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Hintergrund der Erfindung
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1. Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf einen Oxid-Supraleiter-Dickfilm, der Bi, Pb, Sr, Ca und
Cu enthält,
eine hohe kritische Stromdichte und eine hohe Haftfestigkeit an
einem Oxidsubstrat oder an einer Oxidbasis aufweist.
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2. Beschreibung des verwandten
Stand der Technik
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Ein Oxidsubstrat oder eine Oxidbasis,
wie z.B. MgO, Aluminiumoxid oder YSZ, oder ein Metallsubstrat oder
eine Metallbasis wie z.B. Ag, Au, Pt oder Ni, wird hergestellt zusammen
mit einem Oxid-Supraleiter in Form eines dicken Films (Dickfilms)
zur Entwicklung einer Vielzahl von Anwendungsprodukten.
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Als Verfahren zur Bildung dieses
Oxid-Supraleiters in Form eines Films wird eine Methode angewendet,
bei der ein Oxid-Supraleiter-Pulver, dem ein geeignetes organisches
Bindemittel zugesetzt wird, zu einer Paste geformt wird, die anschließend auf
das Substrat oder die Basis aufgebracht wird unter Anwendung eines
Siebdruckverfahrens, eines Rakelaufstreichvertahrens, eines Sprühverfahrens oder
dgl., und gebrannt wird, um dadurch einen polykristallinen Oxid-Supraleiter-Dickfilm
zu bilden.
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Diese Methode der Bildung des Oxid-Supraleiter-Dickfilms
unter Verwendung einer Oxid-Supraleiter-Paste weist sehr niedrige
Herstellungskosten auf, d.h., sie hat den Vorteil, dass kein teures
Einkristall-Substrat und keine groß dimensionierte und teure Vorrichtung
erforderlich ist, die ein Hochvakuumsystem erfordert, wie z.B. PVD,
CVD oder dgl., und daher wird diese als Methode angesehen, die in
der Praxis am leichtesten anzuwenden ist.
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Wenn das Aufbringen dieses Oxid-Supraleiter-Dickfilms
auf ein praktisches Produkt in Betracht gezogen wird, ist die Verwendung
eines Dickfilms, der (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz (wobei im Allgemeinen 0 < a < 0,5) (nachstehend
als Dickfilm auf Bi2223-Basis bezeichnet) als ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm-Material
enthält,
vielversprechend von den beiden Perspektiven der geforderten supraleitenden
Eigenschaften und der Herstellungskosten einschließlich der
Ausgangsmaterialien und der Herstellungsverfahren aus betrachtet.
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Ein Verfahren zur Herstellung des
Dickfilms auf Bi2223-Bais wird nachstehend erläutert.
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Zuerst wird eine supraleitfähige Paste
auf Bi-Basis auf eine Oxidbasis, wie z.B. MgO, Aluminiumoxid oder
YSZ, unter Anwendung eines Siebdruckverfahrens, eines Rakelaufstreichverfahrens, eines
Sprühverfahrens
oder dgl. aufgebracht. In dieser Stufe weist ein Oxid-Supraleiter-Pulver
in der supraleitfähigen
Paste auf Bi-Basis, die auf die Basis aufgebracht worden ist, eine
(Bi, Pb)2Sr2Ca1Cu2Oz-Phase
(nachstehend als Bi2212-Phase bezeichnet), deren kritische Temperatur
zwischen Tc und etwa 80 K liegt, als Hauptphase auf und es weist
nicht die (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz-Phase
auf (nachstehend als Bi2223-Phase
bezeichnet), deren kritische Temperatur zwischen Tc und etwa 110
K liegt. Dieses Oxid-Supraleiter-Pulver ist eine Multiphase, die
außerdem
eine zwischenzeitlich (als Zwischenprodukt) gebildete Phase umfasst,
wie z.B. Ca2PbO4,
CaCuO2 oder CuO.
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Dann wird die supraleitfähige Paste
auf Bi-Basis wärmebehandelt,
sodass eine Reaktion zwischen der (Bi, Pb)2Sr2Ca1Cu2Oz- und der als Zwischenprodukt gebildeten
Phase auftritt unter Bildung der (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz-Phase und auf diese Weise wird die Bi2223-Phase
aus der Bi2212-Phase und der zwischenzeitlich gebildeten Phase gebildet.
Als Ergebnis wrid auf der Oxidbasis ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm
gebildet, der die Bi2223-Phase mit einer hohen kritischen Temperatur
enthält.
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Obgleich es wichtig ist, eine hohe
kritische Temperatur zu haben, wenn der Oxid-Supraleiter-Dickfilm
auf ein praktisches Produkt aufgebracht wird, ist es auch erforderlich,
eine hohe kritische Stromdichte aufzuweisen (nachstehend als Jc
bezeichnet). Wenn der Oxid-Supraleiter-Dickfilm auf ein praktisches
Produkt aufgebracht wird, ist außerdem eine Jc von mehr als
5 000 A/cm2 erforderlich.
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Um eine Jc von mehr als 5000 A/cm2 unter Verwendung eines Dickfilms, der die
oben genannte Bi2223-Phase enthält
(nachstehend als Bi2223-Dickfilm bezeichnet), zu erzielen, werden
im Allgemeinen plättchenförmige Kristalle
mit großen
ab-Flächen
und kurzen c-Achsen, die typisch für den Oxid-Supraleiter auf
Bi-Basis sind, in geeigneter Weise orientiert, um ihre ab-Flächen, auf
denen ein Supraleiterstrom leicht fließt, in der Leitungsrichtung
auszurichten. Infolgedessen wird zum Ausrichten der plättchenförmigen Kristalle
in der Leitungsrichtung ein Kompressionsarbeitsgang angewendet,
bei dem eine CIP (kalte isostatische Presse) oder eine HIP (heiße isostatische
Presse) verwendet wird.
