DE2264193A1 - Verfahren zur herstellung von lysin enthaltenden peptiden - Google Patents
Verfahren zur herstellung von lysin enthaltenden peptidenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abschirmen von Aminogruppen
bei einer Peptidsynthese und insbesondere ein Verfahren
zur Herstellung von Lysin enthaltenden Peptiden, bei dem die endständige Aminogruppe während der zur Bildung des Peptids
führenden Kondensationen durch eine Pyridyl-h-methyloxycarbonyl-gruppe
abgeschirmt wird und diese Gruppe, nachdem das gewünschte Peptid erhalten ist, selektiv durch Zink in .Säure
abgetrennt wird.
Die Synthese von Peptiden, insbesondere Heteropeptlden, ist
ein Problem., das die Fachwelt seit langem beschäftigt. Die Produkte dieser Synthesen sind für die Synthese von Proteinen
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verwendbar. Einige von ihnen sind therapeutisch aktiv. Außerdem werden sie für Studium und Analyse von Proteinen und insbesondere
zur Aufklärung der Art der Wirkung von Enzymen, Hormonen und anderen Proteinen mit wesentlichen Körperfunktionen
verwendet.
Ein besonders schwieriges Problem ist die Synthese von Lysin enthaltenden Peptiden wegen der Anwesenheit einer weiteren
endständigen Aminogruppe, die Anlaß zu Nebenreaktionen geben kann. Meistens wird die endständige Aminogruppe mit einer
blockierenden Gruppe abgeschirmt, um zu verhindern, daß sie an der Peptidbildungsuniüetzung teilnimmt, und die abschirmende
Gruppe wird wieder abgetrennt, wenn das gewünschte Peptid gebildet ist. Es sind schon eine Anzahl abschirmende
Gruppen bekannt, die bei der Synthese von einen Lysinrest enthaltenden Peptiden verwendet werden können. Viele dieser
bekannten abschirmenden Gruppen sind aber nur schwer während der Endstadien der Synthese abzutrennen oder sind einigen
der im allgemeinen bei der Peptidsynthese verwendeten Reagenzien gegenüber instabil.
Von der zur Abschirmung der endständigen Aminogruppe von Lysin bei der Peptidsynthese verwendeten Gruppe ist zu fordern, daß
sie bei den zur Abtrennung blockierender Gruppen, wie t-Butyloxycarbonyl,
von anderen Teilen des synthetisierten Peptids angewandten sauren Reaktionsbedingungen stabil ist. Die
t-Butyloxycarbonyl-gruppe kann unter sauren Bedingungen, beispielsweise
durch Behandeln mit Trifluoressigsäure oder mit
Chlorwasserstoff in wasserfreiem oder wäßrigem Medium, abgetrennt werden. Die die endstandige Aminogruppe von Lysin abschirmende
Gruppe soll aber nicht nur unter diesen sauren Reaktionsbedingungen stabil sein, sondern soll auch vollständig
abgetrennt werden, ohne daß dabei andere Teile des Peptide,
angegriffen werden. Üblicherweise zur Abschirmung der funkt ioricllcn
endständigen Arrrinogruppe von Lysin verwendete Gruppen «inc!
Benzyl oxy carbonyl, Trifluoracetyl und p-Toluolsulfonyl. Die Β·.·η -
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-P- BAD ORIGINAL
zyloxycarbonyl-gruppe ist unter den zur Abtrennung der t-Butyloxycarbonyl-gruppe
angewandten Bedingungen nicht vollständig stabil, und es kommt infolgedessen zu einem Teilverlust der
endständigen Benzyloxyearbonyl-gruppe, sobald versucht wird, bei einer Peptidsynthese eine blockierende t-Butyloxycarbony1-gruppe
selektiv zu entfernen. Die Abtrennung der abschirmenden Benzyloxycarbonyl-gruppe von einem Lysin enthaltenden Peptid
kann durch Hydrieren in einem heterogenen System mit einem Edelmetallkatalysator erfolgen. Dieses Verfahren eignet sich
zwar für kleine Peptide; große Peptide haben jedoch eine stark zusammengerollte oder -gefaltete "tertiäre" Struktur, so daß
die abzutrennende Benzyloxycarbonyl-gruppe oft für den Katalysator nicht zugänglich ist. Außerdem ist die Entfernung der
Benzyloxyearbonyl-gruppen durch katalytisehe Hydrierung nicht nur dann ungenügend, wenn das Molekül zu groß wird; sondern
das Verfahren ist auch bei verhältnismäßig kleinen Molekülen dann nicht zufriedenstellend, wenn es sich um Schwefel enthaltende
Peptide, wie Peptide, die Methionin oder Cystein enthalten, handelt.
Eine blockierende Trifluoracetylgruppe kann auch zur Abschirmung
der endständigen funktionellen Aminogruppe von Lysin verwendet
werden. Die Abtrennung dieser blockierenden Gruppe erfolgt bei schwach basischen Bedingungen, beispielsweise in
wäßrigem Piperidin. Der Nachteil dieser blockierenden Gruppe besteht darin, daß viele zur Bildung von Peptiden führende
Kondensationen in schwach basischen Medien durchgeführt werden,
so daß es während der Peptidsynthese zu einem \^erlust an den
Trifluoracetylgruppen und damit zu unerwünschten Hebenreaktionen
kommt.
Die endständige Air.inogruppe von Lysin ist auch schon durch eine
p-Toluolsulfonylgruppe abgeschirmt worden. Diese Gruppe ist zwar
bei den zur Abtrennung der t -Butyl oxy carbonyl -gruppe und der Benzyloxycarbonyl-gruppe erforderlichen sauren Bedingungen stabil
,· die Abspaltung der p-Toluolsulfonylgruppe erfolgt aber zu
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gegebener Zeit durch Natrium in flüssigem Ammoniak,und diese
Bedingungen geben bei vielen Peptlden Anlaß zu unerwünschten Nebenreakt ionen.
Auch die Pyridyl-3-methyloxycarbonyl-gruppe ist schon zur Abschirmung
der endständigen,Aminogruppe von Lysin verwendet worden. Diese Gruppe kann durch katalytische Hydrierung oder durch
Natrium in flüssigem Ammoniak von Peptiden abgetrennt werden. Die Abtrennung durch katalytische Hydrierung ist bei kleinen
Peptiden möglich, eignet sich jedoch nicht für große Peptide oder für Schwefel enthaltende Peptide. Der Nachteil der Verwendung
von Natrium in flüssigem Ammoniak besteht, wie oben erwähnt, darin, daß die Abtrennung der blockierenden Pyridyl-3-methyloxycarbonyl-gruppe
von unerwünschten Nebenreaktionen begleitet ist.
