DE2261879B2 - Verfahren und Vorrichtung zum Angiessen einer Vielzahl von Aluminiumsträngen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Angiessen einer Vielzahl von AluminiumsträngenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Angießen einer Vielzahl von Aluminiumsträngen unter Verwendung
einer Verteilerwanne mit Tauchausgüssen für jede Stranggießkokille. Sie betrifft weiter eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens, mit wenigstens einem kolbenförmigen, aus Kopf und Schaft bestehenden
Auftriebselement und wenigstens einem Tauchausguß.
Beim Gießen von Aluminium wird üblicherweise eine Anzahl von Strängen in einem Arbeitsgang hergestellt,
wobei das geschmolzene Metall von einem Mischofen den verschiedenen Tauchausgüssen über eine Verteilerwanne
zugeführt wird. Die unteren Enden der Stranggießkokillen werden zu Anfang durch auf einem gewohnlichen
Tisch angeordnete Gestelle verschlossen, wobei der Tisch durch einen hydraulischen Stempel gehalten
ist und dadurch mit gesteuerter Geschwindigkeit abgesenkt werden kann. Ferner ist jeder Tauchausguß
mit einem sein unteres Ende dann abschließenden Schwimmer versehen, wenn de.· Metallstand in der Kokille
einen vorbestimmten Wert überschreitet.
Zu Beginn der Gießtätigkeit war es bislang unver meidlich, daß das in die Verteilerwanne eingeführte, geschmolzene
Metall zu den verschiedenen Tauchausgüssen, je nach deren Abstand von der Wanneneinfüllstel-Ie,
zu unterschiedlichen Zeiten gelangt. Dieser Umstand ist mit Nachteilen hinsichtlich der Steuerung des Auffüllens
der Kokille verbunden, da das Absenken des Tisches nicht dem Metallstand in den einzelnen Kokillen
angepaßt werden kann. Vielmehr erstarrt das Metall in den Kokillen zeitlich unterschiedlich, entsprechend der
Füllung der Tauchausgüsse, so daß Stränge mit vonein ^1 Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das
Verfahren und die Vorrichtung der eingangs erwähnten Gattung dergestalt zu verbessern, daß das geschmolzene
Metall im wesentlichen gleichzeitig in die einzelnen
Tauchausgüsse eingeführt werden kann
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelost,
daß alle Tauchausgußoffnungen der Verte.lerwanne vor Gießbeginn durch in die Öffnungen hineinragende
Auftriebselemente geschlossen werden und anschließend die Schmelze in die Verte.lerwanne gegossen
WlDamit wird das Eintreten des flüssigen Metalls in die
,5 einzelnen Tauchausgüsse so lange verhindert bis das
Bad aus geschmolzenem Aluminium in der Verte.lerwanne einen vorbestimmten Stand erreicht hat. Erst
dann heben sich die die Tauchausgußoffnungen verschließenden Auftriebselemente selbsttat.g aus den
Tauchausgüssen, so daß nunmehr im ^sentlichen
gleichzeitig das geschmolzene Metall zu den Kokillen gelangt Damit werden die eingangs beschriebenen
Schwierigkeiten hinsichtlich der Steuerung des Auffüllens der Kokillen in einfacher Weise weitgehend besei-
tigt In sämtlichen Kokillen befindet sich so e.n Metallbad
gleichmäßiger Konsistenz, das daher auch in gleichem Maße abkühlt bzw. erstarrt.
Ein mit Verwendung der erfindungsgemaßen Auftriebselemente verbundener weiterer Vorteil hegt dar-
in daß Schlacke, die auf der Oberfläche des Metallbades in der Verteilerwanne schwimmt, nicht in die Kokillen
bei Beginn der Gießtätigkeit eindringen kann, so daß auch die Endstücke der zu gießenden Strange aus
reinem Metall bestehen.
