DE2107009C3 - Druckkontaktierte Thyristor-Scheibenzelle - Google Patents
Druckkontaktierte Thyristor-ScheibenzelleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine druckkontaktierte Thyristor-Scheibenzelle,
die mittels Spannplatten und Spannbolzen zwischen zwei wärmeabführenden Metallteilen
gehalter ist, mit einer Kühlvorrichtung.
Die außerordentlich hohen Leistungsdichten von druckkontaktierten Thyristor-Scheibenzellen werden
ermöglicht durch die Abgabe der erzeugten Wärmeverlustleistung über beide Stirnflächen der Scheibenzelle.
Für die hierfür erforderliche beidseitige Kühlung sind bei herkömmlichen Kühleir.riehtungen massive Kühlkörper
vorgesehen, die mit je einer Stirnfläche der Scheibenzelle verbunden sind, wobei zur Druckkontaktierung
der Scheibenzelle die Kühlkörper mittels einer Spannvorrichtung gegen die Scheibenzelle angepreßt
werden. Da jedoch der Wärmewiderstand solcher Kühlkörper infolge ihrer begrenzten Wärmeleitfähigkeit
verhältnismäßig hoch ist, kann das Leistungsvermögen der Scheibenzelle nicht vollständig ausgenutzt
werden.
Es ist bekannt (Scientific America, Mai 1968, S. 38), je einen Thyristor an die beiden Stirnflächen eines
Wärmerohrs aufzusetzen, weiche längs seines Mantels radial angeordnete Luftkühlbleche aufweist. Die Innenseite
des Wärmerohrs ist an seiner Mantelfläche und den beiden Stirnflächen mit einer Kapillarstruktur
ausgekleidet, die mit einer Arbeitsflüssigkeit gefüllt ist. Die an die Thyristoren angrenzenden Stirnflächen
werden durch die erzeugten Verlustwärmemengen aufgeheizt, wodurch die Arbeitsflüssigkeit an der
benachbarten Kapillarstruktur verdampft. Die verdampfte Arbeitsflüssigkeit durchströmt das Wärmerohr
in axialer Richtung und kondensiert am Wärmerohrmantel. Dabei gibt die Arbeitsflüssigkeit die bei der
Verdampfung aufgenommene Wärmemenge an die Luftkühlbleche ab. ^o
Die Übertragung dieser für die Kühlung herkömmlicher Thyristoren mit nur einer wärmeabgebenden
Stirnfläche vorgesehenen Kühleinrichtung auf druckkontaktierte Scheibenzellen mit zwei wärmeabgebenden
Stirnflächen führt zu einer Anordnung, wie sie in 6S
F i g. 1 dargestellt ist. Danach ist mit jeder wärmeabgebenden Stirnfläche der Scheibenzelle 1 eine Heizzone 2
bzw. 3 eines Wärmerohrs 4 bzw. 5 verbunden. Die beiden Wärmerohre 4, 5 werden mittels
Spannvorrichtung, wie aus zwei Spannhälften 6, 7 und wenigstens zwei Spannbolzen 8, 9 besteht, gegen die Stirnflächen der Scheibenzelle 1 gedrückt. Da für die druckkontaktierte Scheibenzelle eine Flächenpressung bis zu 70 kp/cm2 erforderlich ist, besteht für die verhältnismäßig langgestreckten Wärmerohre 4, 5 die Gefahr eines Knickbruches. Es kommt ferner zu Durchbiegungen der Heizzonen 2, 3 aufgrund eines inhomogenen Flächendruckverlaufs an den Kontaktflächen mit der Scheibenzelle 1, wodurch der Wärmeübergang zwischen der Scheibenzelle 1 und den Heizzonen 2, 3 extrem verschlechtert wird. Ferner lassen die sich axial erstreckenden Kühlzonen eine Vergrößerung technisch sinnvoll nur in axialer Richtung zu, wodurch die Einbaumöglichkeiten außerordentlich eingeschränkt sind.
