DE2263178C3 - Tabakrauchfilter - Google Patents
TabakrauchfilterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Tabakrauchfilter, das faser-, faden- oder blattförmiges Filtermaterial, Zinkoxid und
einen flüssigen Weichmacher enthält und sowohl zur Herstellung von Zigaretten, Zigarillos und Zigarren als
auch zur Herstellung von auswechselbaren Einsatzfiltern für Pfeifen sowie Zigaretten- und Zigarrenspitzen
verwendet werden kann.
Es ist allgemein bekannt, zur Entfernung von schädlichen Bestandteilen aus Tabakrauch Tabakrauchfilter
aus verschiedenen Materialien, insbesondere Krepp-Papier und Celluloseacetat, zu verwenden. Mit
Hilfe derartiger Filter ist es möglich, aus dem Tabakrauch wirksam halbflüssige und flüssige Tröpfchen
sowie Feststoffpartikeln zu entfernen, nicht aber gasförmige Bestandteile. Es hat daher nicht an
Versuchen gefehlt, die Filter- und Adsorptionseigenschaften der Tabakrauchfilter dadurch weiter zu
verbessern, daß man ihnen bestimmte Adsorbentien, wie z. B. Zinkoxid, Ferrioxid und Cuprooxid, zusetzt. Es
hat sich jedoch gezeigt, daß z. B. Zinkoxid für eine wirksame Entfernung von gasförmigen Komponenten
des Tabakrauchs, insbesondere Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstoff, nur dann geeignet ist, wenn es in
extrem hohen Konzentrationen verwendet wird.
Es ist ferner bekannt, zur Herabsetzung der Brenntemperatur des Tabaks verschiedene Carbonate,
z. B. Natriumcarbonat, zu verwenden. Versuche haben jedoch gezeigt, daß Natriumcarbonat, Magnesiumcarbonat
und Calciumcarbonat sowohl in der Hydrat-Form als auch in der wasserfreien Form nur einen sehr
begrenzten Wirkungsgrad bei der Entfernung von flüchtigen Komponenten, insbesondere von Cyanwasserstoff,
aus Rauch haben. Natriumcarbonat hat sich ferner als besonders unwirksam zur Entfernung von
Schwefelwasserstoff aus Tabakrauch erwiesen.
Aus der US-PS 36 18 619 ist es weiterhin bekannt, Tabakrauchfilter aus Celluloseacetat unter Verwendung
von Zinkoxid, Ferrioxid öder Cuprooxid einerseits
sowie einem organischen Aktivator oder Weichmacher, wie z. B. Triäthylenglykol, Triaceton oder Polyäthylenglykol
herzustellen.
Aus der US-PS 35 50 600 ist es schließlich bekannt,
35
40
50
55 eine Mischung aus hydraUsieriem Zinkacetat und
Natriumacetat zur Entfernung nächtiger Komponenten, einschließlich Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstofl
aus Tabakrauch zu verwenden. Obwohl es die Verwendung dieser Salze der Essigsäure ermöglicht,
flüchtige Bestandteile des Tabakrauchs selektiv zu entfernen, besteht ein Bedürfnis nach noch wirksameren
Adsorbentien für die selektive Entfernung flüchtiger Tabakrauchbestandteile aus leicht zugänglichen Zusätzen,
insbesondere anorganischen Salzen. Es ist jedoch bekannt, daß sich anorganische Salze nur schwer mit
organischen Weichmachern vermischen lassen, die zum Aufbringen von Zusätzen auf ein Celluloseacetatfiltermaterial
geeignet sind. Versuche, Natriumacetat durch Natriumcarbonat zu ersetzen, haben sich als unbefriedigend
erwiesen. Dabei wurde eine starke Verminderung der selektiven Entfernung der gasförmigen Komponente,
insbesondere von Schwefelwasserstoff, festgestellt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Tabakrauchfilter anzugeben, das leicht
zugängliche und wirksame Filterzusätze enthält, die gemeinsam mit dem Filtermaterial auf wirksamere Art
und Weise, als es bisher möglich war, die Entfernung flüchtiger Bestandteile, insbesondere von Cyanwasserstoff
und Schwefelwasserstoff, aus dem Rauch von brennendem Tabak ermöglichen.
