DE2032498C - Verfahren und Vorrichtung zum Betrei ben von regenerativ arbeitenden Hochofen Winderhitzern - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Betrei ben von regenerativ arbeitenden Hochofen WinderhitzernInfo
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Description
Zur Verbrennung der H.'.zstoffe sowie zur Umwandlung
und Aktivierung der Reduktionsmittel wird dem Hochofen verdichtete und in Winderhitzern
auf hohe Temperaturen erwärmte Luft, sogenannter Heißwind zugeführt. Um einen möglichst gleichmäßigen
und ruhigen Hochofengang zu erhalten, werden Menge und Temperatur des Heißwindes vor dem
Eintritt in den Hochofen geregelt und auf bestimmten
Werten konstant gehalten. Verändern sich aus irgendwelchen Gründen diese Werte, so reagiert der
Hochofen sofort durch unruhigen Gang, der je nach Heftigkeit und Dauer des Regelversagens zu erheblichen
Betriebsstörungen führen kann.
Die Temperatur des Heißwindes wird üblicherweise dadurch konstant gehalten, daß man einen Teil
des Kaltwindes nicht durch den blasenden Winderhitzer strömen läßt, sondern dem Heißwind hinter dem
Winderhitzer als Mischwind zugibt, und zwar in solcher Menge wie notwendig ist, um die festgelegte
Heißwindtemperatur einzustellen. Im Verlauf der Plase/.cit verringert sich die Mischv/indzugabe stetig,
da 'las infolge Wärmeabgabe sich abkühlende Gitterwerk
den durchströmenden Wind immer weniger aufheizt bis schließlich gegen Ende der B.'aszuit der den
Winderhitzer verlassende Heißwind die festgelegte Mindesttemperatur nahezu erreicht hat. Die dabei als
Mischwind weniger benötigte Windmenge geht mit dem Kaltwind durch den blasenden Winderhitzer und
wird mit aufgeheizt.
Die Summe des durch den Winderhitzei geleiteten Windes und des vor dem Winderhitzer zur Temperaturregelung
abgezweigten Teilstromes an Kaltwind entspricht während der normalen Blaszeit dem durch
ίο die Mengenregelung konstant gehaltenen, vom Hochofen
pro Zeiteinheit angenommenen Windvolumen.
Dieses Volumen ändert sich gegen End; der B'.as-Izeit
eines Winderhitzers, wenn ein aufgeheizter Winderhitzer zum Wechsel mit dem blasenden Winderhitzer
vorbereitet wird, erheblich. Die Ursache hierfür ist darin zu sehen, daß der zum Blasen vorgesehene
Winderhitzer mit Wind aufgefüllt werden muß, wozu ein Teil des für den kontinuierlichen Gang des Hochofens
erforderlichen Windes dient. Der Füllvorgang
ao hält so lange an, bis im aufgefüllten Winderhitzer der
Druck gleich dem Druck in dor Kaltwindleitung ist.
Ein solcher Druckausgleich ist notwendig, um die Absperrorgane, die zwischen dem Winderhitzer und
der Kaltwindleitung vorgesehen sind, entgegen dem
as auflastenden Kaltwinddruck mit einem betrieblich
vertretbaren Aufwand an Antriebsmitteln bewegen zu können. Das gilt insbesondere für Winderhitzer großer
Kapazität, bei denen die Kaltwindleitungen große Durchmesser haben, ferner für Winderhitzer, die mit
hohem Druck betrieben werden.
Zum Zwecke des Druckausgleiches sind die KaItwindabsperrorgane
mit einer Entlastungseinrichtung versehen, die beim Einleiten des Öffnungsvorganges
einen relativ kleinen Durchtri^querschnitt fre:gibt
und so lange Füllwind überströmen läßt, bis im Winderhitzer praktisch der gleiche Druck herrscht wie im
Kaltwindleitungssystem. Nun kann das Kaltwindabsperrorgan ohne unnötigen Mehraufwand an Energie
und Antriebsmaschinen geöffnet werden.
Obwohl die öffnung der Entlastungseinrichtung nur, wie bereits gesagt, einen relativ kleinen Querschnitt
hat. fließt am Anfang des Füllens infolge des großen Druckunterschiedes zwischen dem leeren
Winderhitzer und der Kalt windleitung ein erheblicher Teil des für den Hochofen pro Zeiteinheit benötigien
Windvolumens über. Gleichzeitig findet durch die völlige Entspannung des Füllwindes im leeren Winderhitzer
ein Druckabfall im blasenden Winderhitzer statt, der sich bis in die Heißwindleitung fortpflanzt.
