DE2218223C2 - Verbundleiter und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Verbundleiter und Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Description
60
Die Erfindung betrifft einen Vcrbundleiter gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein
Verfahren zur Herstellung dieses Verbundleiters gemäß b5
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 2.
Aus der DE-OS 19 17 084 und der GB-PS 11 78 115
sind Leiter bekannt, bei denen ein supraleitendes Metall in eine Matrix aus einem bei tiefen Temperaturen
normal leitenden zweiten Metall mit sehr guter Leitfähigkeit eingebettet ist, wodurch erreicht werden
soll, daß bei einem plötzlichen lokalen Zusammenbruch der Supraleitung die nunmehr schlecht leitende Stelle
durch das zweite Metall kurzgeschlossen wird.
Aus der DE-OS 16 65 235 ist ein Leiterstab mit mehreren getrennten supraleitenden Leiteradern innerhalb
eines aus normal leitendem Metall bestehenden Körpers bekannt, wobei der Leiterstab in Form einer
Röhre vorliegen kann, bei der in einen Hohlzylinder aus normal leitendem Metall (Kupfer) dünne Drähte einer
supraleitenden Legierung eingelagert sind.
Aus der DE-OS 15 40 536 ist ein Verfahren zur Herstellungeines kryoleitenden Bündeldrahtes bekannt,
bei dem mehrere dünne, gegenseitig isolierte Fasern aus einem kyroleitenden Metall in eine benachbarte,
schlecht leitende Metallschicht eingebettet werden. Die Fasern werden vor dem Einbetten in die schlecht
leitende Metallschicht so geflochten und verdrillt, daß jede Faser im Verlauf der gesamten Länge des
Bündeldrahtes etwa gleiche Strecken jeder Lage innerhalb des Bündeldrahtes einnimmt, und die Fasern
und die benachbarten Metallschichten werden metallurgisch miteinander verbunden. Bei den bekannten
Kryoleitern erfolgt die Kühlung üblicherweise dadurch, daß die Außenflächen der Kryoleiter gekühlt werden,
was jeaoch für viele Anwendungszwecke noch nicht vollständig befriedigend ist.
Aus der DE-AS 14 90 527 ist ein supraleitender Verbunddraht bekannt, der aus dünnen, parallel
zueinander und zur Längsachse des Verbunddrahtes verlaufenden, gegenseitig isolierten Fasern aus supraleitendem
Metall, deren Durchmesser die Eindringtiefe magnetischer Felder in einen kompakten Körper aus
dem supraleitenden Metall nicht wesentlich übersteigt, aufgebaut ist. Bei einem Supraleiter wird üblicherweise
eine Anzahl von feinen Fasern aus supraleitendem Metall in eine Matrix aus einem normal leitenden Metall
wie Kupfer eingebettet. Im wesentlichen wird der Strom in einem supraleitenden Verbunddraht durch die
supraleitenden Fasern geführt, wenn sich der Verbunddraht im supraleitfähigen Zustand befindet. Das normal
leitende Metall dient als Träger- oder Matrixmaterial der feinen supraleitenden Fasern und wirkt als Leiter,
wenn der Verbunddraht vom supraleitenden in den nicht supraleitenden Zustand übergeht. Durch den
Aufbau des aus der DE-AS 14 90 527 bekannten Verbunddrahtes sollen Wechselstromverluste so weit
wie möglich vermieden werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Verbundleiter gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 zur
Verfügung zu stellen, der eine wirksame Kühlung von z. B. Spulenwindungen ermöglicht, bei dem Wirbel- bzw.
Querströme über den gesamten Leiter wirksam verhindert werden können und bei dessen Herstellung
eine besonders effektive Materialausnutzung möglich ist.
Diese Aufgabe wird durch den im Patentanspruch 1 gekennzeichneten Verbundleiter mit Hohlleiterstruktur
gelöst.
Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung besteht in dem im Patentanspruch 2 gekennzeichneten Verfahren
zur Herstellung des erfindungsgemäßen Verbundleite rs.
