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Erfindungsgebiet
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Die Erfindung betrifft den Bereich Überspannungsableiterüberwachungsvorrichtungen. Insbesondere betrifft die Erfindung das Behandeln eines Schutzes einer Messschaltung.
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Hintergrund
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Überspannungsereignisse, die durch Blitzeinschläge, Schaltvorgänge oder temporäre Überspannungen verursacht werden, können in Kraftwerken, Umspannwerken und Stromübertragungs- und -verteilungsleitungen zu Stromausfällen führen. Überspannungsableiter, die derart konfiguriert sind, dass sie bei normaler Betriebsspannung eine hohe Impedanz und bei einem Überspannungsereignis eine niedrige Impedanz aufweisen, werden üblicherweise zwischen Phase und Erde installiert, um einen Schutz vor durch solche Überspannungsereignisse verursachte übermäßige Überspannungen bereitzustellen. Wenn die Spannung an den Anschlüssen des Überspannungsableiters eine vorgegebene Schwellenspannung überschreitet, leitet der Überspannungsableiter den durch die Überspannung verursachten Strom zur Erde ab.
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Der Zustand eines Überspannungsableiters kann durch Messen des Ableitstroms über den Erdungsleiter an der geerdeten Seite eines Überspannungsableiters überwacht werden. Der Gesamtableitstrom eines Überspannungsableiters setzt sich aus einer kapazitiven Komponente und einer Widerstandskomponente zusammen, wobei die kapazitive Komponente viel größer ist als die Widerstandskomponente. Ein Anstieg des Widerstandsstroms und damit des Gesamtableitstroms zeigt an, dass sich der Zustand des Überspannungsableiters verschlechtert hat.
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Es sind zahlreiche Messmethoden verwendet worden, um Anzeichen für eine Verschlechterung zu erkennen und Hinweise auf einen bevorstehenden Ausfall des Überspannungsableiters zu erhalten. Viele dieser Messungen verwenden empfindliche Ableitstrommessschaltungen, die kleine Änderungen des Gesamtableitstroms messen können. Bei solchen Messungen ist es wichtig, die empfindliche Messschaltung vor Überstrom zu schützen, dem ein Überspannungsableiter bei Überspannungsereignissen ausgesetzt sein kann.
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Eine bekannte Methode zum Messen des Ableitstroms ist eine Standard-Durchleitungsstromlösung, bei der ein massiver Aluminiumleiter, der einen Primärstrom leitet, durch eine Ringkern-Umwandlungsschaltung geleitet wird, um einen Sekundärstrom zu erzeugen, der durch eine Ableitstrommessschaltung aufgenommen wird. Anschließend werden herkömmliche Dioden verwendet, um das Sekundärstromsignal gleichzurichten. Ein Problem bei diesem Ansatz besteht darin, dass in der Sekundärwicklung des Ringkernes sehr kleine Sekundärströme erzeugt werden, so dass passive Elektronik und kostengünstige analoge Messgeräte nicht zum Messen dieser kleinen Ströme verwendet werden können. Stattdessen muss aktive Elektronik mit digitalen Anzeigen verwendet werden, um den Ableitstrom durch den Leiter zu messen, was die Kosten und die Komplexität der Ableitstrommessvorrichtung erhöht.
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Eine weitere bekannte Methode ist die Verwendung einer Schaltung mit einem Metalloxid(MO)block zum Abzweigen des Ableitstroms in eine Messschaltung. Ein Nachteil dieser Methode besteht darin, dass der MO-Block so ausgewählt werden muss, dass er den Charakteristiken des Überspannungsableiters angepasst ist, dessen Ableitstrom gemessen wird (und der auch MO-Blöcke enthält), und dass der Montageprozess einer solchen Messschaltung kompliziert ist.
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Es ist auch bekannt, eine Funkenstrecke zu verwenden, um den Ableitstrom zu einer Messschaltung zu leiten. Nachteile dieser Methode sind die Schwierigkeiten in Verbindung mit dem Bereitstellen eines bestimmten Abstands zwischen den Elektroden und der Gewährleistung eines betriebssicheren Modus. Es wird ein sehr starres Gehäuse benötigt, damit der Funkenstreckenabstand immer genau kontrolliert ist, und es können Probleme hinsichtlich der Alterung der Funkenstrecke und Schwankungen der Funkenstreckeneigenschaften aufgrund von Klima- und Umweltbedingungen wie Feuchtigkeit, Temperatur oder Höhe auftreten.
