DE2263431A1 - Kaltgewalztes stahlblech fuer pressverformung - Google Patents
Kaltgewalztes stahlblech fuer pressverformungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein kaltgewalztes Stahlblech für Pressverformung,
das. durch kontinuierliches Glühen hergestellt ist.
Kaltgewalzte Stahlbleche werden allgemein für solche Automobilteile
verwendet, welche durch Ziehvorgänge kaltverformt werden, beispielsweise hintere oder vordere Kotflügel und
Türen, für die eine ausgezeichnete Ziehverformbarkeit erfordert wird.
Als kaltgewalzte Stahlbleche, die eine derartig hervorragende Ziehverformbarkeit aufweisen, werden zur Zeit aluminiumberuhig-
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te, niedriggekohlte Stähle verwendet, welche einen Kohlenstoffgehalt
von 0,03 bis 0,07 Gewichtsprozent und 0,02 bis 0,08 Gewichtsprozent säurelösliches Aluminium aufweisen, sowie ferner
kaltgewalzte titanhaltige extrem niedriggekohlte Stahlbleche, in denen die Ziehverformbarkeit nicht durch ;die Aufheizgeschwindigkeit beim Anglühen beeinflusst wird und die
den aluminiumberuhigten niedriggekohlten Stahlblechen dahingehend überlegen sind, dass Kohlenstoff und Stickstoff durch
Titan gebunden sind. Dieses aluminiumberuhigte, niedriggekohlte Stahlblech wird jedoch in einem Haubenglühofen als feste
Wicklung oder als offene Wicklung fast geglüht. Ein derartiges Kastenglühen hat jedoch folgende Nachteile: Eine lange Zeit
wird für das Glühen benötigt, die Leistung ist gering und eine gleichmässige Erwärmung der gesamten Wicklung oder des Ofeninneren ist aus konstruktiven Gründen nicht möglich, so dass
eine gleichförmige Materialgüte über die gesamte Länge der Wicklung nicht erzielt werden kann. Insbesondere wenn das
Glühen bei einer festen Wicklung durchgeführt wird, ergibt sich ein schlechter Kontakt zwischen der Oberfläche des Stahlblechs
und der Gasatmosphäre im ;0fen, wobei darüberhinaus leicht verschiedene Arten von Störungen im Hinblick auf die
Oberflächeneigenschaften, bedingt durch einen Mangel an Gleichförmigkeit, auftreten. Ein titanhaltiges, extrem niedriggekohltes Stahlblech hat den Nachteil, dass seine Produktionskosten
höher sind als die eines aluminiumberuhigten, niedriggekohlten Stahls, da ersterer ungefähr 0,1 Gewichtsprozent
Titan enthält.
Die oben genannten Probleme, die auftreten, wenn ein aluminiumberuhigtes
kaltgewalztes Stahlblech kastengeglüht wird, v/erden durch ein kontinuierliches Glühen vermieden, das in einem kontinuierlichen
Glühofen ausgeführt wird. Das kontinuierliche Glühen hat im allgemeinen folgende Vorteile: Die Leistungsfähigkeit
ist aus Konstruktionsgründen hoch, man erhält gleich-1
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förmige Materialqualitäten über eine Wicklung und zwischen
verschiedenen Wicklungen und ein gleichmässiger Kontakt zwischen der Oberfläche des Stahlblechs und der Gasatmosphäre in dem
Ofen ist sichergestellt. Andererseits ist auch ein kontinu-_
ierliches Glühen nicht frei von Nachteilen« Bei einem raschen Erhitzen und' einem kurzzeitigen Ausgleich (soaking) werden
im allgemeinen Kristallkorner abgeschieden. Aufgrund einer hohen Äbkühlgeschwindigkeit anschliessend an das Glühen kann
in dem Stahl enthaltener· Kohlenstoff nicht ausreichend als
Karbid ausfallen, so dass der kontuierlich geglühte Stahl
verglichen mit kastengeglühtem Stahlmaterial eine hohe Streckspannung
und eine hohe Zugfestigkeit, jedoch eine niedrige Bruchdehnung und niedrigen η-Wert, sowie eine hohe·Vergütung
aufweist. Es ist daher der erstere dem letzteren in der Pressverformbarkeit unterlegen. Die kontinuierliche Glühbehandlung
wird daher üblicherweise nicht für die Herstellung von kaltgewalztem Stahlblech für Pressverformungszwecke verwendet,
sondern hauptsächlich für die Herstellung von Stahlblech, das
zu einer Weissblechherstellung verwendet wird.
