-
Drahtwalzgerüst mit fliegend gelagerten Walzen Die Errindung betrifft
ein Drahtwalzgerust mit fliegend gelagerten Walzen, bei dem die Walzenstützwellen
zwischen den Lagern Ritzel aufweisen, die von den Zahnrädern eines seitlich der
Ritzel angeordneten Kammwalsengetriebes angetrieben werden, und bei dex die Walzen
symmetrisch zueinander anstellbar sind.
-
Bei bekannten Walzgerüsten dieser Art (vgl. Iron and Steel Eng., Dez.
1969, Seite 65) sind die Walzenwellen in Laschen gelagert, die um die Kammwalzenachaen
schwenkbar sind. Dies schwenkbare Anordnung der Lagergehäuse bietet sich deshalb
an, Weil hierdurch die Ritzel der Walzenstützwellen bei vertikaler Anstellung kreisbogenförmig
um die Kammwalzen geführt werden, so daß der Zahneingriff nicht verändert wird.
Andererseits ergeben sich hieraus Schwierigkeiten mit der Anstellung. Die bei dem
bekannten Walzen gerüst verwen dete Keilanstellung hat beispielsweise den Nachteil,
daß der Walzdruck über eine ballige Druckplatte ar die Keilfläche geleitet wird,
was mit einem erhöhten Verschleiß der Keilfläche verbunden ist.
-
Dieser Nachteil wird bei einer anderen bekannten Gerüstbauart (vgl.
DT-OS 1 427 974) durch Verwendung liner Exzenteranstellung vermieden. Jedoch ist
auch diese Anstellung nicht befriedigend, weil durch die Exzenterbuchsen zusätzliche
Lose (Walzdruckübertragungsflächen) geschaffen werden, die eine Vergrößerung des
Walzensprungs bedeuten, Außerdem ergibt die Bewegung der Walsenstützwellen während
der Walzeneinstellung eine bogenförmige Bewegung der Ritzel gegenüber den Zahnrädern
des Kammwalzengetriebes, welche die Zahnräder bei größerem Anstellweg außer Eingriff
bringt.
-
Hierdurch sind bei den zunehmend gesteigerten Walzgeschwindigkeiten
nur verhältnismäßig kleine Anstellwege möglich.
-
Aus Gründen der optimalen Walzenausnutzung ist es jedoch erstrebenswert,
wenn die Walzen eines Gerüstes bis zu 8 % des Durohmessers nachgeschliffen werden
können. Bei den üblichen Walzen durchmessern von etwa 150 mm ergibt das für jede
Walze einen Anstellweg von 6 mm, was mit einer Exzenteranstellung kaum noch zu bewältigen
ist.
-
Aufgabe der Erfindung ist daher, die Walzenanstellung unter Verwendung
von Anstellkeilen derart zu verbessern, daß die eingangs genannten Verschleißerscheinungen
vermieden werden, und daß auoh bei Walzgeschwindigkeiten bis 70 m/seo Anstellwege
für eine Walze bis zu + 3 - ohne Verschlechterung des Zahneingriffs ermöglicht werden.
-
Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die Walzenstützwellen
während der Walzeneinstellung geradlinig zueinander und die Ritzel tangential zu
den Zahnrädern des Kammwalzengetriebes bewegt werden. Bei einem derart ausgebildeten
Walzgerüst mit synchronisierter oberer und unterer Keilanstellung, wobei die Einbaugehäuse
durch Kraftmittel gegen die Keile andrückbar sind, kann die Synchronisation nach
einem weiteren Merkmal der Erfindung dadurch vereinfacht und verbessert werden,
daß die Keile entlang der Verschiebefläche mit Zähnen versehen sind, die mit im
Gehäuse gelagerten Zahnradsegmenten zusammenwirken, wobei das angetriebene Zahnradsegment
mit dem zweiten Zahnradsegment über angesetzte Kurbelarme und eine Laschenstange
derart miteinander verbunden sind, daß die Keile jeweils in gleicher Richtung bewegt
werden.
-
Diese Synchronisationseinrichtung erfüllt den gleichen Zweck, wie
die beim bekannten Gerüst verwendete Synchronisation über Schneckenradmutter und
Schneckenwelle. Sie ist jedoch gegenüber dieser erheblich einfacher in der Herstellung
und Wartung.
-
In der Zeichnung ist ein Ausführungebeispiel der Erfindung dargestellt,
deren Einzelheiten in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden sollen.
Es zeigen Fig. 1 eine Vorderansicht auf das Walzgerüst unter Weglassung der Schutzhaube
und der Armaturen, Fig. 2 einen Querschnitt durch das Walzgerüst und das Kammwalzengetriebe
gemäß Linie II - II in Fig. 3 und Fig. 3 einen Längsschnitt durch das Walzgerüst
und Hauptgetriebe gemäß Linie III - III in Fig. 1.
