DE20319464U1 - Kolben für eine Kartusche zum Aufbewahren und Auspressen von pastösen Substanzen und Kartusche mit demselben - Google Patents
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Abstract
Kolben (10) für eine Kartusche zum Aufbewahren und Auspressen von pastösen Substanzen (40), die einen zylindrischen Behälter (30) aus Kunststoff aufweist, der an seinem einen Ende mit einem Boden abgeschlossen und an seinem anderen Ende (28) offen ist, wobei der Kolben (10) elastisch sowie aus Kunststoff ist und in dem Behälter gleitfähig mit einer zum Boden des Behälters (30) zeigenden Stirnwand (12) und einer geschlossenen Wand (14) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
auf der Außenseite (15) der Wand (14) des Kolbens (10) mindestens eine umlaufende elastische Lamelle (16) aus Kunststoff ausgebildet ist, die zur Stirnwand (12) des Kolbens (10) hin im wesentlichen schräg nach außen gerichtet ist und mit Vorspannung an der Innenwand (32) des Behälters (30) anliegt, und
die Lamelle (16) auf ihrer von der Wand (14) des Kolbens (10) abgewandten Seite mindestens einen Vorsprung aufweist.
auf der Außenseite (15) der Wand (14) des Kolbens (10) mindestens eine umlaufende elastische Lamelle (16) aus Kunststoff ausgebildet ist, die zur Stirnwand (12) des Kolbens (10) hin im wesentlichen schräg nach außen gerichtet ist und mit Vorspannung an der Innenwand (32) des Behälters (30) anliegt, und
die Lamelle (16) auf ihrer von der Wand (14) des Kolbens (10) abgewandten Seite mindestens einen Vorsprung aufweist.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Kolben gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine Kartusche zum Aufbewahren und Auspressen von pastösen Substanzen.
- Kartuschen der eingangs genannten Art werden für die verschiedensten auszuspritzenden pastösen Substanzen verwendet. Weit verbreitet sind z. B. Kartuschen für Acryl oder Silikon, die im Bauwesen zur Abdichtung von Fugen eingesetzt werden. Derartige Kartuschen werden in automatischen Vorrichtungen abgefüllt und verschlossen. Hierbei wird die erwärmte Substanz über ein Füllrohr durch das offene Ende des zylindrischen Behälters der Kartusche in den zylindrischen Behälter gefüllt. Danach wird das offene Ende des zylindrischen Behäl ters mit einem, insbesondere topfförmigen, Kolben verschlossen. Der Kolben wird hierbei, mit seiner Stirnwand voran, von der Vorrichtung mit Hilfe eines Stößels in die Kartusche eingesetzt. Hierbei ergeben sich jedoch einige Probleme:
- Restluft zwischen der Füllsubstanz und dem Kolben hat zum einen die Folge, daß sie bei der späteren Verarbeitung der Füllsubstanz früher oder später aus der dann offenen Spritzöffnung der Kartusche, der Kanüle, austritt, wodurch der Fluß der pastösen Substanz bei einer ausgespritzten Fugenfüllung unterbrochen wird, das heißt eine zügige und kontinuierliche Fugenfüllung nicht mehr möglich ist, vielmehr nach der Unterbrechung durch Luftaustritt die Kanüle erneut angesetzt werden muß, was nicht nur den Arbeitsablauf verzögert, sondern einen gleichmäßigen, gefälligen Verlauf der Fugenfüllung erschwert. Zum anderen enthält Restluft auch einen Anteil an Wasser, nämlich in Form von Wasserdampf. Manche auszuspritzende Substanzen, wie z. B. Silikon, reagieren unter Feuchtigkeitseinfluß, sie härten aus. Je größer die eingeschlossene, komprimierte Restluftmenge ist, desto größer wird der Anteil der pastösen Füllsubstanz, der innerhalb der Kartusche aushärtet und damit unbrauchbar wird. Demzufolge muß die Restluft so weit wie möglich aus der Kartusche entfernt werden.
- Im Lager- und Transportzustand der gefüllten Kartusche muß der Kolben einerseits gut abdichten, so daß die eingeschlossene Substanz am Austreten gehindert wird. Andererseits muß der Kolben aber auch so beweglich, nämlich in axialer Richtung innerhalb der Kartusche verschiebbar, sein, damit beim späteren Auspressen der pastösen Substanz noch akzeptable Kräfte ausreichen. Folglich muß der Kolben nach Füllung der Kartusche innerhalb eines bestimmten Kräftebereiches verschiebbar sein.
