DE2158276A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Holzspänen mit Elektronen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Holzspänen mit ElektronenInfo
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Patentanwälte Dipl.-Ing. F. Weickmann, 2158276
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RADIATION DEVELOPMENT CO., Ltd.
3454 E.Broadway, Vancouver 12,
British Columbia, Kanada.
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British Columbia, Kanada.
Verfahren und Vorrichtung zum Behandeln von Holzspänen mit
Elektronen
Bei einem üblichen Verfahren zur Herstellung von Papierzeug
aus Holz wird das Holz in längliche Späne zerteilt, die etwa 19 mm breit und 3,2 mm dick sind (0,75 Zoll bzw. 1/8 Zoll).
Eine Stoffmühle kann das Holz an Ort und Stelle zerspanen; häufig jedoch werden Späne angekauft, die an anderen Plätzen,
beispielsweise in Sägewerken, aus abgebrochenen Stücken und anderem Abfall, der sich im Sägewerk ansammelt, gewonnen wurden.
Im allgemeinen ist es nicht möglich, die Späne unmittelbar nach ihrer Produktion oder ihrem Eintreffen zu verarbeiten;
an den meisten Stoffmühlen gibt es daher große Vorrats-
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haufen von Spänen. Während der Lagerung erfahren die Späne
gewöhnlich in der einen oder anderen Form eine Beschädigung. Manchmal werden sie von Pilzen befallen, die eine Verfärbung
der Späne und damit auch des Zeugs und der daraus hergestellten Produkte zur Folge haben. Oder es kommt zu
anderen zellularen Störungen, die die Ausbeute an Zeug und damit an Papier oder anderen aus den Spänen gewonnenen Produkten
herabsetzen. Je nach der Dauer der Lagerung kann dies zu einem Gewichtsverlust zwischen fünf und zwanzig
Prozent führen.
Es sind bereits Anstrengungen unternommen worden, Verfahren zur Sterilisierung der Späne zu finden, so etwa die Bakterien
und Pilze, die die Späne verderben, abzutöten. Bis jetzt gibt es jedoch kein wirtschaftlich vertretbares und
in der Praxis brauchbares System zur Behandlung der Späne.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein solches Behandlungsverfahren
und eine Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens zu schaffen. Zur Lösung dieser Aufgabe werden gemäß
der Erfindung die Holzspäne pneumatisch durch einen hin- und herbewegten Elektronenstrahl in einer Richtung parallel zur
Achse der Hin- und Herbewegung transportiert derart, daß praktisch alle Oberflächen der Späne den Elektronen ausgesetzt
werden, um auf diese Weise eine Bestrahlung und damit eine Sterilisierung aller Oberflächen und der unter der
Oberfläche gelegenen Teile zu bewirken. Bei einem solchen Vorgehen kann die Sterilisierung erfolgen, während die
Späne in herkömmlicher Weise von der spanerzeugenden Vorrichtung oder von der Stelle ihres Eintreffens zu dem Vorrat
shaufen befördert werden.
Weiter wurde gefunden, daß die Bombardierung der Späne mit
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Elektronen neben der Verlängerung der Lagerungszeit und einer weitgehenden Verringerung des Verderbens von Spänen
durch Bakterien, Pilze und ähnliche Mikroorganismen bei einer Durchführung auf bestimmten Stufen noch den Vorteil
bringt, daß die Verarbeitungszeit, nämlich die Kochdauer,
der Späne wesentlich reduziert wird und aus einer bestimmten Menge von Spänen eine größere Ausbeute an Zeug mit besseren
physikalischen Eigenschaften erzielt wird.
Zum besseren Verständnis der Erfindung wird eine Vorrichtung
zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand der ä
beigefügten Zeichnungen genauer erläutert. Es zeigen:
Pig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorri
chtung j
Fig. 2 eine Sehnittansicht nach der Linie 2-2 der Fig. 1}
Fig. 3 eine Sehnittansicht nach der Linie 3-3 der Fig. 1.
