DE2130589A1 - Verfahren zum Brennstoffbeschicken eines Kernreaktors - Google Patents
Verfahren zum Brennstoffbeschicken eines KernreaktorsInfo
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Description
STAN
. ing. K. HOLZES
- WKLSBB-βΤΒΑββ» U,
W.
Augsburg, den 18. Juni I97I
Westinghouse Electric Corporation, Westinghouse Building,
Gateway Center, Pittsburgh, Allegheny County, Pennsylvania 15 222, V.St.A.
Verfahren zum Brennstoffbeschicken eines Kernreaktors
Die Erfindung betrifft Verfahren zum Brennstoffbeschicken
eines Kernreaktors mit einem Unterteil, welches innerhalb eines Druckgefäßes ein Core mit zu ersetzenden
Brennstoffstäben sowie untere Innenteile enthält, und mit einem Oberteil, zu welchem ein Druckgefäßdeckel,
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obere Innenteile, Steuerstabantriebsvorrichtungen und
-gehäuse sowie elektrische Kabel gehören, wobei der Druckgefäßdeekel durch mit Spann- und Lesevorrichtungen
versehene Spannbolzen auf dem Druckgefäß festgehalten wird.
Es handelt sich im Rahmen der Erfindung insbesondere um Kernreaktoren, welche in Kraftwerksanlagen als
Primärenergiequelle eingesetzt werden. Bei derartigen Reaktoren wird gefordert, daß sie in periodischen Zeitabständen
mit neuem Brennstoff beschickt werden. Der Brennstoffbeschickungsvorgang dauert bei bekannten
Kernreaktoren etwa drei Wochen bis sechs Wochen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist zwar besonders günstig für die Brennstoffbeschickung von Druckwasserreaktoren
geeignet, es kann jedoch auch für die Brennstoffbeschickung anderer Reaktortypen verwendet werden. Bei
den Druckwasserreaktoren handelt es sich dabei, um es ganz genau zu sagen, um Reaktoren mit vertikal angeordnetem
Druckgefäß.
Das Druckgefäß eines solchen Kernreaktors besteht aus einem Druckgefäßkörper, der durch einen Deckel dicht
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verschlossen ist. Der Druckgefäßkörper umschließt das aus Brennstoffstäben gebildete Core und die oberen und
unteren Innenteile.
Der Reaktor ist mit Steuerstäben versehen, welche
zu Steuerzwecken mittels Steuerstabantriebsvorrichtungen in das Core eingefahren oder aus dem Core herausgezogen
werden. Die SteuerStabantriebsvorrichtungen arbeiten
innerhalb von Gehäusen, welche druckdicht mit dem Druckgefäßdeckel verbunden sind und nach oben über diesen
vorragen. Jedes Gehäuse umschließt eine Antriebsvorrichtung, eine Steuerstabantriebswelle, die mit der Antriebsvorrichtung
verbunden ist und sich von dem Steuervorrichtungsgehäuse aus durch den Druckgefäßdeckel hindurch erstreckt. Jede
dieser Wellen ist mit zugeordneten Steuerstäben verbunden.
Bei der Brennstoffbeschickung werden der Druckgefäßdeckel und die Steuervorrichtungsgehäuse abgehoben und entfernt,
so daß die Steuerstabantriebswellen und die Steuerstäbe freiliegen. Die Steuerstabantriebswellen werden sodann
von den Steuerstäben gelöst und gemeinsam mit den oberen
Innenteilen entfernt, worauf die Brennstoffbeschickung ausgeführt wird, während welcher sich die Steuerstäbe
im Core befinden. Nach der Brennstoffbeschickung wird
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das oben beschriebene Verfahren in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt.
Die lange Stillegung von mehreren Wochen, die bei diesem bekannten Brennstoffbeschickungsverfahren erforderlich
ist, verhindert eine häufige Brennstoffbeschickung. Die Brennstoffbeschickung nach den bekannten "Verfahren erfolgt
deshalb nur etwa jährlich einmal.
