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DE20317717U1 - Reibungsarmes Führbandvollgeschoß - Google Patents

Reibungsarmes Führbandvollgeschoß Download PDF

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DE20317717U1
DE20317717U1 DE20317717U DE20317717U DE20317717U1 DE 20317717 U1 DE20317717 U1 DE 20317717U1 DE 20317717 U DE20317717 U DE 20317717U DE 20317717 U DE20317717 U DE 20317717U DE 20317717 U1 DE20317717 U1 DE 20317717U1
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42BEXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B14/00Projectiles or missiles characterised by arrangements for guiding or sealing them inside barrels, or for lubricating or cleaning barrels
    • F42B14/02Driving bands; Rotating bands

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Structure Of Belt Conveyors (AREA)

Abstract

Reibungsarmes Führbandvollgeschoß, bestehend aus einem Bug und einem daran anschließenden zylindrischen, im wesentlichen feldkalibrigen Schaft mit ringwulstartigen Führbändern, die annähernd Zugkaliber hervorstehen, bestehend aus einem Nichteisenmetall, dadurch gekennzeichnet, daß die Führbänder so bemessen sind, daß deren Widerstand gegen die eindrückenden Felder im wesentlichen kleiner, als der eines annähernd zugkalibrigen, ummantelten Bleigeschosses ist.

Description

  • Die vorliegende Anmeldung beschreibt ein reibungsarmes Führbandvollgeschoß, bei dem die Geschoßreibung im Lauf und die Einpreßkraft der Geschosse in den Übergangskegel wesentlich unter das von Bleigeschossen, oder ummantelten Bleigeschossen bekannte Maß gesenkt, die Gasdichtigkeit zwischen Geschoß und Lauf erhöht, das mit einfachem Herstellungsverfahren einteilig aus Nichteisenmetallen hergestellt und bei dem die Aerodynamik verbessert wird.
  • Wir gebrauchen „Schußwaffen", bei denen Gase, meist Verbrennungsgase, ein Geschoß in einem Rohr – „Lauf" genannt – beschleunigen. Um Langgeschosse in Luft stabil verschießen zu können, werden Läufe mit schraubenartigen Leisten versehen. Solche Leisten bezeichnet man üblich als „Felder", die Nuten zwischen den Feldern dagegen als „Züge". Daraus ergibt sich, daß die lichte Weite zwischen den Feldern „Feldkaliber" genannt und die lichte Weite zwischen den Zügen „Zugkaliber" genannt wird. Die geschraubten Felder drehen das Geschoß im Lauf um dessen Rotationsachse, auch „Seelenachse" genannt. Solche Zug-Feld-Schraube im Laufinneren heißt „Drall". Die sich aus hinreichend schneller Drehung ergebenen Kreiselkräfte stabilisieren Langgeschosse im Fluge.
  • Tragbare Waffen deren Läufe mit Drall versehen sind heißen „Büchsen", Waffen bzw. Läufe ohne Drall, z. B. für Schrot oder Flintenlaufgeschosse, bezeichnet man als „Flinten".
  • Im Patronenlager sind Büchsenläufe mit einem Übergangskegel versehen, dessen Durchmesser geringfügig größer als das Geschoß ist. Davor befindet sich zusätzlich ein Übergangszylinder, der das noch in der Hülse befindliche Geschoß aufnimmt, ohne bereits Felder in das Geschoß zu pressen. Der Übergangskegel verjüngt sich dann vom Durchmesser des Übergangszylinders zum Lauf bis auf Feldkaliber.
  • Der Gasdruck der gezündeten Patrone treibt das Geschoß durch den Kegel in den Lauf. Geschoß-, Zug- und Feldkaliber sind so gewählt, das Geschoß im Lauf gegen den Gasdruck zu dichten, sowie die Felder in das Geschoß einzuprägen, um eine Anlage für die Felder zu schaffen, um das Geschoß drehen zu können. Die Kräfte zwischen Geschoß und Feldern heißen „Leistenkräfte".
  • Um die infolge hoher Beschleunigung erheblichen Leistenkräfte abzustützen, umhüllt oft ein Mantel aus festerem Werkstoff (z. B. Kupfer, Tombak, Flußeisen o. ä.) einen weichen Bleikern.
  • Neben ummantelten Bleigeschossen sind Vollgeschosse, meist aus Kupfer, Messing, Bronze, Stahl, Weicheisen oder anderen Metallen und deren Legierungen, die hohe Leistenkräfte ohne weiteren Mantel selbst tragen, bekannt.
  • Herkömmliche „weiche Geschosse", in die sich beim Schuß Felder eindrücken lassen, weisen, der erforderlichen Gasdichtung wegen, meist einen Durchmesser knapp über dem Zugkaliber auf. Sofern sie hinreichend weich sind, wie z. B. Bleigeschosse mit dünnem Kupfer- oder Tombakmantel, können sie sogar leicht zugunterkalibrig sein. Sie werden beim Schuß infolge erheblicher Beschleunigung gestaucht, liegen dadurch an den Zügen an und dichten.
  • Herkömmliche „harte Geschosse", in die sich beim Schuß Felder nicht eindrücken lassen, wie Artillerie- oder Panzergranaten, die z. B. aus hartem Stahl, Gußeisen o. ä. festem Werkstoff gedreht wurden, sind etwa knapp feldkalibrig, weisen aber zusätzliche sogenannte weiche „Führbänder" (heißen auch „Führungsbänder"), meist knapp über oder unter Zugkaliber, auf, in die sich Felder einprägen, die dann die auftretenden Leistenkräfte abstützen.
  • Ein derartiges, mehrteiliges Führbandgeschoß ist aus DE 299098 A bekannt. Darin werden Geschosse mit nur einem kupfernen Führband beschrieben, bei denen mangels genügender Gasdichtung mit folgender Kupferverdampfung dann Kupferablagerungen im Lauf entstehen. Als Problemlösung wird ein Zinnring zur Verdampfungskühlung vorgeschlagen, der aber den Nachteil aufwendiger und teurer Bauart mit sich bringt.
  • Ein neueres, mehrteiliges Verbundführband, ist aus der Schrift DE 198 18 411 C2 bekannt. Darin wird ein vierteiliges, abwechselnd eisernes und kupfernes, Führungsband beschreiben, das drallbedingten Flankenverschleiß am kupfernen Führungsband mit nachfolgendem Gasleck mit Weicheisen ausgleicht, dessen Bauart aber den Nachteil erhöhten Aufwandes in sich birgt und das Weicheisen verstärkten Rohrverschleiß nach sich zieht.
  • Die US-Schrift 2002/000296 A1 beschreibt ein auf Stahl geschweißtes Führband aus Nickel. Der zusätzliche Verfahrensschritt, die Nickelschicht aufzuschweißen, ist fertigungsintensiv und kostenaufwendig.
  • Die Schrift DE 40 39 959 A1 offenbart die Befestigung eines Kupfer-Nickel-Führbandes mittels Elektronenstrahlschweißen an einem Stahlgeschoß. Der zusätzliche Verfahrensschritt Elektronenstrahlschweißung ist ebenfalls fertigungsintensiv und kostenaufwendig.
  • Die Schrift DE 295 16 889 U1 veröffentlicht ein Stahlvollgeschoß für Gewehre. Nachteile des daher bekannten „Überkalibrigen Gewehrgeschosses" sind u. a. Weichstahl als Geschoßwerkstoff dessen Werkstoffeigenschaft die Läufe stark verschleißt, was am Anmeldetag bereits aus der Schrift DE 40 39 956 A1 bekannt war.
  • Weiterhin auch bekannt und damit Stand der Technik, ist, „überkalibrige" und „unterkalibrige" (d. h. in etwa „zug- und feldkalibrige" Bereiche zugunsten gleicher Reibeigenschaften wie beim ummantelten Bleigeschoß auszulegen. Außerdem birgt kohlenstoffarmes Weicheisen, sowohl für den Lauf als auch gleichermaßen für das Geschoß zu wählen, bei höheren Geschwindigkeiten einerseits die Gefahr der Reibschweißung in sich, die dadurch die Geschoß-Lauf-Reibpaarung zu größerer Reibung hin verschlechtert, die sich in geringen Mündungsgeschwindigkeiten ausdrückt. Andererseits besteht die Möglichkeit, daß sich bei hohen Geschoßgeschwindigkeiten der Lauf durch einen Auftragschweißung bis zur Unbrauchbarkeit zerstört.
  • Weiterhin nachteilig ist, die in einem Unteranspruch genannte, zusätzliche aufzubringende reibungsmindernde Oberflächenschicht, ist wirtschaftlich kaum vertretbar herzustellen.
  • Bleigeschosse, auch solche mit festem Mantel aus Tombak, Kupfer oder Flußeisen o. a. platzen gelegentlich an oder im Ziel, zersplittern und versprühen dann feinen Bleistaub aus bis zu 00,1gschweren Teilchen. Blei ist giftig. Der großen Oberfläche wegen gefährdet unentsorgtes feinverteiltes Blei aus Bleistäuben in der freien Landschaft unser Grundwasser.
  • Bei zug- oder überkalibrigen Geschossen fällt im Übergangskegel auf ganzer Seiterilänge Walk- bzw. Staucharbeit an, um die Felder in das Geschoß einzupressen. Die bremst das Geschoß ab. Um die auftretenden drallbedingten Leistenkräfte aufzunehmen, müssen mantellose Vollgeschosse sehr viel fester als Blei sein. Kupfer, als eines der weicheren und in Stahlläufen reibungsärmeren Werkstoffe um drallgeeignete Vollgeschosse herzustellen, ist z. B. je nach Legierung und Verarbeitung etwa 6 – 7 mal fester als Blei. Messing und Eisen sind noch mehrfach fester. Im Vergleich zu weichen ummantelten Bleigeschossen vervielfältigen Vollgeschosse daher im Kegel die von der gezündeten Treibladung aufzubringende Einpreßkraft. Feste Vollgeschosse reiben im Lauf mehr, erhitzen dadurch den Lauf schneller und nutzen den Lauf, besonders die wichtigen Felder, schneller als weichere Bleigeschosse ab.
  • Wegen des, gegenüber bleigefüllten weichen Mantelgeschossen, bei herkömmlichen Vollgeschossen deutlich erhöhten Einpreßdruckes, kann die Patrone, mit einem gleichschweren und -langen weichem Geschoß verglichen, nicht so hoch geladen werden. Damit sinkt bei festen Vollgeschossen bei gegebenem, höchstzulässigem Druck die Mündungsgeschwindigkeit v0, nachteilig, als Folge krümmt sich die Flugbahn unerwünscht.
  • Bei Verwendung eines einzigen und daher notwendigerweise breiten Führbandes an harten Geschossen, wie bei Artillerie- oder Panzergranaten üblich, verwirbelt die abfließende Strömung erheblich. Infolge dessen reißt die Strömung an einem sich stark (>8° Kantenwinkel) verjüngenden Heck ab und erhöht den Luftwiderstand nachteilig; die Flugbahn krümmt sich nachteilig.
  • Im Patronenlager richten herkömmliche Patronen das Geschoß im Kegel nur über die Hülsenpassung aus. Wegen fertigungsbedingter Hülsenmundwandstärkenuntermaße, unter das knapp paßgenaue bemessene Sollmaß, kann die Hülse bei tragbaren Gewehren bis zu 1/10 mm, oder bei großen Kalibern mehr, von der Seelenachse abliegen. Derartig außermittig zugeführte Geschosse erschüttern, bei der im Schuß zwangsweise durch den Kegel erfolgenden Zentrierung, die Waffe und verursachen störende Streuung; die erzielbare Genauigkeit sinkt nachteilig; unerwünschte Fehlschüsse nehmen zu.
  • Herkömmliche Geschosse lassen nach der Treibladungszündung zwischen gasdruckbedingt erweitertem Hülsenhals und unverändert maßhaltigem Geschoß fressend heiße Hochdruckgase am Geschoß vorbei nach vorn in Richtung Laufmündung entweichen. Infolgedessen verdampft Geschoßoberflächenwerkstoff scheidet sich vor dem Geschoß nach erfolgter Gasentspannung und – abkühlung an den Laufwänden ab.
  • Nachdem ein Geschoß den Lauf verlassen hat, umströmen je nach Patrone und Ladung auf 10 – 20 Kalibern Länge die schnelleren, anfänglich immer noch hochgespannten, Pulverschwaden das Geschoß von hinten, überholen es und verwirbeln an scharfen Heckkanten, dabei stoßen sie das Geschoß zufällig an und lenken es ab, so daß die erzielbare Treffergenauigkeit sinkt.
  • Bleigeschoßkerne folgen bei großen Drehbeschleunigungen im Drall gelegentlich nicht mehr dem Mantel, sondern kriechen im Mantel über die Feldeinprägungen, sodaß das Geschoß nicht genügenden Drehimpuls aufnimmt, um stabil zu fliegen, sodann querschlägt, also von der gerichteten Bahn abweicht und folglich nicht mehr trifft.
  • Einen Lösungsansatz, Gasleckfraß zu vermeiden, bietet die Schrift US 3 154 016 . Darin wird vorgeschlagen im Lauf den Gasleckfraß zwischen Geschoß und Zug zu verhindern, indem Gasaufnahmekammern („gas receiving chambers"), die so gestaltet sein sollen, daß sie vor und nach dem Schuß denselben Rauminhalt aufweisen, vorhanden sein sollen. Dies soll beispielsweise für einteilige Vollgeschossen jeder Bauart, in die sich raumverdrängende Felder einpressen lassen, gelten. Obwohl, um die Leistenkräfte zu übertragen, sich die Felder in den Werkstoff einprägen müssen, folglich dadurch eher den Rauminhalt verändern, ist der Schrift nicht zu entnehmen, ob ggf. ein mehrteiliger oder beweglichen Geschoßaufbau erforderlich ist, der dann wiederum aufwendig herzustellen wäre und in Folge weniger genau als ein einteiliger Geschoßaufbau wirken würde. Weiter sind die hinterschnittenen („inwardly inclined") Rückwände der Gasaufnahmekammerwände nur sehr aufwendig und schwierig herzustellen, erfordern beim Drehen nämlich wegen des winkelbedingt andersartigen Vor- und Rückschnittes das Spanwerkzeug und den Anfahrweg zu wechseln, mindern damit die erzielbare Fertigungs- und folglich Treffergenauigkeit.
  • Aufgabe ist, die im genannten Stand der Technik auftretenden Nachteile zu meiden, insbesondere eine einheitlichen Lösung zu schaffen, solche die Geschoßreibung im Lauf und Einpreßkraft der Geschosse in den Übergangskegel wesentlich unter das von Bleigeschossen, oder ummantelten Bleigeschossen, bekannte Maß senkt, die Gasdichtigkeit zwischen Geschoß und Lauf erhöht, ein einteiliges Geschoß herzustellen erlaubt, das Herstellungsverfahren vereinfacht, dabei den Einsatz von Nichteisenmetallen ermöglicht und die Aerodynamik bessert.
  • Die Aufgabenlösung beschreibt der kennzeichnende Teil des Anspruches 1. Die Unteransprüche bilden Anspruch 1 vorteilhaft weiter.
  • Eine Ausführung der Erfindung wird anhand der Zeichnungen Bild 1 bis 3 näher erläutert.
  • Bild 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Geschoß in dimetrischer Ansicht. Die Darstellung erläutert nur, ist nicht maßstabgerecht, stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
  • Bild 2 zeigt den Querschnitt eines zugehörigen Laufes. Die Darstellung erläutert nur, ist nicht maßstabgerecht, stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
  • Bild 3 zeigt eine seitliche Ansicht eines erfindungsgemäßen Geschosses. Die Darstellung erläutert nur, ist nicht maßstabgerecht, stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
  • Bild 1 zeigt ein erfindungsgemäßes, einteiliges rotationssymmetrisches Vollgeschoß. Vorn befindet sich ein Bug (1) mit rundem Riß, in der Mitte ein zylindrischer Schaft (2) und hinten aus einem runden, sich nach hinten verjüngendem Heck (3). Das Heck schließt ein flacher Boden (4) ab. Um den Schaft laufen erfindungsgemäß vier Führbänder (S) genannte, an sich bekannte, Ringwülste. Diese erstrecken sich erfindungsgemäß in der Länge nur über einen kleinen Bruchteil der Geschoßgesamtlänge, weniger als 1/10 jedes einzelne.
  • Bild 2 zeigt zur Erläuterung den Querschnitt eines zugehörigen Laufes. Der Innenraum ist hohl. Außen ist der Laufwerkstoff. Die wesentlichen Laufmerkmale sind nach innen vorstehende Leisten, die Felder (6). Dazwischen liegen Nuten, die Züge (7). In Laufrichtung verlaufen Züge und Felder schraubenförmig, dem Drall. Die lichte Weite zwischen den Feldern heißt Feldkaliber, entspricht dem europäischen Kaliber. Die lichte Weite zwischen den Zügen heißt Zugkaliber, entspricht dem anglo-amerikanischen Kaliber.
  • Bild 3 zeigt ein erfindungsgemäßes einteiliges rotationssymmetrisches Vollgeschoß. Um den Schaft laufen an sich bekannte Ringwülste, Führbänder genannt. Die Führbänder verbreitern sich erfindungsgemäß von vorn nach hinten. Die Bugspitze ist längs der Geschoßdrehachse hohl geformt. Diese Bohrung heißt Hohlspitze (8). In der Hohlspitze kann ein weicher spitzer Stopfen (9) befestigt sein, der den Luftwiderstand senkt und die Hohlspitzwirkung beschleunigt. Der Bug ist im Riß rund, hier als Stichbogen ausgeführt. Die Bugrundung (10) verläuft von der Hohlspitze bis zum Schaft. Der Übergang vom Bug zum Schaft ist erfindungsgemäß feldkalibrig. Der Schaft ist feldkalibrig. An der Verbindungsstelle weisen Bug und Schaft einen stumpfen, d. h. über 90° & unter 180°, Winkel auf. Aus dem Schaft heben sich umlaufende zugkalibrige Ringwülste, die Führbänder empor. Das Heck schließt erfindungsgemäß feldkalibrig beginnend an den Schaft an. An der Verbindungsstelle weisen Schaft und Heck im Riß erfindungsgemäß einen stumpfen Winkel auf. Das Heck verjüngt sich vom Schaft nach hinten in einer Heckrundung (11). Ein flacher Boden schließt das Heck hinten ab. Eine merkliche Bodenrundung (12) verbindet Heckrundung und Boden. Der Schaft weist in etwa Feldkaliber, oder knapp darunter, die Führbänder in etwa Zugkaliber, oder knapp darüber, auf. Im Geschoßriß längs der Drehachse sind die Führbänder erfindungsgemäß trapezartig gestaltet, das heißt, sie zeigen von außen liegenden umlaufenden zylindrischen Bändern (13) je zwei zum Schaft geneigte Flanken. Dabei bilden Schaft und Flanken am Flankengrund erfindungsgemäß stumpfe Winkel, so daß die Schmalseite der Trapeze außen liegt. Die hinterste Flanke (14) am letzten Führ band ist gegenüber den anderen Flanken als Kegelstumpf mit verhältnismäßig stumpferem Winkel ausgeführt.
  • Bild 3, Einzelheit A, zeigt das vorderste Führband vergrößert im Riß. Seine Gestalt ist erfindungsgemäß trapezartig. Die Trapezschmalseite bildet außen ein umlaufendes zylindrisches Band (13). Vordere (15) und hintere Flanke (16) verbinden das Band mit dem Schaft. Beide Flanken weisen zum Schaft einen erfindungsgemäß stumpfen Winkel auf. Die längere Seite des Führbandtrapezes fällt mit der Schaftoberfläche zusammen. Geschoß und Führband drehen um dieselbe Achse.