Spannvorrichtung, wie aus zwei Spannhälften 6, 7 und wenigstens zwei Spannbolzen 8, 9 besteht, gegen die Stirnflächen der Scheibenzelle 1 gedrückt. Da für die druckkontaktierte Scheibenzelle eine Flächenpressung bis zu 70 kp/cm2 erforderlich ist, besteht für die verhältnismäßig langgestreckten Wärmerohre 4, 5 die Gefahr eines Knickbruches. Es kommt ferner zu Durchbiegungen der Heizzonen 2, 3 aufgrund eines inhomogenen Flächendruckverlaufs an den Kontaktflächen mit der Scheibenzelle 1, wodurch der Wärmeübergang zwischen der Scheibenzelle 1 und den Heizzonen 2, 3 extrem verschlechtert wird. Ferner lassen die sich axial erstreckenden Kühlzonen eine Vergrößerung technisch sinnvoll nur in axialer Richtung zu, wodurch die Einbaumöglichkeiten außerordentlich eingeschränkt sind.
Auf der anderen Seite ist bereits ein Halter für Halbleiter-Bauelemente mit einem scheibenförmigen
Gehäuse bekanntgeworden, der ein Anpressen von je einem herkömmlichen Kühlblech an jede Stirnseite des
Halbleiter-Baulementes ermöglicht, wobei diese Kühlbleche senkrecht zur Scheibenebene mittels Druckstempeln
zusammenpreßbar sind. Diese Halterung ist für Sä'ilenbauweise gedacht. Die Spannbolzen durchdringen
die Kühlbleche, während die Druck- bzw. Distanzstücke zwischen den Kühlblechen angeordnet
sind, ohne diese zu durchdringen.
Unbefriedigend bei dieser Anordnung bleibt ihr verhältnismäßig komplizierter und aus vielen Zwischenteilen
bestehender Aufbau sowie die begrenzte Kühlmöglichkeit. Letzteres ist einerseits durch die geometrische
Form bedingt, zum anderen durch den vielschichtigen Aufbau und die Verwendung von herkömmlichen
Kühlblechen (DT-AS 12 76 209).
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, eine Thyristor-Seheibenzelle mit einer Kühlvorrichtung zu
schaffen, die :in erheblich verbessertes Kühlvermögen
aufweist bei gleichzeitiger mechanischer Stabilität und geringem Platzbedarf.
Die Aufgabe wird bei einer Scheibenzelle der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die
Metallteile als Druckstempel ausgeführt sind, die mit ihrer Stempelfläche an je einer Stirnfläche der
Scheibenzelle angepreßt sind, auf deren Schaftende der Druck von der Spannplatte punktförmig übertragen
wird und deren Schaft je ein sich parallel zur Ebene der Scheibenzelle erstreckendes Wärmerohr so durchsetzt,
daß der Druckstempel die Verlustwärme von der Scheibenzelle auf die Heizzonen des Wärmerohres
überträgt.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind die Wärmerohre längs ihrer Mantelfläche mit einer Vielzahl
von Kühlblechen versehen.
Bei der erfindungsgemäßen Scheibenzelle ist der gesamte Wärmewiderstand durch Verwendung von
Wärmerohren als wärmeübertragende Elemente um wenigstens einen Faktor zwei besser als bei Scheibenzellen
mit herkömmlichen Kühleinrichtungen. Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist der Abstand
zwischen den beiden Spannplatten so weit verringert, daß die Knickgefahr für die Wärmerohre völlig beseitigt
ist. Ferner werden durch die punktförmig auf mechanisch außerordentlich steife Druckstempel übertragenen
Druckkräfte gleichmäßige Druckbelastungen sichergestellt und damit Durchbiegungen der Heizzonen,
sowie Brüche der druckempfindlichen Scheibenzellen vermieden.
Die Erfindung wird mil ihren weiteren Einzelheiten
und Vorteilen anhand des in der Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert, es
zeigt
Fig. 1 eine Kühleinrichtung, wie sie durch Übertragung
einer bekannten Einrichtung für einseitig gekühlte
Thyristoren auf zweiseitig gekühlte, druckkontaktierte Scheibenrellen erhalten wird,
F i g. 2 einen Querschnitt durch eine Kühleinrichtung nach der Erfindung.
