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DE2219340A1 - Verfahren zur getrennten gewinnung von verschiedenen kristallisaten aus gemeinsamen loesungen mit krustenbildnern durch entspannungsverdampfung - Google Patents

Verfahren zur getrennten gewinnung von verschiedenen kristallisaten aus gemeinsamen loesungen mit krustenbildnern durch entspannungsverdampfung

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DE2219340A1
DE2219340A1 DE2219340A DE2219340A DE2219340A1 DE 2219340 A1 DE2219340 A1 DE 2219340A1 DE 2219340 A DE2219340 A DE 2219340A DE 2219340 A DE2219340 A DE 2219340A DE 2219340 A1 DE2219340 A1 DE 2219340A1
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temperature
circulating
evaporation
crystals
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DE2219340A
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Karl-Richard Dr Loeblich
Arno Dr Singewald
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K+S AG
Original Assignee
K+S AG
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Publication of DE2219340B2 publication Critical patent/DE2219340B2/de
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Description

  • Verfahren zur getrennten Gewinnung von verschiedenen Kristallisaten aus gemeinsamen Lösungen mit Krustenbildnern durch Entspannungsverdampfung Die Erfindung betrifft die Anwendung der Entspannungsverdampfung auf die getrennte Kristallisation zweier nutzbarer Substanzen mit stark unterschiedlichen LösIichkeits-Temeratur-Koeffizienten aus ihrer gemeinsamen Lösung in Anwesenheit einer Begleitsubstanz, welche in isotherm arbeitenden Verdampfern zur Verkrustung der IIeizflächen führt. Ein typisches fleispiel hierfür ist die Gewinnung von Natriumchlorid und Kaliumchlorid aus einer gipshaltigen Lösung, welche durch den Lösungsabbau einer Lagerstätte von anhydrithaltigem Sylvinit mit Wasser (Solution Alining) entsteht. Am Beispiel dieser Lösung werden die' Erfindung und der Stand der Technik im folgenden dargelegt.
  • Die mehrstufige Entspannungsverdampfung sowohl zur Gewinnung von Süßwasser aus hleenvasscr als auch zur Kristallisation nur eines Nutzstoffes aus einer Lötung mit einer krustenbildenden Verunreinigung z.13. Natriumchlorid aus gipahaltiger Sole hat sich bereits vielfältig bewährt. Die Entspannungsverdampfung setzt sich wegen der relativ geringen Anfälligkeit der Anlagen gegen Verkrustung auch bei sehr unvollkommener chemischer Reinigung der Lösung und wegen der guten thermodynamiscllen lXigenschaften des Verfahrens immer mehr durch. Bisher ist es aber noch nicht befriedigend gelungen, die Entspannungsverdampfung zum Wasserentzug aus Lösungen mit 2 Nutzstoffen und gleichzeitig zur getrennten Kristallisation der Nutzstoffc ( beim Durchlauf durch die Vorrichtung) heranzuziehen. Obwohl theoretische Möglichkeiten hierzu denkbar sind, ist die praktische Durchführung aus darzulegenden Gründen bisher noch nicht gelungen.
  • Im Gegensatz zur isothermen Eindampfung, bei welcher man die Vordampfungsrate in einem Verdampfer über die Wärmezufuhr steuern kann, ist die Verdampfungsrate in den einzelnen adiabatisch arbeitenden Entspannungsverdampfkörpern und damit auch die sich in Jedem Körper einstellende Temperatur nach Maßgabe der Eintrittstemperatur und der Temperatur und der Menge des Kühlmittels zur Kondensation der Brüden sowie der konstruktiven Auslegung der benutzten Vorrichtung festgelegt. Bei wechselnder Zusammensetzung der zu verarbeitenden Lösung liegt es nicht melir von vornherein fest1 in welchem Entspannungskörper gerade noch das erste Kristallisat rein anfällt und in welchem die Kistallisation des anderen einsetzt. Hierdurch wird die gctrennte Gewinnung der beiden ICristallisato in einem Arbeitsgang sehr erschwert.
  • Nach dem Stand der Technik setzt man deshalb zur getrennten Eindampfungskristallisation der Nutzstoffe aus ihrer gemeinsamen Lösung, von denen der eine keine oder eine schwache Zunahme der Sättigungskonzentration mit steigender Temperatur (in besonders günstigen Fällen sogar eine Abnahme) zeigt, während bei dem anderen diese mit der Temperatur stark ansteigt, eine Vorrichtung ein, die bei einer höheren Temperatur zuerst dasjenige Kristallisat durch isotherme Eindampfung erzeugt, dessen Gang der Löslichkeit bei hoher Grundkonzentration nur wenig von der Temperatur beeinflußt wird, und dann durch Entspannung das andere Kristallisat abscheidet. Kennzeichnend ist hierbei, daß die Hauptmenge des Wassers oder des Lösungsmittels in den isotherm arbeitenden Verdampfern verdampft wird, und die nachgeschalteten Entspannungsstufen v.or allem dem I(ühlen dienen. Das System ist steuerbar über den Eindampfgrad in den Isothermverdampfern.
  • Der Betrieb der Isothermverdampfer erfordert aber entweder eine Befreiung der Einsatzlösung von Krustenbildnern oder das Mitführen von Impfkristallen des bei der Eindanpftempcratur ausfallenden ICrustenbildners, um die Verkrustung der ilcizflächen zu vermeiden. Das I3eseitigen des Krustenbildners aus der Lösung durch Umsatz mit Fällungschemikalien ist recht teuer, und das Mitführen von Impfkristallen durch die isotherm arbeitenden Verdampfer führt zu einer Verunreinigung des zuerst zu gewinnenden Nutzkristallisates. Natriumchlorid, das auf diese Weise aus gipshaltiger KCl-NaCl-Lösung zu gewinden wäre, würde je nach Arbeitsweise beträchtliche Mengen Anhydrit oder flassanit enthalten.
  • Bei der Gewinnung von NaCl aus gipshaltiger NaCl-Sole durch Entspannungsverdampfung konnte dieser Nachteil der Verunreinigung des Produkts durch CaSO4 über die Toleranzgrenze für Elektrolysesalz hinaus trotz Einsatzes ungereinigter Rohsole vermieden werden.
