-
Die Erfindung betrifft eine Ausgießhilfe für Flaschen,
insbesondere für
Getränkeflaschen,
die aus Glas sein können.
-
Aus der
DE 202 05 947 U1 ist eine
Ausgießhilfe
bekannt, die einen seitlich an dem Flaschenhals anzusetzenden Handgriff
mit einer oberen und unteren Befestigung umfaßt. Die obere Befestigung ist
als ein den Flaschenhals ergreifendes Gabelstück, die untere Befestigung
als Haltering ausgebildet.
-
Aus
DE 202 06 849 U1 und
DE 35 30 015 A1 ist bekannt,
den Flaschenhalter, der in seinem oberen Bereich ein Innengewinde
aufweist, auf das Außengewinde
der Flaschenausgießöffnung zu
schrauben.
-
EP 0 498 123 B1 offenbart eine Flasche mit
Griff, wobei der Griff über
einen Befestigungsring im oberen Haltebereich der Flasche unterhalb
der Mündung
befestigt ist.
-
Diese aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen schließen
einen unmittelbaren Kontakt der den Griff des Flaschenhalters umfassenden
Hand mit der Flasche nicht aus. Dies ist nachteilig, insbesondere wenn
die Flasche sehr heiß ist.
Nachteilig ist außerdem,
daß beim
Ausgießen
der Flasche unter Zuhilfenahme der aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen ein Zurückspritzen
der Flüssigkeit
beim Eingießen nicht
unterdrückt
wird. Hier entsteht besonders beim Eingießen von sehr heißen Flüssigkeiten
wie beispielsweise Glühwein
oder dergleichen eine erhöhte
Verletzungsgefahr.
-
Der vorliegenden Erfindung liegt
die Aufgabe zugrunde, eine Ausgießhilfe für Flaschen, insbesondere Getränkeflaschen,
zu schaffen, die die Gefahr beim Ausschenken heißer Getränke verringert.
-
Die Erfindung löst diese Aufgabe mittels einer
Ausgießhilfe
für eine
Flasche mit einem Flaschenhaltegriff und einem den Öffnungsabschnitt
der Flasche umschließenden
Befestigungselement, wobei das Befestigungselement ein Richtelement
zum gerichteten Ausgießen
der Flasche aufweist und der Flaschenhaltegriff seiner Form nach
einen unmittelbaren Kontakt einer den Flaschenhaltegriff fassenden
Hand mit der Flasche verhindert.
-
Zunächst werden einige im Rahmen
der Erfindung verwendete Begriffe erläutert.
-
Der Begriff Befestigungselement bezeichnet
im Rahmen der Erfindung ein Element, das auf dem Ausguß einer
Flasche befe stigt werden kann. Das Befestigungselement kann auf
seiner Innenseite, zumindest über
einen Teilbereich, ein Gewinde aufweisen. Dies ermöglicht ein
Aufschrauben des Befestigungselementes auf das entsprechende Außengewinde
von geöffneten
Schraubverschlußflaschen.
Das Befestigungselement weist in einer bevorzugten Ausführungsform
einen über
den durch das Befestigungselement umschlossenen Öffnungsabschnitt der Flasche
vertikal hinausragenden Kragen auf, dessen Kragenbasis unmittelbar
an der Öffnung
der Flasche ansetzt. Gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung ist das Befestigungselement mit dem Flaschenhaltegriff
starr verbunden.