Es hat sich gezeigt, daß diese jährliche Brennstoffbeschickung hohe Anforderungen an den Anfangs- und Ersatzbrennstoff
stellt. Typischerweise muß die Anfangsanreicherung an spaltbarem Material des Brennstoffes so groß sein, daß
die Reaktivität des Reaktors zumindestens ein Jahr lang erhalten bleibt. Diese Anreicherung liegt typischerweise
in der Größenordnung von 3*2 %, Wegen dieser verhältnismäßig
hohen Anfangsanreicherung muß das Medium, in welches der Brennstoff eingetaucht ist, am Anfang eine verhältnismäßig
hohe Konzentration von neutronenabsorbierendem Material, wie beispielsweise Bor, aufweisen. Diese
Bedingungen muß nicht nur der Anfangsbrennstoff, sondern auch jeder Ersatzbrennstoff erfüllen. Darüberhinaus
entspricht die Anzahl der zu ersetzenden Brennstoffstäbe,
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die durch den jährlichen Brennstoffbeschickungszyklus bestimmt wird, einem beträchtlichen Bruchteil der
Gesamtanzahl der Brennstoffstäbe im Core.
Eine Abschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen
der Brennstoffbeschickungszeit offenbart, daß eine beträchtliche Verringerung der Brennstoffbeschickungszeit
große wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Durch eine kürzere Brennstoffbeschickungszeit können nämlich
nicht nur die Verluste, die sich dadurch ergeben, daß der Reaktor während langer Zeitspannen stillgelegt ist,
verringert werden, sondern es werden auch Vorteile dadurch erzielt, daß ein Brennstoff mit geringerer Anreicherung
verwendet werden kann und daß bei einem häufigen Auswechseln der Brennstoffstäbe nur ein verhältnismäßig geringer Anteil
der Brennstoffstäbe bei jeder Brennstoffbeschickung ausgewechselt
zu werden braucht, weil die Brennstoffbeschickung in kurzen Zeitabständen stattfinden kann. Darüberhinaus
kann die Konzentration des Neutronenabsorptionsmaterials in dem Medium, beispielsweise Bor in Wasser, in welches
das Core eingetaucht ist, geringer sein.
Typischerweise ist bei einem Druckwasserreaktor mit jährlicher Brennstoffbeschickung, welche eine Anreicherung
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an spaltbarem Material in der Größenordnung von 3,2 %
verlangt, in dem Wasser eine Konzentration von etwa 1200 ppm (Teile pro Million) von natürlichem Bor
erforderlich, welches typischerweise am Beginn der Lebensdauer bzw. Zerfallszeit aus 20 Gewichtsprozent B
und 80 Gewichtsprozent B besteht und zur Folge hat, daß sich während der Zerfallszeit, während welcher die
Konzentration von Bor auf etwa 10 ppm abnimmt, eine hohe Konzentration von Tritium H ergibt. Bei einem typischen
Beispiel verringert sich bei halbjährlichem Brennstoffbeschickungszyklus die Anfangsanreicherung und außerdem
die Konzentration des Bors am Beginn der Zerfallszeit auf 650 ppm, was eine Verringerung des erzeugten -jH
zur Folge hat; bei einem vierteljährlichen Brennstoffbeschickungszyklus beträgt die Anreicherung nur 2,7 %
und die Borkonzentration verringert sich am Beginn der
Zerfallszeit auf 350 ppm.
Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, die Wirtschaftlichkeit des Betriebes von Kernreaktoren
zu verbessern und ein Verfahren anzugeben, welches eine Brennstoffbeschickung von Kernreaktoren in der kurzen
Zeitspanne von nur wenigen Tagen gestattet.
