DE2155669B2 - Hydraulischer Bremskraftverstärker, insbesondere für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Hydraulischer Bremskraftverstärker, insbesondere für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen hydraulischen liremskraft\cist;ukcr
nach dem Oberbegriff des I lauptiin
spriiehs.
Ein derartiger Bremskraftverstärker ist aus der deutschen Offenlegungsschrift 2001483 bekannt.
Dort ist der über einen Hebel mit dem Bremspedal verbundene Ventilschieber, über welchen die Druckbeaufschlagung
des Servokolbens gesteuert wird, sowohl bei Betätigung der Bremse als auch bei entlasteter
Bremse druckausgeglichen, da die Druckräume beidseits des Schiebers über die axiale Bohrung stets
miteinander in Verbindung stehen. Dieser bekannte Bremskraftverstärker hat aber den Nachteif, daß bei
starker Betätigung des Pedals die Verbindung zwischen dem Druckraum und der von der Lenkhilfepumpe
gebildeten Druckquelle voll aufgesteuert wird, was zu einer zu großen Bremskraft führen kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bremskraftverstärker der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Gattung so weiterzubilden, daß die Bremskraft auf einen bestimmten Wert begrenzt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß drxch die im
Kennzeichen des Hauptanspruchs aufgeführten Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind
in den Unteranspriichen angegeben.
Die Bremskraftbegrenzung wird erfindungsgemäß dadurch erhalten, daß das die Druckbeaufschlagung
des Servokolbens steuernde Ventil nicht mehr direkt, sondern über ein von ihm getragenes Hilfsventil mit
dem Druckraum des Bremskraftverstärkers kommuniziert, wobei da·: Bet?itigungsglied des Bremskraftverstärkers
an dem Ventilkörper des Hilfsventils angreift. Bei starker Betätigung der Bremse wird also
die Strömungsmittelverbindung zwischen der Druckpumpe und dem Druckraum unterbrochen. In diesem
Fall ist nur noch eine der beiden Stirnflächen des Ventilschiebers
mit dem vollen Speisedruck der Druckquelle beaufschlagt. LJm bei geschlossenem Hilfsventil
eine Leckströmung über die der Druckkammer benachbarte Dichtfläche zwischen Ventilschieber und
Ventilbohrung zu verhindern, ist der Druckmittelkanal gemäß Merkmal e) vorgesehen. Damit wird erreicht,
daß in der Dichtfläche ein Gegendruck erzeugt wird, der stets größer ist als der Druck im Druckraum
des Bremskraftverstärkers. Der Leckstrom zwischen Ventilschieber und Ventilbohrung wird so ausschließlich
von der Druckpumpe selbst erbracht. Dieser Leckstrom zum Druckraum hin ist verglichen mit dem
diesem bei offenem Hilfsventil zugeführten Druckmittelstrom vernachlässigbar klein, so daß durch diese
Maßnahme das Brcmsverhalten nicht spürbar beeinflußt wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer hydraulischen Anlage für Kraftfahrzeuge unter Darstellung
eines im Schnitt wiedergegebenen Bremskraftverstärkers und seiner Steuerung und
Fig. 2 eine vergrößerte Teil-Schnittansicht eines Teils des Schieberventils und der Gehäusewand des
in Fig. 1 dargestellten Bremskraftverstärkers.
Der in der Zeichnung dargestellte Bremskraftverstärker 10 weist ein Gehäuse mit einer ersten Bohrung
14 und einer zweiten Bohrung 16 auf. Ein Servokolben 18 ist innerhalb der Bohrung 14 verschiebbar,
wobei sieh ein Ende des Kolbens in einen innerhalb
des Gehäuses 12 gebildeten Druckraum 20 erstreckt. Eine Kolbenstange 22 verbindet das andere Ende des
Servokolbens 18 mit einem gewöhnliehen (nicht dargestellten) Hauptbremszylinder des Kraftfahrzeuges.
Dieser ist an der linken Seite des Bremskraftverstärkergehäuses 12 angebracht. Eine Rückholfeder 24
drückt den Servokolben 18 und die Stange 22 nach rechts (gemäß Fig. 1 der Zeichnung) in die Bremslöseposition.
