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Die
Erfindung betrifft eine Heizbuchse zur Verwendung in einem Faserofen
zum Herstellen von optischen Glasfasern aus Preformen, insbesondere von
Mehrkomponentenglasfasern. Der Faserofen ist in der Regel mit einer
Nachführvorrichtung
zum Halten und Nachführen
der Preformen in den Heizbuchsen und einer Zieh- und Beschlichtungsanlage
zum Weiterführen
der Glasfasern an eine Konfektioniervorrichtung versehen.
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Der
Gegenstand der Erfindung wird in Verfahren zum Herstellen von Glasfasern
aus Preformen eingesetzt, wobei die Preformen mit einer Nachführvorrichtung
in die Heizbuchsen des Faserofens eingeführt werden und wobei die aus
den Heizbuchsen gezogenen Glasfasern über eine nachgeordnete Kühlstrecke
gekühlt
und über
eine Ziehanlage zu einer Konfektioniervorrichtung weitergeführt werden.
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Vorrichtungen
und Verfahren zum Herstellen von Glasfasern sind im Stand der Technik
bekannt. Dabei werden Preformen in Heizbuchsen eingeführt und
geschmolzen. Das Glas fließt
von dem Preformen kontinuierlich ab und wird unterhalb des Faserofens
aus den Heizbuchsen gezogen.
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Preformen
bestehen zumindest aus einem Stab eines bestimmten Glasmaterials
mit einem vorbestimmten Durchmesser. Insbesondere für den Einsatz
von Mehrkomponentenglasfasern in Glasfaserbündeln ist es jedoch erforderlich,
dass die Glasfasern eine bestimmte Qualität hinsichtlich des Durchmessers
jeder Glasfaser beziehungsweise der Durchmesservarianz mehrerer
gleichzeitig hergestellter Glasfasern aufweisen, wobei eine optimale Reflexionsfähigkeit
für das
durch die Glasfaser geleitete Licht notwendig ist. Diese Eigenschaften
werden bei Mehrkomponentenglasfasern durch mehrschichtige Preformen
erzielt, welche einen Kernstab und zum Beispiel ein Mantelrohr umfassen.
Die daraus gezogenen Glasfasern weisen einen Kern und einen damit
verbundenen Mantel auf. Dabei werden die hohen Reflexionseigenschaften
durch den Mantel erzeugt, welcher eine bestimmte Brechungszahl aufweist.
Der Kernstab besteht aus einem Material mit einer höheren Brechzahl
als die des Mantelmaterials, um die lichtleitenden und optischen
Eigenschaften zu gewährleisten.
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Beim
Schmelzen der Preform wird mit dem Abtropfen des ersten Glastropfens
das Mantelmaterial über
das Kernmaterial gezogen und die beiden Materialien vereinigen sich.
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Um
die Materialstärken
konstant zu halten und optimale optische Eigenschaften der unterschiedlichen
Materialien in den Glasfasern zu erzeugen, ist es erforderlich,
dass die Durchmesser der Glasfasern konstant gehalten werden. Darüber hinaus
sind die Temperaturverläufe
im Faserofen von entscheidender Bedeutung für die optischen und mechanischen
Eigenschaften der daraus entstehenden Glasfasern.
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Hierzu
werden im Stand der Technik Herstellungsweisen unterschieden, welche
im Wesentlichen von der Art und Qualität der zu erzeugenden Glasfasern
beziehungsweise der Geschwindigkeit der Fasererzeugung und der Anzahl
der gleichzeitig herzustellenden Glasfasern abhängen.
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Aus
der US 2003/0079501 A1 ist eine Mehrfachziehanlage für Glasfasern
bekannt, welche aus einschichtigen Preformen gezogen werden. Diese Preformen
bestehen in der Regel aus Quarzglas, welches bei 2000°C in einem
Ziehofen geschmolzen wird. Aus dem Ziehofen wird eine Faser abgezogen, deren
Durchmesser in einem Ziehturm mit entsprechenden Mitteln hinsichtlich
der Genauigkeit geprüft beziehungsweise
vermessen und anschließend
mit einem Polymermaterial beschichtet wird. Danach wird die Faser
auf einer Aufwickelspule aufgewickelt. Die so hergestellten Fasern
aus Quarzglas werden in der Telekommunikationstechnik beziehungsweise
für die
Datenübertragung
verwendet.
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Sie
werden wegen der erhöhten
Anforderungen an die Durchmessergenauigkeit und wegen der damit
notwendig werdenden Prüfmaßnahmen
stets einzeln gezogen und nach dem Ziehofen auch einzeln nachverarbeitet.
