Die Erfindung bezieht sich auf ein Gerät zum Bestimmen
des zur Bohrlochführung benötigten Rollwinkels eines Bohrkopfes um dessen Längsachse,
wobei der Bohrkopf ein turbinengetriebenes Bohrwerkzeug am unteren Ende eines Bohrrohrcs im Bohrloch
aufweist und der Azimut- und Neigungswinkel des Bohrloches bekannt sind.
Um den Verlauf eines bereits vorhandenen Bohriüchs zu bestimmen, ist es üblich, die Lage der Bohrlochsohle
(US-PS 34 90 149) und/oder den Azimut- und Neigungswinkel des Bohrlochs (US-PS 20 00 524,
DT- PS 9 Π 242 und deutsche Patentanmeldung D 12 519 VIi 5a) zu bestimmen. Die Werte für den
Azimut- und Neigungswinkel des Bohrlochs sind daher zumeist über Tage vorhanden.
Zusätzlich /u diesen Daten über den Verlauf des bereits vorhandenen Bohrlochs ist der Rollwinkel des
Bohrkopfes cmc wichtige Kenngröße bei der Bohrlochführung,
insbesondere beim Tiefbohren mit einem Bohrkopf, der ein turbinengetriebenes Bohrwerkzeug
aufweist, welches am Ende eines Bohrrohr- oder Gestängezugs zum Zwecke einer Kursänderung mit einer
geringfügigen Neigung angeordnet ist. Um festzulegen, in welche Richtung diese Kursänderung erfolgen
soll, muß der Rollwinkel des Bohrkopfes um dessen Längsachse entsprechend eingestell? werden.
Daher ist eine Bohrlochführung längs einer erwünschten Bahn möglich, wenn der Verlauf des bereits vorhandenen
Bohrloches bekannt ist und außerdem der Rollwinkel des Bohrkopfes (die Ist-Ausrichtung der
Bohrkopf-Querachsen) festgestellt werden kann.
Es ist bekannt, den Rollwinkel des Bohrkopfes mit Hilfe eines herkömmlichen Magnetkompasses zu bestimmen
(US-PS 34 34 219), was jedoch nur für den Sonderfall einer vertikalen oder nahezu vertikalen
Ausrichtung der Bohrloch-Längsachse möglich ist, während bisher bei größeren Neigungswinkeln der
Bohrloch-Längsachse im allgemeinen zur Ermittlung des Bohrkopf-Rollwinkeis auf Gravitationsfühler zurückgegriffen
werden mußte (US-PS 35 87 176).
Demgegenüber soll erfindungsgemäß ein Gerät zum Bestimmen des Rollwinkels eines Bohrkopfes geschaffen
werden, das unter Verzicht auf Gravitationsfühler während des laufenden Bohrvorgangs eines
Bohrloches eine Anzeige des Bohrkopf-Rollwinkels unabhängig vom Neigungswinkel des Bohrlochs ermögHcht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Gerät der eingangs erwähnten Art gelöst durch einen
Meßwertgeber, der die Vektorkomponenten des erdmagnetischen Feldes längs Querachsen des Bohrkopfes
erfaßt und nach über Tage vermittelt, und eine Umsetzstufe, die die übermittelten Vektorkomponenten
zwecks Umwandlung in den Roüwinkel des Bohrkopfes
auf die Vektorkomponenten des erdmagnetischen Feldes in Richtung von gegenüber der magnetischen
Nordrichtung um den Azimutwinkel des Bohrloches und gegenüber der Vertikalen um den Neigungswinkel
des Bohrlochs gedrehten Hauptachsen bezieht. Das erfindungsgemäße Gerät benötigt einfache erdmagnetische
Meßwertgeber, durch die die Komponenten des erdmagnetischen Feldes längs bohrkopffester
Achsen festgestellt und in der Umsetzstufe mit Hilfe von Winkel- oder Vektortransformationen unter
Berücksichtigung der zumeist ohnehin vorhandenen Daten über die Lage des Bohrlochs in den Rollwinkel
des Bohrkopfes umgesetzt werden, und ermöglicht auch während des laufenden Bohirvorgangs mit einem
geringen Bauaufwand und einer einfachen Messung eine rasche und präzise Ermittlung des Rollwinkels.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung werden die nach über Tage vermittelten, einen
Winkel darstellenden Vektorkomponenten durch Addition eines aus dem Azimut- und Neigungswinkel des
Bohrlochs errechneten Korrckturwinkcls in den Rollwinkel umgewandelt, wodurch sich eine besonders
einfache Umrechnung der am Bohrkopf ermittelten
Daten in den Rollwinkel ergibt. Zur wcitergn Verringerung
des Rechenaufwands ist der Korrekturwinkel zweckmäßigerweise vorherberechnet und elektronisch
oder in Tabellenform gespeichert und be Bedarf selektiv abrufbar.