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Die
US 2017/108550 A1 betrifft eine Überwachungsvorrichtung für einen Überspannungsableiter, die eine Einrichtung zum Erfassen eines zwischen dem Überspannungsableiter und Erde fließenden Gesamtableitstroms aufweist.
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Die
CN 203117274 U betrifft eine Blitzableiter-Ableitstromüberwachungsvorrichtung, die eine Schutzeinheit, eine Ableitstromumwandlungseinheit, eine Ableitstromerfassungseinheit und eine Mensch-Maschine-Interaktionseinheit aufweist. Die Schutzeinheit und die Ableitstromumwandlungseinheit sind parallel geschaltet und dann in Reihe mit einem unteren Ende einer Blitzableiterschutzvorrichtung verbunden. Ein Ausgangsende der Ableitstromumwandlungseinheit ist nacheinander mit der Ableitstromerfassungseinheit und der Mensch-Maschine-Interaktionseinheit verbunden. Die Ableitstromumwandlungseinheit weist einen Strombegrenzungswiderstand und eine TVS-Röhre auf, die in Reihe geschaltet sind.
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Die
EP 3503331 A1 betrifft ein Verfahren zum Fernüberwachen eines Zustands eines Überspannungsableiters. Das Verfahren stellt auch eine Energiegewinnungsvorrichtung zur Energiegewinnung aus einem Ableitstrom des Überspannungsableiters bereit.
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Die vorliegende Erfindung stellt eine verbesserte, praktikable Lösung für eine Vorrichtung bereit, die die vorstehend beschriebenen Probleme handhabt und einen Schutz für elektronische Schaltungen bereitstellt, der es Überspannungsableiterüberwachungsvorrichtungen ermöglicht, bei allen Systemereignissen eines Übertragungsnetzes unterbrechungsfrei zu arbeiten.
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Kurzbeschreibung der Erfindung
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Es ist Aufgabe der hierin beschriebenen Ausführungsformen, eine verbesserte Vorrichtung bereitzustellen, die den Schutz einer Messschaltung auf eine effiziente Weise handhabt, oder zumindest eine Alternative zu bekannten Lösungen auf dem technischen Gebiet zu erreichen.
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Gemäß einem Aspekt wird die Aufgabe durch Bereitstellen einer Vorrichtung gelöst, die eine Unterdrückungseinheit und eine Messschaltung aufweist. Die Unterdrückungseinheit weist mindestens zwei parallel geschaltete Schutzzweige auf, die zwischen einem Überspannungsableiter und Erde verbunden sind. Die mindestens zwei Schutzzweige weisen mindestens eine Überspannungsschutz(TVS)diode und eine Impedanz auf, die mit der mindestens einen TVS-Diode in Reihe geschaltet ist. Die Unterdrückungseinheit ist dafür konfiguriert, während eines Überspannungsereignisses Ableitstrom über die Messschaltung abzuleiten, die Messschaltung zu umgehen und einen Stoßstrom zur Erde zu leiten. Der mindestens eine parallel geschaltete Schutzzweig ist dafür konfiguriert, die Messschaltung zu schützen.
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Ein weiterer Aspekt, durch den die vorstehend erwähnte Aufgabe gelöst wird, ist das Bereitstellen eines Verfahrens zum Schützen einer Messschaltung. Das Verfahren weist den Schritt zum Bereitstellen einer Vorrichtung auf, die eine Unterdrückungseinheit und die Messschaltung aufweist. Die Unterdrückungseinheit weist mindestens zwei parallel geschaltete Schutzzweige auf, die zwischen einem Überspannungsableiter und Erde verbunden sind. Die mindestens zwei Schutzzweige weisen mindestens eine TVS-Diode und eine Impedanz auf, die mit der mindestens einen TVS-Diode in Reihe geschaltet ist. Die Unterdrückungseinheit leitet den Ableitstrom durch die Messschaltung und umgeht die Messschaltung und leitet den Stoßstrom während eines Stoßstromereignisses zur Erde, um die Messschaltung zu schützen.
