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Fersen-Sicherheitsskibindung Die Erfindung betrifft insbesondere
eine Verbesserung der Fersen-Sicherheitsskibindung in der älteren deutschen Patentanmeldung
P 20 45 584. 9.
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Bei bekannten Ski-Sicherheitsbindungen weist die Fersen-Automatik
einen Sohlen- bzw. Fersenhalter auf, der entlang eines Kreisbogens um eine Schwenkachse
geschwenkt werden kann. Aufgrund dieser Schwenkbewegung kann ein Skischuh auf dem
Ski erfaßt und festgehalten
oder freigegeben werden. Die bekannten
Fersen-Automatiken weisen eine Reihe von Nachteilen auf. Beispielsweise kann die
Einspannkraft nicht stabil gehalten werden. Auch kommt es vor, daß zwischen der
Schuhsohle und dem Fersenhalter ein Spiel vorhanden ist, welches die Standfestigkeit
des Skifahrers und die Achillessehne des Skifahrers nachteilig beelnflussen kann.
Weitere Nachteile bei bekannten Ski-Sicherheitsbindungen sind, daß zwischen den
beweglichen Tellen der Sicherheitsautomatik verhältnismäßig hohe Kräfte auftreten,
welche die Sicherheitsfunktion der Bindung beeinträchtigen.
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Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die obenbezeichneten Nachteile
zu beseitigen und eine Sicherheits-Skibindung zu zeigen, bei der die Fersen-Automatik
eine stabile Sicherheitswirkung aufweist und bei der das Zusammenwirken der einzelnen
Teile der Sicherheits-Automatik glatt und ohne Auftreten von störenden Kräften erfolgt.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Fersen-Sicherheitsskiblndung
mit einem den Skistiefel gegen den Ski festhaltenden und ihn von diesem bei einer
wählbaren Belastung freigebenden Sohlenhalter, mit einem unter Federspannung stehenden,
um eine erste Achse schwenkbaren Gehäusetell, an welchem der Sohlenhatter befestigt
ist, einem Schiebeglied, welches relativ zu einer skifesten Befestigungsplatte verschiebbar
ist sowie einer Hebelanordnung, die mittels einer zweiten Schwenkachse am Gehäuseteil
und mittels einer dritten Schwenkachse am Schiebeglied angelenkt ist, wobei die
Federspannung, welche am Gehäuseteil angreift und die Hebelanordnung eine Totpunktlage
einnehmen kann, und die dritte Schwezikachse bei festgehaltenem Skischuh auf der
einen Seite der Totpunktlage und bei Freigabe des Skischuhes auf der anderen Seite
der Totpuliktlage zu liegen kommt.
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Die Fersen-Siche rheits skibindung kann dadurch in vorteilhafter Weise
ausgestaltet sein, daß der Abstand zwischen der zweiten Schwenkachse und der ersten
Schwenkachse im wesentlichen konstant ist, auch während der Schwenkbewegung des
Gehäuseteils.
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Die Freigabe bzw. das Festhalten des Skischuhes kann dadurch erzielt
werden, daß die dritte Schwenkachse zwischen der ersten Schwenkachse und der zweiten
Schwenkachse während der Schwenkbewegung des Gehäuseteils hindurchtritt und von
einer oberen in eine untere Lage und umgekehrt bringbar ist.
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Insbesondere beim Einrasten des Skischuhes in die Fersen-Automatik
ist es von Vorteil, daß an das Gehäuse der Fersen-Automatik neben dem Sohlenhalter
eine Sohlenplatte schwenkbar angelenkt ist, die bei festgelegtem Skischuh unter
der Sohle zu liegen kommt.
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Hierdurch wird das Einrasten der Fersen-Automatik wesentlich erleichtert.
Wenn der Absatz des Skifahrers auf die Sohlenplatte aufdrückt, wird die Automatik
derart in Gang gesetzt, daß der Skischuh bzw. die Automatik in die festgehaltene
Stellung kommt.
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Damit die Sohlenplatte ständig auf der Ski-Oberfläche aufliegt, kann
diese mittels einer Spiralfeder o.dgl. federbelastet sein. Anhand der beiliegenden
Figuren soll die Erfindung näher erläutert werden.
