DE222939C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 222939 KLASSE 48 h. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. Februar 1907 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von metallischen Verbindungen
zwischen Aluminium und anderen Metallegierungen, wozu auch die Herstellung von Überzügen
auf Aluminium und aluminiumhaltigen Legierungen gerechnet werden soll.
Dieses Verfahren soll in der Weise ausgeführt werden, daß das Metall oder die Metalle
mit höherem Schmelzpunkt in schmelzflüssigem, die anderen in festem Zustande sich
befinden, wobei die Wärme des geschmolzenen Metalles in an sich bekannter Weise für die
Erzielung der Vereinigung ausgenutzt wird. Es ist hierbei dafür Sorge zu tragen, daß das
feste Metall bei der Berührung mit dem flüssigen Metall in seinem Körper nicht schmilzt
und nur an der Verbindungsstelle oder Berührungsfläche eine innige Verbindung mit
dem geschmolzenen Metall eingeht, ohne seine Form in unerwünschtem Maße zu verlieren.
Um dieses zu erreichen, soll nach der Erfindung das verwendete feste Metall mit niedrigerem
Schmelzpunkt durch geeignete Maßnahmen gekühlt werden. Es wird hierbei der Vorteil erreicht, daß man auch ohne besondere
Vorsichtsmaßregeln mit Sicherheit das gewünschte Resultat erzielt, auch für den
Fall, daß das niedriger schmelzende Metall nur von geringerer Menge ist.
Es wird hierzu bemerkt, daß ein Verfahren bekannt ist, nach welchem schmelzflüssige
Aluminiumlegierungen (z. B. Legierungen aus Aluminium und Zink oder Aluminium, Zink
und Kupfer oder Aluminium und Magnesium) nach dem Eingießen der flüssigen Legierung
in die Forni in ihrer Gesamtheit ev. schnell gekühlt werden, um ein verbessertes Gußstück
zu erhalten bzw. eine Entmischung der Legierung zu verhindern.
Es lassen sich nach der vorliegenden Erfindung Aluminium und Aluminiumlegierungen
mit anderen Metallen oder mit anderen Legierungen verbinden, wobei das Aluminium
und die Aluminiumlegierungen oder die anderen Metalle oder anderen Metallegierungen im
schmelzflüssigen Zustand angewendet werden können. Die Verbindung kann auch erfolgen
durch Angießen des schmelzflüssigen Metalles oder auf sonst eine bekannte Art. Bei denjenigen
Metallen, bei welchen es erforderlich ist, werden die Flächen, welche verbunden werden sollen, metallisch rein gemacht.
Ganz besonders kann man durch die Kühlung des festen Metalles Metall oder Metalllegierungen,
deren Schmelzpunkt niedriger ist als der des Aluminiums, mit letzterem dadurch verbinden, daß das Aluminium in geschmolzenem
Zustande auf die so festbleibend gehaltenen, leichter schmelzenden Metalle aufgegossen
wird. In einzelnen Fällen ist es vorteilhaft, das geschmolzene Metall erheblich über seinen Schmelzpunkt hinaus zu erhitzen
und in diesem Zustande zu verwenden, wie dieses für andere Verfahren zum Überziehen
von Metallen bereits vorgeschlagen ist.
Das Kühlen des festen Metalles kann durch geeignete Wärmeableiter in beliebiger Weise
erzielt werden, so auf Grund des Wärmeablei-
tungsvermögens der Unterlage, auf welcher sich das festbleibende Metall befindet, oder
auch der Form, in welche dasselbe eingelagert ist, oder auch durch sonstige Kühlung. Die
Wahrung der äußeren Gestalt des festbleibenden Körpers kann demnach z. B. durch die
Wahl einer besonderen Gießform geschehen.
Als typisches Beispiel soll das Aufgießen von Aluminium auf eine Legierung (Lipowitzmetall)
aus 13 Gewichtsteilen Zinn, 27 Gewichtsteilen Blei, 50 Gewichtsteilen Wismut,
10 Gewichtsteilen Kadmium angeführt werden. Das Lipowitzmetall wird in die zweckmäßig
mittels Wassers gekühlte Form gegossen, worauf man das geschmolzene Aluminium bei Gießtemperatur
aufgießt.
Durch Gießen eines Aluminiumkernes in oder auf einen Ring aus einer Legierung von
90 Teilen Zinn und iq Teilen Kupfer kann man nach vorliegender Erfindung eine Verbindung
dieses Ringes mit dem Aluminiumkern erzielen. Der Ring aus dieser bekannten Kupferzinnlegierung, welche einen Schmelzpunkt
von 3700 C. besitzt, wird in eine entsprechend gestaltete und die nötige Wärmeableitungseigenschaft
besitzende Gießform eingelegt. Es genügt z. B. eine zweiteilige gußeiserne Kokille. Man kann diese natürlich
auch mit irgendeiner besonderen Kühlungsvorrichtung versehen. Das Aluminium, dessen
Schmelzpunkt 6500 C. beträgt, wird in einem Graphittiegel geschmolzen und alsdann in die
betreffende Gießform gegossen. Wenn die gußeiserne Kokille etwa 31 kg Gewicht besitzt
und z. B. auch auf 8o° C. vorgewärmt ist, um einen glatteren Guß zu erzielen, kann man
ohne besondere Kühlungsvorrichtung einen mit dem genannten Zinnkupferring verbundenen
Gußkörper von etwa 400 g Gewicht mit Sicherheit erzielen, ohne daß der Zinnkupferring,
welcher in sehr innige Verbindung mit dem Aluminium gelangt ist, seine feste Form verloren
hat.
Aluminiumlegierungen geben im allgemeinen bessere glatte Güsse als reines Aluminium.
Es lassen sich nach diesem Verfahren z. B. auch Wellen oder Walzen mit Aluminiumkern
und Kupfermantel oder solche mit Kupferoder Bronzekern und Aluminiummantel herstellen, z. B. auch Kupfer- oder Bronzekessel,
deren Innenseite auf solche Weise mit Aluminium ausgekleidet ist.
Auch kann man durch geeignete Vorrichtungen z. B. in der Gießform während der
Ausführung der Verbindungsarbeit oder auch nachher Druck irgendwelcher Art anwenden,
wodurch z. B. insbesondere das an und für sich poröse Aluminium in an sich bekannter
Weise verdichtet werden kann.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von metallischen Verbindungen zwischen Aluminium
oder Aluminiumlegierungen und anderen Metallen oder Legierungen, dadurch
gekennzeichnet, daß man das Metall.mit höherem Schmelzpunkt in geschmolzenem
Zustande anwendet, während das festbleibende Metall mit niedrigem Schmelzpunkt unter geeigneter Kühlwirkung behufs
Wahrung seiner Form gehalten wird, wobei die Wärme des geschmolzenen Metalles
für die Vereinigung ausgenutzt wird.
2. Anwendungsart des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man z. B. einen ringförmigen Gegenstand aus einer Legierung aus beispielsweise 90 Teilen Zinn und 10 Teilen Kupfer durch
Auf- und Angießen mit z. B. Aluminium mit einem Kern oder Körper aus Aluminium versieht.
Gedrückt in der
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE222939C true DE222939C (de) |
Family
ID=483794
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
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