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Verfahren und Vorrichtung zum Bestimmen der Grenzbelastungen von Auslegerkranen
Dr.-Ing.Ludwig Pietzsch, 75 Karlsruhe, Jahnstr. 11-15 Die Erfindung betrifft ein
Verfahren und eine Vorrichtung zum Bestimmen der Grenzbelastung von Auslegerkranen,
bei der der Ausleger nacheinander in vorbestimmte, nach Winkel und/oder Länge unterschiedene
Stellungen gebracht wird und in den einzelnen Stellungen des Auslegers mit unterschiedlichen
Prüflasten belastet wird.
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Es ist aus verschiedenen Gründen wichtig, die Grenzbelastung eines
fertiggestellten Krans zu kennen. Die Bestimmung der tatsächlichen Grenzbelastung
ist insbesondere für die Eichung bzw. Vorprogrammierung von Überlastsicherung für
Auslegerkrane wichtig, die mit vorprogrammierten "Abschaltkurven" arbeiten und abschalten,
wenn der Ausleger durch eine die für die betreffende Ausladung zulässige Belastung
überschreitende Belastung beansprucht wird.
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Es ist schwierig, die genaue Grenzbelastung eines Krans aufgrund der
vom Hersteller angegebenen Traglastkurvenund aufgrund von rein theoretischen Berechnungen
anzugeben, da sich der Ausleger in Abhängigkeit von der Ausladung und der Größe
der an ihm hängenden Last durchbiegt (der sog. "Peitscheneffekt"). Aufgrund dieser
Durchbiegung wird bei einem fest eingestellten Winkel und/oder bei einer fest eingestellten
Lange des Auslegers die Ausladung aufgrund der Verformung des Auslegers größer als
bei unverformtem Ausleger und die zugehörige Grenzbelastbarkeit des Krans entsprechend
kleiner.
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Zum Feststellen der Grenzbelastungen von Auslegerkranen ist bereits
vorgeschlagen worden, nach einigen ausgewählten Ausladungen abgestufte Gewichte
bei den entsprechenden Aus ladungen an den Kranhaken zu hängen und die Abweichungen
von der vom Kranhersteller vorgegebenen Traglastkurve zu ermitteln, die sich aufgrund
des "Peitscheneffektes einstellen. Nach diesem bekannten
Vorschlag
kennen nur einige wenige Punkte der Grenzlastkurve eines Teleskopkrans überprüft
werden. Es muß ferner eine abgestufte Reihe von geeichten, vergleichsweise großen-Gewichten
vorliegen. Bas Arbeiten mit der bekannten Vorrichtung ist aufwendig und umständlich,
weil die Gewichte bei jeder der ausgewählten Ausladungen einzeln an den Kranhaken
an- und wieder davon abgeschlagen werden müssen. Schließlich lassen sich die wenigen
ausgewählten Meßpunkte nach dem genannten Vorschlag praktisch nicht an die Bedürfnisse
der Programmierung der beschriebenen Überlastsicherung anpassen, bei der die Abschaltwerte
über einer Anzahl von ausgewählten Ausladungen vorgegeben werden. Eine Deekung der
ausgewählten Ausladungen nach dem bekannten Vorschlag mit den ausgewählten Aus ladungen
für die Programmierung der Überlastsicherung ist nicht erzielbar.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß für eine beliebige Anzahl von
Ausladungszwischenwerten die Bestimmung der tatsächlichen Grenzbelastbarkeit der
Auslegerkrane möglich ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe'ist bei einem Verfahren der eingangs genannten
Art vorgesehen, daß eine in der Größe veränderbare Prüflast an den Ausleger gehängt
und in einer horizontalen Ebene der Bewegung des Auslegerspitze nachgeführt wird
und daß diese Prüflast bei jeder gewählten Auslegerstellung in der Größe auf einen
vorgegebenen Grenzlastwert eingestellt wird, der zu der sich unter Last einstellenden
Ausladung gehört.
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Eine Vorrichtung der eingangs genannten art ist nach der Srfindung
dadurch gekennzeichnet, daß zur Belastung des Auslegers eine einzige, in der Größe
veränderbare Prüflast in einer horizontalen Ebene gehalten und derart beweglich
geführt ist, daß der Wranhakwen und der zur Auslegerspitze führende Lastseilstrang
einer Bewegung der Auslegerspitze folgend sich stets in der Senkrechten einstellen.
