DE20310825U1 - Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege - Google Patents
Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller TauchaufstiegeInfo
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Description
GOEPT03115 !!! ···... 29.09.03
Anmelder:
Dr. Philipp Goedeking
Dr. Philipp Goedeking
Grillparzerstr. 57 60320 Frankfurt am Main
Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege im Wasser.
Bereich der Erfindung:
Eine vor allem im Bereich des Sporttauchens häufige und regelmäßig gefährliche Situation ist das sog. "Durchschießen", also unkontrollierter und sehr schneller Aufstieg von Tauchern zur Wasseroberfläche. Durchschießen kann auftreten durch mangelhafte Tarier-Routine unter Wasser, durch unkorrekte Bedienung der Tauchgeräte, durch Fehlfunktion der Geräte oder in Stress- oder Paniksituationen. Durchschießen ist bereits aus sehr geringen Tauchtiefen ein grundsätzlich erhebliches, lebensbedrohendes Risiko:
• Wenn der durchschießende Taucher (in Panik) die Luft anhält, ist die Wahrscheinlichkeit eines sog. Lungenrisses erheblich oder, tiefenabhängig, sicher;
• Nach längeren oder tieferen Tauchgängen sind beim Aufstieg bestimmte Maximalaufstiegsgeschwindigkeiten (z. B. nicht mehr als 10 Meter pro Minute) als auch Stopps zur Stickstoffentsättigung des Blutes (sog. Dekompressionsstopps) zwingend. Unterbleiben diese Stopps oder taucht der Taucher zu schnell auf, besteht das Risiko bzw. die Sicherheit von Embolien oder ähnlichen Krankheiten.
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• Bei bestimmten Formen des Tauchens muss beim Aufstieg die Zusammensetzung des einzuatmenden Gases gewechselt werden. Unterbleiben diese Gaswechsel, z. B. durch Durchschießen, entstehen toxische Wirkungen und ggf. Embolien.
Das Durchschießen ist vor allem dann kaum noch wirksam abzubremsen, wenn erst einmal die luft- bzw. gasgefüllten Systeme wie Tarierweste, Gegenlungen von Kreislauftauchgeräten oder Trockentauchanzügen sich durch den abnehmenden Wasserdruck beim Aufstieg rasch erweitern, damit zusätzlichen Auftrieb erzeugen und so den Aufstieg zusätzlich beschleunigen. In der Tauchliteratur wird beispielsweise empfohlen, in einem solchen Fall mit den Händen die Hals-Gummimanschette des Trockentauchanzuges vom Hals wegzuziehen, sodass die überschüssige Luft aus dem Trockentauchanzug entweichen kann. Erstens erfordert ein solches Manöver sehr viel Routine und "Kaltblütigkeit", zweitens ist die Halsmanschette in aller Regel durch den Kragen der Kopfhaube unzugänglich, drittens ist fraglich, ob dann nicht immer noch andere luftgefüllte Systeme den überschnellen Aufstieg aufrechterhalten, und viertens würde in einem solchen Fall Wasser in den Anzug eindringen: Die Wassertemperatur unterhalb 10 Meter Wassertiefe tendiert aber rasch gegen etwa 4° C, sodass plötzlich eindringendes Wasser einen Kälteschock auslösen kann. Im Ergebnis ist kein wirksames und sicheres Mittel gegen zu schnelle Tauchaufstiege bekannt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung bereitzustellen, die einen zu schnellen Tauch-Aufstieg wirksam und sicher abbremsen kann.
Gelöst wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs.
Am Körper des Tauchers wird ein leichter "Bremsschirm" befestigt, dessen Fläche so bemessen ist, dass ein Durchschießen .<5;i.n,ej§ Ta.pch.er.s. &zgr; .m B;# mi#t vpl#l#<aufgeblasener
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Tarierblase und gefülltem Trockentauchanzug ausreichend sicher abgebremst wird. Je nach Art der Ausrüstung des Tauchers kann die Fläche des Bremsschirms relativ klein oder muss groß ausfallen.
Der Bremsschirm breitet sich im Wasser unterhalb des Tauchers aus. Der Bremsschirm ist vorzugsweise über eine einzige, etwa 1 bis 2 Meter lange Verbindungsleine mit dem Taucher verbunden. Eine einzige Verbindungsleine hat den Vorteil (gegenüber der Verbindung mit einer direkt am Bremsschirm angebrachten Vielzahl von Leinen mit dem Taucher), dass der Taucher sich in einer Vielzahl von Leinen sehr leicht "verheddern" könnte. Der Taucher kann die Verbindung zum Bremsschirm aber auch über einen Karabinerhaken lösen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, die in der Figur schematisch dargestellt sind. Im Einzelnen zeigt:
Fig. 1 einen ausgelosten Bremsschirm (3), der an einer
ausreichend langen Leine (2) befestigt ist, die in Verbindung mit einer Hülle (1) steht, die der Taucher
an seinem Körper oder seiner Tauchausrüstung befestigen kann.
