DE2165285C3 - Medizinisches Meßgerät zur Thrombocytenfunktionsprüfung - Google Patents
Medizinisches Meßgerät zur ThrombocytenfunktionsprüfungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein medizinisches Meßgerät zur Thrombozytenfunktionsprüfung unter Anwendung
der statischen Retraktrometrie mit den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
Zur Zeit werden zur Messung der Gerinnselretraktion fast ausschließlich volumetrische Methoden verwendet,
bei denen man entweder die Verkürzung des Blutgerinnsels im graduierten Röhrchen oder die Men- so
ge des ausgepreßten Serums aus dem Blutgerinnsel mißt. Es sind jedoch auch Geräte beschrieben worden,
(die die Messung der Retraktionskraft1) zur Bestimmung
der Gerinnselretraktion benutzen. Man bedient dich dabei einer Federwaage mit Zeiger und geeichter ss
Skala. Der Nachteil, daß der Zeigerausschlag nur möglich ist durch eine Änderung des Gerinnselvolumens
Während der Kraftmessung, wird durch die sogenannte fctatische Refraktometrie2) beseitigt. Dabei wird der
Abstand der Haftflächen des Gerinnsels dadurch kon- »tant gehalten, daß die Federwaage kompensierbar ist
Und ihr Nullpunkt von Zeit zu Zeit manuell immer wieder eingestellt wird, wobei die Kräfte gemessen wcr-
1I lja>crlc. II. Marx. H. Hell: line Methode /in Messmiü ttt-i
Relraktion geronnenen Blutes. KIm. \\\chr. 27: 2.17 (I'I4')|
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"Ί Schuhe. W : Thrombolysc: Direkthcstiinnnmy lihrinol\lischtri
Substanzen durch die Malische Rclraktoniclric. Ihromhos
Diathcs. hacmorrh. iStutit·.! 12: 2X2 (19Ml.
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den, die zur Kompensation erforderlich sind. Dadurch, daß das Gerinnsel lediglich an der Meßfläche des Küvettenstiftes
und am Boden der Küvette festgehalten wird und für eine Ablösung des Gerinnsels von der seitlichen
Zylinderinnenfläche der Küvette gesorgt wird, erfolgt die Messung der Retraktionskraft bei einachsig
behinderter Retraktion des Blutgerinnsels. Eine andere Vorrichtung bedient sich eines in einem Ring hängenden
Plasmatropfens, der seinerseits ein Plättchen3) trägt. Das Plättchen stellt sich so ein, daß es an einer
Stelle dem Ring anliegt und mit ihm einen Winkel bildet, in dem sich der Plasmatropfen befindet. Durch Retraktion
des Plasmagerinnsels ändert sich der Winkel zwischen Ring und Plättchen. Diese Winkeländerung
kann mit Hilfe eines optischen Systems fortlaufend registriert werden.
- Die letztgenannte Vorrichtung liefert zwar als einzige den Vorteil der fortlaufenden automatischen Registrierung,
beruht aber überwiegend auf einer Volumenänderung des Plasmagerinnsels, da die Winkeländerung
zwischen Ring und Plättchen durch eine Änderung des Plasmagerinnselvolumens zustande kommt. Die statische
Retraktometrie mit kompensierbarer Federwaage stellt eine Verbesserung der Retraktionskraftmessung
mit einfacher Federwaage dar, da eine weglose Wägung vorgenommen wird. Die Kraftkompensation ist
aber ständig manuell durchzuführen, und es fehlt auch eine forllaufende automatische Registrierung. Bei der
Beschaffenheit der komplizierten Küvette geht man fälschlicherweise von der Vorstellung aus, daß ein Blutgerinnsel
an einer ebenen Fläche nicht genügend haftet und man die Haftung durch Drahtnetze gewährleisten
muß, so daß die Haftfläche nicht gut definiert ist. Voraussetzung für die Messung der Retraktionskraft ist die
Ablösung des Gerinnsels von der seitlichen Zylinderinnenfläche der Küvette. Da eine gewisse Haftung des
Blutgerinnsels an jedem Material vorhanden ist und das Gerinnsel von der Oberfläche nur abreißt, wenn die
Retraktionsspannung größer als die Haftspannung ist, ist eine Messung der Retraklionskraft streng genommen
erst nach Ablösung des Gerinnsels von der seitlichen Zylinderinnenfläche möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein automatisch arbeitendes Meßgerät zur Thrombocytenfunktionsprüfung
zu entwickeln. Dieses Gerät soll die fortlaufende Messung von Druck- und Zugspannungen in
Blutgerinnseln und die Bestimmung der Abreißspannung von Blutgerinnseln ermöglichen. Die erhaltenen
Meßwerte gestatten Aussagen über Gerinnselexpansion, -retraktion und -haftung.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein medizinisches Meßgerät der eingangs genannten
Art, welches zusätzlich die im kennzeichnenden Teil ucs Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale aufweist.