  • Bild 3, Einzelheit B, stellt das hinterste Führband dar, das im wesentlichen wie alle Führbänder gestaltet ist. Jedoch weicht die hinterste Flanke (14) von der sonstigen Flankenbauart ab, als der Winkel zum Heck größer als alle sonstigen Winkel der Flanken zum Schaft ist, das hinterste Führband zum Heck hin sanft ausläuft. Die Führbänder sind erfindungsgemäß derart angeordnet, daß das erste Führband vorn im an sich bekannten Übergangskegel vom Patronenlager zum Lauf spielfrei anliegt, weitere Führbänder das Geschoß in der Patronenhülse in deren Mund halten. Die Führbandbreite steigt von vorn nach hinten an. Ihre Gesamtbreite ist so knapp gewählt, daß die drallbedingten Leistenkräfte sie im Schuß gerade nicht mehr abscheren. Alle Teile des Geschosses sind aus einem Stück.
  • Indem das vorderste Führband in seiner Lage so gestaltet ist, spielfrei am Übergangskegel vom Patronenlager zum Lauf anzuliegen, kann das Geschoß nur genau mittig vor dem Lauf sitzen.
  • Mit seiner lückenlosen Anlage dichtet das vorderste Führband, auch nach der Pulverzündung, den Lauf schon ab, bevor das Geschoß in den Lauf gepreßt wird.
  • Weil die Führbandbreiten von vorn nach hinten, entsprechend dem treibenden Gasdruck, der anfangs sowohl in der Zeit als auch längs des Geschoßweges wächst, zunehmen, bleibt die führbandbreitenbedingte Einpreßkraft solange annähernd gleich, wie der Druck das Geschoß durch den Kegel in den Lauf einpreßt. Dabei drückt der Übergangskegel die Führbänder nach innen zusammen, staucht die Felder in die Bänder hinein. Die sich von außen nach innen trapezartig zunehmend verbreiternden Führbänder widerstehen den feldverursachten Einpreßkräften, ihrer jeweiligen Breite gemäß, zunehmend. Die Widerstände wachsen somit der Feldeindringtiefe entsprechend. In unmittelbarer Folge ergeben mögliche außermittige Geschoßablagen im Lauf ungleiche, jedoch ausgleichende, Kräfte. Die Trapezform der Führbänder bewirkt so Selbstzentrierung, die das Geschoß bei weiterem Vortrieb wieder in die genau mittige Geschoßlage im Kegel zwingt.
  • Weil Bug und Heck, auch am Übergang zum Schaft, feldkalibrig oder dünner sind, müssen, um durch den Übergangskegel in den Lauf zu dringen, für sie keinerlei Einpreßkräfte aufgewendet werden; so gesparte Kraft beschleunigt zweckmäßig das Geschoß.
  • Einmal durch den Übergangskegel in den Lauf gedrückt, liegen nur die Führbänder an den Zügen an. So reibt nur eine kleine berührende Fläche. Lediglich die Felder greifen in die Führbänder ein, übertragen dort die drallbedingten Leistenkräfte zur Drehbeschleunigung. Die Felder liegen, jedoch ohne Pressung, am Schaft an. Verhältnismäßig weiche Führbandwerkstoffe zu verwenden, gepaart mit ausreichendem Verdrängungsraum für die einzudrückenden Felder samt deren geringstmöglichem Querschnitt, ergeben gemeinsam kleinste Einpreßkräfte. Die Führbänder äußerst schmal zu gestalten gewährleistet kleinstmögliche Reibflächen.
  • Nachdem das Geschoß die Mündung verlassen hat, strömen aus der Mündung, je nach Ladung und Lauf, auf etwa 15 bis 20 Kaliberlängen hochgespannte schnelle, sich vor der Mündung in die offene Umgebungsluft entspannende und dabei erheblich nachbeschleunigende Pulverschwaden am Geschoß vorbei. Die erfindungsgemäßen Boden- und Heckrundungen erlauben den Schwaden das Geschoß von achtern, zumindest nah der hinteren Oberfläche, wirbelarm zu umströmen, mindern nach dem Abschuß nah vor der Mündung druckschwankungsbedingte Störungen, die das Geschoß aus der Bahn werfen, steigern die Treffergenauigkeit.
  • Im Fluge erzeugen die schmalen Führbänder in Luft nur aerodynamisch günstige geschoßnahe Kleinstwirbel, die in Verbindung mit einem sich steiler als sonst möglich verjüngendem Heck die Bodensogkraft mindern, mithin den Luftwiderstand senken.