  • Es wurd nun ein Verfahren zur getrennten Gewinnung von vcrschiedenen Kristallisaten, deren Temperaturkoeffizient der Löslichkeit stark unterschiedlich ist, aus Lösungen mit iCrustenbildnern durch Entspannungsverdampfung gefunden, welchcs dadurch gekennzeichnet ist, daß in der Umlauflösung ein solcher Gehalt an einer in Bezug auf den Krustenbildner die Löslichkeit vermindernden sich dabei aber nicht verbrauchenden Substanz aufrecht erhalten wird, daß die Krustenbildung vermieden wird, und die einzudampfende Frischlösung in Kontakt mit zugeführten oder gebildetcn Kristallisaten bei einer im Eindampfkreislauf sich einstellenden Temperatur thermostatisiert und vom Kristallisat getrennt und danach nach Maßgabe des bei einem Umlauf aus der Umlauflösung verdampften Wassers mit der Umlauflösung gemischt und in Kontakt mit zugeführtem Impfgut von der Art des Krustenbildners und gegebenenfalls zusätzlichen Fällmitteln gerührt und danach geklärt wird, und die bis auf den unschädlichen Restgehalt vom Krustenbildner befreite Mischlösung praktisch konstanten Gehalt ca an derjenigen Substanz mit dem größten Temperaturhooffizicnten der Löslichkeit die Oberflächenkondensatoren der vorwürmung und den Enderhitzer durchläuft, dann in die in Reihe geschalteten Entspannungsverdampfer eintritt, wobei ihr von Stufe zu Stufe eine bestimmte Wassermenge entzogen und dadurch gleichzeitig die Temperatur gesenkt wird, und bei Eintritt der verdampf- und temperaturabhängigen Sättigung an der Substanz mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit die bis dahin kristallisierte Substanz mit dem niedrigercn Temperaturkoeffizienten von der Umlrniflösung abgetrennt und die Umlauflösung bis zum Erreichen der tiefstmöglichen Temperatur im Kreislauf entspannt wird,so daß die andere Substanze mit dem, größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit bis zum Gleichgewicht bei dieser Temperatur kristallisicrt, danach dieses Kristallisat yon der Umlauflösung abgetrennt, und die Umlauflösung nach erneuter Wasserergänzung durch zugeführte Frischlösung und Ausrührung des Krustenbildners dem Kreislauf wieder zugeführt wird.
  • Ferner wurde ein Verfahren gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die Thermostatisierung der Frischlösung auf eine Temperatur, die im Eindampfkreislauf auftritt, durch wärmetochnische Kopplung des zur Thermostatisierung verwendeten Warmetauschers an den Eindampfkreislauf erfolgt.
  • Weiter wurde ein Verfahren gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß kleine Schwankungen in der Lage des Punktes, an welchen das eine Kristallisat gerade noch allcin fällt, bevor das andere kristallisiert, durch Temperaturregelung an dem letzten Entspannungsverdampfer vor der Abtrennstelle des ersten Kristallisates über die Kühlmittelregelung und/oder Nachheizung aufgefangen werden.
  • Ferner wurde ein Verfahren gefunden, daß dadurch gekennzeichnot ist, daß die Enderhitzung der vorgewärmten Umlauflösung durch Kondensation des durch Brüdenkompresson auf cin höheres thermodynamisches Niveau angehobenen Brüdens aus der isotherm durch Wärmezufuhr durch Kondensation von Heizdampf durchgeführten Vorverdampfung von Wasser in einem Oberflächenkondensator erfolgt, der von der vorgewärmten Umlauflösung vor dem Eintritt in die isotherme Vorverdampfung durchflossen wird.
  • Bei der Anwendung der Erfindung auf die Eindampfung von Sylvinitlösung wurde ein Verfahren gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die durch Lösungsabbau von Sylviniten mit Wasser oder verdünnten Lösungen erhaltene, mehr oder weniger an hCl und NaCl gesättigte Lösung, welche neben Calciumsulfat auch noch geringe Mengen an Magnesiumsalzen enthält, erst in Gegenwart eines vorgelegten Kristallisatbettes aus KCl thermostatisiert, dann geklärt und danach mit der Umlauflösung gemiscllt wird und aus der Mischung Cips ausgerührt und Magnesiumhydroxid ausgefällt werden.
  • Weiter wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß Sylvinitlösung, deren Temperatur hoher ist als diewenige der Umlauflösung an der temperaturniedrigsten Stelle des Kreislaufes, zur Thermostatisierung auf die Temperatur der Um lauflösung einen oder mehrere Entspannungsverdampfer mit vorgelegtem KCl-Kristallbett durchläuft, deren Temperatur durch die Kopplung mit Kondensatoren des indampfkreislaufes, deren Kühlwassermenge und/oder -temperatur variabel ist, gesteuert wird.
  • Ferner wurde ein Verfahren gefunden das dadurch gekennzeichnet ist, daß in der Umlauflösung nach dem Austritt aus der letzten Entspannungsstufe und der Saizabscheidung ein CaCl2-Gehalt von 30 bis 60 g CaCl2/1, vorzugsweise 45 bis 55 ggl durch Zufuhr von CaCl2 mit der Frischlösung, durch chemische Reaktion und durch Verdampfung im Ausgleich der CaCl2-Verluste eingestellt wird.
  • Weiter wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die thermostatisierte Frischlösung der abgekühlten und von Kcl-lçristallisat befreiten Umlauflösung nach Maßgabe des bei den Umlauf durch die Verdampfer verdampften und des mit den Kristallisaten und Schlämmen ausgetragenen Wassers bei Gegenwart von Gips-Impfkristallen in einem Rührwerk zugemischt wird.
  • Ferner wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Mischlösung aus sylvinitischer, thermostatisierter Frischlösung und Umlauflösung zusa.n'.en mit Gips-Impfkristallen durch eine Rührwerkskaskade geführt wird und die mittlere Verweilzeit dieser Mischlösung in der Rührwerkskaskade 10 i>is 40 Minuten, vorzugsweise 15 Minuten beträgt.
  • Weiterhin wurde ein Verfahren gefunden, das d a d u r c h g e k e n n -zeichnet ist, daß während der Gipsausriihrung Kalkmilch zum gleichzeitigen Fällen der Magnesium-Ionen aus der Mischlösung aus sylvinitischer Frischlösung und Umlauflösung als Mg(OH)2 in das Rührwerk oder die Rührwerkskaskade eingespeist wird.
  • Weiter wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Klärung der Suspension von Gips und Magnesiumhydroxid und anderen Hydroxiden in der Mischlösung derart erfolgt, daß zunächst der grobe Gips abgetrennt wird, von welchem eine Teilmenge als Impfgut in die Gipsausrührung zuriickgeführt wird, der Rest zusammen mit dem Mg(OH)2-Schlamm durch Erhöhung der Verweilzeit für die Sedimentation oder durch Filter aus der Mischlösung praktisch vollständig herausgeklärt wird.