Die Gründe dafür, dass ein kaltgewalztes Stahlblech, das einer
kontinuierlichen Glühbehandlung unterworfen ist, eine ungünstige
Pressverformbarkeit aufweist, sind im folgenden zu sehen. Bei einem raschen Aufheizen und einem in kurzer Zeit erfolgenden
Glühen können die Kristallkörper nur schwer wachsen, sie werden aber auch leicht abgeschieden. Bei einem Abkühlen nach
dem Glühen ist die Menge an festgelöstem Kunststoff gross, so dass eine härtende Vergütung erzeugt wird, welche das Stahlmaterial
hart macht. Schliesslich wird bei einem raschen Erhitzen die Entwicklung einer rekristallisierten Gesamtstruktur
gehemmt, die im Hinblick auf die Ziehverformbarkeit besonders
wünschenswert ist. Das grösste Problem, das bei der Herstellung von kaltgewalztem Stahlblech für Ziehzwecke von Qualitäten der
SPCD-Klasse nach dem japanischen Industriestandard (JlS) auf-
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tritt, ist jedoch eine Härtungsvergütung aufgrund des Abachrek-·
kens.
Um ein Hartwerden von Stahlmaterial aufgrund einer Härtungsvergütung zu vermeiden, wurde ein Verfahren angewandt, bei dem
eine Stahlblechwicklung, die nach dem kontinuierlichen Glühen abgeschreckt wurde, allmählich einer Wärmebehandlung (Übervergütung
sbehand lung) unterzogen wird, die bei einer Temperatur zwischen 3000C und 5000C in einem Kontinuierlich-Glühofen
oder in einem Haubenglühofen durchgeführt wird. Wenn Jedoch auf das kontinuierliche Glühen die übervergütende Behandlung
in einem Haubenglühofen erfolgt, geht die Leistungsfähigkeit
des Glühvorganges zurück und das ursprüngliche Ziel, den Glühvorgang kontinuierlich durchzuführen, muss.aufgegeben werden.
Selbst wenn die ÜberVergütungsbehandlung kontinuierlich in einem Kontinuierlich-Glühofen vorgenommen wird, ist es immer
noch schwierig, das Stahlmaterial ausreichend weich zu bekommen,
wenn die übervergütende Behandlung im wirtschaftlichen oder praktischen Maßstab, beispielsweise eine Überyergtituiig, die
kürzer als 10 Minuten dauert, durchgeführt wird.
Als Ergebnis von zahlreichen Versuchen, die von den Erfindern
der vorliegenden Anmeldung durchgeführt wurden, die sich auf die chemische Zusammensetzung der Stahlbleche bezogen, um das
Phänomen der Übervergütung zu beschleunigen, wurde festgestellt, dass ein üblicher aluminiumberuhigter niedriggekohlter
Stahl, der eine entsprechende Menge von Silizium enthält,.eine Beschleunigung der Übervergütungsgeschwindigkeit bewirkt. Hierdurch
wird das Stahlmaterial ausreichend weich, selbst wenn eine Übervergütungsbehandlung kurzzeitig durchgeführt wurde,
und man erhält ein kaltgewalztes Stahlblech, das für Pressverformung verwendet werden kann.
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Es wurde ferner von denselben Erfindern der vorliegenden Anmeldung
festgestellt, dass, wenn man eine Vakuumentgasung mit dem oben beschriebenen aluminiumberuhigten niedriggekohlten
Stahlblech durchführt, um den Kohlenstoffgehalt auf 0,001 bis 0,009% zu reduzieren, ein kaltgewalztes Stahlblech erhalten
werden kann, bei dem die Ziehverformbarkeit und die Streckverformbarkeit
im selben Bereich liegen wie bei titanhaltigen, extrem niedrig gekohlten Stahlblechen und dass die Ziehverformbarkeit
nicht durch die Aufheizgeschwindigkeit des Glühens ■ beeinflusst wird. ;
Mit der Erfindung wird daher eine Möglichkeit zur Herstellung von kaltgewalztem Stahlblech gegeben, das eine hervorragende
Pressverformbarkeit aufweist, indem man es einem kontinuierlichen Glühvorgang unterwirft. ,'■
Mit der Erfindung wird ferner ein kaltgewalztes Stahlblech mit hervorragender Pressverformbarkeit geschaffen, indem man
eine Ijbervergütungsbehandlung von einem kontinuierlichen
Glühsystem anwendet. .-j
Mit der Erfindung wird ferner ein kaltgewalztes Stahlblech geschaffen, das immer eine ausgezeichnete Ziehverformbarkeit
aufweist, ohne durch die Abkühlgeschwindigkeit im Anschluss an das Heisswaläen und eine Aufspultemperatur beeinflusst zu
werden, indem der Stahl einer Vakuum-Entgasungsbehandlung unterzogen wird, um den Kohlenstoffgehalt auf 0,001 bis 0,009% zu
reduzieren.
Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung anhand der beiliegenden Zeichnung näher
erläutert.
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Die Zeichnung zeigt den Einfluss des Siliziumgehaltes auf
Änderungen in den Eigenschaften von Stählen, wenn aluminiumberuhigte niedriggekohlte Stahlbleche mit einem unterschiedlichen
Siliziumgehalt einer Übervergütung beim kontinuierlichen Glühen unterzogen werden. :
Das erfindungsgemässe Stahlblech ist ein kaltgewalztes Stahlblech
mit hervorragender Pressverformbarkeit, wobei der Stahl aus weniger als 0,08 Gew% Kohlenstoff, 0,05 bis 0,4 Gew%
Mangan, 0,015 bis 0,10 Gew% Silizium, 0,01 bis 0,1 Gew%
säurelöslichem Aluminium, 0,003 bis 0,015 Gew% Stickstoff und einem Rest aus Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen
besteht.
