DE2113173A1 - Verfahren und Lehrensatz zur Herstellung von Flachschluesseln - Google Patents
Verfahren und Lehrensatz zur Herstellung von FlachschluesselnInfo
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Description
211317:
PATENTANWÄLTE
Dr. rer. nat. DIETER LOl/IS
Dtpl.-Pliys. CLAUS POHL AU
Dipl.-Ing. FRANZ LOHRENTZ
Dr. rer. nat. DIETER LOl/IS
Dtpl.-Pliys. CLAUS POHL AU
Dipl.-Ing. FRANZ LOHRENTZ
8500 NU RN BE RQ Ί1
KESSLERPLATZi λ1
Societe Anonyme CEMSA 93 - Montreuil-Sous-Bois
FRANCE
Verfahren und Lehrensatz zur Herstellung
von
Flachschlüsseln
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und einen Lehrensatz zur
Herstellung von Flachschlüsseln mit Kerben, deren Anordnung
und/oder Anzahl einer dem Schlüssel zugeordneten Nummer eines Nummernsystems entspricht.
Flachschlüssel sind solche, die man im allgemeinen aus einem von einem Metallband abgeschnittenen Stück herstellt und die
vor allem für Schlösser verwendet werden, die in der Automobilindustrie zum Einsatz kommen. Bei Flachschlüsseln dieser
Art besitzt der in das Schloß einzuschiebende Schlüsselteil im allgemeinen eine oder eine Anzahl von Längsnuten und
mehrere Kerben an einer oder beiden Kanten dieses Teils. Die Kerben weisen eine unterschiedliche Tiefe auf und sind so angeordnet,
daß sie genau vorbestimmte Abstände vom Schlüsselende und voneinander einhalten.
ds gibt eine Reihe bekannter Verfahren, um Schlüssel dieser
Art durch Kopieren eines bestehenden Meisterschlüssels oder einer Vorlage herzustellen, wobei von einem ochlüsselrohfceil
ausgegangen wird, das bereits die bestimmte Umrißgestalt besitzt,
jedoch noch keine Kerben aufweist, lirst diese Kerben
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verleihen dem Schlüssel die beabsichtigte Funktion, ein Schloß zu sperren. (.7enn auch das Kopieren eines Schlüssels
relativ einfach ist, so sind bisher große Schwierigkeiten dabei entstanden, einen Schlüssel nach seiner Systemnummer
herzustellen oder zu reproduzieren. Selbst die Schlüssel einer bestimmten Serie sind theoretisch untereinander verschieden. Um diese Unterschiede zu erzeugen, geben die
Hersteller jedem Schlüssel eine bestimmte Systemnummer. Diese Systemnummer entspricht einer bestimmten Zahl X von
Einkerbungen, die im allgemeinen einen bestimmten Abstand voneinander oder von einer Markierung aufweisen, der für
die ganze Serie identisch ist. Lediglich durch die unterschiedliche Kerbentiefe an mindestens einer Kerbe unterscheiden
sich die Schlüssel.
Berücksichtigt man, daß eine nicht vorhandene Kerbe mathematisch ge.sehen einer Kerbe mit der Tiefe ο entspricht',
und daß nichts daran hindert, auf ein und demselben Schlüssel die gleiche Kerbentiefe mehrmals auszuführen, dann erhält
man auch dabei eine Anzahl von Kombinationen, die so beträchtlich ist, daß man praktisch alle Schlüssel voneinander
verschieden gestalten kann.
TJm die Schlüssel nach ihrer Systemnummer herzustellen, stellt jeder Hersteller von Schlössern einen bestimmten Code auf, '
der einer Spezialmaschine entspricht, auf der ein Schneidwerkzeug, z.B. ein Formfräser, mit einer zur Kerbenform auf
dem Schlüssel identischen Form eingesetzt wird. Daraus ergibt sich, daß zur Herstellung eines derartigen Schlüssels
nach seiner Systemnummer bis heute ein Code, &r die Systemnummer
in technische Daten umschlüsselt, eine Spezialmaschine, die speziell für den Schlüsselh.rsteller entwickelt worden
ist, und auf der Maschine verwendete Schneidwerkzeuge, 25.B. Formfräser, mit der Form der Kerben entsprechender Gestaltung
notwendig sind.
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Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, ein Verfahren und einen Lehrensatz zur Herstellung von Flachschlüsseln
nach ihrer Systemnummer vorzuschlagen, so daß zur Herstellung eine klassische 'Werkzeugmaschine, die jedem
Fabrikanten zur Verfügung s'teht, verwendet werden kann und die nach dem Pantographen-Verfahren arbeitet.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß in das Schlüsselrohteil die Kerben
des Schlüssels nacheinander unter jeweiliger Zugrundelegung einer Schlüssellehre mit nur einer Kerbe eingearbeitet
werden, wobei Form, Tiefe und Abstand der einzelnen Kerben von einer übereinstimmenden Marke der Lehren denen
der Kerben des Schlüssels entsprechen.
Der Lehrensatz zur Herstellung der Schlüssel ist dadurch gekennze lehnet, daß jeder Kerbe des Schlüssels eine Einzellehre
mit einer Kerbe zugeordnet ist, deren Form, Tiefe und Abstand von einer an allen Einzellehren übereinstimmenden
Marke denen der zugeordneten Kerbe an dem fertigen Schlüssel entspricht.
Bei der Erfindung wird zur Herstellung eines Flachschlüssels nach seiner Systemnummer somit lediglich e.in Lehrensatz und
ein Code benötigt, der nach der Systemnummer angibt, welche Lehren nacheinander auf einer klassischen Werkzeugmaschine
eingesetzt werden müssen. Das erfindungsgemäße Verfahren lieht somit im wesentlichen darin, daß die Lehren
bestimmte Eigenschaften besitzen, die über den Code aui der Systemnummer des Schlüssels nicht in technische Daten,
sondern in eine bestimmte Anzahl und Zuordnung der einzelnen Lehren eines Lehrensatzes umgeschlüsselt werden.
Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevor-
6S
zügten Ausführungsbeispieles, anhand der beiliegenden
Zeichnungen sowie aus weiteren Unteransprüchen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht einer Einzellehre, die im allgemeinen
aus Stahl hergestellt ist;
, Pig. 2 ein Anordnungsschema zur Herstellung der Schlüssel
nach dem Pantographen-Verfahren, und
Fig. 3 einen Querschnitt durch einen Spannklotz für die Einzellehren.
Gemäß der Darstellung in Fig. 1 besitzt eine Einzellehre eine Kerbe 1 sowie Bezugskanten oder -flächen 2,3 und 4.
In Fig. 2 ist mit la ein Formfräser bezeichnet,· dessen Formwinkel kleiner als der herzustellende Winkel ist.
12 ist ein Taster, der die Einzellehre 14 abtastet, die
als Meisterschlüssel oder Vorlage in einem Spannklotz 13 eingespannt ist. Ein entsprechender Spannklotz 5 ist für
das Schlüsselrohteil 6 vorgesehen. Mit dem Bezugszeichen ist die - in der Zeichnung linke - äußere Stirnseite des
Spannklotzes 13 bezeichnet, während 8 ein Schlitten ist.
Die Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den Spannklotz für die Einzellehre oder für das Schlüsselrohteil. Dieser Spannklotz
besitzt eine Aufstandfläche Ib, die zur bezugsgerechten Anordnung der Lehre bzw. des Schlüsselrohteiles dient.
In Verbindung mit der mit der Bezugsfläche 4 der Lehre zusammenwirkenden Stirnseite 7 des Lehrenaufspannklotzos 13
dient die AufStandfläche Ib dazu, die Kerbe 1 der Lehre in
eine Position zu bringen, in der diese nach Form, Tiefe und Abstand von der Bezugsfläche 4 genau der entsprechenden
Schlüsselkerbe entspricht.
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Es ist ersichtlich., daß so viele Einzellehren existieren,
wie es unterschiedliche Formen, unterschiedliche Tiefen und unterschiedliche Abstände von der Bezugsfläche 3 oder
gibt. Ebenso entspricht die Zahl der durch die Systemnum-. mer angegebenen Zahl von Kerben oder Kombinationen.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Herstellung von Flachschlüsseln nach deren Systemnummer ist es zuerst erforderlich, nach dem vorbereiteten Code
die entsprechenden Einzellehren herauszusuchen, die der Systemnummer des Schlüssels entsprechen. Hat z.B. der
Schlüssel fünf Einkerbungen, so ergeben sich daraus in gleicher Weise fünf Einzellehren. Anschließend werden in
einer bestimmten Reihenfolge die Einzellehren im Spannklotz 13 so aufgespannt, daß sie sich mit ihrer Bezugsfläche 4-an
der Stirnseite 7 und mit ihrer Bezugsfläche 2 an der Aufstandfläche Ib des Spannklotzes abstützen. Wenn die
Einzellehre in dieser Position verspannt ist, wird der Schlitten 8 gegen den Taster 12 Verschoben, so daß dessen
Außenfläche an der Bezugsfläche 3 äer Einzellehre zur Anlage
gelangt. Daraufhin wird das Schlüsselrohteil 6 in den zugehörigen Spannklotz 5 eingespannt, wobei ebenfalls dafür
Sorge getragen wird, daß sich die untere Stützfläche des Schlüsselrohteiles an der Aufstandfläche Ib des Spannklotzes
abstützt und daß die Einkerbung, die den Anfang des Schlüsselteiles kennzeichnet, an der Außenfläche des Formfräseiela
zur Anlage kommt. In dieser Position wird der Spannklotz 5 geschlossen. Durch Verschieben des Schlittens 8 wird nun
die Kerbe 1 der Einzellehre genau in dem Schlüsselrohteil 6
reproduziert.
Nach diesem Herstellvorgang der ersten Kerbe wird der Schlitten 8 aus der Werkzeugmaschine wieder gelöst und in
eine Ruhestellung verschoben. In dieser Ruhestellung wird die Einzellehre 14 gegen eine weitere Einzellehre des
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Lehrensatzes vertauscht, wobei dafür Sorge zu tragen ist, daß die nächste Einzellehre wieder in genau die gleiche
Position kommt, in der die Bezugsfläche 2 an der Aufstand fläche Ib und die Bezugsfläche 4- an der Stirnseite 7 des
Spannklotzes 13 anliegen. Auf diese V/eise werden die Kerbe der nächsten Einzellehre und, so fortlaufend, alle fünf
Kerben der Einzellehren auf das Schlüsselrohteil übertragen. Auf diese Weise ist somit der Schlüssel nach seiner Systemnummer,
jedoch auf erheblich einfachere und billigere Weise als bisher hergestellt worden.
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Claims (4)
1.) Verfahren zur Herstellung von Flachschlüsseln mit Kerben,
deren Anordnung und/oder Anzahl einer dem Schlüssel zugeordneten Nummer eines Nummernsystems entspricht, dadurch
gekennzeichnet, daß in das Schlüsselrohteil (6) die Kerben des Schlüssels nacheinander unter jeweiliger Zugrundelegung
einer Schlüssellehre mit nur einer Kerbe eingearbeitet werden, wobei Form, Tiefe und Abstand der einzelnen
Kerben von einer übereinstimmenden Marke der Lehren denen der Kerben des Schlüssels entsprechen.
2. Lehrensatz zur Herstellung von Flachschlüsseln mit Kerben, deren Anordnung und/oder Anzahl einer dem Schlüssel
zugeordneten Nummer eines Nummernsystems entspricht, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kerbe des Schlüssels eine
Einzellehre (14) mit einer Kerbe (1) zugeordnet ist, deren Form, Tiefe und Abstand von einer übereinstimmenden Marke
(2, 4) an den Einzellehren (14) der zugeordneten Kerbe an dem fertigen Schlüssel entspricht.
3. Lehrensatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den Lehren (14) eine Bezugsmarkierung (2, 4) vorgesehen
ist, die den Austausch einer Einzellehre (14) gegen die nächste ohne eine Entnahme des Schlüsselrohteiles (6) gestattet.
4. Lehrensatz nach Anspruch 2 oder 3> dadurch gekennzeichnet,
daß Art und Anzahl der E;inzellehren (14) über einen Code der Schlüsselnummer zugeordnet sind.
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