens etwa 914 kg/cm², wohingegen
die Zugfestigkeit der bekannten Copolyester nicht über 633 kg/cm²
liegt. Im Bereich von etwa 30 bis 68 Mol-% liegt die Zugfestigkeit
der Copolyester nach der Erfindung bei einem Wert in der Größenordnung
von mindestens etwa 1120. Im Bereich von 45 bis 65 Mol-%
liegt die Zugfestigkeit bei einem Wert im Bereich von mindestens
etwa 1760. Die maximale Zugfestigkeit wird erreicht bei etwa
60 Mol-% und entspricht einem Wert in der Größenordnung von etwa
2390 kg/cm².
Aus Fig. 4 ist ersichtlich, daß im Bereich von 45 bis 65 Mol-%
die Kerbschlagzähigkeit der erfindungsgemäßen Copolyester unerwartet
hoch ist im Vergleich zu der Kerbschlagzähigkeit der
Copolyester nach dem Stand der Technik. Innerhalb dieses Bereichs
liegt die Kerbschlagzähigkeit der erfindungsgemäßen Copolyester
bei einem Wert in der Größenordnung von mindestens etwa 0,08 m · kg/cm
Kerbe, wohingegen die Kerbschlagzähigkeit der Copolyester nach
dem Stande der Technik unter einem Wert in der Größenordnung
von etwa 0,02 m · kg/cm Kerbe liegt. Die maximale Kerbschlagzähigkeit
tritt bei einem Wert in der Größenordnung von etwa 60 Mol-%
auf, bei welchem Wert auch der Biegemodul und die Zugfestigkeit
ihre maximalen Werte erreichen.
Als vorteilhaft hat sich ein Copolyester aus den angegebenen Resten
erwiesen, in dem R₁ einen zweiwertigen aromatischen Rest mit 6
bis 16 Kohlenstoffatomen bedeutet, mindestens 90 Mol-% der Reste
(C) das para-Isomer darstellen und die Reste (C) in einer Menge
von 30 bis 70 Mol-% vorliegen.
Als sehr vorteilhaft hat sich ein Copolyester aus den angegebenen
Resten erwiesen, in dem R₁ einen zweiwertigen aromatischen Rest
mit 6 Kohlenstoffatomen bedeutet und der Rest (C) in einer Menge
von 45 bis 65 Mol-% vorliegt. Ein derartiger Copolyester ist aufgrund
seiner unvorhersehbar günstigen Eigenschaften in bezug auf
Biegemodul, Zugfestigkeit und Kerbschlagzähigkeit zur Herstellung
von Formkörpern besonders gut geeignet.
Als besonders vorteilhaft hat sich ein Copolyester aus den angegebenen
Resten erwiesen, in dem der Rest (C) etwa 60 Mol-%, bezogen
auf die Gesamtmolmenge der Reste (A) und (C), ausmacht und die
den Copolyester aufbauenden Reste den folgenden Formeln entsprechen:
In diesem Falle sind die Werte für den Biegemodul, die Zugfestigkeit
und die Kerbschlagzähigkeit maximal.
Ein Copolyester nach der Erfindung, in dem der Rest (C) 20 bis
80 Mol-% ausmacht, ist auch zur Herstellung von Filmen und Folien
geeignet. Sehr vorteilhafte Folien werden aus Copolyestern erhalten,
in denen der Rest (C) 20 bis 30 Mol-% ausmacht. Dieser
Konzentrationsbereich führt zu orientierten Copolyesterfolien,
die eine vorteilhafte Kombination von Lösungsmittel-Versiegelbarkeit
und gewünschten mechanischen Eigenschaften aufweisen.
Liegt der Rest (C) in Mengen von etwa 25 Mol-% vor, so weisen
die hergestellten Folien eine besonders vorteilhafte Kombination
von Lösungsmittel-Versiegelbarkeit und ausgezeichneten mechanischen
Eigenschaften auf.
Besonders geeignet zur Folienherstellung ist ein erfindungsgemäßer
Copolyester, in dem R₁ ein zweiwertiger aromatischer Rest mit 6
bis 16 Kohlenstoffatomen ist und mindestens 90 Mol-% des Restes (C)
in Form des para-Isomeren vorliegen. In diesem Falle kann der Kon
zentrationsbereich des Restes (C) 20 bis 30 Mol-% betragen.
Ganz besonders zur Folienherstellung geeignet ist ein erfindungsgemäßer
Copolyester, in dem R₁ einen zweiwertigen aromatischen
Rest mit 6 Kohlenstoffatomen darstellt.