Beide Vorgänge bewirken eine plötzlich einsetzende mangelnde Windversorgung des Hochofens, dessen
Schmelz- und Reduktionsarbeit dadurch empfindlich gestört wird.
Mit der Abzweigung von Füllwind ist auch ein plötzlicher Tt uperaturubfall des zum Hochofen p.elangenden
Heißwindes verbunden, weil die niedrigeren Geschwindigkeiten des Windes im Gitterwerk des
blasender Winderhitzers eine äquivalente Senkung des Wärmeüberganges vom Gitterwerk zum Wind ergeben,
der somit weniger Wärme pro Volumeneinheit aufnimmt, also weniger hoch erhitzt den Winderhitzer
verläßt. Durch die bekannte Reaktionsträgheit der Temperaturmeßfühler und des Verstellgerätes des die
Zugabe des Mischwindes zum Heißwind dosierenden Regelorgans (z. B. Regeldrosselklappc) wird der
Temperaturabfalleffekt, der sich ebenfalls nachteilig auf den Hochofengang auswirkt, noch gesteigert.
Mit zunehmender Füllung des zum Blasen vor-
Mit zunehmender Füllung des zum Blasen vor-
gesehenen Winderhitzers verringern sich die geschil- Füllgebläse nur den Differenzdruck zwischen Windderten
einschneidenden Veränderungen der normalen druck und Enddruck im Vorratsbehälter zu leisten
Windversorgung des Hochofens. Volumen und Druck hat. Die über die gesamte Füllzeit, die ja weitgehend
des Heißwindes sind nach Beendigung des Füllvor- auch der Blaszeit entspricht, verteilte gleichmäßige
ganges wieder in der gleichen Höhe wie vorher, nur 5 Abnahme von Kaltwind, die — wie Berechnungen
die Temperatur des Heißwindes zieht etwas nach. ergeben haben — etwa 1 °/o des stündlichen Wind-Hauptsächlich
beeinflußt durch die schon angeführte Volumens ausmacht, kann (ohne Beeinflussung res
Trägheit der Temperaturmeß- und Regelorgane. Hochofenbetriebes) durch entsprechende Einstellung
Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, die vor- des Gebläses für den Hochofenwind bzw. der
stehend angeführten Mangel zu beseitigen bzw. eine io Mengenregelorgane ausgeglichen werden,
weitgehend kontinuierliche Versorgung des Hoch- Die Erfindung ist auf jede Art Winderhitzerbeofens mit Heißwind sicherzustellen. trieb anwendbar, gleichgültig, ob zwei, drei, vier oder
weitgehend kontinuierliche Versorgung des Hoch- Die Erfindung ist auf jede Art Winderhitzerbeofens mit Heißwind sicherzustellen. trieb anwendbar, gleichgültig, ob zwei, drei, vier oder
Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Er- mehr Winderhitzer wechselweise, paarweise parallel
findung vorgeschlagen, daß der zum Blasen vorgese- oder paarweise parallel und phasenverschoben be-
hene Winderhitzer zunächst durch einen separaten, 15 trieben werden.
von der Kaltwindleitung unabhängigen Luftstrom üs Natürlich ist js auch möglich, ohne LuftvorraKbe-
/u dem in der Kaltwindleitung herrschenden Druck halter auszukommen, indem <-zn das Gebläse direkt
gefüllt und danach durch öffnen des Kaltwinc'schie- in die gemeinsame Füllleitung fördern läßt. In man-
bers an die Kaltwindleitung angeschlossen wird. Auf chen Fällen kann selbstverständlich auch jedem
diese Weise bleibt die dem Hochofen pro Zeiteinheit 20 Winderhitzer ein eigenes Füllgebläse zugeordnet
zufließende Windmenge in jeder Phase des Hoch werden.
ofenbetriebes gleich, d. h., es wird eine kontinuier- Lin Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an
liehe Windversorgung erreicht, die wiederum e;n ein- Hand der Zeichnung, die ein ausschnittsweises
wandfreies Ablaufen der Schmelz- und Reduktions- Schemabild einer Winderhitzeranlage zeigt, im folgen-
prozesse im Hochofen garantiert. Kostspielige Störun- 25 den näher enöutert.