Zuerst sollen die Bestandteile des erfindungsgemässen Stahlblechs erläutert werden.
Der Kohlenstoffgehalt des erfindungsgemässen Stahlblechs entspricht
dem des kaltgewalzten niedriggekohlten Stahls der SPCC-Klasse (allgemeines kaltgewalztes Stahlblech) oder der
SPCD-Klasse (kaltgewalztes Stahlblech für Ziehzwecke) entsprechend
G 31 41 des JIS. Es ist nicht unbedingt notwendig, den
Kohlenstoffgehalt zu vermindern, um die Härtungsvergütung herabzusetzen. Wenn jedoch die gleichen Eigenschaften wie von
titanhaltigem extrem niedriggekohlten Stahlblech für das erfindungsger.ässe
stahlblech benötigt werden, v/ird sein Kohlenstoffgehalt
auf 0,001 bis 0,009 Gew% erniedrigt, indem man den Stahl einer Vakuumentgasungsbehandlung unterzieht.
Zur Vermeidung von Sprödbrüchen, die im Zeitpunkt des Heisswalzens
von Schwefel verursacht werden, muss Mangan enthalten sein. Im Hinblick darauf, dass ein aluminiumberuhigter Stahl,
der durch ein Schmelzen in einem Konverter hergestellt ist, üblicherweise Schwefel in einer Menge von mehr als 0,05%
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enthält, muss der Mangananteil über 0,-05% liegen, damit der
oben genannte Schwefelanteil fixiert wird. Da jedoch ein
grösserer Anteil von Mangan eine Verschlechterung der Verarbeitungsfähigkeit des Stahles mit sich, bringt, beträgt die obere
Grenze dafür 0,4%.
Silizium ist normalerweise in einer Menge von weniger als 0,01% in einem kaltgewalzten Stahlblech enthalten, das in
einem Stahlschmelzofen gefrischt worden ist, gemäss der Vorschrift von G 3i 41 des JIS. In dem erfindungsgemässen Stahl
muss jedoch der Siliziumanteil einen Betrag von mehr als 0,015% ausmachen, vorzugsweise mehr als 0,02%, damit man
Eigenschaften eines Stahlblechs für Pressverformung (SPGD-Klasse)
mit einem kontinuierlichen Glühen erhält, welches eine Ubervergütungsbehandlung
enthält, ohne dass es durch die Bedingun-· gen der vor dem Kaltwalzen durchgeführten Herstellungsstufen,
beispielsweise den Bedingungen für das Warmwalzen, beeinflusst wird.
Wenn jedoch der Siliziumanteil grosser ist als 0,1%, nimmt
die Festigkeit des Stahlblechs auf einen höheren Wert als nötig zu, so dass die Bearbeitungsfähigkeit verschlechtert wird. Die
obere Grenze beträgt daher 0., 1%.
In Zusammenhang mit dem oben erwähnten Siliziumanteil muss erwähnt werden, dass eine gegenseitige Wechselwirkung zwischen
dem Siliziumanteil und dem Kohlenstoffanteil besteht. Es wurde
von den Erfindern der vorliegenden Anmeldung festgestellt, dass im Fälle eines erfindungsgemässen Stahls, welcher einen
Siliziurnanteil in einem Bereich von 0,015 "bis 0,1% enthält, vorzugsweise der Kohlenstoffgehalt auf einen Bereich von
unterhalb 0,009% reduziert wird, indem man den Stahl einer Vakuumentgasungsbehandlung unterzieht, um den r-Wert von der
Abhängigkeit der Aufheizgeschwindigkeit des Glühens zu befreien.
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Der Γ-V/ert ist ein Mittelwert des plastischen Deformationsverhältnisses
(plastic strain ratio), der als ein Anhaltspunkt für die Ziehbarkeit des Stahles dient. Wenn Jedoch der Siliziumanteil
unter dem oben erwähnten Bereich liegt, kann der r-Wert nicht von seiner Abhängigkeit von der Heizgeschwindigkeit des
Glühens befreit werden, selbst wenn der Kohlenstoffgehalt in einem Bereich von 0,001 bis 0,009% liegt, wie er in der vorliegenden
Erfindung im einzelnen aufgeführt ist.
Wenn der Siliziumgehalt mehr als 0,015% beträgt, wird die
Ziehverformbarkeit unabhängig von der Wickeltemperatur des Glühvorganges. Dies zeigt, dass eine Wechselbeziehung zwischen
dem Kohlenstoffgehalt und dem Siliziumgehalt besteht.