Ein Ventilschieber 26 ist verschiebbar in der Bohrung 16gelagert und mit im Abstand zueinander
befindlichen Nuten ausgestattet. Diese wirken mit entsprechenden Nuten in der Wand der Bohrung 16
zusammen und bilden ringförmige Druckmittelkammern 28, 30, 32 und 34. Eine Einlaßöffnung 36 verbindet
die Kammer 30 mit der Hochdruckseite bzw. mit dem Auslaß einer Lenkhilfepumpe 38. Eine Auslaßöffnung
40 verbindet die Kammer 28 mit dem Einlaß eines Lenkhilfegetriebes 42. Die Kammer 34 steht
über die Auslaßöffnung 44 mit dem Einlaß der Pumpe 38 in Verbindung. Der Auslaß des Lenkhilfegetriebes
14 ist gleichfalls mit dem Einlaß der Pumpe 38 verbunden.
Der Schieber 26 weist eine axiale Bohrung 46 auf, welche durch radial verlaufende Bohrungen 47 mit
der Kammer 32 in Verbindung steht. Ein Ende der Bohrung 46 steht mit einer Kammer 48 in Verbindung,
weiche zwischen dem Ende des Schiebers 26 und dem Ende der Bohrung 16 vorgesehen ist. Bohrungen
50 erstrecken sich radial durch den Schieber 26 und stellen die Verbindung der Bohrung 46 mit
dem Druckraum 20 her. Ein Ventilkörper 52 ist verschiebbar auf demjenigen Ende des Schiebers 26 angebracht,
welches sich in den Druckraum 20 erstreckt. Der Ventilkörper 52 ist auf dem Ende des Schiebers
aus einer ersten (in der Zeichnung dargestellten) Position in eine zweite Position verlagerbar. In der ersten
Position besteht über die Bohrung 50 eine Druckmittelverbindung zwischen der Bohrung 46 und dem
Druckraum 20, während das Ende des Ventilkörpers 52 in der zweiten Position an einer Schulter 54 des
Schiebers 26 anliegt, um die Druckmittelverbindung durch die Bohrungen 50 zu unterbinden. Eine Feder
56 drückt den Ventilkörper 52 elastisch in seine erste Position. Der Schieber 26 ist weiterhin mit einer um
den Umfa. :g sich erstreckenden Nut 58 vorgesehen. Die an der Außenfläche des Schiebers vorgesehene
Nut befindet sich in dem Abschnitt, welcher zwischen der Kammer 28 und dem Druckraum 20 liegt. Eine
Bohrung 60 verbindet die Nut 58 mit der Bohrung 46. Der Schieber 26 wird gemäß Fig. 1 durch eine
in der Kammer 48 befindliche Fecc 84 elastisch nach
rechts gedrückt. Die Federkonstante der Feder 84 ist kleiner als die Federkonstante der Feder 56; so kann
der Schieber 26 verlagert werden, wenn an dem Ventilkörper 52 eine Kraft über eine durch den Fahrer
betätigte Vorrichtung 62 angelegt wird.
Die divreh den Fahrer betätigbare Vorrichtung 62
ist mit einer als Eingangselement dienenden Stange 64 ausgestattet, welche sich aus dem Druckraum 20
erstreckt. Ein Ende der Stange 64 ist verschiebbar in einer Blin<Jbohrung 66 des Servokolbens 18 geführt,
während das andere Ende der Stange 64 mit dem (nicht dargestellten) üblichen Bremspedal verbunden
ist. Dieses Bremspedal befindet sich in der Fahrerkabine. Die durch den Fahrer betätigbare Vorrichtung
62 ist fernerhin mit einem Hebel 70 versehen, dessen eines Ende über einen Drehzapfen 68 verschwenkbar
an einer vom Servokolben 18 getragenen Strebe 72 angelenkt ist. Das andere linde ties Hebels 70 ist über
einen weiteren Drehzapfen 74 an dem Ventilkörper 52 angelenkt. Hin dritter Drehzapfen 76 verbindet den
Hebel 70 mit einet Hii'se 78. welche teleskopartig die Stange 64 aufnimmt. Eine Feder 80 drückt elastisch
die Hülse 68 an einer Anschlagring 82, welcher von der Stange 64 getragen ist. Eine Bewegung der Stange
64 führt infolgedessen zu einer derartigen Schwenkung des Hebels 70 um den Drehzapfen 68, daß der
Schieber 26 gemäß Fig. 1 nach links gedrückt wird.
