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Die vorliegende Anmeldung beschreibt
ein reibungsarmes Führbandvollgeschoß, bei dem
die Geschoßreibung
im Lauf und die Einpreßkraft
der Geschosse in den Übergangskegel
wesentlich unter das von Bleigeschossen, oder ummantelten Bleigeschossen
bekannte Maß gesenkt,
die Gasdichtigkeit zwischen Geschoß und Lauf erhöht, das
mit einfachem Herstellungsverfahren einteilig aus Nichteisenmetallen
hergestellt und bei dem die Aerodynamik verbessert wird.
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Wir gebrauchen „Schußwaffen", bei denen Gase, meist Verbrennungsgase,
ein Geschoß in
einem Rohr – „Lauf" genannt – beschleunigen.
Um Langgeschosse in Luft stabil verschießen zu können, werden Läufe mit
schraubenartigen Leisten versehen. Solche Leisten bezeichnet man üblich als „Felder", die Nuten zwischen
den Feldern dagegen als „Züge". Daraus ergibt sich,
daß die
lichte Weite zwischen den Feldern „Feldkaliber" genannt und die
lichte Weite zwischen den Zügen „Zugkaliber" genannt wird. Die
geschraubten Felder drehen das Geschoß im Lauf um dessen Rotationsachse,
auch „Seelenachse" genannt. Solche
Zug-Feld-Schraube im Laufinneren heißt „Drall". Die sich aus hinreichend schneller
Drehung ergebenen Kreiselkräfte
stabilisieren Langgeschosse im Fluge.
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Tragbare Waffen deren Läufe mit
Drall versehen sind heißen „Büchsen", Waffen bzw. Läufe ohne Drall,
z. B. für
Schrot oder Flintenlaufgeschosse, bezeichnet man als „Flinten".
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Im Patronenlager sind Büchsenläufe mit
einem Übergangskegel
versehen, dessen Durchmesser geringfügig größer als das Geschoß ist. Davor befindet
sich zusätzlich
ein Übergangszylinder,
der das noch in der Hülse
befindliche Geschoß aufnimmt, ohne
bereits Felder in das Geschoß zu
pressen. Der Übergangskegel
verjüngt
sich dann vom Durchmesser des Übergangszylinders
zum Lauf bis auf Feldkaliber.
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Der Gasdruck der gezündeten Patrone
treibt das Geschoß durch
den Kegel in den Lauf. Geschoß-,
Zug- und Feldkaliber sind so gewählt,
das Geschoß im
Lauf gegen den Gasdruck zu dichten, sowie die Felder in das Geschoß einzuprägen, um eine
Anlage für
die Felder zu schaffen, um das Geschoß drehen zu können. Die
Kräfte
zwischen Geschoß und
Feldern heißen „Leistenkräfte".
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Um die infolge hoher Beschleunigung
erheblichen Leistenkräfte
abzustützen,
umhüllt
oft ein Mantel aus festerem Werkstoff (z. B. Kupfer, Tombak, Flußeisen o. ä.) einen
weichen Bleikern.
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Neben ummantelten Bleigeschossen
sind Vollgeschosse, meist aus Kupfer, Messing, Bronze, Stahl, Weicheisen
oder anderen Metallen und deren Legierungen, die hohe Leistenkräfte ohne
weiteren Mantel selbst tragen, bekannt.
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Herkömmliche „weiche Geschosse", in die sich beim
Schuß Felder
eindrücken
lassen, weisen, der erforderlichen Gasdichtung wegen, meist einen Durchmesser
knapp über
dem Zugkaliber auf. Sofern sie hinreichend weich sind, wie z. B.
Bleigeschosse mit dünnem
Kupfer- oder Tombakmantel, können
sie sogar leicht zugunterkalibrig sein. Sie werden beim Schuß infolge
erheblicher Beschleunigung gestaucht, liegen dadurch an den Zügen an und
dichten.