Vorzugsweise ist der Meßwertgeber ferner in einen
fest mit dem Bohrkopf verbindbaren Gehäuse an geordnet und weist statische Magnetfeldfühler au!
die die zu übermittelnden, über Tage entspreehenc
dem Bohrloch-Azimut- und -Neigungswinkel umgewandelten Vektorkomponenten in Form von Sektoren
längs gehäusefester Achsen ermitteln, so daß am Bohrkopfselbst
nur wenige, einfach zu montierende Bauteile angeordnet werden müssen.
Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden, beispielsweisen
Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen. Es zeigt
F i g. 1 ein Diagramm zur Darstellung der erdfesten und der werkzeugfesien Achsen,
F i g. 2. 3 und 4 drei aufeinanderfolgende Koordinatendrehungen
der Erdachsen bezüglich der Werkzeugachsen,
F i g. 5 eine schematische Darstellung der Bohrlochsohle,
F i g. 6 einen Servoresolver in schematischer Darstellung, der Signale von kreuzweise angeordneten
Magnetfühlern erhält,
F i g. 7 ein Schaltbild einer bevorzugten erfind ungsgemäßen
Vorrichtung,
F i g. 8 Bauteile für die in F i g. 7 gezeigte Einrichtung,
F i g. 9 und 10 Anordnungen für die bei der Einrichtung gemäß F i g. 7 vorhandenen Resolver,
Fig. 11,12 und 13 Schaltbilder zur Verdeutlichung
wahlweise möglicher Verfahren zur Berechnung der Nulleinstell-Winkel,
Fig. 14 ein Schaltbild zur Darstellung der Analog-Berechnung
der erforderlichen Winkel-Modifikationen und
Fig. 15 eine an Stelle des Ausführungsbeispiels
gemäß F i g. 8 wahlweise mögliche Vorrichtung.
Das erfindungsgemäße Gerät baut darauf auf. daß Einzelmessungen bezüglich des Bohrlochs unmittelbar
vor Beginn eines Bohrganges vorhanden sind und sorgt während des Bohrganges auf Grund der Meßwerte
lediglich zweier magnetischer Fühler für eine »Steillagen«- und/oder Magnetfeld-Anzeige der Ausrichtung
der Werkzeug-Stirnfläche. Die beschriebene Vorrichtung vermag bei Bohrlochrichtungen zu arbeiten,
die um mehr als etwa 5' von der Richtung des am Bohrlochort vorhandenen erdmagnetischen Feldes
abweichen. Für kleinere Winkel Hißt sich ein entsprechendes
Steillagen-Werkzeug verwenden, da jedoch die Zahl der Einsatzfälle dafür gering ist, genügt
es, derartige Steillagen-Werkzeuge in geringer Anzahl für den jeweiligen Bedarfsfall zur Verfügung zu haben.
Auf Grund geometrischer Überlegungen müssen die erdfesten Achsen in die werkzeugfesten Achsen
um den Azimutwinkel ψ, den Neigungswinkel ft und
den Rollwinkcl Φ gedreht werden.
Gemäß Fig. 1, in der das Bohrloch mit 10 bezeichnet
ist, sind die erdfesten Achsen vie folgt definiert:
ON = Horizontale Nordrichtung.
OE = Horizontale Ostrichtung.
OV- Vertikalrichtung nach unten.
Die werkzeugfester, Achsen sind wie folgt definiert:
OX = Verläuft senkrecht zur Bohrlochachse und in Richtung des T-förmigen Bohrkopfes.
