DE2150788C3 - Dichtungsanordnung für den Schaft eines automatisch geregelten Ventils - Google Patents
Dichtungsanordnung für den Schaft eines automatisch geregelten VentilsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Dichtungsanordnung für den axial verstellbaren Schaft eines automatisch
geregelten Ventils, insbesondere eines thermostatisch betätigten Heizkörperventils, dessen Einwärtsbewegung
durch ein kraftschlüssig an ihm angreifendes Stellglied, wie Thermostataufsatz, und dessen Auswärtsbewegung
durch eine Rückholfeder bewirkt ist. mit einer den Schaft umschließenden O-Ring-Dichtung.
Bei einem bekannten thermostatisch betätigten Heizkörperventil dieser Art (DT-PS 1 199 569) ist an
dem Ventilgehäuse ein Thermostataufsatz zu befestigen, dessen bewegliches Stellglied den Ventilschaft gegen
die Kraft der Rückholfeder in Schließrichtung belastet.
Wen die O-Ring-Dichtung dieses Ventils beschädigt ist, tritt das abzudichtende Medium nach außen. In der
Regel treten zunächst geringe Mengen des Mediums aus; später werden die Leckmengen größer. Erstrebenswert
ist es, die Dichtungsanordnung zu reparieren oder auszutauschen, so lange noch keine größeren
Schäden aufgetreten sind. Erkannt wird die Undichtigkeit am herausdringenden Medium. Beispielsweise bitdet
sich unter einem Warmwasser-Heizungsventil eine feuchte Stelle auf dem Fußboden oder Teppich.
Bei einem anderen bekannten thermostatisch betätigten Heizkörperventil (DT-PS 1 135 222) ist der
Schaft durch eine verhältnismäßig lange hohle Schraubenspindel
geführt und an beiden Enden dieser Schraubenspindel mittels gleichartiger Packungen in ihr abgedichtet.
Ferner ist ein thermostatisches Element für ein Ventil bekannt (DT-PS 1 264 153), bei dem die Austrittsstel-Se
eines Druckstiftes aus einem mit Wachs gefüllten Dehnsioffgefäß mittels zweier hintereinandergeschalteter
O-Ringe abgedichtet ist
Es ist auch ein handbetätigtes Membranventil bekannt (DT-Gbm 1 934406), bei dem eine Membran sowohl
als Ventilverschlußstück als auch als Abdichtung des Ventilraums nach außen dient Auf den verschraubbaren
Schaft sind mehrere Quellringe aufgesetzt, die beim Undichtwerden der Membran den Zwischenraum
zwischen Gehäusedeckel und Schaft abdichten sollen. Hierbei wirken die Quellringe als Sekundärdichtung.
Sie mögen zwar die Zeit bis zum Austreten des Mediums aus dem Ventil zu verlängern. Am Ende dieser Zeit
treten aber die gleichen Erscheinungen wir bei einer Einzeldichtung auf.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Dichtungsanordnung für den axial verstellbaren Schaft
eines automatisch geregelten Ventils anzugeben, mit deren Hilfe eine Undichtigkeit selbsttätig früher als bisher
erkennbar gemacht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der O-Ring-Dichtung ein Dichtungskörper aus
einem Material nachgeschaltet ist, das bei Berührung mit dem abzudichtenden Medium sein Volumen vergrößert
und so eingebaut ist, daß er bei Volumenvergrößerung eine Klemmkraft auf den Schaft ausübt, und
daß die Kraft der Rückholfeder kleiner als diejenige Kraft ist, welche zur Verstellung des Schafts bei Vorhandensein
der Klemmkraft notwendig ist.
Wenn bei dieser Konstruktion infolge Undichtigkeit der nachgescbaltete Dichtungskörper aufquillt, beendet
er die Regelfunktion des automatisch geregelten Ventils. Die Stellkräfte, die eine veränderliche Größe haben,
vermögen zwar das Ventil noch in der einen Richtung, z. B. in Schließrichtung, zu verstellen; durch die
beanspruchte Bemessung der auftretenden Klemmkraft ist aber sichergestellt, daß die Rückholfeder nicht in der
Lage ist, das Ventil in Gegenrichtung zu verstellen. Das Ende der Regelfunktion hat ganz bestimmte Auswirkungen
(bei einem thermostatisch betätigten Heizkörperventil beispielsweise kühlt der Heizkörper ab), die
erkennen lassen, daß eine Undichtigkeit vorhanden ist. Da die Regelfunktion bereits beendet ist, wenn die
nachgeschaltete Dichtung feucht wird, ist der Fehler auf jeden Fall früher festzustellen als zu demjenigen
Zeitpunkt, an dem sich Tropfen an der Außenseite des Ventils bilden oder gar auf den Fußboden gefallen sind.
Besonders günstig ist es, wenn der nicht im Volumen vergrößerte Dichtungskörper gehäusefest angeordnet
ist und den Schaft mit Spiel umgibt. Das Spiel stellt sicher, daß der Schaft normalerweise unbehindert verstellt
werden kann. Da der Dichtungskörper aber im übrigen gehäusefest angeordnet ist, vermag er mit
einer verhältnismäßig kleinen Volumenvergrößerung das am Innenumfang vorhandene Spiel zu überbrücken
und den Schaft festzuklemmen.
