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DE203880C - - Google Patents

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Publication number
DE203880C
DE203880C DENDAT203880D DE203880DA DE203880C DE 203880 C DE203880 C DE 203880C DE NDAT203880 D DENDAT203880 D DE NDAT203880D DE 203880D A DE203880D A DE 203880DA DE 203880 C DE203880 C DE 203880C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
prism
card
cards
drawer
knife box
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT203880D
Other languages
English (en)
Publication of DE203880C publication Critical patent/DE203880C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03CSHEDDING MECHANISMS; PATTERN CARDS OR CHAINS; PUNCHING OF CARDS; DESIGNING PATTERNS
    • D03C3/00Jacquards
    • D03C3/24Features common to jacquards of different types

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Looms (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei den bisher gebräuchlichen Jacquardmaschinen besteht ein Übelstand darin, daß ζ. B. bei Herstellung von Frottierstoffen außer der Jacquardmaschine noch eine Schaftmaschine oder Geschirrexzenter zur Bildung des Grundgewebes sowie auch sonstige Mechanismen zur Bewegung der Messer usw. vorhanden sein müssen, welche vom Webstuhl aus besonders angetrieben werden. Bei Herstellung von drei- oder vierschüssigem Plüsch müssen diese Vorrichtungen zum großen Teil ausgewechselt und infolgedessen neu montiert werden. Handelt es sich um einen Webstuhl für Handbetrieb, so darf sich das Kartenprisma infolge der Grundbindung, welche von der Jacquardmaschine aus mitgebildet wird, immer nur nach einer Richtung drehen, was. bei symmetrischen Mustern auch deswegen_ sehr unvorteilhaft ist, weil sämtliche Karten solcher Muster doppelt vorhanden sein müssen. Weil ferner die Grundbindung bei diesen Herstellungsweisen von der Jacquardmaschine aus erzeugt wird, ist somit ein Teil der Karten zur, Herstellung des Grundgewebes nötig, wodurch die Maschine um den betreffenden Teil größer sein muß.
Bei vorliegender Neuerung sind die eben erwähnten Übelstände dadurch beseitigt, daß da, wo das Gebilde drei oder mehr gleich oder entgegengesetzt bindende Karten hintereinander . erfordert, nur eine solche nötig wird, ebenso wie auch bei symmetrischen Mustern an Stelle wiederkehrender gleicher Karten die Drehung der bereits verwendeten nach rückwärts bewirkt wird, und schließlich mit ein und derselben Karte ohne Zuhilfenahme oben erwähnter Mechanismen drei- oder vierschüssiger Plüsch durch Verstellung des ' Hinterprismas bzw. Verschiebung der Lochreihen in den Karten hergestellt werden kann. Dadurch wird eine bedeutende Kartenersparnis — der achte Teil des bisherigen Bedarfs — erzielt.
Beiliegende Zeichnungen stellen die Neuerung durch Fig. 1 bis 12 dar. . Am Hauptgestell I be\vegt sich mittels der Führungsstangen 2 der Messerkorb 3 in üblicher AVeise auf und ab. Derselbe trägt die miteinander durch Querstäbe 4 verbundenen Messer oder Hebeschienen 9, welche zum Hochziehen der Platinen 5, ζα, 5δ . . . . dienen. Der auf diese Weise gebildete Messerrost ist im Korb 3 durch eine weiter unten beschriebene Vorrichtung (Fig. 9 und 10) horizontal
verschiebbar. Die Platinen 5, 5a, 56 sind
mit zwei Nasen 6, 6a versehen (Fig. 11). Die Lagerung dieser Platinen in ihren zugehörigen Nadeln 7 sowie der Sitz auf dem Platinenboden 8 und die Verbindung der Harnisch- mit den Platinenschnüren ist in bekannter Weise ausgeführt.
Das Vorder- oder Hauptprisma 10 trägt die zur Herstellung des Bildgewebes entsprechend gelochten Karten 11, wodurch die dem Bild entsprechenden Nadeln 7 mit den zügehörigen Platinen 5 abgedrückt werden, so daß die Nasen 6,6a über die entsprechenden Messer 9 zu stehen kommen und von diesen
gehoben werden, wodurch die Fachbildung hervorgerufen wird.
Dem Hauptprisma io gegenüber sitzt das Hinterprisma 12. Während die auf dem erste-.ren laufende Kartenpartie ausschließlich zur Figurenbildung dient, hat der auf dem Hinterprisma 12 aufgelegte zwölfblättrige endlose Kartenlauf den Zweck,. die Herstellung des Grundgewebes, die Schaltung des Hauptprismas 10 nach dem dritten bzw. vierten Schuß, die Steuerung des Messerrostes 4, die Funktion des Regulators (zur Fortschaltung des Gewebes) und den Abschlag zur Noppenbildung für den Plüsch und der Noppenlänge zu betätigen.
