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Verfahren und Vorrichtung zum Zerteilen einer Glasplatte in rechteckige
Stücke vorgegebener Größen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Schneiden von Glas.
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Des näheren befaßt sich die Erfindung mit einer Glasschneidevorrichtung,
die dazu bestimmt ist, eine Glasplatte in eine verhältnismäßig große Anzahl von
rechteckigen Glasstükken zu zerteilen, So werden beispielsweise Objektträger, die
zum Untersuchen von Proben unter dem Mikroskop dienen, aus größeren Glasplatten
gewonnen, die in kleinere rechteckige Stücke zerschnitten werden, die dann die Objektträger
bilden.
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Derzeit erfolgt das Teilen von Glas in kleinere rechteckige Stücke
hauptsächlich in manuellen Arbeitsgängen, so daß die kleineren Glasstücke nur nach
zeitraubender manueller Arbeit zustandekommen. So ist es bereits bekannt, eine Glasplatte
von Hand zu einer Glasschneidevorrichtung zu verschieben, die zur Vorbereitung des
Unterteilens in eine Oberfläche der Glasplatte eine Vielzahl gerader paralleler
Linien einritztO Die auf diese Weise geritzte Glasplatte wird dann von Hand um 900
gedreht und darauf zu einer zweiten Schneidevorrichtung
verschoben.
Die Schneiden der zweiten Schneidevorrichtung sind voneinander beabstandet und diese
Abstände bestimmen die eine Abmessung der kleineren Glas stücke, während die Abstände
der Schneiden der ersten Schneidevorrichtung die andere Abmessung der Glas stücke
festlegen. Diese manuellen Arbeitsgänge sind zeitraubend und teuer, Da sie außerdem
von Hand ausgeführt werden, wird das Glas nicht immer mit der angestrebten hohen
Präzision zerteilt enn in dem Glas zwei Gruppen zueinander senkrechter Linien eingeritzt
sind, läßt es sich bekanntlich ohne weiteres in die kleineren Stücke auseinanderbrechen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Glasschneidevorrichtung
zu schaffen, die zum Zerteilen einer größeren Glasplatte in kleine Stücke notwendige
manuelle Arbeitsgänge weitestgehend reduziert. So soll die erfindungsgemäße Vorrichtung
die bisher notwendige manuelle Tätigkeit zum Drehen der Glasplatte in jeweils senkrechte
Richtungen zu zwei Glasschneidevorrichtungen überflüssig machen. Die Vorrichtung
soll kontinuierlich arbeiten, so daß eine zu teilende Glasplatte in praktisch kontinuierlicher
Bewegung gehalten wird, während in ihre eine Oberfläche zueinander senkrechte Gruppen
von parallelen Linien eingeritzt werden. Ferner soll die Vorrichtung eine Glasplatte
zuverlässig in präzis vorgegebenen Lagen zu zwei Glasechneideeinheiten halten, damit
man zuverlässig kleinere Glas stücke mit genauen Abmessungen erhälto Außerdem will
die Erfindung eine Vorrichtung mit wesentlich erhöhtem Ausstoß im Vergleich zu dem
bei Handbetrieb erreichbaren schaffen. Die Vorrichtung soll von einfacher, stabiler
Konstruktion sein, zuverlässig arbeiten und auch fähig sein, gleichzeitig mehrere
Glasplatten in verschiedenen Stadien des Schneidevorganges zu bearbeiten, um so
den Ausstoß zu erhöhen.
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Ferner sieht die Erfindung eine Vorrichtung vor, in der lediglich
eine Glasplatte von Hand in die Vorrichtung eingeführt und aus der Vorrichtung herausgenommen
werden muß, wogegen alle übrigen Arbeitsgänge automatisch ablaufen, während sich
das Glas in kontinuierlicher Bewegung befindet.
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Schließlich ist die Erfindung auch noch auf ein Verfahren gerichtet,
das es möglich macht, eine Glasplatte in kontinuierlicher Bewegung zu halten, während
zueinander senkrechte Gruppen von Linien in die Platte eingeritzt werden0 Zur Lösung
dieser Aufgaben sieht die Erfindung einen Support vor, der eine Glasplatte trägt,
die in kleinere Stücke unterteilt werden soll. Ein Förderer transportiert den Support
mit der Glasplatte auf einer vorgegebenen Bahn, an der zwei Glasschneider angeordnet
sind, von denen jeder in eine freiliegende Oberfläche der Glasplatte mehrere parallele
gerade Linien einschneidet, während sich die Glasplatte mit dem Support zu den Glasschneidern
bewegt. Der Förderer, der Support und die beiden Glasschneider arbeiten alle in
der Weise zuswniren, daß zwischen dem Support und dem einen Glasschneider eine Orientierung
zustandekommt, die senkrecht zu der Orientierung des Supportes zum anderen Glasscllneider
ist, so daß, wenn sich das Glas zu einem Glasscllneider bewegt, von diesem Linien
in das Glas eingeritzt werden, die senkrecht auf den von dem anderen Glasschneider
eingeritzten Linien stehen.
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Nachstehend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
beigefügten Zeichnungen besclzrieben. Es zeigen: Fig.1 eine Misicht von oben auf
eine erfindungsgemäße Glasschneidevorrichtung; Fig02 eine teilweise geschnittene
eitenansi0ht nach der
Linie 2-2 der Figo1 in Richtung der Pfeile
gesehen, die die Konstruktion in einem zu Fig,l stark vergrösserten Maßstab zeigt;
Fig.3 einen Ausschnitt aus einer Seitenansicht nach der Linie 3-3 der Fig.2, gesehen
in Richtung der Pfeile; Figo4 eine schematische perspektivische Detailansicht, die
den Antrieb für den Förderer veranschaulicht, In Fig.1 ist links oben eine Ladestation
10 angedeutet, wo eine Bedienungsperson in die erfindungsgemäße Vorrichtung 12 zu
schneidende Glasplatten eingibt. Diese Glasplatten 14 können einfach die Form von
rechteckigen Platten aus klarem Glas von der Art, wie es für Objektträger beispielsweise
verwendet wird, haben. Die Glasplatte 14 wird von der Bedienungsperson an Station
10 auf einen Support gelegt, der die Form einer festen, ebenen Auflageplatte 16
hat, wie aus Fig.2 und 3 deutlich wird0 Die Auflageplatte 16 trägt an ihrer Oberseite,
auf der die Glasplatte 14 unmittelbar ruht, zwei Laschläge 18 und 20, die zueinander
senkrecht sind, wie Fig.1 erkennen läßt. Diese Anschläge 18 und 20 haben jeweils
die Form einer flachen Leiste, deren Dicke geringer ist als die der Glasplatte 14.
Wenn die Bedienungsperson die Glasplatte 14 auf die Unterlageplatte 16 legt, vergewissert
sie sich, daß die den paarweisen Anschlägen 18 und 20 benachbarten Kanten der Glasplatte
14 an letzteren anliegen.
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Die Auflageplatte 16 wird von einem Förderer auf einer vorgegebenen
Bahn transportiert. In dem gezeigten Ausführungsbeispiel hat diese Bahn zwei zueinander
senkrechte Strecken 22 und 24. Der Förderer besteht aus einer geschlossenen Förderkette
26, die von rotierenden Kettenrädern 28 längs einer geschlossenen Bahn von annähernd
quadratischer Form bewegt wird, wie aus Fig.1 deutlich wird. Die verschiedenen Kettenräder
28 sitzen auf Wellen, die in geeigneter Weise drehbar
gelagert sind.
Die zwischen den jeweiligen Kettenrädern verlaufenden Teile der Förderkette 26 werden
von flachen Schienen 30 gestützt, auf denen die Kette entlanggleiten kann, während
sie gegen ein Durchhängen zwischen den Kettenrädern gesichert ist.
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Die geschlossene Förderkette 26 verläuft auf vier paarweise parallelen
Geleisen 32, die zu einem Quadrat geschlossen sind.
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Jedes dieser Geleise 32 weist zwei Laufschienen 34 auf. Fig, 2 zeigt
das Schienenpaar 34, das das rechte Geleise 32 der Fige1 bildet und sich entlang
der Strecke 24 der Bewegungsbahn für die Glasplatten erstreckt. In Figo2 ist jedoch
auch noch die äußere Laufachiene 34 des nächst der Station 10 gelegenen Geleises
32 sichtbar. Das in Fig.2 sichtbare Geleise befindet sich an der Stoßstelle 36 der
Strecken 22 und 240 Die Auflageplatte 16 ist in der Gegend ihrer vier Ecken mit
nach unten stehenden Befestigungsarmen 38 versehen, an denen zwei Sätze von Rollen
frei drehbar befestigt sind. Die Rollen des einen Satzes stehen senkrecht zu denjenigen
des anderen Satzes0 Figo2 zeigt die an einem Eckenpaar der Auflageplatte 16 angebrachten
Befestigungsarme 38, die jeweils ein Rollenpaar 40 desjenigen Satzes haltern, der
auf den in Fig.1 horizontal liegenden Laufschienen 34 abrollt. Diese Ecken sind
auch noch mit weiteren Armen 42 versehen, die Rollen 44 des anderen Rollensatzes
tragen, und diese Rollen laufen auf den Laufschienen 34, die sich entlang der Bahnatreoke
24 und der dazu parallelen Strecke, links in Fig.1, erstrecken.
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Wie aus Fig.2 ersichtlich, sind mit den Laufschienen 34 Winkeleisen
46 fest verbunden, die mit den äußeren Enden der
Rollen in Kontakt
sind, so daß solchermaßen die Auflageplatte 16 auf der vorgeschriebenen geschlossenen'
Bahn sehr genau geführt wird.
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Die paarweise zueinander senkrechten Bahnstrecken 22 und 24 sind mit
je einem Glasschneider 48 bzw. 50 ausgestattet.
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Die Glasschneider 48 und 50 sind von gleicher Bauart mit dem einzigen
Unterschied, daß in dem gezeigten Beispiel der Glasschneider 50 mit einer größeren
Anzahl von Schneidelementen versehen ist als der Glasschneider 48. In den Fig02
und 3 sind die Einzelheiten des Glasschneiders 50 veranschaulicht, doch treffen
diese auch auf den Glasschneider 48 zu, der lediglich weniger Schneidelemente hat,
die voneinander einen größeren Abstand haben als die vielen Schneidelemente des
Glasschneiders 500 Wie aus den Fig02 und 3 ersichtlich, trägt ein Rahmen 52 zwei
abstehende starre Stützen 54, die an ihren oberen Enden durch querlaufende parallele
Stangen 56 und 58 verbunden sind, deren Mittelteile in Fig,2 gestrichelt dargestellt
sindo Auf diese Weise haltern die beiden Stützen 54 an ihren oberen Enden lange
Träger 60, die ihrerseits an ihrer Oberseite die Querstange 58 und an ihrer Unterseite
die Querstange 56, die zu der anderen Querstange 58 versetzt ist, tragen, siehe
Fig.3.
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Eine untere Querstange 62 von Kreis querschnitt ist unmittelbar an
den Stützen 54 befestigt und erstreckt sich zwischen diesen. Auf der Querstange
62 sind eine Reihe von Ringen 64 frei drehbar angebracht0 Zwischen den verschiedenen
kocr axialen Ringen 64, durch die die Querstange 62 tritt, sind auf der Querstange
62 Bunde 66 (Fig.2) befestigt, die als Abstandshalter dienen, um den Abstand zwischen
den aufeinanderfolgenden Ringen 64 festzulegen.
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Jeder Ring 64 ist mit einem an seinem Umfang festgeklemmten Stufenteil
68 versehen0 Die Form dieses Stufenteils ist aus Fig.3 ersichtlich0 Jedes Stufenteil
68 ist mit einer Klemme 70, die den Ring 64 umspannt, festgeklemmt, wie Fig.3 näher
zeigt An seinem unteren, vorderen Ende ist das Stufenteil 68 mit einer diagonalen
Öffnung versehen, durch die ein Schneidelement 72 bekannter Konstruktion tritt0
Jedes Schneidelement 72 ist in der diagonalen Bohrung am unteren freien Ende des
Stufenteils 68 mit Hilfe einer Stellschraube 74 verstellbar festgelegt. Jedes Schneidelement
72 kann in einer Spitze in Form eines Diamanten enden oder kann ein Rad aus gehärtetem
Stahl oder Hartmetall haben, wie dies in der Technik zum Glasschneiden bekannt ist.
An dem Stufenteil 68 ist nahe seinem Seitenrand an seiner untersten Fläche nächst
dem Schneidelement 72 eine gebogene Blattfeder 76 befestigt, die gegen die Oberseite
der Glasplatte 14 neben der Schnittlinie drückt, die von dem betreffenden Schneidelement
72 in die Glasplatte eingeritzt wird.
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Das Schneidelement 72 kann in seiner Lage zum Stufenteil 68 mit Hilfe
der Stellschraube 74 verändert werden; zugleich kann aber auch noch mit der gezeigten
Konstruktion die Lage des Stufenteils 68 selbst verstellt werden, da der Ring 64,
an dem das Stufenteil festgeklemmt ist, auf der Querstange 62 frei drehbar ist.
Zu diesem Zweck trägt die Querstange 56 über jedem Stufenteil 68 eine Anschlagschraube
78, die in eine Gewindebohrung in der Querstange 56 verstellbar eingeschraubt ist
und in der jeweiligen Stellung von einer Gegenmutter 80 arretiert wird. An seinem
hinteren Ende ist jedes Stufenteil 68 mit einer gespannten Schraubenfeder 82 verbunden,
die mit ihrem oberen Ende an einer Schraube 84 verankert ist, die auf der Querstange
58 befestigt ist. Auf diese Weise ziehen die Federn 82 ihr zugehöriges Stufenteil
68 gegen das untere Ende der jeweiligen Anschlagschraube 78,
wodurch
die Lage des schneidenden Endes des Schneidelementes 72 zur Oberseite der Glasplatte
14 reguliert werden kann. Zugleich kann, falls erforderlich, der gesamte Glasschneider
gegen die Feder 82 in Fig.3 und entgegen dem Uhrzeigersinn schwenken.
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Wie aus Fig.1 hervorgeht, sind die Abstandshalter 66 des Glasschneiders
48 länger als diejenigen des Glasschneiders 50, so daß in dem Glasschneider 48,
verglichen mit dem Glasschneider 50, eine kleinere Anzahl von Schneid elementen
mit größeren Abständen voneinander vorgesehen sind.
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An ihrem Mittelteil trägt jede Auflageplatte 16 ein T-Stück 86, das
zur Bewegungsübertragung dient, Der nach unten stehende Flansch des T-Stückes ist
mit einer Bohrung versehen, die vom Unterende dieses Flansches nach oben verläuft
und in der ein Mitnehmerzapfen 88 aufgenommen ist. Der Zapfen 88 ist an der Förderkette
26 befestigt und ragt von der Kette nach Ob£n. Wenn sich also die Förderkette 26
auf ihrer geschleßsenen Bahn vorwärtsbewegt, muß sich zwangsläufig jede Auflageplatte
16 mitbewegen. Die verschiedenen Auflageplatten 16 werden durch den Kontakt der
Rollen 40 und 44 mit den Laufschienen 34 der Geleise 32 auf der erforderlichen Höhe
gehalten0 Wie Fig.1 erkennen läßt, sind entlang der endlosen Förderkette 26 mehrere
Auflageplatten 16 verteilt, die mit der Förderkette gekoppelt sind und von ihr auf
der geschlossenen Bahn vorwärtsbewegt werden. Die Verteilung der Auflageplatten
ist aus Fig.1 ersichtlich.
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An der Stoßstelle 36 zwischen den zueinander senkrechten Bahnabschnitten
22 und 24 ist ein Priktionselement 90 angeordnet0 Dieses Friktionselement 90 hat
die Form eines Blokkes aus einem elastomeren Material, etwa Weichgummi0 Mit seiner
Unterseite kommt dieser Block in Kontakt mit der Oberseite
der
Glasplatte 14. Der Block 92, der das Friktionselement 90 darstellt, wird an seiner
Oberseite von einem Halter gehalten, der sich von einer horizontalen Stange 94,
die in Figel oben rechts bruchstückweise gezeigt ist, nach unten erstreckt0 Wenn
nun die Glasplatte 14 den ersten Glasschneider 48 durchlaufen hat, wird sie von
dem Friktionselement 90 erfaßt, so daß sie sicher erst gegen den Anschlag 18 und
dann gegen den Anschlag 20 zur Anlage gebracht wird, während sie sich der Stoßstelle
36 nähert und dann diese Stoßstelle durchläuft Die Vorrichtung hat zwei Ausgabestationen
96 und 98, wo Bedienungspersonen die Glasplatten von den Auflageplatten 16 wegnehmen,
nachdem die Glasplatten von den beiden Glasschneidern 48 und 50 geschnitten worden
sind.
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Wenn die leeren Auflageplatten 16 sich der Ladestation 10 nähern,
laufen sie unter einer stationären Bürste 100 durch, die in geeigneter Weise über
den Auflageplatten 16 gehaltert ist, um mit letzteren in Kontakt zu kommen und etwaige
Glaspartikel von den Auflageplatten zu entfernen.
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Im Bereich der Ladestation ist auch der Antrieb für die endlose Pörderkette
26 untergebracht, so daß die an der Ladestation arbeitende Bedienungsperson die
gesamte Vorrichtung in Betrieb setzen und abschalten kann. Der Antrieb weist einen
Antriebsmotor 102 beispielsweise in Form eines passenden Elektromotors auf, der
über ein Untersetzungsgetriebe ein antreibendes Kettenrad 104 dreht. Das rotierende
Kettenrad 104 treibt eine endlose Treibkette 106, die ihrerseits ein Kettenrad 108
antreibt. Dieses Kettenrad dient dazu, die in Fig,4 gezeigte Welle 110 zu drehen.
Die Welle 110 ist in geeigneten Lagern drehbar gelagert und endigt an dem zum Kettenrad
108 entgegengesetzten Ende in dem treibenden Bestandteil
112 einer
Kupplung. Diese Kupplung hat auch noch einen mitgenommenen Bestandteil 114, der
durch Schalten an einem Hebel 116 mit dem treibenden Bestandteil 112 ein- und ausgerückt
werden kann. Wenn also die an der Ladestation 10 stehende Bedienungsperson den Hebel
116 in eine bestimmte Stellung bringt, wird die Kupplung 112, 114 eingerückt und
der Antrieb wird von der Welle 110 auf eine getriebene Welle 118 übertragen, Wie
üblich, kann die Bedienungsperson den Hebel 116 in eine Stoppstellung umlegen, wodurch
die Kupplung ausgerückt und die Übertragung des Antriebs unterbrochen wird. Die
Welle 118 treibt über eine Zahnradübersetzung 120 ein Kegelrad 122, das mit einem
zweiten Kegelrad 124 kämmt, welches auf dem Ende einer Welle 126 sitzt, die mit
dem an der Ladestation 10 befindlichen Kettenrad 28 fest verbunden ist. So kann
die an der Ladestation 10 stehende Bedienungsperson den Hebel 116 betätigen, um
die gesamte Vorrichtung in Betrieb zu seten und die Vorrichtung arbeitet dann normalerweise
kontinuierlich ohne Unterbrechung, wobei einige Glasplatten 14 nacheinander von
der erfindungsgemässen Vorrichtung bearbeitet werden.
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Die Vorrichtung arbeitet in folgender Weise. Wenn sich eine Aufnahmeplatte
16 der Ladestation 10 nähert, legt die Bedienungsperson eine Glasplatte 14 auf die
Aufnahmeplatte 16 und zwar so, daß die aufeinander senkrechten Kanten der Glasplatte
14 sich'gegen die Anschläge 18 und 20 anlegen. Der Förderer transportiert zuerst
die Glasplatte t4 auf der Bahnstrecke 22 in Fig.1 nach rechts, so daß die Glasplatte
14 von den einzelnen Schneidelementen des Glasschneiders 48 geritzt wird. Dabei
liegt die nachlaufende Kante der Glasplatte 14 an dem Anschlag 18 an und in seitlicher
Richtung wird die Glasplatte durch ihre Anlage an dem Anschlag 20 genau zum Glasschneider
14 ausgerichtet. Die Bedienungsperson an Station 10 muß also lediglich die Glasplatte
14 so auf die
Auflageplatte 16 legen, daß sie mit den Anschlägen
18 und 20 in Kontakt ist. Dann arbeitet die Vorrichtung automatisch und ritzt eine
Reihe von Linien 128 in die Glasplatte 14 ein. Diese Linien 128 laufen parallel
zueinander und parallel zur Strecke 22 der geschlossenen Fortbewegungsbahn, die
der erfindungsgemäße Förderer für die Auflageplatten 16 schafft. Wenn eine Glasplatte
14 dann nach dem Glasschneider 48 zur Stoß stelle 36 zwischen den beiden Bahnstrecken
22 und 24 gelangt, wird sie an ihrer Oberseite von dem Priktionselement 90 durch
Reibung erfaßt und sicher gegen den Anschlag 18 gedrückt. Während die Förderkette
26 das Kettenrad 28 in Fig.1 oben rechts umläuft, ändert sich die Fortbewegungsrichtung
der Auflageplatte 16 und der darauf liegenden Glasplatte 14, und beide bewegen sich
nun auf der Bahnstrecke 24 weiter, die im rechten Winkel zur Bahnstrecke 22 verläuft.
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Jede Auflageplatte 16 durchläuft zusammen mit ihrer Glasplatte 14
an der Stoßstelle 36 einen engen Bogen, der von dem Bogen der Förderkette beim Umlaufen
des Kettenrades 28 bestimmt wird. Bei Beginn der Bewegung der Auflageplatte 16 und
der Glasplatte 14 auf der Bahnstrecke 24 hält das Friktionselement 90 die zu diesem
Zeitpunkt nachlaufende Kante der Glasplatte 14 sicher im Kontakt mit dem Anschlag
20. Auf diese Weise wird jede Glasplatte vor dem Erreichen des zweiten Glasschneiders
50 vollautomatisch von dem Friktionselement 90 zuverlässig erst an dem Anschlag
18 zur Anlage gebracht, so daß sie in seitlicher Richtung zum Glasschneider 50 justiert
ist, und dann an dem Anschlag 20, so daß sie sicher an ihrer Hinterkante abgestützt
ist, während die Linien auf ihrer Oberfläche eingeritzt werden. Der Glas schneider
50 bringt in der Glasplatte eine wesentlich größere Zahl von Linien an als der Glasschneider
48, so daß die kleinere Dimension der rechteckigen Stücke von Schnittlinien des
Glasschneiders 50 begrenzt ist, während die längere Dimension
der
Rechtecke von Schnittlinien des Glasschneiders 48 begrenzt ist. Wenn die Glasplatte
den zweiten Glasschneider 50 passiert hat, kann sie von einer Bedienungsperson an
der Ausgabestation 96 weggenommen werden, oder falls die Bedienungsperson an Station
96 gerade beschäftigt ist, kann eine Bedienungsperson an Station 98 die bearbeitete
Glasplatte wegnehmen'. Die auf diese Weise von den Glasachneiw dern 48 und 50 geschnittenen
oder geritzten Glasplatten brauzehen lediglich gegen eine geeignete Fläche geklopft
zu werden, um in die gewünschten kleineren Stücke mit den vorgegebenen rechteckigen
Abmessungen auseinandersufalleno Die einzelnen Auflageplatten 16 setzen ohne Glasplatten
ihren Weg längs der geschlossenen Bahn fort, laufen unter der Reinigungsbürste 100
durch, von der sie abgebürstet werden, und erreichen dann die Ladestation, wo eine
neue Glasscheibe auf sie gelegt wird.
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Es sei darauf hingewiesen, daß bei dieser Vorrichtung die Glasplatten
sich kontinuierlich bewegen, während sie bearbeitet werden und mit ihnen bewegen
sich auch alle Auflageplatten 16 ständig. Die Vorrichtung ermöglicht also ein erfindungsgemäßes
Verfahren, nach dem die Glasplatten 14 in kontinuierlicher Bewegung gehalten werden,
während sie von zwei aufeinanderfolgenden Glasechneidern 48 und 50 bearbeitet werden.
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Ferner ist zu beachten, daß in dem gezeigten Ausführungsbeispiel die
Orientierung jeder Auflageplatte 16 stets erhalten bleibt. Wie ersichtlich, dreht
sich nämlich die Auflageplatte 16 nicht, während sie nacheinander die zueinander
im rechten Winkel verlaufenden Strecken der endlosen Bahn durchwandert, sondern
behält ihre ursprüngliche Orientierung bei. Da jedoch die beiden Glasschneider 48
und 50 zueinander reohtwinkelig orientiert sind, nimmt die Auflageplatte 16
und
die auf ihr liegende Glasplatte 14 zu dem Glasschneider 48 eine Orientierung ein,
die rechtwinkelig zur relativen Lage zum Glasschneider 50 ist, so daß aufeinander
senkrechte Gruppen von Linien 128 und 130 eingeritzt werden0 Gemäß dem Verfahren
der Erfindung werden nicht nur die Glasplatten 14 während der Bearbeitung durch
die beiden Glasschneider und während ihrer Wanderung von dem einen zum anderen Glasschneider
in kontinuierlicher Bewegung gehalten, sondern die Orientierung der Glasplatte ändert
sich auch in keiner Weise, da die beiden Glasschneider zueinander im Winkel von
900 orientiert sind.
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Wie aus Fig.1 ersichtlich, befinden sich gleichzeitig mehrere Glasplatten
14 in verschiedenen Stadien des Bearbeitungsprozesses, so daß ein außerordentlich
hoher Ausstoß erzielt wird0 Zudem arbeitet die erfindungsgemäße Vorrichtung infolge
ihrer einfachen und robusten Konstruktion sehr zuverlässig und man erhält genau
bemessene kleine rechteckige Stükke, die z.B. für Objektträger, auf denen Proben
unter einem Mikroskop betrachtet werden, geeignet sind0