OV= Verläuft senkrech! zur Bohrlochachse und
senkrecht zur Richtung des T-förmigen Bohrkopfes.
Ο/. ~ Bohrlochachse.
Das erdfeste Achsenkreuz Fällt auf Grund folgende Drehungen im Uhrzeigersinn mit dem werkzeugfestei
Achsenkreuz zusammen:
a) Drehung um 0 K um den Azimutwinkel · (s. F i g. 2). Ein Vektor V mit den Vektorkomponen
ten Kn- längs ON, VE längs OE und Vv längs 0 Kerhäl
die Komponenten KV1 längs ON1, K£1 längs OE1 um
Vy längs 0 K wobei
Km = Kv cos Ψ + VE sin ψ,
Κει = Kv sin ψ + VE cos ψ.
b) Drehung um OE1 um den Seitenwinkel
<■ (s. F i g. 3). Der Vektor K mit den Komponenten Kn
längs ON1, K1,, längs OE1 und K1, längs OV erhält dii
Komponenten Kn, längs ON2, Vn längs OE1 und V
längs OZ, wobei
Kv2 = Km cos ft - Vy sin ft = Kn, cos ft ■ cos y
+ V1: cos ft ■ sin ψ — Vy sin ft,
20
K? = Km sin ft + Vy cos ft — Vs sin fi>
· cos γ
+ K/; sin ft ■ sin ι/ + Vy cos β.
c) Drehung um OZ um den Rollwinkel ft (s. Fi g. 4)
Der Vektor Vmit den Komponenten Kn-, längs ON2
Vn längs OEx und Kz längs OZ erhält die Kompo
nentcn Vx längs OX, K1 längs OY und Kz längs OZ
wobei
l'.v = Kn., cos Φ + Vn sin Φ
= Kn. (cos Φ cos C-) cos ν - sin Φ sin y)
+ K,- (cos Φ cos C-) sin 1/· + sin Φ cos ψ)
— K, cos W sin Θ,
,5 K, = Kn,, sin ft + Vn cos Φ
= Kn (— sin Φ cos fi>
cos 1/' — cos Φ sin ψ)
-I- KE (- sin Φ cos (9 sin y + cos Φ cos i,>)
+ Vy sin Φ sin ft,
Kz = Kn sin ft cos i/· + K,. sin β sin </' + Vy cos ft
Falls H und 1/' von einer vorhergehenden Einzel
messung bekannt sind und sich während des nach folgenden Bohrganges nicht merklich ändern, kam
die Messung von Bx und B1. entweder den bei steiler
Bohrlöchern benötigten Sleillagen-Parameter Φ ode
den bei schwach abgestellten Bohrlöchern benötigtei Magnet-Parameter ψ + Φ ergeben, da B,,Bh für jedi
betrachtete Stelle bekannt ist. Wie diese Paramcte ermittelt werden, wird an Hand F i g. 5 erläutert, ii
der die Bohrlochsohle im Schnitt gezeigt ist, wobei di< Bohrlochrichtung vor dem erneuten Bohrgang be
stimmt wird, um den Neigungswinkel ft und dei Azimutwinkel ψ zu erhalten, 1, der Winkel zwischci
der Anstellrichtung und der Richtung der Kompo nente des erdmagnetischen Feldes B in dieser Ebene
ist eine Funktion von ft, ψ und dem magnetischci
Depressionswinkel Λ an der Bohrlochstellc. Dicsi
Funktion kann vor dem Bohrgang berechnet werden Längs der werkzeugfesien Achsen angeordnete Ma
gnelfühler ergeben die Werte K ■ Bx und KB,
wobei Bx und B1. die Komponenten von B in Richtuni
der werkzeugfesten Achsen sind und K eine Konstant' ist. Falls K ■ Bx und K ■ By dem in F i g. 6 gezeigtei
Ausgabe-Servoresolver zugeführt werden, ergeben de Zeiger und die Anzeigeskala den Winkel /·. wöbe
sin ;· H. ,. ■ ■
—- ' . Somit ist r — — -·.
