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DE20313252U1 - Kanalortungssystem mit Kompass - Google Patents

Kanalortungssystem mit Kompass Download PDF

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DE20313252U1
DE20313252U1 DE20313252U DE20313252U DE20313252U1 DE 20313252 U1 DE20313252 U1 DE 20313252U1 DE 20313252 U DE20313252 U DE 20313252U DE 20313252 U DE20313252 U DE 20313252U DE 20313252 U1 DE20313252 U1 DE 20313252U1
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Abstract

Kanalortungssystem mit einer in einem Hauptkanal verschiebbar angeordneten Vorschubeinheit (3), an der ein Messkopf (12) angeordnet ist, der in vom Hauptkanal abzweigende Nebenkanäle (7,9,11) einschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass im oder am Messkopf (12) mindestens eine Messelektronik angeordnet ist.

Description

  • Die Neuerung betrifft ein Kanalortungssystem mit Kompass nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
  • Zur Schadensfeststellung von Schäden in unterirdisch verlegten Kanalrohren ist es notwendig, mit einem Kamerafahrwagen den Hauptkanal zu befahren. Ausgehend vom Hauptkanal zweigen eine Reihe von Nebenkanälen ab. Gegenstand der Neuerung ist es, ein neuartiges Kanalortungssystem für die Schadensfeststellung von Schäden vom Hauptkanal abzweigenden Nebenkanälen vorzustellen.
  • Bisher ist es lediglich bekannt, an einem Kamerafahrwagen eine Vorschubeinheit anzuordnen, die beispielsweise aus einem Kabelbündel besteht, an deren vorderen freien Ende ein Messkopf angeordnet ist. Im Messkopf ist in der Regel mindestens eine Kamera zur optischen Inspektion des Nebenkanals angeordnet.
  • Nachteil dieser optischen Inspektion der Nebenkanäle ist jedoch, dass durch eine bekannte, einfache Längenmessung des Vorschubes der Vorschubeinheit nicht genau lokalisiert werden kann, an welchem Abzweig die Vorschubeinheit in welchem Nebenkanal eingefahren ist und welche Bögen die Vorschubeinheit im Nebenkanal durchmessen hat. Es besteht also das Problem, dass man trotz optischer Kontrolle der Nebenkanäle nicht die aktuelle Position des Messkopfes an der Vorschubeinheit im verzweigten Nebenkanalsystem feststellen kann.
  • Es ist ferner bekannt, dass im Messkopf ein Sender angeordnet ist, der einen Sendestrahl in Richtung auf die Erdoberfläche sendet. Dort kann der Sendestrahl mit einem entsprechenden, an der Erdoberfläche entlanggeführten Empfänger erfasst werden, so dass über diese Lokalisation der aktuelle Standort der unterirdisch angeordneten Kamera erfasst werden kann. Problematisch ist die Lagenortung jedoch dann, wenn der Empfänger am Erdboden nicht in die Nähe oberhalb der Kamera gebracht werden kann, weil beispielsweise ein Hindernis vorhanden ist. Ein derartiges Hindernis kann ein Gebäude, ein Wasser oder ein sonstiges Bauwerk sein, was eine Lokalisierung des Sendestrahls verhindert.
  • Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf ein Kanalortungssystem zur Erkundung von Nebenkanälen beschränkt, sondern die Erfindung bezieht sich auch auf das Kanalortungssystem zur Erkundung von Hauptkanälen, die dementsprechend ebenfalls Abzweigungen und Bögen aufweisen können. Wenn demzufolge in der nachfolgenden Beschreibung die Erfindung anhand eines Kanalortungssystems für Nebenkanäle erläutert wird, so ist dies nicht beschränkend zu verstehen.
  • Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde ein Kanalortungssystem an einer Vorschubeinheit mit Messkopf so weiterzubilden, dass jederzeit der aktuelle Standort des Messkopfes im Kanalsystem festgestellt werden kann, ohne das es einer oberirdischen Messung bedarf.
  • Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Neuerung durch die technische Lehre des Anspruches 1 gekennzeichnet.