Die gemäß der Erfindung zur Abschirmung der endständigen Aminogruppe
von Lysin verwendete Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe
hat gegenüber den oben erwähnten blockierenden Gruppen bestimmte Vorteile. Sie ist bei sauren oder basischen Bedingungen in
dem pH-Bereich von 0 bis 12 stabil, so daß es beispielsweise
möglich ist, sogar die Benzyloxycarbonyl-gruppe in Anwesenheit
des Pyridyl-4-methyloxycarbonyls beispielsweise mit wasserfreiem
Fluorwasserstoff selektiv zu entfernen. Die gemäß der Erfindung verwendete blockierende Gruppe ist auch in wäßriger oder
wasserfreier Chlorwasserstoffsäure bei Raumtemperatur stabil.
Obwohl die abschirmende Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe bei
den für die Peptidsynthese angewandten Reaktionsbedingungen stabil ist, kann sie bei reduzierenden Bedingungen, beispielsweise
durch Zink in Gegenwart von Säure, vollständig entfernt werden, ohne daß dadurch andere Teile des Peptidmoleküls angegriffen
worden.
Gemäß dem Verfahren der Erfindung wird die Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe
durch Umsetzen eines Lysin/Schwermetall-Kotr.plexes
mit Pyridyl-4-methylsuccinimld-carbonat in die
endständige Aminogruppe von Lysin eingeführt.
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Pyridyl^-methylsuceinimid-earbonat wird hergestellt, indem
man Succinimidochlorformiat, das nach bekannten Verfahren erhalten wird, mit 4-Pyridylcarbinol umsetzt. Die Umsetzung wird
durchgeführt, indem man das Succinimidochlorformiat, in einem organischen Lösungsmittel gelöst, einer Lösung des 4-Pyridylcarbinols
in einem organischen Lösungsmittel zusetzt. Die Umsetzung erfolgt in einem geeigneten Lösungsmittel, wie
Methylenchlorid, Chloroform, Äthylacetat und dergl., bei niedriger Temperatur, vorzugsweise zwischen -20 und O0C. Das
4-Pyridylcarbinol wird langsam unter Rühren zugesetzt, so daß verhindert wird, daß die Reaktionstemperatur auf über O0C
steigt. Die für diese Umsetzung verwendete Menge an Succinirr.idochlorformiat
soll etwas größer sein als die dem verwendeten 4-Pyridylcarbinol äquimolare Menge. Vorzugsweise wird
das Succinimidochlorforrniat in einem Überschuß von 1 bis 10 Mol-$ verwendet. Nach Beendigung der Zugabe des Pyridylcarbinols
wird ein tertiäres organisches Amin, beispielsweise N-Methylmorpholin, Triäthylamin oder Pyridin, bei O0C
zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wird bei einer Temperatur von
0 bis 50C rühren gelassen und dann nacheinander mit einer Säure,
beispielsweise Schwefelsäure, einer wäßrigen Base, beispielsweise Natriumbicarbonat, und dann mit Wasser extrahiert. Das
Pyridyl-4-methylsueeinimid-carbonat wird dann nach bekannten
Verfahren abgetrennt und gereinigt.
Der in dem Verfahren gemäß der Erfindung verwendete Metallkomplex
von Lysin wird hergestellt, indem man 1 Moläquivalent Lysin mit etwa 2 Moläquivalent eines Metallsalzes in einem
wäßrigen Medium umsetzt. Das Metallsalz ist ein Salz von Kupfer, Kobalt, Nickel, Aluminium und dergl. Der Lysin/Metall-Komplex
wird erhalten, indem man die Reagenzien in einem wäßrigen Medium miteinander vermischt, und kann für die nächste Stufe
des Verfahrens verwendet werden, ohne daß man ihn abtrennt oder reinigt.
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Die Herstellung yon N-8-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin erfolgt
durch Umsetzen eines Metallkomplexes von Lysin mit Pyridyl-4-methylsuccinimido-carbonat
in einem wäßrigen Medium. Die Umsetzung wird unter basischen Bedingungen, beispielsweise bei
einem pH von 7 bis 12, vorzugsweise bei einem pH von 10, durchgeführt.
Das pH des Reaktionsmediums wird durch Zugabe einer wäßrigen Base, beispielsweise 50/a-igem Natriumhydroxyd, auf
10 eingestellt. Das Pyridyl-4-methylsuccinimido-carbonat wird
langsam zugesetzt, während das pH durch Zugabe von Base bei 9*5 gehalten wird. Die Zugabe erfolgt bei einer Temperatur von
0 bis 4o°C, vorzugsweise 200C. Wenn der Verbrauch von Base aufgehört
hat, wird das pH durch Zugabe einer Säure, beispielsweise Essigsäure, auf 7>5 eingestellt, um den Metallkomplex
von Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin auszufällen, wonach der
Komplex abfiltriert werden kann.
Das freie Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin kann erhalten werden,
indem man das Metallsalz in Wasser oder wäßriger Säure, beispielsweise 10^-iger Essigsäure, mit gasförmigem Schwefelwasserstoff
umsetzt. Das Produkt kann nach an sich bekannten Verfahren, beispielsweise durch Abdampfen des Lösungsmittels
und Umkristallisieren, von dem Reaktionsgemisch gewonnen werden.
In der α-Stellung abgeschirmte £-Pyridyl-4-methyloxycarbonyllysinverbindungen
können hergestellt werden, indem man ein α-abgeschirmtes Lysin unter basischen Bedingungen, beispielsweise
bei einem pH von 7 bis 12, vorzugsweise 9>5* mit Pyridyl-4-methylsuccinimido-carbonat
umsetzt. Einer basischen wäßrigen Lösung des in α-Stellung abgeschirmten Lysins wird bei einer
Temperatur von 0 bis 250C langsam eine äquimolare Menge an
Pyridyl-4-methyloxycarbonylsuccinimido-carbonat zugesetzt.
