DE2031304C3 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von feinen Filamenten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von feinen FilamentenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von feinen Filamenten aus
einer Bahn eines molekular-orientierbaren Kunststoffes, bei dem die Bahn, die auf einer Seite oder auf beiden
Seiten ein Rillenprofil in Längsrichtung aufweist nur durch Verstrecken aufgespalten wird, wobei man das
Rillenprofil durch plastische Verformung mittels linienförmiger Druckbeanspruchung entlang nebeneinander
liegender Linien erzeugt und dabei die Dicke der Bahn in ihren schwächsten Bereichen auf weniger als v,o des
ursprünglichen Wertes verringert und dann die Aufspaltung vornimmt
Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung
sind im Patent 1917 822.4 beschrieben.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren nach dem Hauptpatent so weiterzubilden,
daß es bezüglich des gewünschten Filamenttiters flexibler ist und daß trotz Verwendung von profilgebenden
Vorrichtungen mit relativ grobem Profil sehr feine Filamente hergestellt werden können.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst daß man die Abkühlung der profilierten Bahn dadurch
bewirkt daß man die glatte Oberfläche der Bahn mit einer beweglichen Kühl- und Abzugsvorrichtung in
Berührung bringt durch die die Bahn gekühlt und von der profilgebenden Vorrichtung derart nach unten
abgezogen wird, daß die Bahn zwischen der profilgebenden Vorrichtung und der Kühl- und Abzugsvorrichtung
noch in wenigstens teilweise geschmolzenem Zustand ausgezogen wird.
Der Grad des Abziehens kann innerhalb weiter Grenzen variiert werden, wobei man dann mit ein und
derselben profilgebenden Vorrichtung profilierte Bahnen mit verschiedenen Querschnittsflächen erhält Das
erfindungsgemäße Verfahren weist demnach eine größere Flexibilität auf, als das Verfahren nach der
Hauptanmeidung. Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen
Verfahrens besteht darin, daß profilierte Bahnen von sehr kleiner Querschnittsfläche erhalten
werden können mit Hilfe einer profilgebenden Vorrichtung, deren Oberflächenrippen oder -grate, wenn nicht
erfindungsgemäß abgezogen würde, eine profilierte Bahn von erheblich größerem Querschnitt ergeben
würden. Derartige profilgebende Vorrichtungen oder Elemente sind gewöhnlich leichter und preiswerter
herzustellen als solche mit kleineren und enger im Abstand voneinander angeordneten Graten oder
Rippen. Die bekannten Verfahren, nach denen Stahlwalzen als profilgebende Vorrichtungen hergestellt werden
(die dann gewöhnlich zur Durchführung des Verfahrens nach der Hauptanmeldung verwendet werden) erfordern
praktisch eine Begrenzung auf das Ausmaß, auf welches die Steigung der Grate reduziert werden kann.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann die bewegliche Kühl- und Abzugsvorrichtung
eine Walze sein, die beispielsweise ähnlich der Kühlwalze ausgebildet ist wie sie bei üblichen
Filmgießverfahren verwendet wird. Die Walze kann mit einem Antrieb versehen und in einer Stellung unterhalb
des profilgebenden Teils der profilgebenden Vorrichtung derart befestigt sein, daß die noch heiße, aber
schon profilierte Bahn im wesentlichen senkrecht nach unten geführt wird und tangential auf die Walzenoberfläche
auftrifft.