-
Der Begriff Flaschenhaltegriff bezeichnet
den Teil der erfindungsgemäßen Ausgießhilfe,
der von der Hand beim Tragen der Flasche oder beim Ausgießen ergriffen
wird. Der Flaschenhaltegriff verhindert aufgrund seiner Form einen
unmittelbaren Kontakt der den Flaschenhaltegriff fassenden Hand
mit der Flasche. Der Flaschenhaltegriff weist einen von der Flasche
beabstandeten Griffbereich und einen in unmittelbarer Nähe zur Flasche
liegenden Bügel
auf. Der Griffbereich ist der Teil des Flaschenhaltegriffes der
durch die Hand unmittelbar erfaßt
wird. Der Bügel
ist der Teil des Flaschenhaltegriffes der die den Griffbereich des
Flaschenhaltegriffes umschließenden
Finger von dem unmittelbaren Kontakt mit der Flasche trennt. Vorteilhafterweise
sind Griffbereich und Bügel
des Flaschenhaltegriffes voneinander so weit beabstandet, daß ein Umschließen des Griffbereiches
des Flaschenhaltegriffes mit zumindest einem Finger der Hand möglich ist.
Vorzugsweise beträgt
der Abstand zwischen den sich gegenüberliegenden Seiten des Bügels und
des Griffbereiches mindestens 1 cm, bevorzugt 1 – 10 cm, weiter bevorzugt 2 – 6 cm,
besonders bevorzugt 2,5 – 3,5
cm. Der Bügel
des Flaschenhaltegriffes kann als Anlageelement ausgebildet sein,
das heißt,
daß der
Bügel der äußeren Kontur der
Flasche in seiner Form zumindest teilweise folgt und an dieser anliegt.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Flaschenhaltegriff den oder
die Finger der den Flaschenhaltegriff fassenden Hand durchgängig umläuft.
-
Nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind der Flaschenhaltegriff und das Richtelement am
Befestigungselement einander gegenüberstehend angeordnet.
-
Der Begriff Richtelement bezeichnet
im Rahmen vorliegender Erfindung ein in der Weise geformtes Element,
daß ein
gerichtetes und kontrolliertes Ausgießen einer durch dieses Richtelement
strömenden
Flüssigkeit
ermöglicht
ist. Als Richtelement sieht vorliegende Erfindung insbesondere eine
tüllenförmige oder schnabelförmige Ausformung
des Kragens des Befestigungselementes vor. Ein Vorteil des Richtelementes
besteht darin, daß die
nach dem Ausgießen
zuletzt austretenden Tropfen nicht nach dem Abstellen der Flasche an
deren Außenseite
herunterlaufen, sondern in dem Richtelement gesammelt und durch
dieses in die Flasche zurückgeführt werden.
-
Ein weiterer und erfindungswesentlicher
Vorteil des Richtelementes besteht darin, daß beim Ausgießen der
Flasche die Flüssigkeit
langsam und gerichtet durch das Richtelement aus der Flasche in
einen Auffangbehälter
abfließen
kann, ohne daß es
zu dem aus dem Stand der Technik bekannten Zurückspritzen bzw. Schwallen aus
dem Auffangbehälter
heraus kommt.
-
Selbst bei einem abrupten Beenden
des Ausgießprozesses
wird das sich in dem Richtelement befindliche Getränk durch
das Richtelement und nach verlassen desselbigen durch den Kragen
des Befestigungselementes abgeschirmt in die Flasche zurückgeführt.
-
Ein Zurückwallen bzw. Spritzen des
aus dem Richtelement zurückfließenden Getränkes über die Öffnung der
Flasche hinaus wird durch den Kragen sicher vermieden.
-
Wesentliche Voraussetzung für ein kontrolliertes
Beginnen, gleichmäßiges Abfließen der
Flüssigkeit aus
der Flasche und kontrolliertes Beenden des Ausgießprozesses
ist in Kombination mit dem Richtelement und vorteilhafterweise dem
Kragen ein sicherer, gefahrloser Griff der Ausgießhilfe wie
er durch den erfindungsgemäßen Flaschenhaltegriff
gewährleistet
wird.