Dabei sind zweckmäßigerweise Einrichtungen zum Messen der kontinuierlich veränderbaren
Prüflast und zum ständigen Vergleich des Meßwertes mit der der jeweiligen Ausladung
zugeordneten
Grenzlast vorgesehen.
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Die in der Größe veränderbare Last kann von einem mit Flüssigkeit
(Wasser) oder einem Schüttgut (Sand) füllbaren und wieder entleerbaren Behälter
gebildet sein. Vorzugsweise wird die veränderbare Last jedoch dadurch aufgebracht,
daß der Kränhaken mit beliebig veränderbarem Zug an einem in der horizontalen Ebene
in der genannten Weise beweglich geführten Gewicht angreift, das schwerer als die
zulässige Höchstlaet der zu vermessenden Auslegerkrane ist.
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Bei einer Ausführung dieser zuletzt beschriebenen Ausgestaltung der
Erfindung ist das Gewicht vorteilhafterweise auf einem Wagen angeordnet, der auf
Schienen parallel zur vertikalen Auslegerschwenkebene bewegbar angeordnet ist. Wegen
der Größe des Gewichtes und wegen der Notwendigkeit, die Anfahrreibung der Räder
des Wagens und bei Bewegung die rollende Reibung zu überwinden, die wegen der Größe
des Gewichtes beträchtlich ist, folgt der Wagen nicht ohne weiteres einer Veränderung
der Ausladung. Die waagerechte Komponente des sich dann aufgrund des schräg stehenden
Lastseilstrangs einstellenden Schrägzuges reicht zur Uberwindung der Reibung nicht
aus. Es ist deshalb nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
daß die der Auslegerspitze folgende Bewegung mittels einer Regelvorrichtung erzeugt
wird, die einen in den genannten Lastseilstrang eingeschalteten Winkelgeber zum
Messen einer von der Vertikalen abweichenden Schräglage des Lastseilstrangs und
einen durch das Ausgangssignal des Winkelgebers in Richtung auf eine Rückstellung
des Lastseilstrangs in die Vertikale betätigbaren Stellantrieb umfaßt, der auf die
Last je nach der Richtung der Regelabweichung eine horizontal gerichtete Krait in
der einen oder anderen Bsegungsrichtung der Last ausübt.
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Dabei kann-der Stellantrieb ein endloses, zweimal um 1800 umgelerStes,
durch eine Seilwinde in Abhängigkeit vom Ausgangssignal des Winkelgebers antreibbares
Seil umfassen, in dessen einen Strang die Last eingeschaltet ist. Der Stellantrieb
kann alternativ
aber auch von an der Last oder deren Auflage angeordneten
Anstreben gebildet sein.
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Das die zulässige Höchetlast des zu vermessenden Auslegerkrans überragende
Gewicht kann aber auch in einem Wassergraben oder dgl. schwimmend angeordnet sein.
In diesem Fall ist die zu überwindende Reibung bei einer Ausladungsänderung des
Auslegers nicht so groß, so daß die durch den Schrägzug auf das Gewicht ausgeübte
waagerechte Komponente zur uberwindung dieser Reibung ausreicht und das Gewicht
ohne Verwendung von zusätzlichen Einrichtungen derart nachgeführt wird, daß es sich
senkrecht unter die Auslegerspitze stellt.
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Die Prüflast kann auf verschiedene Weisen auf den Auslegerkran aufgebracht
werden. Vorzugsweise wird die veränderbare Prüflast bei verriegeltem Hubwerk mittels
eines hydraulischen Zylinders aufgebracht, der zwischen Kranhaken und Gewicht oder
in dem genannten Lastseilstrang eingeschaltet ist. Eine andere Möglichkeit, die
Prüflast auf den Auslegerkran aufzubringen, besteht darin, daß die veränderbare
Prüflast mittels des Hubwerks des Krans aufgebracht wird. Schließlich ist auch noch
eine Lösung denkbar, bei der die veränderbare Prüflast bei verriegeltem Hubwerk
und angezogenem Lastseil durch Betätigen der Schwenkvorrichtung des Krans aufgebracht
wird. Diese zuletzt genannte Lösung dürfte jedoch nur bei Auslegerkranen mit sehr
feinfühlig arbeitender Schwenkvorrichtung zufriedenstellende Ergebnisse liefern.