Die Verbesserungen, welche mit der US 2003/0079501 A1 erkannt wurden,
bestehen gegenüber
der bekannten Einzelfaserherstellung darin, mehrere gesondert für sich arbeitende
Vorrichtungen zur Erzeugung von Einzelfasern parallel zu schalten,
um eine dementsprechende Anzahl von Glasfasern gleichzeitig herstellen
zu können.
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Diese
Herstellungsweise ist für
die Erzeugung von Mehrkomponentenglasfasern ungeeignet, da meist
eine Vielzahl von Glasfasern in Glasfaserbündeln verwendet werden, welche
hinsichtlich der Durchmessergenauigkeit und der Beschichtung andere
Anforderungen zu erfüllen
haben. Es hat sich erwiesen, dass eine wirtschaftliche Herstellung
derartiger Glasfaserbündel
mit Einzelfaserziehvorrichtungen, auch wenn sie zu mehreren parallelgeschaltet sind,
nicht möglich
ist.
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Insbesondere
hat sich als Nachteil solcher Vorrichtungen erwiesen, dass trotz
Parallelschaltung von mehreren Einzelfaserziehanlagen die Anzahl
der Glasfasern erheblich unter dem Notwendigen begrenzt bleibt.
Zur wirtschaftlichen Herstellung von Glasfaserbündeln sollten eine Vielzahl
von Einzelfasern gleichzeitig hergestellt werden können. Auch
ist die auf die Einzelfaser bezogene Nachverarbeitung bei der Vorrichtung
nach dem Stand der Technik mit erheblichen Kosten verbunden, so
dass eine Erzeugung von Faserbündeln
für optische
Systeme damit unwirtschaftlich wäre.
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Gegenüber den
für die
Datenübertragung verwendeten
Glasfasern kommt es bei Mehrkomponentenglasfasern weniger auf die
Qualität
der Einzelfasern als auf die des gesamten Faserbündels an. Daneben spielen,
anders als bei Datenübertragungsfasern,
für die
Verwendung von Glasfaserbündel
aus Mehrkomponentenglasfasern Wirtschaftlichkeitserwägungen eine
wesentlich größere Rolle.
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Es
hat sich gezeigt, dass bei Einzelführung der Glasfasern, wie im
vorgenannten Stand der Technik dargestellt, diese Anforderungen
nicht gewährleistet
werden können.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, die Nachteile des Standes der Technik
zu vermeiden und eine Heizbuchse für einen Faserofen zum Herstellen optischer
Glasfasern bereitzustellen, mit welcher die vorbeschriebenen Qualitätsanforderungen
erfüllt werden
können,
und mit der eine ausreichende Anzahl an Glasfasern, vorzugsweise
aus mehrschichtigen Preformen, gleichzeitig herstellbar sind.
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Eine
Lösung
der Aufgabe wird durch den Anspruch 1 zur Verfügung gestellt. Erfindungsgemäße Weiterbildungen
und Ausgestaltungen der Heizbuchse werden durch die Unteransprüche zur
Verfügung gestellt.
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Es
ist dabei erfindungsgemäß vorgesehen, dass
die Heizbuchsen im Faserofen eine matrixartige Anordnung zur gleichzeitigen
Aufnahme mehrerer Preformen aufweisen und dass die aus den Heizbuchsen
gezogenen Glasfasern bandförmig
nebeneinander liegend von der Zieh- und Beschlichtungsanlage aufnehmbar
sind.
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Die
Anordnung der Heizbuchsen gewährleistet
dabei, dass die Glasfasern mit einem kleinen Versatzabstand zueinander
aus dem Faserofen gezogen werden können. Dabei ist es möglich, die
Glasfasern dementsprechend auf einer nachgeordneten Walze umzulenken.
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Der
Versatz der Glasfasern wird dadurch erreicht, dass die Matrixhauptachsen
mit einem vorbestimmten Versatzwinkel zueinander angeordnet sind. Hierzu
ist in vorteilhafter Weise vorgesehen, dass die Heizbuchsen im Faserofen
rautenförmig
angeordnet sind. Dabei ist weiter vorgesehen, dass der Abstand zwischen
den unmittelbar benachbarten Heizbuchsen auf jeder Matrixachse gleich
ist. Des Weiteren ist vorgesehen, dass die Heizbuchsen in einer
Ebene angeordnet sind.
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Mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
können
eine Vielzahl von Preformen synchron durch die Heizbuchsen geführt und
die im Faserofen hergestellten Glasfasern mit einer vorgegebenen
Ziehgeschwindigkeit aus den in den Heizbuchsen befindlichen Preformen
gezogen werden. Dabei ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Glasfasern
auf wenigstens einer nachgeordneten Umlenkwalze, ohne sich zu berühren und
zu kreuzen, umgelenkt werden. Somit werden die Glasfasern in ihrer
Gesamtheit mit gleicher Ziehgeschwindigkeit aus den Heizbuchsen
des Faserofens gezogen.
