DE2114160C - Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzringen auf pulvermetallurgischem wege - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzringen auf pulvermetallurgischem wegeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzringen auf pulvermetallurgischem
Wege, bei dem ein Eisenpulver, dem Kohlenstoff und Blei sowie andere Legierungsbestandteile zugesetzt
iind, brikettiert, gesintert und einer Nachbehandlung
unterworfen wird. Diese Nachbehandlung kann entweder in einer Heißverdichtung oder in einer Kaltverdichtung
bei einem Druck bestehen, der den Brikettierdruck übersteigt. Sowohl an die Heißverdichtung
als auch an die Kaltverdichtung kann sich eine Vergütung anschließen, bei der das Werkstück auf
eine über dem AC 3-Punkt liegende Temperatur kurzzeitig erhitzt, dann rasch abgekühlt und darauf
bei Temperaturen bis zu 650° C angelassen wird. Man kann vor der Kaltverdichtung auch noch eine
zusätzliche Warmbehandlung durchführen.
Zum Stand der Technik gehört ein Gleit- und Verschleißwerkstoff für Zylinderlaufbüchsen und
Ventilsitzringe, der nach dem erwähnten Verfahren hergestellt ist und der zur Erhöhung seiner Festigkeit
außer Eisen und Kohlenstoff, der in dem fertigen Erzeugnis in Mengen von 0,5 bis 1% vorliegt, 1
bis 4% Blei und Nickel in Mengen von 0,5 bis 5% enthält.
Für bestimmte Anwendungsgebiete, beispielsweise zur Herstellung von Ventilsitzringen für die Auslaßventile
von Kraftfahrzeugen, ist es erforderlich, daß der Werkstoff neben den erwähnten Festigkeitseigenschaften
eine erhöhte Warmfestigkeit, d. h. ausreichende Festigkeitswerte bei Temperaturen bis zu
65O0C aufweist. Für die Auslaßventile von Kraftfahrzeugen
sind aus dem USA.-Patent 34 71343 Ventilsitzringe mit erhöhter Warmfestigkeit bekannt,
die aus einem Pulvergemisch hergestellt sind, das vor der oben beschriebenen Behandlung folgende
Zusammensetzung hat:
0,8 bis 1,5% Graphit,
1,0 bis 4,0% Blei,
0,5 bis 5,0% Nickel,
1,2 bis 1,8% Molybdän,
9,6 bis 14,4% Kobalt,
Rest Eisen.
1,0 bis 4,0% Blei,
0,5 bis 5,0% Nickel,
1,2 bis 1,8% Molybdän,
9,6 bis 14,4% Kobalt,
Rest Eisen.
Die Herstellung vcn derartigen Ventilsitzringen erfolgt nach dem bekannten Verfahren in der Weise,
daß 78% eines Sintereisenpulvers, 1% Graphit, 4% Bleipulver, 3,5% Nickelpulver, 1,5% Molybdänpulver
und 12% Kobaltpulver zugesetzt werden. Die einzelnen Pulver werden gemischt und dann bei einem
Druck von 3,5 t/cm2 brikettiert und anschließend bei
einer Temperatur von 11000C in neutraler Atmosphäre
etwa 3 Stunden gesintert. Die gesinterten ίο Werkstücke werden dann abgekühlt und einer Kaltverdichtung
bei einem Druck von etwa 12 t/cm2 unterworfen, 15 Minuten lang auf eine Temperatur
oberhalb des AC3-Punktes erwärmt, dann schnell abgekühlt und bei einer Temperatur von 580° C
30 Minuten lang angelassen. Die Brinellfestigkeit des Materials liegt bei etwa 320 kg/mm2 bei Raumtemperatur
und bei 205 kg/mm2 bei einer Temperatur von 6000C. Nach diesem Verfahren hergestellte
Ventilsitzringe haben demnach eine erhöhte Warmao festigkeit und können als Auslaßventile für Kraftfahrzeuge
benutzt werden. Bei der praktischen Erprobung der Ringe, die sich ausgezeichnet bewährt
haben, wurde bei Laufversuchen auf dem Prüfstand unter Vollast eine Laufzeit von 250 Stunden eras
mittelt.
Die Aufgabe, die der Erfindung zugrunde liegt, besteht darin, die Eigenschaften der bekannten
Ventilsitzringe mit erhöhter Warmfestigkeit, also der Nickel, Molybdän und Kobalt enthaltenden Ventilsitzringe,
hinsichtlich ihrer Korrosionsbeständigkeit, der Erosionsfestigkeit und des Laufverhaltens zu
verbessern.
Es hat sich überraschenderweise herausgestellt, daß dies dann möglich ist, wenn die erwähnten
Legierungsbestandteile dem Ausgangsgemisch nicht einzeln als Pulver zugesetzt werden, sondern, wenn
als Ausgangsgemisch eine pulverisierte Vorlegierung verwendet wird, d. h. ein Stahlpulver, das die Legierungsbestandteile
enthält.
Bei einem pulvermetallurgischen Verfahren zur Herstellung von Ventilsitzringen mit erhöhter Warmfestigkeit
unter Verwendung eines Metallpulvers, das außer Eisen 0,5 bis 1% Kohlenstoff, 0,7 bis 1,5%
Blei, 1,0 bis 2,0% Nickel, Kobalt und 1,0 bis 2,0% Molybdän enthält, besteht die Erfindung darin, daß
einer pulverisierten Vorlegierung, die aus 1,0 bis 2% Nickel, 6,0 bis 7% Kobalt, 1,0 bis 2% Molybdän,
Rest Eisen und übliche Stahlbegleiter besteht, 0,5 bis 1,0% Kohlenstoff und 0,7 bis 1,5% Blei
zugesetzt werden, worauf das Gemisch in an sich bekpnnter Weise brikettiert, gesintert, kalt oder heiß
nachverdichtet und gegebenenfalls vergütet wird.
Die Erfindung sieht ferner vor, daß die pulverisierte Vorlegierung außer den erwähnten Legierungsbestandteilen,
1,0 bis 2,0% Chrom und 0,3 bis 0,5% Titan enthält.
Wie Versuche mit nach dem Verfahren gemäß vorliegender Erfindung hergestellten Ventilsitzringen
ergeben haben, führt die Verwendung einer Vorlegierung an Stelle einzelner Pulver der Legierungsbestandteile zu Ringen, die hinsichtlich der Warmfestigkeit,
der Korrosionsbeständigkeit sowie der Erosionsfestigkeit ein wesentlich besseres Laufverhalten
zeigen; es konnte ferner eine merkliche Steigerung der Warmableitung festgestellt werden. Während
bei unter Vollast durchgeführten Laufversuchen die bekannten unter Verwendung eines Gemischpulvers
mit 12% Kobalt hergestellten Ventilsitzringe
bei einer Laufzeit von etwa 250 Stunden, die an sich sehr hoch ist, ausfielen, arbeiten Motoren, die mit
Venülsitzringen gemäß vorliegender Erfindung ausgestattet waren, nach einer Laufzeit von 500 Stunden
noch einwandfrei. Dieses Ergebnis wurde sowohl 5 bei Verwendung von bleihaltigem als auch bleifreiem
Kraftstoff erzielt und ist deswegen von besonderer Bedeutung, weil bleifreie Kraftstoffe in immer größerem
Umfang verwendet werden und die bisher eingesetzten Gußringe bei Verwendung von Weifreiem xo
Kraftstoff keine ausreichende Lebensdauer hatten.
Es wurde ferner festgestellt, daß bei Verwendung von Vorlegierungen mit den bisher für erforderlich
gehaltenen Mengen von 12% Kobalt keine Verbesserung der Eigenschaften gegenüber solchen Ringen
erzielt wurde, die gemäß der Erfindung mit Vorlegierungen mit einem Gehalt von 6 bis 7% Kobalt
hergestellt wurden. Eine Verringerung des Kobaltgehaltes von 12% auf 6 bis 7% Kobalt bei den bekannten
Ventilsitzringen führte dagegen zu einer so starken Veränderung der Eigenschaften, daß diese
Ringe für hoch beanspruchte Motoren nicht benutzt werden konnten. Dieses Ergebnis ist überraschend
und hat zur Folge, daß Ventilsitzringe gemäß vorliegender Erfindung mit einem Gehalt von nur 6 bis
7 % Kobalt in den Fällen eingesetzt werden können, in denen bisher ausschließlich Ringe mit 12% Kobalt
aus nicht vorlegiertem Pulver benutzt werden konnten. Die Verwendung von vorlegiertem Stahlpulver
mit einem erheblich geringeren Kobaltgehalt führt außerdem zu einer gleichmäßigeren Verteilung der
einzelnen Legierungskomponenten und zu einer besseren Diffusion des Kohlenstoffs und damit zu einer
Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit, sowie zu einer verbesserten Korrosionsbeständigkeit und Erosionsfestigkeit.
Ausführungsbeispiel
Als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Ventilsitzringen diente eine pulverisierte Vorlegierung
folgender Zusammensetzung:
1,5% Ni,
1,4% Mo,
6,5% Co,
91,6% Fe.
1,4% Mo,
6,5% Co,
91,6% Fe.
Mit diesem vorlegierten Stahlpulver wurden 0,8% Kohlenstoff und 1,2% Blei vermischt und das Gemisch
bei einem Druck von 3,5 t/cm2 zu Ringen verpreßt
und dann bei einer Temperatur von HOO0C in einer neutralen Atmosphäre etwa 3 Stunden lang
gesintert.
Die gesinterten Ringe wurden nach dem Abkühlen bei einem Druck von 12 t/cm2 kalt nachverdichtet,
15 Minuten lang auf eine Temperatur oberhalb des AC 3-Punktes erhitzt und dann schnell abgekühlt.
Im Anschluß daran wurden die Ringe bei einer Temperatur von 650° C 30 Minuten lang angelassen.
Die so hergestellten Ringe zeigten eine unerwartete Verbesserung hinsichtlich der Korrosion, Erosion
und Warmfestigkeit gegenüber Ventilsitzringen, die in ü olicher Weise aus einem Pulvergemisch mit einem
Kobaltgehalt von 12% hergestellt waren.
Beim Einsatz in Motoren wurde ein ausgezeichnetes Laufverhalten festgestellt; nach einer Laufzeit
von 500 Stunden unter Vollast waren die Ringe auch bei Verwendung von bleifreiem Kraftstoff noch
nicht; ausgefallen.
Claims (2)
1. Pulvermetallurgisches Verfahren zur Herstellung
von Ventilsitzringen mit erhöhter Warmfestigkeit unter Verwendung eines Metallpulvers,
das außer Eisen 0,5 bis 1 % Kohlenstoff, 0,7 bis 1,5% Blei.. 1,0 bis 2,0% Nickel, Kobalt und 1,0
bis 2% Molybdän enthält, dadurch gekennzeichnet,
daß einer pulverisierten Vorlegierung, die aus 1,0 bis 2% Nickel, 6,0 bis 7,0%
Kobalt, 1,0 bis 2% Molybdän, Rest Eisen und übliche Stahlbegleiter besteht, 0,5 bis 1 % Kohlenstoff
und 0,7 bis 1,5% Blei zugesetzt werden, worauf das Gemisch in an sich bekannter Weise
brikettiert, gesintert, kalt oder heiß nachverdichtet und gegebenenfalls vergütet wird.
2 Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pulverisierte Vorlegierung
außer den erv» ahnten Legierungsbestandteilen, 1,0 bis 2,0% Chrom und 0,3 bis 0,5% Titan
enthält.
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3227549A1 (de) * | 1982-07-23 | 1984-01-26 | Schunk & Ebe Gmbh, 6301 Heuchelheim | Werkstoff zur pulvermetallurgischen herstellung von ventilsitzringen |
| DE3838461A1 (de) * | 1988-11-12 | 1990-05-23 | Krebsoege Gmbh Sintermetall | Pulvermetallurgischer werkstoff auf kupferbasis und dessen verwendung |
| EP0604773B2 (de) † | 1992-11-27 | 2000-08-30 | Toyota Jidosha Kabushiki Kaisha | Eisenlegierungspulver zum Sintern, gesinterte Eisenlegierung mit Abtriebsbeständigkeit und Verfahren zur Herstellung desselben |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3227549A1 (de) * | 1982-07-23 | 1984-01-26 | Schunk & Ebe Gmbh, 6301 Heuchelheim | Werkstoff zur pulvermetallurgischen herstellung von ventilsitzringen |
| DE3838461A1 (de) * | 1988-11-12 | 1990-05-23 | Krebsoege Gmbh Sintermetall | Pulvermetallurgischer werkstoff auf kupferbasis und dessen verwendung |
| EP0604773B2 (de) † | 1992-11-27 | 2000-08-30 | Toyota Jidosha Kabushiki Kaisha | Eisenlegierungspulver zum Sintern, gesinterte Eisenlegierung mit Abtriebsbeständigkeit und Verfahren zur Herstellung desselben |
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