  • Wesentliches Merkmal der Erfindung ist, dass in dem am vorderen Ende der Vorschubeinheit angeordneten Messkopf mindestens ein Kompass angeordnet ist.
  • Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich der wesentliche Vorteil, dass nun mit Hilfe eines Kompasses eine einfache Lagenbestimmung (Ortsbestimmung) des Messkopfes im verzweigten Nebenkanalsystem vorgesehen werden kann. Die Neuerung schlägt hierbei zwei verschiedene Kompass-Systeme vor. Derartige Kompass-Systeme können auch miteinander kombiniert werden. Eine erste bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass das Kompass-System auf das Erdmagnetfeld reagiert und die zweite Ausführungsform sieht vor, dass das Kompass-System auf die Schwerkraft der Erde reagiert.
  • Ein inertiales Navigationssystem ist in der Lage, unabhängig von externen Signalen und Umweltbedingungen in Echtzeit Position, Geschwindigkeit und Lagewinkel des Trägerobjektes (Messkopf einer Vorschubeinheit) zu erfassen. Als physikalischer Hintergrund wird dazu die Wirkung der Massenträgheit benutzt, wie sie in den Newtonschen Axiomen für die Mechanik eines Massepunktes charakterisiert wird. Als primäre Sensoren werden Beschleunigungsmesser und Kreisel eingesetzt. Aus den gemessenen Beschleunigungen wird durch Integration die Geschwindigkeit und durch eine zweite Integration der zurückgelegte Weg berechnet. Die Kreisel liefern die nötige Richtungsinformation.
  • Grundsätzlich unterscheidet man bei INS zwei Arten der Mechanisierung: Plattformsysteme und Strapdown-Systeme.
  • Plattformsysteme bestehen aus einem Kern, auf dem drei senkrecht zueinander angeordnete Beschleunigungsmesser und Kreisel angebracht sind. Dieser Kern ist in drei Kardanrahmen gelagert, die die Messeinheit von den Bewegungen der Trägerobjektes entkoppeln. Die Kardangelenke sind mit Winkelabgriffen und Servomotoren versehen, die eine Steuerung der Plattform ermöglichen. Somit kann eine konstante Orientierung der Sensorplattform im inertialen Raum sichergestellt werden. Die wesentlichen Vorteile dieser Mechanisierung liegen in der höheren Genauigkeit und in der Möglichkeit der Sensorkalibrierung durch definierte Plattformrotationen begründet.
  • Der weitaus größte Teil der Anwendungen von inertialen Navigationssystemen wird über sogenannte Sirapdown-Systeme realisiert (strapdown = festgebunden). Bei dieser Mechanisierung sind die Sensoren (Kreisel und Beschleunigungsmesser) fest mit dem Trägerobjekt verbunden. Die gemessenen Beschleunigungen müssen mit Hilfe der Rotationsinformation der Kreisel ständig in ein inertiales System transformiert werden.
  • Der Vorteil dieser Methode liegt in der einfacheren Bauweise dieser Geräte. Auf komplizierte mechanische Lagerung der Sensoren kann verzichtet werden. Dieses führt zu einer erheblichen Verkleinerung und Verbilligung der inertialen Messeinheiten. Durch die gesteigerte Robustheit der Systeme wird das Anwendungsspektrum stark erweitert. Erkauft werden diese Vorteile im wesentlichen durch eine aufwendigere Fehlermodellierung und einen erhöhten Prozessierungsaufwand zur Berechnung der Navigationsdaten.
  • Konventionelle Kreisel nutzen die inertialen Eigenschaften eines sich mit hoher Geschwindigkeit drehenden Körpers, d.h. die Stabilität der Rotationsachse im Raum findet Verwendung. Dazu gehören die sogenannten Rate Integrating Gyroscopes (RIG) und die Dynamically Tuned Gyroscopes (DTG). Neben ihrer Größe und der starken Begrenzung der erlaubten Rotationsgeschwindigkeiten werden ihre Anwendungsmöglichkeiten durch einen relativ hohen- Preis eingeschränkt (hoher mechanischer Anteil).