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Herkömmliche „harte Geschosse", in die sich beim
Schuß Felder
nicht eindrücken
lassen, wie Artillerie- oder Panzergranaten, die z. B. aus hartem Stahl,
Gußeisen
o. ä. festem
Werkstoff gedreht wurden, sind etwa knapp feldkalibrig, weisen aber
zusätzliche
sogenannte weiche „Führbänder" (heißen auch „Führungsbänder"), meist knapp über oder
unter Zugkaliber, auf, in die sich Felder einprägen, die dann die auftretenden
Leistenkräfte
abstützen.
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Ein derartiges, mehrteiliges Führbandgeschoß ist aus
DE 299098 A bekannt.
Darin werden Geschosse mit nur einem kupfernen Führband beschrieben, bei denen
mangels genügender
Gasdichtung mit folgender Kupferverdampfung dann Kupferablagerungen
im Lauf entstehen. Als Problemlösung wird
ein Zinnring zur Verdampfungskühlung
vorgeschlagen, der aber den Nachteil aufwendiger und teurer Bauart
mit sich bringt.
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Ein neueres, mehrteiliges Verbundführband, ist
aus der Schrift
DE
198 18 411 C2 bekannt. Darin wird ein vierteiliges, abwechselnd
eisernes und kupfernes, Führungsband
beschreiben, das drallbedingten Flankenverschleiß am kupfernen Führungsband mit
nachfolgendem Gasleck mit Weicheisen ausgleicht, dessen Bauart aber
den Nachteil erhöhten Aufwandes
in sich birgt und das Weicheisen verstärkten Rohrverschleiß nach sich
zieht.
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Die US-Schrift 2002/000296 A1 beschreibt ein
auf Stahl geschweißtes
Führband
aus Nickel. Der zusätzliche
Verfahrensschritt, die Nickelschicht aufzuschweißen, ist fertigungsintensiv
und kostenaufwendig.
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Die Schrift
DE 40 39 959 A1 offenbart
die Befestigung eines Kupfer-Nickel-Führbandes mittels Elektronenstrahlschweißen an einem
Stahlgeschoß. Der
zusätzliche
Verfahrensschritt Elektronenstrahlschweißung ist ebenfalls fertigungsintensiv
und kostenaufwendig.
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Die Schrift
DE 295 16 889 U1 veröffentlicht ein
Stahlvollgeschoß für Gewehre.
Nachteile des daher bekannten „Überkalibrigen
Gewehrgeschosses" sind
u. a. Weichstahl als Geschoßwerkstoff
dessen Werkstoffeigenschaft die Läufe stark verschleißt, was am
Anmeldetag bereits aus der Schrift
DE 40 39 956 A1 bekannt war.
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Weiterhin auch bekannt und damit
Stand der Technik, ist, „überkalibrige" und „unterkalibrige" (d. h. in etwa „zug- und
feldkalibrige" Bereiche
zugunsten gleicher Reibeigenschaften wie beim ummantelten Bleigeschoß auszulegen.
Außerdem
birgt kohlenstoffarmes Weicheisen, sowohl für den Lauf als auch gleichermaßen für das Geschoß zu wählen, bei
höheren
Geschwindigkeiten einerseits die Gefahr der Reibschweißung in
sich, die dadurch die Geschoß-Lauf-Reibpaarung
zu größerer Reibung
hin verschlechtert, die sich in geringen Mündungsgeschwindigkeiten ausdrückt. Andererseits
besteht die Möglichkeit,
daß sich
bei hohen Geschoßgeschwindigkeiten
der Lauf durch einen Auftragschweißung bis zur Unbrauchbarkeit
zerstört.
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Weiterhin nachteilig ist, die in
einem Unteranspruch genannte, zusätzliche aufzubringende reibungsmindernde
Oberflächenschicht,
ist wirtschaftlich kaum vertretbar herzustellen.