Die Wand der Röhre kann alternativ aus einer Anzahl von Fasern des ersten Metalls in einer Matrix aus dem
zweiten Metall gebildet sein.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindvngsgemäßen
Verfahrens wird eine Anzahl von Röhren aus dem zweiten Metall, die ein Bauelement aus
dem ersten Metall enthalten, zu dem Verbundhohlleiter zusammengestapelL Bei dieser Ausfuhrupgsform haben
die Röhren vorzugsweise hexagonale Form, und jedes Bauelement hat einen solchen Querschnitt, daß es in die
entsprechende Röhre hineinpaßt.
Die Innen- und/oder die Außenseite des Verbundhohlleiters kau« mit einer Schicht eines Metalls mit
höherem elektrischem Widerstand, vorzugsweise des zweiten Metalls, das mit der Hohlleiterwand metallurgisch
verbunden wird, versehen werden.
Das zweite Metali kann ein nichtferromagnetisches Metall sein.
Der Anteil des zweiten Metalls in dem Verbundleiter beträgt vorzugsweise weniger als 5OGew.-°/o und
insbesondere weniger als 10%.
Der Widerstand des zweiten Metalls betrag, vorzugsweise mindestens das lOfache und insbesondere
mindestens das 40fache des Widerstandes des ersten Metalls. Diese Verhältnisse gelten bei Umgebungstemperaturen,
während im Fall der Verwendung des Verbundleiters bei sehr niedrigen Temperaturen,
beispielsweise bei Kühlung mit flüssigem Stickstoff oder flüssigem Helium, ein größeres Verhältnis zwischen den
Widerstandswerten des zweiten und des ersten Metalls vorliegt. In einer solchen gekühlten Umgebung beträgt
der Widerstand des zweiten Metalls vorzugsweise mindestens das 2000fache des Widerstandes des ersten
Metalls.
Vorzugsweise ist ferner das erste Metall Kupfer und das zweite Metall eine Legierung aus Kupfer mit 2 bis
30Gew.-% Nickel, eine Titanlegierung oder eine Legierung aus Nickel mit 10 bis 30 Gew.-% Chrom und
vorzugsweise mit 20 Gew.-% Chrom.
Vorzugsweise wird das Strecken in Längsrichtung am Anfang durch Strangpressen durchgeführt. Weiterhin
wird das Strangpressen vorzugsweise bei einer erhöhten Temperatur, typischerweise zwischen 250 und
1000° C, du rchgef ü h rt.
Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher
erläutert.
F i g. 1 zeigt einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Verbundhohlleiters.
F i g. 2 zeigt eine vergrößerte Ansicht eines ^eMs des
Verbundhohlleiters nach F i g. 1.
Fig.3 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Verbundanordnung für die Herstellung der in Fig. 4
gezeigten Unteranordnung.
Fig.4 zeigt eine perspektivische Ansicht einer
gestreckten, stabförmigen Unteranordnung.
Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teils
einer Unieranordnung mit hexagonaler Form und
Fig. 6 zeigt einen Querschnitt eines weiteren erfindungsgemäßen Verbundhohlleiters.
In Fig. 1 und 2 ist ein Verbundhohlleiter veranschaulicht,
der normalerweise verwendet werden würde, wenn es erwünscht ist, Spulenwindungen zu kühlen,
beispielsweise bei Elektromagneten, Elektromotoren oder elektrischen Generatoren. Dieser Verbundhohlleiter
wird folgendermaßen hergestellt:
In die Außenwand eines Kupferzylinders werden
radiale Schlitze eingearbeitet, in die Streifen aus Kupfer-Nickel-Legierung eingesetzt werden. Die Anordnung
wird dann in eine Röhre aus Kupfcr-Nickel-Lcgierung
hineingebracht und evakuiert; die beiden Enden der Röhre werden mit einem Paar Kupferendplatten
abgedichtet (von denen eine einen Nasenstopfen enthält), und die Anordnung wird auf 450 bis 3700C
erhitzt und über einen Dorn extrudiert. Die Anordnung wird dann in Stücke mit etwa 60 cm Länge geschnitten,
und die Mitte der Stücke wird durch maschinelle Bearbeitung entfernt, um die Streifen aus Kupfer-Nikkel-Legierung
freizulegen. Eine innere Röhre aus Kupfer-Nickel-Legierung wird dann eingesetzt, und die
i<> Anordnung wird wieder evakuiert, abgedichtet, auf 450
bis 5700C erhitzt und wieder extrudieru
Die Endplatten werden dann entfernt, und die Anordnung wird zu einer Röhre mit den gewünschten
Abmessungen unter Verwendung eines feststehenden oder losen Ziehstopfens gezogen. Gemäß Darstellung
sind die Segmente 1 aus Kupfer die verbliebenen Teile des anfänglich verwendeten Kupferzylinders. Die
Zwischenwände 2 sind somit aus den in die Schlitze in dem Zylinder eingesetzten Streifen aus Kupfer-Nickel-Legierung
gebildet, und die innere und äußere Hülle 3
und 4 sind aus der anfänglich verwendeten inneren bzw. äußeren Röhre aus Kupfer-Nickel-Legierung gebildet.