Zur Herstellung von Folien mit der vorteilhaftesten Kombination
von Lösungsmittel-Versiegelbarkeitseigenschaften und mechanischen
Eigenschaften eignet sich somit ein Copolyester nach der Erfindung
mit einer inherenten Viskosität von mindestens 0,4, der aus zwei
wertigen Resten der folgenden Formeln aufgebaut ist:
wobei die Menge an Rest (C), bezogen auf die Gesamtmolmenge der
Reste (A) und (C) etwa 25 Mol-% beträgt und in dem die Struktureinheit
D geringer als 3 Mol-% ist.
Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Copolyesters, der keine
wesentliche Menge an Sauerstoffbindungen zwischen aliphatischen
und aromatischen Resten aufweist und sich dadurch von den durch
Esteraustausch gewonnenen bekannten Copolyestern, die eine wesentliche
Menge an über ein Sauerstoffatom bewirkten Bindungen zwischen
aliphatischen und aromatischen Resten aufweisen, wesentlich unterscheidet,
wird ein Zweistufenverfahren angewandt.
In der ersten Verfahrensstufe wird ein Fragmentpolyester durch
Inkontaktbringen einer Acyloxybenzoesäure mit einem Ausgangs
polyester, dessen inherente Viskosität mindestens 0,2 beträgt,
hergestellt. In der zweiten Verfahrensstufe wird der erfindungsgemäße
Copolyester durch Erhöhung der inherenten Viskosität des
Fragmentpolyesters auf mindestens 0,4 hergestellt. Der Ausgangspolyester
ist aus einer Dicarbonsäure und Ethylenglykol aufgebaut
und enthält demzufolge wiederkehrende Einheiten, bestehend aus dem
zweiwertigen Rest, der nach Entfernung der Hydroxylgruppen aus der
Dicarbonsäure verbleibt, und der gebunden ist an den zweiwertigen
Rest, der nach Entfernung der Wasserstoffatome aus dem Ethylenglykol
verbleibt. Beim Kontakt des Ausgangspolyesters mit Acyl
oxybenzoesäure erfolgt eine Reaktion durch Acidolyse unter Bildung
des Fragmentpolyesters. Die inherente Viskosität des Fragmentpolyesters
wird sodann unter Bildung des Copolyesters nach der
Erfindung erhöht.
Der Ausgangspolyester besteht aus wiederkehrenden Einheiten der
Formel
worin R₁ die angegebene Bedeutung hat, und stellt den zweiwertigen
Rest dar, der nach der Entfernung der Hydroxylgruppen aus der
zur Herstellung des Ausgangspolyesters verwendeten Dicarbonsäure
verbleibt.
Typische, zur Herstellung des Ausgangspolyesters geeignete Dicarbonsäuren
sind z. B. Malonsäure, Dimethylmalonsäure, Bersteinsäure,
Glutarsäure, Adipinsäure, 2-Methyladipinsäure, Trimethyl
adipinsäure, Pimelinsäure, 2,2-Dimethylglutarsäure, 3,3-Diäthyl
bernsteinsäure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Suberinsäure, 1,3-
Cyclopentandicarbonsäure, 1,3-Cyclohexandicarbonsäure, 1,4-Cyclo
hexandicarbonsäure, Terephthalsäure, Isophthalsäure, 4-Methylisophthalsäure,
t-Butylisophthalsäure, 2,5-Norbornandicarbonsäure,
1,4-Naphthalinsäure, Diphensäure, 4,4′-Methylendibenzoesäure,
Diglykolsäure, 2,5-Naphthalindicarbonsäure, 2,6-Naphthalindicarbonsäure,
2,7-Naphthalindicarbonsäure, Dibenzoesäure, Bis(p-carboxy
phenyl)methan, Ethylen-bis-p-benzoesäure und 1,5-Naphthalindicarbonsäure.
Gegebenenfalls kann auch eine halogenierte aromatische
Dicarbonsäure verwendet werden, z. B. Dichloroterephthalsäure oder
Dibromoterephthalsäure. Vorzugsweise werden nicht mehr als 25 Mol-%
halogenierte aromatische Dicarbonsäuren verwendet. Geeignete
esterbildende Derivate sind z. B. die Ester, beispielsweise die
Methyl-, Ethyl-, Phenyl- und monomeren Ethylenglykolester.
Typische geeignete derartige Ester sind z. B. Dimethyl-1,4-
cyclohexandicarboxylat, Dimethyl-2,6-naphthalindicarboxylat,
Dimethyl-4,4′-sulfonyldibenzoat, Dimethylisophthalat, Dimethyl
terephthalat und Diphenylterephthalat.
Zur Herstellung des Ausgangspolyesters wird als Diol Ethylenglykol
verwendet.