- Des weiteren darf der Kolben schon beim Einsetzen nicht zu lose sitzen, denn dann tritt unzulässig viel pastöse Substanz an seiner Wand vorbei aus der Kartusche aus, was nicht nur zu Materialverlust, sondern aus zu einer Verschmutzung der Kartusche führt.
- Sitzt der Kolben hingegen zu stramm, wird – wie bereits oben ausgeführt – beim Verschließen der gefüllten Kartusche hinter der eingefüllten Substanz eine mehr oder weniger große Restluftmenge eingeschlossen.
- Ein zu strammer Sitz des Kolbens führt auch dazu, daß er sich nicht ausreichend in Richtung der eingefüllten Substanz verschieben kann, wenn diese nachfolgend abkühlt und schrumpft, das eingeschlossene Volumen sich demnach verringert. Die Folge des Schrumpfens ist dann, daß der Behälter sich einwölbt. Derart verformte Kartuschen sind praktisch unverkäuflich, da bei einem potentiellen Käufer der Eindruck entsteht, daß die Kartusche schon vor längerer Zeit gefüllt worden ist und die pastöse Substanz zumindest zum Teil nicht mehr brauchbar ist. Zum anderen ist eine derartige Verformung der Kartusche nachteilig, da sie bei einem späteren Ausspritzen eine Verschiebung des zum Querschnitt normalerweise runden Kolbens erheblich behindert und zu einem Verlust an pastöser Substanz führen kann.
- Darüber hinaus kann sich z. B. bei der Lagerung der gefüllten Kartusche z. B. durch Temperaturänderungen eine Vergrößerung des Durchmessers des Behälters ergeben, die stärker als eine durch denselben Grund bedingte Vergrößerung des Durchmessers des Kolbens ist. Dadurch läßt die Dichtwirkung des Kolbens nach und kann Luft in den Behälter eindringen und mit der pastösen Substanz in Kontakt treten, was zu einer Aushärtung der pastösen Substanz führen kann.
- Aufgrund von Chemikalien in der pastösen Substanz kann auch das Kolbenmaterial quellen, was zu einer Vergrößerung des Durchmessers des Kolbens führt. Dadurch können scharfe Kanten an der Innenwand des Behälters anliegen und bei längerer Lagerung der gefüllten Kartusche zu Korrosionsspannungsrissen, das heißt Riß des Behälters der Kartusche führen.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für eine möglichst geringe Restluftmenge beim Einsetzen eines Kolbens in eine Kartusche und gleichzeitig eine gute axiale Beweglichkeit des eingesetzten Kolbens zu sorgen.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei dem gattungsgemäßen Kolben dadurch gelöst, daß auf der Außenseite der Wand des Kolbens mindestens eine umlaufende elastische Lamelle aus Kunststoff ausgebildet ist, die zur Stirnwand des Kolbens hin im wesentlichen schräg nach außen gerichtet ist und mit Vorspannung an der Innenwand des Behälters anliegt, und die Lamelle auf ihrer von der Wand des Kolbens abgewandten Seite mindestens einen Vorsprung aufweist.
- Dabei kann der Kolben ein hinten offener, das heißt topfförmiger als auch ein hinten geschlossener Kolben sein. Außerdem kann axial versetzt mindestens ein weiterer Vorsprung vorgesehen sein. Insbesondere können axial versetzt mehrere Vorsprünge umlaufend äquidistant vorgesehen sein.
- Mit im wesentlichen schräg nach außen gerichteten Lamellen sollen z. B. auch Lamellen umfaßt werden, die nicht geradlinig, sondern z. B. bogenförmig verlaufen.