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Im Sinne der Lösung dieser Aufgabe beinhaltet die Erfindung ein Verfahren zum Brennstoffbeschicken eines
Kernreaktors mit einem Unterteil, welches innerhalb eines Druckgefäßes ein Core mit zu ersetzenden Brennstoffstäben
sowie untere Innenteile enthält, und mit einem Oberteil,.zu welchem ein Druckgefäßdeckel, obere Innenteile,
Steuerstabantriebsvorrichtungen und -gehäuse sowie elektrische Kabel gehören, wobei der Deckel durch mit Spann-
und Lösevorrichtungen versehene Spannbolzen auf dem Druckgefäß festgehalten wird. Ein derartiges Verfahren ist
gemäß der Erfindung durch folgende Schritte gekennzeichnet:
a) Betätigen der Lösevorrichtung zum Entriegeln und Entfernen der Spannbolzen in einem einzigen
Arbeitsgang und damit zum Entriegeln des Deckels auf dem Druckgefäß,
b) Wegbewegen des Oberteiles mit sämtlichen an diesem befestigten Teilen von dem Unterteil zu
einem vorbereiteten Ort hin, so daß das Core zugänglich ist, und
c) Ersetzen der Brennstoffstäbe.
— T —
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Durch das Verfahren nach der Erfindung wird die Anzahl der bei der Brennstoffbeschickung gesondert
auszuführenden Einzelaufgaben beträchtlich verringert, so daß das Druckgefäß schnell zugänglich ist. Die
Möglichkeit von Verzögerungen infolge Betriebsstörungen wird ebenfalls verringert, so daß die Brennstoffbeschickung
in wenigen Tagen durchgeführt werden kann, verständlicherweise unter minimaler elektrischer Belastung der Anlage,
und außerdem der Brennstoffbeschickungszyklus nur drei Monate bis sechs Monate zu betragen braucht.
Das Entfernen der Steuerstäbe während der Brennstoffbeschickung
erfordert, daß die Borkonzentration" während der Brennstoffbeschickung vergrößert wird. Es
ist interessant, daß die Borkonzentration bei einem jährlichen Brennstoffbeschickungszyklus auf 25OO ppm
vergrößert werden muß, während sie bei einem sechsmonatigen Brennstoffbeschickungszyklus während der Brennstoffbeschickung
auf I88O ppm verringert und bei einem dreimonatigen Brennstoffbeschickungszyklus entsprechend
weiter verringert werden kann.
Die Ersatzbrennstoffstäbe werden in einem einzigen Arbeitsgang in das Reaktorgebäude, in welchem sich
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das offene Druckgefäß befindet, gebracht und für die
•Brennstoffbeschickung bereitgehalten. Die verbrauchten Brennstoffstäbe werden in gleicher Weise in einem
einzigen Arbeitsgang aus dem Reaktorgebäude hinaustransportiert. Gemäß der Erfindung ist in dem Reaktorgebäude
eine Brennstoffweitertransportgrube vorgesehen, in welcher die verbrauchten Brennstoffstäbe vorübergehend
aufbewahrt werden.
Bei einer Brennstoffbeschickung in Intervallen von sechs Monaten wird typischerweise jeweils ein Fünftel
der verbrauchten Brennstoffstäbe im Core ersetzt. Dabei
werden die Brennstoffstäbe aus der Mitte des Cores entfernt und durch Brennstoffstäbe aus dem Außenbereich des Cores
ersetzt. Die peripheren Brennstoffstäbe des Cores werden
dann durch neue Brennstoffstäbe ersetzt.
In Weiterbildung der Erfindung kann ein Brennstoffbeschickungsverfahren
auch so durchgeführt werden, daß keine Umverteilung der Brennstoffstäbe erfolgt. Bei
jeder Brennstoffbeschickung braucht dabei nur ein geringer Teil der Brennstoffstäbe im Core ersetzt zu werden. Die
bereits ersetzten Brennstoffstäbe werden jedes Mal
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gekennzeichnet, so daß nach etwa 2 1/2 Jahren sämtliche
Brennstoffstäbe ersetzt worden sind.
Nach der Brennstoffbeschickung wird die Borkonzentration auf den erforderlichen Wert verringert, beispielsweise
auf 350 ppm bei einem Dreimonatszyklus.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachstehend
anhand der anliegenden Zeichnungen beispielsweise beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Anlage «
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei das
Oberteil des Reaktors und der Kran weggelassen sind,
Fig. 2 einen Schnitt längs der
Linie II-II in Fig. 1, und
Fig. 3 anhand eines Diagrammes die mit
dem Verfahren nach der Erfindung
erzielbaren Vorteile.