Der Ausgangspolyester kann nach üblichen bekannten Verfahren
hergestellt werden, z. B. durch direkte Veresterung oder Esteraustausch
mit nachfolgender Polykondensation.
Die mit dem Ausgangspolyester reagierende Acyloxybenzoesäure,
die im Copolyester nach der Erfindung den Rest (C) ergibt,
entspricht den Formeln:
oder
wworin R₄ einen einwertigen Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen
oder einen einwertigen aromatischen Rest mit 6 Kohlenstoffatomen
bedeutet und wobei mindestens 60 Mol-% der Acyloxybenzoesäure
in Form des para-Isomeren vorliegen.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform steht R₄ für einen
einwertigen Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen. Gemäß einer weiteren vorteilhaften
Ausführungsform bestehen mindestens 90 Mol-% der Acyloxybenzoesäure
aus dem para-Isomer. In besonders vorteilhafter Weise stellt
R₄ einen einwertigen Alkylrest mit einem Kohlenstoffatom dar, so
daß es sich bei der Acyloxybenzoesäure um die p-Acetoxybenzoesäure
handelt.
Typische geeignete Acyloxybenzoesäuren sind z. B. m- und p-
Acetoxybenzoesäure, m- und p-Proprionyloxybenzoesäure, m- und
p-Butyryloxybenzoesäure und m- und p-Benzoyloxybenzoesäure.
Die in der ersten Verfahrensstufe zur Herstellung des Fragment
polyesters durch Inkontaktbringen des Ausgangspolyesters mit
der Acyloxybenzoesäure verwendbaren thermodynamischen Bedingungen
sind in weiten Grenzen variierbar je nach Gegebenheiten. Obwohl
auch andere Temperaturen anwendbar sind, erweist es sich als
zweckmäßig, den Ausgangspolyester und die Acyloxybenzoesäure bei
Temperaturen von etwa 240 bis 320°C miteinander in Kontakt zu
bringen. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform können der
Ausgangspolyester und die Acyloxybenzoesäure in einem Temperaturbereich
von 250 bis 280°C in Kontakt gebracht werden. Temperaturen
von über etwa 320°C können sich als nachteilig erweisen, da sie
zu einem Abbau des Copolyesters führen können. Temperaturen unter
etwa 240°C können ebenfalls unerwünscht sein, da sie zu einer
Verlangsamung der Reaktionsrate zwischen der Acyloxybenzoesäure
und dem Ausgangspolyester führen. Zur Herstellung dieser Copolyester-
Prepolymeren können die verschiedensten Drücke angewandt
werden. In der Regel wird während der ersten Verfahrensstufe
Atmosphärendruck verwendet. Auch die Reaktionszeiten können sehr
verschieden sein, doch müssen der Ausgangspolyester und die
Acyloxybenzoesäure selbstverständlich lange genug miteinander in
Kontakt sein, um unter Bildung des Copolyester-Prepolymeren zu
reagieren.
Die aromatische Acyloxycarbonsäure kann mit dem Ausgangspolyester
nach den verschiedensten üblichen bekannten Methoden in Kontakt
gebracht werden. Meistens handelt es sich bei dem Ausgangspolyester
und der Acyloxybenzoesäure um Feststoffe bei Standardtemperatur
und -druck. Der Ausgangspolyester und die Acyloxybenzoesäure
können jedoch auch in flüssiger Form vorliegen, in welchem
Falle die beiden Flüssigkeiten durch Vermischen in Kontakt gebracht
werden können.
In der zweiten Verfahrensstufe wird die inherente Viskosität
des Fragmentpolyesters auf mindestens 0,4 erhöht zur Bildung
eines Copolyesters nach der Erfindung, der zu den verschiedensten
Formkörpern verformbar ist. Die Erhöhung der inherenten Viskosität
des Fragmentpolyesters kann nach einer der üblichen bekannten
Methoden zur Vergrößerung des Molekulargewichts linearer Polyester
bewirkt werden. Handelt es sich bei dem Fragmentpolyester um ein
heißes, ausgeschmolzenes Material, so kann er zweckmäßigerweise
nach einer Technik behandelt werden, die ähnlich der Polykondensation
bei der Polyethylenterephthalat-Herstellung ist. Gemäß
dieser Technik wird über dem Fragmentpolyester ein unteratmosphärischer
Druck erzeugt und der Fragmentpolyester wird erhitzt,
wobei die gebildeten Polykondensationsprodukte über Kopf
abgezogen werden. Gegebenenfalls kann der Fragmentpolyester durch
Rühren bewegt werden.
Handelt es sich bei dem Fragmentpolyester um einen Feststoff,
so ist eine Vergrößerung des Molekulargewichts bequemerweise
durch Fluidisationstechniken bewirkbar, wie sie allgemein bekannt
und zur Molekulargewichtsvergrößerung von Polyethylen
terephthalat verwendbar sind.