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Dadurch,
dass jeder von der Nachführvorrichtung
geführten
Preform eine Heizbuchse zugeordnet ist, wird ein gleichzeitiges
Ziehen von Glasfasern aus allen Preformen ermöglicht.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung wird erfindungsgemäß dadurch
zur Verfügung gestellt,
dass der Faserofen eine Anzahl von wenigstens 110 Heizbuchsen aufweist.
Dabei ist eine günstige
Anordnung dadurch erreichbar, dass die Matrixstruktur 10 Heizbuchsen
in Richtung der einen Matrixhauptachse und 11 Heizbuchsen in Richtung
der anderen Matrixhauptachse aufweist. Es hat sich nämlich erwiesen,
dass eine vorteilhafte Ausnutzung der Heizleistung aller Heizbuchsen
mit einer größeren Anzahl
an Heizbuchsen besser optimiert werden kann. Dabei werden ungewünschte Temperaturschwankungen
bereits konstruktiv gering gehalten. Bei dieser Ausführungsform
werden die Glasfasern von jeweils einer Hälfte des Faserofens auf je
eine Umlenkrolle und jeweils zu einer Beschlichtungsanlage geführt.
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Um
das gewünschte
und erforderliche Temperaturprofil zu gewährleisten, ist vorgesehen,
dass der Faserofen eine Temperaturregelung aufweist und dass die
Temperaturregelung Einzelregelungen der Heizbuchseninnentemperatur
umfasst. Somit können über die
Temperaturregelung sowohl die Gesamttemperatur als auch die Temperaturen
der einzelnen Heizbuchsen kontrolliert und geregelt werden. Dies
ermöglicht,
eine individuelle Anpassung des Temperaturprofils an äußere und
innere Einflussfaktoren.
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Um
die Temperaturen jeweils zu ermitteln und die Temperaturen der einzelnen
Heizbuchsen einzeln zu verändern,
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass die Einzelregelungen Mess- und Ausgleichsmittel zum Abstimmen
der Temperaturen der Heizbuchsen relativ zu den benachbarten Heizbuchsen
aufweisen. Hierzu sind Sensoren innerhalb der Heizbuchsen vorgesehen,
welche mit der Temperaturregelung verbunden sind. Mittels der Sensorwerte werden
die Temperaturen der einzelnen Heizbuchsen geregelt. Alle Heizbuchsen
werden auf einen Sollwert geheizt, welcher im Bereich zwischen etwa 800°C und 1100°C liegt.
Mit der Einzelregelung kann somit in vorteilhafter Weise erreicht
werden, dass alle Heizbuchsen individuell auf den Sollwert geregelt werden.
Störgrößen, welche
bewirken, dass die Heizbuchsen untereinander und insgesamt vom Sollwert
abweichende Temperaturen aufweisen, werden durch jeweilige Offseteinstellungen
ausgeglichen. Alle Heizbuchsen werden dabei auf den gleichen Sollwert
innerhalb eines Temperaturbands von etwa 1°C geregelt. Um Temperaturdifferenzen
zwischen den Heizbuchsen untereinander auszugleichen, wird in regelmäßigen Abständen für jede Heizbuchse
die Temperaturdifferenz aufgenommen und der ermittelte Wert vom
Offset abgezogen oder ihm zugerechnet. Somit können Langzeiteffekte, wie Alterung
der Thermoelemente und Heizbuchsen oder sonstige Störgrößen von
außerhalb
der Heizbuchsen, ebenfalls durch die Offseteinstellung ausgeglichen
werden. Die Ausgleichsmittel umfassen Heiz- als auch Kühlelemente,
beispielsweise elektronische Bauelemente, mit welchen in den Heizbuchsen
je nach Bedarf die Temperaturen erhöht oder gesenkt werden können. In
vorteilhafter Weise ist es somit möglich, definierte Zustände der
Heizbuchsen und somit des Gesamtsystems des Faserofens einzustellen.
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Des
Weiteren wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass jede Heizbuchse zumindest ein Heizelement, vorzugsweise mehrere
gesondert ansteuerbare Heizwendeln, aufweist und dass zwischen dem Heizelement
und der Preform zumindest ein Diffusor zum Streuen der Heizstrahlung
angeordnet ist. Vorteil dieser Ausführungsform ist es, dass mit
meh reren Heizwendeln zum einen ein genau berechnetes Temperaturprofil
in der Heizbuchse eingestellt werden kann. Zum anderen werden steile
Temperaturgefälle durch
den Diffusor geglättet.