Der benötigte Rollwinkel to ---- .· ;· = ■■ I '' k;mn
nach einer der folgenden drei Möglichkeilen erhallen
werden:
;i) Lies den Winkel r auf der An/eigeskala und
addiere», was Φ ergibt.
b) Drehe die äußere Anzeigeskala bezüglich des Zeigers um den Winkel / entgegen dem Uhrzeigersinn
vor dem Bohrvorgang, dann ergibt die Zeiger/Skala-Anzeige unmittelbar Φ.
c) Drehe den Zeiger gegenüber der äußeren Skala im Uhrzeigersinn um den Winkel.· vor Durchführung
des Bohrganges. Dann vermittelt die Zeiger/Skala-Anzeige unmittelbar den Wert Φ.
Bei der weiter unten beschriebenen bevorzugten Anlage wird von der Möglichkeil c) Gebrauch gemacht,
indem die Vektorkomponenten K Bx und K ■ By um den Winkel / gedreht werden, bevor sie
dem Ausgabc-Scrvoresolvcr zugeführt werden.
Die Magnet-Steuerparamter lassen sich auf entsprechende
Weise erhalten, indem eine Korrekturgröße/' addiert wird, wobei *' wiederum eine Funktion
von to, ν und <Ί ist.
F i g. 6 zeigt eine herkömmliche eleklromeehanisehe
Scrvoresolvereinhcil mit einem Motor 61, der über einen Verstärker 63 von einem Resolver 62 gesteuert
wird und mit dem Resolver über ein Untersetzungsgetriebe 64 und eine Kupplung 65 gekoppelt ist. wobei
der Resolver um einen durch einen Zeiger 67 auf einer Skala 66 angezeigten Winkel verdreht wird, wenn
elektrische Signale, die den Sinus und Cosinus dieses Winkels darstellen, den entsprechenden Resolvereingängen
68 und 69 zugeführt werden.
F i g. 7 zeigt ein Blockdiagramm einer bevorzugten erfindungsgemäßen Einrichtung, wobei eine zweckmäßige
Anordnung der Bauteile dieser Einrichtung in schaubildlichcr Darstellung in F i g. 8 gezeigt ist.
Die OA'- und OV-Fühler?! und 72 am Standort des
Bohrwerkzeuges im Bohrloch geben die Signale VBX
und VBY an den Signalgeber 73, der diese Signale einer
Rcsolvcrstufe 74 an der an der Oberfläche befindlichen Bohrstation übermittelt, von wo modifizierte Signale
VBXl und Kg,·! zu einem Anzeigegerät 75 gelangen,
das den erforderlichen Winkel r anzeigt.
Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Werkzeug-Steuereinrichtung,
d. h. der in F i g. 8 gezeigten Steuer-Hilfseinrichtung zur Ermittlung der Werkzeugausrichtung,
ist der an der Bohrsohlc befindliche Abschnitt 81 mit Hilfe von Führungen 82 gegenüber dem
T-förmig geschlitzten Kopf 83 des Schlammotors in einer festen Lage gehalten und enthält zwei Magnctflußtore
84,85, die normalerweise mit dem -formigen Schlitz fluchten und derart angeordnet sind, daß ihre
Ansprech-Achsen die obenerwähnten OX- und OY-Achsen sind. Dieser Abschnitt 81 enthält ferner eine
zugeordnete Signal-Verarbeitungsstufe 86, die eine Signalübermittlung mit Hilfe einer herkömmlichen
Impuls-Modulationstechnik über einen einzigen Leiter 87 in einer Schutzhülle 38 ermöglicht, welche die Erdrückleitung
bildet. Der an der Oberfläche befindliche Abschnitt enthält eine Stufe 89, die eine Stromversorgungsstufe
90, eine Impulsempfangs- und -wiedergabestufe 91 und eine Rechenstufc 92 aufweist. Die
Winkel ν und to werden auf Wählscheiben 93 bzw. 94 eingestellt, so daß die diesbezüglichen Informationen
der Rechenstufe zugeführt werden. Die Stufe 89 enthält ferner eine Anzeigestufe 96 in Form eines Scrvoresolvcrs
97 und einer Anzeigeskala 98. Ein Meßgerät
99. das die Stärke des erdmagnetischen Feldes in der Meßebene BOXY anzeigt, ist in der Baueinheit 89
angeordnet. Das Meßgerät 99 zeigt die berechnete Feldstärke, die von der Rechenstufe 92 ausgegeben
wurde, und gleichzeitig oder wahlweise zu Vergleiehs-/wecken
die gemessene Feldstärke an. die vom Servoresolver 97 über eine Leitung 100 zugeführt wird.
