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Die Erfindung betrifft ein Lesegerä#t für behgeschädigte.
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Als Lesegeräte für Sehgeschädigte sind optische Linsen, die als Buten
arbeiten, und Vergrößerungsbrillen bekannt.Ein Nachteil der Buten besteht darin,
daI3 ihre Vergrößerung zwecks Begrenzung der Linsenfehler auf ein erträglicnes Maß
an eine obere Grenze gebunden ist.
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Einen weiteren Nachteil bringt die Handhabung der Lupe mit sich, die
dem behgeschädigten durch Verwacklungen und durch die erforderliche Akkomodation#
des Auges während der Bildbetrachtung Schwierigkeiten bereitet. Die Vergrößerungsbrillen
haben den Nachteil, daß sie große, unhandliche Gestelle erfordern, Um kleine Schriften
lesen und Einzelheiten bildlicher Darstellungen erkennen zu können, sind die Sehgeschädigten
neben starker Vergrößerung auch auf große Kontraste angewiesen. Die bekannten Lessgeräte
können diese Voraussetzungen nicht oder nur unvollkommen erfüllen.
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Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Lesegerät zu schaffen,
das sehr starke Vergrößerungen ohne störende Abbildungsfehler zulässt, mit dem starke
Kontrasteinstellungen möglich sind, und dessen Handhabung einfach und mühelos ist,
so daß der Sehgeschädigte auch bei zeiger Benutzung des Gerätes nicht ermüdet.
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l)ie Erfindungsaufgabe wird gelöst durch eine in einem Stativ höhenverstellbare
Fernsehkamera, die in Abhängigkeit vom Abstand der Kameraoptik zur Gegenstandsebene
selbstfokussier#nd ist und über das die Kamera tragende Stativ mit einer Grundplatte
des stativs verbunden ist, auf der senkrecht zur optischen Achse der Kamera in zwei
aufeinander senkrecht stehenaen dictitungen ein Doppelschlitten zur Auflage des
Gegenstandes verschiebbar ist, wobei der Kamera mindestens ein Monitor zur Wiedergabe
des Bildes zugeordnet ist. Mit Hilfe den erfindungsgemäßen Besegerates können bei
Vermeidung störender Abbildungsfehler sehr starke Vergrößerungen mit automatischer
Nachstellung der Bildschärfe erzielt werden. Da die Fernsehkamera auf einem Stativ
und der den Gegenstand tragende Schlitten auf der Grundplatte des Stativs abgestützt
sind, entfallen störende Einflüsse durch Verwacklungen. Der
Sehgeschädigte kann das Gerät über Lange Zeiträume ohne Ermüdungsgefahr benutzen.
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Hinzu kommt, daß neben dem Kontrast auch die Helligkeit des Bildes
innerhalb großer Grenzen wählbar ist.
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Durch die Erfindung sind ferner vorteilhafte Merkmale dadurch verwirklicht,
daß die Fernsehkamera an dem einen Ende eines Parallelogrammlenkers angeschlossen
ist, dessen anderes Ende an einem Halter angelenkt ist, der die Säule des Stativs
mit zwei Hülsen umgreift, an deren untere ein parallel zur Säule nach unten verlaufender
Fokusstab befestigt ist, der die Bewegung des Halters nach unten begrenzt, und daß
an der die unteren Benkerstäbe verbindenden Querachse des Parallelogrammlenkers
im Bereich der Kamera eine durch eine Verstellschraube einjustierbare Steuerkurve
befestigt ist, die mit einem Mitnehmerrädchen in Reibverbindung steht, das an einem
äußeren Tubus drehbar befestigt ist, der in einem an der Unterseite der Kamera angeflanschten
Hohr gleitend höhenverstellbar ist, wobei ein Lampengehäuse einer Beuchtstofflampe
an dem Stab des Parallelogrammlenkers befestigt ist. Durch den Parallelogrammienker
in Verbindung
mit der Vorrichtung für die Selbstfokassierung ist
eine sehr einfache Handhabung des Lessgeräten gewährleistet.