- Günstigerweise ist die Lamelle derart gestaltet, daß sich beim Einsetzen des Kolbens zumindest temporär eine umlaufende, zum Boden des Behälters offene Tasche zwischen dem Endbereich der Lamelle und der Innenwand des Behälters ergibt. Dies läßt zu, daß beim Einsetzen des Kolbens zunächst einmal sich die Restluft einen Weg seitlich an dem Kolben vorbei nach außen bahnen kann. Es entsteht nämlich im Innern des Behälters beim Einsetzen des Kolbens ein Überdruck, der dazu führt, daß die Luft den Weg des geringsten Widerstands nimmt und in die Tasche strömt und dadurch temporär die Lamelle von der Innenwand des Behälters abhebt und nach außen strömt. Parallel dazu wird die pastöse Substanz in den Bereich zwischen der Wand des Kolbens und der Lamelle gedrückt, so daß die pastöse Substanz schließlich dafür sorgt, daß die Lamelle wieder und noch stärker als vorher nach außen gedrückt wird, so daß in Schnittansicht zumindest wieder punktuell abgedichtet ist und keine pastöse Substanz seitlich an dem Kolben vorbei nach außen dringen kann.
- Auch kann vorgesehen sein, daß das freie Ende der Lamelle in einer Spitze endet, von der auf der von der Wand des Kolbens abgewandten Seite eine Fläche ausgeht, die zumindest vor dem Einsetzen des Kolbens von der Stirnwand des Kolbens weg schräg nach außen gerichtet ist. Diese Fläche dient zu Beginn des Einsetzens des Kolbens als Anströmfläche für die Restluft zum Anheben der Lamelle von der Innenwand des Behälters.
- Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die Vorsprünge umlaufend äquidistant ausgebildet sind.
- Ebenfalls kann vorgesehen sein, daß die Lamelle auf ihrer von der Wand des Kolbens abgewandten Seite relativ zu einer Grundlinie mindestens einen Rücksprung aufweist. Ein derartiger Rücksprung kann zur Vergrößerung der von der Restluft zu Beginn des Einsetzens des Kolbens angeströmten Fläche und damit zum schnelleren bzw. weiteren Anheben der Lamelle von der Innenwand des Behälters dienen.
- Gemäß einer weiteren besonderen Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß im Wurzelbereich der Lamelle umlaufend mindestens zwei beabstandete Schlitze vorgesehen sind.
- Insbesondere kann dabei vorgesehen sein, daß die Schlitze sich im wesentlichen quer zur Umlaufrichtung der Lamelle erstrecken. Durch die Schlitze soll zu Beginn des Einsetzens des Kolbens die Restluft noch leichter aus dem Innenraum des Behälters nach außen gelangen können. Selbstverständlich müssen die Schlitze so fein ausgebildet sein, daß kaum oder nur wenig pastöse Substanz mit heraustritt.
- Ferner kann vorgesehen sein, daß die Wand des Kolbens mindestens eine umlaufende Dichtlippe aufweist.
- Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die Wand des Kolbens einen freien Rand aufweist und der freie Rand eine radial über die Außenseite der Wand ragende Dichtlippe bildet. Dadurch wird bedarfsweise die Abdichtwirkung des Kolbens noch weiter erhöht.
- Dabei kann vorgesehen sein, daß die Dichtlippe zur Innenseite der Wand hin eine Schräge oder einen Kreisbogen bildet.
- Weiterhin kann dabei vorgesehen sein, daß an der Außenseite der Wand des Kolbens mindestens eine geschlossen umlaufende und radial vorstehende Dichtkante angeformt ist und der Außendurchmesser der Dichtlippe etwas größer ist als der Außendurchmesser der Dichtkante.
- Vorteilhafterweise sind auf der Außenseite der Wand des Kolbens umlaufend mindestens zwei sich axial erstreckende Rippen ausgebildet. Dies dient zur Verstärkung der Wand des Kolbens.
- Schließlich kann vorgesehen sein, daß der Kolben im Bereich der Lamelle einen ovalen Querschnitt aufweist.
- Als weitere Aspekte sind denkbar, daß der Kolben aus einem Thermoplast spritzgegossen ist, daß der Kolben aus HD-PE-Kunststoff spritzgegossen ist, daß der Kolben aus LD-PE-Kunststoff spritzgegossen ist und daß der Kolben aus PA-Kunststoff spritzgegossen ist.
- Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß durch das Vorsehen einer Lamelle in der in Anspruch 1 angegebenen Weise die Restluft zumindest in einem sehr größeren Maße als bisher aus dem Inneren der Kartusche entfernt wird und gleichzeitig ein gut axial beweglicher Kolben bereitgestellt wird. Nach dem Einsetzen des Kolbens liefert die vorgespannte Lamelle eine gute Abdichtwirkung auch bei Verformung und Aufweitung des Behälters der Kartusche durch Eigenspreizung und läßt sich mit ihr die pastöse Substanz deutlich besser als bisher auspressen und dabei auch von der Innenwand des Behälters abstrei fen. Die Lamelle weist demzufolge eine Entlüftungs- und Verriegelungsfunktion auf, während eine einfache Dichtlippe lediglich eine Verriegelungs(Abdichtungs-)funktion aufweist. Dadurch ergeben sich weitere Anwendungsvorteile wie höherer Arbeitsdruck und damit erheblich schnelleres Ausspritzen.
- Weiterhin wird das Abdichten und Auspressen ohne Reste an der Innenwand des Behälters auch viel besser sichergestellt, wenn der Kolben sich bereits vor dem Auspressen oder während des Auspressens etwas schräg zur Längsachse des Behälters der Kartusche gestellt hat bzw. stellt, was häufig in der Praxis vorkommt, da Pistolen schnell zu Materialermüdung neigen, wodurch Biegungen entstehen und der Auspreßteller somit nicht mehr parallel zur Kolbenrückseite steht.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung, in der mehrere Ausführungsbeispiele anhand der schematischen Zeichnungen im einzelnen erläutert sind. Dabei zeigt:
-
1 eine schematische Vertikalschnittansicht durch die Mitte eines Kolbens für eine Karusche zur Veranschaulichung des Grundaufbaus; -
2 den oberen Bereich von1 im vergrößerten Maßstab beim Einsetzen des Kolbens in das offene Ende eines zylindrischen Behälters einer Kartusche; -
3 eine Vertikalschnittansicht durch die Mitte eines Kolbens für eine Kartusche gemäß einer ersten besonderen Ausführungsform der Erfindung; -
4 den oberen Bereich von3 im vergrößerten Maßstab beim Einsetzen des Kolbens in das offene Ende eines zylindrischen Behälters einer Kartusche; -
5 den Kolben von4 in einem späteren Stadium während des Einsetzens; -
6 den Kolben von5 in einem späteren Stadium während des Einsetzens; -
7 den Kolben von6 in einem späteren Stadium während des Einsetzens; -
8 den Kolben von7 in einem späteren Stadium während des Einsetzens; -
9 den oberen Bereich von1 im vergrößerten Maßstab beim Auspressen von pastöser Substanz aus der nun offenen Spritzöffnung der Kartusche; -
10 den oberen Bereich von1 im vergrößerten Maßstab beim Auspressen von pastöser Masse mit gegenüber dem Druck von9 höheren Druck; -
11 den oberen Bereich von1 im vergrößerten Maßstab beim Auspressen von pastöser Masse mit gegenüber dem von10 höheren Druck; -
12 eine Vertikalschnittansicht durch die Mitte eines Kolbens für eine Kartusche gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung; -
13 eine Vertikalschnittansicht durch die Mitte eines Kolbens für eine Kartusche gemäß einer dritten Ausführungsform der Erfindung; -
14 eine Seitenansicht von der Wand des Kolbens von13 ; -
15 Beispiele für Gestaltungen einer Lamelle; -
16 eine Vertikalschnittansicht einer Kartusche mit einem Kolben in verschiedenen Stadien; -
17 eine perspektivische Ansicht eines Kolbens gemäß einer vierten Ausführungsform der Erfindung schräg von oben nebst Detailansicht; -
18 eine Vertikalschnittansicht durch die Mitte eines Kolbens für eine Kartusche gemäß einer fünften Ausführungsform der Erfindung, wobei aufgrund der rotationssymmetrischen Gestaltung nur eine Hälfte gezeigt ist; -
19 das Detail X von18 ; und -
20 eine Seitenansicht des Kolbens von18 teilweise im Schnitt. - Der in