Die Herstellung des Grundgewebes ist aus Fig. 7 ersichtlich und geht in der Weise vor sich, daß mit Hilfe der auf einer Seite der auf dem Hinterprisma 12 laufenden Karten (Fig. 12) angeordneten Lochreihen a,ax die Platinen 22 betätigt werden, so daß durch die zugehörigen Schnüre 23 in Verbindung mit den Schäften 24 das Fach gebildet wird.
Fig. 6 zeigt die Bewegung der Lade 21 und die die Schaltung des Hauptprismas 10 betätigende Platine 13. Diese lagert im Platinenboden 8 und besteht aus zwei im Scharnier 14 beweglichen Teilen. Der obere Teil 13 ist mit einfacher Nase 15 versehen; der untere Teil besteht aus einer Schlaufe 16, welche oben in der Scharniergabel 14 endigt, die gleichzeitig als Sitz auf dem Platinenboden 8 dient. In diese Schlaufe 16 greift der auf der Querwelle 17 befestigte Hebel 18. Auf derselben Welle 17 sind beiderseitig die Arme 19 befestigt, welche mittels der verstellbaren Gelenkstangen 20 zur Bewegung der Hauptprismalade 21 dienen.
Gleichzeitig mit dieser Ladenbewegung geht auch die Drehung des Hauptprismas IO vor sich durch Anordnung der beiden Wendehaken 25, 26, derart, daß je nach Vor- oder Rückwärtsdrehung des Prismas der obere oder untere Haken in die Laterne 27 eingreift.
Die zum Aufwickeln des fertigen Gewebes erforderliche Vorrichtung wird durch die Platine 28 betätigt, und es wird diese ebenfalls durch die zwölfblättrige Karte des Hinterprismas 12 gesteuert.
Gewisse Webarten, besonders Frottierwaren, bedingen, daß diejenigen Kettenfäden, welche z. B. bei zwei oder drei' Schuß im Unterfach waren, bei dem nächsten Schuß ins Oberfach kommen müssen, um die Noppen zu bilden. Bisher waren hierzu z. B. bei dreischüssigem Plüsch zwei gleiche und eine entgegengesetzt bindende Karte, bei vierschüssigem Plüsch drei gleiche und eine entgegengesetzt bindende Karte nötig. Um in beiden angeführten Fällen statt drei bzw. vier Karten je nur eine solche nötig zu haben, ist die Vorrichtung Fig. 9 und 10 zur Verschiebung des Messerrostes und die dadurch ermöglichte wechselweise Hebung der Platinen durch ihre beiderseitigen Nasen 6 und 6a (Fig. 11) bestimmt. Die am Messerkorb 3 gelagerte Querstange 30 trägt an beiden Seiten je eine hufeisenförmige Gabel 31. Am Rahmengestell 1 sind mittels entsprechender Querschienen 32 die Zungen 33 drehbar gelagert, welche mit der Platte 34 fest verbunden sind. Letztere tragen beiderseits die Stifte 35 und 36. An den Schenkeln der Gabeln 31 sitzen die verstellbaren Mitnehmer 37 und 38. Den verlängerten Schenkel 310 erfaßt die Nadel 39, wobei vor und hinter demselben auf der Nadel je eine Feder 40 und 41 sitzt. Wenn nun die Karte auf dem Hiriterprisma 12 die Nadel 39 verschiebt, so wird der Mitnehmer ^y unter den Stift 35 gebracht, so daß beim Hochgehen des Messerkorbes 3 Platte 34 und mit ihr die Zunge 33 gedreht wird. Beim Abwärtsgehen des Korbes 3 gleitet der mit der Rostschiene 4 verbundene Finger 42 an der schiefen Gleitfläche der Zunge 33 und wird nach rechts geschoben (s. Fig. 9). Die auf diese Weise bewirkte Roststellung bleibt so lange bestehen, als Karten ohne Loch gegen die Nadel drücken. Sobald eine Karte mit Loch vor die Nadel go tritt, ergibt sich die Stellung Fig. 9, und der Rost verschiebt sich jetzt nach der entgegengesetzten Seite (Fig. 10). Um den bereits mehrfach erwähnten drei- oder vierschüssigen Plüsch mit Dessin mit ein und derselben Maschine herstellen zu können, wird die Hinterprismalade 12 um eine Lochreihe verschoben, so daß, wenn die Lochreihe α (Fig. 18) für dreischüssigenPlüsch verwendet wurde, durch die eben erwähnte Verschiebung nach Lochreihe a1 (Fig. 12) die vierschüssige Plüschbildung entsteht. Zu diesem Zweck lagert oben am Hauptgestell 1 eine Spindel 43, auf welcher die Lade 2ΐα des Hinterprismas 12 mittels Mutter 44 sitzt. Durch Drehung der Spindel 43 mittels Kurbel 45 verschiebt man die Lade 2ΐα um die gewünschte Lochreihe.
Die Drehung des Hinterprismas 12 geschieht wie beim Vorderprisma 10 durch Wendehaken.