  • Ferner wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Mischlösung nach der Gipsausrührung, der Fällung von MG(OH)2 und anderer Hydroxide und nach der Klärung mit IIC neutralisiert wird.
  • Weiter wurde ein Verfahren gefunden, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die Waschlösung, welche beim Waschen und Nachdecken des NaCl-Kristallisates entsteht, zum Waschen des (;ips-Mg(OH)2-Schlammes aus der Klärstufe der Gips-Ausrührung und Mg(OH)2-Fällung aus der Mischlösung aus sylvinitischer Frisch-und Umlauflösung vcnvendet wird.
  • Das Verfahren der Erfindung führt den Wasserentzug aus einer Mchrstofflösung durch Entspannungsverdampfung durch, welche durch den Wasserentzug in dem Doppeleffekt-Enderhitzer durch isotherme Verdampfung ergänzt werden kann. Bei der Entspannungsverdampfung wird der in die- Lntspannungsstufen erhitzt eintretenden Lösung Wasser durch Aufzehrung eines Teiles des mitgebrachten Wärmeinhalts entzogen, wodurch sich die Lösung mit fortschreitender Wasserverdampfung abkühlt.
  • Da Krustenbildner solche Substanzen sind, die im kritischen Arbeitsbereich einen negativen Löslichkeitstemperaturkoeffizicnten haben, können sie in den von der erhitzten Umlaufsole durchströmten Entspannungsverdampfern nicht mit den Produkten zusammen kristallisieren und diese über das zulässige Maß hinaus verunreinigen, weil die Temperatur durch den energieverbrauchenden Wasserverdampf abfällt. Einer gewissen Gefährdung sind nur die zuletzt durchströmten Oberflächenkondensatoren der Nutzstufen für die Wärmerückgewinnung und der Enderhitzer ausgesetzt. Durch Schnellstrom-Wärmetauscher vermindert sich die Gefahr bereits beträchtlich. Sie wird praktisch unbedeutend, wenn man in an sich bekannter Weise die Löslichkeit des Krustenbildners drückende Substanzen in der Umlauflösung in einer honzentration löst, daß der Krustenbildner, der in der Frischlösung enthalten ist, beim Mischen mit der Umlauflösung und Rühren in Gegenwart von Impfkristallen aus der Alischlösung bis auf einen einem Gleichgewicht entsprechenden Restwert herausgedrückt wird, ohne daß die die Abscheidung bewirkende Substanz hierdurch verbraucht wird. Die Substanz kpnn eine or-nnische Verbindung sein, welche dic Löslichkeit des Krustenbildners vermindert, ohne diejenige der anderen Ifomponenten in schädlicher Weise zu beeinflussen. Bei salzartigen i:rustenbildnern erfüllen auch gleichionige Zusätze den glcichen Zweck.
  • Zwar kehren die drückenden Zusätze den Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit des Krustenbildners nicht um, aber die Kristallisationshemmung nimmt bei höheren Temperaturen zu, wenn das Konzentrationsniveau gesenkt wird. Deshalb beobachtet man in den Wärmerückgewinnungskondensatoren der Nutzstufen und im Enderhitzer keine Heizflächenverkrustung.
  • Die Kristallisation des Krustenbildners durch Mischen der Umlauflösung mit der Frischlösung in Gegenwart von Impfgut wird zweckmäßig in einer Rührwerkskaskade zur Vereinheitlichung der Verweilzeit vorgenommen. Die gemäß dem Zustrom abfließende bchandelte Mischlösung trägt den Niederschlag des kristallisierten Krustenbildners aus der Kaskade aus. Dieser Niederschlag wird abgetrennt und zum Teil als Impfgut in die Kaskade zurückgeführt, zum anderen Teil ausgetragen und nach Waschung verworfen.
  • Bei der ntspannungsvcrdnmpfung wird der Umlauflösung Wasser entzogen. Dabei steigt die Konzentration der beiden als Kristallisate getrennt zu gewinnenden Nutzstoffe an Wird dabei auf dem Wege durch die Entspannungsstufen die zur örtlichen Temperatur gehörige Sättigungskonzentration eines dieser Stoffe überschritten, dann beginnt dessen Kristallisation.
  • An der temperaturniedrigsten Stelle des Eindampfkreislaufes ist die Umlauflösung an beiden kristallisierbaren Nutzstoffen gesättigt. Beim Aufheizen in den Wärmerückgewinnungskondensatoren und im Enderhitzer ändert sich der Sättigungszustand der UM-lauflösung hinsichtlich des Nutzstoffes mit dem kleineren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit weniger als hinsichtlich des anderen Nutzstoffes mit dem größeren Temperaturkoeffitient.
  • Deshalb ist die Umlauflösung an diesem in der Wärme stark ungesättigt. In den ersten Entspannungsstufen kann deshalb der Stoff mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit zu trotz des Konzentrationsanstiegs durch Wasscrentsug wegen der noch zu hohen Temperatur nicht kristallisieren. Dagegen erreicht die Konzentration des anderen Nutzstoffes schon nach wenigen Stufen die Sättigungsgrenze und kann aus diesem Grunde sehr rein kristallisieren.
  • Vor demjenigen Entspannungskörper, in welchem auch die Sattigungskonzentration desjenigen Nutzatoffes mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit als Funktion von Verdampf und Temperatur erreicht wird, trennt man das Kristallisat des Stoffes mit dem geringeren Koeffizienten ab. Dieses wird dadurch sehr rein gewonnen. In den nächsten Stufen entsteht ein Cristallisat mit einem hohen Gehalt an dem Stoffs der den groberen Löslichkeitstemperaturkoeffizienten aufweist.
  • Naturgemäß funktioniert diese fraktionierte Kristallisation durch mehrstufige Entspannungsverdampfung um so besser, wenn 1.
  • der Unterschied der Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit der boiden zu kristallisierenden Nutzstoffe groß ist, und 2. der eine von beiden Nutzstoffen einen Temperaturkoeffizienten scincr Löslichkeit in der Simultanlösung aufweist, der nahe null oder negativ ist.
  • An Stoffpaaren kommen beispielsweise infrage: .1. KHCO3 und K2S04 oberhalb 550C, - weil die Löslichkeit von K2S04 in KHCO3-Lösung mit steigender Temperatur abnimmt; ?. K2C05 und Na2CO, weil die Löslichkeit von Na2CO3 in K2CO-Lösung mit steigender Temperatur stark zu und die an sich hoch liegende Löslichkeit von K2CO5 bei Gegenwart von Na2CO5 stark abnimmt.