Es wurde gefunden, daß die gestellte Aufgabe durch ein Tabakrauchfilter mit faser-, faden- oder blattförmigem
Filtermaterial, Zinkoxid und einem flüssigen Weichmacher gelöst werden kann, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß es zusätzlich Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat oder ein Gemisch davon in
Mischung mit dem Zinkoxid enthält, wobei das Zinkoxid und das Carbonat in der Mischung, die auf das
Filterträgermaterial in einer Menge von mindestens 30 μΜοΙ aufgebracht wird, in einem Molverhältnis von
25:1 bis 1 :25 vorliegen und daß die Mischung
Zinkoxid/Carbonat in einem Anteil von 10 bis 40 Gew.-% in dem Weichmacher, dessen Anteil im
Gesamtgemisch Zinkoxid/Carbonat/Weichmacher 90 bis 60 Gew.-°/o beträgt, suspendiert ist.
Das erfindungsgemäße Tabakrauchfilter kann an einem Ende einer äußeren Hülle, in der sich eine
Tabakfüllung befindet, befestigt werden.
Die Zeichnungen dienen der näheren Erläuterung der Erfindung. Im einzelnen sind dargestellt in:
F i g. 1 ein Diagramm, aus dem sich die selektiven Filtereigenschaften eines erfindungsgemäßen Tabakrauchfilters
in bezug auf Cyanwasserstoff ergeben,
F i g. 2 ein Diagramm, aus dem sich die selektiven Filtereigenschaften eines erfindungsgemäßen Tabakrauchfilters
in bezug auf Schwefelwasserstoff ergeben und
Fig.3 ein Diagramm, aus dem sich die selektiven Filtereigenschaften eines erfindungsgemäßen Tabakrauchfilters
in bezug auf Cyanwasserstoff im Vergleich zu den erwarteten Wirkungsgraden für vorher festgelegte
Zusatzmengen ergeben.
Ein erfindungsgemäßes Tabakrauchfilter wird in der Weise hergestellt, daß ein aus einem faser-, faden- oder
blattförmigen Filtermaterial hergestelltes übliches Filtermaterial mit einer Mischung aus Zinkoxid und
Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat oder einem Gemisch davon behandelt wird. Um das Aufbringen der
Mischung auf das Filtermaterial, z. B. einen Celluloseacetatstrang,
zu erleichtern, wird zuerst eine stabile Suspension der Mischung hergestellt.
Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich zwar
auf Zinkoxid- und Natriumcarbonatzusätze, sie gelten
jedoch auch für Kaliumcarbonat- und Zinkoxidzusätze.
Zweckmäßig wird die stabile Suspension in der Weise hergestellt, daß unter Rühren festes Zinkoxid, festes
Natriumcarbonat und ein flüssiger Weichmacher innig miteinander vermischt werden. Es können übliche
flüssige Weichmacher verwendet werden, wie z. B. Träthylenglykoldiacetat, Triäthylencitrat, Triacetin und
Glycerinderivate.
Die Konzentration der Feststoffe in dem Weichmacher liegt bei 10 bis 40% des Gesamtgewichtes von
Feststoffen und Weichmacher. Zur Herstellung der stabilen Suspension werden die Zusätze und der flüssige
Weichmacher in eine Kugelmühle eingeführt und so lange miteinander vermählen, bis eine versprühbare
Dispersion vorliegt, die mindestens 4 bis 5 Tage stabil ist Die Mahidauer beträgt mindestens 16 Stunden, um
zu gewährleisten, daß die Feststoffteilchen in ausreichendem Maße zerkleinert werden.
Mit Hilfe der stabilen Dispersion lassen sich sowohl die Zusätze als auch ein Weichmacher auf das
Filtermaterial, z. B. einen Celluloseacetatstrang, aufbringen, wobei eine Bindung zwischen den Fasern erzeugt
wird. Früher wurden wasserlösliche Zinkacetat- und Natriumacetatsalze in Form einer wäßrigen Lösung
Krepp-Papier zugesetzt. Ein wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, daß eine
einen Filterzusatz und einen Weichmacher enthaltende stabile, versprühbare Dispersion, auf ein übliches
Filtermaterial, z. B. einen Celluloseacetatstrang, aufgebracht wird, um sowohl die selektiven Filtereigenschaften
des Filters zu erhöhen als auch um ein verfestigtes und elastisches Filter als Folge der Wetchmacherwirkung
der Dispersion zu erhalten.
Besonders vorteilhafte Filtereigenschaften werden dann erhalten, wenn das Molverhältnis von Zinkoxid zu
Natriumcarbonat bei 8 : 1 bis 1:5 liegt, wie sich aus F i g. 3 ergibt.
Aus der folgenden Betrachtung ergeben sich die nicht vorhersehbaren selektiven Filterwirkungsgrade, die mit
einem erfindungsgemäßen Tabakrauchfilter erzielt werden können. Der erwartete Filtrierwirkungsgrad für
Cyanwasserstoff läßt sich wie folgt ableiten:
C-Z , ς _±!L,
worin bedeuten:
E1 = Bruchteil der Wirksamkeit bei alleiniger Verwendung
eines Acetatstranges,
E7 = Bruchteil der Wirksamkeit bei alleiniger Verwendung
von Zinkoxid,
En = Bruchteil der Wirksamkeit bei alleiniger Verwendung
von Natriumcarbonat,
A == Menge des auf das Filter einwirkenden Cyanwasserstoffs,
B = Menge des nach der Acetatfiltration zurückbleibenden Cyanwasserstoffs,
C = Menge des nach der Zinkoxidfiltration zurückbleibenden Cyanwasserstoffs,
D = Menge des an den Raucher nach der Natriumcarbonatfiltration abgegebenen Cyanwasserstoffs.
Berücksichtigt man, daß die Mengen, die durch eine Komponente herausgefiltert wurden, nicht durch die
andere Komponente herausgefiltert werden können, so ergibt sich folgendes:
\. D= A(I-E1) = C(I - En)
= B(I - E1)(I - En)
= A(I - Ef)(\ - E2)(I -En)
== A([ -Ef-E2- En - EfE2En + ExE2 + E1En + E2En).
Deshalb gilt für die Gesamtwirksamkeit des Filters E, folgendes:
11. E1 = Ef + E2 + En + EfE1En - E1E2 - EfE„ -E2En.
EfE1En ist der Ausdruck für die Wechselwirkung, die
eine Erhöhung der Gesamtfilterleistung bewirkt, wenn alle drei Komponenten vorhanden sind; EfE7, EfEn,
E1 En stellen Parameter dar, die der Tatsache Rechnung
tragen, daß die Mengen, die durch eine Komponente herausgefiltert wurden, nicht durch die anderen
Komponenten entfernt werden können; da Ef eine
mechanische Filtration darstellt, wird angenommen, daß Ef eine von der chemischen Filtration E7 und En
unabhängige Konstante darstellt. Somit ergeben sich die Werte für E7 oder En allein aus der folgenden Gleichung:
III
ill.
ill.
worin 1 = ζ oder /1 und V.\ -— die Gesamtliltration mit
ζ oder /1 sind.
Wenn einmai die Werte für c,unu En für Zinkoxid und
Natriumcarbonat bekannt sind, dann können für jede beliebige Mischung in dem Filter die Kurven (Höhenlinien)
der Gesamtwirksamkeit angegeben werden. Dies ist in der Fig. 3 dargestellt. Es wurde festgestellt, daß
der experimentelle Wert für Ef Ez En viel größer ist als
vorhergesagt und daß die Gesamtfilterwirksamkeit erhöht ist proportional zu
SO \\t*f L·/ Cn/ experimentell " (£/" £*z Cn/ berechnetJ-
F i g. 3 zeigt auch, warum ein Molverhältnis vor Zinkoxid zu Natriumcarbonat von 8:1 bis \ :l
ss besonders vorteilhaft ist. Mit einem solchen Molverhält
nis ist es möglich, auf einfache Weise einen Filterwir kungsgrad von 80% und mehr zu erzielen.