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In den Pig. 1 und 2 sind ein in einer Grube Ij5
angeordneter Kernreaktor 11 und eine Hebevorrichtung 15, beispielsweise ein Kran, zum Anheben und Wegtransportieren
des Oberteils des Reaktors 11 dargestellt. Der Kran 15
ist mit nicht dargestellten, üblichen Antriebseinrichtungen
versehen" und vorzugsweise auf nicht dargestellten Geleisen verfahrbar. Außerdem ist eine Grube 17 für
Ersatzgeräte vorgesehen. Ein Wagen 19, der den Ersatzbrennstoff
vor der Brennstoffbeschickung sowie den verbrauchten Brennstoff nach der Brennstoffbeschickung
enthält, befindet sich vorübergehend in der Grube I7.
Mit der Grube I7 ist über einen Schieber 20 eine Grube
für verbrauchten Brennstoff verbunden. Während der Brennstoffbeschickung sind die Gruben IJ und 17 jeweils mit
Wasser gefüllt. Für den Fall, daß Reparaturen erforderlich sind, wird der Schieber 20 geschlossen und das Wasser
aus der Grube 17 herausgepumpt. Für die Durchführung des Brennstoffaustausches ist ein Kran 2J vorgesehen. Dieser
Kran ist auf Geleisen 25 verfahrbar und weist einen verstellbaren Mastbaum 27 zum Anheben und Transportieren
der Brennstoffstäbe auf.
Der Reaktor 11 weist ein Unterteil 31 und ein
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Oberteil 33 auf. Zu dem Unterteil 31 gehört der Druckgefäßkörper 35. Innerhalb des Druckgefäßkörpers 35
befindet sich ein aus Brennstoffstäben gebildetes Core
(Fig. 1). Leitungen 39 bzw. 41 sind an den Druckgefäßkörper 35 angeschlossen und dienen zur Weiterleitung von
Strömungsmittel zwischen Dampferzeugern 43 und dem
Druckgefäß bzw. zwischen Pumpen 45 und dem Druckgefäß.
Zu dem Oberteil 33 gehört der Deckel 51 des Druckgefäßes.
Nicht dargestellte Gehäuse für nicht dargestellte Steuerstabantriebsvorrichtungen sind druckdicht mit dem
Druckgefäßdeckel 51 verbunden. Jeweils ebenfalls nicht dargestellte Antriebskolben, Antriebswellen und Steuerstäbe
erstrecken sich von den ebenfalls nicht dargestellten Gehäusen durch den Druckgefäßdeckel hindurch in das Core
hinein. Diese Antriebe, Wellen und Steuerstäbe werden während der Brennstoffbeschickung magnetisch jeweils in
ihrer zurückgezogenen Stellung gehalten und sind als Teil des Oberteils 35 mit diesem gemeinsam abnehmbar. Das
Oberteil 33 weist außerdem einen Schutzschild 53 auf. An
dem Schutzschild 53 ist eine Huböse 55 angebracht, an welcher eine Hebevorrichtung 55 zum Abheben des Oberteils
eingehängt wird. Ein Gehäuse 57, welches die nicht dargestellten Steuerstabantriebsvorriohtungen umschließt,
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weist einen Ring 59 auf, an welchem ein Kabeltragarm 6l
angelenkt ist. Kabel 65 sind in üblicher Weise mit Sehaltschränken 63 in einem Raum &J verbunden.
Der Deckel 51 ist mittels Spannbolzen 71 druckdicht mit dem Druckgefäßkörper 35 verbunden. Jeder Spannbolzen 7I
ist mit einer hydraulischen Lösevorrichtung 73 zum schnellen Entfernen der Spannbolzen versehen. Typischerweise
werden besser 26 große Spannbolzen anstelle von 52 kleineren Spannbolzen verwendet. Die Spannbolzen 7I
und die Lösevorrichtungen 73 sowie der Druckgefäßdeckel
sind in ein wärmeisoliertes Gehäuse 75 eingeschlossen.