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Die hierin dargestellten Ausführungsformen basieren auf der Erkenntnis, dass durch Umgehen der Messschaltung und Leiten eines Stoßstroms über die mindestens zwei parallel geschalteten Schutzzweige zur Erde während eines Überspannungsereignisses die Messschaltung vor Überstrom geschützt werden kann. Dadurch wird der Schutz der Messschaltung auf eine effiziente Weise gehandhabt.
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Kurze Beschreibung der Figuren
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Weitere technische Merkmale der Erfindung werden durch die folgende Beschreibung einer oder mehrerer beispielhafter Ausführungsformen unter Bezug auf die beigefügten Figuren deutlich; es zeigen:
- 1 eine Vorrichtung gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen;
- 2 eine Vorrichtung gemäß einigen hierin dargestellten Ausführungsformen; und
- 3 ein Ablaufdiagramm zum Darstellen eines Verfahrens zum Schützen einer Messschaltung gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen.
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Es wird darauf hingewiesen, dass die Zeichnungen nicht unbedingt maßstabsgetreu sind und dass die Abmessungen bestimmter Elemente zur besseren Veranschaulichung übertrieben dargestellt sein können.
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Ausführliche Beschreibung
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Die hierin dargestellten Ausführungsformen betreffen eine Vorrichtung, die z.B. eine Festkörperschutzschaltung aufweist, für Überspannungsableiterüberwachungsvorrichtungen. Die hierin dargestellten Ausführungsformen bieten Schutz für elektronische Schaltungen, die es Überspannungsableiterüberwachungsvorrichtungen ermöglichen, bei allen Systemereignissen eines Übertragungsnetzes, d.h. bei Normalbetrieb, Überspannungsereignissen und Erdschlussereignissen, unterbrechungsfrei zu arbeiten. Frühere Lösungen, bei denen ein Stromleiter verwendet wurde, um den Erdleiter von der Messschaltung zu trennen, weisen einige Einschränkungen auf, z.B. eine begrenzte Energiemenge, die zur Messschaltung übertragen werden kann. Daher wurde in den früheren Lösungen aktive Elektronik mit digitalen Anzeigen verwendet, um eine Messung des Ableitstroms durch den Leiter zu ermöglichen. Bei der vorliegenden Lösung gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen wird der gesamte Ableitstrom in eine Messschaltung geleitet, so dass die verfügbare Energie größer ist und die Verwendung kostengünstiger analoger Messgeräte und passiver Elektronik ermöglicht wird. Gleichzeitig wird die Schutzschaltung den Schaltkreis vor Überstrom schützen.
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Eine Vorrichtung 20 gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen ist in 1 dargestellt. Die Vorrichtung 20 weist eine Unterdrückungseinheit 10 und eine Messschaltung 24 auf, wobei die Unterdrückungseinheit 10 zwei oder mehr parallel geschaltete Schutzzweige 30 aufweist, die zwischen einem Überspannungsableiter 28 und Erde verbunden sind. 1 zeigt eine beispielhafte Konfiguration mit fünf parallel geschalteten Schutzzweigen 30. Jeder Schutzzweig 30 weist mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 und mindestens eine Impedanz 14 auf, die mit der mindestens einen TVS-Vorrichtung 12 in Reihe geschaltet ist. Die mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 ist eine TVS-Diode, und die mindestens eine Impedanz 14 kann ein Widerstand sein. Die Impedanz 14, zumindest in dem Schutzzweig, in dem die TVS-Vorrichtung 12 mit der Messschaltung 24 und anderen Schaltungen parallel geschaltet ist, wie dies in bestimmten Konfigurationen der Fall sein kann, ist in einer bevorzugten Ausführungsform der TVS-Vorrichtung 12 in einem Schutzzweig 30 an der Erdungsseite verbunden, d.h. einer der Anschlüsse der TVS-Vorrichtung 12 ist geerdet und der andere Anschluss der TVS-Vorrichtung 