  • 3. KC1 und NaCl, weil die Löslichkeit des KCl in der gcmcinsamen Lösung mit steigender Temperatur stark zu und dicjenige von NaCl unterhalb 900C ganz leicht abnimmt. Tritt CaCl2 in die KCl-NaCl-Lösung ein, dann wird der Temperaturkoeffizient des NaCl etwas ungünstiger. Der zu erzielende Effekt ist aber noch ausreichend.
  • In der Praxis arbeiten die Vorrichtungen zur Durchfiihrung des Verfahrens im stationären Zustand, wenn vom An- und Abfahren abgesehen wird. Deshalb werden Zeit- zu Ortsfunktionen. Sofern die Umlauflösung mit stets konstanter Zusammensetzung in die in Reihe geschalteten Entspannungsvedampfer eintritt welche beziffert sind, läßt sich auf Grund der thctmodynamiscllen Daten der Vorrichtung und der einzudampfenden Lösung genau angeben, in welchem Verdampfer die Kristallisation des Nutzstoffes mit dem kleineren und in welchem ie Kristallisation des Nutzstoffes mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit einzusetzen. Schwankt die Zusammensetzung der eintretenden Lösung, dann ändern sich auch die Kristallisationsorte der Schwankung gemäß. Diese Schwierigkeit wird bei dem Verfahren der Erfindung ohne allzu großen regeltcchnisehen Aufwand dadurch überwunden, daß die zur Ergänzung der Ausdampfung zur Umlauflösung zuzusetzende Frischlösung ständig schwankender Temperatur und Zusammensetzung in Gegenwart von vorgelcgten Kristallisat, welches aus den Nutzstoffen bestcht, thermostatisiert wird. Da die aus dem letzten Verdampfer austretende Umlauflösung bei gleichmäßigen Arbeiten der Vorrichtung praktisch konstante Temperatur und Zusammensetzung aufweist, kommt man mit der thermostatisicrten Frischlösung auf einfache Weise zu der aufgefrischten Umlauflösung mit den geforderten konstanten Eigenschaften.
  • Da Kristallisat nur zwischen 2 Entspannungsvcrdampfern oder am Ende der Verdampfergruppe ohne unkontrollierbaren Verdampfungsfortschritt abgetrennt werden kann, muß die Vorrichtung über die Kühlmittelsteuerung in den Kondensatoren so getrimmt werden, daß die Sättigung an dem 2. zu kristallisierenden Nutzstoff so gelegt wird, daß das Kristallisat des 1. Nutzstoffes zwischen dem Verdampfer, in welchem sofort die Sättigung an dem 2.
  • Nutzstoff eintritt, und dem vorangehenden Verdampfer sauber von der Lösung abgetrennt werden kann. Die Steuerung durch die Kühlmittelregelung gestattet, kleine Schwankungen aufzufangen.
  • Das Verfahren der Erfindung löst die Aufgabe, die chemische Vorreinigung einer durch Krustenbildncr verunreinigten rvohlosung mit 2 kristallisierbaren Nutzstoffen zu vcrmindern, durch Wasserverdampfung die Nutzstoffe fraktioniert zu kristallisieren und den Heizdampfbedarf so klein wie möglich zu halten.
  • Der Ileizdampfbcdarf, der bei einer normalen mehrstufigen Entspannungsvorrichtung im wesentlichen durch die Temperaturspanne zwischen der Lösung beim Eintritt und der Lösung beim Austritt aus der Entspannung, durch die Menge der einzudampfenden Lösung und die Zahl und Art der Wärmerückgewinnungsstufen festgelegt ist, kann verringert werden, wenn man nach dem Verfahren der Erfindung statt der einfachen Enderhitzung mit lleizdampf zur Ergänzung der bei einen Umlauf auftretenden Wärmoverluste hier den Heizdampf zuerst zur Wasserverdampfung in einem Isothermverdampfer mit IIcizregister heranzieht und dann mit dem so entstehenden Brüden die Enderhitzung durchführt. Soll bei der 5,nderhitzung mit Brüden eine Temperatur erreicht werden, die nahe bei der Temperatur des Siedens im Isothermverdampfer liegt, dann muß der Brüden durch Brüdenkompression auf ein höheres thermodynamisches Niveau angehoben werden.
  • Im folgenden wird das Verfahren der Erfindung nochmals anhand der Abb.1 dargestellt. Zur Konkretisierung wird die Eindampfung einer durch Lösungsabbau von Sylvinit gewinnenen, Gips und klcine Mengen an Magnesium- und Calciurnchlorid enthaltenden Lösung zur getrennten Gewinnung von praktisch CaSO4-freiem NaCl und KCl beschrieben.
  • Die im Eindampfsystem kreisende Lösung ist die Umlauflösung, welcher nach Maßgabe der Verdampfung und sonstiger WAsserverluste die durch den Lösungsabbau erhaltene sylvinitische Lösung - als Frischlösung bezeichnet - zugesetzt wird.
  • Bei bestimmten Methoden des Lösung-sabbaues köntlen Temperaturschwankungen auftreten, welche eine schwankende Zuswimensetzung der Frischlösung zur Folge haben. Deshalb wird die Firschlösung vor der Zumischung zur Umlauflösung in Gegenwart eines vorgelegten Kristallisatbettes, welches vor allem KCl enthält, durch einen geregelten Wärmetauscher thermostatisiert. Die urchführungsart ist an sich beliebig. Zweckmäßigerweise jedoch wird der Wärmetauscher mit der Eindampfanlage wärmetechnisch so gekoppelt, daß die Frischlösung auf eine Temperatur thermostatisiert wird, die an irgendeinem Ort des Eindampfkreislaufes konstant herrscht, vorzugsweise auf die Temperatur an der temperaturniedrigsten Stelle.
  • Ist die Frischlösung ursprünglich kälter als es der Thermostatisierungstemperatur entspricht, dann nimmt sie aus dem vorgelegten Kristallisatbett KCl bei der Erwärmung auf.
  • Wenn sie ursprünglich wärmer ist, dann gibt sie, falls sie gesättigt ist, KCl bei der Abkühlung an das Kristallisatbett ab.
  • Im allgemeinen genügt es, nur das KCl zu beachten, weil dic Löslichkeit des Lösungspartners mit dem Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit nahe null nur wenig durch den anderen becinflußt wird.
  • Im allgemeinen sind die sylvinitischen Frischlösungen praktisch an KCl gesättigt und wärmer als die Umlauflösung an cler temperaturniedrigsten Stelle des Eindampfkreislaufes. Deshalb werden doe Elemente WT1 und WT2 der Vorrichtung nach Abb. 1 als Entspannungsverdampfer gestaltet, welche gegen die gleichen Kondensatoren arbeiten, wie die letzten Entspannungsstufen des rÄndampfkreislaufes.