Dabei ist vorgesehen, dass der Diffusor vorzugsweise ein Quarzrohr
umfasst und dass die Preform von der Nachführvorrichtung durch das Quarzglas
führbar
ist.
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Innerhalb
der Heizbuchse, aber besonders innerhalb des Quarzrohres, können sich
ungewünschte
Strömungsbedingungen
ergeben, welche dazu führen,
dass die Preform mit kalter Luft beaufschlagt wird. Um dies zu vermeiden
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass jede Heizbuchse Strömungsmittel
zur Erzeugung einer laminaren Luftströmung in der Heizbuchse aufweist.
Hierdurch ist es möglich,
in vorteilhafter Weise vorberechnete Strömungsbedingungen einzustellen.
Dabei ist vorgesehen, dass die Strömungsmittel eine vorzugsweise einstückig mit
dem Diffusor verbundene im unteren Teil der Heizbuchse angeordnete
Verlängerung
umfassen, welche frei von Heizelementen ist. Dies bewirkt, dass
sich unter der Heizbuchse ein Luftpuffer bilden kann, welches durch
die Heizstrahlung aufgeheizt wird. Die aufgeheizte Luft wird in
die Heizbuchse geleitet. Damit die Strömungsgeschwindigkeit der eingeleiteten
Luft nicht ungewünscht
dabei zunimmt, ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass die Strömungsmittel
zumindest eine Strömungsblende
am oberen Ende der Heizbuchsen umfassen, welche für den Luftabzug
einen Ringspalt mit vorbestimmter Spaltbreite um die Preformen gewährleistet.
Durch die Strömungsblende
ist es möglich,
die Laminargeschwindigkeit der Luftströmung durch Festlegung des Ringspalts
im oberen Bereich der Heizbuchse zu beeinflussen. Es ist auch möglich, mehrere
Strömungsblenden
mit unterschiedlichen, auf die jeweils abzudeckenden Ringspalte
abgestimmte Außendurchmesser
zu verwenden. Es kann somit in einfacher Weise der Ringspalt an
verschiedene Durchmesser von Preformen angepasst oder auf Änderungen
der Strömungsbedingungen
in einer Heizbuchse während
des Ziehprozesses reagiert werden. Dabei ist mit einer vorteilhaften
Ausführungsform
vorgesehen, dass die Heizbuchsen im gesamten Faserofen die gleichen
Ringspalte aufweisen.
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Erfindungsgemäß wird weiter
vorgeschlagen, dass die Nachführvorrichtung
eine Tragscheibe mit Einzelaufhängungen
zur Aufnahme der einzelnen Preformen aufweist. Damit kann jede Preform
einzeln aufgehängt
werden. Bei geringer Anzahl von herzustellenden Glasfasern können dabei
einzelne Einzelaufhängungen
auch unbestückt
bleiben.
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Es
ist außerdem
in vorteilhafter Weise vorgesehen, dass die Einzelaufhängungen
an der Tragscheibe eine mit der Heizbuchsenanordnung korrespondierende
matrixartige Anordnung aufweisen. Dadurch wird es möglich, dass
die Preformen achssymmetrisch zu den Achsen der Heizbuchsen einführbar sind
und Abweichungen des Randabstandes der Preformen zu jeweils ihrer
Heizbuchse vermieden werden.
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In
vorteilhafter Weise wird das Zusammenschmelzen des Mantel- und Kernmaterials
dadurch verbessert, dass jede Einzelaufhängung einen Vakuumanschluss
zur Verbindung der Preform an ein zentrales Vakuumsystem aufweist.
Das Vakuum zieht dabei die zwischen den Materialien befindliche
Luft ab, so dass Lufteinschlüsse
zwischen den Schichten vermieden werden können.
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Um
einen synchronen Vorschub aller in der Tragscheibe angeordneten
Preformen und damit eine zuverlässige
Herstellung von weitgehend identischen Faserdurchmessern zu erreichen,
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
dass die Tragscheibe für
den Vorschub der Preformen mittels Gewindespindel und Führung von
einem Getriebemotor antreibbar und bremsbar ist.
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Dabei
ist vorgesehen, dass die Tragscheibe manuell und/oder automatisch
in eine Bedienposition verfahrbar ist, so dass die Tragscheibe nach
dem Ziehvorgang schnell in ihre Bedienposition zurückfahrbar
ist.