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Es zeigen: Fig. 1 eine erfindungsgemäße Fersen-Sicherheitsskibindung
mit angeienkter Sohlenplatte; Fig. 2 in geschnittener Darstellung das Innere der
erfindungsgemäßen Fersen-Sicherhe itsskibindung von der Seite her gesehen:
Fig.
3 eine geschnittene Ansicht der Fersen-Sicherhettsskibindung von oben; Fig. 4 eine
geschnittene Darstellung der erfindungsgemäßen Fe rsen-Siche rheltsskibindung in
F relgabeg3teUung.
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Das erfindungsgemäße Ausführungsbeisplel der Sicherheitssibindung
besteht aus einem um eine erste Schwenkachse 1 schwenkbaren Gehäuseteil 3. An diesen
Gehäusetell 3 Ist der Sohlenhalter 4 befestigt.
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Weiterhin kann an dlesemGehäusetell 3 ein Sohlenteil 5 vorgesehen
sein. In Fig. 1 Ist desweiteren an den Gehäuseteil 3 die Sohlenplatte 30 angelenkt.
Die Sohlenplatte 30 Ist um eine Achse 31 schwenkbar. Diese Achse kann als Scharnier
ausgebildet sein. In Ausnehmungen dieses Scharniers kann deswelteren eine Splralfeder
untergebracht sein, welche die Sohlenplatte In Richtung auf die Ski-Oberfläche hin
unter Federspannung hält.
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Weiterhin welst die erfindungsgemäße Fersen-Automatik ein Halteorgan
2 auf, das im wesentlichen als U-förmlger Bügel ausgebildet Ist. Der Steg dieses
Bügels ist auf eine Befestigungsplatte 15 zur Befestigung der Bindung am Ski aufgelegt.
Von einer an der Befestigungsplatte 15 befestigten Deckplatte 17 wird der Steg des
Bügels 2 gehalten, so daß zwischen den beiden Platten 15 und 17 ein FUhrungßspalt
16 zur Führung des Halteorgans 2 geschaffen ist. Das Halteorgan 2 kann sich somit
relativ zur Befestigungsplatte 15 bewegen Die beiden Innerhalb des Gehäusetells
3 nach oben ragenden Flansche des Halteorganes 2 besltzen jeweils eine Umbiegung
23 zur Führung eines den beiden Flanschen jeweils zugeordneten, relativ zu diesen
beweglichen Schiebegliedes 11.
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Am hinteren Teil des Gehäuses 3 stützt sich eine Druckfeder 6 ab,
welche mit dem anderen Ende auf einen Vorsprung 13 eines Abstützelementes 12 aufgeschoben
ist. Die Hebelanordnung ist als Kurvenstück 8 ausgebildet, wobei dieses Kurvenstück
über eine zweite Schwenkachse 9 am Gehäuseteil 3 und über eine dritte Schwenkachse
10 am Schiebeglied 11 schwenkbar angelenkt ist. Zwischen dem Kurvenstück 8, den
Schiebegliedern 11 und dem Gehäuseteil 3 wirkt die Kraft der Druckfeder 6.
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Weiterhin ist eine Zugfeder 7 zwischen einer mit der Deckplatte 17
einstückigen Halterung 18 und einer mit dem Steg des Halteorganes 2 einstückigen
Halterung 19 verspannt. Die Halterung 19 durchgreift einen Führungsschlitz in der
Deckplatte 17.
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Auf der Schwenkachse 1 für den Gehäuseteil 3 ist ein zweiarmiger Auslösehebel
20 drehfest angeordnet. Der gegabelt ausgeführte eine Hebelarm dieses Auslösehebels
20 ist mit konvexen Kurvenflächen 22 versehen, die mit komplementär ausgebildeten
konkaven Kurvenflächen 21 an den Schiebegliedern 11 zusammenwirken können. Der andere
Hebelarm dieses Auslösehebels 20 ist einseitig mit einer Durchbrechung 24 versehen.
