DE2119265C2 - Gießform für große Kurbelhübe und Gießverfahren - Google Patents
Gießform für große Kurbelhübe und GießverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gießform für große
Kurbelhübe mit einem dem flüssigen Stahl gegenüber formbeständigen Kern, der nach der Erstarrung entfernbar
ist und ein Gießverfahren für die Gießform.
Bei bekannten Verfahren erfolgt die Herstellung großer Kurbelhübe, hierzu zählen insbesondere diejenigen,
die ein Gewicht oberhalb von einer halben Tonne haben, entweder durch Schmieden oder durch
Abgießen in eine aus feuerfester Masse bestehende Gießform.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines geschmiedeten Kurbelhubes ist aus der
deutschen Patentschrift 1 101 108 bekannt. Gemäß der dort vorgeschlagenen Lösung wird aus einem Stab
häffesw
Aus diesem Grund wird in der Zeitschrift »Gießereitechnik« (Gießereitechnik, 5. Jahrgang, 1959,
Heft 1, Seite 4/9) vorgeschlagen, die Kurbelhübe in Schamozit-Fonnmasse einzuformen. Dieses Abgießen
in feuerfeste Massen ist allgemeines Prinzip bei Stahlguß. Durch die Form aus feuerfester Masse erfährt
der vergossene Stahl nur eine verhältnismäßig langsame Abkühlung, so daß der möglicherweise auftretende
Lunker durch ein Nachfließen des Stahls aus dem Trichter ausgeglichen werden kann. Nach der
Abkühlung des Stahlgußstückes wird die Sandform zerschlagen und das Gußstück herausgenommen.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, wieder verwendbare Gießformen zu schaffen und zu einer
Verbesserung der Oberfläche der Stahlgußstücke (Kurbelhübe) beizutragen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Gießform aus einem oberen und einem
unteren Teil, welche eine gemeinsame Trennlinie bilden, aus Gußeisen besteht, wobei das Volumen
der Gießform einem Kurbelhub mit einem Gewicht von 1 bis 100 Tonnen, insbesondere 3 bis 20 Tonnen
entspricht, und der Kern aus gegen Stahl beständiger Kernmasse mit jeder seiner beiden Stirnflächen in
und beiderseits der Trennlinie in die Seitenwand der Gießform eingepaßt ist.
Vorzugsweise weist die Gießform im Bereich der Stirnflächen des Kerns wärmespannungsmindernde
Unterbrechungen auf. Diese sind τ. Β. durch senkrecht zur Trennlinie verlaufende Einkerbungen oder
Aussparungen im oberen und unteren Teil der Gießform gegeben. Dadurch hat die Gießform die Möglichkeit
»zu atmen«.
Die Gießform besitzt mehrere in den freien Raum der Gießform weisende Eingußöffnungen für steigenden
Guß. Die Eingußöffnungen sind vorzugsweise so angeordnet, daß der heraustretende Stahl
keine übermäßige Erosion am Kein und am unteren Teil der Gießform verursachen kann. Durch die Anordnung
mehrerer Eingußöffnungen wird der Impuls des austretenden Gießstrahles in weniger wirksame
Einzelteile unterteilt. Ein weiterer Vorteil ergibt sich, wenn die Eingußöffnungen nicht direkt unterhalb des
Kerns angeordnet sinH, da in diesem Fall der abgegossene Stahl in einen freien Raum einfließt. Hierzu
dient insbesondere ein Eingußstein mit V-förmig verlaufenden öffnungen, die in den freien Raum der
Gießform weisen. Bevorzugt werden trichterförmige Öffnungen.
Besonders bevorzugt wird ein Kern aus keramischem
Material, wobei sich insbesondere zirkonoxydgeschlichtete Schamotte eignet. Gute Ergebnisse wurden
auch bei einem Zementkern erzielt.