Die Grube I3 ist von einem äußeren Betongebäude 8l umgeben, welches als radioaktiver Schild dient. Innerhalb
des Gebäudes 81 ist ein Gebäudedruckmantel 83 angebracht,
welcher typischerweise aus Stahl ist. Dieser Druckmantel weist eine Basis 85 auf, mit welcher das Fundament 87 des
Gebäudes 81 verkleidet ist. Der Kran 23 und seine Geleise
sind innerhalb des Mantels 83 angeordnet.
Innerhalb des Mantels 83 ist eine innere Betonkonstruktion 91 angebracht, in welcher der Reaktor 11
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und die diesem zugeordneten Geräte, wie beispielsweise die Dampferzeuger 43, die Pumpen 45 und die Strömungsmittelleitungen
39 und 41, untergebracht sind. Der Reaktor 11 ist in der Grube 13 angeordnet, die einen
Teil der inneren Betonkonstruktion 9I bildet. Das Druckgefäß 35 ist mit einer Außenverkleidung 95 aus
wärmeisolierendem Material versehen, die durch einen nicht dargestellten Luftspalt von der Wand 93 der Grube
getrennt ist. Die Leitungen 39 und 41 sind durch öffnungen
in der inneren Betonkonstruktion bzw. im Druckgefäß hindurchgeführt und tragen Außenverkleidungen 97 aus
wärmeisolierendem Material, die ebenfalls von Wänden durch Luftspalte getrennt sind. Die Dampferzeuger 43 und
die Pumpen 45 ruhen auf der Basis 100 der inneren Betonkonstruktion. Die Anlagenteile 39, 41, 43 und 45 sowie
andere ähnliche Teile sind durch Inspektionsluken bzw. öffnungen 101 und I03 zugänglich bzw. sichtbar, vgl.
Fig. 1. Ein Betriebsdeck oberhalb des Reaktors ist gegenüber dem Dampferzeuger 43 durch bogenförmige
Betonschilde I05 abgeschirmt, welche Wände 107 überspannen, die an einer innerhalb des Mantels 83 angebrachten
bogenförmigen Betonkonstruktion I09 befestigt sind. Zur Belüftung der Grube I3 sind öffnungen 104 vorgesehen.
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Eine Grundfläche 99 ist mit einem kreisförmigen Aufnehmer 111 versehen, auf welchen das Oberteil J53
während der Brennstoffbeschickung aufgesetzt wird. Es können außerdem Aufnehmer 113 und II5 zur Lagerung des
Druckgefäßdeckels 5I und der oberen und unteren inneren
Teile (nicht dargestellt) dort vorgesehen sein, wo sie erforderlich sind. Außerdem ist ein Druckerzeuger II6
vorgesehen, der während des Betriebes des Reaktors 11 den Druck aufrechterhält.
Die innere Betonkonstruktion 9I ist mit einem
Lukendeckel II7 aus Stahl und Beton versehen, der aufgeklappt in Fig. 2 dargestellt ist. Dieser Lukendeckel II7
ist an Scharnieren II9 gehaltert und gestattet in aufgeklapptem
Zustand den Zugang zu dem Reaktor 11 und zu den diesem zugeordneten Geräten. Der Lukendeckel II7
dient, wenn er während des normalen Betriebes des Reaktors 11 abgesenkt ist, als Schutzschild.
Innerhalb des Mantels 83 ist eine Vertiefung 121
vorgesehen, innerhalb welcher der Wagen I9 während der Brennstoffbeschickung mit den Ersatzbrennstoffstäben
bzw., nach der Brennstoffbeschickung, mit den verbrauchten
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Brennstoffstäben angeordnet ist. Dieser Schacht 121 ist
von Betonwänden 125 umschlossen und vom Innenraum der
inneren Betonkonstruktion 91 durch einen Schieber 125 getrennt.
