-
Die Erfindung betrifft ein Bauelement
zur insbesondere nachträglichen
beabstandeten Befestigung von Bauteilen, wie Balkonen, Vordächern und dergleichen
an Gebäudeteilen,
insbesondere an einer mit einer Außendämmung versehenen Gebäudewand,
wobei das Bauteil ein im Wesentlichen biegesteifes Tragelement aufweist,
wobei das Bauteil über das
Tragelement an zwei zueinander höhenversetzten
Befestigungspositionen am Gebäudeteil
festlegbar ist und wobei zur Festlegung an den Befestigungspositionen
jeweils ein stabförmiges
Ankerelement vorgesehen ist, das im Gebäudeteil fixierbar ist.
-
Im Stand der Technik sind verschiedene
Lösungsansätze bekannt,
um einen Balkon an eine Gebäudewand
anzubringen. Beispielsweise ist in der DE-U 8814638 offenbart, wie
zwei übereinander
anzuordnende Balkone über
ein gemeinsames Tragelement mittels Ankerschrauben an einer Gebäudewand
aufgehängt
werden, wobei auf der Innenseite der Gebäudewand Lastverteilungsprofile
vorgesehen sind, die sich parallel zu dem jeweiligen Tragelement erstrecken
und mit denen die Ankerschrauben zusammenwirken. In der DE-U 9312473
ist ein Balkon offenbart, der aus einem fachwerkartigen Holmgerüst zusammengesetzt
ist und bei dem zwei Vertikalholme als Tragelemente fungieren, die
an zwei zueinander höhenversetzten
Befestigungspositionen an einer Gebäudewand mit Hilfe von Mauerankern
befestigt sind. Auch hier werden die Anker unter Verwendung von
Gegenlagern verschraubt.
-
Werden diese bekannten Bauformen
dazu verwendet, nachträglich
einen Balkon an eine mit einer Außendämmung versehenen Gebäudewand
aufzuhängen,
dann steigt bei beiden dementsprechend der Abstand zwischen dem
Tragelement einerseits und der Gebäudewand andererseits und damit
die freikragende Länge
zwischen den beiden Einbindungspositionen des Ankerelementes. Durch
diesen grö ßeren Abstand
des Tragelements gegenüber
der tragenden Gebäudewand
vergrößert sich
der Hebelarm entsprechend und damit ist es erforderlich, die Ankerelemente
weitaus stärker
zu dimensionieren als wenn das zu befestigende Bauteil, also insbesondere
der Balkon direkt an der Gebäudewand
anliegen würde.
Diese Vergrößerung des
Querschnitts des Ankerelements führt
auf der anderen Seite aber zu einem entsprechend vergrößerten Wärmeeinleitungsquerschnitt
vom Balkon in das Gebäude,
so dass trotz der an der Gebäudeaußenwand
vorgesehenen Wärmedämmung eine
bedeutende Kältebrücke geschaffen
wird.
-
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, ein Bauelement der eingangs genannten Art
zur Verfügung
zu stellen, das sowohl verbesserte statische Eigenschaften als auch
verbesserte Wärmedämmeigenschaften
aufweist.
-
Diese Aufgabe wird bei einem Bauelement der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass an zumindest einer
Befestigungsposition des Tragelements das zugehörige Ankerelement mit einem
Hülsenelement
zusammenwirkt, das konzentrisch zum Ankerelement angeordnet ist,
das sich vom Tragelement über
einen größeren Teil
der Länge
des Ankerelements erstreckt und beabstandet vom Gebäudeteil
endet, das zumindest in Teilbereichen am Ankerelement anliegt und
das am Tragelement festgelegt ist.