12 kann mit der in Reihe geschalteten Impedanz 14 verbunden sein. Die TVS-Vorrichtung 12 kann durch Überbrücken von Überstrom arbeiten, wenn die induzierte Spannung das Lawinendurchbruchspotenzial überschreitet. Die TVS-Vorrichtung 12 kann alle Überspannungen oberhalb seiner Durchbruchspannung unterdrücken. Sie kehrt automatisch in ihren Normalzustand zurück, wenn die Überspannung abgeklungen ist. Dass die mindestens zwei parallel geschalteten Schutzzweige 30 mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 und mindestens eine Impedanz 14 aufweisen, ist vorteilhaft, weil dadurch ein kontrollierter, schneller und vorgegebener Schutz für die Messschaltung 24 bereitgestellt wird, und die Konfiguration, d.h. Montage, ist derart, dass der Stoßstrom gleichmäßig in den parallel geschalteten Schutzzweigen 30 verteilt wird. Außerdem ist die Vorrichtung einfach montierbar und kann der Montageprozess automatisiert werden, wodurch die Kosten gesenkt und die Wiederholbarkeit der Leistungsfähigkeit (kontrollierter, schneller und vorgegebener Schutz) der Vorrichtung verbessert werden. Die Anzahl paralleler Zweige und der Wert der zu verwendenden Impedanzen 14 hängen von den elektrischen Kenngrößen der Unterdrückungseinheit ab, d.h. es müssen ausreichend parallele Zweige vorhanden sein, um den Stoßstrom zuverlässig abzuleiten, und gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass der Spannungsabfall über die Impedanz niedrig, aber ausreichend groß ist, so dass ein Unterschied in den Kenngrößen der TVS-Vorrichtung in den parallelen Zweigen vernachlässigbar ist und damit eine gleichmäßige Verteilung des Stoßstroms in den Zweigen gewährleistet wird. Die Impedanz trägt außerdem dazu bei, die Differenz der Leitungs- und Strompfadinduktivitäten in einem oder mehreren parallelen Zweigen zu vermindern.
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Während des normalen Ableitstrombetriebs, d.h. während des normalen Betriebs des Überspannungsableiters, in dem der Ableitstrom gemessen werden soll, z.B. wenn der Überspannungsableiter 28 bei normaler Betriebsspannung eine hohe Impedanz, z.B. einen hohen Widerstand, aufweist, hat die Unterdrückungseinheit 10 eine sehr hohe Impedanz und ist somit dafür konfiguriert, den Ableitstrom durch die Messschaltung 24 zur Erde zu leiten. Dies ermöglicht die vollständige Nutzung der in diesem Ableitstrom enthaltenen Energie. Dies ermöglicht es der Vorrichtung im Vergleich zur Verwendung eines Durchgangsleiterdesigns mit aktiver Elektronik wie bei den Lösungen des Stands der Technik auch, Lasten, z.B. ein analoges Messgerät, zu betreiben. Der hierin verwendete Begriff „Ableitstrom“ kann als der Strom definiert werden, der bei normaler Betriebsspannung des Systems im Erdleiter zwischen dem Überspannungsableiter und Erde fließt.
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Bei einem Überspannungsereignis, d.h. wenn eine Überspannung über den Überspannungsableiter anliegt und die resultierende Impedanz des Überspannungsableiters niedrig ist, ist die Unterdrückungseinheit 10 dafür konfiguriert, die Messschaltung 24 zu umgehen und den Überspannungsstrom über den mindestens einen parallel geschalteten Schutzzweig 30 zur Erde zu leiten, d.h. zu übertragen. Das Überspannungsereignis kann z.B. ein Blitz, ein Schaltvorgang oder ein temporäres Überspannungsereignis sein. Gemäß einigen Ausführungsformen kann die Unterdrückungseinheit 10 während des Überspannungsereignisses ihr Verhalten von nicht leitend auf leitend ändern und somit die Messschaltung 24 zur Erde umleiten. Der mindestens eine parallel geschaltete Schutzzweig 30 ist dadurch so konfiguriert, dass er die Messschaltung 24 wirksam vor Überstrom schützt, der den Stromkreis ansonsten beschädigen würde. Der hierin verwendete Begriff „Stoßstrom“ kann als der durch den Überspannungsableiter fließende Strom definiert werden, der aus einem der vorstehend erwähnten Überspannungsereignisse resultiert.