-
Das in der Zeichnung dargestellte Drahtwalzgerüst besteht aus einem
Rahmen 1 mit Einbaugehäusen 2 und darin fliegend gelagerten Walzen 3. Dieses Drahtwalzgerüst
bildet mit mehreren, X-förmig hintereinander angeordneten anderen Drahtwalzgerüsten
eine Drahtfertigstaffel, wobei alle Gerüste an einem Getriebekasten 15 angeflanacht
sind. Die getriebliche Verbindung geschieht über ein Zahnrad 13, das aur einer Welle
12 sitzt, die aus dem Getriebekasten 15 herausragt, und Uber Zwischenräder 14 mit
einem nicht dargestellten Motor verbunden ist.
-
Wie aus Fig. 3 ersichtlich, bestehen die Walzen 3 hierbei aus kalibrierten
Hartmetallringen, die mittels konischer Ringe 6 und Gewindebüchsen 5 auf dem frei
tragenden Teil der Walzenstützwellen 4 befestigt sind. Die StUtzwellen 4 sind in
den Einbaugehäusen 2 in Lagern 7 und8 drehbar festgelegt. Zwischen den Lagerstellen
bei 7 und 8 befinden sich auf den Sttitzwellen 4 Ritzel 9, die von Zahnrädern 10
eines seitlich der Ritzel angeordneten Kammwalzengetriebes 11 angetrieben werden,
wobei das obere Zahnrad auf der aus dem Getriebekasten 15 herausragenden Welle 12
sitzt.
-
Die Einbaugehäuse 2 sind zueinander mittels einer Anstellvorrichtung
derart anstellbar, daß die Walzenstützwellen 4 geradlinig zueinander und die Ritzel
9 tangential zu den Zahnrädern 10 verschiedlich
sind. Der Anstellweg
ist hierbei so bemessen, daß die Walzringe 3 bei Verschleiß oft nachgeschliffen
und bis zu einer Durchmesserverkleinerung von 8 % eingesetzt werden können. Trotz
des relativ großen Anstellweges von + 3 mm ergibt sich eine derart kleine Vergrößerung
des Achsabstandes :wischen den Zahnrädern 10 und den Ritzeln 9, daß auch bei höchsten
Walzgeschwindigkeiten noch ein einwandfreier Zahneingriff gewährleistet ist.
-
Die Anstellung der Walzen erfolgt über Keile 16 und 28, die jewells
zwischen Einbaugehäuse 2 @@d dem Querhaupt 19 des Walzgerüstrahmens 1 liegen und
in Längsrichtung der Kelle 16 und 28 verschiebbar sind. Die Einbaugehäuse 2 werden
von Haken 18 hinterfaßt und mittels Spannzylinder 17 über die Keile 16 und 28 gegen
das obere und untere Querhaupt 19 gepreßt. Zur Verschiebung der Kelle 16 und 28
sind entlang der Verschiebefläche Zähne 20 vorgesehen, die mit den Zähnen 21 eines
im Querhaupt 19 gelagerten Zahnradsegmentes 22 zusammenwirken. Die Verdrehung des
Zahnradsegmentes 22 erfolgt über einen starren Hebel 23 und eine mit diesem verbundene
Spindel 24, die in einer Gewindebüchse 25 gerührt ist. Diese Gewindebüchse 25 ist
in einer mit dem Walzgerüstrahmen 1 verbundenen Platte 27 axial unverschiebbar gelagert
und läßt sich über einen Vierkantansatz 26 verdrehen.
-
Dieser Anstellmechanismus befindet sioh nur an dem oberen Keil 16.
-
Um den unteren Keil 28 gleichzeitig mit dem oberen Keil 16 und um
jeweils die gleichen Beträge verschieben zu können, ist das untere Zahnradsegment
29 über einen seitlich angesetzten Kurbelarm 30 mit dem aur der gleichen Seite befindlichen
Kurbelarm 31 des oberen Zahnradsegmentes 26 durch eine Laschenstange 32 verbunden.
Der untere Kurbelarm 30 befindet sich hierbei auf der anderen Seite der Drehachse
33 des Zahnradsegmentes 29 wie der obere Kurbel arm 30 im Verhältnis zu der Drehachse
34 seines Zahnradsegmentes 22, damit die Keile 16 und 28 jeweils in gleicher Richtung
bewegt werden. Um
die durch die Torsion der Drehachsen 33 und 34
bedingte kleine Verzögerung des Anstellen. des unteren Keiles 28 möglichst gering
zu halten, ist die Laschenstange 32 möglichst dicht an den Einbaugehäusen 2 vorbei
durch eine entsprechende Aussparung in der Wange 35 des Walzgerüstrahmens 1 geführt.
-
Zum Schutz der an der Vorderseite des Walzgerüstrahmens 1 vorstehenden
Flächen der Anstellkeile 16 und 28 ist eine Schutzhaube 36 vorgesehen, die dichtend
an der Vorderseite anliegt und gleichzeitig durch eine die Walzenstützwellen 4 umschließende
Schutzplatte 37 mittels elastischer Dichtringe 38 den Innenraum des Walzgerüstrahmens
1 nach außen abschließt. Die pichtringe 38 laufen hierbei in Nutringen 39, die guP
der Walzenstützwelle 4 sitzen, und sind zu den Innenflächen 40 der Nutringe 39 um
den Betrag des Anstellweges der Stützwalzen 4 verschiebbar.