-
Ein leichteres und kontrollierteres
Eingießen
bzw. Abbrechen des Eingießvorganges
kann durch weitere ergonomische Anpassungen des Griffes an die haltende
Hand verwirklicht werden. So kann der Flaschenhaltegriff in dem
Bereich, in dem sich üblicherweise
der Daumen befindet, eine Mulde aufweisen. Befindet sich diese im
oberen Bereich des Flaschenhaltegriffes in unmittelbarer Nähe zum Befestigungelement
bzw. im Übergangsbereich
zwischen Flaschenhaltegriff und Befestigungselement, kann durch
die Führung
des Daumens in der Daumenmulde beim Ausgießen verstärkt Druck ausgeübt werden,
wodurch die Hebelwirkung der führenden
Hand sowohl bei Rechts- als auch bei Linkshändern verstärkt wird. Dies erleichtert
das kontrollierte Eingießen.
-
Ein sicheres Halten und Führen der
Flasche mittels der erfindungsgemäßen Ausgießhilfe kann desweiteren durch
eine weitergehende ergonomische Anpassung des Flaschenhaltegriffes
an die Hand, beispielsweise durch den Fingern angepaßter Einschnürungen in
dem Bereich, der von den Fingern umschlossen wird, gefördert werden.
-
Vorteilhafterweise ist die erfindungsgemäße Ausgießhilfe isolierend,
so daß auch
ein indirektes übertragen
der Hitze auf die Hand am Flaschenhaltegriff unterdrückt wird.
Als Material für
die Ausgießhilfe
sind Kunststoffe aus Polycarbonat besonders geeignet. Der Vorteil
dieses Materials liegt darin, daß es extrem bruchfest, leicht,
hitzeresistent, temperaturbeständig
und lebensmittelecht ist. Material mit solchen Eigenschaften ist
für den
Flaschenbefestigungsgriff vorliegender Erfindung besonders bevorzugt
vorgesehen. Die Ausgießhilfe
kann einstückig
hergestellt werden.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
wird nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. Darin zeigen:
-
1 eine
schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ausgießhilfe in der
Seitenansicht; und
-
2 eine
schematische Darstellung der Ausführungsform der erfindungsgemäßen Ausgießhilfe in der
Ansicht von oben.
-
Die 1 und 2 zeigen schematisch eine
Ausgießhilfe 1 mit
einem Befestigungselement 2 und einem Flaschenhaltegriff 3.
-
Der Flaschenhaltegriff 3 weist
einen Griffbereich 7 und einen Bügel 8 auf. Befestigungselement 2 und Flaschenhaltegriff 3 sind
miteinander einstückig
verbunden. Das Befestigungselement 2 weist in seinem inneren
Bereich ein Innengewinde 6 zum aufschrauben auf ein äußeres Gewinde
eines Ausgusses einer Flasche (nicht dargestellt) auf.
-
Der Kragen 9 des Befestigungselementes 2 ist
auf der dem Flaschenhaltegriff 3 gegenüberliegenden Seite zu einem
Richtelement 4 in Form eines offenen Schnabels ausgezogen.
Die untere Basis dieses Schnabels setzt oberhalb der Austrittsöffnung der
Flasche an. Der Flaschenhaltegriff 3 ist ein geschlossener
Griff, der in seinem oberen Bereich, im Übergang zu dem Befestigungselement 2,
eine Daumenmulde 5 aufweist.
-
Die in den 1 und 2 dargestellte
Ausgießhilfe 1 zeichnet
sich durch nachfolgende, mittels verschiedener Untersuchungsmethoden
ermittelte Parameter aus.
-
- 1. Druckprüfung
Das
Muster wurde an einer Prüfmaschine
INSTRON 5581 (Geschwindigkeit 10 mm/min) befestigt und einer Kraft
mit folgenden Ergebnissen ausgesetzt:
- 2. Belastungsprüfung
Das
Muster wurde an der Prüfmaschine
befestigt und einer Kraft von 5 kg ausgesetzt, anschließend die
Kraft weggenommen und dieser Vorgang insgesamt 1000 mal wiederholt
(Geschwindigkeit 20 Zyklen/min). Das Muster hatte nach
der Belastungsprüfung
keine sichtbaren Schäden.
- 3. Testergebnisse bezüglich
der Richtliche 90/128/EWG über
Materialien und Gegenstände
aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu
kommen