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Bleigeschosse, auch solche mit festem
Mantel aus Tombak, Kupfer oder Flußeisen o. a. platzen gelegentlich
an oder im Ziel, zersplittern und versprühen dann feinen Bleistaub aus
bis zu 00,1gschweren Teilchen. Blei ist giftig. Der großen Oberfläche wegen gefährdet unentsorgtes
feinverteiltes Blei aus Bleistäuben
in der freien Landschaft unser Grundwasser.
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Bei zug- oder überkalibrigen Geschossen fällt im Übergangskegel
auf ganzer Seiterilänge Walk-
bzw. Staucharbeit an, um die Felder in das Geschoß einzupressen.
Die bremst das Geschoß ab. Um
die auftretenden drallbedingten Leistenkräfte aufzunehmen, müssen mantellose
Vollgeschosse sehr viel fester als Blei sein. Kupfer, als eines
der weicheren und in Stahlläufen
reibungsärmeren
Werkstoffe um drallgeeignete Vollgeschosse herzustellen, ist z.
B. je nach Legierung und Verarbeitung etwa 6 – 7 mal fester als Blei. Messing
und Eisen sind noch mehrfach fester. Im Vergleich zu weichen ummantelten
Bleigeschossen vervielfältigen
Vollgeschosse daher im Kegel die von der gezündeten Treibladung aufzubringende
Einpreßkraft.
Feste Vollgeschosse reiben im Lauf mehr, erhitzen dadurch den Lauf schneller
und nutzen den Lauf, besonders die wichtigen Felder, schneller als
weichere Bleigeschosse ab.
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Wegen des, gegenüber bleigefüllten weichen Mantelgeschossen,
bei herkömmlichen
Vollgeschossen deutlich erhöhten
Einpreßdruckes,
kann die Patrone, mit einem gleichschweren und -langen weichem Geschoß verglichen,
nicht so hoch geladen werden. Damit sinkt bei festen Vollgeschossen
bei gegebenem, höchstzulässigem Druck
die Mündungsgeschwindigkeit
v0, nachteilig, als Folge krümmt sich
die Flugbahn unerwünscht.
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Bei Verwendung eines einzigen und
daher notwendigerweise breiten Führbandes
an harten Geschossen, wie bei Artillerie- oder Panzergranaten üblich, verwirbelt
die abfließende
Strömung
erheblich. Infolge dessen reißt
die Strömung
an einem sich stark (>8° Kantenwinkel)
verjüngenden
Heck ab und erhöht
den Luftwiderstand nachteilig; die Flugbahn krümmt sich nachteilig.
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Im Patronenlager richten herkömmliche
Patronen das Geschoß im
Kegel nur über
die Hülsenpassung
aus. Wegen fertigungsbedingter Hülsenmundwandstärkenuntermaße, unter
das knapp paßgenaue
bemessene Sollmaß,
kann die Hülse
bei tragbaren Gewehren bis zu 1/10 mm, oder bei großen Kalibern
mehr, von der Seelenachse abliegen. Derartig außermittig zugeführte Geschosse
erschüttern,
bei der im Schuß zwangsweise
durch den Kegel erfolgenden Zentrierung, die Waffe und verursachen störende Streuung;
die erzielbare Genauigkeit sinkt nachteilig; unerwünschte Fehlschüsse nehmen
zu.
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Herkömmliche Geschosse lassen nach
der Treibladungszündung
zwischen gasdruckbedingt erweitertem Hülsenhals und unverändert maßhaltigem Geschoß fressend
heiße
Hochdruckgase am Geschoß vorbei
nach vorn in Richtung Laufmündung entweichen.
Infolgedessen verdampft Geschoßoberflächenwerkstoff
scheidet sich vor dem Geschoß nach
erfolgter Gasentspannung und – abkühlung an den
Laufwänden
ab.
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Nachdem ein Geschoß den Lauf
verlassen hat, umströmen
je nach Patrone und Ladung auf 10 – 20 Kalibern Länge die
schnelleren, anfänglich
immer noch hochgespannten, Pulverschwaden das Geschoß von hinten, überholen
es und verwirbeln an scharfen Heckkanten, dabei stoßen sie
das Geschoß zufällig an
und lenken es ab, so daß die
erzielbare Treffergenauigkeit sinkt.
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Bleigeschoßkerne folgen bei großen Drehbeschleunigungen
im Drall gelegentlich nicht mehr dem Mantel, sondern kriechen im
Mantel über
die Feldeinprägungen,
sodaß das
Geschoß nicht
genügenden
Drehimpuls aufnimmt, um stabil zu fliegen, sodann querschlägt, also
von der gerichteten Bahn abweicht und folglich nicht mehr trifft.
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Einen Lösungsansatz, Gasleckfraß zu vermeiden,
bietet die Schrift
US 3 154 016 .
Darin wird vorgeschlagen im Lauf den Gasleckfraß zwischen Geschoß und Zug
zu verhindern, indem Gasaufnahmekammern („gas receiving chambers"), die so gestaltet
sein sollen, daß sie
vor und nach dem Schuß denselben
Rauminhalt aufweisen, vorhanden sein sollen. Dies soll beispielsweise
für einteilige
Vollgeschossen jeder Bauart, in die sich raumverdrängende Felder
einpressen lassen, gelten. Obwohl, um die Leistenkräfte zu übertragen,
sich die Felder in den Werkstoff einprägen müssen, folglich dadurch eher den
Rauminhalt verändern,
ist der Schrift nicht zu entnehmen, ob ggf. ein mehrteiliger oder
beweglichen Geschoßaufbau
erforderlich ist, der dann wiederum aufwendig herzustellen wäre und in
Folge weniger genau als ein einteiliger Geschoßaufbau wirken würde. Weiter
sind die hinterschnittenen („inwardly inclined") Rückwände der
Gasaufnahmekammerwände
nur sehr aufwendig und schwierig herzustellen, erfordern beim Drehen
nämlich
wegen des winkelbedingt andersartigen Vor- und Rückschnittes das Spanwerkzeug
und den Anfahrweg zu wechseln, mindern damit die erzielbare Fertigungs-
und folglich Treffergenauigkeit.
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Aufgabe ist, die im genannten Stand
der Technik auftretenden Nachteile zu meiden, insbesondere eine
einheitlichen Lösung
zu schaffen, solche die Geschoßreibung
im Lauf und Einpreßkraft
der Geschosse in den Übergangskegel
wesentlich unter das von Bleigeschossen, oder ummantelten Bleigeschossen,
bekannte Maß senkt,
die Gasdichtigkeit zwischen Geschoß und Lauf erhöht, ein
einteiliges Geschoß herzustellen
erlaubt, das Herstellungsverfahren vereinfacht, dabei den Einsatz
von Nichteisenmetallen ermöglicht
und die Aerodynamik bessert.
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Die Aufgabenlösung beschreibt der kennzeichnende
Teil des Anspruches 1. Die Unteransprüche bilden Anspruch 1 vorteilhaft
weiter.
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Eine Ausführung der Erfindung wird anhand der
Zeichnungen Bild 1 bis 3 näher
erläutert.
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Bild 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Geschoß in dimetrischer
Ansicht. Die Darstellung erläutert
nur, ist nicht maßstabgerecht,
stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
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Bild 2 zeigt den Querschnitt eines
zugehörigen
Laufes. Die Darstellung erläutert
nur, ist nicht maßstabgerecht,
stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
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Bild 3 zeigt eine seitliche Ansicht
eines erfindungsgemäßen Geschosses.
Die Darstellung erläutert
nur, ist nicht maßstabgerecht,
stellt Einzelheiten verdeutlichend übergroß dar.
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Bild 1 zeigt ein erfindungsgemäßes, einteiliges
rotationssymmetrisches Vollgeschoß. Vorn befindet sich ein Bug
(1) mit rundem Riß,
in der Mitte ein zylindrischer Schaft (2) und hinten aus
einem runden, sich nach hinten verjüngendem Heck (3).