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Es
ist des Weiteren erfindungsgemäß vorgesehen,
dass der Faserofen einen Strömungskragen am
ausgangsseitigen Ende der Heizbuchsen aufweist, mittels dem ein
Luftpuffer für
die verzögerte Abkühlung der
Glasfasern erzeugbar ist. Es hat sich dabei in vorteilhafter Weise
erwiesen, dass mit diesem Strömungskragen
gezielte Abkühlprofile
für die Glasfasern
erreichbar sind.
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Es
ist vorgesehen, dass dem Faserofen eine Kühlstrecke zum Kühlen der
Glasfasern nachgeordnet ist. Als vorteilhaft hat sich dabei erwiesen,
dass die Kühlstrecke
einen Trichter aufweist, durch den die Glasfasern zur Zieh- und
Beschlichtungsanlage führbar
sind. Der Trichter ist dem Faserofen nachgeordnet und unterhalb
des Strömungskragens
in der Kühlstrecke
positioniert, so dass beim Einrichten der Vorrichtung, die ersten
geschmolzenen Glastropfen der Preformen gezielt zum Einrichtungsplatz
an der Zieh- und Beschlichtungsanlage führbar sind. Die Glastropfen
treffen beim Herunterfallen auf den Trichter und rutschen mit der
nachfolgenden Glasfaser durch den Trichter zur Zieh- und Beschlichtungsanlage,
wo sie vorzugsweise manuell aufgenommen und in der Beschlichtungsanlage
auf Schlichtewalzen aufgelegt werden können.
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Es
hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, dass die Glasfasern jeder
Ofenhälfte über je eine Schlichtewalze
führbar
sind. Somit wird erreicht, dass eine große Anzahl an Glasfasern gleichzeitig hergestellt
und weiterverarbeitet werden kann. Die Glasfasern werden dabei jeweils
um die entsprechende Schlichtewalze geführt, bandförmig nebeneinander angeordnet
und gleichmäßig mit
Schlichtemittel versehen. Dabei ist vorgesehen, dass sich die Glasfasern
nicht berühren.
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Eine
weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung wird dadurch
erreicht, dass die Schlichtewalzen in einem vorbestimmten Winkel
zu den Matrixhauptachsen angeordnet sind. Somit wird die Einrichtung
der Vorrichtung beim Ziehbeginn erleichtert und weiterhin erreicht,
dass die Glasfasern ausreichend Abstand voneinander haben, während sie
beschlichtet werden.
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Der
beschriebene Faserofen, der die erfindungsgemäße Heizbuchse beinhaltet, ermöglicht es, dass
die Glasfasern mit einem vorbestimmten gleichbleibenden Durchmesser aus
den Heizbuchsen gezogen und über
die Kühlstrecke
in vorbestimmter Weise gekühlt
werden und dass mittels Anordnung der Heizbuchsen ein berührungs-
und kreuzungsfreies Ziehen der Glasfasern gewährleistet wird. Die Glasfasern
werden hierzu mit gleichbleibender Ziehgeschwindigkeit aus den Heizbuchsen
gezogen. Die optischen Anforderungen an das Glasmaterial der Glasfasern
und die physikalischen Eigenschaften der damit erzeugten Faserbündel werden
dadurch in ausreichender Weise gewährleistet, dass Schwankungen
der Ziehgeschwindigkeit an den einzelnen Glasfasern vermieden werden.
Dabei wird gemäß dem Masseflussgesetz
das Verhältnis
der Masse des geschmolzenen Glasmaterials und der Masse des als
Glasfaser abgezogenen Glasmaterials konstant gehalten.
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Dies
wird dadurch erreicht, dass jede Preform mit einem geregelten Temperaturprofil
in der zugeordneten Heizbuchse und/oder Vorschub der Tragscheibe
gezogen wird. Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass die aus den
Heizbuchsen gezogenen Glasfasern über ein vorbestimmtes Temperaturprofil gekühlt werden.
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Dabei
sorgt erfindungsgemäß die spezielle geometrische
Anordnung der Heizbuchsen dafür, dass
die Glasfasern ohne sich gegenseitig zu berühren oder miteinander gekreuzt
zu werden, aus dem Faserofen gezogen und über die Kühlstrecke geführt werden
können.
Des Weiteren ist es somit nach der Kühlstrecke möglich, dass die Glasfasern
bandartig auf den nachgeordneten Schlichtewalzen einer Beschlichtungsanlage
gleichmäßig mit
Schlichtemittel benetzt werden.
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Das
Ziehen der Glasfasern wird dadurch vorgenommen, dass die Glasfasern
von einer Abziehwalze mit gleicher Ziehgeschwindigkeit gezogen werden.