1 gezeigte Kolben10 aus Kunststoff ist topfartig gestaltet und weist eine Stirnwand12 sowie eine geschlossene Wand14 auf. Auf der Außenseite15 der Wand14 des Kolbens10 ist eine umlaufende elastische Lamelle16 aus Kunststoff ausgebildet, die zur Stirnwand12 des Kolbens10 hin schräg nach außen gerichtet ist. An seinem freien Rand18 weist der Kolben10 eine radial über die Außenseite15 der Wand14 ragende Dichtlippe20 auf. Zur Verstärkung der Stirnwand12 sind in dieser Innenverstärkungsrippen22 angespritzt. - Wie sich klarer aus der
2 ergibt, endet das freie Ende der Lamelle16 in einer Spitze24 , von der auf der von der Wand14 des Kolbens10 abgewandten Seite eine Fläche26 ausgeht, die von der Stirnwand14 des Kolbens10 weg nach außen gerichtet ist. Beim Einsetzen des Kolbens10 durch Schieben in das offene Ende28 des zylindrischen Behälters30 der Kartusche legt sich die Lamelle26 unter Vorspannung an die Innenwand32 des Behälters30 an, da sich der durch die Lamelle16 ergebende Außendurchmesser größer als der Innendurchmesser des Behälters30 ist, während natürlich der Außendurchmesser der Wand14 geringer als der Innendurchmesser des Behälters30 ist. In der2 ist links der Zustand vor und rechts der Zustand während des anfänglichen Schiebens des Kolbens10 in den Behälter30 gezeigt. Es ist gut zu erkennen, daß zwischen der Fläche26 und der Innenwand32 eine umlaufende, zum Boden (nicht gezeigt) des Behälters30 offene Tasche34 gebildet wird. - Die in der
3 gezeigte Ausführungsform unterscheidet sich von der in den1 und2 gezeigten Ausführungsform darin, daß die Lamelle16 anders gestaltet ist. Die Lamelle16 weist wie die Lamelle16 von1 eine Spitze24 auf, von der auf der von der Wand14 des Kolbens10 abgewandten Seite eine Fläche26 ausgeht, die von der Stirnwand12 des Kolbens10 weg schräg nach außen gerichtet ist. An die Fläche26 schließt sich relativ zu einer gestrichelt dargestellten Grundlinie ein Rücksprung36 an. Der Rücksprung dient zur Vergrößerung der Anströmfläche für die Restluft, wie anhand der nachfolgenden4 bis6 gezeigt wird, und führt gleichzeitig in Schnittansicht zu einem Vorsprung37 , der aber nicht geschlossen umläuft, sondern unterbrochen ist und dadurch äquidistant angeordnete Vorsprünge (Noppen) ergibt; wodurch zwischen den Vorsprüngen Luftkanäle zum Entlüften während des Einsetzens gebildet werden. - In der
4 ist oben der Kolben10 genau wie in2 links vor dem Einsetzen in das offene Ende28 eines Behälters30 einer Kartusche und in4 unten in einem späteren Stadium gezeigt. Da die Lamelle16 einen größeren Durchmesser als der Innendurchmesser des Behälters30 beschreibt, legt sie sich unter Vorspannung an der Innenwand32 des Behälters30 , aber zunächst einmal im Schnitt im Prinzip im wesentlichen punktuell im Bereich der Fläche26 an. - Wie sich aus der
5 ergibt, entsteht durch das Schieben des Kolbens10 in das offene Ende28 hinein ein Überdruck, der dazu führt, daß Restluft in dem Behälter30 entsprechend dem eingezeichneten Pfeil auf die Fläche26 trifft und die Lamelle16 von der Innenwand32 des Behälters abhebt, wodurch ein Ringspalt38 entsteht, durch den Restluft nach außen entweichen kann. -
6 zeigt dies in einem späteren Stadium, in dem sich bereits die pastöse Substanz40 der Lamelle16 nähert. - In
7 ist die Restluft entwichen und breitet sich die pastöse Substanz40 hauptsächlich zwischen der Außenseite15 des Kolbens und der Lamelle16 aus, so daß die Lamelle16 wieder an die Innenwand32 des Behälters, und zwar im vorliegenden Fall im Schnitt punktuell anliegt. Dadurch dichtet der Kolben gut ab. - In der
8 ist dann der Zustand nach dem Einsetzen des Kolbens, z. B. der Lagerzustand, gezeigt, in dem der Behälter30 sich bereits etwas verformt, das heißt im Bereich der Lamelle16 etwas erweitert hat. Dies hat jedoch keinen Einfluß auf die Abdichtung, da die Lamelle16 sich aufgrund der Vorspannung eigenständig spreizt und dem Durchmesser anpaßt. - In