Das Heck schließt
ein flacher Boden (4) ab. Um den Schaft laufen erfindungsgemäß vier Führbänder (S)
genannte, an sich bekannte, Ringwülste. Diese erstrecken sich erfindungsgemäß in der
Länge nur über einen
kleinen Bruchteil der Geschoßgesamtlänge, weniger
als 1/10 jedes einzelne.
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Bild 2 zeigt zur Erläuterung
den Querschnitt eines zugehörigen
Laufes. Der Innenraum ist hohl. Außen ist der Laufwerkstoff.
Die wesentlichen Laufmerkmale sind nach innen vorstehende Leisten,
die Felder (6). Dazwischen liegen Nuten, die Züge (7).
In Laufrichtung verlaufen Züge
und Felder schraubenförmig,
dem Drall. Die lichte Weite zwischen den Feldern heißt Feldkaliber,
entspricht dem europäischen Kaliber.
Die lichte Weite zwischen den Zügen
heißt Zugkaliber,
entspricht dem anglo-amerikanischen Kaliber.
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Bild 3 zeigt ein erfindungsgemäßes einteiliges
rotationssymmetrisches Vollgeschoß. Um den Schaft laufen an
sich bekannte Ringwülste,
Führbänder genannt.
Die Führbänder verbreitern
sich erfindungsgemäß von vorn
nach hinten. Die Bugspitze ist längs
der Geschoßdrehachse
hohl geformt. Diese Bohrung heißt
Hohlspitze (8). In der Hohlspitze kann ein weicher spitzer
Stopfen (9) befestigt sein, der den Luftwiderstand senkt
und die Hohlspitzwirkung beschleunigt. Der Bug ist im Riß rund,
hier als Stichbogen ausgeführt.
Die Bugrundung (10) verläuft von der Hohlspitze bis
zum Schaft. Der Übergang
vom Bug zum Schaft ist erfindungsgemäß feldkalibrig. Der Schaft
ist feldkalibrig. An der Verbindungsstelle weisen Bug und Schaft
einen stumpfen, d. h. über
90° & unter 180°, Winkel
auf. Aus dem Schaft heben sich umlaufende zugkalibrige Ringwülste, die
Führbänder empor.
Das Heck schließt
erfindungsgemäß feldkalibrig
beginnend an den Schaft an. An der Verbindungsstelle weisen Schaft
und Heck im Riß erfindungsgemäß einen
stumpfen Winkel auf. Das Heck verjüngt sich vom Schaft nach hinten
in einer Heckrundung (11). Ein flacher Boden schließt das Heck
hinten ab. Eine merkliche Bodenrundung (12) verbindet Heckrundung
und Boden. Der Schaft weist in etwa Feldkaliber, oder knapp darunter,
die Führbänder in
etwa Zugkaliber, oder knapp darüber,
auf. Im Geschoßriß längs der
Drehachse sind die Führbänder erfindungsgemäß trapezartig
gestaltet, das heißt,
sie zeigen von außen
liegenden umlaufenden zylindrischen Bändern (13) je zwei
zum Schaft geneigte Flanken. Dabei bilden Schaft und Flanken am Flankengrund
erfindungsgemäß stumpfe
Winkel, so daß die
Schmalseite der Trapeze außen
liegt. Die hinterste Flanke (14) am letzten Führ band ist
gegenüber
den anderen Flanken als Kegelstumpf mit verhältnismäßig stumpferem Winkel ausgeführt.
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Bild 3, Einzelheit A, zeigt das vorderste
Führband
vergrößert im
Riß. Seine
Gestalt ist erfindungsgemäß trapezartig.
Die Trapezschmalseite bildet außen
ein umlaufendes zylindrisches Band (13). Vordere (15)
und hintere Flanke (16) verbinden das Band mit dem Schaft.
Beide Flanken weisen zum Schaft einen erfindungsgemäß stumpfen
Winkel auf. Die längere
Seite des Führbandtrapezes
fällt mit
der Schaftoberfläche
zusammen. Geschoß und
Führband
drehen um dieselbe Achse.