Als erstes Metall kann auch Aluminium zusammen
mit bei Temperaturen von flüssigem Stickstoff »Isolato
ren« bildenden Kupferlegierungen als zweitem Metall verwendet werden, und ein Beispiel eines Verbundhohlleiters,
bei dem Aluminiumlitzen in einer 1% Zinn enthaltenden Kupfer-Zinn-Legierung verwendet werden,
ist in Fig. 6 veranschaulicht. Dieser Verbundhohl-
J" leiter wird folgendermaßen! hergestellt: Ein Aluminiumbarren
5 wird in eine Röhre 6 aus der Kupfer-Zinn-Legierung hineingebracht (Fi g. 3); dann werden Endplatten
aus Kupfer mit Elektronenstrahlen auf die Röhre 6 geschweißt, worauf der Innenraum unter Vakuum
s"' abgedichtet wird. Die Verbundanordnung wird dann auf
350—4500C erhitzt und zur Bildung einer metallurgischen
Verbindung zwischen der AuBcnröhre 6 aus Kupfer-Zinn-Legierung und dem Aluminium 5 extrudiert.
Die extrudierte Verbundanordnung wird dann zu einer stabförmigen Unteranordnung 7 gezogen (F i g. 4)
und abschließend durch ein hexagonales Gesenk geführt, um eine Unteranordnung 8 mit hexagonalem
Querschnitt zu bilden. Die stabförmige Unteranordnung 8 (Fig. 5) wird dann in kurze Stücke geschnitten und
j innerhalb zweier konzentrischer Röhren 11 und 12 aus
Kupfer-Zinn-Legierung gestapelt, wie dies in F i g. 6 gezeigt ist. Der innere Aluminiumdraht 9, der von einer
Matrix aus Kupfer-Zinn-Legierung umgeben ist, die durch benachbarte Wände 10 aus Kupfer-Zinn-Legie-
"'" rung gebildet wird, ist daher zwischen der inneren und
der äußeren Röhre 11 und 12 aus Kupfer-Zinn-L.egierung angeordnet. Die Anordnung wird wieder evakuiert,
abgedichtet, auf 350 bis 4500C erhitzt und zur Bildung einer Röhre extrudiert. Die Röhre wird dann
" gezogen, wobei feststehende oder lose Ziehstopfen zur
Bildung eines Verbundhohlleiters verwendet werden. Im Bedarfsfall kann dem Verbundhohlleiter bei seiner
abschließenden Hindurchführung durch eine Reihe von Gesenken ein rechteckförmiger oder quadratischer
w äußerer Querschnitt gegeben werden. Der Vorteil der
Verwendung von Aluminium als erstem Metall besteht darin, daß der erhaltene Verbundleiter einen sehr
niedrigen Widerstand bei Temperaturen um den Siedepunkt von flüssigem Stickstoff hat. Dies bedeutet.