Aus dem Bestreben, den Idealfall der dreiachsig behinderten Expansion bzw. Retraktion zu verwirklichen
unter Berücksichtigung der Leistungsgrenze der Mikrowaage und der für diagnostische Zwecke zur
Verfügung stehenden Blutmenge, resultieren die Abmessungen des Küvettensystems. Mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird der Fall der dreiachsig behinderten Expansion bzw. Retraktion für den Bereich unterhalb
der Meßfläche annähernd verwirklicht. Die selbstkompensierende elektromagnetische Mikrowaa-
1I Marien. 11.: Reklraklographie: l:ine neue Methode /111 fortlaufenden
Mcssunp der Relraktion des Blulktichcns. KMn.
Wschr. 3ft: 10X4 |I<J5K>.
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ge zeichnet sich durch weglose Wägung aus. Somit bleibt der Abstand zwischen Meßfläche und Küvettenboden
unverändert Der Kompensationsstrom der Milcrowaage erzeugt einen Spannungsabfall in einem Arbeitswiderstand.
Dieser kann zur fortlaufenden automatischen Registrierung einem Schreiber zugeführt
werden und ist ein Maß für die Druck- und Zugspannungen und damit für die Expansions- und Retraktionsspannungen
des Blutgerinnsels.
Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Meßgeräts sind in den Patentansprüchen 2 bi: 4 beschrieben. Die Weiterbildung nach Anspruch 2 ermöglicht,
z. B. die Prüfung der Abreißspannung, Hysterese und Relaxation des Blutgerinnsels.
Die Erfindung wird durch die Abbildungen näher erläutert.
A b h. 1 zeigt die gesamte Meßvorrichtung, bestehend aus dem Küvettensystem. der selbstkompensierenden
elektromagnetischen Mikrowaage, dem Steuergerät 8 für die Mikrowaage und dem Linienschreiber 9.
Die Küvette 1 ist randvoll mit Blut 2 gefüllt, und die Meßfläche des Küvettenstiftes 3 bu.iihrt die Blutoberfläche.
Die Wegabweichung der Meßfiache wird von einer Metallplatte 5 kontrolliert, die mit dem Waagebalken
fest verbunden und zwischen zwei Sensorspulen 4 angeordnet ist. Bei einer Bewegung des Balkens verschiebt
sich die Metallplatte aus ihrer Symmeiriestcllung zwischen den beiden Sensorspulen heraus. Hierdurch
werden die Induktivitäten der Spulen gegenläulig geändert. Im Steuergerät wird die entstehende Abweichung
über Frequenzmodulation in ein Gleich- ν Stromsignal verwandelt, das einen Leistungsverstärker
steuert. Im Ausgang des Verstärkers liegt ein Kraftspulenpaar 7, das auf den am Balkenende befestigten permanenten
Magneten 6 einwirkt. In den Kraftspulen fließt somit ein Kompensationsstrom, der die ursprüngliche
Lage wieder herstellt. Wenn das Blut in der Küvette geronnen ist, bildet sich ein FibrinfasergerüsL Anfangs
versuchen die Thrombocyten, die Fibrinfasern voneinander zu entfernen, später dieselben einander zu
nähern. Bei Behinderung dieser Volumenänderungen des Blutgerinnsels entstehen Druck- und Zugspannungen
im Gerinnsel, welche sich als Expansions- und Reiraktionskurve aufzeichnen lassen. A b b. 3 gibt eine
Original-Retraktionskurve und A b b. 4 eine Original-Expansionskurve wieder
A b b. 2 stellt den Küvettentisch 10 dar, auf dem die Küvette 1 leicht auswechselbar so befestigt ist, daß sie
kein Spiel hat. Der Küvettentisch ist z. B. mit Hilfe eines Exzenters 12 durch ein Laufwerk 11 mit einem
steuerbaren Gleichstromgetriebemotor und Vor- und Rücklauf senk- und hebbar. Durch Senken und Heben
des Küvetteiitisches läßt sich das Gerinnsel dehnen und von der Meßfläche des Küvettenstiftes abreißen. Dabei
können Aufschlüsse über Spannungs-Dehnungs-Verhalten, Hysterese, Relaxation und Abreißspannung des
Gerinnsels gewonnen werden.
Die mil der Erfindung erziehen Vorteile bestehen insbesondere darin, daß eine fortlaufende automatische
Messung durchgeführt werden kann. Das Spektrum der Thrombocytenfunktionsprüfungen wird wesentlich erweitert,
so daß nicht nur Aussagen über Gerinnselretraktion, sondern auch über -expansion, -haftung und
elastisches Verhalten des Gerinnsels geliefert werden. Form und Material des Küvettensystetns ermöglichen
die Messung der Spannung bei dreiachsig im Gegensatz zur einachsig behinderten Retraktion, wodurch
eine höhere Empfindlichkeit und geringere Störungsanfälligkeit der Methode bedingt ist.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Medizinisches Meßgerät zur Thrombozytenfunktionsprüfung
unter Anwendung der statischen Retraktrometrie, bestehend aus einer kompensierbaren
Waage und einer Küvette mit einer am Waagebalken aufgehängten, die Oberfläche der Blutprobe
berührenden Meßfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die Waage aus einer an sich be- ίο
kannten seibstkompensierenden elektromagnetischen Mikrowaage (4, 5, 6, 7, 8) besteht, und daß
Form und Material des Küvettensystems so beschaffen sind, daß die Tiefe der Küvette (1) relativ
klein sowohl gegenüber dem Durchmesser der Meßfläche als auch gegenüber der Differenz aus
Küvetten- minus Meßflächendurchmesser ist, und das Gerinnsel in jedem Augenblick der Messung an
den Innenflächen der Küvette (1) und an der Meßfläche des Küvettenstiftes (3) haftet, so daß die
Spannungsmessung bei dreiachsig behinderter Expansion bzw. Refraktion des Blutgerinnsels erfolgt.
2. Medizinisches Meßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektromagnetische
Mikrowaage zur Kraftkompensation mit einem am -25 Balken befestigten permanenten Magneten (6) in
einem Kraftspulenpaar (7) ausgerüstet ist.
3. Medizinisches Meßgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektromagnetische
Mikrowaage mit einem Sensor versehen ist, der aus einer am Balken befestigten Metallplatte (5)
und zwei Sensorspulen (4) besteht, deren Induktivität gegenläufig geändert und durch ein Steuergerät
(8) ausgewertet wird.
4. Medizinisches Meßgerät nach einem der An-Sprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen die Küvette
(1) tragenden Küvettentisch (10), der durch ein Laufwerk (U) gesenkt und gehoben werden kann.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712165285 DE2165285C3 (de) | 1971-12-23 | 1971-12-23 | Medizinisches Meßgerät zur Thrombocytenfunktionsprüfung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19712165285 DE2165285C3 (de) | 1971-12-23 | 1971-12-23 | Medizinisches Meßgerät zur Thrombocytenfunktionsprüfung |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2165285A1 DE2165285A1 (de) | 1973-07-05 |
| DE2165285B2 DE2165285B2 (de) | 1974-09-26 |
| DE2165285C3 true DE2165285C3 (de) | 1975-05-15 |
Family
ID=5829574
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19712165285 Expired DE2165285C3 (de) | 1971-12-23 | 1971-12-23 | Medizinisches Meßgerät zur Thrombocytenfunktionsprüfung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2165285C3 (de) |
-
1971
- 1971-12-23 DE DE19712165285 patent/DE2165285C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2165285A1 (de) | 1973-07-05 |
| DE2165285B2 (de) | 1974-09-26 |
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