  • Die gips- und magnesiumchloridhaltige KCl-NaCl-Lösung, welche an beiden Nutzstoffen bei einer Temperatur nahezu gesättigt ist, die oberhalb derer der Umlaufsolc (TA2) nach Verlassen des letzten Entspannungskörpers liegt (TZ > TA2), wird auf die tiefere Temperatur TA2 der Umlauflösung durch Entspannungsverdampfung in den Körpern WT1 und WT2 thermostatisiert. Das neu entstehende Kristallisat ist reines Kaliumchlorid, welches als Produkt aus der thermostatisierten Lösung vor dem Eintritt in die nächsten Verfahrensstufen abgetrennt wird.
  • Die thermostatisierte Frischlösung wird der Gipsausrührkaskade RK mit der Temperatur TA2 zugeführt. IIier fließt auch die Umlauflösung mit der Temperatur TA2 zu. Es wurde gefunden, daß CaCl2 die geeignetste Substanz ist, die Gipslöslichkeit zu bceinflussen. Bei ungefähr 50 g CaCl2/1 Umlauflösung an der Zulaufstelle wird das beste Ergebnis in Bezug auf die Gipsfällung und die Rückwirkung auf die Löslichkeit von KCl und NaCl gefunden.
  • Zwar werden durch diese CaCl2-Konzentration die Gehalte an Kcl und vor allem NaCl in der Umlauflösung schon vermindert, es treten dadurch aber gerade noch keine störenden Nebenerscheinungen auf. Vor ailem fällt kein KCl an der Alischstelle mit der Frischlösung.
  • Oberhalb einer Içonzentration von 60 g CaCl2/1 in der Umlauflösung fangen allerdings die Nachteile an, ins Gewicht zu fallen.
  • Unterhalb 30 g CaCl2/1 wird der den CaSO4-Pegel drückende Infekt zu gering.
  • Alischt man die CaCl2-haltigo Umlauflösung mit der CaSO4-reichen Frischlösung, so erhält man ohne Impfkristalle eine Lösung, die trotz Rührens sehr lange klar bleibt. Durch Zugabe von Gipskristallen wird die Gipsübersättigung dagegen überraschend schnell abgebaut. Bei genügendem Impfgutangebot erfolgt der Abbau in einer Zeitspanne von weniger als 10 Minuten. 10 Minuten bis 40 Minuten waren bei Versuchen stets ausreichend.
  • Bei Verwendung eines einfachen Rührwerkes braucht man im Durchstromverfahren längere mittlere Verweilzeiten. Eine wesentliche Verbesserung bringt schon eine 2-stufige Kaskade RKI.
  • Bei 20 bis 80 g Gips-impfkristalle/l Rührwerksfüllung in der Kaskade reichen 15 Minuten mittlerer Verweilzeit, um bei dem kontinuicrlichen Gipskristallisieren auf einen ausreichenden Abbau der Übersättigung zu kommen. Ilat die Mischung aus Umlauflösung und Frischlösung einen CaCl2-Cehalt von 40 g/l, dann erreicht man nach dieser Zeit eins Restgehalt von 0,75 bis 0,9 g CaSO4/l.
  • Überraschenderweise beeinflussen weder der pH-Wert noch die Anwosenhait feinstteiliger Jlydroxide die Gipsausrührung wesentlich.
  • Deshalb wird gleichzeitig mit der Gipskristallisation die Fällung von Magnesium-, Aluminium- und Eisenionen durch Kalkmilch in der Kaskade RK durchgeführt. Mit dem Kaskadenüberlauf werden Gipskristalle und die Hydroixde ausgetragen. Aus dieser Suspcnsion wird zunächst der relativ grobe Gips durch einen Klcinklarer KK oder Ilydrozyklon abgetrennt. Ein Teil des Gipscs wird als Impfgut I in die Kaskade RK zurückgeführt.
  • Der Rest des Gipses wird mit dem Überlauf zusammen dem größeren Klarer zugeführt, in welchem er sich zusammen mit den Ilydroxiden als Klärschlamm absetzt Der Schlamm wird abgezogen, gewaschen, und verworfen.
  • Die geklärte Lösung wird mit Salzsäure neutralisiert. Sie tritt mit einer Temperatur TKE, die nahe an TA2 liegt, in den ersten Wärmerückgewinnungskondensator OK1 der mehrstufigen Entspannungsverdampfung ein. Durch die Wärmerückgewinnung tritt die Lösung mit TOK aus OK, in den Enderhitzer. Dort erreicht. sie TE. Mit dieser Temperatur tritt sie in die Entspannungsverdampfer ein.
  • Sie durchläuft die Entspannungskörper V1 bis Vn und VII 1 bis untcr Wasserverlust und Abkühlung. In einem der letzten setzt KCl-Sättigung ein. Zwischen diesem und dem voraufgehenden wird das reine NaCl von der Lösung abgetrennt, zuerst mit etwas Frischlösung und dann mit Wasser gewaschen. Das gedeckte Natriumchlorid-Kristallisat erfüllt hinsichtlich seines Gehalt es an Erdalkalien und Sulfat Bedingungen, die an Elektrolysesalz gestellt werden.
  • In den letzten Stufen fäLlt Ifaliumchlorid an, das nach Decken mit wenig Wasser > 60 % K2O erreicht. Dieses Kristallisat wird aus der TA2° warmen Lösung beim Verlassen des Entspannungskörpers V11 m abgetrennt. Vereint mit dem eventuell beim Thermostatisieren der Frischlösung auf TA2 kristallisierten Kaliumchlorid, stellt dies das gewonnene Kaliprodukt dar.
  • ')ic Decklösung vom Kaliumchlorid DLK wird unmittelbar der IJmlauflösung wieder zugesetzt. Das Natriumchlorid wird zwecks Rückgewinnung anhaftenden CaCl2 zunächst mit wenig Frischlösung gewaschen. Das Filtrat geht ebenfalls unmittelbar in den Kreislauf zurück. Anschließend wird das Salz jedoch noch mchrstufig mit Wasser gewaschen. Das Filtrat DLNa dieser Auswaschung wird wegen seines geringen KCl-Gehaltes nicht direkt in die Umlauflösung cingespoist sondern zur Verdrängungswäsche des Sclulammes aus dem Klarer der Gips- und Hydroxidfällung vcrwendet. Die Schlamm-$Waschlösung SWL, die mit KCl angereichert ist, wird dann der Gipskristallisierkaskade RIC zugeführt.