Die thermodynamischen Bedingungen, die zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Copolyesters durch Erhöhung der inherenten Viskosität
des Fragmentpolyesters anwendbar sind, können in weiten
Grenzen variiert werden. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen,
bei Temperaturen im Bereich von etwa 200 bis 320°C insbesondere
im Bereich von 200 bis 280°C, zu arbeiten. Ebenso wie bei der
Herstellung der Fragmentpolyester können Temperaturen über 320°C
zwar angewandt werden, doch besteht dann die Gefahr eines Abbaus
der Fragmentpolyester. Temperaturen unter 200°C führen zu weniger
wünschenswerten Viskositätserhöhungsraten des Fragmentpolyesters.
Als zweckmäßig hat es sich ferner erwiesen, bei Drücken von etwa
800 bis 0,05 mm Hg zu arbeiten. Besonders zweckmäßig ist es, die
erste Verfahrensstufe bei etwa Atmosphärendruck durchzuführen
und danach die zweite Verfahrensstufe bei demselben Druck zu
beginnen und diesen unter Zunahme der inherenten Viskosität des
Fragmentpolyesters allmählich zu vermindern. Die Reaktionszeit
ist nicht kritisch.
Die inherente Viskosität des Copolyesters nach der Erfindung
beträgt mindestens 0,4, kann jedoch nach oben beliebig variieren.
In vorteilhafter Weise liegt die inherente Viskosität des Copolyesters
bei mindestens 0,5. Gegebenenfalls kann die inherente
Viskosität des Copolyesters auf Werte von 0,6, 0,7, 1,0 und noch
höher gebracht werden.
Obwohl die erste und zweite Verfahrensstufe zur Herstellung der
erfindungsgemäßen Copolyester ohne Verwendung eines anderen
Katalysators als dem Katalysator in dem Polyester selbst durchführbar
sind, kann ein Katalysator, z. B. Cobalt, in der zweiten
Verfahrensstufe verwendet werden, um die Erhöhung der inherenten
Viskosität des Fragmentpolyesters zu erleichtern.
Gemäß einem typischen Beispiel zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Copolyesters werden körniges Polyethylenterephthalat mit
einer inherenten Viskosität von etwa 0,6 und p-Acetoxybenzoesäure
in ein Reaktionsgefäß unter Rühren eingebracht und auf etwa 275°C
etwa 1 Stunde lang oder so lange erhitzt, bis der Hauptteil der
Essigsäure aus dem Gefäß abdestilliert ist und ein niedrigschmelzender
Fragmentpolyester geringer Viskosität erhalten wird. Danach
wird ein Vakuum angelegt und das Rühren fortgesetzt, bis die inherente
Viskosität des Copolyester-Prepolymeren soweit erhöht ist,
daß ein Copolyester mit einer inherenten Viskosität von etwa 0,6
vorliegt.
Copolyester nach der Erfindung eignen sich, wie bereits erwähnt,
zur Herstellung von Formkörpern, wie z. B. Filmen und Folien. So
können z. B. zähe, flexible Folien bei 400°C aus Copolyestern
gepreßt werden, die aus Polyethylenterephthalat und 80 Mol-%
p-Acetoxybenzoesäure hergestellt wurden. Einige der erfindungs
gemäßen Copolyester sind aufgrund ihrer wünschenswerten mechanischen
Eigenschaften und ihrer vorteilhaften Lösungsmittel-
Versiegel- oder Verklebbarkeit besonders geeignet zur Herstellung
von biaxial orientierten, hitzegehärteten Kinefilm-Schichtträgern.
Monoaxial orientierte Folien können fibrilliert und zu Garnen
verarbeitet werden.
Die Copolyester nach der Erfindung eignen sich auch zur Herstellung
von Fasern, geschäumten Kunststoffprodukten, Überzügen und Kleb
stoffen.
Die erfindungsgemäßen Copolyester können dabei nach üblichen bekannten
Verfahren und mit Hilfe üblicher bekannter Apparaturen
verarbeitet werden. So können die Copolyester nach üblichen
Schmelzspinn- und Spritzgußverfahren verarbeitet werden.
Ferner können die erfindungsgemäßen Copolyester die verschiedensten
Zusätze enthalten, z. B. Kernbildungsmittel, Füllstoffe, Pigmente,
Glasfasern, Asbestfasern, Antioxydantien, Stabilisatoren, Plasti
fizierungsmittel, Gleitmittel und feuerhemmende Mittel. Die Copolyester
können auch als Verstärkungsmittel verwendet werden, um
die Festigkeit und Steifheit anderer Kunststoffe zu erhöhen. So
kann z. B. die Zugfestigkeit und Biegefestigkeit von Polytetra
methylenterephthalat wesentlich erhöht werden durch Zugabe von
bis zu 50 Gew.-% oder mehr eines aus Polyethylenterephthalat und
60 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure hergestellten erfindungsgemäßen
Copolyesters.
Wegen ihrer überraschend niedrigen Schmelzviskositäten sind einige
der Copolyester nach der Erfindung auch zur Verminderung der Schmelzviskosität
von anderen Polymeren verwendbar, z. B. von Polyestern
aus aromatischen Diolen und aromatischen Dicarbonsäuren. So beträgt
z. B. die Schmelzviskosität eines aus Polyethylenterephthalat und
60 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure hergestellten erfindungsgemäßen Copolyesters
bei 275°C und einer Scherrate von 1000 Sec.-1 nur etwa
1/20 derjenigen von Polyethylenterephthalat allein.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern.
Die in diesen Beispielen verwendeten Ausgangspolyester wurden
nach üblichen bekannten Verfahren durch Esteraustausch und
Polykondensation von Ethylenglykol und Methylestern der Dicarbonsäuren
hergestellt. Ein üblicher bekannter Zinkacetat/Antimon
acetat-Katalysator wurde verwendet.
Die Copolyester wurden in einem Ofen bei 100°C über Nacht ge
trocknet, bevor sie nach Spritzgußverfahren in Testbarren oder
-stäbe verformt wurden. Zur Messung der mechanischen Eigenschaften
der Copolyester wurden ASTM-Testverfahren verwendet. Es wurden
bestimmt die Zugfestigkeit nach ASTM D1708, der Biegemodul nach
ASTM D790 und die Izod-Kerbschlagzähigkeit nach ASTM D256 Methode A.
Dieses Beispiel erläutert die Herstellung eines Copolyesters aus
Polyethylenterephthalat und 60 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure.
Ein Gemisch aus 69,1 g (0,36 Mol) Polyethylenterephthalat (inherente
Viskosität 0,60) und 97,2 g (0,54 Mol) p-Acetoxybenzoesäure wurde
in einen 500-ml-Kolben eingebracht, der mit einem Rührer, einer
kurzen Destillationskolonne und einem Einlaß für Stickstoff ausgestattet
war. Der Kolben wurde evakuiert und dreimal mit Stickstoff
gespült, bevor er in ein Metallbad aus Woods-Metall von 275°C
eingesetzt wurde. Beim Rühren des Gemisches bei 275°C in einer
Stickstoffatmosphäre destillierte Essigsäure aus dem Kolben langsam
ab. Nach 60 Minuten war die Hauptmenge der Säure abgedampft.
Es wurde ein Fragmentpolyester mit niedriger Schmelzviskosität
erhalten. Danach wurde ein Vakuum von 0,5 mm bei 275°C angelegt
und das Rühren 4 Stunden lang fortgesetzt. Es wurde ein weißer
opaker Copolyester mit hoher Schmelzviskosität erhalten. Der Copolyester
hatte eine inherente Viskosität von 0,62.
Nach dem Schmelzspinnverfahren daraus hergestellte Fasern wiesen
nach dem Verspinnen (ungestreckt) die folgenden Eigenschaften auf:
Festigkeit: 3,3 g/Den; Dehnung 5%, Elastizitätsmodul: 196 g/Den.
Ein anderer ähnlich hergestellter Copolyester mit einer inherenten
Viskosität von 0,66 wurde bei 260°C nach dem Spritzgußverfahren
mit Zugstäben von etwa 6,35×0,95×0,16 cm und Biegestäben von
12,70×1,27×0,32 cm verformt. Die Eigenschaften waren wie folgt:
| Zugfestigkeit, kg/cm²×10³ | |
| 2,41 | |
| Biegemodul, kg/cm²×10⁵ | 1,26 |
| Kerbschlagzähigkeit, m · kg/cm Kerbe | 0,239 |
| Sauerstoffindez, % | 32 |
Die Versuche wurden unter Verwendung von Copolyestern, die 30,
40, 50, 55, 65, 70 bzw. 80 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure enthielten,
wiederholt. Die Zugfestigkeit, der Biegemodul und die Izod-Kerb
schlagzähigkeit dieser Copolyester waren nicht so hoch wie bei
dem 60 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure enthaltendem Copolyester, doch
lagen die Werte für diese Eigenschaften sehr viel höher als bei
üblichen bekannten Polyestern und diese Copolyester erwiesen sich
für übliche Verwendungszwecke als sehr geeignet, z. B. zum Verformen
und zum Extrudieren zu Fasern. Die bei der Prüfung dieser
Copolyester gefundenen Werte wurden graphisch ausgewertet und sind
in den Fig. 2, 3 und 4 als Testergebnisse für erfindungsgemäße
Copolyester wiedergegeben.
