DE2208315B2 - Verfahren zum elektrolytischen Far ben von anodisch erzeugten Oxidschichten auf Aluminium und Aluminiumlegierungen - Google Patents
Verfahren zum elektrolytischen Far ben von anodisch erzeugten Oxidschichten auf Aluminium und AluminiumlegierungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrolytischen Färben von anodisch erzeugten Oxidschichten
auf Aluminium und Aluminiumlegierungen durch Wechsel- und Gleichstrombehandlung in einem Metallsalze
enthaltenden sauren Bad.
Es ist bereits ein mit Wechselstrom arbeitendes Verfahren bekannt, bei dem Aluminium oder eine Aluminiumlegierung,
auf die ein anodisch erzeugter Oxidfilm aufgebracht ist, in einem Metallsalze enthaltenden
Elektrolyten der Wirkung eines Wechselstromes ausgesetzt wird, dessen Spannung 5 bis 75 Volt beträgt.
Bei diesem Verfahren zum Färben eines Oxidfilms werden die Metalisalze im Bereich der Ecken des Oxidfilms
niedergeschlagen, und auch bei gleichmäßigen Färbungsbedingungen kann eine gleichmäßige Färbung
nicht erreicht werden. Bei einem ebenfalls schon bekannten, mit Gleichstrom arbeitenden Färbeverfahren
sammelt sich an der Sperrschicht, die zwischen dem anodisch erzeugten Oxidfilm und dem Aluminiumgrundmetall
liegt, Wasserstoff an, so daß in dem Film Risse entstehen.
Es ist schließlich ein Verfahren zum elektronischen Färben von anodisch erzeugten Oxidschichten auf
Aluminium und Aluminiumlegierungen bekannt, bei dem eine Wechsel- und Gleichstrombehandlung in
einem Metallsalze enthaltenden sauren Bad erfolgt (deutsche Offenlegungsschrift 1 961 003). Auf dem mit
einem farbigen Schutzüberzug zu versehenden Gegenstand wird durch Anodisieren eine poröse Schicht gebildet,
die man mit einer dunklen Färbung versieht, indem in den Poren der Schicht durch Wechselstromelektrolyse
Teilchen in einer Metallverbindung ausgeschieden werden. Sodann werden die abgeschiedenen
Teilchen durch anodische Auflösung mit Gleichstrom so weit wieder aufgelöst, daß man die gewünschte
Färbung erhält. Nachteilig sind bei diesem Verfahren die hohen Wechsel-Spannungen von 10 bis 50 Volt,
vorzugsweise von 15 bis 25 Volt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile
der bekannten Verfahren, insbesondere des mit Wechsel- und Gleichstrom arbeitenden Färbeverfahrens,
zu vermeiden und es gleichzeitig zu ermöglichen, jede gewünschte Dichte der Färbung zu erzielen.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs erwähnten Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Gleichstrombehandlung unter kathodischer Schaltung bei einer Stromdichte von 0,2 bis 2 A/dm2 und die
Wechselstrombehandlung bei einer Spannung von 1 bis 5 Volt abwechselnd vorgenommen werden.
Der technische Fortschritt des ertindungsgemäßen Verfahrens gegenüber den bekannten Verfahren ist
einmal darin zu sehen, daß statt einer Wechselspannung von 10 bis 50 Volt wesentlich kleinere Wedisclspannungen,
nämlich son 1 bis 5 Volt benötigt werden und daß diese kleineren Spannungen ihrerseits das
Entstehen unerwünschter Risse in der Oxidschicht mit Sicherheit verhinder ι. Außerdem dienen die kleineren
Wechselspannungen dazu, die durch Gleichstrom bewirkte
Färbung gleichmäßig zu machen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden im folgenden an Hand von graphischen Darstellungen und
Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen
Fig. IA und IB einen Lichtreflexionswert Y als
i unktion der Zeit für einen Wechselstrom bzw. einen Gleichstrom und
F i g. 2 und 3 den Lichtreflexionswert Y für den Fall, daß die Spannung des Wechselstroms geändert
wird.
In F i g. 1A und 1 B ist die Beziehung zwischen dem
Verhältnis der Einwirkungszeiten des Wechselstroms und des Gleichstroms und der Farbdichte dargestellt.