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Aber selbst mit dem hohen Jc, der
erreicht wird durch Anwendung dieses Kompressionsarbeitsganges kann
dann, wenn eine wesentliche Querschnittsfläche des Dickfilms, auf dem
der supraleitende Strom fließt,
klein ist, kein aus reichender Gesamtwert für den Supraleiterstrom erzielt
werden und ist somit für
die praktische Verwendung nicht geeignet. Es ist daher erforderlich,
einen Bi2223 Dickfilm so zu gestalten, dass die Querschnittsfläche für einen
geeigneten kritischen Stromwert (Ic) sichergestellt ist.
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Die folgenden Verfahren werden daher
normalerweise durchgeführt
zur Bildung eines Oxid-Supraleiter-Dickfilms mit einem hohen Jc-Wert
und einem hohen kritischen Stromwert auf einer Basis.
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Das Patent-Dokument 1 wird hier als
ein Beispiel angeführt.
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- 1. Eine Oxid-Supraleiter-Paste auf Bi-Basis wird auf eine
in geeigneter Weise ausgewählte
Oxidbasis aufgebracht, sodass sie eine größere Dicke als eine vorgegebene
Filmdicke hat.
- 2. Die Oxidbasis mit der darauf aufgebrachten Oxid-Supraleiter-Paste
auf Bi-Basis wird
einem ersten Brennen unterzogen.
- 3. Nach dem ersten Brennen wird die Oxidbasis in eine CIP gelegt
und darin gepresst.
- 4. Das Brennen in der Stufe 2 und das Pressen in der Stufe 3 werden
mit einer ausreichenden Häufigkeit wiederholt.
Nachdem das letzte Brennen beendet ist, erhält man eine Oxidbasis mit einem
darauf aufgebrachten Bi2223-Dickfilm.
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Patentdokument 1: offengelegte japanische Patentanmeldung
Nr. 2001-358 298.
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In dem vorstehend beschriebenen Verfahren zur
Herstellung eines Bi2223 Dickfilms nach dem Stand der Technik tritt
häufig
eine Ablösung
des Dickfilms von einer Oxidbasis in der Mitte eines Filmbildungsverfahrens
auf, wodurch die Verfahrensausbeute erniedrigt und damit die Produktivität herabgesetzt
wird.
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Dieses Ablösungsphänomen tritt üblicherweise
während
des Brennens oder nach einem CIP auf, insbesondere während des
ersten Brennens oder nach dem ersten CIP. Die Erfinder der vorliegenden
Erfindung haben Untersuchungen über
dieses Ablösungsphänomen des
Dickfilms von der Oxidbasis durchgeführt und dann das folgende gefunden.
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Erstens ist die Ablösung während des
Brennens zurückzuführen auf:
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- 1. einen Unterschied in Bezug auf den Wärmeausdehnungskoeffizienten
(lineare Ausdehnung) zwischen einer Oxidebasis und einem Supraleiter,
- 2. eine räumliche
Volumen-Änderung
als Folge einer Ausdehnung des gesamten Dickfilms, die gleichzeitig mit
einer Umwandlung einer Kristallstruktur auftritt unter Bildung einer
Phase mit hohem Tc-Wert aus einer Phase mit niedrigem Tc-Wert und
einer zwischenzeitlich gebildeten Phase,
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Insbesondere der Einfluss des Faktors 2 ist während des
ersten Brennens dominant und er wird daher als eine Hauptursache
für das
häufige
Auftreten einer Ablösung
während
des Brennens angesehen.
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Als nächstes ist die Ablösung nach
einem CIP zurückzuführen auf:
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- 3. ein Kraft-Phänomen
in einer solchen Richtung, dass sich ein Dickfilm von einer Oxidbasis
ablöst. Diese
Kraft entsteht als Folge einer verbliebenen Spannung im Innern des
Dickfilms, wenn der Dickfilm und die Oxidbasis, die den darauf aufgebrachten Dickfilm
aufweist, mit einem vorgegebenen isostatischen Druck (0,5 bis 3,0
t/cm2) komprimiert werden und danach die
restliche Spannung aufgelöst
wird, wobei der oben genannte Effekt auftritt, wenn der Dickfilm
und das Oxid dekomprimiert werden. Außerdem beeinflusst dieses Kraft-Phänomen hauptsächlich eine
Oxidbasis mit einer zylindrischen Gestalt.
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Die Erfinder der vorliegende Erfindung
haben eine Analyse des auf eine Basis nach dem Stand der Technik
aufgebrachten Bi2223 Dickfilms durchgeführt. Die Ergebnisse dieser
Analyse werden nachstehend unter Bezugnahme auf die 7 erläutert. Die 7 zeigt eine optische Mikrofotografie
eines Quer schnitts des auf eine MgO-Basis aufgebrachten Bi2223 Dickfilms
nach dem Stand der Technik.
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In der 7 bezeichnet
die Bezugsziffer 51 den Querschnitt der MgO-Basis, die
Bezugsziffer 59 bezeichnet der Querschnitt des Bi2223 Dickfilms nach
dem Stand der Technik und die Bezugsziffer 53 bezeichnet
eine Grenzfläche
zwischen der MgO-Basis 51 und dem Bi2223 Dickfilm 59.
Bei einer detaillierten Betrachtung der 7 ist zu erkennen, dass eine Bruchfläche 58 in
einem Bereich von etwa 2 bis 10 μm
ab der Grenzfläche 53 in
dem Bi2223 Dickfilm 59 entstanden ist. Die Erfinder der
vorliegenden Erfindung haben außerdem ähnliche
Analysen mit einer großen
Anzahl von Bi2223 Dickfilmen nach dem Stand der Technik durchgeführt und
gefunden, dass eine Bruchfläche
in einem Oxid-Supraleiter-Dickfilm nicht
nur dann vorliegt, wenn sich ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm von einer
Oxidbasis in der Mitte eines Herstellungsvertahrens ablöst, sondern
auch dann, wenn der Dickfilm sich von der Oxidbasis nicht ablöst.
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Wenn eine Bruchfläche verhältnismäßig groß ist, löst sich ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm während des
Brennens oder während
einer CIP-Kompression in der Mitte eines Herstellungsverfahrens von
einer Oxidbasis ab. Wenn die Bruchfläche klein ist, löst sich
der Oxid-Supraleiter-Dickfilm in der Mitte eines Herstellungsverfahres
von der Oxidbasis nicht ab. Die Bruchfläche entwickelt jedesmal jedoch
einen thermischen oder mechanischen Schock, der auf den Oxid-Supraleiter-Dickfilm
einwirkt, der schließlich
zur Ablösung
des Oxid-Supraleiter-Dickfilmsführt.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Aus den vorstehend angegebenen Ergebnissen
der Untersuchung ergibt sich das Problem, das die vorliegende Erfindung
löst, nämlich die
Bereitstellung eines Bi2223 Dickfilms, der sich nicht ablöst, wenn
ein thermischer oder mechanischer Schock auf eine Basis oder einen
Oxid-Supraleiter-Dickfilm in der Mitte eines Herstellungsverfahrens
und in einem Verfahren zur Herstellung desselben einwirkt.
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Ein erstes Mittel zur Lösung des
oben genannten Problems ist ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm, der Bi, Pb, Sr,
Ca und Cu enthält
und im Wesentlichen die Zusammensetzung (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz (wobei 0 < a < 0,5) hat, der auf
eine Oberfläche
eines Substrats oder einer Basis aufgebracht werden soll, wobei
keine Bruchfläche
in der Nähe
einer Grenzfläche
zwischen dem Substrat oder der Basis und dem Oxid-Supraleiter-Dickfilm
in dem Oxid-Supraleiter-Dickfilm vorliegt.
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Die Existenz der Bruchfläche kann
beispielsweise bestätigt
werden durch Zerschneiden einer Basis, die einen darauf aufgebrachten
Oxid-Supraleiter-Dickfilm
aufweist, an mehreren beliebigen Stellen unter Verwendung einer
Diamant-Schneideeinrichtung oder dgl. in der Weise, dass Querschnitte
der Basis und des Dickfilms freigelegt werden und dann diese Querschnitte
unter Verwendung eines optischen Mikroskops betrachtet werden. Wenn
keine Bruchfläche
in diesen Querschnitten festzustellen ist, kann im Allgemeinen daraus
hergeleitet werden, dass keine Bruchfläche über den gesamten Oxid-Supraleiter-Dickfilm
existiert. In einem Bi2223 Dickfilm mit der oben genannten Zusammensetzung
gibt es keine Bruchfläche über den
gesamten Dickfilm, sodass eine Ablösung des Dickfilms von dem
Substrat oder von der Basis verhindert werden kann, wenn ein Erhitzen,
ein Abkühlen,
ein Komprimieren oder ein mechanischer Schock auf das Substrat,
die Basis oder den Oxid-Supraleiter-Dickfilm
in der Mitte eines Herstellungsprozesses oder nach dem Herstellungsprozess
einwirken gelassen wird.
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Ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm kann
in der Weise hergestellt werden, in dem ein Oxid-Supraleiter-Dickfilm,
der Bi, Pb, Sr, Ca und Cu enthält,
auf einer Oberfläche
eines Substrats oder einer Basis gebildet wird, wobei das Verfahren
umfasst die Bildung eines ersten Dickfilms, der im Wesentlichen
die Zusammensetzung Bi2Sr2Ca1Cu2Oz hat,
auf der Oberfläche
des Substrats oder der Basis und die anschließende Bildung eines Oxid-Supraleiter-Dickfilms,
der im Wesentlichen die Zusammensetzung (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz (worin bedeutent 0 < a < 0,5)
hat, auf dem ersten Dickfilm.
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Bei dem Verfahren zur Herstellung
des Bi2223 Dickfilms mit der vorstehend angegebenen Zusammensetzung
kann leicht ein Bi2223 Dickfilm gebildet werden, in dem keine Bruchfläche vorhanden
ist.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 stellt
ein Verfahrens-Fließschema
dar, das die Stufen der Bildung eines erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilms
zeigt;
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2 stellt
ein Verfahrens-Fließschema
dar, das Beispiele für
die Stufen zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Paste
zeigt;
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3 zeigt
eine optische Mikrofotografie eines Querschnitts eines erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilms;
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4 zeigt
eine optische Mikrofotografie eines anderen Querschnitts des erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilms;
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5A bis 5F stellen Diagramme dar, welche
die Analysenergebnisse bei Anwendung eines EPMA auf den erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilms zeigen;
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6A bis 6D stellen Diagramme dar, welche
die Analysenergebnisse bei Anwendung einer XRD auf den erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilm zeigen;
und
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7 zeigt
eine optische Mikrofotografie eines Querschnitts eines Oxid-Supraleiter-Dickfilms nach
dem Stand der Technik.
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Detaillierte
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Nachstehend wird eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher erläutert.
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1 zeigt
ein Fließdiagramm,
das die Stufen der Bildung eines erfindungsgemäßen Oxid-Supraleiter-Dickfilms
auf einem Substrat oder einer Basis (Unterlage) zeigt, wobei beispielsweise
eine zylindrische MgO-Basis als Unterlage verwendet wird. Zuerst
werden die Stufen der Herstellung des Oxid-Supraleiter-Dickfilms gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die 1 erläutert.
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Beispielsweise wird ein Substrat
oder eine Basis (nachstehend als Basis bezeichnet) 3 aus Keramik
und dgl. hergestellt. Eine Oxid-Supraleiter-Paste, die ein Mischungsverhältnis der Bi2212-Zusammensetzung
(nachstehend als Bi2212-Paste bezeichnet) 1 aufweist, wird auf die
Basis 3 aufgebracht und getrocknet (ein bevorzugtes Herstellungsverfahren
für diese
Bi2212-Paste 1 wird weiter unten beschrieben). Nach Beendigung
des Trocknens wird die Basis 3 mit der darauf aufgebrachten
Bi2212-Paste 1 in der Atmosphäre 10 bis 30 min lang
auf 880 bis 885 °C
erhitzt und die Bi2212-Paste 1 wird bei einer Temperatur
in der Nähe
ihres Schmelzpunktes gebrannt. Die bei einer Temperatur in der Nähe ihres
Schmelzpunktes gebrannte Bi2212-Paste 1 liegt dann teilweise
im geschmolzenen Zustand vor. Als Folge davon liegt die Basis 3 in
einem Zustand vor, bei dem eine teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht 4,
die im Wesentlichen die Zusammensetzung Bi2Sr2Ca1Cu2Oz hat, als erster Dickfilm gebildet wird.
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Dann wird eine Oxid-Supraleiter-Paste
mit einem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung (nachstehend als Bi2223-Paste bezeichnet) 2
auf diese Basis 3 aufgebracht, auf welcher die teilweise
geschmolzene Bi2212-Schicht 4 gebildet
worden ist, und getrocknet (ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung
dieser Bi2223-Paste 2 wird weiter unten beschrieben). Nach
Beendigung des Trocknens wird die Basis 3 mit der darauf
aufgebrachten Bi2223-Paste 2 an der Atmosphäre 50 bis
100 h lang auf 830 bis 860 °C
erhitzt und die Bi2223-Paste 2 wird gebrannt. Die Basis 3,
welche die gebrannte Bi2223-Paste 2 darauf aufweist, wird
unter Verwendung einer CIP (einer kalten isostatischen Presse) bei
einem Druck von 2 bis 3 c/cm2 komprimiert
und danach werden das Brennen und das Komprimieren für eine vorgegebene
Häufigkeit
wiederholt. Nach dem letzten Brennen wird die Oxidbasis 3,
die einen darauf gebildeten Bi2223 Dickfilm 5 aufweist,
erhalten.
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Als nächstes werden die oben genannten Stufen
zur Herstellung der Basis 3 mit dem darauf gebildeten gewünschten
Oxid-Supraleiter-Dickfilm 5 im Detail erläutert.
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Zuerst kann eine zylindrische Basis
oder ein plattenförmiges
Substrat, hergestellt aus einem Keramikmaterial wie z.B. MgO, Aluminiumoxid
oder YSZ, oder einem Material, wie z.B. Ag, Au, Pt oder Ni, als
Basis 3 verwendet werden, sodass ein Material mit einer
ausreichenden Qualität,
Form und Größe je nach
dem Endverwendungszweck des Herstellers ausgewählt werden kann. Vom Standpunkt
einer niedrigen Reaktionsfähigkeit
und einer hohen Haftfähigkeit
(einer hohen Bindungsfestigkeit) aus betrachtet ist jedoch das MgO
ein bevorzugtes Material für die
Basis 3.
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Zum Aufbringen der Bi2212-Paste 1 auf
die Basis 3 kann ein Verfahren, wie z.B. ein Aufbürst-, Eintauch-
oder Sprühverfahren
angewendet werden. Das Aufsprühen
ist ein bevorzugtes Verfahren zum wirksamen Aufbringen auf eine
große
Fläche.
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Wenn die Bi2212-Paste 1 auf
die Basis 3 aufgebracht wird, beträgt die bevorzugte Filmdicke 10 bis
100 μm.
Eine Filmdicke von mehr als 10 μm
ist bevor zugt, weil dadurch eine partielle Ungleichmäßigkeit
verhindert werden kann, sodass eine gleichmäßige Bindungsfestigkeit, wie
nachstehend angegeben, erzielt werden kann. Andererseits ist eine
Filmdicke von weniger als 100 μm
bevorzugt, weil ein Bi2212-Film mit der Bi2223-Paste in einem nachträglich durchgeführten Verfahren,
wie nachstehend beschrieben, in zufriedenstellender Weise reagiert.
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Nachdem die Bi2212-Paste 1 auf
die Basis 3 aufgebracht und ausreichend getrocknet worden
ist, wird sie in der Atmosphäre
auf 880 bis 885 °C
erhitzt, 10 bis 30 min lang gebrannt und dann wieder auf Raumtemperatur
kommen gelassen. Da die Temperatur in der Atmosphäre in der
Nähe des
Schmelzpunktes des Bi2212-Films liegt, wird der aufgebrachte Bi2212-Film
teilweise geschmolzen, sodass die Basis 3 in einem Zustand
vorliegt, in dem eine teilweise geschmolzene Schicht 4 aus
Bi2212 darauf vorliegt. Die Filmdicke der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht
beträgt
etwa 40 μm.
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Anschließend wird die Bi2223-Paste 2 auf die
teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht 4,
die auf der Basis 3 vorliegt, aufgebracht. Das Auftragsverfahren
kann das gleiche sein wie das für
die oben genannte Bi2212-Paste 1 angewendete Auftragsverfahren.
Diesmal ist die Filmdicke vorzugsweise umso besser je dicker sie
ist, vorzugsweise beträgt
sie mehr als 200 μm.
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Nachdem die Bi2223-Paste 2 auf
die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht 4 aufgebracht
und ausreichend getrocknet worden ist, wird sie in der Atmosphäre auf 830
bis 860 °C,
vorzugsweise 835 bis 850 °C,
erhitzt, 50 bis 100 h lang gebrannt und wieder auf Raumtemperatur
kommen gelassen. Dann wird die gesamte Basis in die CIP eingeführt und
bei einem Druck von 2 bis 3 t/cm2 komprimiert.
Durch diese Kompression wird die Dichte die plattenförmigen Kristalle
aus (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz,
die beim Brennen gebildet worden ist, von weniger als 3 auf mehr als
4 erhöht.
Die Jc wird ebenfalls erhöht
von etwa 100 A/cm2 auf etwa 5000 A/cm2, weil die plattenförmigen Kristalle in geeigneter
Weise orientiert werden, sodass ihre ab-Flächen auf die Leitungsrichtung
ausgerichtet sind, in der ein Supraleiter-Strom leicht fließt.
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Nach Beendigung des Komprimierens
wird die gesamte Basis aus der CIP entnommen, erneut in der Atmosphäre auf 830
bis 860 °C,
vorzugsweise 835 bis 850 °C
erhitzt, 50 bis 100 h lang gebrannt und wieder auf Raumtemperatur
kommen gelassen. Als Ergebnis wurde ein gesinterter Film 5 aus
Bi2223, aufgebracht auf die Basis 3, erhalten. Außerdem löste sich
der bei den oben genannten Verfahrensstufen erhaltene gesinterte
Film aus Bi2223 nicht von der Basis 3 ab.
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Es wurden Struktur-Untersuchungen
in Bezug auf den gesinterten Film aus Bi2223 und dgl., der sich
von der Basis 3 nicht ablöste, vorgenommen und die festgestellten
Ergebnisse werden nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
erläutert.
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Die 3 zeigt
eine optische Mikrofotografie einer Querschnittsstruktur einer teilweise
geschmolzenen Bi2212-Schicht 54, die in der 1 mit der Bezugsziffer 4 versehen
ist, die auf einer MgO-Basis 51 auf einer Grenzfläche 55 gebildet
worden war.
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Die 4 zeigt
eine optische Mikrofotografie einer Querschnittsstruktur eines gesinterten Bi2223-Films 52,
der in der 1 mit der
Bezugsziffer 5 versehen ist, der sich auf der Basis 51 auf
der Grenzfläche 55 und
der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht 54 gebildet
hatte.
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Die 5A bis 5F zeigen die Ergebnisse
einer Linien-Analyse jedes Aufbauelements in Richtung der Filmdicke
unter Anwendung eines EPMA, der mit dem in 4 dargestellten gesinterten Bi2223-Film
durchgeführt
wurde von der Oberfläche bis
zu Basis.
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Die 6A bis 6D stellen Diagramme dar, welche
die Ergebnisse von Röntgenbeugungsmessungen
zeigen, die mit dem in 4 darstellten
gesinterten Bi2223-Film durchgeführt
wurden von der Oberfläche
bis zur Basis.
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Beim Betrachten der teilweise geschmolzenen
Bi2212-Schicht 54 in der 3 ist
zu erkennen, dass Kristallkörnchen
teilweise geschmolzen sind und in die Poren zwischen den Kristallkörnern eingedrungen
sind, da die Brenntemperatur in der Nähe des Schmelzpunktes von Bi2212
in der Atmosphäre liegt,
wodurch die Bindung zwischen den Kristallkörnern verstärkt wird unter Ausbildung eines
dichten Films. Außerdem
ist an der Grenzfläche 55 zwischen der
teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht 54 und der MgO-Basis 51 festzustellen,
dass die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht 54 fest
verankert ist in den nicht wahrnehmbaren Zwischenräumen und
Unregelmäßigkeiten
auf der Oberfläche
der MgO-Basis 51.
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Außerdem ist es vorstellbar,
dass an der Grenzfläche
zwischen der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht 54 und
der MgO-Basis 51 eine interaktive Element-Diffusion auftritt
zwischen einer geschmolzenen flüssigen
Phase und der MgO-Basis 51, wenn die Bi2212-Schicht teilweise
schmilzt. Als Folge davon kann angenommen werden, dass die teilweise
geschmolzene Bi2212-Schicht 54 und
die MgO-Basis 51 sowohl in den strukturellen als auch in den
chemischen Zuständen
fest miteinander verbunden sind (ein Teil oberhalb der teilweise
geschmolzenen Bi2212-Schicht 54, ist mit der Bezugsziffer 60 versehen,
die ein Epoxyharz anzeigt zur Herstellung dieser optischen Mikroskop-Probe).
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Beim Betrachten der 4 ist die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht,
wie sie in 3 erläutert ist,
nicht klar erkennbar, so als ob der gesinterte Bi2223-Film 52 durch
die MgO-Basis 51 und die Grenzfläche 55 hindurch gebildet
würde.
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Daher werden die Strukturen der Schicht
und des Films in diesem Teil näher
im Detail analysiert.
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Als Ergebnis der Analyse von Mg,
wie in 5A dargestellt,
wurde gefunden, dass die Grenzfläche
in einem Abstand von etwa 150 μm
von einem Bezugspunkt vorliegt (einem Punkt, an dem die horizontale
Achse Null ist) und hier nimmt das Mg mit einer Neigung schnell
ab. Dies weist auf ein Phänomen der
Element-Diffusion von Mg hin, das die Basis aufbaut.
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Aus den Ergebnissen der Analyse der
Elemente Sr, Pb, Bi, Cu und Ca, wie sie in den 5B bis 5F dargestellt
sind, ergibt sich eine Filmdicke des mit der Bezugsziffer 52 in
der 4 bezeichneten Films
von 350 μm.
Dies beweist, dass die Filmdicke, welche die teilweise geschmolzene
Bi2212-Schicht, die 640 μm
beträgt,
wenn der Bi2223-Film aufgebracht und getrocknet wird, nach dem Brennen
und Komprimieren abnimmt bis auf etwa 350 μm.
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Nachstehend werden die Ergebnisse
der Analyse der Elemente Sr, Pb, Bi, Cu und Ca, wie sie in den 5B bis 5F dargestellt sind, untersucht.
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Dabei ergibt sich, dass die Elemente
Sr, Bi, Cu und Ca in etwa gleicher Konzentration in dem Film vorliegen,
ausgenommen Pb. Normalerweise haben in den Bi2212- und Bi2223-Schichten
Ca und Cu unterschiedliche Zusammensetzungs-Verhältnisse und die entsprechende
Linien-Analyse sollte daher Änderungen
in Bezug auf ihre Festigkeiten in der Nähe Grenzfläche zwischen der teilweise
geschmolzenen Bi2212-Schicht und dem Bi2223-Film widerspiegeln.
Es werden jedoch praktisch keine Veränderungen in Bezug auf die
Festigkeiten von Ca und Cu festgestellt und ihre Konzentrationen
sind im Wesentlichen gleichmäßig über den
gesamten Dickfilm.
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Die 5C zeigt,
dass eine Pb-Konzentration in dem Dickfilm allmählich abnimmt ab der Grenzfläche mit
der Basis in Richtung auf die Oberfläche des Films. Die Abnahme
der Pb-Konzentration kann zurückgeführt werden
auf eine Verdampfung von Pb, die während der Sinterung von Bi2223
auftritt, in der Weise, dass je geringer der Abstand zu der Oberfläche des
Films ist, umso mehr Pb in die Atmosphäre verdampft.
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Andererseits zeigt auch die 5C, dass die Pb-Konzentration
in dem Dickfilm kaum abnimmt bis zur Grenzfläche mit der Basis. Wenn man
den Umstand berücksichtigt,
dass die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht kein Pb enthielt,
wenn sie zu einem Film geformt wurde, so kann daraus abgeleitet werden,
dass eine Diffusion von Pb in die ursprüngliche teilweise geschmolzene
Bi2212-Schicht stattgefunden hat.
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Außerdem ist in den Analysen-Ergebnissen der 6A bis 6D kein Peak für Bi2212 bei der XRD-Analyse
des Dickfilms in einer Position in einem Abstand von 20 μm von der
Basis festgestellt worden, welche die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht
vor dem Brennen war, sowie in Positionen zwischen 20 und 200 μm festgestellt
worden und dies beweist, dass alle Peaks Beugungspeaks für Bi2223
aufweisen.
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Alle oben genannten Ergebnisse zeigen, dass
eine Diffusion der Elemente Pb, Ca und Cu aus dem Bi2223-Film, der
auf die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht aufgebracht worden ist, durch
das Brennen in die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht aufgetreten
ist, sodass sich die Zusammensetzung des Gesamtfilms vereinheitlicht
hat und somit der größte Teil
der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht einschließlich der
Kristallstruktur in Bi2223 umgewandelt hat.
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Die Bedeutung der Umwandlung des
größten Teils
der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht in Bi2223 wird nachstehend
erörtert.
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Zuerst war, wie vorstehend angegeben,
die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht über die Grenzfläche mit
der Basis fest an die Basis gebunden. Der Bindungszustand wird aufrechterhalten, wenn
der größte Teil
der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht in Bi2223 umgewandelt
wird und somit wird der feste Bindungszustand aufrechterhalten.
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Zweitens ergibt sich daraus, dass
eine räumliche
Ausdehnung von Bi2223, die auftritt, wenn die Bi2223-Paste zur Bildung
von Bi2223 gebrannt wird, eine Ausdehnung des gesamten Dickfilms
mit sich bringt, welche die Ablösung
des Dickfilms von der Basis verhindert. Das heißt mit anderen Worten, für den Fall,
dass die Bi2223-Paste direkt auf eine Basis, wie z.B. aus MgO, aufgebracht
wird und dann eine räumliche
Ausdehnung dieser Bi2223-Paste auftritt, das gebildete Bi2223 sich
von der Basis ablöst. Wenn
jedoch die teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht zwischen der Bi2223-Paste
und der Basis vorliegt, hält
diese teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht den festen Bindungszustand
mit der Basis aufrecht, absorbiert Pb, Ca und Cu, die aus der Pasten-Schicht
mit der Bi2223-Zusammensetzung stammen, in der Kristalle gebildet
werden, und wandelt sich allmählich
selbst in Bi2223 um. Als Ergebnis wird durch die Umwandlung der
Kristallstruktur in dem Film eine Kontinuität wie bei einem Gradienten-Material
erzeugt, dass die Ausdehnung wie ein Polster an der Grenzfläche mit
der Basis mildert, wodurch die Ablösung derselben verhindert wird.
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Nachstehend wird ein bevorzugtes
Herstellungsverfahren sowohl für
die Bi2212-Paste 1 als auch für die Bi2223-Paste 2,
die bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform
verwendet werden, unter Bezugnahme auf die 2 erläutert,
die ein Vließdiagramm
darstellt, in dem Beispiele für
bevorzugte Herstellungsstufen einer Oxid-Supraleiter-Paste angegeben
sind.
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In der 2 werden
die Pulver 11 aus Bi2O3, SrCO3, CaCO3 und CuO
so eingewogen, dass sie das Molverhältnis von Bi2212 aufweisen,
und miteinander gemischt zur Herstellung eier Pulvermischung 12.
In diesem Fall kann das CaCO3 durch CaO
oder Ca(OH)2 ersetzt werden. Anstelle der
oben genannten Pulvermischung kann die Pulvermischung 12 auch
erhalten werden durch Herstellung der Elemente Bi, Sr, Ca und Cu
in der Weise, dass sie das gewünschte
Molverhältnis
aufweisen, durch ein nasses Copräzipitationsverfahren
oder dgl.
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Dann wird die Pulvermischung 12 calciniert zur
Herstellung eines calcinierten Pulvers 13. Die Calcinierungs-Bedingungen
sind eine Temperatur von 600 bis 1000 °C, vorzugsweise von 750 bis
850 °C,
in der Atmosphäre
für eine
Dauer von 3 bis 50 h. Das erhaltene calcinierte Pulver 13 wird
zusammen mit Zr-Kugeln
und einem organischen Lösungsmittel wie
Toluol oder dgl. in einen Keramiktopf eingeführt, auf eine sich drehende
Plattform gestellt und einem Kugelmahlvorgang unterworfen. Der Zweck
dieses Arbeitsgangs besteht darin, das calcinierte Pulver 13 fein
zu mahlen, um seine Gleichförmigkeit
zu verbessern, um so seine thermische Reaktion in der nachfolgenden
Brennstufe zu erhöhen.
Das calcinierte Pulver 13 in Form einer Aufschlämmung, deren
Behandlung in einer Kugelmühle
beendet worden ist, wird in einem Trockner getrocknet. Dann wird
dieses calcinierte Pulver 13 unter den gleichen Calcinierungs-Bedingungen
erneut calciniert. Nach dieser Calcinierung wird das calcinierte
Pulver 13 wiederum in einer Kugelmühle gemahlen und gebrannt,
wobei man eine Pulvermischung 14 mit einer Bi2212-Zusammensetzung
erhält.
Diese Pulvermischung 14 wird in zwei gleiche Portionen
aufgeteilt.
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Eine Portion der aufgeteilten Pulvermischung 14 mit
der Bi2212-Zusammensetzung
wird mit einem geeigneten organischen Bindemittel und einem organischen
Vehiculum 15 gemischt und verknetet unter Verwendung einer
Dreifachwalze oder dgl., wobei man die supraleitfähige Paste 1 mit
dem Mischungs-Verhältnis
der Bi2212-Zusammensetzung erhält.
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Dem anderen Teil der aufgeteilten
Pulvermischung 14 mit der Bi2212-Zusammensetzung werden Pulver 16 aus
Bi2O3, PbO, SrCO3, CaCO3 und CuO
zugesetzt, so abgewogen, dass sie das Molverhältnis von Bi2223 aufweisen,
und miteinander gemischt zur Herstellung der Pulvermischung 17.
In diesem Fall kann das CaCO3 durch CaO
oder Ca(OH)2 ersetzt werden. Anstelle der
oben genannten Pulvermischung kann die Pulvermischung 17 auch
erhalten werden durch Herstellung der Elemente Bi, Sr, Ca und Cu
in der Weise, dass sie das gewünschte
Molverhältnis
aufweisen, durch Anwendung eines nassen Copräzipitationsverfahrens oder
dgl., oder es kann auch ein anderes Material verwendet werden, in dem
die Elemente Bi, Pb, Sr, Ca und Cu so hergestellt wurden, dass sie
das gewünschte
Molverhältnis haben,
durch Anwendung eines nassen Copräzipitationsverfahrens oder
dgl.
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Dann wird die Pulvermischung 17 calciniert, wobei
man ein calciniertes Pulver 18 mit einem Mischungsverhältnis entsprechend
der Bi2223-Zusammensetzung erhält.
Die Calcinierungs-Bedingungen sind eine Temperatur von 600 bis 1000 °C, vorzugsweise
von 750 und 850 °C,
in der Atmosphäre
für eine
Dauer von 3 bis 50 h. Das erhaltene calcinierte Pulver 18,
welches das Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung aufweist, enthält insgesamt eine Bi2212-Phase
und eine zwischenzeitlich gebildete Phase, beispielsweise aus Ca2PbO4, CaCuO2, CuO oder dgl.
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Das calcinierte Pulver 18 mit
dem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung wird
zusammen mit Zr-Kugeln und einem organischen Lösungsmittel, wie z.B. Toluol
oder dgl., in einen Keramik-Topf eingeführt, auf eine sich drehende Plattform
gestellt und einem Kugelmühlen-Mahlen unterworfen.
Der Zweck dieses Arbeitsganges besteht darin, das calcinierte Pulver 13 fein
zu mahlen, um seine Einheitlichkeit zu verbessern und damit seine
thermische Reaktion in der nachfolgenden Brennstufe zu erhöhen. Das
calcinierte Pulver 18 in Form einer Aufschlämmung mit
dem Mischungsverhältnis der
Bi2223-Zusammensetzung, deren Kugelmühlen-Mahlen beendet worden
ist, wird in einem Trockner getrocknet und erneut calciniert. Nach
dieser Calcinierung wird das calcinierte Pulver 18 wiederum
in einer Kugelmühle
gemahlen und gebrannt, wobei man eine Pulvermischung 19 mit
dem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung erhält.
