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BEZEICHNUNG: Vorrichtung zum Trennen von Dreschgut KENNWORT: Fröhlke/Hordenzug
Vorrichtung
zum Trennen von Dreschgut Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Trennen
von Dreschgut in einem an den Dreschgang angeschlossenen Reinigungsgang mit übereinander
angeordneten Trennstrecken mit Windsichtung und Rutschen für Körner und Überkehr,
insbesondere mit Schüttelhorden in einer oberen und Sieben in unteren Trennstrecken0
Die Trennwirkung der bekannten Vorrichtungen dieser Art ist vielfach unbefriedigend0
Um sie zu verbessern, können je nach Art des Dreschgutes verschiedene Windstärken
ùnd Siebkombinationen angewandt werden. Die vorliegende Erfindung geht bei der Lösung
des vorliegenden Problems von der Beobachtung aus, daß für die Wirksamkeit des Reinigungsganges
wesentlich auch die Länge der Trennstrecken von Bedeutung list, Insbesondere ist
es beim Ernten von Mischgetreide, wie es heute in zunehmendem Maße angebaut wird,
oft keineswegs angebracht, etwa zur Verringerung des Verlustes an leichtem Korn
die Intensität der Windsichtung herabzusetzen, weil dadurch die Wirksamkeit der
Windsichtung für die schwereren Anteile zum großen Teil verlreneht Um diesem Mangel
zu begegnen, könnte man daran denken, Reinigungsgänge
mit längeren
Trennstrecken zum Einsatz zu bringen; dem steht jedoch entgegen, daß die mit der
Verlängerung des Reinigungsganges verbundene Erhöhung der Stauwirkung beim Vorliegen
von Dreschgut mit stärkerem Strohanfall den Leistungsbedarf für den Reinigungsgang
in unerwünschter Weise überhöht. Zur optimalen Anpassung an das jeweils vorliegende
Dreschgut wäre es daher wünschenswert, mit den verschiedenen Eigenschaften des Dreschgutes
angepaßten unterschiedlichen Reinigungsgängen verschiedener Länge zu arbeiten. Die
bekannten Vorrichtungen zum Trennen von Dreschgut in Dreschmaschinen und Mähdreschern
lassen jedoch eine solche Anpassung nicht zu, weil sie jeweils für eine unveränderliche,
fest gewählte Gesamtlänge des Reinigungsganges ausgelegt sind.
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Ausgehend von diesen Überlegungen ist die der vorliegenden Erfindung
zugrundeliegende Aufgabe dadurch gelöst worden, daß die Länge zumindest der oberen
Trennstrecke des Reinigungsganges und der Uberkehrrutsche veränderbar ist. Damit
ergibt sich die vorteilhafte Möglichkeit, den Reinigungsgang in höherem Grade als
bisher den Eigenschaften des jeweils vorliegenden Dreschgutes anzupassen. Ferner
gibt die Anpassungsfähigkeit des Reinigungsganges die vorteilhafte Möglichkeit,
durch optimale Wahl der meist einstellbaren Schnittbreite bei hoher Trennwirkung
zu größeren Gesamtleistungen zu gelangen. Dies wirkt sich insbesondere auch
für
das Dreschgut aus modernen Züchtungen mit geringerer Halmlänge vorteilhaft aus.
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Zur Längenveränderung können besondere, in oder außer Arbeitsstellung
bringbare Verlängerungsstücke vorgesehen sein, die vorzugsweise als Einschübe bzw.
Auszüge ausgebildet sind. Ferner kann es im Zuge der Entwicklung von längenveränderlichen
Reinigungsgängen zweckmäßig sein, in sich selbst verstellbare, z,B. teleskopartig
ausgebildete Trennstrecken bzw. Rutschen vorzusehen0 In der Zeichnung ist die Erfindung
an einigen Ausführungsbeispielen veranschaulicht. Es zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt
durch einen Reinigungsgang nach der Erfindung in schematischer Darstellung, mit
Kleinsteinstellung der Trennstrecken, Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig0 1 nach Verlängerung
der Trennstrecken, Fig0 3 eine in sich längenveränderliche Schüttelhorde für eine
Vorrichtung nach Fig0 1 in voll ausgezogener Stellung, Fig. 4 die Schüttelhorde
nach Fig0 3 in verkürzter, zusammengeschobener Stellung, und Fig. 5 Teilansicht
einer Abänderung der Vorrichtung nach Fig0 1. - -
Die Erfindung
wird in der Zeichnung am Beispiel eines Reinigungsganges veranschaulicht, wie er
insbesondere für Mähdrescher zum Einsatz kommt. Das zu reinigende Dreschgut 1 wird
von dem in der Zeichnung nicht dargestellten Dreschgang dem im wesentlichen horizontal
verlaufenden, vom Einlaß des Dreschgutes 1 zum Ende hin konisch verjüngten Trennraum
2 des Reinigungsganges zugeführt. Der dargestellte Reinigungsgang arbeitet mit drei
übereinander angeordneten Trennstrecken, und zwar einer oberen Trennstrecke 3 in
Form von mehreren, z.B, drei nebeneinander liegenden Schüttelhorden, einer mittleren
Trennstrecke 4 in Form einer Grobsiebanordnung, im folgenden Obersieb genannt und
einer unteren Trennstrecke 5 in Form einer Feinsiebanordnung, im folgenden Untersieb
genannt. Zur Windsichtung ist ein Gebläse 6 vorgesehen, durch das Luft in die Zwischenräume
von Schüttelhorde 3, Obersieb 4 und Untersieb 5 sowie unter das Untersieb geblasen
wird.
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Das durch die Sieblöcher der Schüttelhorden 3 hindurchgehende Dreschgut
gelangt über in der Zeichnung nicht mit dargestellte Hordenrutschen auf das Obersieb
4. Das von den Löchern des Obersiebes durchgelassene Dreschgut gelangt von einem
ersteren, größeren Bereich a, im folgenden Durchgangsbereich genannt, auf das Untersieb
5 und von einem kleineren, am oberen Ende des Obersiebes liegenden
Bereich
b, im folgenden Überkehrbereich genannt, auf eine Überkehrrutsche 7, auf der es
einer Überkehrschnecke 8 zugebracht wird, die dieses Dreschgut zum nochmaligen Durchdreschen
in den Dreschgang zurückfördert.
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Im Überkehrbereich b des Obersiebes 4 wird man in herkömmlicher Weise
ein Spezialsieb einsetzen, das in Anpassung an das jeweilige Dreschgut geeignet
ist, alle restlichen, noch Körner führenden Teile, insbesondere also noch nicht
voll ausgedroschene Ähren und Ährenteile, in den Dreschgang zurückzuführen Das von
den Löchern des Untersiebes 5 durchgelassene gereinigte Dreschgut gelangt über eine
Körnerrutsche 9 zu einer Körnerschnecke 10.
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Das von der Schüttelhorde 3 und dem Obersieb 4 nicht durchgelassene
Dreschgut (Stroh, Spreu, Unkraut) wird über das Ende der Schüttelhorde und des Obersiebes
in einen Fallschacht 11 gefördert, aus dem es ausgeworfen oder beispielsweise einem
Häckselgerät zugeführt wird.
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Das vom Untersieb 5 nicht durchgelassene Dreschgut wird unter Einwirkung
der Gebläseluft nach oben gefördert und gelangt, soweit es den Überkehrbereich b
des Obersiebes passiert hatS zusammen mit dem vom Obersieb T^- durchgelassenen Gut
in den Fallschacht 11. Am Ende des Untersiebes 5 befindet sich in üblicher Weise
ein Abweiser 12,
der das Restgut vom Untersieb hochführt.
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Die Länge L1 der Schüttelhorde 3 in Fig. 1 entspricht im wesentlichen
derjenigen Hordenlänge, wie sie in herkömmlicher Weise für die betreffende Maschine,
insbesondere in Anpassung an die maximal einstellbare Schnittbreite, vorgesehen
ist. Erfindungsgemäß ist diese Hordenlänge durch Ansetzen eines Verlängerungsstückes
3' von der Länge L=L2-L1 verlängerbar. Die Größe dieses Verlängerungsstückes beträgt
vorzugsweise etwa 100 cm. Zur Befestigung der Hordenverlängerung 3' können die Schüttelhorden
mit entsprechenden Rahmenverlängerungen 13 versehen sein.
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Obersieb 4, Untersieb 5, Körnerrutsche 9 und Überkehrrutsche 7 sind
mit entsprechenden Verlängerungen 4', 5', 9' und 7' versehen. Dabei kann man die
Verlängerungen von Ober- und Untersieb kleiner oder auch größer machen als die Verlängerung
der Schüttelhorde, so daß man mit der Verlängerung oder Verkürzung zu einer angepaßten
Längenänderung des Uberkehrbereiches b gelangt. Die Siebverlängerungen 4' und 5'
sind zweckmäßig als Einschübe, die Rutschenverlängerungen 7' und 9' als Auszüge
ausgebildet, wie in Fig, 1 und 2 veranschaulicht ist. Insbesondere bei den Rutschenverlängerungen
kann auch eine abklappbare Anordnung, wie sie in Fig. 5 dargestellt ist, angewandt
werden.
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Am Ende des Reinigungsganges, im oberen Teil des Fallschachtes 11,
sind verstellbare Leitwände 14,15 zur Strohführung beim Betrieb ohne Trennstreckenverlängerung
(Fig01) vorgesehen, die gleichzeitig als Verschlußklappen dienen und beim Betrieb
mit den Verlängerungen in Bedienungsöffnungen 16,17 des Trennraumes 2 liegen, Die
längenveränderlichen Teile des Reinigungsganges können auch, wie in Fig. 3 und 4für
einen Hordenschüttler dargestellt ist, als in sich verlängerbare, z.B. teleskopartig
ausgebildete Baueinheiten ausgeführt sein, die aus gleichartigen, gegeneinander
verschiebbaren Gliedern bestehen.
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Im Rahmen der Erfindung sind noch mancherlei Abänderungen und andere
Ausführungen möglich. Die Verlängerung des Absolutmaßes der Trennstrecken über das
bisher bekannte Maximalmaß hinaus hat Bedeutung auch unabhängig von der Veränderbarkeit
der Trennstreckenlänge, da es hiermit erstmalig ermöglicht wird, insbesondere bei
Mischgetreide mit einer für die Windsichtung der verschiedenen Getreidearten optimalen
Gebläseleistung zu arbeiten, ohne damit unerwünschte Verluste in Kauf nehmen zu
müssen. Der Antrieb der Schüttelhorden ist zweckmäßig, unabhängig von dem Antrieb
des Dreschganges, kontinuierlich oder stufenweise auf verschieden schnellen Schütteltakt
umschaltbar,
um eine bessere Anpassung des Betriebes an das jeweils
vorliegende Dreschgut und die gewählte Trennstreckenlänge zu ermöglichen.
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- Patentansprüche -