Das pH des Reaktionsgemisches wird durch Zugabe von wäßriger Base, beispielsweise wäßrigem Natriumhydroxyd, auf dem gewünschten
Wert gehalten. Nachdem der Verbrauch von Base aufgehört hat, wird das Gemisch mit einem organischen Lösungsmittel,
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beispielsweise Äthylacetat, Chloroform, Methylenchlorid und
dergl., extrahiert. Das pH der Lösung wird durch Zugabe einer Säure, beispielsweise Schwefelsäure, auf 4,2 eingestellt, und
die angesäuerte Lösung wird erneut mit dem gleichen Lösungsmittel wie oben extrahiert. Die von dem angesäuerten Reaktionsgemisch
erhaltenen organischen Extrakte werden miteinander vereinigt, getrocknet und zur Trockne eingedampft, wobei
das 6-pyrldyl-4-methyloxycarbonyl-a-abgeschirmte Lysin
erhalten wird. Die Reinigung der Verbindungen kann nach üblichen Verfahren, wie Umkristallisieren und Chromatographie,
erfolgen, η-substituierte Lysinverbindungen, die in dem obigen
Verfahren verwendet werden können, sind beispielsweise Benzyloxycarbonyl-Iysin, p-Nitrobenzyloxycarbonyl-lysin,
p-Brombenzyloxycarbonyl-lysin, p-Methoxybenzyloxycarbonyllysin,
t-Butyloxycarbonyl-lysin, o-Nitrophenylsulfenyllysin,
2-(p-Diphenyl)-isopropyloxycarbonyl-lysin und dergl.
Die blockierende Pyridyl-4-methyloxyearbonyl-gruppe kann durch
Umsetzung mit Zinkstaub in einem wäßrigen sauren Medium vollständig von Lysin oder einem einen Lysinrest enthaltenden Peptid
abgetrennt werden. Diese Umsetzung wird durchgeführt, indem man das N-E-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin in 50#-iger
wäßriger Essigsäure auflöst und dann der Lösung den Zinkstaub unter Rühren mit hoher Geschwindigkeit auf einmal zusetzt. Die
Umsetzung wird zweckmäßig bei Raumtemperatur durchgeführt; jedoch können auch andere Temperaturen angewandt werden. Die
Zeit, für die man die Reaktion ablaufen läßt, hängt von der Art der das Lysin enthaltenden Verbindungen oder des Peptids
ab und kann zwischen 1 und 3 Stunden liegen. Die verwendete Menge an Zinkstaub kann zwischen iO und 200 Teilen ,je Teil
Pyrldy1-4-methyloxycarbonyl-Iysinverbindung variieren. Die
vollständige Abtrennung der blockierenden Gruppe wird durch Dünnschichtchromatographie festgestellt. Das bei der Abtrennung
der blockierenden Gruppe erhaltene Peptid kann nach an sich bekannten Verfahren, beispielsweise durch Gelfiltration,
isoliert werden.
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Für die Herstellung von Peptiden gemäß der Erfindung können die üblicherweise in der Peptidchemie angewandten Kondensationsmethoden,
wie die Carbodiimid- oder die Azidmethode oder beispielsweise die Methode der gemischten Anhydride oder aktivierten
Ester, angewandt werden. Die Peptide werden aus Aminosäuren aufgebaut,,indem man natürlich vorkommende α-Aminosäuren,
aus solchen Aminosäuren aufgebaute Peptide oder Derivate davon, die als wenigstens eine Komponente Lysin enthalten,
kondensiert. Die erfindungsgemäße Verbesserung dieses Peptldaufbaus
besteht in der Abschirmung der £-Aminofunktion des
Lysinrestes durch die Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe.
Unter "natürlich vorkommenden Aminosäuren" sind alle natürlich vorkommenden Aminosäuren in ihrer L- oder D-Form, beispielsweise
Alanin, Arginin, Asparaginsäure, Cystein, Cystin, Glutaminsäure, Glycin, Histidin, Hydroxylysin, Hydroxyprolin,
Isoleucin, Leucin, Methionin, Ornithin, Phenylalanin, Prolin, Serin, Threonin, Tyrosin und Valin, zu verstehen.
Ein Beispiel für.die Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfin-'dung
bei der Peptidsynthese ist die Herstellung des Nonapeptids
T27 Phenylalanyl-seryl-tryptophanyl-glycyl-alanylglutamyl-glycyl-glutaminyl-lysin
(im folgenden als Phe-Ser-Trp-GIy-Ala-Glu-Gly-GIn-Lys
bezeichnet), das eine hochgradige encephalitogene Wirkung besitzt. Eine experimentelle allergische
Encephalomyelitis ist eine experimentell erzeugte entzündliche und dimyelinierende Erkrankung des Zentralnervensystems,
und eine Untersuchung der encephalitogenen Wirkung von Peptid T27 ergibt ein wertvolles Modell für die Untersuchung
von Autoimmunerkrankungen. Das Peptid T27 kann durch. Blocksynthese hergestellt werden, indem zwei Peptidsegmente
des Nonapeptids für sich synthetisiert und diese Segmente dann
in der richtigen Reihenfolge zu dem gewünschten Peptid gekoppelt werden. Die beiden Peptidsegmente sind das Tetrapeptid:
Glutamyl-glycyl-glutaminyl-(N-E-pyridy1-4-methyloxycarbonyI)-lysin
und das Pentapeptld! t-Butyloxycarbonylphenylalanyl-
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seryl-tryptophanyl-glycyl-alanin-hydrazid. Das das Lysin enthaltende
Tetrapeptid wird in an sich bekannter Weise durch stufenweise Kupplung erhalten, indem man N-E-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
nacheinander mit N-Carboxy-glutamin-anhydrid, N-Thiocarboxy-anhydrid von Glycin und N-Carboxyglutaminsäure-anhydrid
umsetzt. Die Umsetzung wird zweckmäßig durchgeführt, indem man die Reaktionsteilnehmer in wäßriger
Lösung bei O0C und einem pH von 10,2 kräftig miteinander
verrührt. Die N-Carboxy-anhydride von Glutamin und Glutaminsäure
und das N-Thiocarboxy-anhydrid von Glycin, hergestellt nach bekannten Verfahren, werden im allgemeinen innerhalb von
15 bis j50 Sekunden alle auf einmal zugesetzt. Alkali, beispielsweise
Kaliumhydroxyd, wird zugesetzt, soweit es zur Erhaltung des pH notwendig ist. Die Umsetzung des N-Thiocarboxyanhydride
von Glycin wird bei einem pH von 8,85 durchgeführt. Die Umsetzungen sind im allgemeinen innerhalb weniger als 5 Minuten
beendet, wie daran erkennbar ist, daß kein Basenzusatz mehr erforderlich ist. Wenn die Umsetzung beendet ist, wird das
pH durch Zugabe einer Mineralsäure, beispielsweise Salzsäure,
auf 3 eingestellt, und das System wird mit Stickstoff gespült, um Kohlendioxyd zu entfernen. Das Tetrapeptid wird durch Gefriertrocknen
des Reaktionsproduktes isoliert und durch Gelfiltration, Chromatographie und Elektrophorese gereinigt.