F i g. 1A zeigt die erzielte Farbdichte für den Fall, daß die Spannung des Wechselstroms 5 V und seine Wirkungsdauer
5 Sekunden beträgt, während die Wirkungszeit des Gleichstroms bei einer Stromdichte von
0,5 A/dm2 variiert wird, wobei der Lichtreflexionswert Y der Farbwerte des genormten kolorimetrischen
CIE-Systems (X-Y-Z-Farbsystem) aufgetragen sind.
Es ist ersichtlich, daß die Verringerung des Lichtreflexionswertes Y, d. h. die Zunahme der Farbdichte,
auf die Verlängerung der einzelnen Einwirkungszeiten des Gleichstroms zurückzuführen ist.
In F i g. 1 B ist die Farbdichte, die erzielt wird, wenn die Einwirkungszeit des Gleichstroms mit einer Stromdichte
von 0,5 A/dm2 auf 3 Sekunden festgelegt ist, während die Einwirkungszeit des Wechselstroms von
6,0 V variiert wird, durch den Lichtreflexionswert Y der Farbwerte dargestellt. Man erkennt, daß die Zunähme
des Lichtreflexionswertes Y, d. h. die Abnahme der Farbdichte, auf die Verlängerung der einzelnen
Einwirkungszeiten des Wechselstroms zurückzuführen ist.
Es ist somit ersichtlich, daß man jede gewünschte Farbdichte erzielen kann, indem man das Verhältnis
zwischen den Einwirkungszeiten des Wechselstroms und des Gleichstroms entsprechend variiert.
F i g. 2 und 3 zeigen die Änderung des Lichtreflexionswertes Y bei der jeweiligen Farbdichte in Abhängigkeit
von der Änderung der Spannung des Wechselstroms unter den nachstehenden Bedingungen.
Färbungsbedingungen nach F i g. 2
Färbungszeit 4 Minuten
Gleichstromdichte 1,5 A/dm2
Verhältnis der Einwirkungszeiten
Gleichstrom 3 Sekunden
Gleichstrom 3 Sekunden
Wechselstrom 5 Sekunden
Färbungselektrolyt
Nickelsulfat 30 g/l
Nickelsulfat 30 g/l
SnSO4 15 g/l
6S Ammoniumchlorid 10 g/l
Schwefelsäure 7 g/l
Kresolsulfonsäure 8 g/l
Fäi biingshedingungen nach F _:. 3
ktrhungszeit 4 Minuier.
Cileichstromdichtc 0.5 Λ dm-
Verhälmis der Einw irkungszeiten
Gleichstrom 3 Sekunden
Wechselstrom 5 Sekunden
Färbimgselektrolyt
Nickelsulfai 100 g, I
Ammoniiimclilorid 10 g 1
Borsäure 3OgI
Die Kurven α und α in F ι g. 2 bzw. F i g. 3 veranschaulichen
die Änderung von Y in Abhängigkeit von der Änderung der Spannung des Wechselstroms unter
den obengenannten Bedingungen, und die Kurven b und b' veranschaulichen die Änderung von Y, die bei
dem bekannten Wechselstromtärbeverfahrer. während der gleichen Färbungsdauer von 4 Minuten und bei
Verwendung des gleichen vorstehend genannten Elektrolyten eintritt.
Die Kurve ö in F i g. 2 zeigt, daß die nahezu konstante
Dicke der gefärbten Schicht bei einer Erhöhung der \Vechselstromspannung gleichmäßig bleibt, während
die Kurve b für das bekannte Verfahren erkennen läßt, daß die Farbdichte unterhalb von etwa 7 V so
gering ist, daß sie für praktische Zwecke nicht ausreicht. Die Kurve ά in F i g. 3 zeigt, daß die Farbdichte
oberhalb von etwa 5 V für praktische Zwecke ungenügend ist, während die Kurve b' für das bekannte
Verfahren der Kurve b in F i g. 2 ähnelt und einen ähnlichen Nachteil erkennen läßt.
Gemäß den vorstehend behandelten Beispielen läßt sich somit eine gute Färbung im Bereich von etwa 1 bis
etwa 5 V erzielen, und hierin besteht ein wesentliches Merkmal der Erfindung.