daß er bei Temperaturen vorteilhaft verwendet werden kann, die relativ· leicht durch übliche nussigluftgeräte
aufrechterhalten werden können. Es ist natürlich weit einfacher, eine Temperatur von 7? K als eine Tempera-
tür von 4.2 K aufrechtzuerhalten, und flüssiger Stickstoff
kann als Kühlmittel im großtechnischen Maßstab verwendet werden. Die Verwendung von Aluminiumfasern
anstelle von Fasern aus hochreinem Kupfer ist auch dann besonders vorteilhaft, wenn der Verbundleiter bei
sehr niedrigen Temperaturen zu verwenden ist, da der Widerstand von hochreinem Aluminium von Raumtemperatur
bis etwa 4,2 K in stärkeren Maße abfällt als der Widerstand von hochreinem Kupfer in dem gleichen
Temperaturbereich. ι
Weitere Beispiele für das zweite Metall sind Hüttentitan, eine Legierung aus Titan mit 6 Gew.-% Al
und 4 Gew.-% V, eine Legierung aus Kupfer mit bis zu 50Gew.-% Nickel, eine Legierung aus Kupfer mit 5 bis
7 Gew.-% Zinn und 0,01 bis 0.02 Gew.% Phosphor, eine Legierung aus Kupfer mit 1 Gew.-n/o Mangan und
J Gew.-% Silicium, eine Legierung aus Kupfer mit IOGcw.-% Mangan und 2Gew.-% Aluminium, eine
Legierung aus Kupfer mit 2Gew.-% Nickel und 12Gew.-°/o Mangan, eine Legierung aus Kupfer mit
45 Gew.-% Nickel, 2 Gew.-% Mangan und 22 Gew.-% Zinn und eine Legierung aus Kupfer mit 27,7 Gew.-'Hi
Zink, 1,02 Gew.-% Zinn und 0,02 Gew.-% Eisen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verbundleiter mit einer Vielzahl von in Längsrichtung verlaufenden Fasern aus einem
nichtferromagnetischen ersten Metall (ilupfer oder
Aluminium) mit einem elektrischen Widerstand von weniger als 3 μ Ω/cm bei 00C, wobei jede Faser von
den anderen Fasern durch eine Schicht aus einem zweiten Metall getrennt ist, das bei Umgebungstemperatur
einen höheren elektrischen Widerstand als das erste Metall hat, und wobei die Fasern mit den
benachbarten Metallschichten und die benachbarten Metallschichten benachbarter Fasern metallurgisch
miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verbundleiter die Form einer Röhre hat, deren Wand abwechselnd durch sich in
Längsrichtung erstreckende Segmente aus dem ersten und dem zweiten Metall gebildet ist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Verbundleiters nach Anspruch 1, bei dem eine Vielzahl von in
Längsrichtung verlaufenden Fasern aus einem nichtferromagnetischen ersten Metall (Kupfer oder
Aluminium), das bei 0°C einen elektrischen Widerstand von weniger als 3 μ Ω/cm hat, zusammengefügt
wird, wobei jede Faser von den anderen Fasern durch eine Schicht aus einem zweiten Metall mit
einem höheren elektrischen Widerstand als dem des ersten Metalls getrennt wird, wobei eine Faser aus
dem ersten Metall mit einer Schicht aus dem zweiten Metall zur Bildung einer Unteranordnung umgeben so
wird, wobei die benachbarten Metallschichten benachbarter Fasern miteinander metallurgisch
verbunden werden und dann die Komponenten der Unteranordnung in Längsrichtung gestreckt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß die gestreckte Unteranordnung in eine Anzahl von Stücken
geschnitten wird und daß diese Stücke zu einem Verbundhohlleiter in der Weise ausgebildet werden,
daß dessen Wand eine Vielzahl von abwechselnden Segmenten aus dem ersten Metall ur>d dem zweiten -»o
Metall aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Anzahl von Röhren aus dem
zweiten Metall, die ein Bauelement aus dem ersten Metall enthalten, zu dem Verbundhohlleiter zusammengestapelt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Unteranordnung vor dem
Strecken in Längsrichtung in einem Behälter untergebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter aus dem zweiten Metall
gebildet ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Innen- und/oder
die Außenseite des Verbundhohlleiters mit einer Schicht des zweiten Metalls, das mit der Hohlleiterwand
metallurgisch verbunden w ird, versehen wird.
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