Um die erfindungsgemässe Aufgabe zu lösen ist ein Gehalt an
säurelöslichem Aluminium in einer Menge von mehr als 0,01% notwendig. Die untere Grenze des säurelöslichen Aluminiums,
die notwendig ist, um ein Auftreten von Dehnungsdeformationen zu vermeiden, die durch in dem Stahl enthaltene Oxyde hervorgerufen
werden, ist bevorzugt auf 0,02% festgelegt. Wenn andererseits das säurelösliche Aluminium eine Menge von 0,1%
übersteigt, wird die Bearbeitbarkeit des Stahls verschlechtert. Als oberer Grenzwert wird daher 0,1% festgesetzt.
Um ein Hartwerden aufgrund der Härtungsvergütung abzuschwächen,
wird das kaltgewalzte Stahlblech einer kontinuierlichen Glühbehandlung unterzogen, so dass die Übervergütungsgeschwindigkeit
beschleunigt wird; die Koexistenz der drei Komponenten, das heisst Silizium, Aluminium und Stickstoff, sind wirksamer
als Silizium allein. Zu diesem ^weck muss daher Stickstoff in
einer Menge von mehr als 0,003% enthalten sein. Wenn der Stickstoffgehalt jedoch über 0,015% liegt, wird die Bearbeitbarkeit
verschlechtert. Als obere Grenze wird daher 0,015% festgesetzt. Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dass die wichtigsten ι
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Bedingungen zur Lösung der erfindungsgemässen Aufgabe die
Begrenzung der vier wesentlichen chemischen Komponentens
Kohlenstoff, Silizium, Aluminium und Stickstoff sind und zwar aus den oben erwähnten Gründen.
Die Herstellung des erfindungsgemässen Stahlblechs erfolgt durch die Verfahrensschritte des Frischens von geschmolzenem
Stahl in einem Stahlschmelzofen wie einem Konverters einem
offenen Gefässofen, einem elektrischen Ofen, der Herstellung eines Barrens, einer Platte 'durch Vorwalzen oder ein kontinuierliches Giessen und anschliessendes Warmwalzen. Die Fertigungstemperatur
des Warmwalzvorganges wird vorzugsweise höher als 8000C gehalten, Eine Grenze für die Wickeltemperatur besteht
nicht. Dies bedeutet, dass im Fall eines aluminiumberuhigten niedriggekohlten Stahls die Ziehverformbarkeit des
Stahls nicht erreicht werden kann, es sei denn, dass der Stahl auf einen Kornvergrösserungspunkt als Fertigbearbeitungstemperatur
des Warmwalzvorganges erhitzt wird und nach dem Warmwalzvorgang rasch abgekühlt wird,, weil die Ziehverformbarkeit ,
wegen der Abscheidung von AlN an: den Korngrenzen herabgesetzt wird, oder wenn das Aufwickeln bei einer Temperatur nahe dem
Al-Umwandlungspunkt erfolgt. Im Gegensatz hierzu hat bei der vorliegenden Erfindung weder die Fertigbearbeitungstemperatur
bei dem V/armwalzen noch die Aufwickeltemperatur einen Einfluss auf die effektiven Bestandteile des erfindungsgemässen
Stahls von einer Förderung der Übervergütung. Die auf diese
Weise erhaltene warmgewalzte Wicklung wird anschliessend einem Kaltwälzvorgang unterworfen, nachdem sie ausgeglüht wurde. Der
Reduktionsprozentsatz beim Kaltwalzen muss im Hinblick auf die Verformbarkeit grosser als 30%, vorzugsweise 60% bis 85% sein«
Die kaltgewalzte Wicklung wird dann in einem kontinuierlichen Glühofen eines geeigneten Heizsystems geglüht.
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Die Glühtemperatur ist höher als 6800C, jedoch niedriger als
9000C, und die für den Ausgleich nötige Zeit beträgt weniger
als 10 Minuten. Die geglühte Wicklung wird dann einer Übervergütungsbehandlung in einer Vorrichtung für eine Übervergütungsbehandlung
unterzogen, wobei Temperaturbedingungen von 3000C bis 5000C und eine Zeit von weniger als 10 Minuten,
vorzugsweise 2 bis 5 Minuten, eingehalten werden.
Im Falle des erfindungsgemässen Stahls hat ferner die Abkühlgeschwindigkeit
von der Glühtemperatur auf die Temperatur der Übervergütungsbehandlung keinen Einfluss auf die Y/irkung, die
von der ÜberVergütungsbehandlung erzielt wird.
Nach Durchführung der Übervergütungsbehandlung wird das Stahlblech
einer geeigneten Methode wie Feinwalzen oder einer Durchführung durch eine Richtmaschine unterzogen, um die Gestalt
zu normalisieren und um Streckgrenzausdehnung auszuschliessen. Die Erfindung liefert ein kaltgewalztes Stahlblech
mit einer hervorragenden Pressverformbarkeit, bestehend aus weniger als 0,08 Gew% Kohlenstoff, 0,05 bis 0,4 Gew% Mangan,
0,015 bis 0,10 Gew% Silizium, 0,01 bis 0,10 Gew?i säurelöslichem
Aluminium, 0,003 bis 0,015 Gew% Stickstoff und dem Rest Eisen sowie unvermeidlichen Verunreinigungen. Dieses kaltgewalzte
Stahlblech wird durch eine Verfahrensstufe von einem kontinuierlichen Glühen mit oder ohne einer Übervergütungsbehandlung
hergestellt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert.