Die Brennstoffbeschickungsgrube 17 ist eine
Vertiefung in einer Wand I3I der Grube 18, in welcher
der verbrauchte Brennstoff gelagert wird. Diese Wand I3I
stößt an einer Seite an die benachbarte Wand 1;53 des Betonschildes
8l an. Ein Durchlaß 155 erstreckt sich durch die
Wände 151, 155 und 12} hindurch. Dieser Durchlaß 135
weist"eine zylindrische Metallwand I36 auf und ist auf
der Seite der Grube I7 durch einen Schieber 137 verschlossen,
der zwischen einer offenen und einer geschlossenen Stellung verschiebbar ist. Auf der Seite des Schachtes 121 ist
dieser Durchlaß durch einen Deckel 139 verschlossen, der
mit einem an der Metallwand I36 gebildeten Plansch 141
verschraubt ist.
Die Brennstoffbeschickung wird zum Schutz gegen Radioaktivität unter Wasser durchgeführt. Es ist dabei
wichtig, daß die oberen Innenteile stets unter Wasser bleiben, wenn sie zusammen mit dem Oberteil angehoben werden.
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Der Wasserspiegel wird in gleichem Maße erhöht, wie das
Oberteil angehoben wird. Der Wasserspiegel muß jedoch unterhalb der lesevorrichtungen 73* des Kabeltragarms
und der Kabel 65 bleiben. Am Anfang ist die Innenseite
der Grube I3 trocken. Bei Beginn der Brennstoffbeschickung
befindet sich der Brennstoffwagen I9 niit Ersatzbrennst
off stäben 151 unter Wasser in der Grube I7. Die Borkonzentration
wird nun auf den für die Brennstoffbeschickung erforderlichen Wert von 25ΟΟ ppm bei jährlichem Zyklus
und auf 1440 ppm bzw. auf einen noch niedrigeren Wert für kürzere Zyklen erhöht. Die nicht dargestellten Steuerstabantriebsvorrichtungen
werden betätigt, so daß diese die nicht dargestellten Steuerstäbe in die zurückgezogene
Stellung bewegen. Die Lösevorriehtungen 73 werden nunmehr
betätigt und die Spannbolzen 7I aus der verriegelten
Stellung ausgeschwenkt. Das Oberteil wird sodann in die Stellung A (Fig. 1) angehoben und zu dem Aufnehmer Hl
in Stellung B transportiert. In diesem Zeitpunkt oder bereits vorher wird der Wasserspiegel in der Grube I3
erhöht. Der während dieses Arbeitsvorganges ansteigende Wasserspiegel wird immer oberhalb der oberen Innenteile
in dem sich nach oben bewegenden Oberteil, jedoch unterhalb der Spannbolzenlösevorrichtung, des Kabeltragarmes 6l
und der Kabel 65 gehalten.
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Anschließend wird der Schieber 137 hochgezogen und
der Wagen I9 in den Schacht 121 gefahren. Nun wird der Schieber 125 hochgezogen und die Brennstoffbeschickung
mit Hilfe des Krans 23 durchgeführt. Die Ersatzbrennstoffstäbe
151 ersetzen, einer nach dem anderen, die verbrauchten
Brennstoffstäbe, welch letztere in den Wagen I9 gebracht
werden.
Nachdem die Brennstoffstäbe vollständig ersetzt worden sind, wird der Wagen I9 mit den verbrauchten Brennstoffstäben
wieder in die Grube 17 zurückgebracht, von wo aus die
Brennstoffstäbe unter Wasser in die Grube 18 transportiert
v/erden. Das Oberteil wird in dem Maße, wie der Wasserspiegel nach und nach abgesenkt wird, wieder aufgesetzt. Die wieder
festgezogenen Spannbolzen verbinden den Deckel 5I dicht
mit dem Druckgefäßkörper 35. Der Schild 53 wird in die Betriebsstellung abgesenkt und die Steuerstäbe werden
wieder in das Core 37 eingeschoben. Die Borkonzentrabion
des Wassers in dem Reaktorgefäß wird nun auf den Betriebswert verringert, d.h. auf 1200 ppm bei jährlichem Brennstoffbeschickungszyklus
bzw. auf 650 ppm bei halbjährlichem Brennstoffbeschickungszyklus bzw. auf 350 ppm bei vierteljährlichem
Brennsboffbeschlckungszyklus. Der Reaktor 11
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kann nun normal in Betrieb genommen werden.