Das Pentapeptidsegment wird nach dem Merrifield-Festphasen-Verfahren,
ausgehend von t-Boc-alanin, hergestellt. Bei diesem Verfahren wird das Carboxylende von Alanin (und in den folgenden
Stufen des Polypeptids) covalent an ein unlösliches Polymerharz, beispielsweise als Carboxylester des harzgebundenen
Benzylalkohol in hydroxymethyl-substituiertem Polystyrol/Divlnylbenzol-Harz,
gebunden. Die abschirmende t-Butyloxycarbonyl gruppe wird selektiv entfernt, indem man das abgeschirmte Amino
acylharz mit wasserfreiem Chlorwasserstoff in einem organischen
Lösungsmittel, beispielsweise Dioxan, umsetzt. Das bei dieser Umsetzung erhaltene Aminoacylharz-hydrochlorid wird dann mit
einer Lösung von Triäthylamin in Chloroform versetzt, um das
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Hydrochlorid zu neutralisieren und die freie Aminosäure in einer für die Kupplung mit der nächsten Aminosäure geeigneten
Form in Freiheit zu setzen. Dann wird das t-Butyoxycarbony1-derivat
der nächsten Aminosäure in der gewünschten Peptidkette zusammen mit Dicyclohexylcarbodiimid als Kupplungsmittel zugesetzt.
Nacheinander werden die t-Butyloxycarbonyl-derivate der
folgenden Aminosäuren - Glycin, Tryptophan, Serin und Phenylalanin
- zugesetzt. Durch Abspaltung des Pentapeptids von dem
Harz durch Umsetzen mit Hydrazin in Dimethylformamid wird das Pentapeptid-hydrazid erhalten.
Das'Pentapeptid-azid wird hergestellt, indem man das t-Boc-Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-hydrazid
in Dimethylformamid mit Isoamylnitrit in Gegenwart von Salzsäure umsetzt. Die Umsetzung wird
bei -25 bis -J55°C durchgeführt. Die Azidkupplung wird durchgeführt,
indem man das Tetrapeptid -Glu-Gly-Gln-fe-i-NocJ-Lys-,
in Dimethylformamid gelöst, der obigen Azidlösung beim pH 5 bei -100C zusetzt. Das pH des Reaktionsgemisches wird durch Zugabe
von Diisopropylathylamin auf 7,2 eingestellt, und das Reaktionsgemisch wird 20 Stunden bei -100C gerührt, wobei ein
klares dickes Gel, das bei Zugabe von Ä'ther einen Niederschlag erzeugt, erhalten wird. Der Feststoff wird abgetrennt und mit
Äther, Methanol/Wasser und Wasser gewaschen. Das Produkt wird durch Gefriertrocknen der wäßrigen Waschflüssigkeiten und
Trocknen des zurückbleibenden Feststoffes im Vakuum erhalten.
Die blockierende t-Butyloxycarbonyl-gruppe wird von dem Nonapeptid
entfernt, indem man dieses mit Trifluoressigsäure, die Mercaptoäthanol als Kationendesoxydationsmittel zum Schutz des
Trp-Kerns enthält, behandelt. Die Umsetzung wird bei 250C für
etwa 5 Minuten durchgeführt, und das Nonapeptid fällt bei Zugabe
von Ä'ther und Petroläther aus. Das Peptid wird durch Abtrennen
der Lösungsmittel isoliert und durch Chromatographie gereinigt. Die Abtrennung der blockierenden Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe
von dem Nonapeptid erfolgt durch Behandeln des Peptids mit Zinkstaub in wäßriger Essigsäure. Die Um-
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Setzung wird 1 Stunde lang bei 250C durchgeführt. Das Zink wird
durch Zentrifugieren von dem Reaktionsgemisch abgetrennt, und das Nonapeptid wird durch Chromatographie gereinigt.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung. Für die Aminosäuren, ihre Derivate und einige gemäß der Erfindung
bevorzugte abschirmende Gruppen werden die folgenden Abkürzungen verwendet:
| Aminosäure | Abkürzung |
| Alanin | Ala |
| Glutaminsäure | GIu |
| Glutamin | Gin |
| Glycin | GIy |
| Lysin | Lys |
| Phenylalanin | Phe |
| Serin | Ser |
| Trypt ophan | Trp |
| Abschirmende Gruppen | Abkürzung |
| t-Butyloxycarbonyl | t-Boc |
| Pyridyl-4-methyloxy- | |
| carbonyI | i-Noc |
| Benzyl at her | OBz |
| Benzylester | Bz |
A. Herstellung von £-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysln
1. Pyridyl-4-methy1-sucoinimidocarbonat
6,54 g (0,06 Mol) 4-Pyridylcarbinol werden getrocknet, indem
man zweimal je 75 ml Benzol abdestilliert, und dann in 45 ml
Methylenchlorid gelöst. Die Lösung wird auf 0° gekühlt, und eine Lösung von 11,75 g (O,O65 Mol) Sugginimidochlorformiat,
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hergestellt nach dem von D. Stevenson und G.T. Young,
J. Chem. Soc. (c) 2389 (1969)* beschriebenen Verfahren, in
60 ml Methylenchlorid wird tropfenweise unter Rühren so zugesetzt, daß ein Erwärmen auf über 0 vermieden wird. Nach
Beendigung der Zugabe wird eine Lösung von 5*88 g (0,058 Mol)
N-Methylmorpholin in 8 ml Methylenchlorid innerhalb etwa 2
Minuten unter Rühren bei 0° zugesetzt. Die Lösung wird I5
Minuten bei 0 bis 5 gerührt und dann rasch mit I50 ml
0,1η Schwefelsäure, 150 ml gesättigtem Natriumbicarbonat
und I50 ml Wasser extrahiert. Die wäßrigen Phasen werden mit
4o ml Methylenchlorid extrahiert, und die vereinigten Extrakte werden über Natriumsulfat getrocknet. Das Methylenchlorid
wird im Vakuum abgedampft, der Rückstand wird einmal mit Hther gespült und mit Äther verrieben. Durch Filtration erhält man
10,4 g rohes Pyrldyl-4-methylsuccinimidocarbonat. Dieses Material
wird in der Mindestmenge Äthylacetat gelöst, und die Lösung wird filtriert. Dann wird Hexan bis zum Trübungspunkt zugesetzt, und die Lösung wird erneut filtriert. Das Verfahren
wird viermal durchgeführt. Nach der abschließenden Filtration hat die Lösung eine leicht gelbe Farbe. Nach Animpfen
kristallisiert das Pyridyl-4-methylsuccinimidocarbonat langsam
über Nacht: IR zeigt C=O bei 4,59, 5,59 und 7.75μ,
F 92 bis 94°.