In weiteren Versuchen wurde Terephthalsäure teilweise ersetzt
durch eine erfindungsgemäße verwendbare alicyclische oder aliphatische
Dicarbonsäure, wobei sich zeigte, daß die mechanischen
Eigenschaften der erhaltenen Copolyester nicht ganz so hoch lagen
wie bei den oben angegebenen Polyestern, aber noch immer noch unerwartet
hoch waren im Vergleich zu den mechanischen Eigenschaften
üblicher bekannter Copolyester. Weitere Versuche zeigten, daß
andere erfindungsgemäß verwendbare Acyloxybenzoesäuren ebenfalls
zu Copolyestern mit unerwartet vorteilhaften mechanischen Eigen
schaften führten.
Weitere Versuche zeigten, daß, anders als bei den meisten bekannten
Polyestern, die mechanischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen
Copolyester in einigen Fällen merklich beeinflußt werden
durch geringe Abweichungen in den Verformungsbedingungen und den
physikalischen Dimensionen der verwendeten Testbarren. Wurde z. B.
der oben beschriebene Copolyester mit einem Gehalt an 60 Mol-%
p-Hydroxybenzoesäure in einer üblichen Spritzgußmaschine bei
260°C in mit Wasser bei 15°C gekühlte Formkörper verformt, so
wurden mit Zugstäben von 21,6×1,9×0,321 cm die folgenden Eigenschaften
erhalten: Zugfestigkeit: 1860 kg/cm² und Biegemodul:
1,36 kg/cm²×10⁵. Obwohl nicht mit Sicherheit bekannt ist, warum
die zur Durchführung dieser Tests verwendeten größeren 21,6×1,9×0,32 cm
Teststäbe unterschiedliche Zugfestigkeitswerte ergeben
als die oben angegebenen dünneren Stäbe von nur 0,16 cm,
die zu Werten führten, welche in der oben angegebenen Tabelle
aufgeführt und in Fig. 3 verwendet sind, bietet sich als Erklärung
an, daß der Grad der Orientierung die Meßwerte der Eigenschaften
beeinflußt. Danach müssen dünne Stäbe in der Regel zu höheren
Zugfestigkeitswerten führen als dicke Stäbe.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters aus
Polyethylenterephthalat und 30 Mol-% p-Propionyloxybenzoesäure.
Ein Gemisch aus 120,9 g (0,63 Mol) Polyethylenterephthalat
(inherente Viskosität 0,60) 52,4 g (0,27 Mol) p-Propionyloxy
benzoesäure und 0,045 g Cobaltcarbonat wurde in einen 500 ml-
Kolben eingebracht, der mit einem Rührer, einer kurzen Destillationskolonne
und einem Stickstoffeinleitungsrohr versehen war. Der
Kolben wurde evakuiert und dreimal mit Stickstoff gespült, bevor
er in ein Bad aus Woods-Metall von 275°C eingesetzt wurde. Beim
Rühren des Gemisches bei 275°C in einer Stickstoffatmosphäre
destillierte Propionsäure langsam aus dem Kolben ab. Nach 60 Minuten
war die Hauptmenge der Säure entwichen und ein Fragment
polyester mit niedriger Schmelzviskosität wurde erhalten. Danach
wurde ein Vakuum von 0,5 mm bei 275°C angelegt und das Rühren
4 Stunden lang fortgesetzt, um die inherente Viskosität des Frag
mentpolyesters unter Bildung eines Copolyesters nach der Erfindung
zu erhöhen. Es wurde ein weißer, opaker Copolyester mit mittlerer
Schmelzviskosität einer inherenten Viskosität von 0,26 erhalten.
Der Copolyester wurde vermahlen, daß er ein Sieb mit einer lichten
Maschenweite von 0,84 mm passierte und das erhaltene Produkt wurde
für eine nachfolgende zusätzliche Festphasen-Molekülvergrößerung
unter Bildung des erfindungsgemäßen Copolyesters verwendet. Die
Festphasen-Molekülvergrößerung des Copolyesters wurde dadurch bewirkt,
daß die Partikel unter einem verminderten Druck von 0,05
bis 0,1 mm Hg bei 210°C 8 Stunden lang erhitzt wurden. Der erhaltene
Copolyester hatte eine inherente Viskosität von 0,51 und einen
Schmelzpunkt von 227°C.
Aus dem Copolyester wurden nach üblichen bekannten Verfahren aus
der Schmelze Fäden gesponnen, verstreckt und hitzegehärtet. Die
erhaltenen Fäden hatten die folgenden Eigenschaften: Festigkeit:
2,1 g/Den. Dehnung: 11%, Elastizitätsmodul 55 g/Den. und Fließ
punkt 190°C.
Ferner wurden aus diesem Copolyester Folien gepreßt. Die erhaltenen
Folien waren klar, zäh, fexibel und in Methylenchlorid löslich.
Streifen dieser Folien wurden in Dampf um 300% verstreckt, in
einen Rahmen eingespannt, um Schrumpfung zu verhindern und danach
durch 5 Minuten langes Erhitzen in einem Ofen auf 145°C kristallisiert.
Die erhaltenen Streifen waren mit Methylenchlorid leicht
versiegelbar und miteinander verbindbar. Die Fig. 2 bis 4 geben
plastische Eigenschaften wieder.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines erfindungsgemäßen
Copolyesters unter Verwendung eines Gemisches aromatischer Dicarbon
säuren.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
hergestellt unter Verwendung von 0,6 Mol eines 80/20-molaren
Gemisches aus p-Acetoxybenzoesäure/m-Acetoxybenzoesäure und 0,4 Mol
Copoly(80/20)-(ethylenterephthalat/ethylenisophthalat) (inherente
Viskosität 0,76). Der erhaltene Copolyester hatte eine inherente
Viskosität von 0,60. Eine aus dem Copolyester bei 300°C gepreßte
Folie war ziemlich zäh. Aus dem Copolyester geformte Stäbe zeigten
die angestrebten mechanischen Eigenschaften.
Weitere Versuche zeigten, daß auch andere Gemische geeigneter
aromatischer Dicarbonsäuren verwendbar sind. So wurden entsprechend
vorteilhafte Ergebnisse erhalten bei Verwendung von Gemischen geeignetere
aliphatischer oder alicyclischer Säuren anstelle eines
Teils der aromatischen Dicarbonsäuren.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters aus einem
Gemisch aromatischer und aliphatischer Dicarbonsäuren.
Das in Beispiel 1 beschriebene Verfahren wurde wiederholt mit
der Ausnahme, daß als Acyloxybenzoesäure p-Acetoxybenzoesäure
verwendet und der Ausgangspolyester aus Ethylenglykol, 60 Mol-%
4,4′-Sulfonyldibenzoesäure und 40 Mol-% 1,12-Dodecandicarbonsäure
gebildet wurde. Der erhaltene Copolyester hatte eine inherente
Viskosität von 0,53. Daraus geformte Stäbe wiesen die angestrebten
mechanischen Eigenschaften auf.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters unter Verwendung
eines Gemisches aus p- und m-Isomeren einer Acyloxycarbon
säure.
Nach dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
hergestellt unter Verwendung von 0,8 Mol Polyethylenterephthalat
und 0,2 Mol (20 Mol-%) eines 90/10-molaren Gemisches aus
p-Benzoxybenzoesäure/m-Acetoxybenzoesäure. Der erhaltene Copolyester
wies eine inherente Viskosität von 0,51 auf. Aus dem Copolyester
gepreßte Folien waren klar und flexibel. Aus dem Copolyester
geformte Formkörper hatten mechanische Eigenschaften, die sie
für typische kommerzielle Anwendungszwecke geeignet machten.
Entsprechend vorteilhafte Ergebnisse wurden erhalten bei Verwendung
anderer erfindungsgemäß verwendbarer Acyloxybenzoesäuren.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters unter
Verwendung eines Gemisches der p- und m-Isomeren einer Acyloxy
benzoesäure.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
hergestellt unter Verwendung von 0,2 Mol Polyethylenterephthalat
und 0,8 Mol eines 75/25-molaren Gemisches aus p-
Acetoxybenzoesäure/m-Acetoxybenzoesäure. Der erhaltene Copolyester
wies eine inherente Viskosität von 0,55 auf. Durch Spritzgußverfahren
daraus hergestellte Stäbe wiesen die folgenden Eigenschaften
auf: Zugfestigkeit: 1970 kg/cm², Dehnung: 9% und Biege
modul: 1,0×10⁵ kg/cm².
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters unter
Verwendung von Naphthalindicarbonsäure als Teilkomponente der
eingesetzten Dicarbonsäure.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
hergestellt unter Verwendung von 0,6 Mol p-Acetoxybenzoesäure
und 0,4 Mol des Polyesters aus Ethylenglykol und einem
50/50-molaren Gemisch aus Terephthalsäure und 2,6 Naphthalindi
carbonsäure. Es wurde ein hochmolekularer Copolyester mit einer
inherenten Viskosität von 0,60 erhalten. Eine daraus bei 300°C
gepreßte Folie war weiß, opak und zäh. Aus dem Copolyester geformte
Formkörper wiesen die angestrebten mechanischen Eigenschaften auf,
die im Vergleich zu denjenigen ähnlicher bekannter Copolyester
unerwartet hoch waren.
Entsprechend vorteilhafte Ergebnisse wurden erhalten, wenn andere
erfindungsgemäß verwendbare aromatische Dicarbonsäuren anstelle
von Naphthalindicarbonsäure verwendet wurden.
Dieses Beispiel zeigt, daß aus den erfindungsgemäßen Copolyestern
Folien mit ausgezeichneten Eigenschaften herstellbar sind.
Nach dem in Beispiel 2 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
hergestellt aus 75 Mol-% Polyethylenterephthalat und 25 Mol-%
p-Acetoxybenzoesäure. Der erhaltene Copolyester hatte eine inherente
Viskosität von 0,55. Aus dem Copolyester wurde eine 508 µm starke
Folie gepreßt. Die erhaltene Folie wurde bei 140°C biaxial um
300% gestreckt. Nachdem die Folie zur Verhinderung der Schrumpfung
in einem Rahmen gespannt und 1 Minute lang bei 210°C hitzegehärtet
worden war, wies sie eine Zugfestigkeit von 1020 kg/cm²,
eine Bruchfestigkeit von 1720 kg/cm², eine Dehnung von 66% und
eine Hitzeverformungstemperatur von 185°C bei 3,52 kg/cm² Belastung
auf. Die Folie war mit Methylenchlorid versiegelbar.
Vergleichbare Folien aus Copolyetherestern nach dem Stande der
Technik wiesen weniger vorteilhafte mechanische Eigenschaften
auf.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters unter
Verwendung einer Naphthalindicarbonsäure.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde in einem
1-l-Kolben ein Copolyester unter Verwendung von 0,9 Mol p-Actoxybenzoesäure
und 0,6 Mol des Polyesters aus 2,6-Naphthalindicarbonsäure
und Ethylenglykol hergestellt. Der erhaltene Copolyester
hatte eine inherente Viskosität von 0,54. Daraus nach dem Spritz
gußverfahren, wie in Beispiel 1 beschrieben, geformte Prüflinge
hatten eine Zugfestigkeit von 1740 kg/cm², eine Dehnung von 14%,
einen Biegemodul von 1,35×10⁵ kg/cm², eine Izod-Kerbschlagzähigkeit
von 0,038 m · kg/cm Kerbe und einen Sauerstoffindex von 42%.
Dieses Beispiel zeigt die Herstellung eines Copolyesters aus
einer bromierten aromatischen Säure.
Nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren wurde ein Copolyester
aus 60 Mol-% p-Acetoxybenzoesäure und 40 Mol-% des Polyesters
aus Ethylenglykol und einem 95/5-molaren Gemisch aus
Terephthalsäure und 2,5-Dibromoterephthalsäure hergestellt. Der
erhaltene Copolyester wies eine inherente Viskosität von 0,47
auf. Aus dem Copolyester, wie in Beispiel 1 beschrieben, durch
Spritzgußverfahren hergestellte Prüflinge wiesen eine Zugfestigkeit
von 1280 kg/cm², eine Dehnung von 17%, einen Biegemodul
von 0,51×10⁵ kg/cm² und einen Sauerstoffindex von 35% auf.
Claims (4)
1. Copolyester mit einer inherenten Viskosität von mindestens
0,4, gemessen bei 25 Grad Celsius bei einer Konzentration
von 0,5 g Polyester pro 100 ml Lösungsmittel, bestehend
aus 60 Volumenteilen Phenol und 40 Volumenteilen Tetra
chlorethan, zusammengesetzt aus Resten der Formeln:
und
wobei R₁ für einen zweiwertigen aromatischen Rest mit
6 bis 16 Kohlenstoffatomen steht, dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) die Struktureinheit D im Polyester geringer als 3 Mol-% ist
- b) die Reste (C) 20 bis 80 Mol-%, bezogen auf die Gesamtmole von (A) und (C) ausmachen und
- c) im Falle der Reste (C) das Sauerstoffatom in meta- oder para-Position zum Carbonylrest sitzt und mindestens 60 Mol-% der Reste (C) aus dem para-Isomeren bestehen.
2. Copolyester nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reste (C) 30 bis 70 Mol-%, bezogen auf die Gesamtmole (A)
und (C) ausmachen und daß mindestens 90 Mol-% der Reste (C)
aus dem para-Isomeren bestehen.
3. Copolyester nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reste (A) der folgenden Formel entsprechen:
4. Copolyester nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reste (C) 45 bis 65 Mol-% ausmachen.
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