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Beispiel 1 ' . ·
Tabelle 1 zeigt die chemischen Bestandteile von verschiedenartigen
Stählen zur Erläuterung von Beispielen der vorliegenden
Erfindung.
Diese Stähle wurden durch Kaltwalzen auf eine Blechstärke von
0,8 mm gebracht. Durch die üblichen Verfahrensstufen der Herstellung
von kaltgewalzten Stahlblechen unter Warmwalz- und Kaltwalzbedingungen, wie sie in Figur· 2 dargestellt sind.
Anschliessend wurden die Stähle bei 7000C 3 Minuten in einem
Kontinuierlich-Glühofen geglüht, nach einer Aufheizzeit von
einer Minute. Nach dem Glühen wurden die Stähle auf 37O°C abgekühlt, mit Kühlgeschwindigkeiten wie sie in Tabelle 3 dar- .
gestellt sind. Anschliessend wurden sie einer, Übervergütungsbehandlung
bei 43O0C 5 Minuten lang unterzogen» Weiterhin wurde
jeder Stahl mit einem Reduktionsprozentsatz von 1,5% feingewalzt. Die mechanischen Eigenschaften der kaltgewalzten
Stahlbleche, welche durch die oben erwähnten Verfahrensschritte
erhalten wurden, sind in Tabelle 4 dargestellt«,
Kaltgewalzte Stahlbleche mit einem Gehalt von säurelöslichem Aluminium, Stickstoff und Silizium in Mengen, die innerhalb
der erfindungsgemässen Bereiche liegen, sind im allgemeinen weicher als solche Stähle, welche diese Komponenten in Mengen
enthalten, die ausserhalb der jeweiligen Bereiche liegen. Sie sind ferner hervorragend in allen mechanischen Eigenschaften,
wie Bruch-Dehnung, η-Wert und r-Wert. Es ist daher verständlich, dass die erfindungsgemässen Stahlbleche eine sehr
gute Pressverformbarkeit aufweisen. Gleichzeitig muss festgestellt
v/erden, dass die mechanischen Eigenschaften der erfindungsgemässen Stähle nur wenig von der Wickeltemperatur
(coiling temperature) beim Warmwalzen und der Abkühlgeschwindigkeit
nach dem Glühen beeinflusst werden.
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Zum Zwecke der Untersuchung der Einflüsse des Siliziums auf
die V/irkungsweise der Übervergütungsbehandlung wurden aluminiumberuhigte
niedriggekohlte Stähle mit unterschiedlichen SiIiziumgehalten einem kontinuierlichen Glühen unterworfen. Anschliessend
wurde ein Teil von ihnen einer Ubervergütungsbehandlung unterzogen, während dies bei einem anderen Teil
nicht erfolgte. Die mechanischen Eigenschaften der Stähle wurden in beiden Fällen verglichen. Die Ergebnisse dieser
Untersuchungen sind in der Figur dargestellt.
Die Zusammensetzung der untersuchten Stahlproben und die Behandlungsbedingungen
sind folgende: ■
1. Zusammensetzung:
C 0,04 - 0,07%
Mn j 0,18 - 0,30%
Lösl.Al ' ■ 0,04 - 0,06%
N 0,0045 - 0,0060%
2. Bedingungen für das V/armwalzen:
Fertigbearbeitungstemperatur 890 + 100C
Wickeltemperatur 630 + 100C
3. Bedingungen für das Kaltwalzen
Reduktionsprozentsatz 73%
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4. Bedingungen für das kontinuierliche Glühen
Ausgleichsbedingungen 700°C χ 90 sec.
Aufheizgeschwindigkeit ' 60 sec. bis auf
7000C
Kühlgeschwindigkeit durchschnittlich
22°c/sec.
Übervergütungsbehandlung 350 C χ 5 min.
5« Feinwalzen
Reduktionsprozentsatz 1,5%
Wie aus der beiliegenden Zeichnung hervorgeht werden Stahlbleche, welche Silizium in einer Menge von mehr als 0,01% enthalten,
bei einer Übervergütung mit gleichen Bedingungen erheblich weicher erhalten, wodurch die Pressverformbarkeit
so überraschend erhöht wird, dass die hierdurch erhaltenen Materialeigenschaften sehr nahe an die der SPCD-Klasse des
JIS herankommen, die kastengeglüht sind.