  • die Umlauflösung, die V11 m verlassen und den KCl-Salzabscheider passiert, hat, kehrt wieder zur Gipskristallisierkade RK zurück. Hier wird nach Maßgabe des Wasserverdampfes beim Durchlauf durch die Entspannungsverdampfung und dem übrigen Wasserhaushalt cntsprechend der Fehlbetrag durch die thermostatisicrtc Frischlösung ergänzt.
  • Der Kühlwasserhaushalt ist so einzurichten, daß die Endtemperatur TA2 in den wärmetechnischen Verlust stufen jeweils über längere Zeiträume praktisch konstant gehalten wird. Dadurch, daß die Frischlösung erfindungsgemäß in Gegenwart von Kristallisat auf TA2 thermostatisiert wird, ändert sich die Zusammensetzung der Lösung, die in OKi eintritt, insbesondere im KCl-Gehalt praktisch nicht. Demzufolge setzt die KOl-Abscheidung immer an der gleichen Stcllc ein. Als Beispiel zeigt die Abbildung das Einsetzen der KCl-icristallisation im auf VII 1 folgenden rJntspannungskörper im wärmetechnischen Verlustabschnitt. Deshalb wird hier das NaCl aus der Lösung unmittelbar bei Verlassen des Körpers VII 1 abgetrennt. Eine Meßsonde prüft den KCl-Gehalt dieses hristallisates Das Abfangen geringfügiger Schwankungen, die die Reinheit des NaCl-Produkts gefährden könnten, geschieht durch Veränderung der Kühlwasserverteilung auf die Verlustkondensatoren WK. Hierdurch wird die Tcmperaturvcrtcilung in den zugeordneten Entspannungskörpern gesteuert. Bei KWE tritt die Hauptmenge des Kühlwassers in den Kondensator WK1 (Die Kondensatoren WK1 bis WKm werden üblicherweise als Mischkondensatoren ausgeführt).
  • Vor dem Kondensator, welcher dem Entspannungskörper zugeordnet it, der gerade noch reines NaCl kristallisieren lit't, kann die bereits angewärmte Kühlwassermenge durch KWTA verringert werden. Setzt man hier statt der vollen Menge mir noch ctic reduzierte durch, dann steigt die Temperatur in den. letzten NaCl-Kristallisator, wodurch sich die Gefahr der KCl-Abscheidung vermindert.
  • Gelangt demgegenüber zuviel NaCl in das Kaliumchloridkri stallisat, dann wird zusätzliches Kühlwasser ZKW in den Kondensator geführt, der dem letzten NaCl-Kristallisator zugeordnet ist.
  • Dadurch steigt der Verdampfungsgrad an . Wird der Wasserstrom durch die vorgeschalteten Kondensatoren gleichzeitig vcrmindort, dann kristallisiert bei gleicher Austrittstemperatur TA2 reineres KCl. Die zusätzliches Wasserverdampfung kann zudem noch durch Nachheizen des letzten NaCl-Kristallisators Ocfördert werden.
  • Der Heizdampfverdbrauch wird gesenkt, wenn der einfache Enderhitzer durch einen Doppeleffekt-Enderhitzer ersetzt wird, vgl. Abb.2. Dieser besteht aus einer isotherm arbeitenden Verdampfvorstufe Vi, die bei TE verdampft, aus einem zusätzlichen Oberflächenkondensator ZK zwischen OICn und der Vorstufe Vi und einem Brüdenkompressor BK, welcher den Brüden aiis der Vorstufe V. so verdichtet, daß damit die Umlauflösung in ZK von TOK auf To erhitzt werden kann, wobei To # Te Vi wird mit Heizdampf D aus der Zentrale versorgt. Die Unlaufsole strömt von Olc durch ZK dann durch Vi, um von dort mit TL in die Entspannungsverdampfung einzutreten.
  • Der Ersatz des Enderhitzers durch den Doppeleffekt-Enderhitzer erhöht den Eindampfgrad (bezogen auf einen Umlauf) bei gleichzeitiger Verbesserung der Heizdampfnutzung.
  • Durch den höheren Eindampfgrad verlagert sich die Stelle für die Nacl-Abtrchnung. Es wird jedoch nichts grundsätzlich geändert, weil nach wie vor die Hauptmenge des Wassers durch die Entspannunsgverdampfung entzogen wird.
  • Aus der Beschrieibung des Verfahrens der Erfindung geht herver: 1. Durch die Thermostatisierung der angelieferten, verschieden warmen und daher auch verschieden konzentrierten Frischlösung in Gegenwart vorgelegten Kristallisates wird der Eintritt einer stets temperaturkonstanten Lösung gleichbleibender Zusammensetzung in den Verarbeitungsprozeß sichergestellt.
  • 2. Durch Nutzung des physikalisch-chemischen Effcktes eines gleichionigen Lösungspartners in der Umlauflösung wird der mit der Frischlösung eingetragene Krustenbildner beim Mischen mit der Umlauflösung in Gegenwart von Impfkristallen ausgerührt. Ein Chemikalienverbrauch zur Fällung desselben wird dadurch vermieden.
  • 3. Das Vorfahren der Erfindung liefert Kristallisate, die nicht mehr in störender Weise durch den Krustenbildner verunreinigt sind.
  • 4. Das Verfahren der Erfindung erlaubt, die wärmetechnischen Vorteile der Entspannungsverdampfung auch auf die fraktion icrtc Kristallisation zu übertragen.
  • 1. Beispiel: Verarbeitung von sylvinitischer Frischlösung auf NaCl und KCl; Zeichenerklärung Zelauflösung vor der Thermostatisierung LZ (Frischlösung) Zulauf nach der Thermostatisierung Lth ( " ) Lösung beim Eintritt in die Oberflächenkondensatoren LK (Umlauflösung) Lösung beim Verlassen der isotiiermen Vorstufe mit Brüdenkompression LBK ( " ) Lösung beim Eisetzen der NaCl-Kristallisation LNaCl ( " ) Lösung beim Einsetzen der KCl-Kristallisation LKCl ( ) Lösung beim Austritt aus der Entspannungsanlage LA2 ( " ) Relativer Eindampfgrad (kg H2O-Entz./kg urspr. H2O) E Relativer Eindampfgrad in der isoth. Vorstufe EBK Rel. Eindampfgrad bis zum Eintritt der NaCl-Krist. ENaCl Rel. Eindampfgrad bis zum Eintritt der KCl-Krist. EKCl Rel.Eindampfgrad bis zum Verlassen der Anlage Entspannungsstufen mit Oberflächenkond. im Wärmerückgewinnungsabschnitt n = 7 Doppeleffektenderhitzer mit BK-Vorstufe BK Temperatur d.Lsg. vor der Thermostatisierung TZ Temperatur d.Lsg. nach der Thermostatisierung Tth = TA2 Temperatur d.Lsg. vor den Oberflächenkond. TK Temperatur d.Lsg. nach den Oberflächenkond. TOK Temperatur d.Lsg. nach dem Zwischenkondensator TO (BK-Vorstufe) Eintrittstemp.i.d.Entspannung TE Austrittstemp. aus Vn TA1 Austrittstemp. hinter der Entsprannung TA2 Kenndaten der verwendeten Vorrichtung: Wärmerückgewinnungsstufen 7 Doppeleffekt-Enderhitzer mit Isothermverdampfer und Brüdenkopression auf Zwischenkondensator.