Zur Durchführung des erfindungsgemaßen Verfahrens dient eine Vorrichtung, die sich durch eine der
Vielzahl an Tauchausgüssen entsprechende Vielzahl von kolbenförmigen Auftriebselementen auszeichnet,
wobei alle Tauchausgußoffnungen der Verteilerwanne
vor Gießbeginn durch in die Öffnungen hineinragende Auftriebselemente geschlossen werden und anschließend
die Schmelze in die Verteilerwanne gegossen wird. Jedes Auftriebselement hat dabei ein spezifisches
Gewicht, welches weniger als ein Viertel des spezifisehen Gewichtes von geschmolzenem Aluminium ist.
Die Auftriebselemente bestehen aus einem Material, das durch das geschmolzene Aluminium nicht angegriffen
wird. Der Schaft des Auftriebselements sitzt lose in der Mündungsöffnung des betreffenden Tauchausgus-
ses und geht in einen vergrößerten Kopf über. Dabei hat der Schaft eine solche Abmessung, daß eine Verschiebung
des Auftriebselements durch den in die Verteilerwanne eindringenden Metallstrom verhindert
wird. Der vergrößerte Kopf schafft bei Eintauchen in
das geschmolzene Aluminium einen ausreichenden Auftrieb, um das gesamte Gewicht des Auftriebselements
zu kompensieren. Dies ist erforderlich, da der Schaft zu anfangs nicht mit dem geschmolzenen Aluminium
in Berührung steht. Obgleich der Schaft lose im betreffenden Tauchausguß sitzt, sollte der Sitz ausreichend
eng sein, daß das geschmolzene Metall so lange nicht in den betreffenden Tauchausguß gelangt, bis das
untere Ende des Schaftes herausgezogen ist. Schaft und Kopf können relativ zueinander auch so ausgelegt sein,
daß nach dem Anheben des Auftriebselements aus dem Tauchausguß dieser wieder an seinen Einsatzort bei abnehmendem
Metallstand in der Verteilerwanne hineingelangt und damit die Tauchausgüsse vor dem vollstän-
digen Entleeren der Verteilerwanne erneut verschlossen
werden.
Im allgemeinen genügt es, wenn das Auftriebselement
ein spezifisches Gewicht hat, das dn;i Viertel des spezifischen Gewichtes von geschmolzenem Aluminium
nicht überschreitet. Vorzugsweise sollte jedoch das spezifische Gewicht des Auftriebselements weniger als
ein Viertel des spezifischen Gewichtes von geseh.nolzenem Aluminium sein.
Ein Ausfüiirungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der Zeichnung nachfolgend näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine schematische Ansicht einer Verteilerwanne
und der damit verbundenen, mit Auftriebselementen nach der Erfindung versehenen Tauchausgüsse
und
F i g. 2 einen Schnitt durch einen Tauchausguß mit darin eingesetztem Auftriebselement
Nach F i g. 1 wird das geschmolzene A'uminium von
einem nicht gezeigten Mischofen über eine Einführrinne 12 in eine Verteilerwanne 2 eingegeben und strömt
von dort über eine Vielzahl von Tauchausgüssen 3 in eine entsprechende Vielzahl von Stranggießkokillen 1.
Die Kokillen 1 stehen also über die Tauchausgüsse 3 mit der Verteilerwanne 2 in Verbindung. Der Übersichtlichkeit
halber ist in F i g. 1 nur eine Kokille 1 sehematisch
dargestellt. Jede Kokille 1 ist zur Steuerung des eindringenden Metallflusses mit einem Schwimmer 4
versehen. Das untere Ende des Tauchausgusses ist zu anfangs offen, wobei der Schwimmer 4 durch ein Paar
Tragdrähte 5, die auf dem oberen Ende der Kokille aufliegen, gehalten ist.
In F i g. 1 ist das obere Ende des Tauchausgusses mit 6 bezeichnet. Das von der Einführrinne 12 in die Verteilerwanne
strömende, geschmolzene Metall würde ohne die Vorsehung der erfindungsgemäßen Auftriebselemente
16 zunächst in die vorderen Tauchausgüsse und dann in die nachfolgenden gelangen und damit ein
zeitlich unterschiedliches Füllen der Kokillen bedingen. Demgegenüber wird gemäß F i g. 2 der Eintritt des geschmolzenen
Metalls in die Tauchausgüsse 3 nunmehr so lange verhindert, bis der Metallstand in der Verteilerwanne
2 etwa den durch die gestrichelte Linie 15 angedeuteten Stand erreicht hat.