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Wird in der in Fig. 4 festgehaltenen Schwenklage des Gehäuseteils
3 der Skistiefel -mit seiner Fersenpartie auf den Sohlen- bzw. Fersenhalter 5 aufgesetzt
und ein Druck ausg9übt, dann verschwenkt der Gehäuseteil -3 um seine Schwenkachse
1 in die in den Fig 1 bis 3 festgehaltene Lage. Für die in diesen Figuren gewählte
Darstellung ist allerdlngs davon auszugehen, daß sie den belastungsfreten Zustand
der Bindung festhält, also einen Zustand, bei welchem der
Skistiefel
nicht zwischen dem in der Zeichnung nicht dargestellten Spitze nhalte r und dieser
erfindungsgemäßen Fersen-Aatomatik festgeklemmt ist.
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Beim Niederdrücken der Fersen-Automatik durch den Skischuh wird das
Kurvenstück 8 aus seiner in der Fig. 4 dargestellten oberen Stellung ebenfalls nach
unten gedrüekt. Beim Niederdriicken des Gehäuseteils 3 und des Kurvenstückes 8 erfolgt
eine Schwenkbewegung des Kurvenstückes 8 um die dritte Schweriachse 10, mit der
das Kurvenstück 8 an den Schiebegliedern 11 angelenkt Ist. Die zweite Schwenkachse
9 beschreibt eine bogenförmige Schwelikbewegung nach unten. Bei diesem Vorgang,
bei dem der Skischuh in die Bindung eingespannt wird, wird der Abstand zwischen
der zweiten Schwenkachse 9, welche das Kurvenstück 8 an den äußeren Gehäuseteil
3 anlenkt und der ersten Schwenkachse, um welche der Gehäuseteil 3 schwenkbar ist
und mit der der Gehäuseteil 3 mit dem Halteglied 2 verbunden ist, im wesentlichen
konstant gehalten.
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Die dritte Schwenkachse 10 wird nach vorne gezogen aufgrund der Schwenkbewegung
des Gehäuseteils 3 und die Schiebeglieder 11 werden nach vorne bewegt. Da die dritte
Schwenkachse 10 und das Kurvenstück von der Kraft der Druckfeder 6 beeinflußt sind,
durchlaufen bei dieser Schwenkbewegung das Kurvenstück 8 sowie der Gehäuseteil 3
bei der Schwenkbewegung eine Totpunktlage, welche dadurch definiert ist, daß die
Richtung der Federkraft mit den beiden Schwenkachsen 9 und 10 ausgerichtet auf einer
Linie liegen.
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Beim Einspannen des Skischuhes, d. h. bei der Abwärtsbewegung des
Gehäuseteils 3 übt die Feder 6 auf das Kurvenstlick 8 eine derartlge Kraft aus,
daß es um die dritte Schwe ch 10 sch unten gezogen wlrd. Sobald diese Schwenkbewegung
abgestoppt wlrd, wird
der Skischuh mit Hilfe des Sohlenhalters 4
fest eingespannt. Aufgrund der Federkraft der Feder 6 wird der Skischuh auf dem
Ski festgehalten.
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Beim Lösen des Skischuhes beschreibt der Gehäuseteil 3 eine Bewegung,
welche entgegengesetzt gerichtet ist zu der Bewegung, bei der der Skischuh auf dem
Ski befestigt wird. Wenn nun infolge einer übermäßigen Belastung, beispielsweise
bei einem Sturz, eine übermäßige Kraft auf den Sohlenhalter 4 bzw. das Gehäuseteil
3 ausgeübt wird, wird das Kurvenstück 8 entgegen der Kraft der Feder 6 um die dritte
Schwenkachse 10 nach oben verschwenkt. Hierbei wird der Skischuh freigegeben und
das Gehäuseteil 3 gelangt in eine Lage, wie sie in Fig. 4 dargestellt ist. Der Gehäuseteil
3 verschwenkt dabei um die erste Schwenkachse 1. Das Kurvenstück 8 sowie die Schwenkachsen
9 und 10 durchlaufen auch hierbei wieder die oben definierte Totpunktlage.
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Soll nun die Skibindung mittels des Auslösehebels 24 in die in Fig.
4 dargestellte angehobene Stellung gebracht werden, kann man hierzu beispielsweise
einen Skistock benützen, der in die Ausnehmung 24 des Auslösehebels 20 eingedrückt
wird. Die Schwenkung des Auslösehebels 20 nach unten hat zur Folge, daß die konvexen
Kurvenflächen 22 mit den konkaven Kurvenflächen 21 an den Schiebegliedern 11 zusammenwirken,
so daß das konvexe Kurvenstück 8 gegen die Kraft der Feder nach oben verschwenkt
wird.