gen und Unterbrechungen im Hochofengang werden In der Zeichnung sind mit Ϊ und 2 Winderhitzer
weitgehend vermieden. bezeichnet, die außenstehende Brennschächte 3 und 4
Eine bevorzugte Vorrichtung zum Durchführen aufweisen, in denen die Heizgase zum Aufheizen des
des Verfahrens gemäß der Erfindung besteht darin, in den Winderhitzern untergebrachten Gitterwerkes
daß jeder Winderhitzer über ein Absperrorgan an 30 erzeugt werden. Die dazu benötigten Brennmittel
eine gemeinsame Fülleitung angeschlossen ist, die mit (Brenngas und Luft) werden durch Leitungen S und
einem an ein Gebläse angeschlossenen Luftvorrats- 6 bzw. 7 und 8 zugeführt, während die Abgase durch
behälter in Verbindung steht. Diese Vorrichtung hat Leitungen 9 bzw. 10 entweichen. Beide Winderhitden
Vorteil, daß immer ein Fülluftvorrat zur Ver- zer 1 und 2 sind über Kaltwindschieber 11 bzw. 12
fügung ste'U, d. h., die Lieferung von Fülluft ist nicht 35 an eine von einem nicht dargestellten Gebläse gedirekt
an Einschaltzeiten und Förderleistung eines speiste Kaltwindzuführungsleitung 13 angeschlossen,
Gebläses gebunden. Vielmehr kann das Gebläse dann ferner über Heißwindschieber 14 bzw. 15 an eine
wirksam werden, wenn der Luftdruck im Vorrats- Heißwindleitung 16, die den Hochofen mit Heißwind
behälter bis zu einem bestimmten unteren Wert ge- beliefert.
fallen ist. Nach Erreichen des festgelegten Höchst- 40 Von der Kaltwindleitung 13 führt eine Leitung
druckes schaltet das Gebläse wieder ab. Der Höchst- 17 weg, die über Absperrorgane !* bzw. 19 in die
druck richtet sich nach der Größe des Vorratsbehäl- Brennschächte 3 und 4 mündende Abzweige 20 und
ters unc nach dem Druck, der in dem auszufüllenden 21 hat.
Cowper herrschen soll. Er ist in jedem Fall höher als Schließlich ist die Winderhitzeranlage mit einem
der Winddruck im Cowper Im allgemeinen wird man 45 durch ein Gebläse 22 beaufschlagbaren, zum sepaden
Druck und die Größe Hes Vorratsbehälteis so raten Füllen der Winderhitzer 1 und 2 dienenden
wählen, daß unter Berücksichtigung örtlicher Ge- Luftvorratsbehälter 23 ausgerüstet, von dem eine
gebenheiten ein Optimum an Wirtschaftlichkeit ge- Tüüeitung 24 mit Leitungszweigen 25 bzw. 26 weggeben
ist. führt, die über Absperrorgane 27 bzw. 28 hinter den
Die Berechnung des notwendigen Behälterdruckes 50 Kaltwindschiebern 11 und 12 mit der Winderhitzern 1
stellt keine besonderen Probleme. Man bestimmt zu- und 2 verbunden sind.