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Nach einer einmaligen Einstellung des unteren Endes des Fokusstabes
auf die Gegenstandsebene ist die oelbstfokussierung für alle Gegenstände mit normaler
Dicke, z.B. Zeitschriften, Bücher mit normalen Blattzahlen usw., und bei allen einstellbaren
Vergrößerungen wirksam. Die Leuchtstofflampe macht die Bewegungen der Kamera mit,
so daß dafür Sorge getragen ist, die Beleuchtungsstärte dann zu steigern, wenn starke
Vergrößerungen zum rkennen kleiner Schriften oder kleiner Details in Bildern eine
gute Ausleuchtung des Gegenstandes erfordern.
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In vorteilhafter Weiterausbildung des Erfindungsgegenstandes ist vorgesenen,
da al unteren Ende des äußeren Tubus ein Rändelring von außen zugänglich ist, der
mit einem inneren Objektivtabus verbunden ist, der in eshneckförmigem Ausnenmungen
im inneren des äußeren Tubus durch Drehen des Rändelringes höhenverstellbar ist,
wobei eine untere Stellung des Objektivtubus mittels einer Arretiervorrichtung fixierbar
ist. Der Rändelring erspart in vorteilnafter Weise eine zeitraubende Verstellung
des auf Gegenstände mit normalen Dicken eingestellten Fokusstab, wenn z.8. ein extrem
dickes Buch als (Jegenstand benutzt wird. In diesem Falle wird die Arretiervorrichtung,die
in der unteren stellung des Objektivtubus eingera#stet war, entarretiert. Durch
Höneneinstellung des Objektivtubus mit dem Rändelring wiru ias oberste Blatt des
dicken Buches scharf. Im Anschluß an die einmalige Einstellung des Objektivtubus
kann jetzt eine große Zahl der oberen Blätter bei gleichbleibender Bildschärfe gelesen
werden. Sobald bei Zurückdrchen des Rändelringes die Arretierung wieder einra3tet,
wird die Steuerkurve als Mittel zur belbstfokussierung wieder wirksam.
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Weiter vorteilhafte Erfindungsmerkmale sind bei der Ausbildung des
Doppelschlittens verwirklicht, der aus zwei auf der Grandplatte des Stativs parallel
zur Ebene
der Grundplatte ausgerichteten Brettern besteht, deren
unteres längs/einer auf der Grundplatte angebrachten ersten Führung auf die Stativsäule
zu beweglich ist, und deren oberes längs einer auf dem unteren Brett senkrecht zur
ersten Führung angebrachten zweiten Rührung beweglich ist, wobei an dem oberen Brett
im Bereich der Ecken, die der Stativsäule abgewandt sind, je ein Handgriff angebracht
ist. mit dem erfindungsgemäßen Doppelschlitten können die Zeilen des Gegenstandes
ruckfrei abgetastet werden. Die Einstellung eines gewünschten Bildausschnittes am
Monitor kann auch bei stärksten Vergrößerungen schnell vorgenommen werden. Es genügt
hierzu in einfacher Weise die Handhabung nur eines Handgriffes. Ein Handgriff ist
für Rechtshänder und der an der entgegengesetzten Seite des Brettes vorgesehene
andere Handgriff für Linkshänder bestimmt.
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Die Erfindung sieht ein weiteres vorteilhaftes Merkmal dadurch vor,
daß in dem Lesegerät eine Umschaltvorrichtung von positive auf negative Bildwirkung
eingebaut ist. Es ist bekannt, daß eine bestimmte Kategorie von Sehgeschädigten
am besten schwarze Schrift auf hellem Untergrund erkennen kann, währen eine andere
Kategorie der Sehbeschädigten auf eine hierzu komplementäre Wiedergabe angewiesen
ist. Diesem Bedürfnis kommt die erfindung in vorteilhafter yjeise durch die Umschaltvorrichtung
entgegen.
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Bin bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Patentfiguren
schematisch dargestellt.
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Es zeigt Sig. 1 eine Vorderansicht des Lesegerätes, das aus der
Kamera, dem Stativ mit Gegenstandstrager und dem Monitor besteht und Fig. 2 eine
Seitenansicht des lesgeräts ohne monitor.
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Eine
10 ist an dem einen Ende eines Parallelogrammlenkers ii angeschlossen, dessen Lenkerstäbe
12 und 13 an einem Halter 14 angelenkt sind. Mit 15 ist die Feder des an sich bekannten
Parallelogrammlenkess bezeichnet.