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Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Ableitstrommessschaltung 18 auf, die dafür konfiguriert ist, den Ableitstrom zu messen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Ableitstrommessschaltung 18 eine Messanzeigeeinheit 22 auf, die dafür konfiguriert ist, den Ableitstrom anzuzeigen oder darzustellen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Überspannungszählschaltung 34 auf, die dafür konfiguriert ist, Überspannungsereignisse zu zählen. Die Überspannungszählschaltung 34 kann daher dafür konfiguriert sein, Überspannungen zu registrieren und optional anzuzeigen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Umwandlungsschaltung 26 auf. Die Umwandlungsschaltung 26 kann dafür konfiguriert sein, einen Wechselstrom (AC) in einen Gleichstrom (DC) umzuwandeln und den Gleichstrom für eine Stromversorgung der Ableitstrommessschaltung 18 zuzuführen.
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Daher betreffen hierin dargestellte Ausführungsformen eine Vorrichtung 20, die die Unterdrückungseinheit 10 und die Messschaltung 24 aufweist und das Problem löst, Energie für die Messschaltung 24 bereitzustellen und diese gleichzeitig vor übermäßigem Überstrom während Überspannungsereignissen, z.B. Systemausfallereignissen, zu schützen.
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Wie vorstehend erwähnt wurde, weist die Unterdrückungseinheit 10 den mindestens einen angeschlossenen Schutzzweig 30 auf, der zwischen dem Überspannungsableiter 28 und Erde verbunden ist, wobei der mindestens eine angeschlossene Schutzzweig 30 ein oder mehrere TVS-Vorrichtungen 12 aufweist, die in Kombination von Reihen- und/oder Parallelschaltungen verbunden sind, und eine oder mehrere Impedanzen 14 aufweisen kann, die mit der einen oder den mehreren TVS-Vorrichtungen 12 in Reihe geschaltet sind. Die Anzahl der zu verwendenden TVS-Vorrichtungen 12 kann von der Leistungsfähigkeit jeder TVS-Vorrichtung 12 und vom maximalen Entladestrom abhängen, den die TVS-Vorrichtung 12 handhaben muss. Da die TVS-Vorrichtung 12 eine gewisse Variation in ihren Kenngrößen aufweist, kann die eine oder können die mehreren in Reihe geschalteten Impedanzen 14 eine gleichmäßige Stromaufteilung zwischen der mindestens einen TVS-Vorrichtung 12 während eines Entladevorgangs, z.B. eines Überspannungsereignisses, ermöglichen. Wenn mehrere TVS-Vorrichtungen 12 eine ausreichend geringe Streuung ihrer Kenngrößen aufweisen, oder wenn nur eine TVS-Vorrichtung 12 verwendet wird, können die Impedanzen 14 eliminiert werden. Die Anzahl der zu verwendenden parallel geschalteten Schutzzweige 30 kann von den Kenngrößen der TVS-Vorrichtung und den Kenngrößen des Überspannungsableiters abhängen, mit dem die Vorrichtung verbunden werden soll, z.B. Stoßstrom, Ladung usw. Es ist vorteilhaft, mehr als einen parallel geschalteten Schutzzweig 30 bereitzustellen, da dadurch die Vorrichtung 20 so konfiguriert werden kann, dass es einen Überspannungsableiter mit wesentlich höheren Kenngrößen, z.B. Stoßstrom, Ladung usw., aufnehmen kann, als ein einzelner Schutzzweig unterstützen kann.