Des weiteren kann der Dichtungskörper durch eine Platte in einer vom zylindrischen Schaft durchsetzten
Gehäusebohrung festgehalten sein. Auf diese Weise ist der Dichtungskörper in einem axial begrenzten Gehäuseraum·
untergebracht, so daß er sich bei der Volumenvergrößerung nur nach innen ausdehnen und verhältnismäßig
große Klemmkräfte erzeugen kann.
Die besten Effekte zeigen sich, wenn das abzudichtende Medium Wasser ist und das Material des Dichtungskörpers
unter Wassereinfluß quillt. Auf diese Wei-
se lassen sich verhältnismäßig große Volumenänderungfcd
erzielen und entsprechend große Klemmkräfte erzeugen. Beispiele für brauchbare Materialien sind Leder
oder Hydratzellulose, wie Vulkanfiber.
Zwsckmäßigerweise besteht der Dichtungskörper aus mehreren quer zur Ventilschaftachse laufenden
Scheiben. Hierbei kann jede Scheibe unabhängig von den anderen eine radiale Klemmkraft auf den Schaft
ausüben. Darüber hinaus haben bevorzugte Materialien, wie Hydratzellulosefasern, in Scheibenebene eine
stärkere Dehnung als quer dazu, so daß sich erhöhte Klemmkräfte ergeben.
Bei einer anderen günstigen Ausführungsform besteht der Dichtungskörper aus einem den Schaft umgebenden
Wickel. Ein solcher Wickel kann nicht nur durch eine Volumenvergrößerung in Radialrichtung
Klemmkräfte erzeugen, sondern darüber hinaus nach innen gewölbt werden, wenn infolge einer axialen Volumenvergrößerung
eine Stauchung des Wickels auftritt
Die Erfindung wird an Hand in der Zeichnung dargestellter,
bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt durch ein Ventil mit der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung,
F i g. 2 einen Schnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung und
F i g. 3 eine abgewandelte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung.
Das in F i g. 1 dargestellte Ventil hat ein Gehäuse 1 mit einem Einlaßstutzen 2, einem Ventilsitz 3 und
einem Auslaßstutzen 4 Das Gehäuse ist mit einem Hals 5 versehen, in welchen ein Deckel 6 eingeschraubt ist
und auf welchem ein Thermostataufsatz 7 mittels einer Spannvorrichtung 8 festgehalten ist. Der Thermostataufsatz
weist einen hohlen Drehgriff 9 auf, der einen Temperaturfühler 10 und ein thermostatisches Arbeitselement U umschließt. Gegen den im Arbeitselement
herrschenden Dampfdruck wirkt eine Sollwertfeder 12, deren Widerlager 13 mit Hilfe des Drehknopfs 9 zur
Sollwert-Einstellung axial verschoben werden kann.
Fine Platte 14 des Arbeitselements 11 trägt einen Sto. si 15, der kraftschlüssig auf einen Ventilschaft 16
wirkt. Der Ventilschaft 16 ist durch eine Dichtungsanordnung 17 hindurrhgeführt, die in einer Schraubbuchse
18 untergebracht ist, welche in den Deckel 6 eingeschraubt ist. Der Ventilschaft 16 wirkt auf die Verlängerung
19 eines Verschlußstücks 20. Eine Rückholfeder 21 drückt auf einen Kragen der Verlängerung 19, so daß
der Ventilschaft 16 am Stößel 15 zur Anlage kommt.
F i g. 2 zeigt den Aufbau der Dichtungsanordnung. Einer O-Ring-Dichtung 22 ist ein Filzring 23 als Füllkörper
vorgeschaltet. Diese Teile sind in einer Bohrung 24 der Schraubbuchse 18 untergebracht und durch Metallringe
25 und 26 an Ort und Stelle gehalten. Ein zusätzlicher Dichtungskörper 27 ist in einer Ausbohrung
28 untergebracht. Er besteht aus mehreren Scheiben 29 aus Vulkanfiber. Die Scheiben 29 verlaufen quer zur
Ventilschaftachse. Der Scheibenstapel ist durch eine Platte 30, die durch einen Bördelrand 31 niedergehalten
ist, festgehalten. Die Scheiben 29 umgeben den Schaft 16 mit geringem Spiel, so daß dessen Beweglichkeit
hierdurch nicht behindert wird.