Die Steuerung des Filterwirkungsgrades zwischen 5( und 80% ist schwierig. Fig. 3 zeigt, daß die 50%- um
(.Ii 80%-Kurven am weitesten auseinanderliegen, wenn dii
obigen Molverhältnisse innerhalb des Bereiches voi 8:1 bis 1:5 liegen. Eine Änderung der Zusatzmengi
oder des Verhältnisses von 1% führt zu eine verhältnismäßig geringen .Änderung des Gesamtfilter
ds Wirkungsgrades innerhalb des bevorzugten Molverhält
nisbereiches. Eine Änderung von 1% außerhalb de bevorzugten Bereiches führt zu einer größeren Verän
derung des Wirkungsgrades.
Im allgemeinen werden zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Tabakrauchfilters so viel Zinkoxid
und Natrium- und/oder Kaliumcarbonat verwendet, daß etwa 2 bis etwa 25 mg dieser Feststoffe auf eine
Zigarette entfallen. Vorzugsweise entfallen etwa 3 bis etwa 10 mg der Zinkoxid-Natriumcarbonat-Mischung
auf eine Zigarette. Wie in Fig.3 dargestellt, liegen in
einem Filterabschnitt mindestens 30 Mikromole (μΜοΙ)
Zusatzstoffe vor.
Die im folgenden beschriebenen Vergleichsversuche mit Mischungen aus Zinkoxid und Calcium- oder
Magnesiumcarbonat zeigen, daß es erforderlich ist, Natrium- oder Kaliumcarbonat zu verwenden. Die
selektiven Filterwirkungsgrade für Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstoff bei Verwendung von Calcium- und
Magnesiumcarbonat betrugen nur einen Bruchteil derjenigen, die mit Natrium- und Kaliumcarbonat
erzielt wurden.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern.
Zur Veranschaulichung des Wirkungsgrades mit dem unter Verwendung eines erfindungsgemäßen verbesserten
Filters selektiv flüchtige Rauchbestandteile, insbesondere Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstoff,
entfernt werden können, wurde ein 30 cm langer 3.3Y-44 OOO-Celluloseacetatstrang von Hand aufgelokkert,
d. h. derart behandelt, daß die den Strang aufbauenden Fadenbündel voneinander getrennt wurden,
so daß das Ganze einem Baumwollbüschel ähnelte, und der Strang an Breite und Dicke zunahm. Von dem
Strang wurden 6 cm lange Enden abgeschnitten. Das Gewicht des Stranges betrug 400 mg.
Der in der beschriebenen Weise vorbehandelte Strang wurde dann unter Verwendung eines üblichen
Laborzerstäubers mit einer stabilen Dispersion besprüht, die durch 24 Stunden langes Vermählen einer
Mischung von 200 g Zinkoxid, 50 g Natriumcarbonat und 550 g Weichmacher hergestellt worden war. Das
Molverhältnis von Zinkoxid zu Natriumcarbonat in der Dispersion lag bei 5:1. Bei dem verwendeten
Weichmacher handelte es sich um eine Mischung von 6 Gew.-Teilen Triäthylenglykoldiacetat und 5 Gew.-Teiien
Polyäthylenglykol.
Der besprühte Strang wurde dann verdichtet und in den Tabakhohlraum einer manuellen Zigarettenherstellungsvorrichtung
eingeführt. Der erfindungsgemäße Filterstab wurde so hergestellt, wie man eine Zigarette
in der Zigarettenherstellungsvorrichtung herstellen würde. Die dabei erhaltenen Stäbe wurden mindestens
vier Stunden lang gehärtet und danach in 21 -mm-Filtersegmente
zerschnitten. Die 21-mm-Filtersegmente wurden in den Mundstückhohlraum einer 84-mm-Standardzigarette
eingesetzt.