Arbeitsprinzip
ίο Die Komponenten des erdmagnelischen leides in
Richtung der oben definierten, erdfesten Achsen sind wie folgt:
B11 in Richtung ON (Norden).
Null in Richtung OE (Osten). ß, in Richtung OV (vertikal nach unten).
Die Komponenten des erdmagnelischen Feldes in Richtung OX und OV der oben definierten werk/eugfesien
Achsen sind somit:
ßv = B11 (cos Φ cos to cos i/1 — sin
</» sin ι,·|
- ß,· cos Φ sin to (1)
in Richtung OA'.
ßj = — B1, (sin Φ cos to cos ψ + cos '/' sin ψ)
+ B1 sin Ψ sin to (2)
in Richtung OV.
Wie F i g. 9 zeigt, werden Analogspannungen V11x
= K ■ Bx und K,„ ■= K ■ By, die von den Fühlern der
am Bohrloch befindlichen Sonde erhalten werden, dem Resolver zugeführt, der vorher auf den Winkel , eingestellt
wurde, wobei
sin 1 = - P ■ sin ψ,
cos , = P (cos '/' cos ι,·
- tan Λ sin to).
35 P und P sind positive Konstanten und tan λ
. Der Wert von .· ist unabhiineie von ß, und
ß, und ergibt sich aus der Einzclmcssung von ψ und to
unmittelbar vor dem Bohrvorgang sowie dem Wert des Dcpressionswinkels Λ an der Bohrstelle. Es gilt
tan .· =-
cos to cos
tan ^ sin to
Die Ausgangssignale dieses Rcsolvcrs sind KBV
und K81,. wobei infolge einer Drehung von KBV und
V„y entgegen dem Uhrzeigersinn um den Winkel ,
vb\. = KH1 cos .· = V11x sin :. (6)
Vbx· = '«>
s'n ■' + l's.v cos .·. (7)
VBX, und — VBy, sind die Eingangssignale eines ir
Fig. 10 gezeigten Scrvoresolvers, der den Resolvei
101. den Verstärker 102. den Motor 103 und da« Untersetzungsgetriebe 104 enthält, das den Zeiger 105
im Uhrzeigersinn um den Winkel ;■ verstellt, wöbe
50 sin r
cos r
vB
Die Rcsolver-Ausgangssignale dieser Stufe sine Null und VBnXy, wobei
boxy = - vby-
BV
■ cos r
65 Aus den Gleichungen (ft). (7) und (8) ergibt sich
sinr = - !/,„-cos, + K,jvsin,
cos r V1n sin .· + V11x cos ,
7 8
Unter Verwendung der Gleichungen (1) und (2) erhält man somit
cos / sin '/' cos W cos ψ 4- cos / cos 0 sin y — cos * lan Λ sin Φ sin
<-) + sin / cos '/' cos W cos ψ — sin / sin Φ sin ψ — sin / tan Λ cos '/' sin W
— sin / sin Φ cos W cos ψ — sin / cos W sin '/' + sin ' lan ^ sin 0 sin W
4- cos / cos Φ cos W cos ν1 — cos f sin Φ sin /,· — cos ι tan Λ cos '/>
sin <->
sin r =
sin Φ [cos ι (cos (-) cos i/1 — tan Λ sin W) — sin / sin ν ]
+ cos </' [sin ι (cos W cos ψ — tan Λ sin W) 4- cos ι sin y]
cos '/' [cos / (cos (-) cos ^ — tan Λ sin W) — sin ι- sin y ]
— sin 'Λ [sin e (cos W cos ψ — tan Λ sin W) + cos* sin ψ~\
Durch Einsetzen der Gleichungen (3) und (4) ergibt sich unmittelbar
sin r
cos r
sin 0 (cos2 /
cos 0 (cos2
4- sin2 /) 4- cos 0 (sin / cos / — cos / sin /) _ sin 0
4- sin2/) — sin Φ (sin / cos/ — cos/ sin/) cos0
Somit ist der Anzeigewinkel r eindeutig der Rollwinkel 0.