Wenn die Bremsen des Fahrzeuges gemäß Fig. 1 gelöst sind, wird im wesentlichen das gesamte, in die
Einlaßöffnung 36 strömende Druckmittel direkt zur Auslaßöffnung40geführt. Die Ablaßöffnung 44 steht
über die Bohrung 50, die Bohrung 46 und die Bohrungen 47 mit dem Druckraum 20 in Verbindung. Wenn
der Schieber 26 indessen durch Betätigung der Vorrichtung 62 nach links bewegt wird, ist die Verbindung
zwischen den Kammern 34 und 32 unterbunden. Gleichfalls ist die Druckmittelverbindung zwischen
dem Druckraum 20 und der Ablaßöffnung 44 beendet. Zwischen den Kammern 30 und 32 wird die
Druckmittelverbindung herbeigeführt, wodurch ein Teil des in die Einlaßöffnung 36 gelangenden Druckmittels
über die Bohrungen 47, <* ■»; Bohrung 46 und
die Bohrungen 50 in den Diuckraum 20 gelangt. Das
unter hohem Druck in dem Druckraum 20 befindliche Druckmittel wirkt an der rechten Seite des Servokoibens
18 und drückt diesen nach links gemäß Fig. 1. Dies führt zur Bremsenbetätigung. Wenn die Bremsen
des Fahrzeugs entlastet bzw. gelöst sind, drückt die Feder 24 den Servokolben 18 in die Bremsen-Löseposition.
Die Feder 84 führt den Schieber 26 in die Bremsen-Löseposition zurück. Übe;- die Bohrung 46
erfolgt auch die Druckmittelverbindung von der Kammer 32 in die Kammer 48, so daß das Druckmittel
an der linken Seite des Schiebers 26 wirksam werden kann. Da in dem Druckraum 20 und in der Kammer
48 normalerweise gleiche hydraulische Drücke vorherrschen, verbleibt der Schieber 26 normalerweise
in hydraulischem Gleichgewicht.
Falls der Fahrer des Fahrzeuges die an der Stange 64 ausgeübte Kraft verstärkt, wird ein Zustand erreicht,
bei welchem der Druck in dem Druckraum 20 so hoch ist, daß der durch den zuvor genannten (nicht
di .gestellten) Hauptbremszylinder entwickelte
Bremsdruck den maximalen Bremssicherheitswert für das Bremssystem des Fahrzeuges erreicht. Wenn dies
der Fall ist, führt jede zusätzliche Kraft an der Stange 64 zu einem Zusammendrücken der Feder 50. so daß
sich der Ventilkörper 52 gemäß Fig. 1 nach links bewegt und die Bohrung 50 schließt. In diesem Falle
ist eine weitere Druckmittelverbindung zwischen der Einlaßöffnung 36 und dem Druckraum 20 unterbunden.
Dieser Zustand ist in Fig. 2 dargestellt. Nachdem sich der Hilfsveniilkörper bzw. die Kammer 52 geschlossen
hat, ist jede weitere Druckmittelverbindung in Richtung zum Druckraum 20 unterbunden. Unter
riohem Druck befindliches Medium kann aus dem Druckraum 20 in Richtung des unter vethäitnismäßig
geringem Druck stehenden Mediums in der Kammer 28 entweichen. Dies geschieht durch den Zwischenraum zwischen Außenumfang des Schiebers 26 und
der Wand der Bc '.irung 16. Falls diese Leckage ausreichend
lange anhält kommt der Schieber 26 in ein hydraulisches Ungleichgewicht, da das Druckniveau in
dem Druckraum 20 reduziert wird, w ihrend gleichzeitig
ein verhältnismäßig hoher Druck am linken, sieh
in die Kammer 48 erstreckenden Ende des Schiebes
anliegt. Da es sehr jiivortjilhatt ist, wenn der Schieber
unter hydraulischem Ungleichgewicht steht, muß eine
Abdichtung /wischen Schieber und Wanduni: der
Bohrung im Bereich zwischen Druckraum 20 und Kammer 28 vorgesehen sein. Bei der in !ig. 1 und
2 dargestellten Ausführungsform steht infolgedessen das in der Bohrung 46 unter hohem Druck stehende
Arbeitsmittel über den radialen Kanal 60 mit der Nut 58 in Verbindung. Da die Bohrung 46 immer mit unter
hohem Druck stehendem Arbeitsmittel vom Pumpeneinlaß in Verbindung steht, wenn sieh der Schieber
26 in seiner zweiten Position gemäß fig. 2 befindet (im dargestellten Ausführungsheispiel während des
Anlegens der Bremse), wiril dieses unter hohem
Druck stehende Arbeitsmittel auch in die Nut 58 eingeleitet. Pis kann also keine Leckage zwischen dem
Driieknium 20 und der Kammer 28 stattfinden, da
der Druck in der Nut 58 immer wenigstens dem Druck in dem Druckraum 20 entspricht. Obwohl Arbeitsmittel
/wischen der Nut 58 und der Kammer 28 entweichen kann, wird dieses Arbeitsmittel von dem in
der Bohrung 46 bestehenden, unter Druck stehenden Arbeitsmittel sofort wieder aufgefüllt. Der Druck in
dem Druckraum 20 wird also immer auf einem gleichförmig hohen Niveau gehalten, so daß gewährleistet
ist. daß der Schieber 26 des Ventils nicht in hydraulisches
Ungleichgewicht gelangt.