9 ist nun der Zustand gezeigt, wenn der Kolben10 von links mit Druck beaufschlagt wird, um zumindest einen Teil der pastösen Substanz40 aus dem Behälter30 nach rechts auszupressen. Dazu ist selbstverständlich vorher der Boden (nicht gezeigt) des Behälters30 entsprechend geöffnet worden. Beim Auspressen entsteht ein Gegendruck, der einen Teil der pastösen Substanz40 nach links zwischen die Außenseite15 des Kolbens und die Lamelle16 drückt. Dies führt zu einer weiteren Spreizung der Lamelle16 und damit auch einer Ausdehnung des Behälters30 in dem Bereich der Lamelle. Der Kolben10 dichtet jedoch immer noch ab. - In den
10 und11 ist der Druck jeweils noch weiter erhöht. Dies führt dazu, daß die Lamelle16 noch weiter gespreizt wird. In der10 liegt die Lamelle16 in Schnittansicht an zwei Punkten42 und44 an der Innenwand32 des Behälters30 an. In11 dagegen nur noch in einem Punkt46 . Nichtsdestotrotz dichtet der Kolben mittels der Lamelle16 immer noch ab. Die Lamelle16 ermöglicht daher auch, bei höheren Arbeitsdrücken und damit schneller zu arbeiten. - Der in der
12 gezeigte Kolben10 unterscheidet sich von dem in den3 bis11 gezeigten Kolben lediglich darin, daß in Auspreßrichtung vor der Lamelle16 eine weitere Lamelle48 vorgesehen ist, die ähnlich wie die Lamelle16 ausgerichtet ist und zum Umlenken der Restluft und Trennen von Restluft und pastöser Masse (Abstreifereffekt) vorgesehen ist. Darüber hinaus ist eine zusätzliche Dichtlippe50 vorgesehen. - Die in den
13 und14 gezeigte Ausführungsform eines Kolbens10 unterscheidet sich von der in den3 bis11 gezeigten darin, daß in dem Wurzelbereich57 der Lamelle16 umlaufend beabstandete Schlitze54 vorgesehen sind, die sich im wesentlichen quer zur Umlaufrichtung der Lamelle erstrecken. Weiterhin sind auf der Außenseite15 des Kolbens10 umlaufend beabstandete, sich axial erstreckende Rippen56 zur Verstärkung der Wand14 des Kolbens vorgesehen. - In der
15 sind mögliche Querschnittsgestalten einer Lamelle16 gezeigt. Alle gezeigten Ausführungsformen weisen eine Spitze24 auf. -
16 zeigt die in15 als P_8 gezeigte Ausführungsform im Einsatz in einem Behälter30 einer Kartusche. In der mit Pos._1 gezeigten Position ist der Kolben10 gerade eingesetzt worden. Deutlich ist zu erkennen, daß in Schnittansicht bei Punkt58 abgedichtet wird. Im nicht in die Kartusche eingesetzten Zustand weist der Kolben in der Radialebene an der letztgenannten Position einen ovalen Umriß auf, der zwar nur wenig von einem kreisförmigen Umriß abweicht, aber ausreicht, um zu Beginn des Einsetzens Restluft ein Entweichen aus der Kartusche zu ermöglichen. - In der Position Pos._2 wird gerade etwas pastöse Substanz (nicht gezeigt) ausgepreßt. Dabei entsteht ein Gegendruck auf die Lamelle
16 , so daß diese sich spreizt und den Behälter30 aufweitet. Nichtsdestotrotz dichtet der Kolben10 ab, diesmal über einen Flächenbereich60 . - In der Position Pos_3 wird ebenfalls etwas pastöse Substanz (nicht gezeigt) ausgepreßt, doch befindet sich der Kolben
10 in einer gewissen Schrägstellung. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Abdichtungsfunktion des Kolbens10 , da sich die vorgespannte Lamelle16 nach außen spreizt und somit, wie z. B. in den Positionen Pos_3_0 und Pos_3_U gezeigt, anliegt. Auch wenn oben und unten unterschiedliche Bereiche der Lamelle16 an der Innenwand32 des Behälters30 anliegen, dichtet der Kolben10 immer noch ab. - Die
17 soll dazu dienen, einen Eindruck von den umlaufend äquidistant angeordneten Vorsprüngen (Noppen)37 zu erhalten. Im vorliegenden Beispiel sind vierundzwanzig Vorsprünge37 über den Umfang angeordnet, wobei nur einige gekennzeichnet sind. - Der in den
18 bis20 gezeigte Kolben10 weist drei Dichtlippen20 ,50 und62 auf. Wie sich insbesondere aus19 ergibt, weist die Lamelle16 auf ihrer von der Wand14 des Kolbens10 abgewandten Seite umlaufend Vorsprünge37 auf, von denen in der Schnittansicht nur einer zu sehen ist. Besagter Vorsprung37 ist in Schnittansicht nahezu rechteckig, wobei die kurze Seite des Rechtecks, das heißt die Höhe h ungefähr 0,1 mm beträgt. - Schließlich zeigt