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Auch das Verfahren nach der Erfindung ist in verschiedener Hinsicht
weitergebildet. Außer den bereite genannten Verfahrensmerkmalen wird zweckmäßigerweise
die Prüflast kontinuierlich verändert unddabei gemessen, und die kontinuierlich
gemessenen Werte werden ständig mit der zu der jeweils sich einstellenden Ausladung
gehörenden maximalen Traglast verglichen.
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Für eine zweckmäßige Meßwerterfassung ist vorgesehen, daß die tatsächliche
Ausladung des Auslegers die Abszissenbewegung und die veränderbare Last die Ordinatenbewegung
eines X-Y-Schreibers steuern, dessen Schreibunterlage die vom Kranhersteller vorgegebene
Grenzkurve
enthält. Im Ergebnis interessieren in erster Linie die den Grenzlasten entsprechenden
Prüflasten. Diese sollen in möglichst einfacher Weise festgehalten werden. Zu diesem
Zweck ist nach einer Weiterbildung des Verfahrens vorgesehen, daß bei Ubereinstimmung
der Prüflast mit der zu der jeweils sich einstellenden Ausladung gehörigen Grenzlast
die Meßwerte für die Prüflast und für die Ausladung registriert werden.
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Das Verfahren nach der Erfindung wird bevorzugt zum Zwecke der Einstellung,
Eichung oder Programmierung von Überlastsicherungen verwendet, die an den zu vermessenden
Kranen angeordnet sind.
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Soll ein Auslegerkran vermessen werden, der mit einer tiberlastsicherung
mit einem Kraftgeber zum Erfassen der Belastung des Krans und mindestens einem Geber
zum Erfassen der Ausladung ausgerüstet ist, so ist nach einer weiteren Ausgestaltung
der Brfindung vorgesehen, daß mindestens bei obereinstimmung der Prüflast mit der
zu der jeweils sich einstellenden Ausladung gehörigen Grenzlast zusätzlich die vom
Kraftgeber gelieferten Meßwerte für die Belastung des Krans registriert werden,
daß die zu den vom Kranhersteller vorgegebenen Traglastkurven gehörenden gemessenen
Grenzwerte registriert werden und zur Programmierung der Abschaltkurven für die
tberlastsicherung verwendet werden.
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Mit dem Verfahren und der Vorrichtung nach der Erfindung sind insbesondere
die folgenden Vorteile erzielbar: a) es wird nicht mehr eine Vielzahl von geeichten
Prufgewichten benötigt;diese sind durch eine einzige variable Last ersetzt; b) es
ist nur noch ein einmaliges An und Abschlagen der Last zur Durchführung der Messung
erforderlich; c) die Messung kann in ca. 1/5 der bei dem beannten Meßverfahren erforderlichen
Gleit durchgeführt werden; d) es kann bei beliebigen Ausladungen gemessen werden;
e) die Ausladungen, bei denen gemasen wird, können exakt auf diejenigen Ausladungen
abgestimmt werden9 bei denen zur Pro grammierung der Xranüberlastsicherung Meßwerte
erwünscht sind;
f) da die variable Last ständig am Boden geführt
wird, tritt eine Kippgefährdung des Krans wie sie durch Anhaben der Prüflasten bei
dem bekannten Verfahren gegeben ist, nicht auf oder läßt sich sofort durch Verringern
der Last ausschalten. Zur Ausschaltung einer solchen Kippgefährdung muß bei dem
bekannten Verfahren die Last zunächst wieder abgesenkt werden, was bei dem Verfahren
nach der Erfindung nicht erforderlich ist.
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Die Erfindung ist mit vorteilhaften Einzelheiten im folgenden anhand
schematischer Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Vorrichtung zum Bestimmen der Grenzlasten
von Auslegerkranen mit einem mobilen Teleskopkran in Meßstellung; Fig. 2 eine schematische
Seitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 1 mit einigen Abwandlungen und Ergänzungen;
Fig. 3 ein Diagramm zur Verdeutlichung des Arbeitens der Vorrichtung nach Fig. 1
und 2; Fig. 4 ein luswertgerät zum Auswerten der mit der Vorrichtung gewonnenen
Meßwerte.