Das in F i g. 2 gezeigte Auftriebselement 16 besteht aus einem schwer schmelzbaren Werkstoff und hat ein
spezifisches Gewicht von etwa 0,6, während das spezifische Gewicht von geschmolzenem Aluminium 2,7 beträgt.
Das gezeigte Auftriebselement 16 hat einen kegelstumpfförmigen Kopf 17, doch können gegebenenfalls
auch zylindrische oder irgend anders gestaltete Kopfformen vorgesehen werden. Der Kopf 17 hat eine
flache untere Oberfläche 18, die sich dichtend gegen die Mündungsöffnung des Tauchausgusses 3 abstützt, obgleich
eine derartige Abdichtung zum wirksamen Funktionieren der erfindungsgemäßen Vorrichtung nicht unbedingt
erforderlich ist. Der Schaft 19 des Auftriebselements weisi einen etwa 1 mm geringeren Durchmesser
ah der Innendurchmesser des Tauchausgusses 3 auf, so daß er sich frei im Tauchausguß bewegen kann und
gleichzeitig verhindert, daß das geschmolzene Metall in den Tauchausguß hineingelangt, bevor der Schaft vollständig
aus diesem herausgezogen ist. Es können jedoch auch größere freie Abstände vorgesehen werden,
da die Oberflächenspannung des geschmolzenen Metalls dessen Eintritt in den engen Raum zwischen Schaft
19 und der Wandung des Tauchausgusses verhindert. Die Länge des Schaftes 19 steuert die Höhe des Metallbades
in der Verteilerwanne 2, bevor sich das Metall in die Tauchausgüsse ergießt. In F i g. 2 ist der Schaft 19
noch nicht vollständig herausgezogen, da der Metallstand noch nicht die Markierung 25 erreicht hat. Folglich
wird die Mündungsöffnung von jedem Tauchausguß so lange verschlossen gehalten, bis sich in seiner
Umgebung in der Verteilerwanne 2 ein ausreichend hohes Metallbad gebildet hat.
Mit der Erfindung wird erreicht, daß eine ausreichende, obwohl nicht gänzlich exakte Synchronisierung des
Metalleintritts in die verschiedenen Tauchausgüsse vorliegt. Es versieht sich, daß die Abmessungen des Kopfes
17 so sein müssen, daß von diesem ein ausreichender Auftrieb für das gesamte Auflriebselement 16 aufgebracht
werden kann. Die Abmessungen des Kopfes sind daher zu vergrößern, wenn die Länge des Schaftes
19 vergrößer'i wird. Es besteht die Möglichkeit, die Auftriebselemente
so auszulegen, daß sie sich in eine im wesentlichen horizontale Lage drehen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zum Angießen einer Vielzahl von Aluminiumsträngen unter Verwendung einer Verteilerwanne
mit Tauchausgüssen für jede Stranggießkokille, dadurch gekennzeichnet, daß alle Tauchausgußöffnungen der Verteilerwanne vor
Gießbeginn durch in die öffnungen hineinragende Auftriebselemente geschlossen werden und anschließend
die Schmelze in die Verteilerwanre gegossen wird
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit wenigstens einem kolbenförmigen,
aus Kopf und Schaft bestehenden Auftriebselement und wenigstens einem Tauchausguß, dadurch
gekennzeichnet, daß eine der Vielzahl von Tauchausgüssen (3) entsprechende Vielzahl von kolbenförmigen
AuftriebseJementen (16) vorgesehen ist, wobei der Kopf (17) jedes Auftriebselements so
bemessen ist, daß durch den Kopf ein ausreichend großer Auftrieb für das gesamte Auftriebselement
aufbringbar ist, während der Schaft (19) jedes Auftriebselements im Fauchausgüß frei beweglich ist,
wobei das Verhältnis des Schaftdurchmessers zum Innendurchmesser des Tauchausgusses derart bemessen
ist, daß ein Metalldurchfluß verhindert wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Auftriebselement (16) ein spezifisches
Gesicht hat, welches weniger als ein Viertel des spezifischen Gewichtes vom geschmolzenen
Aluminium ist.
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