Falls die vorgegebene Rcsolvervcrstcllung um den Winkel /' erfolgt, wobei
Fs gilt
sin r
cos r
- V11 , cos
>' + V11 v sin
V1n sin /' + K11x cos 1'
Für den Fall kleiner Winkel W werden die Gleichungen (I) und (2) zu
sin 1' = - P ■ sin W sin ν tan Λ, (11)
cos / = P(I - sin W cos ν lan Λ) (12)
. . „ . ·, ß. = ß/; cos m - ß, sin W cos 1,· cos m
und / eine positive Konstante ist, dann ergibt die ... ...
Einrichtung für geringe Winkel W einen Anzeige- 3o ~ ßr sin W sin m sin 1/·. (!■*)
winkel r, der gleich dem Magnetpcil-Stcuerparamc- ß>
= - ßu sin m + Bv sin w s'n '» cos '/'
ter m ist, wobei m = 0 + i/·.
B1- sin W cos m sin
Somit
sin r
cos r
sin/>i [cos 1' (i — sin W cos ν tan Λ) — sin >■' sin W sin ψ lan Λ]
+ cos »τι [sin 1' (1 — sin W cos ψ lan Λ) -I- cos
>■' sin W sin ν tan Λ]
cos m [cos /(I — sin W cos v' tan Λ) — sin ί' sin W sin
</' tan Λ] — sin m [sin /■' (1 — sin W cos ν tan Λ) + cos /' sin W sin v' tan ^]
sin i?i (cos2 ί' + sin2/') + cos m (sin /' cos /' — cos/'sin
<) sin m
cosniTcos2/' 4- sin2/') — sin m (sin /' cos >■' — cos Γ sin λ') cos m
Der Anzcigcwinkel r ist somit gleich dem Magnclpeil-Steuerparameter
m.
Berechnung der Vorgabcwinkcl .· und /'
Die Werte von / und /' sind unabhängig von den
Ausgängen VBX und K81 der Sondenfühlcr und sind
lediglich eine Funktion der bekannten Geometrie des vor Durchführung des Bohrganges vorhandenen Bohrlochs
und des Erdmagnetfeldes an der Bohrstelle. Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, die /- und
f-Werte zu ermitteln und zur Nulleinstellung des Resolvers zu verwenden. Bei allen drei Möglichkeiten
wird entweder unmittelbar oder mittelbar f berechnet
tan / = — — -
— sin ψ
cos W cos ψ — tan Λ sin W
(16)
und /' berechnet aus
tan /' =
— sin W sin ψ tan Λ
1 — sin W cos I1- tan f>
Diese Berechnungen können entweder ein einziges Mal für jeden Satz von ψ-, W- und Λ-Werten durchgerührt
und das Ergebnis tabelliert und zur Verwendung für sämtliche später vorkommenden An-
wcndungsfälle abgelegt werden (im nachfolgender die Möglichkeit a). Wahlweise können / und 1' auch
im Bedarfsfall für den vorliegenden Satz von 1/'-, W-
und Ii-Werten berechnet werden. Die Berechnung kanr
getrennt jeweils vor einem Bohrwcrkzeuglauf vor
genommen werden, beispielsweise unter Ansteuerunj eines Rechenzentrums (im nachfolgenden Möglich
keit b), oder in einer Recheneinrichtung durchgeführ werden, die in der erfindungsgemäßen Vorrichtunj
zur Bestimmung der Ausrichtung selbst enthalten is
(Möglichkeit c).
Fig. 11 zeigt ein Blockdiagramm zur Darstellun;
der Möglichkeit a). Der Bedienungsraum erhält di ψ-, W-Werte aus der unmittelbar vor dem Werkzeug
lauf vorgenommenen Einzelmessung und entnimm
die entsprechenden /- und 1 '-Werte aus vorher bc
rechneten Tabellen, welche sämtliche <- und /-Wert an der Bohrlochstcllc für irgend beliebige iy-, W-Wert
abgeben. Dann stellt der Bedienungsmann den Rc
509 648/18
solver entweder auf den /■- oder ι '-Wert ein, je nachdem,
ob zur Steuerung der Anstell- oder der Magnetpeil-Parameter benötigt wird.