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Die Vorrichtung nach Fig. 1 umfaßt zwei parallele Schienenstränge
1 und 2 mit je zwei Schienen. Auf den Schienensträngen 1 und 2 rollen zwei durch
einen Brückenträger 3 zu einem gemeinsamen Wagen 4 verbundene Tieflader 5 und 6.
Jeder Tieflader trägt ein sehr großes, die höchstzulässigen Grenzlasten der zu vermessenden
Auslegerkrane bei weitem übersteigendes Gewicht in Porm von zwei Blöcken 7.
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Der von den beiden Tiefladern 5 und 6 und dem Brückenträger 3 gebildete
Wagen 4 ist mittels eines Stellantriebes 8 veriahrbar, der, wie am deutlichsten
die Fig, 2 zeigt, ein endloses, um zwei Umlenkrollen 9 und 10 umgelenktes Seil 11
umfaßt, ches der Wagen 4 eingeschaltet iet. Anstelle des Seiles 11 und der Umlenkrollen
9 und 10 können auch eine Kette und Kettenräder vorgesehen sein.
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Der Stellantrieb umfaßt ferner einen Antriebsmotor, der eine der beiden
Umlenkrollen 9 oder 10 antreibt und seine Stellsignale von einem Regler erhält,
deriRoch zu beschreibender Weise arbeitet.
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Zwischen den Schienensträngen 1 und 2 ist eine Auffahrrampe 12 für
die zu vermessenden Auslegerkrane vorgesehen. In den Figuren ist auf der Auffahrrampe
12 ein mobiler Teleskopkran 15 in'Meßstellung gezeigt. Auf der Auffahrrampe 12 können
Jedoch auch beliebige andere Auslegerkrane, z.B. auf Schienen verfahrbare Auslegerkrane
zur Vermessung aufgebaut werden.
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Der Teleskopkran 13 trägt auf seinem drehbaren Oberwagen 14 einen
mittels eines Wippzylinders 15 schwenkbaren Deleskopausleger 16, der in den Fig.
1 und 2 mit voll ausgefahrenen Teleskopen dargestellt ist. Das von der Auslegerspitze
17 herabhängende Lastseil 18 ist mit seinem Haken 19 über eine KraftmeBdose 20,
einen Winkelgeber 21 zum Messen des Neigungswinkels ß des Lastseiletranges 18 gegenüber
der Vertikalen sowie einen hydrauliachen Rkylinder 22 angesohlagen.
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Der Druck im hydraulischen Eub2ylinder 22 ist in bekannter Weise stufenlos
veränderbar und mittels einer bei 23 angedeuteten, bekannten Druckwaage kontinuierlicqh
meßbar.
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Der nicht dargestellte Regler hat dieAufgabe, den Laetseil strang
18 unabhängig von der Ausladung a stets senkrecht zu halten, also ein Schrägstellen
des Lastseils unter dem Winkel, gegenüber der Vertikalen auszugleichen. Die Regelabweichung
wird von dem Winkelgeber 21 erfaßt und dem Regler gemeldet.
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Dieser gibt dann ein Betätigungssignal an den Stellantrieb 8 im Sinne
einer Betätigung des Antriebsmotors zur Zurückführung des Winkels ß auf den Wert
Null. Der Antriebsmotor ist also so lange eingeschaltet, bis mittels des Seiles
11 der Wagen in eine Stellung gezogen ist, in der der Lastseilstrang 18 wieder senkrecht
steht.
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WUrde ein solcher Regler und ein davon betätigter Stellantrieb nicht
vorhanden sein, so könnte sich-ein Winkels aufgrund eines Verschwenkens des Auslegers
aus der gezeigten Winkelstellung, in welcher der Ausleger mit der Horizontalen den
Winkel > einschließt, oder allein aufgrund einer kontinuierXi chen Erhöhung des
Druckes im hydraulischen Hubzylinder 22 einstellen , bei der der Ausleger in die
weit übertrieben dargestellte gestrichelte Stellung 16' gebogen wird, d.h. den sog.
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"Peitscheneffekt" erfährt (Fig. 2).