Wird mit einer Spannung von etwa 5 bis 1 V gearbeitet und wählt man das richtige Verhältnis zwischen
den Einwirkungszeiten des Gleichstroms und des Wechselstroms entsprechend den an Hand von
F ig. IA und i B gemachten Angaben, läßt -ich somit
vorzugsweise in dem angegebener! Bereich der Behandlungsdauer jede gewünschte Farbdielne erzielen.
Der Unterschied zwischen den Kurven i/ Lind a' in
■ϊ F i g. 2 und 3 beruht auf dem Unterschied zwischen
den FärbungselektroKten. von denen der eine Schwefelsaure
und der andere Borsäure enthält. IH dem ersten Elektrolyten wird die Sperrschicht dünn, so d-ß
eine gute Färbung seihst im Bereich hoher Spannungen
in veil bis zu 9 V erzielt werden kann, wie es aus F i g. 2
ersichtlich ist. Der /weite Elektrolyt bewirkt keine dünne Sperrschicht, wodurch die Färbungswirkimg
bei höheren Spannungen über etwa 5 V beeinträchtigt wird.
Beim elektrolytischen Färben mit Gleichstrom hat sich eine Stromdichte im Bereich von 0.2 bis 2 Adnr
als geeignet erwiesen. Wire die Stromdichte geringer als 0,2 A dm-, wird nämlich eine Verlängerung der
Färbungszeit erforderlich, und wenn die Strorn-
dichte 2 A/dm2 überschre' -t, schält sich der Überzugsfilm
ab und wird unbrauchbar.
Im folgenden werden weitere Ausführungsbeispiele näher erläutert.
B e i s ρ i e I 1
Ein Blech, das zu 99% aus Aluminium besteht, wird in ein eine Temperatur vcn 20 C aufweisendes Bad
gebracht, das 15 Gewichtsprozent Schwefelsäure enthält und unter Benutzung einer Gegenelektrode aus
Blei 30 Minuten lang mit einer Gleichstromdichte von 1,5 A/dm2 anodisch behandelt. Das gleiche Blech wird
nach dem Abspülen in Wasser in eine wässerige Lösung von 200C gebracht, in der 150 g/l Nickelsnffat, 10 g/l
Ammoniumchiorid und 45 g/I Borsäure gelöst sind, wobei die Gegenelektrode aus Nickel besteht: die
Färbungsbehandlung unter der in der folgenden Tabelle angegebenen Bedingungen dauert 6 Minuten.
Als Ergebnis erhält man dicke, neutrale und dünne bronzefarbige Überzugsfilme von schönem Aussehen.
In dieser Tabelle sind auch die Farbwerte nach dem C. 1. E.-System angegeben; zu ihrer Ermittlung wurde
ein Farbdifferenzmesser benutzt.
Probe 1
Probe 2
Probe 3
Gleichstrom, 0,5 A/dm2 .
Wechselstrom, 4,5 V ....
Wechselstrom, 4,5 V ....
Y
5,10
5,10
3 Sekunden
5 Sekunden
X
5,00
5,00
Y
8,30
8,30
3 Sekunden
7 Sekunden
X
7,95
7,95
7,55
Y
9,84
9,84
3 Sekunden
9 Sekunden
X
9,52
9,52
Z
8,63
8,63
Es werden drei Bleche, die zu 99% aus Aluminium
bestehen, mit den Abmessungen 50 · 120 · 0,6 mm vorbereitet tir.d unter Verwendung einer Gegenelektrode
aus Blei 45 Minuten lang bei einer Stromdichte von 1,0 A/dm.2 der Wirkung eines Wechselstroms in
einer Lösung von 20°C ausgesetzt, die 10 Volumprozent Schwefelsäu-v enthält, um einen anodischen
Oxidfilm zu erzeugen. Die Bleche werden nach dem Abspülen in Wasser als Kathoden verwendet, wobei
die Gegenelektrode aus Kohlenstoff besteht; die Bleche werden unter den in der folgenden Tabelle genannten
Bedingungen abwechselnd einem Gleichstrom von 0,4 dm2 und einem Wechselstrom von
4,0 V ausgesetzt; der Elektrolyt von 300C enthält
15 g/I SnSO4, 30 g Nickelsulfat, 1,5 g/l Ammoniumchlorid,
12 g/l Kresolsulfonsäure und 20 g/l Schwefelsäure. Hierbei erhält man bronzefarbige Bleche mit
den in der folgenden Tabelle angegebenen Eigenschaften.