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Tabelle-1 : Chemische Zusammensetzung
CO O (D OO U)
CJ
|
ti
C |
Erfindung | tfick- Lung Nr. |
C | 0 | Mn | Si | P | S | Sol. Al |
N | O | |
| ü 1 |
Erfindu | φ | 0.05 | 0 0 |
.15- | 0.032 | 0.02 | 0.01 | 0.053 | 0.0038 | 0.005 | |
| im Bere] | U φ |
B C |
0.03 0.06 |
0 0 |
.33 .20 |
0.020 0.047 |
0.02 0.03 |
0.02 0.02 |
0.040 0.032 |
0.0048 0.0058 |
0.008^ 0.007 |
|
| llblech | φ | D E |
0.05 0.02 |
0 | .23 .29 |
0.017 0.080 |
0.01 0.04 |
0.01 0.02 |
0.080 0.057 |
0.0059 0.0045 |
0.004 0.005 |
|
| 3 cn |
• des Bereiclr | 0.06 | 0 | .19 | 0.023 | 0.02 | 0.01 | 0.045 | 0.0056 | 0.010 | ||
|
I
U |
cd
Λ |
G | 0.05 | 0 0 0 |
.32 | 0.009 | 0.01 | 0.01 | 0.053 | 0.0049 | 0.005 | |
| Llblech ausse | H I J |
0.04 0.05 0.07 |
0 | .28 .31 .32 |
0.035 0.010 0.024 |
0.02 -■-0.02 0.01 |
0.02 0.02 0.02 |
0.006 0.002 0.045 |
0.0029 0.0019 0.0024 |
0.018 0.032 0.011 |
||
| -μ co |
. K | 0.04 | .30 | .0.010 | 0.02 | 0.02 | 0.054 | 0.0058 | 0.006 | |||
Tabelle 2: Walzaufzeichnung
| Wick lung Nr. |
Bedingungen für das ( °c\ Wn-rmx^izen |
Wickeltempe ratur |
Kaltre- duktions- prozent- satz {%) |
| A^ | Fertigbear- beitungstemp. |
560 | 73 |
| . B | 890 | 560 | 73 |
| C | 880 | 560 | • 73 |
| D | 850 | .680 | 73 |
| E | 870 | 680 | 73 |
| F | 900 | 680 | 73 |
| G | 890 | 680 | 73 |
| H | 865 | 560 | . ■ 73 |
| I | 890 | 680 | 73 |
| J | 880 | 680 | ' .: 73 |
| K | 890 | 560 | 73 |
| 880 |
Abkühlbedingung auf 4300C nach Glühen bei
700°C
| Kühlsystem | Mittlere Kühige schwin-/ oc /sec ) dickeit |
| I II III |
5.4 ("benötigte Zeit50 see.) 22*-.;5 ("benötigte Zeit0-2 seq.) 54.0 (benötigte Zeit:5 see,) |
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Tabelle 4: Mechanische Eigenschaften
| I U ι—Ι Φ |
Wick lung Nr. |
Kühlsy | Streckgrenze | Zugfestig | ■. Bruch | n-Wert | 'r-Wert | 'Kristall- | I | NJ | |
| XJXJ | stem . | (kg/mm2) . | keit | dehnung | grösse | _^ | NJ | ||||
| CD •PÄ |
A | (kg/mm ) | \/°) | Wr. | I | cn | |||||
| to ο •H faO |
I | 22.5 | 33.2 | 44.0 . | 0.236 | 1.40 | 9.0 | GJ | |||
| ■ W φ £ φ t< 3 |
B | ||||||||||
| -ρ φ »d | II | 21.3 | 32.5 | 44.3 | 0.240 | 1.42 | 8.4 | ||||
| co | iH -H ^ ·Η f-< |
C | |||||||||
| O co |
Φ UJ •U f5 |
III | 22.0 | 33.2 | 43.8 | 0.236 | 1.45 | 8.8 | |||
| 00 | "KaI- blei |
D | |||||||||
| U) | X! CtJ £-t |
E | I | 20.8 | 32.0 | 44.8 | 0.241 | 1.46 | 8.5 | ||
| O | -Pu Φ | F | II | 2.3.0 | 34.0 | 44.0 | 0.237 | 1.47 | 8.3 | ||
| -J | CO 03 ,£} CQ |
G | III | 19.5 | 31.2 | 45.7 | 0.240 | 1.51 | 8.0 | ||
| Φ U Φ | III | 23.7 | 35.3 | 41.2 | 0.229 | 1.41 | 8.6 | ||||
| -P Φ Ä | H | ||||||||||
| N OT ü ι—I Ui ·Η bO |
III | 23.4 | 34.8 | 42.0 | 0.230 | 1.23 | 9.4 | ||||
| cd ρ φ c | |||||||||||
| £ ca ^ 3 | I | ||||||||||
| φ φ ΰ fen ^^ ^^ ^2 |
III | 27.3 | 36J;5 | 40.1 | 0.225 | 1.08 | 10.2 | ||||
| +^ Ο ·Η | |||||||||||
| H Φ W «Η «3 H Φ ί·· |
J | ||||||||||
| III | 24.0 | 36.0 | 42.2 | 0.228 | 1.25 | 9.0 | |||||
| K | |||||||||||
| III | 27.9 | 37.2 | 40.5 | 0.223 | 1.18 | 9.3 | |||||
Tabelle 5 zeigt Stahlproben, welche erhalten v/erden, wenn man
Stähle in einer chemischen Zusammensetzung wie sie in den Beispielen 1 und 2 gezeigt sind, einer Vakuumentgasungsbehandlung
unterzieht, um den Kohlenstoffgehalt auf einen Bereich von 0,001 bis 0,009/0 zu verringern.