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Sowohl bei Auftreten dieses Seitscheneffektes als auch bei einer durch
Winkel- oder Längenveränderung erzeugten Lageveränderung der Auslegerspitze 17 wird
also mittels des Reglers der Wagen 3 stets in eine Stellung nachgeführt, in welcher
der Lastseilstrang 18 senkrecht ausgerichtet ist.
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Die Vorrichtung umfaßt eine Meßkabine 24, die auf dem Tieflader 6
angeordnet ist. Diese Meßkabine steht über eine Leitung 25 mit dem Kranftihrerstand
26 des mobilen Teleskopkrans 13 in Verbindung. In der Meßkabine 24 sind beispielsweise
die Druckwaage 23, ein Registriergerät zum Erfassen der tatsächlichen Grenzlast
und zum Vergleichen dieser Grenziast mit der vom Kranhersteller vorgegebenen Grenzlast,
Inzeigegeräte für alle bei der Messung veränderten Größen und schließlich ein Steuergerät
zum Verändern des Druckes im hydraulischen Zylinder 22 untergebracht.
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Der besseren Übersichtlichkeit halber sind die Meßkabine 24 und der
Krsnftihrerstand 26 in Fig. 2 nicht dargestellt.
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An dem in Fig. 3 dargestellten Diagramm soll nun beschrieben werden
wie die Vorrichtung arbeitet.
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In dem Diagramm ist über der Ausladung a die Last L aufgetragen, mit
welcher der Ausleger des Auslegerkrans belastet wird. Die Kurve g stellt die vom
Kranhersteller vorgegebene Grenziastkurve dar, welche im Betrieb nicht überschritten
werden darf.
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Der Ausleger 16 ist durch eine vom Nullpunkt des Diagramms bis zur
Spitze 17 reichende Strecke/symbolisiert. Unter Last biegt der Länge 1
sich
der Ausleger zu dem auch hier übertrieben gekrümmt gezeichneten Bogen 16 ' durch.
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(ir die Messung wird der Ausleger durch Schwenken nnd/eder Atisfahren
der Teleskope in eine Stellung mit der Ausladung a1 gebracht. Darauf wird der haken
19 über die Kraftmeßdose 2O, den Winkelgeber 21 und den hydraulischen Zylinder 22
an den Wagen 4 so angeschlagen, daß der Lastseilstrang 18 senkrecht steht.
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In dieser Stellung ist der Ausleger 16 noch unverformt (8.
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auch Fig. 2). Durch Erhöhung des drucks im hydrauliachen Hubzylinder
22 in einem Sinne, in welchem der Kolben in den Zylinder einfährt, wird nun der
Ausleger 16 belastet. Aufgrund dieser Belastung biegt er sich durch, was zu einer
Vergrößerung der Ausladung a führt. In Fig. 3 wandert also der Betflebspunkt ausgehend
von einem Punkt mit den Koordinaten al und L = 0 in Richtung zu größeren Lasten
und lusladungen auf einer gekrürmten Kurve b bei zunehmender Belastung in Pfeilrichtung.
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Bei weiterer Erhöhung der Belastung schneidet die Betriebskurve b
die vorgegebene Grenslastkurve g in einem Punkt mit den Koordinaten a2 und L2. Die
Grenzlast L2 ist kleiner als die Grenzlast 1;1, die nach der vorgegebenen Grenzlastkurve
g ohne Berücksichtigung der Durchbiegung des Auslegers 16, d.h. des sog.
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"Peitscheneffektes", bei dem eingestellten Winkel α und der
eingestellten LängeLdes Auslegers eigentlich vom Kran noch gehoben werden können
müßte.
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Bei der Neßauswertung werden mindestens die Koordinaten des Schnittpunktes
der Kurve b mit der Kurve g registriert. Eine Möglichkeit für die Meßauswertung
und Steuerung-der Messung zeigt die Fig. 4. Hierin ist schematisch ein X-Y-Schreiber
dargestellt, bei dem bekanntlich eine in Ordinatenrichtung verlaufende Schiene 30
in I-Riehtung und auf dieser Schiene ein Halter 31 für einen Schreibstift 32 in
!-Richtung verfahrbar ist. Als Schreibunterlage dient ein mit der vorgegebenen Traglastkurve
g bezichnetes oder bedrucktes Blatt 33.
