DE2158019C3 - Antrieb für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Antrieb für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
35
Die Erfindung betrifft einen Antrieb für ein Kraftfahrzeug mit mindestens zwei vorderen und zwei
hinteren angetriebenen Rädern, die paarweise an einander gegenüberliegenden Seiten des Fahrzeugs
angeordnet sind.
Mit einem derartigen Antrieb versehene Kraftfahrzeuge sind besonders geländegängig. Als Beispiel sei auf
das Kraftfahrzeug verwiesen, welches in der GB-PS 11 27 150 gezeigt ist. Dieser bekannte Antrieb ist derart
ausgestaltet, daß die von ihm angetriebenen Räder des Kraftfahrzeugs in ihrer Drehgeschwindigkeit und
Drehrichtung nicht frei voneinander sind. Damit ist aber der Nachteil verbunden, daß die Manövrierfähigkeit
eines mit einem solchen Antrieb versehenen Kraftfahrzeugs beschränkt ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Antrieb für ein Kraftfahrzeug der eingangs
genannten Art so auszubilden, daß das Kraftfahrzeug vollständig richtungsstabi! und leicht manövrierbar ist
und in der Lage ist, Bewegungen in jeder gewünschten Richtung frei auszuführen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt dadurch, daß, wie an sich bekannt, die Drehgeschwindigkeit und Drehrichiung
jedes einzelnen Antriebsrades für sich geregelt werden kann, daß jedes Antriebsrad über den Umfang
verteilt in an sich bekannter Weise eine Serie von Rollkörpern aufweist, die drehbar mit dem Antriebsrad
verbunden sind und deren Achsen schräg zu den Achsen der Antriebsräder verlaufen, und daß sich die Berührungslinien
der Rollkörper der vorderen Antriebsräder mit der Fahrbahn hinter der Vorderachse und die
entsprechenden Berührungsün'en der hinteren Antriebsräder
vor der Hinterachse schneiden.
Das mit einem derartigen Antrieb versehene Kraftfahrzeug kann mit einem sehr kleinen Wendekreis
wenden und bleibt bei der Fahrt richtungsstabil. Es ist in aiien gewünschten Richtungen frei beweglich.
Bevorzugte Ausgestaltungen des Gegenstands der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Aüsführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Längsschnittansicht eines mit einem Antrieb nach der Erfindung versehenen Kraftfahrzeugs
längs 1-1 von Fig. 2,
F i g. 2 die Ansicht des Kraftfahrzeugs von F i g. 1 von
unten,
Fig.3 einen Ausschnitt aus einem Antriebsrad des
Kraftfahrzeugs mit anderen Rollkörpern,
Fig.4 eine Horizonlalprojektion der Rollkörperanordnung
von F i g. 3,
Fig.5a bis 5g eine Anzahl möglicher Bewegungskombinationen für das Kraftfahrzeug von F i g. 1 und 2.
Das in F i g. 1 und 2 gezeigte Kraftfahrzeug ist zur Verwendung auf vergleichsweise ebenen Oberflächen
gedacht. Es ist mit zwei vorderen Antriebsrädern 21 ausgerüstet, die an der Vorderachse des Kraftfahrzeugs
paarweise angeordnet sind, wobei koaxiale Achshälften 23 «:um vorderen Getriebekasten 22 führen. Es hat
außerdem ein Paar hinterer Antriebsräder 24, die an der Hinterachse des Fahrzeuges angeordnet sind, wobei
koaxiale Achshälften 26 zu einem hinteren Getriebekasten 25 führen. Beide Getriebekästen 22 und 25, welche
so angeordnet sind, daß sie die Auswahl der gewünschten Geschwindigkeit und/oder Richtung der
Drehung der Antriebsräder erlauben, sind ihrerseits mittels ihrer eigenen, in Längsrichtung verlaufenden
Achsen 27 und 28 mit dem zu dem Antriebsmotor 29 gehörigen üblichen Getriebekasten 30 verbunden, wie in
Fig. 1 dargestellt. Jedes der treibenden Räder ist auf seinem Umfang mit einer Anzahl von drehbaren Rädern
oder Scheiben 31 ausgerüstet, welche schräg befestigt sind, um mit der Ebene des Rades einen Winkel von
etwa 45° herzustellen, so daß die Richtung der Bodenberührungslinien 34 und 35 für die Scheiben 31
auf den hinteren Antriebsrädern 24 in der Vorwärtsrichtung, und die Bodenberührungslinien 32 und 33 für die
Scheiben 31 auf den vorderen Antriebsrädern 21 in der Rückwärtsrichtuiig konvergieren. Die Antriebsräder
sind ebenfalls unabhängig befestigt und in der Lage, bezüglich der Geschwindigkeit und Richtung der
Drehung mittels der Getriebekästen 22, 25 und 30 geregelt zu werden, so daß das Fahrzeug dazu gebracht
werden kann, sich in richtungsstabiler Weise sowohl vorwärts, rückwärts als auch seitwärts und in Zwischenrichtungen
zu bewegen, wie in F i g. 5a bis 5g dargestellt. Das in F i g. 1 dargestellte Fahrzeug kann sich in jeder
gewünschten Richtung bewegen.