2. 6-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
Eine Lösung von 1,82 g (0,01 Mol) Lysin-hydrochlorid in 10 ml
Wasser wird mit einer Lösung von 0,935 g (0,005 Mol)
CuCl2.2H20 in 10 ml Wasser vermischt, und weitere 10 ml Wasser
werden zugesetzt. Das pH der Lösung wird mit 50^-igem Natriumhydroxyd
auf 10 eingestellt. 2,50 g (0,01 Mol) Pyridyl-4-methylsuccinimidocarbonat
werden langsam unter Rühren zugesetzt, während das pH durch Zusatz von 50#-igem Natriumhydroxyd
bei 9,5 gehalten wird. Wenn der Verbrauch von Base aufhört, wird das pH mit Essigsäure auf 7,5 eingestellt, und
der ausgefallene Kupferkomplex von Pyridyl-4-methyloxycarbonyllysin
wird abfiltriert. Dieser Niederschlag wird in 100 ml
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10$-iger Essigsäure suspendiert, und Schwefelwasserstoff wird
zugesetzt, um Cu(II) auszufällen. Die Lösung wird du?ch Celit
filtriert und zur Trockne eingedampft. Das erhaltene öl wird
von V/asser/Äthanol umkristallisiert, wobei £-N-Pyridyl~4-methyloxycarbonyl-lysin,
F 24θ bis 2420C, erhalten wird.
Die Abtrennung der blockierenden Gruppe von dem E-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
wird wie folgt durchgeführt:
10 mg N-£-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin werden in 1 ml
50^-iger Essigsäure gelöst, und 100 mg Zinkstaub werden zugesetzt.
Das Gemisch wird 1 1/2 Stunden bei 250C gerührt und dann durch Dünnschichtchromatographie analysiert, wobei festgestellt
wird, daß eine vollständige Umwandlung zu Lysin erfolgt ist.
Beispiel II
N-n-t-Butyloxycarbonyl-N-e-pyridyl^-methyloxycarbonyl-lysin
0,918 g (0,003 Mol) a-Butyloxycarbonylly-sinacetat werden in
JO ml Wasser gelöst, und das pH der Lösung wird mit In Natriumhydroxyd
auf 9,5 eingestellt. 0,750 g (0,003 Mol) Pyridyl-4-methylsuccinimidocarbonat werden langsam zugesetzt,
und das pH wird durch Zugabe von In Natriumhydroxyd
bei 9*5 gehalten. Wenn der Verbrauch von Base aufhört·, wird die Lösung dreimal mit je 75 ml Äthylacetat extrahiert, und
das pH wird durch Zugabe von 2,5n Schwefelsäure auf 4,2 eingestellt. Die Tösung wird viermal mit je 75 ml Äthylacetat
extrahiert. Die organischen Extrakte vom pH 4,2 werden vereinigt, Über Natriumsulfat getrocknet und zur Trockne eingedampft.
Durch Umkristallisieren aus Äthylacetat/Ätyhläther erhält man 0,76 g N-a-t-Butyloxycarbonyl-N-£-pyridyl-4-methyl
oxycarbonyl -Iy sin, F 69,5 bis 71,50CJ IR zeigt N-H 3,03,
C=O 5,85, 5,96μ.
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Die Abtrennung der blockierenden Gruppe von dem N-a-t-Butyloxycarbonyl-N-H-pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
wird wie folgt durchgeführt:
10 mg H-a-t-Butyloxycarbonyl-N-E-pyridyl-^-methyloxycarbonyllysin
werden in 1 ml 50/£-iger wäßriger Essigsäure gelöst, und
der Lösung werden 100 mg Zinkstaub zugesetzt. Das Gemisch wird 4 Stunden bei 250C gerührt und dann durch Dünnschichtchromatographie
analysiert. Es zeigt sich, daß eine vollständige Umwandlung zu dem N-ot-t-Butyloxycarbonyl-lysin erfolgt ist.
Wenn in dem Deblockierungsverfahren statt N-a-t-Butyloxycarbony1-N-E-pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
nach dem oben beschriebenen Verfahren hergestelltes N-α-t-Butyloxycarbony1-Ν-ε-pyridyl-3-methyloxycarbonyl-lysin
verwendet und das Reaktionsgemisch 24 Stunden gerührt wird, werden nur etwa 5$ der
blockierenden f-Pyridyl-^-methyloxycarbonyl-gruppe abgetrennt,
wie die Dünnschichtchromatographie zeigt.
Herstellung von Phenylalanyl-seryl-tryptophanyl-glycyl-alanylglutamyl-glycyl -glutamlnyl-lysin
A. Herstellung von Glutamyl-glycyl-glutaminyl-(N-£-pyridyl-4-methyloxycarbonyl) -lysin
421,7 g (1,5 mMol) des N-€-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysins
und 20 ml Kaliumboratpuffer (pH 10,2) werden in einen Waring-Mischer
bei O0C eingebracht. 0,276 mg (1,61 mMol; molarer Überschuß
von 7/0 kristallines N-Carboxy-anhydrid von Glutamin werden
unter raschem Rühren auf einmal zugesetzt. Das pH wird durch Zugabe von 0,55 ml 5n Kaliumhydroxyd bei 10,2 gehalten.