Dabei liegen die Glasfasern wie bereits auf den Schlichtewalzen
ebenfalls berührungs-
und kreuzungsfrei auf der Abziehwalze an. Danach können die
Glasfasern gebündelt
und konfektioniert werden, so dass Faserbündel beziehungsweise Faserkabel mit
einer großen
Anzahl an Glasfasern gleichzeitig hergestellt werden können.
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Es
wird vorgeschlagen, dass die Ziehgeschwindigkeit der Abziehwalze
und der Vorschub der Tragscheibe mittels einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage
geregelt werden. Außerdem
ist vorgesehen, dass die Temperaturen in den Heizbuchsen mittels
der elektronischen Datenverarbeitungsanlage geregelt werden. Schließlich ist
vorgesehen, dass die Glasfasern rückwirkungsfrei konfektioniert
werden. Vorzugsweise werden die Glasfasern mittels einer Nebenrolle
um die Abziehwalze geführt,
um eine möglichst
große
Abziehreibung auf der Walzenoberfläche zu erhalten. Von der Nebenrolle
werden die Glasfasern an die rückwirkungsfreie
Konfektioniervorrichtung geführt,
womit verhindert wird, dass beim Konfektionieren Kräfte auf
mehrere oder einzelne Glasfasern ausgeübt werden, welche die Konstanz der
Ziehgeschwindigkeit und damit die Durchmessergenauigkeit in Frage
stellen.
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Schließlich werden
zur Lösung
der erfindungsgemäßen Aufgabe
Heizbuchsen mit den diesbezüglich
vorbeschriebenen Merkmalen zur Verwendung in Faseröfen vorgeschlagen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung erläutert. Es
zeigen
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1 eine
Skizze der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
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2 den
Faserofen in einer Draufsicht von oben mit der erfindungsgemäßen Anordnung
der Heizbuchsen;
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3 eine
Heizbuchse im Querschnitt durch die Längsachse;
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4 eine
Heizbuchse nach 3 beim Ziehen einer Preform.
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In 1 ist
die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 mit
dem Faserofen 2 und einer Zieh- und Beschlichtungsanlage 3 dargestellt.
Der Zieh- und Beschlichtungsanlage 3 ist eine Konfektioniervorrichtung 4 nachgeordnet,
welche rückwirkungsfrei
die hergestellten Glasfasern 5 als Faserbündel 6 auf
Aufwickelspulen 7 konfektioniert.
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Zwischen
dem Faserofen 2 und der Beschlichtungsanlage 3 ist
die Kühlstrecke 8 zwischengeordnet,
wobei die Glasfasern 5 durch einen Trichter 9 hindurchgeführt werden.
Die Kühlstrecke 8 weist einen
dem Faserofen 2 unmittelbar nachgeordneten Strömungskragen 10 auf,
welcher dazu dient, dass die Glasfasern 5 mit einem vorbestimmten
Temperaturprofil abgekühlt
werden.
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Die
Glasfasern 5 werden von Preformen 11 abgezogen,
wobei die Preformen mittels einer Nachführvorrichtung 12 in
den Faserofen 2 eingeführt
werden. Dazu werden die einzelnen Preformen 11 an einer
Tragscheibe 13 der Nachführvorrichtung 12 befestigt.
Die Tragscheibe 13 ist in einer Führung 14 mittels einer
in der 1 nicht dargestellten Getriebespindel, vorzugsweise
mittels einer Kugelumlaufspindel, geführt und wird von einem Getriebemotor angetrieben.
Dabei wird die Tragscheibe 13 beim normalen Nachführen der
Preformen 11 mit dem für das
Ziehen vorgesehenen Vorschub angetrieben. Wird das Ziehen der Glasfasern 5 beendet,
kann die Tragscheibe 13 manuell oder, beispielsweise am Ende
der Preformen 11, auch automatisch wieder in eine Bedienposition
gefahren werden, in welcher die Preformreste entnommen und neue
Preformen 11 an der Tragscheibe 13 befestigt werden
können.
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Der
Faserofen 2 weist eine Vielzahl von Heizbuchsen 15 auf,
welche in 3 und 4 näher erläutert werden.
Die Preformen 11 werden von der Nachführvorrichtung 12 in
einer Weise in die Heizbuchsen 15 eingeführt, dass
die Glasfasern 5 kontinuierlich über die Beschlichtungsanlage 16 von der
Ziehanlage 17 zur Konfektioniervorrichtung 4 geführt werden
können.