Hierzu I Blatt Zeichnuncen
Claims (4)
1. Hydraulischer Bremskraftverstärker, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit
a) einem in einem Gehäuse verschiebbaren Servokolben, durch den über eine Kolbenstange
der Kolben eines Hauptbremszylinders betätigbar ist und der in Betätigungsrichtung in einem Druckraum vom Druck
einer Druckquelle beaufschlagbar ist,
einem in einer im Gehäuse vorgesehenen Ventilbohrung mittels eines Betätigungsgliedes verschiebbaren Ventilschieber, der eine axiale Bohrung aufweist, wobei die axiale Bohrung über Radialbohrungen und am Ventilschieber und in der Ventilbohrung vorgesehene Steuerkanten mit einer Drucksenke (Ruhestellung des Ventilschiebers) oder mit der Druckquelle (Betätigur.gsstel-1ud£) verbindbar ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
einem in einer im Gehäuse vorgesehenen Ventilbohrung mittels eines Betätigungsgliedes verschiebbaren Ventilschieber, der eine axiale Bohrung aufweist, wobei die axiale Bohrung über Radialbohrungen und am Ventilschieber und in der Ventilbohrung vorgesehene Steuerkanten mit einer Drucksenke (Ruhestellung des Ventilschiebers) oder mit der Druckquelle (Betätigur.gsstel-1ud£) verbindbar ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
c) der in denTjruckraum (20) ragende Teil des
Ventilschiebers (26) trägt den Ventilkörper (52) eines Hilfsventils, das die Verbindung
zwischen dem Druckraum und der axialen Bohrung (46) im Ventilschieber steuert,
d) das Betätigungsglied (70) wirkt über den Ventilkörper des Hilfsventils auf den Ventilschieber
(26) ein, wobei der Ventilkörper bis zu einem vorbestimmten Wert der auf das Betät'gungsglied ausgeübten Kraft in der Offensteilung
gehalten ist, und oberhalb dieses Kraftwertes in die Schließstellung bewegbar
ist,
e) von der axialen Bohrun, (46) führt an einem
der Druckkammer (20) benachbarten Abschnitt des Ventilschiebers (26) ein Druckmittelkanal
(58, 60) zur Umfangsdichtfläche zwischen dem Ventilschieber und der Wand
der Ventilbohrung (16).
2. Bremskraftverstärker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckmittelkanal
durch eine radiale Bohrung (60) und eine Umfangsnut (58) des Ventilschiebers (26) gebildet ist.
3. Bremskraftverstärker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilkörper
(52) des Hilfsventils als gleitend auf einem Endabschnitt des Ventilschiebers (26) angeordnete
Kappe ausgebildet ist und Steueröffnungen des Hilfsventils durch von der axialen Bohrung (46)
des Ventilschiebers (26) radial verlaufende Bohrungen (50) gebildet sind.
4. Bremskraftverstärker nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Ventilschieber über
eine ihn in die Schließstellung vorspannende Feder am Gehäuse abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ventilkörper (52) des Hilfsventils über eine Feder (56) am Ventilschieber (26) abgestuft
ist, die härter ist als die den Ventilschieber (26) in die Schließstellung drängende Feder (84).
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Legal Events
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