Die Reaktion ist in etwa 2 Minuten beendet, und das pH wird dann durch Zugabe von konzentrierter Salzsäure auf 3 eingestellt.
Das Reaktionsgemisch wird mit Stickstoff gespült, um
Kohlendioxyd abzutrennen. Dann wird das pH des Reaktionsgemisches
durch Zugabe von 5n Kaliumhydroxyd auf 8,85 erhöht,
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■und 197 mg (1,675 mMol; molarer Überschuß 5$) N-Thiocarboxyanhydrid
von Glycin werden auf einmal zugesetzt. Die Zugabe von 0,47 ml 5n Kaliumhydroxyd erfordert 1 1/2 Minuten, und
das Reaktionsgemisch wird 5 Minuten gerührt. Das pH wird durch Zugabe von konzentrierter Salzsäure auf J5 eingestellt,
und das Re akt ions gemisch wird mit Stickstoff gespült, um Kohlenoxydsulf
id abzutrennen. Das pH des Reaktionsgemisches wird durch Zugabe von 5n Kaliumhydroxyd auf 10,1 eingestellt, und
300 mg (1,7^ mMol; molarer* Überschuß 3%) festes N-Carboxyglutaminsäure-anhydrid
werden auf einmal zugesetzt. Das pH des Reaktionsgemisches wird durch Zugabe von 0,65 ml 5n Kaiiumhydroxyd
beibehalten, und das Gemisch wird 1,75 Minuten beim pH 10,1 gerührt. Das pH wird durch Zugabe von konzentrierter
Salzsäure auf J5 eingestellt, und das Reaktionsprodtikt wird
gefriergetrocknet,, wobei man 7,09 g erhält. Dieses rohe Produkt wird mit Methanol extrahiert (einmal mit 100 ml und
viermal mit je 50 ml), und die Extrakte werden im Vakuum eingedampft.
Man erhält 1,27 g Glu-Gly-Gln-(£.-i-Noc)-Lys. Das extrahierte Tetrapeptid wird wie folgt gereinigt: (a) zweimal
auf Sephadex G-50 fein in 50^-iger Essigsäure chromatographiert;
(b) auf einer Silicagelsäule unter Verwendung von Chloroform/Methanol/Wasser (6O:4O:1O) als Eluierungsmittel
chromatographiert; und (c) durch präparative Elektrophorese
in Pyridin/Acetat-Puffer vom pH 6,4.
B. Herstellung von t-Butyloxycarbonyl-phenylalanyl-seryltryptophanyl-glycyl-alanln-hydrazid
Das Pentapeptid-hydrazid wird durch Festphasenpeptidsynthese
wie folgt hergestellt:
1 g (0,77 mMol) t-Boc-AIa-Harz wird in 50 ml Methylenchlorid
von Raumtemperatur suspendiert. Das Aminosäureharz wird wie folgt behandelt: (a) dreimal mit 15 ml Dioxan gewaschen;
(b) die endständige t-Boc-Gruppe durch Umsetzen mit 15 ml
4n Salzsäure in Dioxan abgetrennt; (c) das debldckierte Material dreimal mit 15 ml Dioxan gewaschen; (d) dreimal mit
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15 ml Chloroform gewaschen; (e) mit 15 ml eines Gemisches von Triethylamin und Chloroform (1:9) neutralisiert; (f) das neutralisierte
Material dreimal mit 15 ml Chloroform gewaschen; (g) dreimal mit. 15 ml Methylenchlorid gewaschen; (h) 3^8 mg
t-Boc-Gly in Methylenchlorid zugesetzt; (i) durch Zugabe von
397,6 mg NjN-Dicyclohexylcarbodilmid in Methylenchlorid und
Umsetzenlassen für 2 Stunden gekuppelt; (j) das t-Boc-Gly-Ala-Harz
dreimal mit 15 ml Methylenchlorid gewaschen. Durch Wiederholen dieses Verfahrens mit den folgenden Aminosäurederivaten:
t-Boc-Trp (586 mg), t-Boc-Ser (596 mg), t-Boc-Phe
(510 mg) wird das Pentapeptid t-Boc-Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Harz
hergestellt. Nach dem Kuppeln von t-Boc-Trp wird die Deblockierung mit Salzsäure in Gegenwart von Mercaptoäthanol
durchgeführt, um eine Alkylierung von Trp zu vermeiden. Das Peptidharz wird dreimal mit 15 ml Äthanol, dreimal mit 15 ml
Essigsäure, dreimal mit 15 ml Äthanol und fünftnal mit 15 ml Methylenchlorid gewaschen und im Vakuum getrocknet,
wobei man 1,3 g t-Boc-Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Harz erhält.
1*3 E t-Boc-Phe-Ser-Trp-Oly-Ala-Harz werden mit 12 ml eines
Gemisches von Hydrazin und Dimethylformamid (1:1) 2 Stunden umgesetzt. Das Harz wird abfiltriert und zweimal mit 10 ml
Dimethylformamid gewaschen. Die Waschflüssigkeiten und das Filtrat werden vereinigt, und die Lösungsmittel werden im
Vakuum abgetrennt, wobei ein öliger Rückstand erhalten wird. Das Produkt kristallisiert beim Stehenlassen. Der Peststoff
wird fünfmal mit 20 ml Äthylacetat gewaschen und im Vakuum getrocknet, um Spuren von Äthylacetat abzutrennen. Der getrocknete
Feststoff wird mit 15-ml-Anteilen Wasser gewaschen,
bis Verunreinigungen durch Hydrazin und Dimethylformamid vollständig entfernt sind. Man erhält 378,1 mg t-Boc-Phe-Ser-Trp-GIy-Ala-hydraζid.
C. Azidkupplung der Peptidfragmente A und B
144,5 mg (0,210 mMol) t-Boc-Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-NHNH2 werden
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ft
in 1,5 ml Dimethylformamid suspendiert, und das Gemisch wird
auf -40° gekühlt. Durch Zugabe von 0,150 ml HCl in Tetrahydrofuran
wird eine klare Lösung vom pH 1 erhalten. Die Lösung wird bei -25 bis -J>0° gehalten und insgesamt J5J5A Isoamylnitrit,
116$ der.Theorie, werden innerhalb 18 Minuten in einzelnen Anteilen
zugesetzt, bis ein schwach positiver Jod-Stärke-Test
12 Minuten konstant ist. Die Dünnschichtchromatographie in Chloroform/Methanol/toasser (85:15:1*5) an Silica ergibt, daß
das gesamte Hydrazid in Tollens-Negativmaterial übergeführt ist. Durch einen Hypochlorit/Stärke/Jod-Spray wird ein im
wesentlichen einzelner Azidfleck erkennbar.