Bei den in F i g. 5a bis 5g in Horizontalprojektion von oben symbolisch dargestellten Fahrzeugen sind die vier
Antriebsräder mit A, B, C und D bezeichnet, und ihre Drehrichtungen sind mittels der Pfeile auf jedem Rad
dargestellt. Somit rotieren in F i g. 5a alle Antriebsräder in derselben Richtung, und das Fahrzeug bewegt sich
daraufhin in der Richtung des Pfeiles Pa. Dies bedeutet,
daß die Scheiben rund um den Umfang der Antriebsräder der Reihe nach in Berührung mit dem Boden
gebracht werden, ohne um ihre eigenen Achsen zu rotieren. Es ist klar, daß, wenn die Drehrichtung aller
Antriebsräder umgekehrt wird, das Fahrzeug sich in der Richtung entgegengesetzt jener des Pfeiles P, bewegt,
d. h. rückwärts. Für besondere Zwecke kann die Drehrichtung der Räder A und B entgegengesetzt jener
der Räder B und C gemacht wercen, nämlich wenn es erforderlich ist, eine Verengung oder Verbreiterung der
Spur herzustellen. Die Anordnung muß dann so sein, daß sie eine gegenseitige Verschiebung zwischen den
Rädern A und B auf der einen Seite und cen Rädern B
und Cauf der anderen erlaubt. Eine Richtungsänderung der Drehung der Räder B und C in F i g. 5a bringt dann
die Verschiebung der Räder A und B in Richtung der Räder B und C mit sich, und eine Änderung der
Drehrichti.ng der Räder A und D hat eine Verschiebung
dieser Räder B und C zur Folge. Die Spur für die vorderen und hinteren Räder kann somit ungleich
gemacht werden, so daß eine Verkleinerung des Radabstandes ermöglicht wird, und der Radabstand
kann somit so klein wie möglich ge-nacht werden.
Wenn die Antriebsräder A und C, wie in Fig. 5b
dargestellt, in einer Richtung rotieren, während die Räder B und D in der entgegengesetzten Richtung
rotieren, bewegt sich das Fahrzeug seitwärts, wie durch den Pfeil Pb dargestellt, und auf allen Rädern werden die
in Berührung mit dem Boden stehenden Scheiben derart um ihre eigenen Achsen rotieren, daß sich die
Bodenberührungspunkte in Bahnen parallel zu dem Pfeil Pb bewegen. In diesem Fall ist es auch klar, daß,
wenn die Drehrichtung aller Räder umgekehrt wird, sich das Fahrzeug in einer Richtung entgegengesetzt jener
des Pfeiles Pt bewegt.
Wenn die Antriebsräder B und D in entgegengesetzten Richtungen rotieren, während die Räder A und C
ortsfest gehalten sind, bewegt sich das Fahrzeug diagonal in der Richtung des Pfeiles Pn wie in Fig. 5c
dargestellt. Auf den Rädern A und C rotieren die in Berührung mit dem Boden stehenden Scheiben um ihre
eigenen Achsen, und ihre Bodenberührungspunkte bewegen sich in Bahnen parallel zu dem Pfeil P0 Dies
trifft auch für die Räder B und D zu. Wenn in diesem Fall die Drehrichtung der Räder B und D umgekehrt
wird, während die Räder A und Cortsfest gehalten sind, bewegt sich natürlich des Fahrzeug in einer Richtung
entgegengesetzt jener des Pfeiles P0. Ähnliche Bewegung
in der anderen diagonalen Richtung wird erreicht durch Bewegung der Räder A und C.
Wenn, wie in F i g. 5d dargestellt, die Räder A und B in
ein und derselben Richtung rotieren, während die Räder Cund D in der anderen Richtung rotieren, wird sich das
Fahrzeug auf der Stelle drehen, wie durch den Pfeil Pd
angedeutet. In diesem Fall werden alle mit dem Boden in Berührung stehenden Scheiben um ihre eigenen Achsen
rotieren. Wenn die Drehrichtung aller Räder umgekehrt wird, dreht sich natürlich das Fahrzeug in der dem Pfeil
Pjentgegengesetzten Richtung.