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Die Schwenkung des Auslösehebels 20 nach unten hat zur Folge, daß
d ie konvexen Kurveuflächen 22 mit den konkaven Kurvenflächen 21 der Schiebeglieder
so zusammenwirken, daß diese relativ zu den
Flanschen des Halteorganes
2 nach rückwärts verschoben werden, wodurch die zweite und dritte Schwenkachse 9
und 10 sowie das Kurvenstück 8 gegen die Federkraft der Feder 6 bewegt werden.
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Diese Federkraft wirkt solange, bis das Kurvensttick 8 und der Gehäuseteil
3 die Totpunktlage erreicht haben. Der Gehäuseteil 3 kommt In etne oberste Lage,
aus der er sich nlcht mehr weiter nach oben bewegt, auch wenn weiterhin eine Kraft
auf den Auslösehebel ausgeübt wird. Wie aus den Fig. 2 und 4 ersichtlich Ist, ist
die dritte Schwenkachse 10 exzentrisch zur zweiten Schwenkachse 9 angeordnet. In
Fig. 4 befindet sich die Hebelanordnung bzw. das Kurvenstück 8 in horizontaler Stellung.
Die zweite Schwenkachse 9 ist unterhalb der dritten Schwenkachse 10 angeordnet,
so daß die Kraft der Feder so wirkt, daß das Kurvenstück weiterhin nach oben verschwenkt
wird. Das Kurvenstück hat die Totpunktlage bereits hinter sich gelassen, 80 daß
das Kurvenstück sowie der Gehäuseteil 3 in der in Fig. 4 dargestellten Stellung
stabll gehalten wird.
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Es wird dadurch verhindert, daß das angehobene Gehäuseteil 3 wieder
zurückfällt. Die Wirkung der Feder 6 wird somit beim Durchlaufen der Totpunktlage
geändert. Befindet sich das Kurvenstück 8 sowie der Gehäuseteil 3 oberhalb der Totpunktlage,
so Ubt die Feder 6 eine nach oben gerichtete Kraft auf den Gehäuseteil 3 und das
Kurvenstück 8 aus. Befindet sich der Gehäuseteil 3 sowie das Kurvenstück 8 unterhalb
der Totpunktlage, so übt die Feder 6 eine nach unten gerichtete Kraft auf diese
beiden Elemente aus.
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Die hilfsweise vorgesehene zweite Zugfeder 7 dient zur Unterstützung
der Wirkung der Feder 6. Die Zugfeder 7 übt eine Zugwirkung in Richtung des pfeiles,
d. h. in Vorwärtsrichtung, aus. Die Feder 7 wird nach rückwärts gezogen, wenn das
Halteorgan 2 zwischen
der Grundplatte 15 und der Deckplatte 17
in den Zwischenraum 16 gebracht wird. In Rückwärtsrichtung kann sie etwa 4-5 mm
zurückgezogen werden.
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Die Kraft der Feder 6 kann durch Verdrehen einer rückwärtigen Schraube
eingestellt werden. Diese Einstellung erfolgt in Abhängigkeit vom Gewicht und von
der Kraft des Skifahrers. Die Einstellkraft der Einstellschraube kann auf einer
Farbskala, die auf der Oberseite der Fersen-Automatik vorgesehen ist, ausgewählt
bzw.
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eingestellt werden.
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Die erfindungsgemäße Ski-Sicherheitsbindung zeigt eine stabile Konstruktion,
welche gewährleistet wird durch einen verschwenkbaren Gehäuseteil, eine Hebelanordnung
und eine Feder, die in der beschriebenen Wirkverbindung zusammenwirken. Bei der
Bewegung der einzelnen Teile der Sicherheits-Automatik treten keine störenden Kräfte
auf, so daß eine genaue Einstellung der Skibindung sowie eine hervorragende Sicherheitswirkung
derselben ermöglicht wird. Reibungskräfte und Abnützungserscheinungen aufgrund von
aneinanderliegenden und aneinanderreibenden Teilen der Sicherheits-Automatik werden
vermieden.