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Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Überspannungszählschaltung 34 auf, die dafür konfiguriert ist, Überspannungsereignisse zu zählen, d.h. durch Zählen des Spannungsabfalls, der während des leitenden Zustands der TVS-Vorrichtung festgestellt wird. Gemäß einigen Ausführungsformen sind die Überspannungszählschaltung 34 und die Ableitstrommessschaltung 18 über die eine oder die mehreren TVS-Vorrichtungen 12 verbunden. Die Verbindung der Überspannungszählschaltung 34 und der Ableitstrommessschaltung 18 kann zu separaten TVS-Vorrichtungen 12 in dem einem oder den mehreren Schutzzweigen 30 hergestellt werden, um die Überspannungszählschaltung von der Ableitstrommessung in der Messschaltung 24 zu entkoppeln. Eine solche Konfiguration würde den Ausgleich und die Genauigkeit der Überspannungszählung und der Ableitstrommessung verbessern.
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2 zeigt die Vorrichtung 20 gemäß einigen Ausführungsformen. Die Vorrichtung 20 weist eine Unterdrückungseinheit 10 und eine Messschaltung 24 auf, wobei die Unterdrückungseinheit 10 nur einen Schutzzweig 30 aufweist, d.h. mindestens einen parallel geschalteten Schutzzweig 30, der zwischen dem Überspannungsableiter 28 und Erde verbunden ist. Der mindestens eine Schutzzweig 30 weist mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 auf und kann mindestens eine Impedanz 14 aufweisen, die mit der mindestens einen TVS-Vorrichtung 12 in Reihe geschaltet ist. Die Unterdrückungseinheit 10 ist gestrichelt dargestellt, um die Figur zu verdeutlichen. Die mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 kann eine TVS-Diode sein, und die mindestens eine Impedanz 14 kann ein Widerstand sein. Die Unterdrückungseinheit 10 ist dafür konfiguriert, den Ableitstrom durch die Messschaltung 24 zu leiten und während eines Überspannungsereignisses die Messschaltung 24 zu umgehen und einen Stoßstrom über den mindestens einen parallel geschalteten Schutzzweig 30 zur Erde zu leiten. Der mindestens eine parallel geschaltete Schutzzweig 30 ist daher dafür konfiguriert, die Messschaltung 24 durch die TVS-Vorrichtung 12 zu schützen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Ableitstrommessschaltung 18 auf, die dafür konfiguriert ist, den Ableitstrom zu messen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Ableitstrommessschaltung 18 eine Messanzeigeeinheit 22 auf, die dafür konfiguriert ist, den Ableitstrom anzuzeigen, z.B. darzustellen. Gemäß einigen Ausführungsformen weist die Messschaltung 24 eine Umwandlungsschaltung 26 auf. Die Umwandlungsschaltung 26 kann dafür konfiguriert sein, Wechselstrom in Gleichstrom umzuwandeln und der Ableitstrommessschaltung 18 den Gleichstrom zuzuführen. Gemäß einigen Ausführungsformen ändert die Unterdrückungseinheit 10 während des Überspannungsereignisses ihr Verhalten von nichtleitend auf leitend.
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Nachstehend werden Aktionen des Verfahrens zum Schützen der Messschaltung 24 gemäß den hierin dargestellten Ausführungsformen unter Bezug auf ein in 3 dargestelltes Ablaufdiagramm beschrieben. Die Aktionen müssen nicht in der nachstehend angegebenen Reihenfolge ausgeführt werden, sondern können in jeder geeigneten Reihenfolge ausgeführt werden. Aktionen, die in einigen Ausführungsformen ausgeführt werden, sind durch gestrichelte Kästchen gekennzeichnet. Das Verfahren weist das Bereitstellen der Vorrichtung 20 auf, die die Unterdrückungseinheit 10 und die Messschaltung 24 aufweist. Die Unterdrückungseinheit 10 weist mindestens zwei parallel geschaltete Schutzzweige 30 auf, die zwischen dem Überspannungsableiter 28 und Erde verbunden sind.
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Aktion 301.
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Die mindestens zwei Schutzzweige 30 weisen mindestens eine TVS-Diode 12 und mindestens eine Impedanz 14 auf, z.B. einen Widerstand, der mit der mindestens einen TVS-Diode 12 in Reihe geschaltet ist. Die mindestens eine TVS-Vorrichtung 12 kann eine TVS-Diode sein. Während des normalen Betriebs des Überspannungsableiters 28, z.B. während eines Ereignisses ohne Überspannung, leitet die Unterdrückungseinheit 10 den Ableitstrom durch die Messschaltung 24.