Die Arbeitsweise dieser Jacquardmaschine ist folgende: Nachdem sämtliche Kettenfäden sowohl für Grund- als auch für Jacquardgewebe eingezogen sind, werden die Musterkarten auf das Prisma 10 und die zwölfblättrige Karte für das Grundgewebe, für die Musterprismaschaltung, die Messerroststeuerung, den Regulator und den Abschlag auf das Hinterprisma 12 aufgelegt. Durch die Karten des letzteren wird mittels der Lochreihen a, a1 ohne Rücksicht auf das Muster das Fach für das Grundgewebe fortlaufend gebil-
det (Fig. 7), während die Karten des Prismas 10 ausschließlich zur Figurenbildung dienen. Die Bewegung dieses Prismas 10 geschieht durch Vermittlung der Platine 13 (Fig. 4), indem dieselbe entsprechend der Kartenlochung gehoben wird. Fig. 12 stellt letztere rechtsseitig durch Ringelchen dar, und zwar sind,zwei Reihen für drei und vier Schuß im Rapport in die Karten geschlagen. Wie die Zeichnung· Fig. 12 zeigt, ist beispielsweise zur Herstellung von dreischüssigem Plüsch jede dritte Karte gelocht. Während die Hinterlade 2ia nach jedem Schuß schwingt und dabei das Hinterprisma 12 dreht, ist dies beim Musterprisma 10 nur nach jedem dritten Schuß der Fall, weil die Nadel 47 zweimal abgestoßen wird und beim dritten Schuß durch die Karte durchgeht. Dadurch hebt sich die Platine 13 mit dem Hochgehen des Messerkorbes 3 infolge des Angriffes von Messer 48 gegen Nase 15 der Platine 13. Dabei faßt Schlaufe 16 den Hebel 18, diesen in der Pfeilrichtung hochziehend, und schwingt den Hebel 19 und mit ihm die Lade 21, welche gleichzeitig durch ihr Ausschwingen das Prisma 10 infolge Eingriffes eines der beiden Wendehaken 25 oder 26 dreht. Damit die Lade 21 beim Tiefgehen des Messerkorbes wieder zurückgeht und das Prisma mit der aufliegenden Karte das Abdrücken der Nadeln und ihrer Platinen bewirken kann, ist die verstellbare Preßrolle 49 angeordnet. Diese gleitet auf der Führung 50, welche nach unten hin gerade verläuft, um ein längeres Verbleiben des Prismas an den Nadeln zu veranlassen und den Messern Zeit zum Ergreifen der Platinennasen zu gewähren.
Bei vierschüssigem Plüsch ist der Vorgang derselbe, nur mit dem Unterschied, daß jede vierte Karte des Hinterprismas 12 gelocht und infolgedessen das Abschwingen und Drehen des Musterprismas 10 erst nach jedem vierten Schuß erfolgt. Die nach dem dritten oder vierten Schuß je nach Ausführung des Gewebes erforderliche Rostverschiebung, welche die mehreren gleich- und entgegengesetzt bindenden bzw. gelochten Karten überflüssig macht, wurde bereits oben beschrieben (Fig. 7, und 10). Die hierzu erforderlichen Lochreihen sind in Fig. 12 mit b und b1 bezeichnet. Die während des Webeprozesses erzeugte Ware muß entsprechend dem Fortschritt der Arbeit aufgewickelt werden. Zu diesem Zweck sind die mit Kreuzchen markierten Punkte (Fig. 12 rechtsseitig) vorhanden, welche wieder entsprechend einem drei- oder vierschüssigen Gewebe in jede dritte oder vierte Karte geschlagen sind. Durch diese wird Platine 28 (Fig. 8) entsprechend in Tätigkeit gebracht. Die Platine steht mit einem geeigneten Schaltwerk in Verbindung, das die Ware auf den zugehörigen Baum aufwickelt. Die Platine 29 (Fig. 8) vermittelt die Herstellung der Noppenbildung für den Plüsch, d. h. zunächst den erforderlichen Abstand zwisehen zwei Schußgruppen. Die zugehörigen A^orrichtungen können die bekannten sein.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Jacquardmaschine mit einem Figur- und einem Grundkartenprisma sowie Doppelnasenplatinen und verschiebbarem Messerkasten, dadurch gekennzeichnet, daß das Wenden des Figurkartenprismas, das Verschieben des Messerkastens und das Regeln des Warenabzuges durch je eine Platine erfolgt, die durch das in der Achsenrichtung verschiebbare Grundkartenprisma der Maschine gesteuert wird.
2. Maschine nach Anspruch i,- dadurch gekennzeichnet, daß die zur Be\vegung der Figurkartenprismenlade dienende Platine ihre Bewegung, durch Hebel (18, 19) und Gelenkstücke (20) auf die Lade (21) des Figurkartenprismas überträgt. .
3. Maschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung des Messerkastens (4, 9) durch eine Zungenweiche (33) erfolgt, - deren Umstellung durch eine von der Grundkarte gesteuerte Mitnehmergabel (30) am Messerkasten vermittelt wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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