In den Zeichnungen ist eine Rohrleitung 10 dargestellt, die einen Teil eines pneumatischen Systems bildet, durch
welches Holzspäne befördert werden. Gewöhnlich haben solche
Rohrleitungen einen kreisförmigen Querschnitt mit einem Durchmesser im Mittel zwischen 15 cm und 60 cm und die Holzspäne
werden gewöhnlich in einem Luftstrom mit einer Geschwindigkeit
von etwa 1800 Meter pro Minute (6000 Fuß pro Minute) transportiert. In solchen Fördersystemen sind die
Holzspäne in dem Förderluftstrom gleichmäßig verteilt und nicht in Schichten gelagert, wie beispielsweise auf Förderbändern
oder dergleichen. Gemäß der Erfindung ist ein Fördersystem vorgesehen mit einem Leitungsstück 12, das einen
im wesentlichen trapezförmigen Querschnitt hat, dessen Querschnittsfläche jedoch etwa gleich demjenigen der Rohr-
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leitung 10 ist. An beiden Enden des Leitungsstückes 12 ist je ein Übergangsteil 14 angebracht, das den Anschluß
an die Rohrleitung 10 herstellt. Als ungefährer Anhaltspunkt habe das Leitungsstück 12 zweckmäßig eine Länge von
etwa 183 cm (6 Fuß).
Ferner ist eine Einrichtung vorgesehen, um die Holzspäne in dem Leitungsstück 12 energiereichen Elektronen auszusetzen.
Zu dieser Einrichtung gehört eine Quelle energiereicher Elektronen 18. Die Elektronenquelle 18 erzeugt
einen schmalen Strahl schneller Elektronen, deren Energie in der Größenordnung von einigen Hunderttausend Volt liegen
muss. Die Elektronenquelle kann ein Van de Graff-Generator sein oder ein anderer geeigneter Typ. Der von dem Generator
erzeugte Elektronenstrahl wird nach unten in einen Abtaster 20 geworfen, der mit Mitteln versehen ist, um den Strahl
auf einer linearen Bahn, deren Achse mit der Achse des Leitungsstückes 12 zusammenfällt, hin- und herschwingen zu
lassen. Die Frequenz des Elektronenstrahles beträgt vorzugsweise einige Hunderttausend Perioden in der 'Sekunde. Zur
Ablenkung des Strahles können, wie üblich, magnetische oder elektrostatisch arbeitende Mittel verwendet werden, die
dem Fachmann bekannt sind. Der Abtaster 2o umfaßt eine evakuierte Kammer, die von vertikalen parallelen Seitenwänden
24, 26 und schrägen Endwänden 28, 30 eingeschlossen ist. Der Boden 32 des Abtasters besteht vorzugsweise aus Titan
oder einem anderen Material, das einen geringen Widerstand für den Durchtritt der Elektronen bietet, aber die durch den
Elektronenbeschuß hervorgerufenen Temperatureffekte aushält. Ebenso ist die Decke 34 des Leitungsstüclces 12 aus
Titan oder einem anderen von Elektronen leicht durchdringbaren Material. Der Raum zwischen dem Boden 32 der Kammer
und der Decke 34 des Leitungsstückes ist evakuiert, um den
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durchlaufenden Elektronen einen möglichst kleinen Widerstand
entgegenzusetzen und auch um einen zusätzlichen Schutz für die evakuierte Kammer des Abtasters 2o vorzusehen.
Es kann auch noch eine Alarm- oder Abschaltvorrichtung (nicht gezeigt) vorgesehen sein, um einen etwaigen
Bruch in der Decke 34 anzuzeigen, der durch einen Verlust des Vakuums in dem Raum 36 in Erscheinung tritt, und um
zu verhindern, daß der Boden 32 beschädigt wird und der Raum 36 bei Verlust des Vakuum verunreinigt wird.
Nach dem Austritt aus dem Abtaster 20 wird der Elektronenstrahl infolge der Abstoßung zwischen den Elektronen und
de?? Zerstreuungswirkung durch den Zusammenprall mit Luftmolekülen zu einem divergierenden Strahl verbreitert. Die
trapezförmige Gestalt des Leitungsstückes 12 ist so gewählt, daß dessen Seitenwände 38, 40 etwa mit den tatsächlichen
Seitenrändern des Elektronenstrahles zusammenfal len, so daß
man eine ziemlich gleichmäßige Bedeckung über die gesamte Breite des Leitungsstückes 12 erhält. Während die Holzspäne
das Leitungsstück 12 passieren, fallen sie infolge des Magnuseffektes an den ebenen Spanoberflächen ständig
durcheinander und ändern beim Durchlaufen des Leitungsstückes ihre Höhe. Auf einem Weg von 183 cm (6 Fuß) Länge
rotiert der Holzspan in der Regel unter Änderung der Höhe sechsmal, wenn er in einem Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von etwa 183 000 cm pro Minute tranportiert wird. Bei
der hohen Schwingungsfrequenz des Elektronenstrahles wird ein Span offensichtlich während seines Weges durch das Leitungsstück
12 vielmal vom Elektronenstrahl getroffen, so daß alle Oberflächen des Spans dem Elektronenbeschuß ausgesetzt
sind. Die Strahlungsintensität wird derart gesteuert, daß im Rahmen der Geschwindigkeitβ- und VerhaltensSchwankungen
der Späne diese auf allen Oberflächen einer Strahlung zwischen
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0,2 und 0,5 Megarads ausgesetzt werden.
Um auf allen Oberflächen eines Spans die erforderliche
Dosis zu erreichen, ohne die pneumatischen Fördereigenschaften
eines Systems zu zerreissen oder die Geschwindigkeit der Förderluft herabsetzen zu nüssen* Müssen die
Späne durch den Strahl entlang dessen Abtastachse gefördert
werden. Wenn dagegen die Bestrahlung in der Weise geschieht,
daß man die Späne durch einen Strahl auf einer zur Äbtastachse senkrechten Bahn schickt, Büßte man twc
die notwendige Dosierung einen Leitungsabschnitt von so geringer Tiefe vorsehen, daß ständig Schwierigkeiten infolge
einer Blockierung der Leitung zu erwarten wären und
die Fördergeschwindigkeit sowie die pneumatischen Pördereigenschaften
des Systems gestört würden» 3O daß eine Kontrolle über die Vollständigkeit der Bestrahlung der Holzspäne
unmöglich wäre.
Das Leitungsstück 12 ist zweckmäßig von einem Gehäuse 44
umgeben, das eine Kammer 46 bildet, durch welche Wasser oder ein anderes Kühlmittel zirkuliert, damit das Leitungsstück 12 nicht durch den Elektronenbeschuß zu stark erhitzt
wird.
Aufgrund der Tatsache, daß infolge der Zerstreuung und Taumelbewegung der Holzspäne auf ihrem Weg durch den -Leitungsabschnitt
12 alle Oberflächen der Späne Ton der Strahlung
getroffen werden, kann Ae Elektronenquelle 18 von viel kleinerer Intensität sein, als wenn man versuchen würde,
die Späne durch einen Beschluß von nur einer Sexte aus zu behandeln, etwa indem man sie auf einem Förderband
oder dergleichen bearbeitet. Im letztgenannten Fall müßte
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aie Intensität der Elektronenquelle so groß sein, daß die
Elektronen die übereinanderliegenden Späne durchdringen könnten.
Es hat sich herausgestellt, daß die Behandlung der Späne durch einen Elektronenbeschuß die Haltbarkeit der Späne
bei der Lagerung wesentlich erhöht oder, anders ausgedrückt, die Verschlechterung der Späne im laufe einer vorgegebenen
Zeitspanne wesentlich herabsetzt.
Vielleicht noch bedeutsamer ist die Feststellung, daß die
Bestrahlung τοη Holzspänen das aus diesen Spänen gewonnene
Zeug sowohl bezüglich der Qualität als auch der Ausbeute verbessert. Man hat z.B. gefunden, daß der Mahlungsgrad des Zeugs
wesentlich erhöht wird* dabei aber die Festigkeit erhalten
bleibt oder sogar verbessert wird. Man hat ferner festgestellt, daß der Ligningehalt des Zeugs höher sein kann. Dadurch
reduziert sich die notwendige Zeit zum Herstellen des Papierbreia und natürlich reduziert sich auch der Anteil an
Lignin, der beseitigt werden muß, während zugleich die Festigkeit und die Ausbeute an Zeug aus einer vorgegebenen
Menge von Holzspänen wächst.
An dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind im Rahmen der Erfindung Abänderungen bezüglich der Anordnung und in Einzelheiten
möglich.
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Claims (8)
- 2158?76Ansprüche, \y Verfahren zum Behandeln von Holzspänen mit Elektronen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Elektronenstrahl erzeugt wird, daß dieser Elektronenstrahl mit hoher ,Frequenz entlang einer linearen Bahn hin- und herbewegt wird, und daß Holζspäne auf einem mit der Bahn des Elektronenstrahls zusammenfallenden Weg pneumatisch vorwärtsbewegt werden, wobei die Oberflächen der Holzspäne dem Beschüß durch die Elektronen ausgesetzt werden, während die Holzspäne auf ihrem Durchwandern der Elektronenstrahlbahn eine Taumelbewegung ausführen und sich drehen.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenz des Elektronenstrahles mindestens einige Hundert Perioden pro Sekunde beträgt.
- 3· Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einerJälektronenstrahlquelle (18), die einen Strahl energiereicher Elektronen erzeugt, durch eine Ablenkeinrichtung solcher Art, daß sie den Elektronenstrahl in einer linearen Bahn hin- und herschwingen läßt, und durch ein pneumatisches Fördersystem (10, 12) zum Transportieren der Holzspäne, das ein Leitungsstück (12) enthält, dessen Achse mit der linearen Elektronenbahn zusammenfällt und in dem die Holzspäne beim Durchlaufen dem Elektronenstrahl ausgesetzt sind·209824/0682
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3> dadurch gekennzeichnet, daß das Leitungsstück (12) Seitenwände (38, 40) hat, die etwa mit den Seitenrändern des Elektronenstrahls zusammenfallen.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4ι dadurch gekennzeichnet, daß das Leitungsstück (12) im Querschnitt trapezförmig ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 5» dadurch gekennzeichnet, daß das Leitungsstück (12) auf seiner Länge einen gleichbleibenden Querschnitt hat und daß das pneumatische System eine Rohrleitung (10) aufweist, deren Querschnittsfläche etwa gleich groß ist wie die Querschnittsfläche des Leitungsstuckes, mit dessen Einlaßende die Rohrleitung verbunden ist.
- 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Leitungsstück (12) etwa 133 cm lang ist und die Ablenkeinrichtung den Elektronenstrahl derart ablenkt, daß er die ganze Länge des Leitungsstückes üb erstrei cht.
- 8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 7» dadurch gekennzeichnet, daß zur Ablenkung des Elektronenstrahls ein Abtaster (20) vorgesehen ist, der eine evakuierte Kammer bildet, an deren einem Ende die Elektronenquelle (18) derart angeordnet ist, daß sie einen Strahl energiereicher Elektronen zum entgegengesetzten Ende (32) der Kammer wirft, und in dem Ablenkelemente vorgesehen sind, die den Elektronenstrahl an diesem entgegengesetzten Ende auf einer linearen Bahn20982 /ι /0682hin- und herschwingen lassen, wobei an diesem Ende ein Elektronenfenster angeordnet ist, das den Austritt der Elektronen aus dem Abtaster gestattet, daß ferner nächst diesem Ende des Abtasters das Leitungsstück (12) derart angeordnet ist, daß seine Achse mit der Achse der Bahn zusammenfällt, wobei die dem Abtaster nahe Decke (54) des Leitungsstückes ein Elektronenfenater aufweist, das den Eintritt des Elektronenstrahles in das Leitungsstück gestattet.209824/0682
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