Im Normalbetrieb verdampft ein Teil der im Fühler
Im Normalbetrieb verdampft ein Teil der im Fühler
10 enthaltenen Flüssigkeit nach Maßgabe der im umgebenden Raum herrschenden Temperatur. Der zu dieser
Temperatur gehörende Dampfdruck im Arbeitselement
11 drückt den Stößel 15 gegen die Kraft der Feder 12
in eine dem Dampfdruck entsprechende Stellung. Steigt die Raumtemperatur, so wird das Ventil geschlossen,
sinkt die Raumtemperatur, so wird das Ventil geöffnet Die vollständige Hubbewegung des Verschlußstücks
20 entspricht einer Temperaturdifferenz von beispielsweise 2° C. Denn das Verschlußstück vermag
dem Dampfdruck fast ungehindert zu folgen, da einer Axialbewegung lediglich die Reibungskräfte entgegenwirken,
die die O-Ring-Dichtung 22 auf den Ventilschaft 16 ausübt. Die Reibungskräfte des Filzringes
23 sind vernachlässigbar klein. Die Scheiben 29 üben überhaupt keine Reibung aus.
Wenn nun die O-Ring-Dichtung 22 undicht wird und
Wasser zwischen ihr und dem Ventilschaft 16 hindurchsickert, so besteht keine Gefahr, daß das Wasser am
äußeren Ende des Ventilschafts 16 ins Freie tropft, ge gebenenfalls nachdem es in einer gewissen Menge im
Innern des Drehgriffs 9 gesammelt worden ist. Viel mehr werden die Wassertropfen vom Dichtungskörper
27 aufgesaugt. Dessen Material quillt und legt sich klemmend an den Schaft 16 an. Diese Klemmkraft
steigt mit der Zeit allmählich an. In einem definierten Zeitpunkt sind die Klemmkräfte so groß, daß die Kraft
der Rückholfeder 21 nicht mehr ausreicht, um den Schaft 16 nach außen zu schieben. Das bedeutet, daß
nach einem letzten Regelspiel, bei dem eine /u hohe
Temperatur im Raum das Arbeitselement U veranlaßt hatte, das Verschlußstück auf den Sitz 3 zu schieben,
eine infolgedessen auftretende Abkühlung des Raumes zwar zu einer Rückwärtsbewegung des Stößels 15.
nicht aber zu einer Öffnung des Ventils führt. Der nachgeschaltete Heizkörper bleibt kalt. Dies ist, wenn beispielsweise
eine Sollwert-Temperatur von 20°C eingestellt war, ein Zeichen für einen Funktionsmangel, der
die Undichtigkeit des Ventils erkennen läßt. Ein ähnlicher Funktionsmangel wäre es im übrigen, wenn die
Klemmkraft so rasch anwächst, daß die vom Thermostat-Aufsatz ausgeübten Kräfte nicht mehr ausreichen,
um das Ventil in die Schließstellung zu bringen. Dann würde der nachgeschaltete Heizkörper eine zu hohe
Temperatur annehmen.
In F i g. 3 ist eine abgewandelte Ausführungsform gezeigt, bei der lediglich der Dichtungskörper 27' durch
einen Wickel 32 aus Vulkanfiber gebildet wird. Selbst wenn das Material dieses Wickels bei der Berührung
mit Wasser keine wesentliche Volumenvergrößerung in Radialrichtung, sondern nur eine Dehnung in Axialrichtung
zeigen würde, ergäbe sich in kurzer Zeit eine ausreichende Klemmkraft, weil sich die einzelnen Wickellagen
unter dem Einfluß dieser Dehnung in Radialrichtung wölben würden.
Das Material des Dichtungskörpers der zusätzlichen Dichtung ist dem abzudichtenden Medium so anzupassen,
daß sich innerhalb einer ausreichenden Zeit nach Beginn des Undichtwerdens eine genügende Volumenvergrößerung
ergibt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Dichtungsanordnung für den axial verstellbaren Schaft eines automatisch geregelten Ventils, insbesondere
eines thermostatisch betätigten Heizkörperventils, dessen Einwärtsbewegung durch ein
kraftschlüssig an ihm angieifendes Stellglied, wie Thermostataufsatz, und dessen Auswärtsbewegung
durch eine Rückholfeder bewirkt ist, mit einer den Schaft umschließenden O-Ring-Dichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß der O-Ring-Dichtung (22) ein Dichtungskörper (27, 27') aus
einem Material nachgeschaltet ist, daß bei Berührung
mit dem abzudichtenden Medium sein YoIumen vergrößert und so eingebaut ist, daß er bei Volumenvergrößerung
eine Klemmkraft auf den Schaft (16) ausübt, und daß die Kraft der Rückholfeder
(21) kleiner als diejenige Kraft ist, welche zur Verstellung des Schafts bei Vorhandensein der
Klemmkraft notwendig ist.
2. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der nicht im Volumen vergrößerte
Dichtungskörper (27, 27') gehäusefest angeordnet ist und den Schaft (16) mit Spiel umgibt.
3. Dichtungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungskörper
(27,27') durch eine Platte (30) in einer vom zylindrischen Schaft (16) durchsetzten Gehäusebohrung
(28) festgehalten ist.
4. Dichtungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungskörper
(27') aus einem den Schaft (16) umgebenden Wickel (32) besteht.
35
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| DE2150788A DE2150788C3 (de) | 1971-10-12 | 1971-10-12 | Dichtungsanordnung für den Schaft eines automatisch geregelten Ventils |
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