Die bewegliche Kühl- und Abzugsvorrichtung bewirkt vorzugsweise das vollständige Abkühlen der Bahn
zum festen Zustand, d.h. auf eine Temperatur, die erheblich unterhalb des Kristallschmelzpunktes des
Polymeren liegt. Jedoch kann die profilierte Bahn gegebenenfalls vorgekühlt werden, z. B. zwischen dem
profilgebenden Teil und der beweglichen Kühl- und Abzugsvorrichtung. Man kann so ein teilweises Kühlen
bewirken, z. B. nur eine Oberfläche der Bahn (vorzugsweise die gekerbte Oberfläche) kühlen. Durch das
Kühlen von nur einer Oberfläche der Bahn in der beschriebenen Weise kann man mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Verfahrens der Bahn besondere Eigenschaften verleihen, 2. B. sie mil einer Textur versehen
oder ihr eine Kräuselungsfähigkeit erteilen. Das
partielle Abkühlen kann auf jede geeignete Weise erreicht werden, τ. R durch richtige A'jswahl der
Arbeitstemperaturen des profilgebenden Vorrichtungsteils und/oder der Stützwalze oder durch besondere
Kühleinrichtungen, z. B. einen Luftstrom der gegen eine
Oberfläche der profilierten Bahn gerichtet ist Wenn die Kühl- und Abzugsvorrichtung eine Walze ist, kann diese
von innen mit Wasser gekühlt werden, so daß sie mit einer relativ geringen Oberflächentemperatur von z. B.
etwa 15°C läuft
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens hängt das MaB und der Zustand, in dem die
profilierte Bahn im wenigstens teilweise geschmolzenen Zustand abgezogen wird, vom Geschwindigkeitsunterschied
zwischen der Umfangsgeschwindigkeit des profilgebenden Teils und der der Kühl- und Abzugsvorrichtung
ab. Es können Einrichtungen vorbanden sein, um diese relativen Geschwindigkeiten an die Art des
verwendeten Polymeren usw. anzupassen. Zum Beispiel ist eine Querschnittsverminderung von 20 bis 30% leicht
zu erreichen und Verminderungen bis zu 50% oder mehr sind möglich. Ein wichtiger Faktor für die
erfolgreiche Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß man die Bedingungen
innerhalb der genannten Grenzen derart wählt, daß der Film nach dem Abkühlen spröde ist und durch
Verstrecken und Spalten längs der Kerblinien zu feinen Filamenten aufgespalten werden kann, wobei die
Fibrillierung wenigstens zum größten Teil spontan eintritt
Die Erfindung sei anhand der Zeichnung näher erläutert; wie dargestellt, formt ein üblicher Schlitzdüsen-Extruderkopf
1 bei einer Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes des Polymeren eine heiße Polymerbahn
2 aus. Die Bahn 2 fließt nach unten in den Spalt, der zwischen einem profilgebenden Element in Form einer
gerippten Walze 3 und einer glatten Stützwalze 4 gebildet wird. Die Walze 3 und 4 bilden einen Teil der
profilgebenden Vorrichtung, die mit der im folgenden beschriebenen Ausnahme im allgemeinen der Vorrichtung
nach dem Hauptpatent entspricht Unterhalb der Walzen 3 und 4 ist eine bewegliche Kühl- und
Abzugsvorrichtung in Form einer Walze 5 angeordnet die mit Hilfe eines regelbaren Getriebes vom Antriebsmotor
(nicht dargestellt) der profilgebenden Vorrichtung angetrieben wird. Vorzugsweise ist die Walze 5 in
einer derartigen Stellung angeordnet, daß die profilierte Bahn 21 sich aus dem Spalt zwischen den Walzen 3 und 4
im wesentlichen senkrecht nach unten bewegt und die Walze 5 tangential berührt (wobei die ungekerbte
Fläche der Bahn 2< der Walze 5 aufliegt, damit eine
Beschädigung der Kerben der Bahn vermieden wird). Nachdem die Bahn 2* die Walze 5 berührt hat, läuft sie,
gegebenenfalls über Führungsrollen, in die Verstreckvorrichtung. Bei der Durchführung des Verfahrens dreht
ίο sich die Walze 5 mit höherer Geschwindigkeit als die
Walze 3, so daß auf die Bahn 21 ein Zug nach abwärts ausgeübt wird, was sich in einer Verminderung der
Querschnittsfläche der Bahn auswirkt, deren Ausmaß vom Geschwindigkeitsunterschied zwischen den WaI-
is zen 3 und 5 abhängt Es sind Einrichtungen vorgesehen,
durch die die Walze 5 von innen wassergekühlt wird; somit verläßt die Bahn 21 die Walze 5 in festem Zustand
bei einer Temperatur, bei der sie leicht gehandhabt werden kann, ohne daß man ein Brechen oder eine
Das Beispiel dient zur Erläuterung der Erfindung an einer besonderen Durchführungsform des Verfahrens.