Diese Stähle wurden warmgewalzt und anschliessend kaltgewalzt unter den üblichen Wärmwalz- und Kaltwalzbedingungen,
wie sie in Tabelle 6 gezeigt sind, um ein Stahlblech mit einer Dicke von 0,8 mm zu erhalten. Dabei und anschliessend
wurden sie bei 870°C vier Minuten lang kontinuierlich geglüht. Die so geglühten Stahlbleche wurden dann mit einem Reduktionsprozentsatz
von Λ% feingewalzt. Die mechanischen Eigenschaften der auf diese Weise durch die oben genannten Verfahrensschritte
erhaltenen Stahlbleche sind in Tabelle 7 dargestellt.
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co
(O OO U)
| Probe No. |
LÖsl. C Mn Si P Al N OS |
|
| 'Al-beruhigter extrem niedrig gekohlter Stahl im Bereich der Erfindung |
A B C D |
0.007 0.15 0.032 0.02 0.043 0.0076 0.005 0.02 0.005 0.33 0.020 0.02 0.086 0.0103 0.008' 0.02 0.009 0.30 0.065 0.02 0.097 0.0138 0.006 0.03 0.004 0.10 0.145 0.01 0.027 0.0045 0.012 0.01 |
| Al-beruhigter Stahl ausser halb des Bereichs der Erfin dung |
E F |
0.013 0.28 0.030 0.02 0.043 0.0082 0.003 0.02 0.008 0.23 0.010 0.03 0.03 0.0056 0.005 0.02 |
| Ti-haltiger, extrem niedrig gekohlter Stahl aussorhalb • des Bereichs der Erfindung |
G · | Ti 0.008 0.15 0.01 0.01 0.105 0.0045 0.003 0.03 |
CD
| Wick lung Nr. |
Bedingungen für das Wann-" walzen ( C) |
Wickeltempe- ratur |
Kalire- duktions-.. Prozent satz (%) |
| A B C ." E *\ G |
Fertigbearbei- tunpstemp. |
560 530 620 570 570 390 550 |
70 70 74 76 70 70 76 |
| 890 880 890 870 850 .840 900 |
Tabelle 7: Mechanische Eigenschaften geglühter Stähle
| Probe Nr. |
Streck grenze·^· (kg/mm ; |
Zugfe stigkeit (kg/mm ) |
Bruch dehnung (%) |
n-Wert | r-Wert | Kristall- korn- grösse Nr. |
|
| *1 | A B C D |
14.3 15.0 15,1 15.3 |
32.6 32.0 32.0 32.5 |
49 ■ i ■ 49 49 47 |
0 .259 0.250 0.255 0.254 |
1„94 1.95 1.80 2.00 |
7.6 8.0 8.0 6.9 |
| *2 | E F |
19.3 18.2 |
33.5 35.6 |
44 43 |
0.238 0.220 |
1.53 1.15 |
8.5 9.1 |
| *3 | G | 12.8 | 31.8 | 53 | 0.291 | 2.40 | 8.1 |
*1: Stahl im Bereich der Erfindung *2: Stahl ausserhalb des Bereichs der Erfindung
*3: Ti-haltiger extrem niedriggekohlter- Stahl ausserhalb des
Bereichs der Erfindung
*4: 0,2% Streckgrenze
Glühsystem: Kontinuierliches Glühen 8700C χ 4 min.
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Aus dem Vorstehenden, insbesondere in Bezugnahme auf die Beispiele
1 und 2, ist die grundsätzliche Idee der vorliegenden Erfindung ersichtlich. Sie bezweckt mittels eines kontinuierlichen
Glühverfahrens ein Stahlblech zu schaffen, das eine ausgezeichnete Pressverformbarkeit aufweist. Die Grundidee
der Erfindung beruht auf den Erkenntnissen, dass ein Stahlblech bei einer kontinuierlichen Glühbehandlung eine vorzügliche
Pressverformbarkeit erhalten kann, wenn man Hauptkomponenten des Stahls genau vorschreibt, insbesondere Silizium
in einer Menge zugibt, wie sie von der vorliegenden Erfindung vorgeschrieben ist. Die Pressverformbarkeit von Stahl kann
jedoch noch bemerkenswerter verbessert werden, indem man diesen Stahl einer Übervergütungsbehandlung unterzieht, das
heisst einer Art künstlicher Vergütung, wie sie bei dem Weichermachen
von Stählen angestrebt v/ird. :·
Mit der vorliegenden Erfindung ist es daher gelungen, in wirtschaftlicher Hinsicht das grösste Problem, ein durch eine
härtende Veredelung bedingtes Hartwerden,zu überwinden, ein Problem, das bei der Herstellung eines kaltgewalzten, niedriggekohlten
Stahlblechs durch kontinuierliches Glühen gemäss jedem herkömmlichen Verfahren auftritt. Der Grund für die
hohe Geschwindigkeit der Übervergütung des erfindungsgemässen Stahlblechs scheint darin zu liegen, dass in dem Stahl enthaltenes
Silizium den Niederschlag von Karbiden fördert. Dies scheint auch mit der Tatsache zusammenzuhängen, dass der
r-Wert des erfindungsgemässen Stahles, der nach dem kontinuierlichen Glühen erhalten wird, nur wenig von der Wickeltemperatur
des Warmwalzschrittes beeinflusst wird, da AlN,das während des Warmwalzens niedergeschlagen wird, nicht die einfache
Form von AlN einnimmt, sondern dass eine Verbindung aus Al-N-C ausfällt. Folglich existiert kein grosser Unterschied
in der Grosse des Ausgefallenen und seiner von dort erfolgenden Verteilung.