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Die erhaltene Pulvermischung 19 mit
der Bi2223-Zusammensetzung wird mit einem geeigneten organischen
Bindemittel und einem organischen Vehiculum
20 gemischt
und verknetet unter Verwendung einer Dreifachwalze oder dgl., wobei
man die supraleitfähige
Paste 2 mit dem Mischungsverhältnis der Bi2223-Zusammensetzung
erhält.
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Praktisches
Beispiel
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Als Basis, auf die ein supraleitfähiger Dickfilm
aufgebracht werden soll, wurde ein MgO-Polykristall in einer zylindrischen
Form mit einem Außendurchmesser
von 50 Φ mm,
und einem Innendurchmesser von 40 Φ mm und einer Länge von
100 mm hergestellt. Eine Supraleiter-Paste mit einem Mischungsverhältnis entsprechend
einer Bi2212-Zusammensetzung wurde auf die MgO-Basis aufgebracht
unter Anwendung eines Sprüh-Verfahrens, und
getrocknet, und danach in der Atmosphäre bei einer Brenntemperatur
von 880 bis 885 °C
30 min lang gebrannt. Diese Temperatur liegt in der Nähe der Schmelztemperatur
von Bi2212 in der Atmosphäre,
sodass eine teilweise geschmolzene Bi2212-Schicht in einem teilweise geschmolzenen Zustand
erhalten wurde. Die Dicke der teilweise geschmolzenen Bi2212-Schicht
betrug 40 μm.
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Anschließend wurde eine Supraleiter-Paste mit
einem Mischungsverhältnis
entsprechend der Bi2223-Zusammensetzung auf die teilweise geschmolzene
Bi2212-Schicht, die auf die MgO-Basis aufgebracht worden war, unter
Anwendung eines Sprühverfahrens
aufgebracht und getrocknet. Die Filmdicke der Supraleiter-Paste
mit dem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung betrug 600 μm. Dann wurde die Supraleiter-Paste
in der Atmosphäre
bei einer Brenntemperatur von 850 °C 50 h lang gebrannt.
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Die MgO-Basis mit dem darauf aufgebrachten
Oxid-Supraleiter-Dickfilm wurde in eine CIP (eine kalte isostatische
Presse) eingeführt
und mit einem Druck von 2 bis 3 t/cm2 komprimiert.
Danach wurde die Basis gebrannt, in einer CIP komprimiert und erneut
gebrannt unter den gleichen Bedingungen, wodurch eine Dickfilm-Probe
erhalten wurde.
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Die obigen Stufen wurden mit 10 MgO-Basen
unter den gleichen Bedingungen durchgeführt. Bei keiner dieser Proben
trat jedoch eine Ablösung des
Dickfilms auf.
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Vergleichsbeispiele
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Es wurde eine MgO-Basis hergestellt,
die identisch mit derjenigen war, die in dem praktischen Beispiel
verwendet wurde. Auf die MgO-Basis wurde eine Oxid-Supraleiter-Paste
mit dem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung,
die identisch mit derjenigen war, die in dem praktischen Beispiel verwendet
wurde, aufgebracht und getrocknet. Die Filmdicke der Supraleiter-Paste
mit dem Mischungsverhältnis
der Bi2223-Zusammensetzung betrug 600 μm. Dann wurde die Supraleiter-Paste
in die Atmosphäre
bei einer Brenntemperatur von 850 °C 50 h lang gebrannt.
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Diesmal wurden 10 MgO-Basen hergestellt und
dann wurden das Aufbringen und Brennen derselben unter den gleichen
Bedingungen durchgeführt.
Bei fünf
Basen trat eine Ablösung
der Dickfilme auf. Anschließend
wurden die anderen fünf
MgO-Basen, die den darauf aufgebrachten supraleitenden Dickfilm
aufwiesen, in einer CIP komprimiert und dann trat bei vier von ihnen
eine Ablösung
des Dickfilms auf. Als Ergebnis erhielt man nur eine Probe, bei der
die Stufen der CIP-Kompression, des Brennens, der CIP-Kompression
und des letzten Brennens durchgeführt wurden in ähnlicher
Weise wie bei den Proben in dem praktischen Beispiel.
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Wie vorstehend im Detail beschrieben,
stellt die vorliegende Erfindung einen Oxid-Supraleiter-Dickfilm
zur Verfügung,
der Bi, Pb, Sr, Ca und Cu enthält
und im Wesentlichen die Zusammensetzung (Bi, Pb)2+aSr2Ca2Cu3Oz (worin bedeutet 0 < a < 0,5) hat,
der auf die Oberfläche
eines Substrats oder einer Basis aufgebracht werden soll, bei dem
keine Bruchfläche
in der Nähe
einer Grenzfläche
zwischen dem Substrat oder der Basis und dem Oxid-Supraleiter-Dickfilm in dem Oxid-Supraleiter-Dickfilm
auftritt. In dem Bi2223-Dickfilm, der die oben genannte Zusammensetzung
hat, kann eine Ablösung
des Dickfilms von dem Substrat oder von der Basis verhindert werden,
wenn ein Erhitzen, ein Abkühlen,
ein Komprimieren oder eine mechanische Schock-Behandlung auf das
Substrat, die Basis oder den Oxid-Supraleiter-Dickfilm in der Mitte
des Herstellungsverfahrens oder nach dem Herstellungsverfahren angewendet
wird.