Die Ziehanlage 17 weist hierzu eine Abziehwalze 18 auf,
wobei die Glasfasern 5 von einer Nebenrolle 19 berührungsfrei
nebeneinander liegend um die Abziehwalze 18 geführt werden,
so dass die Glasfasern 5 von der Abziehwalze 18 mit gleicher
Ziehgeschwindigkeit gezogen werden. So kann die Haftreibung der
Glasfasern 5 an der Abziehwalze 13 optimal gehalten
werden und es werden alle Glasfasern 5 mit weitgehend identischer
Ziehgeschwindigkeit aus den Heizbuchsen 15 des Faserofens 2 gezogen.
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Eine
elektronische Datenverarbeitungsanlage regelt dabei den Ziehvorgang
entsprechend in Abhängigkeit
vom Vorschub der Nachführvorrichtung 12 und
der Ziehgeschwindigkeit. Die Konfektioniervorrichtung 4 stellt
sich selbsttätig
auf die von der Abziehwalze 15 vorgegebene Geschwindigkeit
ein, mit welcher das Faserbündel 6 aufgewickelt
wer den kann.
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Die
Glasfasern 5 werden vor der Abziehwalze 18 durch
die Beschlichtungsanlage 16 gezogen. Dabei werden die Glasfasern 5 bandartig
nebeneinander angeordnet von zwei Schlichtewalzen 20.1, 20.2 aufgenommen.
Es ist vorgesehen, dass die Glasfasern 5 jeweils einer
Hälfte
des Faserofens 2 über
eine der Schlichtewalzen 20.1, 20.2 geführt werden.
Die Schlichtewalzen 20.1, 20.2 sind teilweise, d.h.
bis zu 45% in einen Vorratsbehälter 21 eingetaucht.
Die Glasfasern 5 werden über die Oberfläche der
Schlichtewalzen 20.1, 20.2 gleichmäßig mit Schlichtemittel
benetzt. Anschließend
werden die Glasfasern 5, weiterhin bandartig nebeneinander
angeordnet, von der Abziehwalze 13 aufgenommen.
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In 2 ist
der Faserofen 2 mit der erfindungsgemäß vorgesehenen Anordnung der
Heizbuchsen 15 dargestellt. Die Heizbuchsen 15 sind
in einer Ebene in Form einer Matrix 22 angeordnet. Die Matrix 22 weist
winklig zueinander angeordnete Matrixachsen 23, 24 auf,
auf deren Kreuzungspunkten die Heizbuchsen 15 angeordnet
sind. In jeder Richtung der Matrixachsen 23, 24 sind
die benachbarten Heizbuchsen 15 mit dem gleichen Abstand
zueinander angeordnet. Die Matrixachsen 23, 24 sind
mit einem vorbestimmten Winkel α zueinander
angeordnet. Der Winkel α wird
erfindungsgemäß kleiner
als 90° gewählt.
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In
einer vorteilhaften Ausführungsform
weist der Faserofen 2 eine Matrixstruktur von 10X 11 mit insgesamt
110 Heizbuchsen 15 auf. Dabei werden jeweils die Hälfte der
von den Preformen 11 gezogenen Glasfasern 5 über eine
in der 2 nicht dargestellte Schlichtewalze 20.1, 20.2 geführt. Die
Schlichtewalzen 20.1, 20.2 sind dabei in einem
vorbestimmten Winkel zu der korrespondierenden Matrixhauptachse angeordnet,
um einen optimalen Abstand der Glasfasern 5 auf der Schlichtewalze 20.1, 20.2 zu
gewährleisten.
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In 3 ist
eine Heizbuchse 15 im Querschnitt zur Längsachse A dargestellt. Die
Heizbuchse 15 weist am oberen Ende 25 eine innere
und äußere Strämungsblenden 26.1, 26.2 auf,
mit denen innerhalb der Heizbuchse 15 eine laminare Luftströmung beim
Schmelzvorgang herstellbar ist. Die Heizbuchse 15 weist
des Weiteren Heizelemente 27 auf, welche elektrisch betrieben
werden. Die Heizelemente 27 sind als Heizwendeln um die
Durchführung 28 angeordnet,
durch welche die in der 3 nicht dargestellte Preform 11 führbar ist.
Mittels eines als Quarzrohr ausgebildeten Diffusors 29 wird
die Heizwendel 27 gegenüber
der Preform 11 abgedeckt. Am unteren Ende 30 der
Heizbuchse 15 ist eine Verlängerung 31 angeordnet,
welche als Strömungskragen
wirkt. Mit der Verlängerung 31 ist
es möglich
ein vorbestimmtes Temperaturprofil für den Abkühlvorgang der Glasfasern 5 nach
dem Schmelzen zu erreichen. Die Verlängerung 31 kann dabei
einstückig
mit dem Quarzglas hergestellt sein. Als zweckmäßig hat sich dabei auch eine
gesonderte Kupferbuchse als Verlängerung 31 erwiesen.