  • Zu den sogenannten "Rate-Sensoren" zählen Kreisel, die unterschiedlichste physikalische Phänomene in Reaktion auf inertiale Drehungen des Trägerobjektes ausnutzen, z.B. das Trägheitsverhalten von Flüssigkeiten oder die Veränderungen der Zentrifugalbeschleunigung. Zu dieser Klasse zählen der Dual Axis Rate Transducer (DART) und der Magneto-Hydrodynamic Sensor (MIID). Bei diesen Typen sind zwar höhere Drehraten erlaubt, Größe und hoher mechanischer Anteil sind jedoch eher nachteilig zu werten.
  • Bei Vibrationskreiseln wird eine Testmasse in Schwingungen versetzt. Wird der Sensor um eine Achse orthogonal zu diesen Schwingungen gedreht, wird eine Corioliskraft induziert, die die Schwingung der Testmasse abhängig vom Ausmaß der Drehung verändert. Bei diesem Kreiseltyp kann der mechanische Anteil sehr reduziert werden, eine miniaturisierte Bauweise wird möglich. Das Genauigkeitspotential ist jedoch bisher noch eingeschränkt.
  • Die optischen Kreisel arbeiten auf der Grundlage der Ausbreitung von Lichtwellen. Dazu zählen der Ring Laser Gyro (RLG) und der Fiber Optic Gyro (FOG). Zwar kann bei dieser Bauweise auf Rotationen jeglicher Art prinzipiell verzichtet werden, der erforderliche Ausbreitungsweg des Lichtes lässt jedoch keine beliebige Verkleinerung des Sensors zu.
  • Völlig ohne bewegliche Bauteile kommt der Nuclear Magnetic Resonance Kreisel (NMR) aus. Dessen Messprinzip beruht auf der Bewegung von Molekülen in einem Magnetfeld, was eine nahezu beliebige Verkleinerungsmöglichkeit erwarten lässt.
  • Die eingesetzten Beschleunigungsmessertypen reichen von konventionellen Federpendeln (mechanisch), über vibrierende fiber-optische- oder Quartz-Beschleunigungsmesser, zu Siliziumsensoren (solid-state), die auf Basis von Kapazitätsveränderungen eines Kondensators arbeiten. Letztere gehören wie die Vibrationskreisel zu den sogenannten MEMS-Sensoren (Micro Electrical Mechanical Systems). Gerade diese Bauart erlaubt eine starke Verkleinerung der Instrumente, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nur für Anwendungen mit geringen Genauigkeitsanforderungen einzusetzen.
  • Der Genauigkeitsbereich von Beschleunigungsmessern ausgedrückt durch einen Biaswert (Nullpunktsfehler) liegt zwischen 0.01 und 25 mg, die Auflösung kann Werte von 1 μg erreichen. Der Messbereich umfasst Werte zwischen +/–20 g und +/–200 g. Der Einsatz eines bestimmten Sensortyps hängt mehr von den äußeren Umständen (Vibrationen, Magnetfelder) als von Preis und Genauigkeit der Sensoren ab.
  • Für Vermessungsaufgaben, die Genauigkeiten von 1 mm bis 1 m erfordern, können deshalb nur INS mittlerer oder höchster Genauigkeit eingesetzt werden. Die spezielle Genauigkeitsanforderung der Anwendung legt dabei fest, ob und in welchen Zeitabständen. Datenabgleiche durch Verwendung anderer Sensoren oder durch spezielle Beobachtungsverfahren (ZUPT, CUPT) zu erfolgen haben.
  • Speziell für die Rohrvermessung sind Sensoren auf Basis der Trägheitsnavigation optimal einzusetzen, da sie dreidimensional arbeiten, wegen ihrer hohen Datenrate auch bei schneller Bewegung eine ausreichende Punktdichte liefern und keine Verbindung zu Bezugspunkten auf zum Beispiel optischer oder elektromagnetischer Basis sichergestellt sein muss.