20 die umlaufend äquidistant angeordneten Vorsprünge37 , von denen nur einige gekennzeichnet sind. - Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
Claims (14)
- Kolben (
10 ) für eine Kartusche zum Aufbewahren und Auspressen von pastösen Substanzen (40 ), die einen zylindrischen Behälter (30 ) aus Kunststoff aufweist, der an seinem einen Ende mit einem Boden abgeschlossen und an seinem anderen Ende (28 ) offen ist, wobei der Kolben (10 ) elastisch sowie aus Kunststoff ist und in dem Behälter gleitfähig mit einer zum Boden des Behälters (30 ) zeigenden Stirnwand (12 ) und einer geschlossenen Wand (14 ) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Außenseite (15 ) der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) mindestens eine umlaufende elastische Lamelle (16 ) aus Kunststoff ausgebildet ist, die zur Stirnwand (12 ) des Kolbens (10 ) hin im wesentlichen schräg nach außen gerichtet ist und mit Vorspannung an der Innenwand (32 ) des Behälters (30 ) anliegt, und die Lamelle (16 ) auf ihrer von der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) abgewandten Seite mindestens einen Vorsprung aufweist. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamelle (16 ) derart gestaltet ist, daß sich beim Einsetzen des Kolbens (10 ) zumindest temporär eine umlaufende, zum Boden des Behälters (30 ) offene Tasche (34 ) zwischen dem Endbereich der Lamelle (16 ) und der Innenwand (32 ) des Behälters (30 ) ergibt. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende (28 ) der Lamelle (16 ) in einer Spitze (24 ) endet, von der auf der von der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) abgewandten Seite eine Fläche (26 ) ausgeht, die zumindest vor dem Einsetzen des Kolbens (10 ) von der Stirnwand (12 ) des Kolbens (10 ) weg schräg nach außen gerichtet ist. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge umlaufend äquidistant ausgebildet sind. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Lamelle (16 ) auf ihrer von der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) abgewandten Seite relativ zu einer Grundlinie mindestens einen umlaufenden Rücksprung (36 ) aufweist. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Wurzelbereich (52 ) der Lamelle (16 ) umlaufend mindestens zwei beabstandete Schlitze (54 ) vorgesehen sind. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitze (54 ) sich im wesentlichen quer zur Umlaufrichtung der Lamelle (16 ) erstrecken. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand (14 ) des Kolbens (10 ) mindestens eine umlaufende Dichtlippe (20 ;50 ;62 ) aufweist. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand (14 ) des Kolbens (10 ) einen freien Rand (18 ) aufweist und der freie Rand (18 ) eine radial über die Außenseite der Wand (14 ) ragende Dichtlippe (20 ) bildet. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtlippe (20 ) zur Innenseite der Wand (14 ) hin eine Schräge oder einen Kreisbogen bildet. - Kolben (
10 ) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenseite der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) mindestens eine geschlossen umlaufende und radial vorstehende Dichtkante angeformt ist und der Außendurchmesser der Dichtlippe (20 ) etwas größer ist als der Außendurchmesser der Dichtkante. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Außenseite der Wand (14 ) des Kolbens (10 ) umlaufend mindestens zwei sich axial erstreckende Rippen (56 ) ausgebildet sind. - Kolben (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (10 ) im Bereich der Lamelle (16 ) einen ovalen Querschnitt aufweist. - Kartusche zum Aufbewahren und Auspressen von pastösen Substanzen (
40 ) mit einem Kolben nach einem der vorangehenden Ansprüche.
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