-
Durch die großflächige Anlage des Hülsenelements
am Ankerelement ist das Ankerelement beidseitig, also einerseits
in der Gebäudewand
und andererseits im Hülsenelement
eingebunden mit einer fast beliebig reduzierbaren freikragenden
Länge, durch
die die Momenten- bzw. Biegebelastung des Ankerelements im Bereich
zwischen den beiden Einbindungspositionen entsprechend verringert
wird. Dadurch, dass sich das Hülsenelement
nicht bis zu der Gebäudewand
hin erstreckt, sondern beabstandet von dieser endet, ist der Wärmeübertragungsquerschnitt
vom Balkon in die Gebäudewand
entsprechend auch vom aus Ankerelement und Hülsenelement gebildeten Gesamtquerschnitt
reduziert auf den Querschnitt des Ankerelements, das ja wegen der
geringeren statischen Belastungen entsprechend gering dimensioniert
ausfallen kann.
-
Das erfindungsgemäß vorgesehene Hülsenelement
hat hierbei den besonderen Vorteil, dass es sich – vom Tragelement
ausgehend – in
den Bereich der Außendämmung erstrecken
kann, ohne hier an der Außendämmung zu
große
Anpassungsmaßnahmen
vorsehen zu müssen
(wie es der Fall wäre, wenn
man das Tragelement zur Reduzierung der auskragenden Länge des
Ankerelements in die Außendämmung verlegen
würde).
Das Hülsenelement muss
hierbei nicht unbedingt fest mit dem Ankerelement verbunden sein,
es reicht eine flächige
Anlage, die den Einbindungsbereich des Ankerelements im Hülsenelement
entsprechend vergrößert; auf
der anderen Seite sollte sichergestellt sein, dass sich das Hülsenelement
nicht gegenüber
dem Ankerelement in der montierten Endposition verschieben kann.
-
Das Vermeiden einer Verschieblichkeit
des Hülsenelements
gegenüber
dem Ankerelement lässt sich
beispielsweise durch gegenseitiges Verkleben verhindern, wobei es
vorteilhafterweise auch möglich ist,
beide Element gegeneinander verschieblich zu führen und die Klebstoffverbindung
erst nach dem Montieren und exakten Positionieren der Elemente herzustellen.
-
Damit das Hülsenelement zusammen mit dem
Tragelement eine das Ankerelement statisch unterstützende Gesamtheit
bilden kann, ist das Hülsenelement
am Tragelement festgelegt und dies vorteilhafterweise in biegesteifer
Art, insbesondere durch Schweißen
oder Schrauben.
-
Um die angestrebte Verbesserung der
statischen Anforderungen an das Ankerelement zu erzielen, empfiehlt
es sich, wenn das Hülsenelement
relativ biegesteif ausgebildet ist, was ja ohnehin allein durch
die Rohrform bereits begünstigt
ist. Erst dadurch, dass das Tragelement einerseits, welches aus einem
Hohl- oder Winkelprofil bestehen kann und ebenfalls biegesteif ausgebildet
sein sollte, und das Hülsenelement
andererseits sowie die Verbindung zwischen Tragelement und Hülsenelement
insgesamt biegesteif ausgebildet ist/sind, lassen sich die statischen
Eigenschaften des Bauelements entsprechend optimieren und die Wärmedämmeigenschaften
durch Reduzierung des Ankerelementquerschnitts ebenfalls entsprechend
verbessern.
-
Was das Tragelement betrifft, so
kann dieses entweder parallel zur Gebäudewand – beispielsweise auch beabstandet
zur Außenisolierung – verlaufen; es
ist aber auch möglich,
dass das Tragelement eine von der Vertikalen abweichende Orientierung
aufweist und beispielsweise fachwerkartig ausgebildet oder aus einem
Teil des Balkons oder des zu befestigenden Bauteils gebildet ist.
-
Die Ankerelemente können über Dübel, Schwerlastdübel, Klebedübel oder ähnliches
in den Gebäudewänden befestigt
sein, wobei diese Gebäudewände gemauert
oder bevorzugterweise auch betoniert sein können bzw. die Befestigungspostionen in
Höhe der
betonierten Gebäudedecken
angeordnet sind. Was das zu befestigende Bauteil betrifft, so kann
dieses aus einem Vordach, einer Treppe, einem Balkon oder ähnlichem
bestehen und entweder das Tragelement als integralen Bestandteil
aufweisen oder mit einem separaten Tragelement zusammenwirken, beispielsweise
an das mit dem erfindungsgemäßen Bauelement
am Gebäudeteil
angebrachte Tragelement angebunden und etwa an diesem aufgehängt werden.
-
Natürlich kann das erfindungsgemäße Bauelement
nicht nur an einer Befestigungsposition, sondern auch an zwei oder
mehr Befestigungspositionen ein die Kraglänge des Ankerelements verringerndes Hülsenelement
aufweisen, ebenso wie es möglich ist,
entweder das obere oder das untere Ankerelement mit einem Hülsenelement
zu kombinieren. Die Auswahl der Anzahl und Positionen der mit Hülsenelementen
kombinierten Ankerelemente sollte in Anpassung an die jeweilige
Einbausituation erfolgen.
-
Dadurch, dass das Tragelement mit
Abstand zur Außendämmung bzw.
zum Außenputz
des Gebäudeteils
angebracht wird, ergibt sich ein filigranes Aussehen einerseits
und eine bessere Zugänglichkeit
zu dem Bereich, in dem das Ankerelement und das gegebenenfalls angefügte Hülsenelement
diese Außendämmung bzw.
diesen Außenputz
durchqueren, um diesen Bereich sauber beispielsweise elastisch verschließen zu können.
-
Das Tragelement, das über das
erfindungsgemäße Bauelement
an einer Gebäudewand
befestigt ist, ist dazu in der Lage, vertikale Kräfte, Momente,
aber auch Druck- und Zugkräfte
und Querkräfte aufzunehmen.
Dadurch lassen sich beliebige Bauteile an der Gebäudewand
aufhängen
bzw. – sofern
diese über
Stützen „aufgeständert" sind – an der
Gebäudewand
zur Übernahme
von Querkräften
anbinden. Was das Material der Tragelemente, Ankerelemente und Hülsenelemente
betrifft, so bestehen diese natürlich
vorzugsweise aus Metall und insbesondere aus Edelstahl, um zum einen
korrosionsresistent zu sein und um zum anderen im Bereich des in
das Gebäudeteil
verlegten Ankerelements auch optimale Wärmedämmeigenschaften aufzuweisen.
-
Weitere Merkmale und Vorteile der
vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnungen; hierbei zeigen
-
1 in
geschnittener Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Bauelement, das an einer
Gebäudewand
befestigt ist und an welchem ein Balkon aufgehängt werden kann, und
-
2 ein
Detail eines erfindungsgemäßen Bauelements
in geschnittener Seitenansicht.
-
In 1 ist
eine gemauerte Gebäudewand 1 mit
einer integrierten Betondecke 2 dargestellt, an welcher
in Höhe
zwei übereinander
angeordneter Befestigungspositionen 3, 4 über zwei
stabförmige Ankerelemente 5, 6 ein
Tragelement 7 festgelegt ist. Die Gebäudewand 1 ist auf
ihrer Außenseite
mit einer Außendämmung 8 isoliert
und diese Außendämmung mit
einem Außenputz 9 beschichtet
und das Tragelement ist beabstandet von dem Außenputz 9 angeordnet
und erstreckt sich parallel zu der Gebäudeaußenwand in vertikaler Richtung
zwischen den beiden Befestigungspositionen 3 und 4.
Die Ankerelemente 5, 6 erstrecken sich ausgehend
vom Tragelement horizontal durch den Außenputz 9 und die
Außendämmung 8 bis
zur Gebäudewand 1 bzw.
der Geschossdecke 2, wo sie über geeignete Dübel oder Klebverbindungen
verankert sind.
-
Während
das obere Ankerelement 5, welches in der gemauerten Gebäudewand 1 festgelegt ist, über eine
Schraubverbindung direkt am Tragelement 7 festgelegt ist,
ist das untere Ankerelement 6 mit einem Hülsenelement 10 kombiniert,
welches seinerseits im Tragelement 7 verankert ist und
sich unter flächiger
Anlage an dem Ankerelement 6 ausgehend vom Tragelement
in Richtung der Gebäudewand bzw. der
Geschossdecke 2 durch den Außenputz 9 und einen
großen
Teil der Außendämmung 8 erstreckt.