nächst das freie Volumen im Winderhitzer und er- Die Betriebsweise der Winderhitzeranlage, soweit
mittelt dann die Luftmenge, die notwendig ist, diesen sie die Erfindung betrifft, ist folgendermaßen:
freien Raurn so weit aufzufüllen, daß der Winddruck Angenommen der Winderhitzer 1 ist nahezu aberreicht wird. Dabei muß die Erwärmung der ein- 55 geblasen, d. h., das Gitterwerk des Winderhitzers hat strömenden Fülluft und die Menge der im Cowper durch fortwährende Wärmeabgabe an den über den vorhandenen Rauchgase berücksichtigt werden. Kaltwindschieber 11 einfließenden Kaltwind bereits
freien Raurn so weit aufzufüllen, daß der Winddruck Angenommen der Winderhitzer 1 ist nahezu aberreicht wird. Dabei muß die Erwärmung der ein- 55 geblasen, d. h., das Gitterwerk des Winderhitzers hat strömenden Fülluft und die Menge der im Cowper durch fortwährende Wärmeabgabe an den über den vorhandenen Rauchgase berücksichtigt werden. Kaltwindschieber 11 einfließenden Kaltwind bereits
Die Leistung des Gebläses zum Füllen des Vor- so viel Wärme abgegeben, daß der über den Heißratsbehälters
ricatet sich nach der Größe des Vor- windschieber 14 austretende Heißwind nur noch
ratsbehälters und nach der Zeit, die zur Füllung zur 60 knapp über der festgelegten, nicht unterschreitbaren
Verfügung steht. Es ist maximal die Zeit, die zwi- Temperatur liegt. Dabei ist die Mischwindzugabe, die
sehen dem »Auf-Blasen« gerichteten Umstellvorgang am Absperrorgan 18 geregelt ist, ;■ schlossen,
zweier zeitlich nach' inander eingesetzter Winderhit- Das Umschalten der Anlage auf Winderhitzer 2, zer vergeht, abzüglich der Zeit, die zum öffnen und dessen Befeuerungsphase abgeschlossen ist und der Schließen de. zugehörigen Absperrorgane not- 65 mit geschlossenen Absperrorganen heiß bereit steht, wendig ist. ist nunmehr notwendig. Hierzu wird zunächst das
zweier zeitlich nach' inander eingesetzter Winderhit- Das Umschalten der Anlage auf Winderhitzer 2, zer vergeht, abzüglich der Zeit, die zum öffnen und dessen Befeuerungsphase abgeschlossen ist und der Schließen de. zugehörigen Absperrorgane not- 65 mit geschlossenen Absperrorganen heiß bereit steht, wendig ist. ist nunmehr notwendig. Hierzu wird zunächst das
In manchen Fällen ist es möglich, das Füllgebläse Absperrorgan 28 geöffnet und so der Winderhitzer 2
dem KüHwindgebläse nachzuschalten, so daß das über die Leitungen 24 und 26 mit Luft gefüllt. Hai
tier Luftdruck im Winderhitzer 2 den in der Kaltwindleitung
13 vorhandenen Druck erreicht, wird das Absperrorgan 28 wieder geschlossen, alsdann der
Kaltwindschieber 12 geöffnet. Ebenfalls geöffnet wird der Heißwindschieber 15 und das Mischwindabsperrorgan
19, über das dem Heißwind kalter Mischwind zufließt zum Einstellen der festgelegten
Heißwindtemperatur. Sobald diese Temperatur erreicht ist, geht das Abschalten des abgeblasenen
Winderhitzers 1 vonstatten. Hat der Luftvorratsbehälter 23 den Volumen- und Druckausgleich mit dem
Winderhitzer durchgeführt, dann schaltet automatisch das Gebläse 22 ein, das den Behälter 23 bis zu
einem festgelegten Höchstdruck auffüllt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Betreiben von regenerativ arbeitenden Winderhitzern, die wechselweise aufgeheizt
und zur Erzeugung des tür Hochöfen benötigten Heißwindes abgeblasen werden, wobei
einem Hochofen eine Gruppe von wenigstens zwei Winderhitzern zugeordnet ist, die eine gemeinsame
Kaltwindzuführungsleitung und eine gemeinsame mit dem Hochofen verbundene Heißwindleitung
autweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der zum Blasen vorgesehene Winderhitzer (2) zunächst durch einen separaten,
von der Kaltvvindleitung (13) unabhängigen Luftstrom bis zu dem in der Kaltwindleitung herrschenden
Druck gefüllt, alsdann durch öffnen des Kaltwindschiebers (12) an die Kaltwindleitung
(13) angeschlossen wird.
2. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder Winderhitzer (1 und 2) über ein Absperrorgan (27 bzw. 28) an eine gemeinsame
Fülleitung (24) angeschlossen ist, die mit einem an ein Gebläse (22) angeschlossenen Luftvorratsbehälter
(23) [:. Verbindung steht.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Winderhitzer (1 ird 2) eine gemeinsame von einem Gebläse direkt gespeiste Füllleitung
haben.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Winderhitzer (1 und 2) ein Füllgebläse zugeordnet ist.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllgebläse dem
Kaltwindgebläse nachgeschaltet sind.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2032498C true DE2032498C (de) | 1972-10-19 |
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