  • Rohrvermessungen stellen jedoch an die eingesetzten Inertialsensoren höchste Ansprüche. Einerseits ist ein möglichst kleine Bauweise erforderlich, um den Anwendungsbereich nicht auf große Rohrdurchmesser zu beschränken, andererseits muss eine hohe Langzeitstabilität erreicht werden, da Korrekturen von Sensorfehlern durch zusätzliche Messungen nur sehr begrenzt möglich sind, z.B. in Form von Zero Velocity Updates (ZUPT) oder von zusätzlichen Wegaufnehmern.
  • Heutige inertiale Messeinheiten sind deshalb mindestens auf die Verwendung von fiber-optischen Kreiseln angewiesen. Dies ist aber wiederum verbunden mit einer Sensorgröße von etwa 10 × 10 × 10 cm.
  • Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Neuerung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Schutzansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Schutzansprüche untereinander.
  • Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
  • Im Folgenden wird die Neuerung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere wesentliche Merkmale und Vorteile der Neuerung hervor.
  • Es zeigen:
  • 1: schematisiert ein vom Hauptkanal abzweigendes Nebenkanalsystem;
  • 2: schematisiert eine erste Ausführungsform eines Messkopfes;
  • 3: schematisiert eine zweite Ausführungsform eines Messkopfes;
  • 4: schematisiert eine dritte Ausführungsform eines Messkopfes.
  • In einem Hauptkanalrohr 1 ist in nicht näher dargestellter Weise eine Vorschubeinheit 3 verschiebbar angeordnet.
  • Für den Vorschubantrieb der Vorschubeinheit 3 gibt es verschiedenartige Möglichkeiten. Nach einer ersten Ausführungsform ist die Vorschubeinheit 3 an einen nicht näher dargestellten Fahrwagen montiert, der beispielsweise in Pfeilrichtung 2 im Kanalrohr 1 verfahrbar ist.
  • In einer anderen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Vorschubeinheit 3 ohne Fahrwagen als verschiebbares Kabelbündel 4 ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform fehlt der Fahrwagen und das Kabelbündel 4 der Vorschubeinheit 3 wird mit einer Schiebestange in das Nebenkanalsystem eingeschoben oder mittels entsprechender Zugseile oder anderer Zug- oder Schiebemittel im Nebenkanalsystem bewegt.
  • Selbstverständlich ist es auch vorgesehen, dass der Vorschubeinheit 3 durch einen entsprechenden aktiven Antrieb verwirklicht werden kann, der am vorderen Ende der Vorschubeinheit 3 angeordnet ist, nämlich insbesondere im Bereich des vorne angeordneten Messkopfes 12. Derartige, bekannte Vorschubantriebe sind beispielsweise Luft- oder hydraulische Antriebe, die mit Rückstoßdüsen arbeiten und den Messkopf 12 durch Rückstoss an der Kanalwandung im Nebenkanalsystem hindurchbewegen.
  • Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung ist, dass die Position 25 des Messkopfes 12 der Vorschubeinheit 3 im verzweigten Nebenkanalsystem zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst werden soll.
  • Zu diesem Zweck wird ausgehend von einem ortsfesten Referenzpunkt 21 die Vorschublänge der Vorschubeinheit 3 bestimmt, wobei der Messkopf 12 in Pfeilrichtung 2 von dem Referenzpunkt 21 bis zur Position 5 verschoben wird. Die zwischen dem Referenzpunkt 21 und der Position 5 zurückgelegte Länge wird nun durch über die Wegmessung an der Vorschubeinheit 3 erfasst und dient für eine Kalibrierung des gesamten Vorschubsystems.
  • Bei Position 5 wird der Messkopf nun umgelenkt und in Pfeilrichtung 6 in einen ersten Nebenkanal 7 eingeschoben.
  • Bei Position 5 werden nun beispielsweise die Messdaten vom in dem Messkopf 12 angeordneten Kompass 18 abgenommen, so dass der genaue Navigationsstandort des Messkopfes 12 bei Position 5 errechnet wird.
  • Nach dem Durchfahren des Messkopfes 12 im Nebenkanal 7 gelangt dieser bei Position 8 in den Bereich eines Abzweiges 13. Dort können wiederum die Navigationsdaten im Kompass 18 des Messkopfes 12 abgefragt werden und damit kann festgestellt werden, welche Neigung der Nebenkanal 7 im Bezug zum Hauptkanal hat. Darüber hinaus ist die Schiebelänge von Position 5 zu Position 8, nämlich die Länge 22 ohne diese über die Messung der Vorschublänge der Vorschubeinheit 3 bekannt.
  • Nach dem Umschwenken des Messkopfes am Abzweig 13 in dem zweiten Nebenkanal 9 wird der Messkopf wiederum um eine bestimmte Länge 23 (Messung über die Wegemessung einer Vorschubeinheit) verschoben, bis er bei Position 10 in einen Bogen 11 des Nebenkanals 9 kommt. Dort können wiederum die Navigationsdaten des Messkopfes abgefragt werden und damit ist die Lage des Positionspunktes 10 im Bezug zum Positionspunkt 8 festgelegt. Damit kann die Neigung des Nebenkanals 9 zum Nebenkanal 7 und damit auch zum Kanalrohr 1 festgestellt werden.
  • Der Messkopf wird bei Position 10 in den nach oben gerichteten Abzweig des Nebenkanals 9 eingeschoben und nach dem Durchfahren einer Länge 24 hat er die aktuelle Position 25 erreicht. Dort werden wiederum die Navigationsdaten abgefragt und nun kann der genaue Standort des Messkopfes 12 im Nebenkanal bestimmt werden. Einerseits ist die genaue Vorschublänge bekannt, weil die Länge zwischen dem Referenzpunkt 21 und dem Messkopf 12 bekannt und unveränderbar ist und zum zweiten ist nun auch der aktuelle Standpunkt des Messkopfes 12 bei Position 25 über die Abfrage der Navigationsdaten erkannt.
  • Darüber hinaus erfolgt mit dem Durchfahren durch das Nebenkanalnetz auch gleichzeitig eine Vermessung der Nebenkanäle, weil nun auch deren Neigung und deren aktuelle Lage in allen drei Raumachsen genau erfassbar ist.
  • Mit dem vorgestellten Navigationssystem können also nicht nur aktuelle Standorte eines Messkopfes am vorderen Ende einer Vorschubeinheit festgestellt werden, sondern es ist darüber hinaus möglich, eine Vermessung eines Nebenkanalsystems in allen drei Raumachsen vorzunehmen.
  • In 2 ist eine erste Ausführungsform eines Messkopfes 12 dargestellt. Dort ist angegeben, dass eine optische Kamera 15 mit einem nach vorne gerichteten Blickwinkel auf einem Schwenkgestell 16 angeordnet ist, so dass die Kamera in verschiedenen Ebenen gedreht und geschwenkt werden kann, um verschiedene Perspektiven im Innenraum des jeweiligen Nebenkanals erfassen zu können.
  • Im Messgehäuse 17 des Messkopfes 12 ist darüber hinaus noch der erfindungsgemäße Kompass 18 angeordnet, der nach dem allgemeinen Beschreibungsteil beispielsweise auf Feldlinien 19 reagiert, die durch das Erdmagnetfeld oder durch Trägheitskräfte erzeugt sind.
  • Die 3 zeigt als weiteres Ausführungsbeispiel eines Messkopfes 14, dass der erfindungsgemäße Kompass 18 auch getrennt von dem Messgehäuse 17 und der Kamera 15 angeordnet sein kann. Eine solche Ausführungsform eignet sich insbesondere für eine Nachrüstung vorhandener Messköpfe, wobei der Kompass 18 beispielsweise über eine Verbindung 20 mit dem Messgehäuse 17 verbunden ist.
  • Die 4 zeigt als weiteres Ausführungsbeispiel, dass der Messkopf nur den Kompass 18 enthalten kann, so dass er keinerlei optische Kontrollmittel beinhaltet. Auch mit einer solchen Anordnung ist es ohne weiteres möglich, die Navigationsdaten des Messkopfes an jedem beliebigen Ort im Nebenkanalsystem festzuhalten.
  • Die Messdaten des Kompasses 18 werden über das Kabelbündel 4 zur Auswerteeinheit geleitet. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Messdatenübertragung. Neben der draht- und kabelgebundenen sowie der optischen Signalübertragung gibt es auch noch die drahtlose Datenübertragung, die ebenfalls als erfindungswesentlich beansprucht wird.
  • Wichtig ist, dass alle Navigationsdaten von einer Auswerteeinheit erfasst werden können, die beispielsweise in einem Messwagen an der Erdoberfläche stationär ist. Es bedarf daher nicht mehr einer Ortung des Messkopfes 12 genau senkrecht über den Messkopf an der Erdoberfläche, was durch verschiedene Hindernisse verhindert werden könnte. Durch diese Art der Messdatenerfassung wird Personal eingespart, weil nur noch eine einzige Bedienungsperson die Daten der Auswerteeinheit auswertet.
  • Die Navigationsdaten des Messkopfes können auch in entsprechende Katasterpläne eingearbeitet werden, um so eine genaue Ortsbestimmung der von einem Kanalrohr abzweigenden Nebenkanäle 7, 9 zu gewährleisten.
  • 1
    Kanalrohr
    2
    Pfeilrichtung
    3
    Vorschubeinheit
    4
    Kabelbündel
    5
    Position
    6
    Pfeilrichtung
    7
    Nebenkanal
    8
    Position
    9
    Nebenkanal
    10
    Position
    11
    Bogen
    12
    Messkopf
    13
    Abzweigung
    14
    Messkopf
    15
    Kamera
    16
    Schwenkgestell
    17
    Messgehäuse
    18
    Kompass
    19
    Feldlinie
    20
    Verbindung
    21
    Referenzpunkt (Länge)
    22
    Länge
    23
    Länge
    24
    Länge
    25
    Position

Claims (14)

  1. Kanalortungssystem mit einer in einem Hauptkanal verschiebbar angeordneten Vorschubeinheit (3), an der ein Messkopf (12) angeordnet ist, der in vom Hauptkanal abzweigende Nebenkanäle (7,9,11) einschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass im oder am Messkopf (12) mindestens eine Messelektronik angeordnet ist.
  2. Kanalortungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messelektronik auf das Erdmagnetfeld reagiert.
  3. Kanalortungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Messelektronik auf die Schwerkraft der Erde reagiert.
  4. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als primäre Sensoren Beschleunigungsmesser und/oder Kreisel eingesetzt sind.
  5. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Messelektronik-Plattformsystem aus einem Kern besteht, auf dem drei senkrecht zueinander angeordnete Beschleunigungsmesser und Kreisel angebracht sind und dass der Kern in drei Kardanrahmen gelagert ist, die die Messeinheit von den Bewegungen des Trägerobjektes entkoppeln und dass die Kardangelenke mit Winkelabgriffen und Servomotoren versehen sind, die eine Steuerung der Plattform ermöglichen.
  6. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem Strapdown-Kompass die Sensoren (Kreisel und Beschleunigungsmesser) fest mit dem Trägerobjekt verbunden sind.
  7. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Messelektronik als Vibrationskreisel ausgebildet ist.
  8. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Messelektronik als optischer Kreisel ausgebildet ist.
  9. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Messelektronik als Nuclear Magnetic Resonance Kreisel (NMR) ausgebildet ist.
  10. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinheit (3) an einem Fahrwagen montiert ist.
  11. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinheit (3) als verschiebbares Kabelbündel (4) ausgebildet ist.
  12. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinheit (3) mit einem aktiven Vorschubantrieb verbunden ist.
  13. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass am Messkopf eine Kamera angeordnet ist.
  14. Kanalortungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kompass (18) getrennt von dem Messgehäuse (17) und der Kamera (15) angeordnet ist.
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