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Der Halter umgreift mit zwei Hülsen 16 und 17 die Säule 18 eines Stativs
19, die auf einer Grundplatte 20 abge -stützt ist. Ein auf der Grundplatte in zwei
aufeinander senkrecht stehenden Richtungen geführter Doppelschlitten 21 besteht
aus zwei zur Ebene der Grundplatte ausgerichteten# Brettern. Das untere Brett 22
des Doppelschlittens ist in Richtung des Pfeils A auf die Stativsäule zu und von
ihr weg auf nicht dergeatellten Rollen in einer nicht dargestellten ersten Führung
beweglich. Das obere Brett 23, das dem Gegenstand 37 als Auflage dient, ist in einer
nicht dargestellten zweiten Führung auf ebenfalls nicht dargestellten Rollen beweglich.
Die zweite Führung verläuft senkrecht zur Eeichenebene der Sig. 2, so daß beide
Führungen senkrecht aufeinander stehen. An den der Stativsäule abgewandten Ecken
des oberes brettes sind zwei Handgriffe 24 befestigt. Um eine leichte Beweglichkeit
er Bretter längs ibrer Führungen zu erzielen, sind die Rollen als Kugellager ausgebildet.
Mit dem :Doppelschlitten kann ein gewünschter Bildausschnitt auch bei stärksten
Vergrößerungen schnell und sicher eingestellt werden. Die Zeilenabtastung kann ruckfrei
erfolgen. Zur Bewegung des Doppelschlittens genügt die Handhabung nur eines Handgriffs.
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Ein Handgriff ist für Rechtshänder und der an der gegenüberliegenden
Kante des Brettes angebrachte andere Handgriff für linkshänder bestimmt.
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An der unteren Hülse 17 des Halters 14 ist ein parallel zur Stativsäule
nach unten verlaufender Fokusstab 25 befestigt, der die Bewegung des Halters nach
unten begrenzt.
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Der Halter kann mittels einer Peststellvorrichtung 26 gegen die Stativsäule
verklemmt werden.
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An der Unterseite der Fernsehkamera ist ein Rohr 27
angeflanscht,
das am Stab 38 des rarallelogrammlenkers befestigt ist. In dem Rohr ist ein äußerer
Tubus 28 gleitend beweglich, der durch eine nicht dargestellte Zugfeder in eine
untere fixe Lage gezogen wird. An dem Parallelogrammlenker ist im Bereich der Kamera
eine Steuerkurve 29 angebracht, die mittels einer Verstellschraube 30 mit Händelgriff
einjustierbar ist. Am äußeren Tubus ist ein Mitnehmerrädchen 31 drehbar befestigt,
das mit der Steuerkurve in Reibverbindung steht. Im äußeren Tubus ist ein in den
Figuren nicht sichtbarer innerer Objektivtubus in einer im Inneren des äußeren Tubus
angebrachten schneckenartigen ftusnehmung höhenverstellbar angeordnet. Der Objektivtubus
ist mit einem Händelring 32 verbunden, der an seiner gerändelten Umfangsfläche von
außen erfasst und zwecks Höhenverstellung des Objektivtubus gedreht werden kann.
Eine an sich bekannte, aus zwei Teilen bestehende Arretiervorrichtung 33 ist mit
einem Teil am äußeren Tubus und mit dem anderen Teil am Rändelring befestigt. Die
Teile der Arretiervorrichtung rasten ein, wenn der Objektivtubus eine untere Stellung
eingenommen hat. Mit 34 ist das Gehäuse einer Leuchtstofflampe bezeichnet, das am
Stab 38 des Parallelogrammlenkers befestigt ist.
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In der Fig. 1 ist ein Monitor 35 schematisch dargestellt, der auf
einem Gestell 36 ruht. Das Gestell ist vorsugsweise höhenverstellbar, damit der
Bildschirm des Monitors in eine augengerechte Höhe eingestellt werden kann. An die
Stelle eines Monitors kann ein handelsüblichei Fernsehempfänger treten. Auch können
für mehrere Benutzer des Besegerätes mehrere Monitoren und/oder Pernsehempfänger
an die Fernsehkamera angeschlossen werden.