Von Vorteil kann ein mehrteiliger Kern sein, wie z. B. ein zylindrischer, gegebenenfalls blechumman-
2Π9265 \l
3 f 4
telter Kern für die Bohrung des Hauptlagers and der einanderliegend). Im oberen Teil 1 der Gießform beScheibe
mit planparallelen Wänden als Trennwand findet sich der Trichter 7, wärmeisolierende Platten 8
der beiden Wangen. und die Entlüftungskanäie 9 für den keramischen
Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Gießform Kern 3.
hat sich das nachfolgende Gießverfahren von beson- S Wie aus Fig. 1 und insbesondere 2 hervorgeht, ist
derem Vorteil erwiesen: Von der Schmelze wird ein der Kern mit seinen beiden Stirnflächen 10 in die
erster Anteil nach Augenschein bis an die obere Seitenwand des oberen und unteren Teils der Gieß-Grenze
des Kurbelhubes vergossen und anschließend form 1, 2 eingepaßt. Fig. 3 zeigt eine Ausführungsder
zweite, für den Trichter vorgesehene Anteil der form des Eingußsteins, der in den unteren Teil der
Schmelze fallend. Die Schmelze wird in bekannter io gußeisernen Form hineinragt. Der Eingußstein weist
Weise mit einer Abdeckmasse abgedeckt Bekannte zwei V-förmig verlaufende Eingußöffnungen auf, die
Maßnahmen mittels Schutzgas zu gießen, können sich trichterförmig erweitern. Fig. 4 zeigt die wärmeeine
übermäßige Oxydation verhindern. Auch der spannungsmindernden Unterbrechungen 12 im BeAbguß
in lackierten Formen ist möglich. reich der Stirnflächen 10 des Kerns, die im oberen
Die besonderen Vorteile der Erfindung bestehen 15 und unteren Teil der Gießform 1 und 2 angeordnet
darin: sind. Diese Unterbrechungen sind als Dehnfugen aus
— daß die Gußeisenteile der Gießform mehrfach geführt und stehen senkrecht auf der Trennlinie 13.
verwendet werden können; Zur Verfahrensweise ist folgendes zu bemerken:
— daß die mit den Gußeisenteilen in Berührung Die Gießform 1, 2 mit dem Kern 3 wird vorgestehenden
Oberflächen des Kurbelhubes nur in den ao wärmt und dann der Stahl fallend durch das Gieß-Bohrungen,
am Kurbelzapfen und auf den Schilden rohr 4 vergossen. Die Eingußöffnungen 11, die vornachbearbeitet
werden müssen; zugsweise zu mehreren und nicht direkt unter dem
— daß die Rüstzeiten kürzer werden und eine Kern angeordnet sind, lassen den flüssigen Stahl
kostengünstigere Produktion möglich ist; impulsarm in das Innere der Gießform dringen. Hier-
— daß platzsparend gearbeitet werden kann; »5 zu dient auch die V-förmige Anordnung der Einguß-
— daß wegen der schnellen Erstarrung mit kleine- öffnungen 11. Die zusätzliche Anwendung von Schutzren
Trichtern gearbeitet werden kann und so ein gas verhindert eine übermäßige Oxydation. Eine
Ausbringen von ca. 80 % ermöglicht wird; lackierte Form kann die Oberfläche des Hubs ver-
— daß eine höhere Maßgenauigkeu eingehalten bessern. Nachdem der Stahlspiegel den oberen Rand
werden kann; 30 des später fertigen Kurbelhubes erreicht hat, wird der
— daß wegen der schnellen Erstarrung ein be- Rest der Schmelze vorzugsweise in den Trichter 7
sonders günstiges Gefuge entsteht und in allen Be- fallend vergossen. Dadurch wird eine längere Haltreichen des Hubes — auch im Inneren — gute und barkeit der Gießform und eine bessere Temperaturgleichmäßige Werte erreicht werden. verteilung im abgegossenen Stahl erzielt. Nach Auf-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den 35 geben von Abdeckpulver und nach anschließend
Figuren dargestellt und wird im folgenden näher be- erfolgter Erstarrung wird der Kurbelhub vorzugsweise
schrieben. Es zeigt aus der Gießform 1, 2 entfernt und einer verzögerten
Fig. 1 einen Längsschnitt durch die erfindungs- Abkühlung unterzogen. Es ist aber auch möglich,
gemäße Gießform mit Gießrohr, den Kurbelhub in der Gießform 1, 2 erkalten zu
F i g. 2 eine Draufsicht auf die Gießform (Teil 2) 40 lassen,
mit eingelegtem Kern (Teil 3), Die mikroskopischen und makroskopischen Er-
Fig. 3 eine Ausführungsform des Eingußsteins, gebnisse haben gezeigt, daß trotz der Verwendung
Fig.4 eine Außenansicht der Gießform, wie sie einer gußeisernen Form die Oberfläche der Kurbelin
F i g. 1 dargestellt ist. hübe gut und absolut rißfrei ist. Eine Bearbeitung
Der Längsschnitt in Fig. 1, der in Höhe einer 45 brauchte nur an den in der Konstruktionszeichnung
Wange ausgeführt wurde, zeigt mit 1 den oberen angegebenen Stellen durchgeführt werden, nämlich
Teil und mit 2 den unteren Teil der Gießform aus am Hublager in der Hauptlagerbohrung und auf
Gußeisen (Hämatit). Der keramische Kern ist mit 3, den Schilden. Dichtigkeit und Reinheitsgrad, durch
das Gießrohr mit 4, die Gießplatte mit 5, das Kanal- Ultraschall am fertigen Hub ermittelt, waren sehr
system mit 6 und die Eingußöffnung mit 11 bezeich- 50 gut.
net. Zusätzlich sind zwei weitere Eingußöffnungen Die technologischen Werte am Kurbelhub sind
mit 11a gestrichelt eingezeichnet fin Fig. 1 hinter- einwandfrei.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Mehrteilige Gießform für große Kurbelhübe, dadurch gekennzeichnet, daß die die
äußeren Umrisse des Kurbelhubes bestimmende Gießform (1,2), deren Volumen einem Kurbelhub
mit einem Gewicht von 1 bis 100, vorzugsweise 3 bis 20 Tonnen entspricht, aus gußeisernem
oberen und unteren Teil (1, 2) besteht, welche eine gemeinsame Trennlinie (13) bilden, während
der Kern.jn. ai» sich bekannter Weise, aus einer
gegenüber flSssigen^^ahl fo^besiä^digieritrach I '.;■
der Erstarrung entfernbarec Kernmasse besteht und mit jeder seiner beiden Stirnflächen (10) in
UEd beiderseits der Trennlinie (13) in die Seitenwand
der Gießform (1, 2) eingepaßt ist, und daß sie mehrere in den freien Raum der Gießform
weisende Eingußöffnungen (11, lla) für steigenden Guß besitzt.
2. Gießform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie im Bereich der Stirnflächen
(10) des Kerns (3) wärmespannungsmindernde Unterbrechungen (12) aufweist.
3. Gießform nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der unterhalb des Kerns (3)
angeordnete Eingußstein (11) zwei V-förmig verlaufende, in den freien Raum der Gießform weisende,
vorzugsweise trichterförmige, Eingußöffnungen aufweist.
4. Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (3)
aus zirkonoxydgeschlichteter Schamotte besteht.
5. Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (3)
mehrteilig ist.
6. Gießform nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der keramische Kern (3) einen
den Schrumpfspannungen nachgebenden Stahlmantel hat.
7. Gießverfahren für die Gießform nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß von der Schmelze ein erster Anteil nach Augenschein bis an die obere Grenze des Kurbelhubes
steigend und dann der zweite, für den Nachlauftrichter (7) vorgesehene Anteil der
Schmelze fallend vergossen wird.
zunächst ein gerader Formling mit angenähert formfertigen
Kurbetzapfen und nach außen keulenartig verdickten Endteflen geformt und danach die Endteile
gegen den Kusbelzapfen zur U-Form angebogen und alsdann auf Wangenform flachgeschmiedet. Derartige
Schmiedeverfahren lassen sich mcht immer wirtschaftlich durchführen, und außerdem besteht die
Gefahr daß die Schmiedefaser bei einer großen geschmiedeten Kurbelwelle bei einer spangebenden Formung
gerade in den kritischen Übergängen von Kurbelzapfen zu den Wangen angeschnitten und so der
Ausgangspunktiür einen Dauerschwingungsbruch ge-
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