Der Bremsschirm (3) wird in einer festen oder elastischen Hülle (1) am Körper des Tauchers getragen. Die Hülle (1) ist so ausgebildet, dass sie samt Inhalt dabei entweder z. B. am Unterschenkel angeschallt oder mit dem Gurtsystem des Tauchgerätes ("Harness") oder dem Tauchgerät selbst verbunden werden kann. Der Bremsschirm (3) und alle Leinen (2) sind dabei mit in der Hülle (1) aufbewahrt in einer Weise, die ein leichtes Herausziehen des Bremsschirms (3) aus der Hülle (1)
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und ein schnelles und sicheres Öffnen des Bremsschirmes (3) unterstützen. Der Bremsschirm (3) wird manuell oder automatisch (z. B. gesteuert über einen marktüblichen elektronischen Tiefenmesser oder eine entsprechende Mechanik) aus seiner Verpackung (1) gelöst und breitet sich unterhalb des Tauchers sofort entweder durch konstruktive Spreizung ("Regenschirm-Prinzip") oder durch den Staudruck des Wassers ("Fallschirm-Prinzip") oder durch eine Kombination aus beiden Mechanismen aus.
Wenn der Bremsschirm (3) sich geöffnet hat, soll die Aufstiegsgeschwindigkeit sehr schnell und so weit abgebremst werden, dass Tariersysteme, Gegenlungen oder Trockentauchanzüge regulär und sicher entlüftet werden können und der Tauchgang sicher und regelgerecht mit allen einzuhaltenden Stopps, z. B. Dekompressions-Stopps, beendet werden kann. Insbesondere soll aber auch erreicht werden, dass ein u. U. bewusstloser oder panischer Taucher, der zu einem kontrollierten Entlüften seiner Systeme nicht in der Lage ist, zwangsweise und bis zur Wasseroberfläche so weit abgebremst wird, dass ein Lungenriss durch Überdehnung der Lunge ausgeschlossen werden kann. Ggf. kann ein begleitender Taucher den verunfallten Taucher auch noch erreichen und ihm helfen, wenn dieser mit einem Bremsschirm (3) ausgestattet ist. Ein frei "durchschießender" Taucher ist für begleitende Taucher nicht mehr zu erreichen.
Claims (7)
1. Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege im Wasser
- mit einem Bremsschirm (3), der so ausgelegt ist, dass er sich im Wasser öffnet und dadurch den Tauchaufstieg in einer Weise abbremst, dass die Gesundheitsschäden beim Taucher gemildert oder verhindert werden,
- mit einer Verpackung (1), in die der Bremsschirm (3) bei Nichtgebrauch Raum sparend anordenbar ist,
- mit Befestigungsmitteln (2), die eine Befestigung an einem Taucher ermöglichen.
2. Die Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackung (1) so ausgelegt ist, dass sich beim Öffnen der Verpackung (1) der Bremsschirm (3) selbstständig aus der Verpackung (1) löst, um sich zu entfalten.
3. Die Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die feste oder elastische Hülle (1) am Körper des Tauchers befestigbar ist, insbesondere am Unterschenkel des Körpers, am Tauchgerät oder am Gurtsystem des Tauchgerätes ("Harness").
4. Die Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsschirm (3) manuell und/oder automatisch auslösbar ist, wobei der automatische Auslöser durch einen Tiefenmesser gesteuert ist.
5. Die Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsschirm (3) an einer ausreichend langen Leine (2) angeordnet ist, sodass ein ausreichend großer Abstand zum Taucher herstellbar ist.
6. Die Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsschirm (3) samt Verbindungsleinen (2) durch ein Kupplungselement lösbar ist.
7. Die Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsschirm (3) Mittel für eine sichere Auffaltung aufweist, insbesondere nach dem Regenschirm-Prinzip "aufgespannt" wird, und/oder so ausgebildet ist, dass er durch den Staudruck des Wassers, insbesondere nach dem Fallschirm-Prinzip, gespreizt wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE20310825U DE20310825U1 (de) | 2003-07-14 | 2003-07-14 | Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE20310825U DE20310825U1 (de) | 2003-07-14 | 2003-07-14 | Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE20310825U1 true DE20310825U1 (de) | 2003-11-13 |
Family
ID=29558035
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE20310825U Expired - Lifetime DE20310825U1 (de) | 2003-07-14 | 2003-07-14 | Vorrichtung zum Abbremsen gefährlich schneller Tauchaufstiege |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE20310825U1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB2421931A (en) * | 2005-01-10 | 2006-07-12 | Russell William Galer | Underwater ascent control system for divers |
| GB2451292A (en) * | 2007-07-27 | 2009-01-28 | Timothy Martin Snow | Diver ascent braking device |
| DE102008057057A1 (de) | 2008-11-13 | 2010-07-22 | Schaffner, Dieter, Dipl.-Ing. (FH) | Trockentauchanzug und Inflator hierfür |
| RU2507109C1 (ru) * | 2013-02-14 | 2014-02-20 | Владимир Александрович Парамошко | Способ защиты от кессонной болезни при спасании граждан из затонувшего плавсредства |
| EP2692627A3 (de) * | 2012-07-31 | 2018-02-21 | ThyssenKrupp Marine Systems GmbH | Unterseebootrettungsanzug |
-
2003
- 2003-07-14 DE DE20310825U patent/DE20310825U1/de not_active Expired - Lifetime
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