Anstelle der Brennstoffbeschickung von einem mit Brennstoffstäben gefüllten Wagen aus können die Brennstoffstäbe
auch einer nach dem anderen in das Gebäude IJ>
hineingebracht werden, wie es gegenwärtig gemacht wird.
Pig. 3 zeigt ein Diagramm, in welchem horizontal
die Brennstoffbeschickungszykluslänge in Monaten und vertikal die Brennstoffkosteneinsparung in DM/kW aufgetragen
sind.
Für drei verschiedene Brennstoffbeschickungszeiten sind Kurven eingetragen. Pig. J zeigt, daß bei einer
Brennstoffbeschickungszeit von drei Tagen die Brennstoffkosteneinsparung bei einem Vierteljahreszyklus ein
Maximum hat.
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Claims (7)
- Patentansprüche;f 1,/Verfahren zum Brennstoffbeschicken eines Kernreaktors mit einem Unterteil, welches innerhalb eines Druckgefäßes ein Core mit zu ersetzenden Brennstoffstäben sowie untere Innenteile enthält, und mit einem Oberteil, zu welchem ein Druckgefäßdeokel, obere Innenteile, Steuerstabantriebsvorrichtungen und -gehäuse sowie elektrische Kabel gehören, wobei der Deckel durch mit Spann- und Lösevorrichtungen versehene Spannbolzen auf dem Druckgefäß festgehalten wird, gekennzeichnet durch folgende Schritte:a) Betätigen der Lösevorrichtung zum Entriegeln und Entfernen der Spannbolzen in einem einzigen Arbeitsgang und damit zum Entriegeln des Deckels auf dem Druckgefäß,b) Wegbewegen des Oberteils mit sämtlichen an diesem befestigten Teilen von dem Unterteil zu einem vorbereiteten Ort hin, so daß das Core zugänglich ist, und,c) Ersetzen der Brennstoffstäbe.- 20 109884/1129
- 2. Verfahren nach Anspruch 1 für Reaktoren mit einem Schutzschild, der einen Teil des Oberteiles bildet und der aus einer Betriebsstellung in eine Brennstoffbeschickungsstellung bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des SchutzSchildes das Oberteil derart angehoben wird, daß zunächst der Schutzschild aus seiner Betriebsstellung in die Brennstoffbeschickungsstellung gebracht und dadurch die Steuerstabantriebsvorrichtungen auf die Brennstoffbeschickung eingestellt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Ersatzbrennstoffstäbe vor dem Beginn des Austausches gegen die verbrauchten Brennstoffstäbe in einem einzigen Arbeitsgang in eine Brennstoff beschickungsposit ion gebracht werden.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis j5, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoffbeschickung in verhältnismäßig kurzen Zeitintervallen in der Größenordnung von drei Monaten bis sechs Monaten stattfindet und daß bei jeder Brennstoffbeschickung nur ein Teil der Brennstoffstäbe in dem Core ersetzt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,- 21 -10988A/1 129daß Anfangsbrennstoffstäbe und Ersatzbrennstoffstäbe verwendet werden, die jeweils einen Brennstoff mit einer verhältnismäßig geringen Anreicherung von weniger als 5*2 %» vorzugsweise von etwa 2,7 %t an spaltbarem Material enthalten.
- 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 für Reaktoren, bei welchen sich das das Core enthaltende Druckgefäß in einem Gebäude befindet, welches normalerweise dicht verschlossen ist und welches eine während des normalen Betriebes dicht verschlossene öffnung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß während der Brennstoffbeschickung die Ersatzbrennstoffstäbe sämtliche in einem einzigen Arbeitsgang durch die öffnung hindurch in das Gebäude hinein transportiert werden.
- 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Herausziehen der Steuerstäbe aus dem Core während der Brennstoffbeschickung dadurch kompensiert wird, daß die Konzentration von neutronenabsorbierendem Material, wie beispielsweise10B, in dem Reaktorgefäß erhöht wird.- 22 109884/1129
Applications Claiming Priority (1)
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Cited By (1)
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