309833/0772
Tabelle 3 gibt darüberhinaus die Lehre, dass selbst ohne eine
Durchführung einer Übervergütungsbehandlung am Ende des kontinuierlichen Glühvorgangs bei einem erfindungsgemässen Stahl
die Pressverformbarkeit verbessert werden kann, wenn der Kohlenstoffgehalt
auf einen Bereich zwischen 0,001 und 0,009% verringert werden kann, um den Stahl weicher zu gestalten,
indem man den geschmolzenen Stahl einer Vakuumentgasungsbehandlung unterzieht.
In diesem Fall bedarf es ferner der Erwähnung, dass der f-¥ert
auch von seiner Abhängigkeit von der Erhitzungsgeschwindigkeit des Glühens befreit werden kann. Im Falle eines Stahls
mit einem Kohlenstoffgehalt von mehr als 0,01% ändert sich im
allgemeinen die Abhängigkeit des r-Wertes von der Heizgeschwindigkeit
des Glühens in Abhängigkeit von dem Kohlenstoffgehalt des Stahls, wie dies typisch für ein aluminiumberuhigtes
kaltgewalztes Stahlblech ist. Durch die Verminderung des Kohlenstoffgehaltes
des erfindungsgemässen Stahls auf weniger als 0,09%, indem man diesen einer Vakuumentgasungsbehandlung
unterzieht, verschwindet daher Wie oben erwähnt, diese Abhängigkeit von dem r-Wert. Dies zeigt., dass die Rekristallisationsstruktur
des aluminiumberuhigten, kaltgewalzten Stahlblechs eine Änderung durchmacht, von einer bestimmten Grenze
des Kohlenstoffgehaltes, während sie den Kohlenstoffgehalt von 0,01% zu einem Grenzwert macht. Hieraus ist es verständlich,
dass die Rekristallisationsstruktur des aluminiumberuhigten,
kaltgewalzten Stahlblechs mit einem Kohlenstoffgehalt, von weniger als 0,01% für ein Glühverfahren geeignet ist,
bei dem eine rasche Aufheizung durchgeführt wird.
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Claims (3)
1. Kaltgewalztes Stahlblech für Pressverformung, gekennzeichnet durch Unterwerfung in eine
kontinuierliche Glühbehandlung bei der Herstellung und einen Gehalt von weniger als 0,08 Gew% Kohlenstoff, 0,05
bis 0,4 Gev/% Mangan, 0,015 bis 0,10 Gev/% Silizium, 0,01
bis 0,1 Gew% Stickstoff sowie einen Restgehalt von Eisen und unvermeidlichen Verunreinigungen.
2. Kaltgewalztes Stahlblech nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die kontinuierliche Glühbehandlung an ihrem Ende eine ÜberVergütungsbehandlung enthält, wobei diese
Übervergütungsbehandlung bei 3000C bis 5000C über eine
Zeit von weniger als 10 Minuten, bevorzugt 2 bis 5 Minuten, durchgeführt wird.
3. Kaltgewalztes Stahlblech nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Kohlenstoffgehalt auf einen Bereich von 0,001 bis 0,009 Gevi% reduziert wird, indem der Stahl
in geschmolzenem Zustand einer Vakuumentgasungsbehandlung unterworfen wird.
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Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP10537671A JPS5322052B2 (de) | 1971-12-27 | 1971-12-27 | |
| JP10115972A JPS4959019A (de) | 1972-10-11 | 1972-10-11 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2263431A1 true DE2263431A1 (de) | 1973-08-16 |
Family
ID=26442076
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19722263431 Pending DE2263431A1 (de) | 1971-12-27 | 1972-12-27 | Kaltgewalztes stahlblech fuer pressverformung |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2263431A1 (de) |
| FR (1) | FR2166064B1 (de) |
| GB (1) | GB1376266A (de) |
| IT (1) | IT974298B (de) |
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1972
- 1972-12-21 GB GB5905272A patent/GB1376266A/en not_active Expired
- 1972-12-22 IT IT5500472A patent/IT974298B/it active
- 1972-12-27 FR FR7246362A patent/FR2166064B1/fr not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR2166064A1 (de) | 1973-08-10 |
| GB1376266A (en) | 1974-12-04 |
| IT974298B (it) | 1974-06-20 |
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