Fig. 12 zeigt ein Blockdiagramm zur Darstellung der Möglichkeit b). Die vor dem Werkzeuglauf auf
Grund einer Einzelmessung erhaltenen ψ-, W-Werte
werden entweder unmittelbar oder über den Bedienungsmann einem Rechenzentrum zugeführt, wo
die Berechnung der entsprechenden ι- und ι '-Werte
vorgenommen wird (oder diese Werte werden auf Grund vorhergehender Berechnungen ermittelt). Das
Rechenzentrum informiert dann den Bedienungsmann über den /■- (oder ι '-)Wert, auf den der Resolver vorher
einzustellen ist.
Fig. 13 zeigt ein Blockdiagramm der Möglichkeit c). In diesem Fall bildet die /,<'-Rechenstufe einen
Teil der Werkzeug-Steuervorrichtung. Der Bedienungsmann hat lediglich die verhältnismäßig einfache
Aufgabe, die auf Grund der Einzelmessung erhaltene ψ-, (^-Information unmittelbar in die am Bohrloch zo
befindliche Einrichtung einzugeben. Die Berechnung von ; und / sowie die Resolver-Nulleinstellung erfolgen
in der Werkzeug-Steuervorrichtung. Die Möglichkeit c) erfordert zwar eine verfeinerte und somit
auch kostspieliegere Ausbildung der Werkzeug-Steuervorrichtung, hat jedoch den äußerst wichtigen Vorteil,
daß die an den Bedienungsmann gestellten Anforderungen weit weniger kompliziert als bei der Möglichkeit
a) oder b) sind.
Berechnung von c oder >■'
1 und 1' könnten natürlich aus den Gleichungen (16)
und (17) unter Verwendung eines entsprechend programmierten
Digitalrechners ermittelt werden, f und /■' stehen jedoch in enger Beziehung zu Vektordrehungen
und werden zweckmäßigerweise durch ein Analogverfahren berechnet. Die wesentlichen Merkmale
des r-, >'-Analogrechners sind in Fig. 14 gezeigt.
Die Winkel ψ und θ werden am Resolver 141
bzw. 142 eingestellt, von denen Produkte, beispielsweise — By sin θ sin ψ ermittelt und einem Servoresolver
143 zugeführt werden können, dessen Resolver 144 sich selbsttätig auf den gewünschten Winkel
>■ oder f' einstellt und ferner BOXY ausgibt.
Die wichtigsten Vorteile einer derartigen Einrichtung sind:
50
a) Entweder Anstell- oder Magnet-Steuerparameter lassen sich durch Betätigung eines fünfpoligen
Zwei wegschalters wählen.
b) Die Ausgaben > und / des Rechners erfolgen in
Form einer Drehung einer Abtriebswelle, die zur unmittelbaren Einstellung des Vorschaltresolvers
verwendet werden kann.
c) Die Einrichtung ermittelt auch den voraussichtlichen Wert von B0XY, der zur überwachung der
Einrichtung mit dem gemessenen Wert von BOXY
s. Gleichung 9) verglichen werden kann. Die Größe von B0XY kann auch dazu dienen, den
Bedienungsmann zu warnen, falls er versuchen sollte, das Werkzeug in einer Sperrzone zu betätigen.
(Ein einwandfreies Arbeiten läßt sich nicht bei einer Bohrloch-Geometrie erreichen,
bei der die Bohrlochrichtung der Richtung des Erdmagnetfelds stark angenähert ist, da in diesem
Fall V11x und Vm sehr klein sind. Derartige Fälle
sind jedoch äußerst unwahrscheinlich.)
Bei der in Fig. 15 gezeigten Anordnung werden
zur Ermittlung des Vorschaltwinkels / oder ;' die Möglichkeiten a) oder b) verwendet, und der Vorschaltwinkel
wird in die Anzeige mit Hilfe einer Nulleinstellung auf einer geeigneten Skala des Anzeigegerätes
eingeführt.