Für die Kühleinrichtung nach Fig. 1, die als solche
nicht bekannt ist, wird ein Schutz nicht beansprucht; sie dient lediglich zur Erläuterung des technischen Problems,
das der Erfindung zugrunde liegt. Die auf beiden Seiten zu kühlende Thyristor-Schcibenzelle 1 liegt mit
ihren Stirnflächen zwischen Heizzonen 2 und 3 zweier Wärmerohre 4 und 5. Die Wärmerohre 4, 5 weisen an
ihren Innenflächen je eine metallische Kapiliarstruktur auf. die mit einer Arbeitsflüssigkeit angefüllt ist. Als
Arbeiisflüssigkeit kann jede beliebige Flüssigkeit verwendet werden, die in einem Temperaturbereich
zwischen 200C und 100"C einen ausreichenden Dampfdruck
von wenigstens 100 Torr besitzen sollte. In bevorzugter Weise wird als Arbeitsflüssigkeit reines
Wasser verwendet.
Die von der Scheibenzelle 1 erzeugte Verlustwärme
heizt die Arbeitsflüssigkeit in der jeweiligen Heizzone auf, wodurch die Arbeitsflüssigkeit verdampft. Die
verdampfte Arbeitsflüssigkeit durchströmt das betreffende Wärmerohr 4, 5 in axialer Richtung und
kondensiert dabei an dessen innerer Mantelfläche. Bei der Kondensation gibt die Arbeitsflüssigkeit die beim
Verdampfen aufgenommene Vcrlustwärmemerigc an Kühlbleche 10,11 ab, die wenigstens über einen Teil des
Außenmantels der jeweiligen Wärmerohre 4, 5· radial angeordnet sind. Die für die Kontaktierung der
Scheibenzelle 1 erforderliche Anpreßkrafl wird durch eine Spannvorrichtung mit den Spannhälften 6, 7
erzeugt, welche durch Spannboizen 8, 9 miteinander verbunden sind, und dabei gegen die axialen Enden der
Wärmerohre 4,5 gedrückt werden.
F i g. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Kühleinrichtung, welche die eingangs
geschilderten Mängel der Kühleinrichtung nach F i g. 1 behebt. Zum besseren Verständnis sind gleichartige
Teile der Kühleinrichtungen nach F i g. 1 und 2 mit den
gleichen Bezugszeichen versehen. Wie aus F i g. 2 hervorgeht, befindet sich die Scheibenzelle 1 zwischen
den beiden in Längsrichtung parallel zur Ebene der Scheibenzelle angeordneten, die Form von Vierkants'.äben
aufweisenden Wärmerohren 4 und 5. Austeile der in F i g. 2 dargestellten symmetrisch auf halber
Länge erfolgenden Anbringung der Scheibenzelle 1 kann diese auch am Ende der Wärmerohre angeordnet
sein, was insbesondere für den Betrieb der erfindungsgemäßen Kühleinrichtung in sehr staubhaltiger Umgebung
vorteilhaft ist, da der unmittelbare Bereich der Scheibenzelle 1 staubdicht verschlossen werden kann.
Die Scheibenzelle 1 ist zwischen zwei Druckstempeln 12 und t3 gelagert, welche die Wärmerohre 4 und 5 quer
zur Hauptrichtung an dessen Heizzonen 2 bzw. 3 durchsetzen. Die unmittelbar an die Scheibenzelle 1
angrenzenden Teile der Druckstempel 12 und 13 weisen Erweiterungen 14, 15 auf, die zur Halterung der
Scheibenzelle 1 mit nicht näher dargestellten, hierfür geeigneten Eindrehungen versehen sein können. Die
den Erweiterungen 14, 15 jeweils entgegengesetzten axialen Enden 16,17 der Druckstempel 12,13 weisen je
eine kegelförmige Eindrehung zur Aufnahme eines aus einer Kugel besiehenden Drucklagers 18 bzw. 19 auf.