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Bild 3, Einzelheit B, stellt das
hinterste Führband
dar, das im wesentlichen wie alle Führbänder gestaltet ist. Jedoch
weicht die hinterste Flanke (14) von der sonstigen Flankenbauart
ab, als der Winkel zum Heck größer als
alle sonstigen Winkel der Flanken zum Schaft ist, das hinterste
Führband
zum Heck hin sanft ausläuft.
Die Führbänder sind
erfindungsgemäß derart
angeordnet, daß das
erste Führband
vorn im an sich bekannten Übergangskegel
vom Patronenlager zum Lauf spielfrei anliegt, weitere Führbänder das
Geschoß in
der Patronenhülse
in deren Mund halten. Die Führbandbreite
steigt von vorn nach hinten an. Ihre Gesamtbreite ist so knapp gewählt, daß die drallbedingten
Leistenkräfte
sie im Schuß gerade
nicht mehr abscheren. Alle Teile des Geschosses sind aus einem Stück.
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Indem das vorderste Führband in
seiner Lage so gestaltet ist, spielfrei am Übergangskegel vom Patronenlager
zum Lauf anzuliegen, kann das Geschoß nur genau mittig vor dem
Lauf sitzen.
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Mit seiner lückenlosen Anlage dichtet das vorderste
Führband,
auch nach der Pulverzündung, den
Lauf schon ab, bevor das Geschoß in
den Lauf gepreßt
wird.
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Weil die Führbandbreiten von vorn nach
hinten, entsprechend dem treibenden Gasdruck, der anfangs sowohl
in der Zeit als auch längs
des Geschoßweges
wächst,
zunehmen, bleibt die führbandbreitenbedingte
Einpreßkraft
solange annähernd
gleich, wie der Druck das Geschoß durch den Kegel in den Lauf
einpreßt.
Dabei drückt
der Übergangskegel
die Führbänder nach
innen zusammen, staucht die Felder in die Bänder hinein. Die sich von außen nach
innen trapezartig zunehmend verbreiternden Führbänder widerstehen den feldverursachten
Einpreßkräften, ihrer
jeweiligen Breite gemäß, zunehmend.
Die Widerstände
wachsen somit der Feldeindringtiefe entsprechend. In unmittelbarer
Folge ergeben mögliche
außermittige
Geschoßablagen
im Lauf ungleiche, jedoch ausgleichende, Kräfte. Die Trapezform der Führbänder bewirkt
so Selbstzentrierung, die das Geschoß bei weiterem Vortrieb wieder
in die genau mittige Geschoßlage
im Kegel zwingt.
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Weil Bug und Heck, auch am Übergang
zum Schaft, feldkalibrig oder dünner
sind, müssen,
um durch den Übergangskegel
in den Lauf zu dringen, für
sie keinerlei Einpreßkräfte aufgewendet
werden; so gesparte Kraft beschleunigt zweckmäßig das Geschoß.
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Einmal durch den Übergangskegel in den Lauf gedrückt, liegen
nur die Führbänder an
den Zügen
an. So reibt nur eine kleine berührende
Fläche. Lediglich
die Felder greifen in die Führbänder ein, übertragen
dort die drallbedingten Leistenkräfte zur Drehbeschleunigung.
Die Felder liegen, jedoch ohne Pressung, am Schaft an. Verhältnismäßig weiche Führbandwerkstoffe
zu verwenden, gepaart mit ausreichendem Verdrängungsraum für die einzudrückenden
Felder samt deren geringstmöglichem Querschnitt,
ergeben gemeinsam kleinste Einpreßkräfte. Die Führbänder äußerst schmal zu gestalten gewährleistet
kleinstmögliche
Reibflächen.
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Nachdem das Geschoß die Mündung verlassen
hat, strömen
aus der Mündung,
je nach Ladung und Lauf, auf etwa 15 bis 20 Kaliberlängen hochgespannte
schnelle, sich vor der Mündung
in die offene Umgebungsluft entspannende und dabei erheblich nachbeschleunigende
Pulverschwaden am Geschoß vorbei.