Wenn, wie in F i g. 5e dargestellt, die Räder A und B in
ein und derselben Richtung rotieren, während die Räder C und D ortsfest gehalten sind, oder in derselben
Richtung, aber mit einer Geschwindigkeit rotiert werden, die sich von jener der Räder A und B
unterscheidet, wird sich das Fahrzeug längs einer gekrümmten Bahn bewegen, wie durch den Pfeil Pc
dargestellt und mit einer Krümmung, die von der Differenz der Geschwindigkeiten der Drehung der
Räder A und B auf der einen Seite und der Räder Cund D auf der anderen abhängt.
Wenn, wie in F i g. 5f dargestellt, die Räder B und C in entgegengesetzten Richtungen rotieren, während die
Räder A und D ortsfest gehalten sind, bewegt sich das Fahrzeug in der Richtung des Pfeiles Pt, wobei die
Vorderseite des Fahrzeuges seitwärts bewegt wird, d. h. es ergibt sich eine Drehung um den Schnittpunkt der
Normalen zu den Scheiben, die die Berührungspunkte mit dem Boden für die Räder A und D bilden.
Gleichermaßen bewegt sich das Fahrzeug in der Richtung des Pfeiles Pg, wie in F i g. 5g dargestellt, wenn
die Räder A und D in entgegengesetzten Richtungen rotieren, während die Räder ßund Cortsfest gehalten
sind.
In dem Fall der Bewegung, wie in Fig. 5e bis 5g dargestellt, rotieren die in Berührung mit dem Boden
stehenden Scheiben um ihre eigenen Achsen in der einen oder anderen Richtung, was bedeutet, daß der
Rollwiderstand in diesen Fällen verhältnismäßig niedrig ist.
Aus dem Obigen folgt, daß das Fahrzeug willkürlich in alle möglichen Richtungen bewegbar ist, und daß alle
Bewegungen des Fahrzeuges stattfinden, ohne auf dem Boden zu kratzen oder zu gleiten.
Wie in Fig.3 und 4 dargestellt, könnten die Räder
oder Scheiben 31 durch Rollen 36 ersetzt werden, welche konvex sein könnten. Solche Rollen können
leichter als Scheiben einander überlappend hergestellt werden und ergeben eine glattere Bewegung sowohl mit
verminderter Schwingung als auch mit niedrigerer Punktbelastung auf dem Boden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Antrieb für ein Kraftfahrzeug mit mindestens zwei vorderen und zwei hinteren angetriebenen
Rädern, die paarweise an einander gegem iegenden Seiten des Fahrzeugs angeordnet J, dadurch gekennzeichnet, daß, wie an sich
bekannt, die Drehgeschwindigkeit und Drehrichtung jedes einzelnen Antriebsrades (21; 24; A; B; C; D)für
sich geregelt werden kann, daß jedes Antriebsrad ι ο über den Umfang verteilt in an sich bekannter Weise
eine Serie von Rollkörpern (Scheiben 31; Rollen 36) aufweist, die drehbar mit dem Antriebsrad verbunden
sind und deren Achsen schräg zu den Achsen der Antriebsräder verlaufen, und daß sich die Berührungslinien
(32 und 33) der Rollkörper (Scheiben 31) der vorderen Antriebsräder (21) mit der
Fahrbahn hinter dei Vorderachse und die entsprechenden Berührungslinien (34 und 35) der hinteren
Antriebsräder (24) vor der Hinterachse schneiden.
2. Antrieb für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Berührungslinien
(32, 33, 34, 35) der Rollkörper (Scheiben 31; Rollen 36) mit der Achse des jeweils zugehörigen
Antriebsrades einen Winkel einschließen, der zwisehen 30 Grad und 60 Grad liegt.
3. Antrieb für ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß, wie an sich bekannt,
die Rollkörper (Rollen 36) eine langgestreckte Form aufweisen und der Durchmesser der Rollkörper
(Rollen 36) von der Längsmitte aus gegen die Enden der Rollkörper (Rollen 36) hin abnimmt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE16864/70A SE363781B (de) | 1970-12-14 | 1970-12-14 | |
| SE1686470 | 1970-12-14 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2158019A1 DE2158019A1 (de) | 1972-06-22 |
| DE2158019B2 DE2158019B2 (de) | 1977-04-07 |
| DE2158019C3 true DE2158019C3 (de) | 1977-11-17 |
Family
ID=
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