  • TZ = 45°C TE = 116°C TK = Th = TA2 Tth = 33°C TOK = 89,5°C TA1 = 57,5°C T0 = 113°C TA2 = 33°C Siedepunktserhöhung I = 8,4 bis 9,5°; #OK = 9° + 7° = 16°; #MK = 11,5° EBK = 0,0471 EBK = 0,083 Eintritt d. NaCl-Sätt. bei TNaCl = 95,2°C NKCl = 0,1590 Eintritt d. KCl-Sätt. bei TKCl = 47,7°C EA2 = 0,1803 Dampfnutzungsfaktor (real) RDreal = 3,64 t H2O-Verd./t Heizdpf.
  • Zusammensetzung der Lösungen LZ = (212 g KCl + 288 g NaCl + 1,2 g CaCl2*) + 3,3 g CaSO4 + 1000 g H2O), # = 1,2446 Lth = (182,2g KCl + 293,6g NaCl + 1,2 g CaCl2 + 3,3 g CaSO4 + 1000 g H2O), # = 1,2430 LK = (171,5g KCl + 257,0g NaCl + 47,7 g CaCl2 + 0,94g CaSO4 + 1000 g 1120), X LBK = (180,0g KCl + 270,0g NaCl + 50,0 g CaCl2 + 0,99g CaSO4 + 1000 g H2O), #= 1,207 LNaCl = (187,0g KCl + 280,3g NaCl + 52,0 g CaCl2 + 1,03g CaSO4 + 1000 g H2O), = 1,229 LKCl = (204,0g KCl + 246,5g NaCl + 56,7 g CaCl2 + 1,12g CaSO4 + 1000 g H2O), #= 1,2487 LA2 = (169,0g KCl + 249,0g NaCl + 53,3 g CaCl2 + 1,15g CaSO4 + 1000 g H2O), # = 1,2485 *) Wegen des späteren Umsatzes MgCl2 + Ca(OH)2 # CaCl2 + Mg(OH)2 MgCl2 in LZ schon auf CaCl2 umgerechnet.
  • Kristallisate: KCl-Rohkristallisat: 57,5 bis 58 % K2O KCl-Produkt nach dem Decken und Trochnen: 62 % K2O KCl-Ausbeute 97,5 % NaCl nach 2 Wasch- und 1 Verdrängungsstufe und nach dem Trocknet 99,6 % NaCl 0,3 % KCl (im Kristallgitter rd. 0,2 %) 0,03 % Ca-Salze 0,05 % in H2O Unlösl.
  • Ausbeute: 96,5 % Ausfuhr an CaSO4#2H2O-Schlamm: ca. 0,1 t/t K2O Verdampfung: Theoretischer Wasserverdampf: 7,5 t H2O-Verd./t K2O tatsächl. Verdampf d. Deck- u. Waschwässer: 8.2 t H2O-Verd./t Heizdampfverbrauch: 2,25 t D/t K2O 2. Beispiel: Trennung von K2CO3 und Na2CO3 Bei einem Verfahren zur Gewinnung von KHCO3 bzw. K2CO3 fällt eine Lösung an, die bei 20°C an KHCO3 und NaHCO3 nahezu gesättigt ist und als Krustenbildner primäres Magnesiumcarbonat enthält.
  • Als primäre Carbonate lassen sich die des Kaliums und des Natriums durch Eindampfen nicht getrennt kristallisieren wohl aber als sekundäre. Deshalb besteht die Umlauflösung im Entspannungsverdampf-Kreislauf aus konzentrierter Lös@ von K2CO3 und Na2CO3.
  • Die Frischlösung wird in Gegenwart von NaHCO3 auf 35 bis 40°C thermostatisiert. Sodann wird wie in Gegenwart von stabilem MgCO3 mit der Umlauflösung nach Maßgabe der Wasserverdampfung gemischt und gerührt, wobei MgCO3 ausfällt.