Die erfindungsgemäßen Boden-
und Heckrundungen erlauben den Schwaden das Geschoß von achtern,
zumindest nah der hinteren Oberfläche, wirbelarm zu umströmen, mindern
nach dem Abschuß nah
vor der Mündung
druckschwankungsbedingte Störungen,
die das Geschoß aus
der Bahn werfen, steigern die Treffergenauigkeit.
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Im Fluge erzeugen die schmalen Führbänder in
Luft nur aerodynamisch günstige
geschoßnahe Kleinstwirbel,
die in Verbindung mit einem sich steiler als sonst möglich verjüngendem
Heck die Bodensogkraft mindern, mithin den Luftwiderstand senken.
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Das reibungsarme Führbandvollgeschoß läßt sich
aufgrund der trapezartigen Führbänder mit stumpfen
Flankenwinkeln in einer Aufspannung günstig mit nur einem Werkzeug
herstellen. Mangels Mantels können
Vollgeschosse keine unrunden Masseverteilungen aus Manteldickenschwankungen
aufweisen, sind von daherrührenden
Abgangsfehlern frei.
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Der eingezogene Boden mit der erfindungsgemäßen Boden-
und Heckrundung, sowie die sanft anschließende hinterste Führbandflanke
erleichtern, ohne den Hülsenmund
zu quetschen, das Geschoß mittig
und unbeschädigt
in die Hülse
zu setzen, die dadurch ebenfalls unbeschädigt bleibt.
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Der erfindungsgemäße, zwangsweise mittige Geschoßsitz, bedingt
durch das vorderste im Übergangskegel
anliegende Führband,
steigert die Treffergenauigkeit.
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Geringste Einpreßkraft im Übergangskegel erschüttert den
Lauf nach der Zündung
kaum. Dadurch wird die Treffergenauigkeit gesteigert.
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Erfindungsgemäße trapezartige Führbänder berichtigen
Geschoßzuführungsablagefehler,
sorgen für
Selbstzentrierung des Geschosses im Lauf, steigern die Treffergenauigkeit.
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Das erfindungsgemäß im Übergangskegel anliegende vorderste
Führband
dichtet den anfänglichen
Gasdruck schon ab, bevor sich das Geschoß bewegt hat.
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Mehrfache Führbänder dichten besser als nur
eines, mindern geschoßverdampfenden
Gasfluß und
in Folge schädliche
Geschoßdampfabscheidungen
im Lauf.
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Die erfindungsgemäß knapp über das mindert erforderliche
Maß verringerte
Einpreßkraft,
verbunden mit ebenso bemessenen Reibflächen und guter Reibpaarung
mit geringen Reibbeiwerten, ergibt zusammen die geringstmögliche Reibung,
die wiederum Lauferwärmung
und Verschleiß mindert, damit
die Lauflebensdauer erhöht.
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Erfindungsgemäße geringere Einpreßkräfte im Übergangskegel
erlauben bei gleichem höchstzulässigem Gasdruck
mit dem erfindungsgemäßen reibungsarmen
Führbandgeschossen
höher zu
laden, steigern damit Mündungsgeschwindigkeit
und Wirkung, strecken die Flugbahn.
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Bild 1, trimetrische
Geschoßansicht
- 1
- Bug
- 2
- Schaft
- 3
- Heck
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Bild 2, Laufquerschnitt,
Stand der Technik
- 4
- Zug
- 5
- Feld
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Bild 3, seitliche
Geschoßansicht
- 6
- Führbänder
- 7
- Boden
- 8
- Hohlspitze
- 9
- Stopfen
- 10
- Bugrundung
- 11
- Heckrundung
- 12
- Bodenrundung
- 13
- Führband
- 14
- Flanke,
hintere
- 15
- Flanke,
vordere
- 16
- Flanke,
hinterste