150 mg (0,252 mMol, Überschuß 20;£) Glu-Gly-Gln-(€.-i-Noc)-Lys
werden in 0,8 ml Dimethylformamid gelöst, und die Lösung wird der mit 0,15 ml Diisopropyläthylamin auf pH 5 eingestellten
Azidlösung zugesetzt. Das das Nukleophil enthaltende Reagenzglas wird zweimal mit je 0,2 ml und einmal mit 0,1 ml Dimethylformamid
ausgewaschen. Das pH des Reaktionsgemisches wird durch Zugabe von 100λ Diisopropyläthylamin auf 7*2 eingestellt.
Nach 10 Minuten bei -10° sind insgesamt 8 Äquivalente Amin verwendet. Die Dünnschichtchromatographie in
Chloroform/Methanol/Wasser (6θ:4θ:1θ) und Chloroform/
Methanol/Wasser /Ammoniak (6O:j5Oi4:6) zeigt, daß die Umsetzung
fast vollständig ist, wobei Ehrlich-, Ninhydrin-und Hypochlorit-Spray
zur Erkennbarmachung der Produkte verwendet wird. Nachdem das Reaktionsgemisch 20 Stunden magnetisch bei -10° gerührt ist,
ist es ein klares dickes Gel, das durch Zugabe von 20 ml Äther einen Niederschlag ergibt.
Das Gemisch wird bei 0° gehalten, bis eine klare überstehende Flüssigkeit erhalten ist. Der Niederschlag wird durch Zentrifugiren
abgetrennt und mit 10 ml Ä'ther, zweimal mit 10^-igem
Methanol/Äther und zweimal mit 10 ml Wasser gewaschen. Durch Gefriertrocknen der wäßrigen Waschflüssigkeiten erhält man
I06 mg Produkt. Der feste Rückstand wiegt nach Trocknen im Vakuum 195 mg.
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Die wäßrigen Waschflüssigkeiten werden durch Gelfiltration gereinigt. Die 106 mg werden in 4 ml 50^-iger Essigsäure gelöst
und auf eine Säule von Sephadex G-50, fein, aufgegeben.
Die Lösungsmittel werden im Vakuum abgetrennt, und der Rückstand wird gefriergetrocknet, wobei das t-Boc-Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Glu-Gly-Gln-(£-i-Noc)-Lys
erhalten wird.
Aminosäureanalyse nach 20 Stunden saurer Hydrolyse: Phei,oi Seri,oo Trpo,75 Gly2,oo Alai,oo Glui,99 Lysi,oo
Molekulargewicht gefunden 1475.
9^ mg" des obigen gewaschenen Feststoffs werden mit 1,5 ml Trifluoressigsäure,
die \% Mercaptoäthanol als Kationendesoxydationsmittel
zum Abschirmen des Trp-Kerns enthalten, vermischt. In 3 Minuten bei 25° löst sich der Feststoff vollständig auf,
und die Lösung wird noch 2 1/2 Minuten bei 25° gehalten. Das deblockierte Peptid wird mit 10 ml kaltem Äther und 10 ml kaltem
Petroläther gefällt und zweimal mit je 5 ml Äther gewaschen.
Durch Trocknen im Vakuum erhält man 109 mg rohes Peptid.
Zur Reinigung wird das Produkt unter Kühlen im Eisbad in 6 ml 50^-iger Essigsäure gelöst. Es ist langsam löslich, d.h. zur
vollständigen Auflösung sind 30 Minuten erforderlich. Die Lösung
wird auf eine 2,5 χ 100 cm -Säule von Sephadex G-50, fein, aufgegeben und zweimal mit je 1 ml 50^-iger Essigsäure
gewaschen.
In jeweils 20 Minuten werden Fraktionen von 6,2 ml aufgefangen.
Die Fraktionen 64-72 werden vereinigt, im Vakuum eingedampft und gefriergetrocknet, wobei 78,50 mg Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Glu-Gly-Gln-(e-i-Noc)-Lys
erhalten werden.
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Aminosäureanalyse nach 20 Stunden saurer Hydrolyse:
Zn/Essigsäure-Abspaltung der blockierenden N-£-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe
Ein Gemisch von 5,94 mg Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Glu-Gly-Gln-(e-i-Noc)-Lys
in 0,7 ml 50^-iger Essigsäure und 18O mg Zinkstaub
wird 1 Stunde bei 25° gerührt. Das Zink wird durch Zentrifugieren abgetrennt. Eine Hälfte des Reaktionsgemisches
wird auf eine 2,5 x 100 cm-Säule von Sephadex G-50, fein, aufgegeben.
Die Strömungsgeschwindigkeit beträgt 8,5 ml/20 min. Auf die Trennung folgt ein UV-Monitor bei 280 nm. Die Fraktionen
46-49 werden vereinigt, im Vakuum eingeengt und gefriergetrocknet: Man erhält 1,43 mg Phe-Ser-Trp-Gly-Ala-Glu-Gly-Gln-Lys.
Das Produkt zeigt eine einzelne Zone bei der DünnschichtChromatographie
in Chloroform/Methanol/Wasser (40:47:13) bei Verwendung
von Hypochlorit-, Ehrlich- und Ninhydrin-Reagenzien.