Auf die Drucklager 18, 19 wirken die jeweiligen Spannplatten 6 bzw. 7, welche in gleicher Weise wie bei
der Spannvorrichtung nach F i g. 1 durch Spannbolzen 8,9 gegeneinander gepreßt werden.
Die äußeren Mantelflächen der Wärmerohre 10, 11 sind zu beiden Seiten der Heizzonen 2, 3 mit einer
Anzahl von Kühlblechen 10 bzw. 11 in gut wärmeleitendem Kontakt verbunden; beispielsweise können die
Kühlbleche jedes Wärmerohrs in Form eines zusammenhängenden Kühlblechpaketes ausgebildet sein, das
von dem Wärmerohr durchstoßen wird.
Die Wirkungsweise der in F i g. 2 dargestellten Wärmerohre 4,5 ist die gleiche wie die der Wärmerohre
4, 5 nach Fig. 1. Die von der Scheibenzelle 1 auf die
Druckstempel 12,13 und von dort auf die Heizzonen 2,3
übertragenen Verlustwärmemengen heizen je die Arbcitsflüssigkeit in der betreffenden Heizzone 2,3 auf.
Die Arbcitsflüssigkeit verdampft und durchströmt das Wärmerohr in axialer Richtung, wobei sie sich
gleichmäßig an deren Innenwandung niederschlägt. Die Innenwandungen der beiden Wärmerohre 4, 5 sind mit
einer metallischen Kapillarstruktur ausgekleidet, so daß die kondensierte Arbeitsflüssigkeit vollständig aufgesaugt
wird und durch Kapillarwirkung in die betreffende Heizzone zurückgelangt. Die Anwendung der Erfindung
ist nicht auf eine Scheibenzelle beschränkt.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Druckkontaktierte Thyristor-Seheibenzelle, die
mittels Spannplatten und Spannbolzen zwischen zwei wärmeabführenden Metallteilen gehaltert ist,
mit einer Kühlvorrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Metallteile als Druckstempel (12, 13) ausgeführt sind, die mit ihrer S'.empelfläche
(14, 15) an je einer Stirnfläche der Scheibenzelle >° angepreßt sind, auf deren Schaftende (16, 17) der
Druck von der Spannplatte (6, 7) punktförmig übertragen wird und deren Schaft je ein sich parallel
zur Ebene der Scheibenzelle erstreckendes Wärmerohr (4, 5) so durchsetzt, daß der Druckstempel die '5
Verlustwärme von der Scheibenzelle auf die Heizzonen (2,3) des Wärmerohres überträgt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmerohre (4, 5) längs ihrer
Mantelfläche mit einer Vielzahl von Kühlblechen -20
(10,11) versehen sind.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712107009 DE2107009C3 (de) | 1971-02-13 | Druckkontaktierte Thyristor-Scheibenzelle | |
| SE167572A SE382282B (sv) | 1971-02-13 | 1972-02-11 | For minst en halvledarskivcell avsett tryckfeste med kylanordning, innefattande vermeror med inre kapillerstruktur. |
| FR7204624A FR2125380B1 (de) | 1971-02-13 | 1972-02-11 | |
| US22552272 US3834454A (en) | 1971-02-13 | 1972-02-11 | Cooling arrangement for thyristor discs |
| GB643872A GB1346157A (en) | 1971-02-13 | 1972-02-11 | Cooling apparatus for a thyristor |
| CH201972A CH532313A (de) | 1971-02-13 | 1972-02-14 | Einrichtung zur Kühlung einer druckkontaktierten Thyristor-Scheibenzelle |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712107009 DE2107009C3 (de) | 1971-02-13 | Druckkontaktierte Thyristor-Scheibenzelle |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2107009A1 DE2107009A1 (de) | 1972-08-24 |
| DE2107009B2 DE2107009B2 (de) | 1977-04-28 |
| DE2107009C3 true DE2107009C3 (de) | 1977-12-22 |
Family
ID=
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