Die in der beschriebenen Weise hergestellten Zigaretten wurden unter Verwendung einer üblichen
Abrauchvorrichtung, welche die Zigaretten bis zu dem Filtermundstück plus 3 mm abrauchte, mechanisch
abgeraucht. Die nach dem obigen Verfahren hergestellten Filter enthielten 4 mg Zinkoxyd und 0,9 mg
Natriumcarbonat. Mittels üblicher analytischer Methoden wurden die aus dem Rauch entfernten Mengen an
Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstoff bestimmt.
Die Analyse des Tabakrauchs zeigte eine 80%ige Verminderung des Cyanwasserstoffs und eine 89u/oige
Verminderung des Schwefelwasserstoffs im Vergleich zu einem nach dem obigen Verfahren hergestellten
Vergleichsfilterstab, bei dessen Herstellung jedoch kein Filterzusatz verwendet wurde.
Zur Demonstration der .synergistischen Wechselwirkung
zwischen dem Zinkoxyd und dem Natriumcarbonat, die zu einer unerwartet höheren selektiven
Entfernung von Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff führt, wurden nach dem in Beispiel 1 angegebenen
ίο Verfahren Filterstäbe hergestellt und untersucht. Es
wurde eine erste Reihe von Stäben hergestellt, die als Filterzusatz nur Zinkoxyd enthielten. Dann wurde eine
zweite Reihe von Stäben hergestellt, die als Filterzusatz nur Natriumcarbonat enthielten. Schließlich wurde eine
dritte Reihe von Stäben hergestellt, die als Filterzusatz eine Mischung von Zinkoxyd und Natriumcarbonat
enthielten. Die Filterstäbe wurden zu Zigaretten verformt und nach dem in Beispiel 1 angegebenen
Verfahren untersucht.
Die bei diesen Untersuchungen erhaltenen Ergebnisse sind in den Diagrammen der Fig. 1 und 2 erläutert.
Der Gewichtsprozentsatz an entferntem Cyanwasserstoff und Schwefelwasserstoff im Vergleich zu dem
nichtbehandelten Rauch ist in diesen Diagrammen gegen die in dem Filterabschnitt vorhandene Gewichtsmenge (Beladung) an Zinkoxyd und/oder Natriumcarbonat
in mg aufgetragen. Wie in der F i g. 1 dargestellt, liegen typische Entfernungswerte für Cyanwasserstoff
durch Zinkoxyd innerhalb des Bereiches von 23 bis 58%, während die Entfernungswerte bei Natriumcarbonat
innerhalb des Bereiches von 48 bis 62% liegen. Die erwarteten Zusatzeffekie eines gleiche Gewichtsmengen
an Zinkoxyd und Natriumcarbonat enthaltenden Filterabschnittes sind in der F i g. 1 durch eine mittlere
Linie dargestellt. Da das Molgewicht für Zinkoxyd und
Natriumcarbonat nahezu identisch ist, zeigt das Diagramm auch die erwarteten selektiven Rauchentfernungseigenschaften
bei äquimolaren Konzentrationen.
Wie aus der F i g. 1 hervorgeht, war der Entfernungs-
Wie aus der F i g. 1 hervorgeht, war der Entfernungs-
wirkungsgrad bei Verwendung des erfindungsgemäßen
Filterzusatzes in bezug auf Cyanwasserstoff um mehr als 30% höher als das erwartete Zusatzergebnis. Der
theoretische Hintergrund für diese synergistische Wechselwirkung ist derzeit noch nicht geklärt. Es wird
jedoch angenommen, daß die gleichförmigere Ablagerung des feinverteilten Zusatzes auf dem Filterabschnitt,
die durch die am Anfang gebildete stabile Dispersion erzielt wird, mindestens teilweise dafür verantwortlich
ist. Jedoch haben auch aufgestäubte erfindungsgemäße
Zusatzmischungen unerwartete selektive Entfernungswirkungsgrade ergeben.
Wie die Fig. 2 zeigt, war der erfindungsgemäß erzielte Entfernungswirkungsgrad in bezug auf Schweiclwasserstoif
um 70% besser als der durch die Kombination der Einzelbestandteile erwartete Wirkungsgrad.