Beispiel IV
Herstellung von Glutamyl-glutamyl-lysyl-seryl-alanin
6,5 g (5 mMol) t-Boc-AIa-Harz werden wie folgt behandelt:
(a) das Aminosäureharz wird dreimal mit 45 ml Methylenchlorid
gewaschen; (b) dreimaliges Waschen mit 45 ml Ä'thanol; (c) dreimaliges
Waschen mit 45 ml Essigsäure; (d) Abtrennen der endständigen abschirmenden t-Boc-Gruppe durch Behandeln des Aminosäurehar2,es
mit wasserfreiem Chlorwasserstoff in Essigsäure für 30 Minuten; (e) Waschen des deblockierten Ala-Harzes dreimal
mit Essigsäure; (f) dreimaliges Waschen mit Ä'thanol; (g) dreimaliges
Waschen mit Methylenchlorid; (h) Neutralisieren des Ala-Harzes durch 1'0-minütiges Umsetzen mit 40 ml einer Lösung
von Triäthylamin in Methylenchlorid (1:9); (i)-fünfmaliges Waschen mit Methylenchlorid; (j) Zugabe von 3,7 g (12,5 mMol)
t-Boc-0-Bz-Serin in 30 ml Methylenchlorid und'Rühren für 10 Mi-
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nuten; (k) Kuppeln durch Zugabe von 12,5 mml N,N1-Dicyclohexylcarbodiimid
in Methylenchlorid zu dem Reaktionsgemisch und 2-stündiges Rührenlassen; (m) Waschen des t-Boc-O-Bz-Ser-Ala-Harzes
dreimal mit Methylenchlorid und dreimal mit Äthanol. Durch Wiederholen des obigen Verfahrens unter Verwendung der
folgenden Aminosäuren: a-Boc-£-i-Noc-Lysin (4,9 g>
12,5 mMol), α-Boc-Jf-Bz-Glutaminsäure (4,3 g, 12,5 mMol) und a-Boc-lf-Bz-Glutaminsäure
(4,3 g, 12,5 mMol) erhält man 10,9 g.des Penta-
pept ids Boc -Glu-Glu-T.ys -Ser-Ala-Harz.
t t ι ι
Bz Bz WJoc OBz
Die Abtrennung des Pentapeptids von dem Harz erfolgt durch Kühlen eines Gemisches von 2,2 g (1 mMol) des obigen Produktes in
3 ml Veratrol auf 0,50C und Zugabe von 10 ml Trifluoressigsäure.
Dann werden 10 ml Fluorwasserstoff unter Verwendung eines Aceton/Trockeneis-Bades
in das Reaktionsgemisch einkondensiert.
Das Kühlbad wird entfernt, und das Reaktionsgemisch wird 1 Stunde bei Raumtemperatur gerührt. Fluorwasserstoff und Trifluoressigsäure
werden abgetrennt, indem man Stickstoff unter Rühren durch das Reaktionsgemisch leitet. Der Rückstand wird zw&-
■ mal mit 25 ml 5^-iger wäßriger Essigsäure versetzt. Das Harz
wird abfiltriert und dreimal mit 15 ml Äthyläther gewaschen. Das wäßrige Filtrat wird zweimal mit 15 ml Äther gewaschen.
Der wäßrige Anteil wird zweimal gefriergetrocknet, wobei 700 mg Glu-Glu-(£-i-Noc)-Lys-Ser-Ala erhalten werden.
Die blockierende Gruppe in der ε-Stellung des Lysins wird durch
Vermischen von 10 mg Glu-Glu-(£-i-Noc)-Lys-Ser-Ala mit 100 mg
Zinkstaub in 1 ml 50#-iger wäßriger Essigsäure bei Raumtemperatur für 1 1/2 Stunden abgetrennt. Die Dünnschichtchromatographie
zeigt, daß die blockierende i-Noc-Gruppe vollständig abgetrennt ist.
Das für die Festphasenpeptidsynthese in den obigen Beispielen
als Ausgangsmaterial verwendete t-Boc-Ala-Harz wird wie folgt
hergestellt: 50 g (92,5 mÄqu. Cl) chlorrnethyliertes PoIy-
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styrol mit 1$ Vernetzung und 1,85 mÄqu. Cl/g (Bio-Beads S-XL
200-400 Mesh Chloromethylated, erhältlich von den Bio-Rad Laboratories) und 17*5 g (92,5 mÄ'qu.) t-Boc-Ala werden zu
J55O ml peroxydfreiem Tetrahydrofuran zugesetzt. Das Reaktionsgemisch
wird unter Stickstoff gerührt, und 8,4 g (8^,5 mA'qu.) Triäthylamin werden in 50 ml Tetrahydrofuran
zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wird im Ölbad 65 Stunden zum Rückfluß erhitzt und dann auf Raumtemperatur gekühlt und filtriert.
Das feste Material wird zweimal mit 250 ml Äthanol, zweimal mit 250 ml Wasser, zweimal mit 25O ml Methanol und
zweimal mit 500 ml Methylenchlorid gewaschen und im Vakuum
bei Raumtemperatur getrocknet. Man erhält 55*7 g t-Boc-Ala-Harz,
die 0,770 mÄ'qu. trBoc-Ala/g Peststoff enthalten.
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Claims (7)
1. Verfahren zum Synthetisieren von aus Aminosäuren aufgebauten Peptiden durch eine Reihe üblicher Peptidkondensationen
von Aminosäuren und/oder aus Aminosäuren aufgebauten Peptiden, wobei wenigstens eine der Aminosäuren
Lysin ist oder eines der Peptide Lysin enthält, dadurch gekennzeichnet, daß man die
C-Aminogruppe von Lysin während der Kondensationen durch
eine Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe abschirmt.
2. Verfahren zum Synthetisieren von aus Aminosäuren aufgebauten Peptiden durch eine Reihe üblicher Peptidkondensationen
von Aminosäuren und/oder aus Aminosäuren aufgebauten Peptiden, wobei wenigstens eine der Aminosäuren
Lysin ist oder eines der. Peptide Lysin enthält, dadurch gekennzeichnet, daß man die
£-Aminogruppe von Lysin während der Kondensationen durch
eine Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe abschirmt und
diese Gruppe durch Zinkstaub in Gegenwart einer Säure abtrennt .
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Säure zur Abtrennung der
blockierenden Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-gruppe Essigsäure
verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet
, daß man 10 bis 200 Gewichtsteile Zinkstaub je Gewichtcteil Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin
enthaltender Verbindung verwendet.
5. Verfahren nach olacm der vorhergehenden An;"t■ru'che, d a ·
durch g e 1; e π η ζ ο i c h η r t , ei^ man
309827/ 11 5R
as
£-Pyridyl-4-methyloxycarbonyl-lysin durch Umsetzen eines
Schwermetallkomplexes von Lysin mit Pyridyl-4-methylsuccinimid-carbonat
unter basischen Bedingungen umsetzt.
6. Verfahren nach Anspruch 5.» dadurch gekennzeichnet
, daß man einen Lysin/Kupfer-Komplex verwendet
.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung bei einem pH von
7 bis 12 durchführt.
309827/1158
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