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In 4 ist
die Heizbuchse 15 mit einer eingeführten Preform 11 gezeigt.
Die Preform 11 weist ein Mantelrohr 32 und einen
Kernstab 33 auf. Die Preform 11 wird am oberen
Ende 25 in die Heizbuchse 15 eingeführt.
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Durch
die Strömungsblenden 26.1, 26.2, welche
in die obere Öffnung
der Heizbuchse 15 um die Preform 11 eingelegt
sind, wird zwischen der inneren Strömungsblende 26.1 und
der Preform 11 ein Ringspalt 34 gebildet. Ansonsten
ist die Öffnung durch
die Strömungsblenden 26.1, 26.2 abgedeckt. Die
durch die Heizwendeln 27 aufgeheizte Luft strömt somit
entlang der Preform 11 in Pfeilrichtung B, C nach oben
aus der Heizbuchse 15 heraus. Durch die Strömungsblenden 26.1, 26.2 wird
erreicht, dass die Luftströmung
laminar bleibt, das heißt,
dass durch die Luftströmung
keine unerwünschten
Abkühleffekte auftreten
beziehungsweise Turbulenzen innerhalb der Heizbuchse 15 erzeugt
werden. Das Temperaturprofil kann jedoch innerhalb der Heizbuchse 15 gewollt
verändert
werden. Wobei der zwischen der äußeren Strömungsblende 26.2 und
der Preform 11 entstehende Ringspalt 34 veränderbar
ist, beispielsweise indem die innere Strömungsblende 26.1 entfernt
wird. Damit wird erreicht, dass der Ringspalt größer wird. Dies führt dazu,
dass mehr Luft an der Preform 11 vorbeigeführt und
somit eine größere Wärmemenge
aus der Heizbuchse 15 abgeführt wird, welche dem Schmelzvorgang
dann nicht mehr zur Verfügung
steht.
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Es
ist für
die Einstellung eines Temperaturprofils innerhalb der Heizbuchse 15 vorgesehen,
zusätzliche
Kühlelemente
einzusetzen, mittels denen Wärme
der Heizwendeln 27 gesteuert abführbar ist. Die Kühlelemente
können
aus Metall, vorzugsweise aus Kupfer in das die Heizwendeln 27 tragende
Material eingebettet sein. Die Kühlelemente
sind im Übrigen
in der 4 nicht dargestellt.
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Aus
der Heizbuchse 15 wird das Glas in Form einer einen Fasermantel
und einen Faserkern aufweisenden Glasfaser 5 gezogen und
durch die Verlängerung 31 geführt, wo
die Glasfaser 5 bereits in vorbestimmter Weise abgekühlt wird.
Mittels der Länge
der Verlängerung 31 kann
ein gezieltes Temperaturprofil für
den Abkühlvorgang
eingestellt werden. Es ist auch möglich, durch besondere Maßnahmen
für die
Belüftung
der Verlängerung 31 oder durch
eine Anordnung oder Geometrie der Verlängerung 31 ein vorbestimmtes
Temperaturprofil für
den Abkühlvorgang
der Glasfaser 5 einzustellen. Dabei wird in vorteilhafter
Weise erreicht, dass durch die Verlängerung 31 eine bestimmte
Luftströmung
an der Glasfaser 5 erzeugt wird.
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- 1
- Vorrichtung
- 2
- Faserofen
- 3
- Zieh-
und Beschlichtungsanlage
- 4
- Konfektioniervorrichtung
- 5
- Glasfaser
- 6
- Faserbündel
- 7
- Aufwickelspule
- 8
- Kühlstrecke
- 9
- Trichter
- 10
- Strömungskragen
- 11
- Preform
- 12
- Nachführvorrichtung
- 13
- Tragscheibe
- 14
- Führung
- 15
- Heizbuchse
- 16
- Beschlichtungsanlage
- 17
- Ziehanlage
- 13
- Abziehwalze
- 19
- Nebenrolle
- 20.1
- Schlichtewalze
- 20.2
- Schlichtewalze
- 21
- Vorratsbehälter
- 22
- Matrix
- 23
- Matrixachse
- 24
- Matrixachse
- 25
- oberes
Ende
- 26.1
- Strömungsblende
- 26.2
- Strömungsblende
- 27
- Heizelement
- 23
- Durchführung
- 29
- Diffusor
- 30
- unteres
Ende
- 31
- Verlängerung
- 32
- Mantelrohr
- 33
- Kernstab
- 34
- Ringspalt
- α
- Winkel