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DE23477C - Apparat zum Entkletten von Geweben und Faserstoffen mittelst Salzsäuregas bei niedriger Temperatur und im luftverdünnten Raum - Google Patents

Apparat zum Entkletten von Geweben und Faserstoffen mittelst Salzsäuregas bei niedriger Temperatur und im luftverdünnten Raum

Info

Publication number
DE23477C
DE23477C DENDAT23477D DE23477DA DE23477C DE 23477 C DE23477 C DE 23477C DE NDAT23477 D DENDAT23477 D DE NDAT23477D DE 23477D A DE23477D A DE 23477DA DE 23477 C DE23477 C DE 23477C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
air
hydrochloric acid
fibers
acid gas
low temperature
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT23477D
Other languages
English (en)
Original Assignee
AKTIENGESELLSCHAFT „LA LAINE" in Paris
Publication of DE23477C publication Critical patent/DE23477C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C5/00Carbonising rags to recover animal fibres

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Molecular Biology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Temperatur und im luftverdünnten Raum.
•Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. März 1882 ab.
Sämmtliche unter der Bezeichnung Entkletten, Carbonisiren etc. bekannten Verfahren, die Pflanzenstoffe, mit denen die thierischen Fasern verunreinigt sind, zu zerstören, beruhen nach Angabe des Erfinders auf Einwirkung von Säuren oder von Stoffen mit saurer Reaction und schaden den thierischen Fasern infolge der zu hohen Temperatur, welche die Reaction begleitet. Vor allem ist es die Entwickelung des Chlorwasserstoffes, welche mit dem Freiwerden einer grofsen Menge schädlicher Wärme verbunden ist.
Die vorliegenden Neuerungen bezwecken, diese Entwickelung von Wärme zu vermeiden und das Entkletten der thierischen Webstoffe bei niedriger Temperatur im Kalten vorzunehmen. Das vorliegende Verfahren läuft daher darauf hinaus, eine Abkühlung herbeizuführen oder vielmehr die entstandene Wärme durch die Verdampfung der in der Wolle enthaltenen natürlichen Feuchtigkeit zu beseitigen. Diese Verdampfung wird durch Bewegung der Stoffe befördert und nach Bedarf durch eine Absaugung unterstützt, welche selbst während der Einwirkung der Säure stattfinden kann.
Das Verfahren wird entweder bei gewöhnlichem Druck oder bei starker Luftverdünnung oder unter fortwährender Bewegung der zu entklettenden Stoffe vorgenommen, oder endlich durch Einbringen derselben in Gefäfse, in welchen sie während der Einwirkung der Säure beständig in Ruhe bleiben. Soll bei gewöhnlichem Druck und fortwährender Bewegung des zu entklettenden Stoffes gearbeitet werden, so kommt die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zur Anwendung.
A A ist eine Trommel aus Holz, deren Mantel aus einzelnen Stäben oder durchbrochen gebildet wird und sich mit der hohlen Welle BB dreht. Die gasförmige, auf irgend welche Art erzeugte Salzsäure gelangt mittelst des Dreiweghahnes R und der Stopfbüchse E in die hohle,' bei B b geschlossene Welle. Der Theil α der letzteren ist mit Löchern 11 versehen, durch welche das Salzsäuregas mit der in der Trommel enthaltenen Wolle in Berührung gebracht wird. Infolge der Drehung der Trommel wird der Inhalt in stetige Bewegung versetzt, so dafs er nach und nach mit der äufseren Luft in Berührung kommt und derselben Wasserdampf in einer der Temperaturerhöhung entsprechenden Menge abgiebt. Der durchbrochene Mantel der Trommel ist mit einer durch einen Deckel verschliefsbaren Oeffnung zum Füllen und Entleeren der Trommel versehen.
Wenn die Temperatur einen bestimmten Grad übersteigt (250 bis 450 C, am besten 300 C), so wird der Hahn R mehr oder weniger geschlossen, bis die Temperatur wieder gesunken ist. Umgekehrt öffnet man den Hahn mehr, wenn die Temperatur zu sehr sinkt.
Wird das Salzsäuregas in bekannter Weise mittelst Kochsalzes erzeugt, welches in der Retorte F zersetzt wird, so ist die Anordnung des Dreiweghahnes unumgänglich nothwendig, damit das Gas keine gefährliche Spannung in der Retorte annehme. Wird die Gasentwickelung in der Retorte F so stark, dafs nicht alles ent-
wickelte Gas Verwendung finden kann, so dreht man den Hahn R derart, dafs das überflüssige Gas in die Aufsaugungsgefäfse D Ό gelangen kann.
Man kann die Trommel A auch mit einer Kammer umgeben, die mit einer Oeffnung zum Austritt der Luft und der Dämpfe versehen und mit einem Exhaustor verbunden ist, um den Vorgang in der Trommel zu beschleunigen und die Luft schneller zu erneuern.
Wenn alle Theile der in Behandlung befindlichen Wolle mit Salzsäuregas getränkt sind, wird der Gaszutritt abgesperrt, die Trommel entleert und die Wolle so lange liegen gelassen, bis die pflanzlichen Bestandtheile hinreichend zerreiblich geworden sind.
Soll mit Luftverdünnung gearbeitet werden, so bringt man die zu behandelnden Stoffe in Gefäfse AAx,Y\g. 2, aus Holz, Kupfer, gefirnifstem Eisen oder anderem passenden Stoff, welche mit Siebboden α versehen und durch Rohre b mit einander verbunden sind.
Das Gefäfs A1 ist durch ein Rohr mit der Saugpumpe P verbunden, welche die Gase und Dämpfe aus den Gefäfsen A und A1 ansaugt und bei/1 dieselben entweichen läfst. Andererseits steht das Gefäfs A mit einer beliebigen Vorrichtung zur Entwickelung von Salzsäuregas in Verbindung.
Die Pumpe P wird bei geschlossenem Hahn R in Thätigkeit gesetzt, bis die gröfstmögliche Leere in A und A1 erzeugt ist. Ist die Spannung auf 40 mm Quecksilbersäule gesunken, so öffnet man den Hahn R, das Gas tritt in A ein und vereinigt sich mit der zu behandelnden Wolle. Die hierdurch frei werdende Wärme (ungefähr 500 Calorien auf 1 kg Gas) wird sofort von dem in der Wolle befindlichen Hydratwasser absorbirt, und infolge des schwachen Druckes bildet sich eine Menge Wasserdampf, der einen grofsen Theil dieser Calorien aufnimmt.
Dieser Wasserdampf, dessen Temperatur ungefähr 35° C. bei 40 mm Quecksilbersäule beträgt, gelangt aus dem Gefäfs A nach dem Gefäfs A1, bewirkt hier eine Anwärmung, geht durch den in A befindlichen Stoff und gelangt nach der Pumpe P.
Erhöht sich die Temperatur des in Behandlung befindlichen Stoffes, so schliefst man den Hahn R und kann auf diese Weise die Temperatur nach Bedarf erniedrigen. Ist die Temperatur genügend gesunken, so läfst man wieder Gas in die Gefäfse A und A1 eintreten und fährt hiermit so lange unter beständiger Regulirung fort, bis der in A enthaltene Stoff gesättigt ist.
Gegen Ende des Verfahrens strömt ein Theil des Gases von A nach A1 über, weshalb das letztere Gefäfs A1 zwischen Pumpe P und Gefäfs A eingeschaltet ist, so dafs verhindert wird, dafs das Gas in die Pumpe gelange und dieselbe zerstöre. Ist auf diese Weise ungefähr ein Viertel oder ein Drittel des in A1 enthaltenen Stoffes mit dem aus A übergeströmten Säuregas gesättigt, so wird der Hahn R geschlossen, das Gefäfs A ausgeschaltet und das Gefäfs Ä1 an Stelle von A gesetzt, während an Stelle von Ai ein anderes Gefäfs A" kommt, das zu A1 in dasselbe Verhältnifs tritt, wie vorher A1 zu A. Hierauf wird das Verfahren wieder aufgenommen, bis A1 genügend Gas erhalten hat u. s. w.
Man kann auch so verfahren, dafs man einen Chlorwasserstoffgasstrom mit einem Strom atmosphärischer Luft abwechseln läfst, welcher Luftstrom sich alsdann mit Wasserdampf sättigt, während er die Wolle durchstreicht; jedoch ist es vorzuziehen, die Verdampfung bei niedrigem Druck zu benutzen. Die Temperatur, bei der man vortheilhaft arbeitet, beträgt 25 bis 30 oder 35, 40 und 450 C.
Nachdem der Inhalt eines Fasses mit Gas gesättigt, sperrt man das Fäfs, wie beschrieben, ab und läfst es 6 bis 12 Stunden ruhen, dann erst breitet man den Inhalt in der Luft aus, damit die Pflanzenfasern spröder und morscher werden, wobei man sich kräftig gelüfteter Räumlichkeiten bedient. Sind die Pflanzenfasern hinreichend mürbe geworden, so wäscht man den behandelten Stoff nach irgend einem Verfahren mittelst irgend einer Maschine aus.
Einen gröfseren Vortheil bietet das Waschverfahren, beruhend auf Anwendung von kohlensaurem Baryt, kohlensaurem Strontian, kohlensaurer Magnesia und besonders kohlensaurem Kalk, welche Stoffe in Form von Pulver dem Waschwasser zugesetzt werden, während die letzte Reinigung durch Ausspülen mittelst reinen Wassers erfolgt. An Stelle des gewöhnlichen kohlensauren Kalkes ist es vortheilhaft,· phosphorsauren Kalk, der reich an kohlensaurem Kalk ist, zu verwenden. In diesem Falle mufs der Ueberschufs an Phosphaten derart sein, dafs das Bad niemals sauer wird. Da die organischen Ueberreste in dem so angereicherten Phosphat verbleiben, so trennt man sie durch Verreibung von denselben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die beschriebene und gezeichnete Entklettungsvorrichtung in ihrer Gesammtanordnung, um mit Hülfe von Salzsäuregas bei niedriger Temperatur und im luft verdünnten Raum in gemischten Stoffen und Geweben die Pflanzenfasern zu zerstören.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
DENDAT23477D Apparat zum Entkletten von Geweben und Faserstoffen mittelst Salzsäuregas bei niedriger Temperatur und im luftverdünnten Raum Active DE23477C (de)

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