  • Die Mischlösung gelangt nach Vorwärmung in den Verdampfer in welchem noch nichts kristallisiert, die primären Cabo nate jedoch weitgehend in sekundäre übergehen. In den nach folgenden Entspannungsstufen kristallisiert zuerst K2CO3 die Sättigungskonzentration für Na2CO3 erreicht wird. Nach Abtrennung der Pottasche wird die Soda kristallisiert. An folgenden Lösungen kann man das Verhalten der Sättigungskonzentrationen der beiden simultan gelösten Salze als Temperaturfunktion abschätzen: L60° = (875 g K2CO3 + 168 g Na2CO3 + 1000 g H2O), # = 1,551 L25° = (937 g K2CO3 + 141 g Na2CO3 + 1000 g H2O), # = 1,569

Claims (12)

  1. Patent ansprüche 1. Verfahren zur getrennten Gewinnung von verschiedenen Kristallisaten, deren Temperaturkoeffizient dr Löslichkeit stark unterschiedlich ist,aus Lösungen mit Krustenbildnern durch Ent spannungsverdamp£ung, dadurch gekennzeichnet, daß in der Umlauflösung ein solcher Gehalt an einer in Bczug auf den Krustenbildner die Löslichkeit vermindernden, sich dabei aber nicht verbrauchenden Substanz aufrecht crhalten wird, daß die Krustenbildung vermieden wird, und die einzudampfende Frischlösung in Kontakt'mit zugeführten oder gebildeten Kristallisaten bei einer im Eindampfkreislauf sich einstellenden Temperatur thermostatisiert und vom I(ristallisat getrennt und danach nach Maßgabe des bei einem Umlauf aus der Umlauflösung verdampften Wassers mit der Umlauflösung gemischt und in Kontakt mit zugeführtem Impfgut von der Art des Krustenbildners und gegebenenfalls zusätzlichen Fällmitteln für die übrigen Verunreinigungen gcrührt und danach geklärt wird, und die bis auf den unschiidlichen Restgehalt vom Krustenbildner befreite Mischlösung praktisch konstanten Gehaltes an derjenigen Substanz mit dem größten Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit die Oberflächenkondensatoren der Vorwärmung und den Enderhitzer durchläuft, dann in die in Reihe geschalteten Entspannungs verdampfer eintritt, wo ihr von Stufe zu Stufe eine bcstimmte Wassermenge entzogen und dadurch gleichzeitig ihre Temperatur gesenkt wird, und bei Eintritt der verdampf- und temperaturabhängigen Sättigung an der Substanz mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit die bis dahin kristallisierte Substanz mit dem niedrigeren Temperaturkoeffizienten von der Umlauflösung abgetrennt und die Umlauflösung bis zum Erreichen der tiefstmöglichen Temperatur im Kreislauf entspannt wird, so daß die andere Substanz mit dem größeren Temperaturkoeffizienten der Löslichkeit bis zum Gleichgewicht bei dieser Temperatur kristallisicrt, danach dieses Kristallisat von der Umlauflösung abgetrennt, und die Umlauflösung nach erneuter Wasserergänzung durch zugeführte rrischlösung und Ausrührung des Krustenbildncrs dem Eindampfkreislauf wieder zugeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Thermostatisierung der Frischlösung auf eine Temperatur, die an einem Orte des stationär arbeitenden Eindampfkreislaufes auftritt, durch wärmetechnische Kopplung des zur Thermostatisierung vcrvendeten Wnrmetauschers an den Lindampfkreislauf erfolgt.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß kleine Schwankungen in der Lage des Punktes, an welchem das eine Isristallisat gerade noch allein fjjllt, bevor das andere kristallisiert, durch Temperaturregelung an dem letzten Entspannungsverdampfer vor der Abtrennstelle des ersten Kristallisates über die Kühlmittelregelung und/oder Nachheizung aufgefangen werden.
  4. 4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, d a d u r not, daß die Enderhitzung der vorgewärmten Umlauflösung durch Kondensation des durch Brüdenkomprossion auf ein höheres thermodynamisches Niveau angchobenen Brüdens aus der isotherm durch Wärmezufulir durch Kondensation von Ilcitdampf durchgeführten Verdampfung von Wasser aus der Umlauflösung in einem Oberflächenkondensator erfolgt der von der vorgewärmten Umlauflösung vor dem Eintritt in die isotherme Vorverdampfung durchflossen wird.
  5. 5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnot, daß einc durch Lösungsabbau von Sylvinit mit Wasser oder vordiinnten Lösungen erhaltene, mchr oder weniger an KCl und NaCl gesättigte Lösung, welche neben Calciumsulfat auch noch Mengen an Magnesiumsalzen enthält, erst in Gcgenwart eines vorgelegten Kristallbettes aus KCl thermostatisiert, dann geklärt und danach mit der Umlauflösung gemischt wird, und aus der Mischlösung Gips ausgerührt und Magnesiumhydroxid ausgefällt werden.
  6. 6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet1 daß Sylvinitlösung, deren Temperatur höher als dicjenige der Umlauflösung an der temperaturniedrigsten Stelle des Kreislaufes ist, zur Thermostatisierung auf die Temperatur der Umlauflösung an dieser Stelle einen oder nehrere Entspannungsverdampfer mit vergelegtem KCl-Kristallbett durchläuft, deren Temperatur durch die Kopplung mit Kondensatoren des Eindampfkreislaufes, deren Kühlwassermenge und/oder -temperatur variabel ist, gestevert wird.
  7. 7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis, 6 d a d u r c h g e k e n n z e i c h -not, daß in der Umlauflösung durch Zufuhr mit der Frischlösung, durch chemische Itenktion und durch Verdampfung im Ausgleich zu den CaCl2-Verlusten nach dem Austritt aus der letzten Entspannungsstufe und der KCl-Abtrennung $CaCl2-Gehalt von 30 bis O g CaCl2/1, vorzugsweise von 45 bis 55 6 CaCl2/1 eingestellt wird.
  8. 8. Verfahren nach den Anspriichen 1 bis 7, dadurch goiconnzeichnet, daß die thermostntlsicrte Frischlosung der abgekühlten und vom KCl-Kristallisat befreiten Umlauflösung nach Maß gabe des bei dem Umlauf durch die Verdampfer verdampften und des mit den Kristallisaten und Schlämmen ausgetragenen Wassers bei Gegenwart von Gips- Impfkristallen in einem uhrwerk zugemischt wird.
  9. 9. Vorfahren nach Anspruch n, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischlösung aus thermostatisicrtcr sylvinitischor Frischlösung und aus Umlauflösung zusammen mit den Gips- Impfkristallen durch eine Rührwerkskaskade geführt wird, und die mittlere Verweilzeit diesor Mischlösung in der ührworkskaskado 10 bis 40 Minuten, vorzugsweise 15 Minuten beträgt.
  10. 10. Verfahren nach den Ansprüchen 8 und 9, dadurch gckennzeichnet, daß während der Gipsausrührung Kalkmilch zum gleichzeitigen Fällen der Magnesium-Ionen als Mg(OH)2 aus der Mischlösung aus sylvinitischer Frischlösung und aus Umlauflösung in das Rührwerk oder die Rührwerkskaskade eingespeist wird.
  11. 11. Verfahren nach den Ansprüchen 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Klärung der Suspension von Gips, Magnesium- und anderen -hydroxiden in der Mischlösung derart geschieht, daß zunächst der grobe Gips abgetrennt wird, von welchem eine Teilmenge als ImI>fgut in die Gipsausrührung zurückgetührt wird, dann der Rest der ungeklarten Mischlösung wieder zugegeben und zuspannen mit dem Hydroxid-Schlamm durch Erhöhung der Verweizeit für die Sedimentation oder durch Filter aus der Mischlösung praktisch vollständig herausgeklärt wird.
  12. 12. Vorfahren nach den Ansprüchen 10 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischlösung nach der Gipsausrührung, der Fällung von Mg(OH)2, und anderer Hydroxide und nach der Klärung mit IICl neutralisiert wird.
    13b Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Waschlösung, die beim Waschen und Decken des Naql-Kristallisates entsteht, zum Waschen des Gips-Mg(OH)2-Schlammes aus der Klärstufe der Gipsausrührung und der Mg(OH)2-Fällung aus der Mischlösung aus Frisch- Stand aus Umlauflösung verwendet wird,
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