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Aktion 302.
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Während eines Überspannungsereignisses umgeht die Unterdrückungseinheit 10 die Messschaltung 24 und leitet den Stoßstrom über die mindestens zwei parallel geschalteten Schutzzweige 30 zur Erde. Die mindestens zwei parallel geschalteten Schutzzweige 30 sind dafür konfiguriert, die Messschaltung 24 zu schützen. Gemäß einigen Ausführungsformen ändert die Unterdrückungseinheit 10 während des Überspannungsereignisses ihr Verhalten von nicht leitend auf leitend.
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Aktion 303.
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Die Messschaltung 24 kann die Ableitstrommessschaltung 18 aufweisen. Die Ableitstrommessschaltung 18 kann zum Messen des Ableitstroms verwendet werden. Die Messschaltung 24 kann auch eine Umwandlungsschaltung 26 aufweisen, die verwendet werden kann, um Wechselstrom in Gleichstrom umzuwandeln und der Ableitstrommessschaltung 18 den Gleichstrom zuzuführen.
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Aktion 304.
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Die Ableitstrommessschaltung 18 kann eine Messanzeigeeinheit 22 aufweisen. Die Messanzeigeeinheit 22 kann verwendet werden, um den Ableitstrom anzuzeigen, z.B. mit einem analogen Messgerät.
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Aktion 305.
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Die Messschaltung kann ferner eine Überspannungszählschaltung 34 aufweisen, die Überspannungsereignisse zählen kann. Die Überspannungszählschaltung 34 und die Ableitstrommessschaltung 18 können über eine oder mehrere TVS-Vorrichtungen 12 verbunden sein, z.B. unter Verwendung von ohmschen Spannungsteilern. Eine solche Konfiguration verbessert den Ausgleich und die Genauigkeit der Überspannungszählung und der Ableitstrommessung.
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Es wird darauf hingewiesen, dass jedes Merkmal irgendeines der Aspekte auf jeden anderen Aspekt angewendet werden kann, wo immer dies zweckmäßig ist. Ebenso kann jeder Vorteil irgendeines der Aspekte auf jeden der anderen Aspekte angewendet werden.
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Allgemein sind alle in den Ansprüchen verwendeten Begriffe gemäß ihrer üblichen Bedeutung auf dem technischen Gebiet zu interpretieren, sofern hierin nicht ausdrücklich etwas anderes definiert ist. Alle Verweise auf „ein/eine/der/die/das Element, Gerät, Bauteil, Einrichtung, Schritt usw.“ sind offen als Verweis auf mindestens ein Beispiel des Elements, des Geräts, des Bauteils, der Einrichtung, des Schritts usw. zu interpretieren, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist. Die Schritte irgendeines hierin dargestellten Verfahrens müssen nicht in der exakt dargestellten Reihenfolge ausgeführt werden, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist. Die Verwendung von „erste“, „zweite“ usw. für verschiedene Merkmale/Komponenten der vorliegenden Erfindung dient lediglich dazu, die Merkmale/Komponenten von anderen ähnlichen Merkmalen/Komponenten zu unterscheiden, und nicht dazu, den Merkmalen/Komponenten eine Reihenfolge oder Hierarchie zuzuweisen.
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Es wird darauf hingewiesen, dass die vorstehende Beschreibung und die beigefügten Zeichnungen nicht einschränkende Beispiele für das hierin beschriebene Verfahren und die hierin beschriebene Anordnung darstellen. Daher sind die hierin beschriebene Anordnung und die hierin beschriebenen Techniken durch die vorstehende Beschreibung und die beigefügten Zeichnungen nicht eingeschränkt. Vielmehr sind die hierin beschriebenen Ausführungsformen nur durch die folgenden Ansprüche und ihre rechtsgemäßen Äquivalente eingeschränkt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 2017/108550 A1 [0008]
- CN 203117274 U [0009]
- EP 3503331 A1 [0010]