Dadurch wird der freikragende Abstand a zwischen der Außenseite
der Geschossdecke 2 und dem der Geschossdecke 2 zugewandten
Ende des Hülsenelements 10 deutlich
verringert im Vergleich zu dem sonstigen Abstand b zwischen Tragelement und
Gebäudeaußenwand,
wie er beispielsweise im Bereich des oberen Ankerelements 5 wirksam
ist.
-
Aus 1 ist
ersichtlich, wie das Tragelement an seiner Ober- und Unterseite
mit zwei schlitzförmigen
Aufnahmen 11, 12 versehen ist, in welche entsprechend
positionierte Stifte 13, 14 eines am Tragelement
aufzuhängenden
Balkons 15 eintauchen können.
Hierbei bildet das Tragelement nicht nur eine statisch stabile Anbindungsmöglichkeit
des Balkons an der Gebäudewand,
sondern kann auch zur vertikalen Aussteifung des Balkons verwendet werden.
-
In 2 ist
eine Festlegungsvariante für
das erfindungsgemäße Bauelement
im Detail dargestellt. Hier kann man erkennen, wie das Ankerelement
in die Geschossdecke 2 eintaucht, wobei das Ankerelement 6 zweckmäßigerweise
in dem eintauchenden Bereich gerippt ausgeführt ist, um über eine
Klebverbindung in der betonierten Geschossdecke 2 verankert
werden zu können.
Das Ankerelement 6 erstreckt sich von der Geschossdecke 2 unter
Durchquerung des Hülsenelements 10 und
des mit dem Hülsenelement
verschweißten
Tragelements 7 bis hin zu einem separaten Befestigungswinkel 16,
der an einem Horizontalholm eines mit dem Tragelement 7 verschweißten Balkons 15 befestigt
ist. Dieser Befestigungswinkel 16 dient dazu, das mit einem
Außengewinde
versehene freie Ende des Ankerelements 6 dadurch festzulegen,
dass auf beiden Seiten des Befestigungswinkels 16 eine
Schraubverbindung vorgesehen ist, um sowohl in Druck- wie auch in
Zugrichtung eine Relativbewegung zwischen Befestigungswinkel 16 (und
angebundenem Balkon bzw. Tragelement 7) und Ankerelement 6 auszuschließen.
-
In dem Bereich, in dem das Ankerelement 6 und
das Hülsenelement 10 die
Außendämmung 8 und
den Außenputz 9 durchqueren,
ist im vorliegenden Fall der verbleibende Zwischenraum durch ein Dämmmaterial 17 bzw.
eine Kittfuge 18 ausgefüllt.
-
Im Fall des doppelt verschraubten
Befestigungswinkels 16 muss das Tragelement 7 und
die durch Schweißen
an dem Tragelement festgelegte Hülse 10 nicht
zusätzlich
gegenüber
dem Ankerelement 6 fixiert sein; wäre die genannte Innen- und
Außenverschraubung
nicht vorhanden, so könnte
man beispielsweise ein gegenseitiges Festlegen von Hülsenelement 10 einerseits
und Ankerelement 6 andererseits durch gegenseitiges Verkleben
herstellen.
-
Zusammenfassend bietet die vorliegende
Erfindung den Vorteil, mit einfachen Mitteln die freikragende Länge eines
Ankerelements für
einen insbesondere nachträglich
an eine außengedämmte Außenwand
anzubringenden Balkon dadurch zu verringern, dass das Ankerelement
mit einem zusätzlichen Hülsenelement
zusammen wirkt, das sich zwar bis in den Bereich der Wärmedämmung erstreckt,
nicht aber bis in die Gebäudewand
und so auch den für
die Wärmeübertragung
vom Balkon in die Gebäudewand wichtigen
Querschnitt auf den reduzierten Ankerquerschnitt beschränkt.