Probe 4 Probe 5
Probe 6
Gleichstrom, 0,4 A/dm2 ..
Wechselstrom, 4 V
Wechselstrom, 4 V
Y
4,22
4,22
4 Sekunden
3 Sekunden
X
4,05
4,05
7,17
4 Sekunden
5 Sekunden
X
6,76
6,76
6,74
Y
10,23
10,23
4 Sekunden
7 Sekunden
X 9,60
Z 9,96
Ein L-förmiges längliches Strangpreßprofil von 280 -70-25 mm mit einer Dicke von 2 mm wird unter
Verwendung einer Gegenelektrode aus Blei 30 Minuten lang einem Gleichstrom mit einer Stromdichte von
1,5 A/dm2 in einer 11 Volumprozent Schwefelsäure enthaltenden Lösung ausgesetzt, um einen anodischen
Oxidfilm zu erzeugen. Das Material wird nach dem Abspulen in Wasser unter den in der folgenden Tabelle
angegebenen Bedingungen abwechselnd einem Wechselstrom und einem Gleichstrom ausgesetzt; die wässerige
Lösung von 2O0C enthält 100 g/l Nickelsulfat
10 g/l Ammoniumchlorid und 30 g/l Borsäure. Die erzielten Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zu
sammengestellt, die auch Angaben über die Färbunj und den Zustand der Oxidfilme enthält. Die Färbunj
ist durch Symbole bezeichnet, wobei das Symbol (S einen etwas dicken bronzefarbenen Film, das Sym
bol M einen gewöhnlichen bronzefarbenen Film unc
das Symbol Δ einen Hunnen bronzefarbenen Film be
zeichnet. Der Zustand der Filmrisse ist angegeben mi R. E. = stark vorhanden, S. E. = schwach vornan
den, N. E. = nicht vorhanden.
| Gleichstrom A/dm2 |
Wechselstrom, V |
Färbungsdaucr, Minuten |
Färbung | Risse im Film | |
| 0 | 4 | Δ | R. E. | ||
| Gleichstrom 3 Sekunden |
0,4 |
2 {
« { |
4 6 4 6 |
OO OO | N. E. S.E. N.E. N.E. |
| 0 | 4 | O | R. E. | ||
| Wechselstrom 5 Sekunden |
0,6 | 2 { .5 { |
4 6 4 6 |
OO OO | S.E. R. E. N. E. N.E. |
| 0 | 4 | Δ | R. E. | ||
| 0,8 | 1 { | 4 6 |
O
® |
S.E. N.E. |
|
| ,5 { | 4 6 |
®
O |
N.E. S.E. |
||
| Gleichstrom 3 Sekunden |
\ { | 4 4 |
O
O |
N.E. N.E. |
|
| Wechselstrom 8 Sekunden |
i { | 4 4 |
O
O |
N. Ε Ν. E. |
|
| 0,4 j | |||||
| 0,6 | |||||
Die Fälle, in denen die Wechselspannung gleich Null ist, entsprechen der Anwendung des Verfahrens
mit intermittierendem Gleichstrom und sind lediglich zu Vergleichszwecken angegeben.
Wie aus den Beispielen 1, 2 und 3 ersichtlich, ermöglicht es das erfindungsgemäße Verfahren, die bei
bekannten Verfahren auftretenden Nachteile, d. h. das Entstehen von Rissen, eine ungleichmäßige Färbur
und die Schwierigkeiten bezüglich der Erzielung di gewünschten Färbung, zu vermeiden. Wenn man d
nach den Beispielen 1, 2 und 3 hergestellten gefärbt« Probestücke auf ihre Lichtechtheit untersucht, zeigt sich,
daß kein Verblassen der Färbung festzustell« isL
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- 2 208 135Patentanspruch:Verfahren zum elektrolytischen Färben \on anodisch erzeugten Oxidschichten auf Aluminium und Aliiminiumlegieriingen durch Wechsel- und Gleichstrombchandlung in einem Metallsalze enthaltenden sauren Bad. dadurch gekennzeichnet, daß die Gieichstrombehandlung unter kathodischer Schaltung bei einer Stromdichte von 0.2 bis 2 Adnr und die Wechsel>irombehandlung bei einer Spannung von 1 bis 5 Volt abwechselnd vorgenommen werden.
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Cited By (1)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |