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Frachtschiff für Massengut.
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Die Erfindung betrifft Frachtschiffe für Massengut und befaßt sich
mit Problemen, die durch den Wechsel des Ladegutes in eincm Tank bzw. durch die
Unterbringung verschiedener Ladung in einem Laderaum entstehen. Insbesondere bei
Tanks schiffen mit Wechsel tanks für Öl und Ballastwasser sind häufig erhebliche
Schwierigkeiten aufgetreten.
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Bisher ist es üblich, beim Löschen des Tankinhalts erhebliche Restölmengen
in den Tanks zu belassen, weil eine vollkommene Entleerung der Tanks unwirtschaftlich
ist. Einen Teil der Ladetanks muß man jedoch auf der Ballastreise mit Ballastwasser
füllen, um ein günstiges Seeverhalten des Schiffes zu erreichen. Im Ladehafen muß
dieses Ballastwasser wieder entfernt werden, wobei selbstverstandlich kein Öl aus
dem Schiff in das Hafenwasser gelangen darf.
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Zur Auwendung gelangen bereits sogenannte Nachlenzeinrichtungen, die
die Restölmenge auf ein wirtschaftliches Minimum reduzieren. Danach erfolgt eine
Reinigung der Tanks, bevor Ballastwasser übernommen wird. Die Reinigung erfolgt
entweder durch von Hand in die Tanks einzubringende Butterworthdüsen, gegebenenfalls
unter Benutzung von Chemikalien, oder durch fest in den Tanks vorgesehene Spritzanlagen
für eine Reinigungsflüssigkeit, die mit hohem Druck gegen die Tanks wände gespritzt
werden kann. In jedem Fall ist die iReinigung kostspielig und gefalwvoll, denn das
Bespritzen der Wände schafft u. U. elektro-physikalische Verhältnisse, die noch
unerforscht sind, aber schon Tankexplosionen ausgelöst haben, die zu einem totalen
Verlust der Besatzung und des Schiffes führten. Einige Tankschiffe sind bereits
mit einem kleineren Tankraum zum Sammeln des Öl-Wassergemisches nach der Tankreinigung
ausgerüstet worden, damit dieses Gemisch in einem Hafen an eine Aufbereitungsanlage
abgegeben oder fern der Küste in das offene Meer gepumpt werden kann, welches bekanntlich
zu einer ständig wachsenden Verschmutzung der Weltmeere führt.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, den Reinigungsvorgang bei Taicschiffen
überflüssig zu machen und gegebenenfalls gleichzeitige Unterbringung von Öl und
Ballastwasser bzw. gleicharti ger Ladung zu ermöglichen. Die Erfindung macht sich
dabei zunutze, daß es zu anderen Zwecken bereits vorgeschlagen wurde, Laderäume,
insbesondere Tankräume mit einem ebenen Boden sowie ebenen, an den Boden angrenzenden
Wandflächen auszubilden.
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Unter der~Voraussetzung, daß eine solche Anordnung mit ebenem Boden
und Wandflächen wenigstens in einem, für die Aufnahme unterschiedlicher Ladung bzw.
Ballastwasser geeigneten Laderaum vorgesehen ist, wird zur Lösung der gestellten
Aufgabe erfindungsgemäß vorgeschlagen, in diesem Laderaum bzw. diesen Laderäumen
Häute aus flexiblem Material anzuordnen, die den Innenraum in wenigstens zwei flüssigkeitsdichte
Abteilungen trennen, welche ihrerseits gesonderte Anschlüsse-zum Füllen und Entleeren
aufweisen. Erreicht wird durch diese Anordnung, daß das eine Ladegut in der einen
und das andere Ladegut in der anderen Abteilung aufgenommen werden kann. Insbesondere
bei Tankschiffen kann das Ladeöl in der einen Abteilung und Ballastwasser in der
anderen Abteilung gefahren werden, so daß sich eine Reinigung in jedem Falle erübrigt,
weil eine Berührung des Ballastwassers mit dem Ladeöl nicht vorkommen kann. Zweckmäßig
ist, dafür zu sorgen, daß die volle Laderaumkapazität durch die Anordnung der Häute
nach Möglichkeit nicht reduziert wird. Diese Forderung kann man nach einem besonderen
Erfindungsgedanken durch flexible Säcke aus flüssigkeitsdichtem Material erreichen,
die in ihrer Form der Laderaumkontur angepaßt sind und eigene Füll- bzw. Entleerungsstutzen
aufweisen, mit denen sie an ein Flut- und Lenzsystem des Schiffes angeschlossen
werden können. Bei der Ladereise liegen diese Säcke leer und zusammengesunken auf
dem Boden des Laderaumes, so daß dieser in gewohnter Weise mit Öl gefüllt werden
kann. Nach dem Entfernen des Öls kann der Sack bzw. können die Säcke
in
den Laderaum für die Ballastreise mit Ballastwasser gefüllt werden. Ein annähernd
gleichartiges Ergebnis kann man auch durch eine Haut in der Form einer Tasche erzielen,
deren Quers-clmitt etwa ein rechtwinkliges Dreieck bildet und die an den Laderaumwänden
derart befestigt ist, daß die Schenkel des Dreiecks am Boden und an einem Schott
sich erstrecken, während die Hypotenuse etwa diagonal im Laderaum liegt und mit
ihren Kanten flüssigkeitsdicht am Schiffskörper befestigt ist. Die Schenkellängen
des Dreiecks entsprechen dabei der Bodenbreite und der Taschenhöhe. Bei der Füllung
des Laderaumes mit Öl in der einen durch die Haut gebildeten Abteilung erstreckt
sich die Tasche gegenüber der durch die Hypotenuse gebildeten Ebene nach unten,
wobei sie sich auf dem Boden und dreiseitig am Schott abstützt. Bei der Füllung
mit Ballastwasser in der anderen Abteilung wölbt sich die Tasche gegenüber der Hypotenusenebene
nach oben, wobei sie sich wieder dreiseitig gegen die Schotts abstützt.
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Unabhängig von der gewählten Form der den Laderaum unterteilenden
Haut sind Mittel vorzusehen, die eine Verstopfung der Durchflußöffnungen in den
Schotts verhindern. Besonders geeignet sind Seile, die bestimmte Stellen der Haut
mit Festpunkten am Schiffskörper verbinden, die so angeordnet sind, daß die Haut
sich niemals vor Durchflußöffnungen legen kann. Bei nur teilweiser Füllung beider
Abteilungen, insbcsondere bei Frachtschiffen für unterschiedliche Ladung, z. B.
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Chemikalientanker, für die sich die Erfindung mit gleichem Vorteil
eignet, empfiehlt sich die .Mloldnung woll l)ruclvreglerll,
welche
die Druckdifferenz zwischen den einzelnen Abteilungen eines Laderaumes innerhalb
vorbestimmt er Grenzwerte selbsttätig regeln. Diese maßnahme kann auch erforderlich
sein, um die Haut in der Lage nach Figur 3 und Figur 5 vor Beschädigungen durch
zu starken Ladungsdruck zu schützen. Als Material für die Häute eignen sich gewebeverstärkte
Kunststoffe1 flexible Metallhäute und in manchen Fällen sicher auch Häute aus Gummi
oder dgl.
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Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellung einige Ausführungsbeispiele.
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Figur 1 ist ein Längsschnitt durch ein Tanlcschiff.
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Figur, 2 ist ein Querschnitt durch einen Tankscbiffladeraum mit gefülltem
Sack.
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Figur 3 zeigt den gleichen Querschnitt bei leerem Sack.
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Figur 4 ist ein Querschnitt durch einen Tanlcschiffladeraum mit flexibler
Tasche.
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Figur 5 zeigt den gleichen Querschnitt, jedoch bei veränderter Lage
der Tasche, und Figur 6 zeigt die Anwendung der Erfindung bei einem Schiff des OBO-Typs
im Querschnitt.
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Die schon erläuterte Anordnung einer Tasche mit einem Querschnitt
in der Form eines rethteckigen Dreiecks ist in den Figuren 4 und 5 dargestellt.
Die hier erkennbare Tasche 6 ist mit der die hypotenuse bildenden Kante flüssigkeitsdicht
am
Schiffskörper befestigt, so daß sie den Laderaum in zlrei Abteilungen trennt, die
je für sich durch Anschlüsse 3 bzw.
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4 gefüllt und entleert werden können. Die Tasche 6 kann dabei entweder
die Lage nach Figur 4 oder die Lage nach Figur 5 einnehmen.
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Die Abbildung 6 zeigt den Querschnitt eines Frachters für Ö1, Schüttgut
oder Erz. Hier sind zwei Decken nach dem Beispiel der Figuren 2 und 3 nebeneinander
angeordnet, so daß sie gemeinsam den Laderaum ausfüllen. Durch Seile 5 oder andere
geeignete Mittel kann die Verstopfung von Öffnungen in den Schotts vermieden werden.