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Durch richtige Orta- und Maßstabseinstellung wird der I-Y-Schreiber
auf die Kurve g abgestimmt. Der Kranfahrer bringt nun auf ein Signal des Meßingenieurs
den Ausleger in eine Auladung a1. Darauf erhöht der Meßingenieur von der Meßkabine
24 aua den Druck im hydraulischen Hubzylinder 22 und verfolgt auf dem Blatt 33 die
vom Schreibstift 92 bei Erhöhung des Druckes im Hubzylinder 22 aufgezeichnete Kurve
b. Wenn die Kurve b die Kurve g achneidet, ist die Messung für die Ausladung a1
beendet und der Kranfahrer stellt eine neue Ausladung ein, bei der der Meßvorgang
wiederholt wird.
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Es is auch eine Meßauswertung denkbar, bei der außer der Aualadung
a1 und den zugehörigen Werten für den Auslegerwinkel und die Auslegerlänge -nur
die Koordinaten des Schnittpunktes der Kurven b und g registriert werden. Dies ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn die Belastung des Kranhakens 19 nicht durch
Verändern des Druckes im hydraulischen Zylinder 22, sondern durch das Hubwerk des
Kranes aufgebracht wird. Dabei wird das Hubseil nur zum den Betrag seiner Dehnung
und der Durchbiegung der Auslegerspitze angezogen. Die Laständerung erfolgt also
sehr schnell. Hiebei ist eine automatische Messung und Registrierung in dem Augenblick,
in dem die Betriebskurve b die Grenzlastkurve g schneidet, von besonderem Vorteil.
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Wenn sich bei der Belastung des Auslegers der Auslegerneigungswinkel
gegenüber der Horizontalen verändern sollte, wird zunächst, wie oben beschrieben,
verfahren. Durch Betätigung des Wippzylinders wird anschließend der Winkels wieder
auf den ursprünglichen Wert eingestellt. Der Betriebspunkt liegt dann unterhalb
der Kurve g. Durch nochmaliges Erhöhen der Belastung wird dann der endgültige Schnittpunkt
der Betriebskurve b mit der Grenzlastkurve g gefunden.
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Die beschriebene Messung dient in erster Linie dem Zweck, die Überlastsicherung
des Auslegerkrans zu eichen und/oder zu programmieren. Eine solche Überlastsicherung
umfaßt gewöhnlich einen Ausladungsgeber und einen Kraftgeber zum Erfassen der Belastung
beispielsweise in Porm des Gesamtmomentes, welches
der Ausleger
erfährt, ferner einen Rechners in dessen Speicher für ausgewählte Ausladungen Grenzlastgrößen
vorprogrammiert sind. Durch Vergleich der gemessenen Istwerte mit den vorprogrammierten
Grenzlastgrößen stellt die Überlasteicherung selbsttätig fest, in welchem Betriebsbereich
sich der Kran befindet und schaltet bei Übereinstimmung aer Ist- Lastgröße mit der
vorgegebenen Grenzlastgröße selbsttätig den Kran ab. Die durch die oben beschriebene
Messung gewonnenen Grenzlastgrößen können nun bei der Programmierung zur Korrektur
der vom Kranhersteller voror' gegebenen Grenzlastgrößen dienen. Außer den genannten,
gennnntew esondere den Koordinaten des Schnittpunktes der Betrebskurve b mit der
Grenzlastkurve g wird also bei Erreichen dieses Schnittpunktes zweckmäßigerweise
auch noch der von dem Kraftgeber der oberlastsicherung gemessene Wert registriert,
8o daß die Überlastsicherung auf ein Abschalten des Krans bei eben diesem Meßwert
eingestellt werden kann.
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Bei der Durchführung der Messung wird zweckmäßigerweise und zunächst
bei der kleinsten Ausladung a begonnen, d.h. also, der Ausleger bei eingefahrenen
Teleskopen so steil wie möglich gestellt. Nach Erfassen des ersten Meßpunktes wird
das Hubwerk entriegelt, die Ausladung in der gewünschten Schrittweite auf den nächsten
Wert a vergrößert, das Hubwerk wieder verriegelt und wie oben beschrieben der Ausleger
belastet.
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Ansprüche: