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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Halten von Käseblöcken in
Käseschneidemaschinen, bei
denen in einem Abstand zu einem Schnittwerkzeug ein innerhalb eines
Maschinengestells und oberhalb eines Zuführbandes angeordneter, den
Käseblock
beim Schneidvorgang fixierender, in Richtung des Zuführbandes
druckbeaufschlagter und sich parallel zum Schnittwerkzeug quer zum
Zuführband entlang
einer Führungsbahn
in Abhängigkeit
von der Stellung des Schnittwerkzeugs bewegender Niederhalter vorgesehen
ist und bei denen das Schnittwerkzeug beim Schnittvorgang zwischen
einer oberen. und einer unteren Stellung verfahren wird.
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Ob Käseschneidemaschinen, die über ein zwischen
einer oberen und einer unteren Stellung verfahrbares Schnittwerkzeug
verfügen,
unbedingt mit einem Niederhalter für die Käseblöcke ausgerüstet werden müssen, hängt entscheidend
von dem in der Käseschneidemaschine
realisierten Funktionsprinzip ab. Aus der Praxis sind sowohl mit
Niederhalter ausgerüstete
als auch ohne Niederhalter arbeitende Käseschneidemaschinen bekannt.
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Allgemein gilt für solche Käseschneidemaschinen, daß sie ein
als Messerbalken ausgebildetes Schnittwerkzeug aufweisen, welches über seitlich gelegene
Führungen
in einem Maschinengestell bewegt wird. Vor dem Schnittwerkzeug ist
für die
zu schneidenden Käseblöcke ein
Zuführband
und hinter dem Schnittwerkzeug ein Würfelgatter zur Herstellung
von Käsewürfel angeordnet.
Ist der Käseblock über das
Zuführband
in Position zum Schnittwerkzeug gebracht worden, bewegt sich das
Schnittwerkzeug nach unten und schneidet vom Käseblock eine Käsescheibe
ab. Der zum Würfelgatter
weisende Anschliffwinkel des Schnittwerkzeuges erzeugt dabei eine
den Käseblock
in Richtung des Würfelgatters verschiebende
Kraftkomponente. Nachdem die Käsescheibe
durch das Würfelgatter
gepreßt
wurde, bewegt sich das Schnittwerkzeug wieder in seine obere Ausgangsposition
und gleitet dabei naturgemäß an der
Schnittfläche
des Käseblockes
entlang. Dadurch können
der Käseblock
entgegen der Transportrichtung des Zuführbandes verschoben oder kleinere Endstücke der
Käseblöcke vollständig vom
Zuführband
abgehoben werden.
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Bei der in der
DE 10060276 A1 beschriebenen
Käseschneidemaschine
werden die vom Schnittwerkzeug auf den Käseblock wirkenden Kräfte durch das
gewählte
Funktionsprinzip kompensiert. Zum einen wird der Käseblock
vom Zuführband
immer zur Anlage mit dem Würfelgatter
gebracht, so daß der Käseblock
von der über
den Anschliffwinkel der Schneide des Schnittwerkzeugs erzeugten
Kraft nicht weiter in Richtung des Würfelgatters verschoben werden
kann. Andererseits wird durch das sich nach oben bewegende Schnittwerkzeug
der bandseitig am Schnittwerkzeug anliegende Käseblock zwar gegen die Transportrichtung
des Zuführbandes
verschoben, wird aber anschließend
durch das Zuführband
wiederum am Würfelgatter
zur Anlage gebracht, was eine gleichbleibende Stärke aller abgeschnittenen Käsescheiben
garantiert. Somit ist für nach
diesem Funktionsprinzip arbeitende Käseschneidemaschinen nicht unbedingt
ein die Käseblöcke fixierender
Niederhalter notwendig. Das Zuführband
ist in seiner Laufzeit lediglich so einzustellen, daß die auftretende
Verschiebung der Käseblöcke entgegen
der Transportrichtung des Zuführbandes durch
eine etwas verlängerte
Laufzeit des Zuführbandes
ausgeglichen wird. Diese notwendige Verlängerung der Laufzeit des Zuführbandes
führt zwar
in nachteiliger Weise zu einer Reduzierung der Durchsatzleistung
der Käseschneidemaschine,
wird jedoch oftmals zu Gunsten einer durch den fehlenden Niederhalter
preiswerteren Herstellung dieser Maschinen in Kauf genommen.
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Lediglich bei der Verarbeitung von
weichen, sehr leicht am Schnittwerkzeug anhaftenden Käsesorten
ist der Einsatz eines Niederhalters auch bei nach diesem Funktionsprinzip
arbeitenden Käseschneidemaschinen
zwingend notwendig. Wird ein Niederhalter verwendet, kann das sich
nach oben bewegende Schnittwerkzeug vom Zuführband keine Käsestücke mitreißen, die
zu Störungen
in der Funktion der Käseschneidemaschine
führen
können.
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Eine ein anderes Funktionsprinzip
aufweisende Käseschneidemaschine
ist in dem am 22.3.2001 veröffentlichten
Prospekt der Käseblockschneidemaschine
RB 400 der in 6040 CB Ittervoort, Holland, Bronskamp 8 ansässigen Firma
Groba BV beschrieben. Bei dieser Käseschneidemaschine wird die
Dicke der vom Käseblock
abgeschnittenen Scheibe ausschließlich über den vom Zuführband zurückgelegten
Transportweg, d. h. über
die mittels eines Potentiometers einstellbare Laufzeit des Zuführbandes
festgelegt. Der Käseblock
wird um den Transportweg des Zuführbandes
versetzt unter das Schnittwerkzeug transportiert und stützt sich
in dieser Position nicht am Würfelgatter
ab, da das Würfelgatter
einen größeren Abstand
vom Schnittwerkzeug als die Dicke der zu schneidenden Scheibe aufweist. Danach
schneidet das als großflächige Platte
ausgebildete Schnittwerkzeug eine Scheibe vom Käseblock ab. Das Würfelgatter
wird anschließend
hydraulisch gegen das Schnittwerkzeug verfahren. Das Schnittwerkzeug
dient als Gegenlage für
die Käsescheibe,
die so zwangsweise durch das Würfelgatter gepreßt wird.
Anschließend
bewegen sich nacheinander das Würfelgatter
und das Schnittwerkzeug in ihre Ausgangslage zurück.
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Damit die Käseblöcke durch das sich nach unten
bzw. nach oben bewegende Schnittwerkzeug nicht wie beschrieben zum
Würfelgatter
oder entgegen der Transportrichtung des Zuführbandes verschoben werden
und sich somit die Dicke der vom Käseblock abgeschnittenen Scheibe
ständig
unkontrolliert verändert,
muß bei
einer nach diesem Funktionsprinzip arbeitenden Käseschneidemaschine ein Niederhalter
für die
Käseblöcke eingesetzt
werden.
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Wie aus der Beschreibung der Käseblockschneidemaschine
RB 400 auf Seite 6 und der dazugehörigen Zeichnung der Ersatzteildokumentation hervorgeht,
wird der Niederhalter über
einen Pneumatikzylinder in seitlich am Maschinengestell vorgesehenen
Führungen
bewegt und folgt dem Schnittwerkzeug in eine obere Stellung, nachdem
das Schnittwerkzeug den Bereich des Käseblockes verlassen hat. Bevor
das Schnittwerkzeug beim nächsten
Arbeitstakt wiederum nach unten bewegt wird, um vom Käseblock
eine Scheibe abzuschneiden, verfährt
der Niederhalter nach unten und klemmt den Käseblock auf dem Zuführband fest.
Die zeitliche Aufeinanderfolge der Bewegungen des Niederhalters und
des Schnittwerkzeugs bei ihrer Abwärts- und auch ihrer Aufwärtsbewegung
verlängert
die Taktzeit der Käseschneidemaschine
und reduziert damit ihre Durchsatzleistung. Darüberhinaus ist ein pneumatisch
betätigter
Niederhalter generell von Nachteil. Allein die sich daraus ergebende
Notwendigkeit, als Hilfsenergie Druckluft bereitstellen zu müssen, stellt für den Betreiber
solcher Käseschneidemaschine
einen erheblichen Mehraufwand dar. Weiterhin muß der Niederhalter elektropneumatisch
angesteuert und damit in die elektrische Steuerung der Käseschneidemaschine
eingebunden werden, was neben den an sich schon relativ teuren pneumatischen
Bauteilen zu erheblichen Aufwendungen bei der Herstellung dieser
Maschinen führt.