Erfindungsgemäß wurden Polypropylenfilamente hergestellt, wobei außer einer profilgebenden Vorrichtung
und einer beweglichen Kühl- und Abzugsvorrichtung noch eine handelsübliche Verstreckvorrichtung
eingeschaltet war. Hierzu wurde eine Bahn aus geschmolzenem Polypropylen mit einen Schmelzindex
von 3,5 bei etwa 2900C aus einer Schlitzdüse üblicher
Art von 25,4 cm Breite (Spaltweite 0,635 tnm) in den Spalt zwischen den Walzen 3 und 4 extrudiert, wobei
diese Walzen auf etwa 300C bzw. etwa 100° C (und die
Walze 5 auf etwa 15°C) gehalten wurden. Das Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeit der Walze 5 zu
derjenigen der Walze 3 war derart bemessen, daß die Querschnittsfläche der profilierten Polypropylenbahn
durch das Abziehen in der Schmelze um etwa 25% vermindert wurde. Nach dem Abziehen von Walze 15
wurde die Bahn in die Verstreckungsvorrichtung eingeführt, die im Verstreckungsverhältnis von 8 :1 bei
145° C betrieben wurde. Die verstreckte Bahn wurde mit
einer Geschwindigkeit von 120cm/sec abgenommen,
« wobei sich zeigte, daß eine vollständige Aufspaltung in
feine Filamente erfolgt war. Die durchschnittliche Denierzahl der Filamente betrug 22.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von feinen Filamenten aus einer Bahn eines molekular-orientierbaren
Kunststoffes, bei dem die Bahn, die auf einer Seite ein Rillenprofil in Längsrichtung aufweist, nur durch
Verstrecken aufgespalten wird, wobei man das Rillenprofil durch plastische Verformung mittels
linienfönniger Druckbeanspruchung entlang nebeneinanderliegender Linien erzeugt und dabei die to
Dicke der Bahn in ihren schwächsten Bereichen auf weniger als Vio des ursprünglichen Wertes verringert
und dann die Aufspaltung vornimmt, nach Patent 1917 822.4, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Abkühlung der profilierten Bahn dadurch bewirkt, daß man die glatte Oberfläche der
Bahc mit einer beweglichen Kühl- und Abzugsvorrichtung
in Berührung bringt, durch die die Bahn gekühlt und von der profilgebenden Vorrichtung
derart nach unten abgezogen wird, daß die Bahn zwischen der profilgebentden Vorrichtung und der
Kühl- und Abzugsvorrichtung noch in wenigstens teilweise geschmolzenem Zustand ausgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als KQhI- und Abzugsvorrichtung eine
Walze verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet daß die Walze mit einem Antrieb versehen
und in einer Stellung unterhalb der profilgebenden Vorrichtung derart befestigt ist, daß die profilierte
Bahn im wesentlichen senkrecht nach unten geführt wird und tangential auf die Walzenoberfläche
auftrifft
4. Verfahren nach Anspruch 1—3, dadurch gekennzeichnet daß die profilierte Bahn zwischen
der profilgebenden Vorrichtung und der Kühl- und Abzugsvorrichtung bereits vorgekühlt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet daß die profilierte Oberfläche der Bahn
vorgekühlt wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, mit einer profilgebenden
Vorrichtung und einer Vorrichtung zum Verstrecken der aus der profilgebenden Vorrichtung kommenden
profilierten Bahn, wobei die Vorrichtung zur Erzeugung der profilierten Bahn ein gegenläufig
antreibbares Druckwalzenpaar aus Stahl ist und die Oberfläche mindestens einer Walze mit in Umfangsrichtung
parallel eng nebeneinanderliegenden Rippen besetzt ist, die abgerundete Scheitel aufweisen, so
dadurch gekennzeichnet daß zusätzlich eine bewegliche Kühl- und Abzugsvorrichtung (S) vorgesehen
ist durch welche die Bahn (21) von der profilgebenden Vorrichtung (3,4) abgezogen wird.
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