Der an der Bohrlochsohle befindliche Abschnitt 151
der Einrichtung ist so aufgebaut, wie er in Verbindung mit F i g. 8 beschrieben wurde. Der an der Oberfläche
befindliche Teil der Einrichtung enthält eine Baueinheit 152, die eine Empfangs- und Signalwiedergabcstufe
aufweist, eine Anzeigestufe 153 und ein Meßgerät 154, das die Stärke des Erdmagnetfeldes in der
Meßebene OXY anzeigt. Der Servoresolver 155 ist
in der Anzeigestufe angeordnet. Der Zeiger 156 der Anzeigestufe bewegt sich über eine Skala 157, die
ihrerseits um einen irgend beliebigen Winkel um die Rotationsachse des Zeigers gedreht werden kann.
Das Arbeitsverfahren ist wie folgt:
a) Der Bedienungsmann erhält die Neigungs- und Azimutwinkel von dem unmittelbar vorhegehenden
Einzellauf und wird von dem Bohrführer darüber informiert, ob entweder der Anstell- oder
der Magnet-Stcuerparameter benötigt wird.
b) Unter Verwendung dieser Information und mit Hilfe der tabulicrten 1- (oder f'-)Werte Tür die
geographische Lage der Bohirstclle ermittelt der Bedienungsmann den entsprechenden Wert von
l· (oder f') und den voraussichtlichen Wert des
magnetischen Feldstärkeparameters BOXY.
c) Der Bedienungsmann stellt die drehbare Anzeigeskala 157 auf den ermittelten Wert von t (oder t-')
ein.
d) Das Werkzeug wird dann in das Bohrloch geführt und wiederholt aufgesetzt, bis nacheinander
drei identische Ausrichtungen der Werkzeug-Stirnfläche erreicht werden. Der Bedienungsmann überprüft ferner die Anzeige des Meßgeräts
für die Magnctfcldstärke mit dem vermuteten ßOAV-Wcrt.
e) Falls d) in zufriedenstellender Weise zu Ende geführt wurde, kann der Bohrvorgang fortgeführt
werden, und während des Bohrens wird der Bedienungsmann kontinuierlich über den erforderlichen
Steuerparameter, nämlich entweder den Rollwinkel Φ oder den Magnetwinkel m = y>
+ Φ unterrichtet.
f) Bei Fortführung der Bohrung wird der Wert von ; (oder f■') korrigiert, wenn jeweils eine Gruppe von
Momentananzeigen erhalten wird.
In einem beispielsweisen Betriebsfall wird eine Anstell-Information für einen Werkzeuglauf an einei
Bohrstelle benötigt, an der die Parameter des Erd magnetfeldes Bh = 0,187 und Bv = 0,434 (c.g.s) sind
Momentanmessungen unmittelbar vor dem Werk zeuglauf ergeben Azimut- und Ablenkwinkel <
= 545°W bzw. θ = 15°. Die »festen« Paramete
zur Zeit des Werkzeuglaufs sind somit ψ = 225C
Θ = 15° und D = tan'1 B JBh = 66°42'. Für diesel
Satz »fester Parameter« findet sich als entsprechende Wert von r in den aus der Gleichung (5) entwickelte
Tabellen > = 151°. Dieser Wert von r wird auf de
A
<S 1 OO 1 1 U
11 12
ι -Skala der Anzcigecinhcit eingeslelll. Aus den Gleichungen (1) und (2) ergibt sich die Magnetfeldkomponent
ßovl. = ^Bx 2 + B1 1 = |/β77οο?7ΓαϊϊϊΓ^-^!ίϊηΓψ)+ ßTsTr?77 ~2Br ß^sin « cos β cos
und aus den auf dieser Gleichung beruhenden Tabellen 5 Arbeitsschritte a), b) und c) sind nunmehr beend
von ßOA-, läßt sich als der dem Satz »fester« Parameter und die Arbeitsschritte d), e) und f) können duic
entsprechender Wert für BOXY = 0,274 ablesen. Die geführt werden.
Hierzu 7 Blatt Zeichnungen