  • Das reibungsarme Führbandvollgeschoß läßt sich aufgrund der trapezartigen Führbänder mit stumpfen Flankenwinkeln in einer Aufspannung günstig mit nur einem Werkzeug herstellen. Mangels Mantels können Vollgeschosse keine unrunden Masseverteilungen aus Manteldickenschwankungen aufweisen, sind von daherrührenden Abgangsfehlern frei.
  • Der eingezogene Boden mit der erfindungsgemäßen Boden- und Heckrundung, sowie die sanft anschließende hinterste Führbandflanke erleichtern, ohne den Hülsenmund zu quetschen, das Geschoß mittig und unbeschädigt in die Hülse zu setzen, die dadurch ebenfalls unbeschädigt bleibt.
  • Der erfindungsgemäße, zwangsweise mittige Geschoßsitz, bedingt durch das vorderste im Übergangskegel anliegende Führband, steigert die Treffergenauigkeit.
  • Geringste Einpreßkraft im Übergangskegel erschüttert den Lauf nach der Zündung kaum. Dadurch wird die Treffergenauigkeit gesteigert.
  • Erfindungsgemäße trapezartige Führbänder berichtigen Geschoßzuführungsablagefehler, sorgen für Selbstzentrierung des Geschosses im Lauf, steigern die Treffergenauigkeit.
  • Das erfindungsgemäß im Übergangskegel anliegende vorderste Führband dichtet den anfänglichen Gasdruck schon ab, bevor sich das Geschoß bewegt hat.
  • Mehrfache Führbänder dichten besser als nur eines, mindern geschoßverdampfenden Gasfluß und in Folge schädliche Geschoßdampfabscheidungen im Lauf.
  • Die erfindungsgemäß knapp über das mindert erforderliche Maß verringerte Einpreßkraft, verbunden mit ebenso bemessenen Reibflächen und guter Reibpaarung mit geringen Reibbeiwerten, ergibt zusammen die geringstmögliche Reibung, die wiederum Lauferwärmung und Verschleiß mindert, damit die Lauflebensdauer erhöht.
  • Erfindungsgemäße geringere Einpreßkräfte im Übergangskegel erlauben bei gleichem höchstzulässigem Gasdruck mit dem erfindungsgemäßen reibungsarmen Führbandgeschossen höher zu laden, steigern damit Mündungsgeschwindigkeit und Wirkung, strecken die Flugbahn.
  • Bild 1, trimetrische Geschoßansicht
  • 1
    Bug
    2
    Schaft
    3
    Heck
  • Bild 2, Laufquerschnitt, Stand der Technik
  • 4
    Zug
    5
    Feld
  • Bild 3, seitliche Geschoßansicht
  • 6
    Führbänder
    7
    Boden
    8
    Hohlspitze
    9
    Stopfen
    10
    Bugrundung
    11
    Heckrundung
    12
    Bodenrundung
    13
    Führband
    14
    Flanke, hintere
    15
    Flanke, vordere
    16
    Flanke, hinterste

Claims (9)

  1. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß, bestehend aus einem Bug und einem daran anschließenden zylindrischen, im wesentlichen feldkalibrigen Schaft mit ringwulstartigen Führbändern, die annähernd Zugkaliber hervorstehen, bestehend aus einem Nichteisenmetall, dadurch gekennzeichnet, daß die Führbänder so bemessen sind, daß deren Widerstand gegen die eindrückenden Felder im wesentlichen kleiner, als der eines annähernd zugkalibrigen, ummantelten Bleigeschosses ist.
  2. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Führbänder trapezartig vom Schaft nach außen verjüngen und die Winkel der Flanken zum Schaft hin stumpf sind.
  3. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den Schaft hinten ein Heck anschließt.
  4. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Bug oder Heck höchstens feldkalibrig am Schaft anschließen.
  5. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das vorderste Führband im Übergangskegel spielfrei anliegt.
  6. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Boden in einer Bodenrundung in das Heck übergeht.
  7. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Heckrundung im Längsschnitt einen Bogen darstellt.
  8. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bug eine Hohlspitze aufweist.
  9. Reibungsarmes Führbandvollgeschoß nach einem Anspruch oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Hohlspitze ein Stopfen befestigt ist.
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