Auch hier ist der Mechanismus der Wechselwirkung zwischen den Zusätzen noch nicht
aufgeklärt, es wird jedoch angenommen, daß die gebildete gleichförmig feine Partikeldispersion eine
(,0 gleichmäßigere Ablagerung des Zusatzes auf dem Filterstöpsel erlaubt, was zu einer größeren Oberfläche
der dem hindurchströmenden Tabakrauch ausgesetzten Partikeln führt. Bei den bisher angewendeten Methoden
zur Einführung von Feststoffpartikeln in Filtermund-
(>s stücke (Filterstöpsel) bestand eine Neigung zur Bildung von Aggregaten oder Agglomerated wodurch die
Oberfläche der Partikeln und ihr selektiver Entfernungswirkungsgrad vermindert wurden. Die in den
Fig. 1 und 2 graphisch dargestellten Ergebnisse sind in
der folgenden Tabelle I tabellarisch zusammengefaßt.
Synergismus zwischen Zinkoxyd und
Natriumcarbonat
Natriumcarbonat
| Verwendeter Zusatz | Menge pro | lilter | Iinlfcrnungs- | H2 |
| wirkungsgrad | ||||
| in % | 13 | |||
| mg | μ M Ol | HCN | 22 | |
| Zinkoxyd | 2,1 | 26 | 23 | 17 |
| 5,0 | 61 | 37 | 8 | |
| 7,2 | 88 | 38 | ||
| 10.0 | 123 | 58 | 19 | |
| Natrium | 3,2 | 30 | 48 | 54 |
| carbonat | 7,2 | 68 | 58 | 89 |
| 9,9 | 94 | 62 | 89 | |
| Zinkoxyd/ | 3,8/9,2 | 47/2 | 63 | 87 |
| Natrium | 4,0/0,9 | 49/9 | 80 | 78 |
| carbonat | 3,3/1,7 | 40/16 | 79 | 88 |
| 2,0/2,7 | 25/25 | 76 | 86 | |
| 7,6/0,4 | 93/4 | 74 | ||
| 6,6/3,4 | 80/32 | 82 | ||
| 4,8/4,8 | 59/45 | 84 | ||
| 2.5/5.0 | 31/47 | 86 | ||
| 1,8/5,6 | 22/53 | 81 | ||
| 1,2/6,4 | 15/60 | 77 | ||
In der US-Patentschrift 35 50 600 sind Daten angegeben, die zufriedenstellende Eigenschaften für ein
aus Zinkacetat und Natriumacetat hergestelltes Filter anzeigen. Es wurde nun ein Versuch durchgeführt, bei
dem das Natriumacetat durch Natriumcarbonatmonohydrat ersetzt wurde. Es wurden Filter hergestellt, auf
Zigaretten befestigt, und diese wurden, wie in der US-Patentschrift 35 50 600 angegeben, abgeraucht. Die
dabei erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle II zusammengefaßt.
| Tabelle | II | Gew.-% jeder | Entfernung der |
| Ver | Verwendeter | Komponente | Rauchkomponente |
| such | Zusatz | in dem Filter | in % |
| Nr. | HCN H2S | ||
| 5 | 60 82 | ||
| I. | Zinkaceiat | 5 | |
| Natriumacetat | 5 | 62 21 | |
| T | Zinkacetat | 5 | 53 9 |
| 3. | Natrium- | ||
| carbonat- | |||
| monohydrat | 5 | ||
| Zinkacetat | |||
Die vorstehend angegebenen Ergebnisse zeigen, daß der Ersatz des Natriumacetats durch Natriumcarbonat
zu einem Abfall des selektiven Entfernungswirkungsgrades in bezug auf Schwefelwasserstoff von 71% und
zu einem Abfall in bezug auf Cyanwasserstoff von 7% führte. Trotz dieser nachteiligen Versuchsergebnisse
wurde nun gefunden, daß beim weiteren Ersatz von Zinkacetat durch Zinkoxyd sich die Rauchentfernungseigenschaften
in überraschender Weise verbesserten.