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Ziel der Erfindung ist es, den finanziellen
Aufwand bei der Herstellung und beim Betrieb von Käseschneidemaschinen
zu reduzieren.
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Die Erfindung stellt sich die Aufgabe,
für Käseschneidemaschinen,
die über
einen als Messerbalken ausgebildetes Schnittwerkzeug verfügen, einen in
seinem Aufbau besonders einfachen, mit dem Schnittwerkzeug mechanisch
gekoppelten Niederhalter zu entwickeln, der für seine Arbeit keine zusätzliche
Hilfsenergie benötigt.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabenstellung dadurch
gelöst,
daß das
Schnittwerkzeug und/oder der Niederhalter über zumindest einen den Abstand zwischen
dem Niederhalter und dem Schnittwerkzeug überbrückenden Mitnehmer verfügen und
der Niederhalter und das Schnittwerkzeug über den Mitnehmer miteinander
mechanisch gekoppelt ausgebildet sind.
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In weiterer vorteilhafter Ausbildung
der Erfindung weist der Niederhalter einen oberhalb vom Schnittwerkzeug
angeordneten, das Schnittwerkzeug übergreifenden, die Schnittebene
des Schnittwerkzeugs durchdringenden Mitnehmer auf, wobei zwischen
dem Mitnehmer und dem Schnittwerkzeug ein Gummielement angeordnet
ist.
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Der Niederhalter ist mit einer an
das Maschinengestell angeschlossenen, parallel zur Bewegungsrichtung
des Niederhalters verlegten und den Niederhalter in seiner Bewegung
in Richtung des Zuführbandes
begrenzenden Gasdruckfeder gekoppelt.
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Die Führungsbahn des Niederhalters
ist plattenförmig
ausgebildet und der Niederhalter über Rollen an die Führungsbahn
angeschlossen.
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In weiterer vorteilhafter Fortschreibung
der Erfindung weist die Führungsbahn
einen den Niederhalter in seiner Bewegung in Richtung des Zuführbandes
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begrenzenden Anschlag auf, wobei
der Anschlag als Gummielement ausgebildet ist.
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Die Erfindung wird durch ein Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 einen
Schnitt durch eine Käseschneidemaschine,
bei der sich der Niederhalter und das Schnittwerkzeug in einer oberen
Position befinden
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2 einen
Schnitt durch eine Käseschneidemaschine,
bei der sich der Niederhalter und das Schnittwerkzeug in einer unteren
Position befinden
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3 einen
Schnitt durch eine Käseschneidemaschine,
bei der ein über
eine Gasdruckfeder druckbeaufschlagter Niederhalter vorgesehen ist
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4 einen
Schnitt A–A
der 1
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Wesentliche Bauteile einer für die Vearbeitung
von weichen Käsesorten
ausgerüsteten
Käseschmeidemaschine
sind ein Maschinengestell l und ein Zuführband 2. Im Maschinengestell 1 ist
ein Schnittwerkzeug 3 vorgesehen, welches in diesem Fall
als in bekannter Weise im Maschinengestell 1 gelagerter
und mit einer zusätzlichen,
eine schiefe Ebene bildende Druckplatte 4 ausgerüsteter Messerbalken 5 ausgebildet
ist. Vor dem Schnittwerkzeug 3 ist ein Niederhalter 6 und
hinter dem Schnittwerkzeug 3 ein Würfelgatter 7 angeordnet.
Der Niederhalter 6 ist als abgewinkeltes Blechteil gefertigt
und verfügt über zusätzliche
Halteelemente 8, 9. Weiterhin weist der Niederhalter 6 einen
Mitnehmer 10 auf, der sich in der oberen Stellung des Schnittwerkzeugs 3 am Schnittwerkzeug 3 über ein
Gummielement 11 abstützt
und somit den Niederhalter 6 in einer oberen Stellung fixiert.
Der Niederhalter 6 ist über
an der äußeren Kontur
einer Führungsbahn 12 abrollende
Rollen 13 gelagert.
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Der Käseblock 14 wird vom
Zuführband 2 so lange
transportiert, bis er am Würfelgatter 7 anliegt. Danach
bewegen sich das Schnittwerkzeug 3 über einen nicht dargestellten
Getriebemotor angetrieben entlang einer nicht dargestellten Führungsbahn
und der sich am Schnittwerkzeug 3 über den Mitnehmer 10 abstützende Niederhalter 6 über sein
Eigengewicht getrieben entlang der Führungsbahn 12 nach unten.
Da sich der Messerbalken 5 des Schnittwerkzeuges 3 und
der Niederhalter 6 in der oberen Stellung des Schnittwerkzeuges 3 etwa
auf gleicher Höhe über dem
Käseblock 14 befinden,
setzt der Niederhalter 6 bei Schnittbeginn des Messerbalkens 5 auf
dem Käseblock 14 auf
und fixiert diesen beim Schnittvorgang. Bei der weiteren Abwärtsbewegung des
Schnittwerkzeugs 3, bei der der Mitnehmer 10 des
Niederhalters 6 den Kontakt zum Schnittwerkzeug 3 verliert,
wird vom Käseblock 14 eine
Scheibe abgeschnitten, die über
die Druckplatte 4 anschließend durch das Würfelgatter 7 gepreßt und in
Würfel zerschnitten
wird.
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Bei der sich anschließenden Aufwärtsbewegung
des Schnittwerkzeugs 3 stützt sich der Niederhalter 7 so
lange auf dem Käseblock 14 ab,
bis er über
seinen Mitnehmer 10 vom Käseblock 14 abgehoben
wird. Zu diesem Zeitpunkt verläßt auch
der Messerbalken 5 des Schnittwerkzeugs 3 den
Bereich des Käseblockes 14,
so daß der
Käseblock
14 vom Schnittwerkzeug 3 nicht mehr entgegen der Transportrichtung
des Zuführbandes 2 verschoben
werden kann und auch am Schnittwerkzeug 3 anhaftende kleinere
Käserstücke nicht
vom Schnittwerkzeug 3 mitgerissen werden können.
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Da es natürlich vorkommt, daß die Käseschneidemaschine
im Leerlauf ohne Käseblöcke 14 zu
schneiden betrieben wird, ist in einfacher Weise im Niederhalter 6 ein
Langloch 15 vorgesehen, in das ein die Abwärtsbewegung
des Niederhalters 6 begrenzender Anschlag 16 eingreift.
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Der in 1, 2 und 4 dargestellte Niederhalter 6 bewegt
sich und fixiert die Käseblöcke 14 lediglich über sein
Eigengewicht. Wenn die die Käseblöcke 14 haltende
Kraft vergrößert werden
muß, ist dies
leicht möglich,
wenn der Niederhalter 6 zusätzlich mit einer Gasdruckfeder 17 ausgerüstet wird. (3) In diesem Fall ergibt
sich die untere Stellung des Niederhalters 6 über die
Geometrie der Gasdruckfeder 17, so daß dann das Langloch 16 und
der Anschlag 17 entfallen können.
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In der Praxis hat sich gezeigt, daß bei Käseschneidemaschinen,
bei denen sich der Käseblock 14 beim
Schnitt des Schnittwerkzeugs 3 am Würfelgatter 7 abstützen kann,
ein mit seinem Eigengewicht auf den Käseblöcken 14 ruhender Niederhalter 6 ausreicht,
um die Käseblöcke 14 bei
der Aufwärtsbewegung
des Schnittwerkzeugs 3 in ihrer Lage auf dem Zuführband 2 zu
fixieren. Bei Käseschneidemaschinen,
bei denen diese abstützende
Wirkung des Würfelgatters 7 nicht
gegeben ist, ist der Einsatz einer zusätzlichen Gasdruckfeder 17 notwendig,
da die den Käseblock 14 zum
Würfelgatter 7 bewegende Komponente
der Schnittkraft des Schnittwerkzeugs 3 so groß ist, daß die Käseblöcke 14 beim
Schnitt des Schnittwerkzeugs 3 zum Würfelgatter 7 bewegt
werden und sich damit keilförmig
nach unten erweiternde Scheiben ergeben.