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Der Ubergang von kleinen zu starken Vergrößerungen kann dank des Parallelogrammlenkers
in Verbindung mit der Selsbstfokussiervorrichtung bei gleichbleibender Bildschärfe
in einfacher Weise erfolgen, wobei mit Hilfe des Doppelschlittens ein gewünschter
Ausschnitt auf dem
Gegenstand auch bei extrem starken Vergrößerungen
schnell auf dem Monitor bezw. Fernsehempfänger sichtbar gemacht werden kann. Um
die Bedienung des Gerätes noch weiter zu vereinfachen,sieht die Erfindung einen
Schalter vor, mit dem die Fernsehkamera, die Beleuchtungseinrichtung und der Monitor
eingeschaltet werden können. Ferner ist auf dem oberen Brett des Doppelschlittens
ein Anschlag angebracht, der parallel zu der Brettkante verläuft, die dem Stativ
benachbart ist. Gegen diesen Anschlag brauchen nur die oberen Blattkanten des Gegenstandes,
der mit dem Lesegerät gelesen werden soll, angelehnt zu werden.
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Wenn der Benutzer des Besegerätes ein Buch von normaler Dicke, eine
Zeitschrift oder dergl. lesen will, wird der Halter 14 mit dem Fokusstab 25 so eingestellt,
daß das untere Ende des Stabes in der Höhe der Oberfläche des oberen Brettes, die
als Gegenstandsebene dient, liegt.
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Nach dieser einmaligen Einstellung des Fokusstabes ist die Kamera
dank der Wirkung der Steuerkurve und des liiitnehmerrädchens selbstfokussierend.
Die Bildschärfe wird seBbständig nachgestellt, wenn die Vergrößerung durch Verstellung
des Parallelogrannnlenkers verändert wird. Daw Bild bleibt auch dann scharf, wenn
der Benutzer des Gerätes bei einer festeingestellten Vergrößerung die Blätter des
Buches oder der Zeitschrift umblättert und die die darunter liegenden Blätter fortlaufend
auf dem Monmtor abgebildet werden. Wenn ein extrem dickes Buch gelesen werden soll,
muß der Fokusstab auf das obere Blatt des Buches als Gegenstands ebene eingestellt
werden. Um die zeitraubende Einstellung des Fokusstabes zu umgehen, kann die Schärfeneinstellung
mittels des Rändelringes vorgenommen werden. In diesem Palle ist die selbstfokussierende
Wirkung der Steuerkurve aufgehoben.
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Die bei dem Lesergerät vorgesehenen Einstellvorrichtungen für die
Vergrößerung, den Bildkontrast und die Bildwelligkeit sind bei speziellen Sehschädigungen
nicht ausreichend, tun den
Sehgeschädigten, die z.B.
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Augenschleier haben, das Erkennen und Lesen von bildlichen Darstellungen
und kleinen dchriften zu ermöglichen. hus diesem Grunde sieht die Erfindung zusätzlich
noch die Verwendung einer an sich bekannten Vorrichtung zur elektronischen Umschaltung
von positive auf negative Bildwirkung bezw. Bildwiedergabe vor. Die elektronisch
arbeitende Umsclialtvorricbtung von positive auf negative Bilditedergabe ergänzt
in vorteilhafter Weise die optischen Einstellvorrichtungen für den Bildkontrast
und die Bildhelligkeit.Dank der vielfachen Verstellmöglichkeiten für den Bild kontrast
wird nicht nur den Sehgeschädigten geholfen, die nur eine schwarze Schrift auf hellem
Untergrund lesen und erkennen können, sondern auch den Geschädigten, die auf eine
hierzu komplementäre Bildwiedergabe angewiesen sind.
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Das erfindungsgemäße Lesegerät stellt ein wichtiges Hilfsmittel dar,
um den Sehgeschädigten das Schreiben zu ermöglichen oder zu erleichtern, wenn sie
zur Zeit des Eintritts der Sehschädigung bereits schreiben konnten. Aber auch die
Sehgeschädigten, die des Schreibens unkundig sind,können mit Hilfe# des Gerätes
das Schreiben erlernen. Der Doppelschlitten dient dem zu beschreibenden Blatt als
Auflage, wobei die auf dem Blatt aufgezeichneten dchriftzüge am Hildschirm laufend
kontrolliert werden können.