ίο Versuchsergebnisse haben gezeigt, daß bei praktisch
identischen Zugabemsngen das erfindungsgemäße Filter eine Verbesserung der Cyanwasserstoffentfernung
in der Größenordnung von 20% und eine Verbesserung der Schwefelwasserstoffentfernung in der
Größenordnung von 6% im Vergleich zu Zigaretten ergab, die als Filterzusätze Zinkoxyd und Natriumacetat
enthielten. Im Vergeich zu den Zigaretten, die ein Filtermundstück aus Zinkacetat und Natriumcarbonat
enthielten, führte das erfindungsgemäße Filter zu einer Verbesserung der selektiven Entfernungseigenschaften
in bezug auf Cyanwasserstoff in der Größenordnung von 30% und in bezug auf Schwefelwasserstoff in der
Größenordnung von 70%.
Nach dem in Beispiel 1 angegebenen Verfahren wurde eine stabile Dispersion aus 73,5 Gew.-Teilen
Weichmacher, 19,8 Gew.-Teilen Zinkoxyd und 6,8 Gew.-Teilen Kaliumcarbonat hergestellt. Es wurden
Filter hergestellt, die 6 mg Zinkoxyd und 2 mg Kaliumcarbonat (Molverhältnis 4,4 :1) enthielten, und
diese wurden wie in Beispiel 1 untersucht. Die Entfernungswirkungsgrade von 73% für HCN und 82%
für H2S waren mit einem Äquivalenten, mit Zinkoxyd/ Natriumcarbonat behandelten Filter vergleichbar.
Vergleichsbeispiel 1
Es wurde eine stabile Dispersion aus 74,8 Teilen Weichmacher, 20,2 Teilen Zinkoxyd und 5,0 Teilen
Calciumcarbonat hergestellt und wie in Beispiel 1 untersucht. Filter, die 6 mg Zinkoxyd und 1,6 mg
Calciumcarbonat (Molverhältnis 4,6 :1) enthielten, waren in bezug auf die Entfernung von Cyanwasserstoff
oder Schwefelwasserstoff praktisch unwirksam. Die selektiven Entfernungswirkungsgrade für Cyanwasserstoff
und Schwefelwasserstoff betrugen 22% bzw. 12%.
Vergleichsbeispiel 2
Es wurde eine stabile Dispersion aus 74,6 Teilen Weichmacher, 20,3 Teilen Zinkoxyd und 5,1 Teilen
Magnesiumcarbonat hergestellt und wie in Beispiel 1 untersucht. Filter, die 6 mg Zinkoxyd und 1,5 mg
Magnesiumcarbonat (Molverhältnis 4,1 :1) enthielten, waren in bezug auf die Entfernung von Cyanwasserstoff
oder Schwefelwasserstoff unwirksam, wobei die Entfernungswirkungsgrade 28% bzw. 2% betrugen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
709 650/175
Claims (2)
1. Tabakrauchfilter, das faser-, faden- oder blattförmiges Filtermaterial, Zinkoxid und einen
flüssigen Weichmacher enthält, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich Natriumcarbonat
oder Kaliumcarbonat oder ein Gemisch davon in Mischung mit dem Zinkoxid enthält, wobei das
Zinkoxid und das Carbonat in der Mischung, die auf das Filterträgermaterial in einer Menge von
mindestens 30 μ Mol aufgebracht wird, in einem Molverhältnis von 25 :1 bis 1 :25 vorliegen und daß
die Mischung Zinkoxid/Carbonat in einem Anteil von 10 bis 40 Gew.-% in dem Weichmacher, dessen is
Anteil im Gesamtgemisch Zinkoxid/Carbonat/ Weichmacher 90 bis 60 Gew.-% beträgt, suspendiert
ist.
2. Tabakrauchfilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es das Zinkoxid und das
Natriumcarbonat in einem Molverhältnis von 8 : 1 bis 1 :5 enthält.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US00220743A US3802441A (en) | 1972-01-26 | 1972-01-26 | Tobacco smoke filter additive |
| US22074372 | 1972-01-26 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2263178A1 DE2263178A1 (de) | 1973-08-02 |
| DE2263178B2 DE2263178B2 (de) | 1977-04-28 |
| DE2263178C3 true DE2263178C3 (de) | 1977-12-15 |
Family
ID=
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