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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein elektrochemisches Verdichtersystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
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Elektrochemische Verdichtersysteme
können
z.B. Elektrolyseure sein, die durch Anlegen eines Potentials neben
der Erzeugung von z.B. Wasser und Sauerstoff aus Wasser diese Gase
gleichzeitig unter hohem Druck komprimieren.
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Daneben sind auch elektrochemische
Systeme wie z.B. elektrochemische Wasserstoffkompressoren bekannt,
welchen gasförmiger
molekularer Wasserstoff zugeführt
wird und dieser durch das Anlegen eines Potentials elektrochemisch
verdichtet wird. Diese elektrochemische Verdichtung bietet sich
insbesondere für
geringe Mengen zu verdichtenden Wasserstoff an, da eine mechanische
Kompression des Wasserstoffes hier deutlich aufwendiger wäre.
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Es sind elektrochemische Verdichtersysteme
bekannt, bei denen ein elektrochemischer Zellstapel mit einer Schichtung
von mehreren elektrochemischen Zellen, welche jeweils durch Bipolarplatten
voneinander getrennt sind, aufgebaut ist. Die Bipolarplatten haben
hierbei mehrere Aufgaben:
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- – Elektrische
Kontaktierung der Elektroden der einzelnen elektrochemischen Zellen
und Weiterleitung des Stroms zur benachbarten Zelle (Serienschaltung
der Zellen),
- – Versorgung
der Zellen mit Reaktanden wie z.B. Wasser oder Gase und z.B. Abtransport
des erzeugten Reaktionsgases über
eine entsprechende Verteilerstruktur,
- – Weiterleiten
der bei der Erzeugung in der elektrochemischen Zelle entstehenden
Abwärme,
sowie
- – Abdichten
der verschiedenen Medien- bzw. Kühlkanäle gegeneinander
und nach außen.
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Für
die Medienzu- bzw. -abfuhr von den Bipolarplatten zu den eigentlichen
elektrochemischen Zellen (diese sind z.B. MEA (Membrane Elektron
Assembly) mit einer jeweils zu den Bipolarplatten hin orientierten Gasdiffusionslage
z.B. aus einem Metallvlies) weisen die Bipolarplatten Öffnungen
zur Kühlung
bzw. Medienzu- und
-abfuhr auf.
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Insbesondere in Bezug auf die Gasdiffusionslage
ergeben sich hier regelmäßig Schwierigkeiten. Üblich ist
es bisher, die Abdichtung zwischen den Bipolarplatten bzw. zwischen
Bipolarplatten und der elektrochemischen Zelle dadurch auszuführen, dass
z.B. in eine Nut der Bipolarplatte eine Elastomerdichtung eingelegt wird.
Durch Ausübung
von Druckspannung (etwa mittels Spannbändern) auf den elektrochemischen
Zellstapel erfolgt dann ein Verpressen der Dichtung, wodurch eine
Dichtwirkung für
die Öffnungen
erzielt werden soll.
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Nun ist bei der eingelegten Gasdiffusionslage
problematisch, dass diese als Faservlies (mit Metallfasern) oder
Metallnetz ausgeführt
sein kann. Industrieübliche
Faservliese haben eine Sollstärke
von z.B. 1 mm, die Fertigungstoleranz liegt jedoch bei ± 100 μm. Die Metallfasern,
welche das Vlies aufbauen, sind selbst nur wenig elastisch. Außerdem empfiehlt
es sich auch nicht, Herstellungstoleranzen des Faservlieses durch
Zusammenpressen des Vlieses auszugleichen, da hiermit die Gaspermeabilität der Vliesschicht
stark beeinträchtigt
wird und somit der Betrieb der elektrochemischen Zelle eingeschränkt wird.
Andererseits ist es jedoch erforderlich, durch die Bipolarplatte
einen Mindestdruck auf die gesamte Gasdiffusionslage auszuüben, damit
es zu einer ausreichenden Stromleitung durch die Gasdiffusionslage
kommt. Es lässt
sich also zusammenfassen, dass bei den bisherigen Elastomerdichtungen
somit entweder eine nicht perfekte Dichtwirkung oder ein nicht optimaler
Betrieb der elektrochemischen Zelle in Kauf zu nehmen waren. Hinzu
kommen, insbesondere bei mit molekularem Wasserstoff betriebenen
elektrochemischen Zellen, Permeationsverluste von H2 vor,
welches durch die Elastomerdichtung hindurch diffundiert.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
daher die Aufgabe zugrunde, eine sichere Abdichtung der Öffnungen in
einem elektrochemischen Zellstapel zu möglichst geringen Kosten zu
erreichen.
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Diese Aufgabe wird durch ein elektrochemisches
Verdichtersystem nach Anspruch 1 gelöst.
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Dadurch, dass zumindest bereichsweise
elastische Sickenanordnungen zur Abdichtung der Öffnungen vorgesehen sind, wird
eine sichere Abdichtung über
einen langen elastischen Weg der Sickenanordnung erreicht. Unter Öffnungen
wird hierbei in der vorliegenden Anmeldung ein praktisch beliebiger
abzudichtender Bereich verstanden. Dies kann z.B. eine Durchgangsöffnung für ein Reaktionsfluid
(z.B. H2 oder Wasser) oder ein Kühlmittel
sein. Es kann aber z.B. auch der elektrochemisch aktive Bereich
sein, in dem z.B. die Gasdiffusionslage angeordnet ist oder Verschraubungslöcher vorgesehen
sind. Die elastische Sickenanordnung erlaubt stets in einem weiten
Toleranzbereich Herstellungstoleranzen von z.B. Gasdiffusionslagen
auszugleichen und trotzdem eine optimale Dichtwirkung bereitzustellen.
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Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
werden in den abhängigen
Ansprüchen
beschrieben.
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Eine sehr vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Sickenanordnung zur Mikroabdichtung
mit einer dünnen
Beschichtung mit einer Dicke zwischen 1 μm bis 400 μm ausgeführt ist. Die Beschichtung ist
vorteilhafterweise aus einem Elastomer wie Silikon, Viton oder EPDM
(Ethylen/Propylen-Dien-Terpolymere),
der Auftrag erfolgt vorzugsweise im Siebdruckverfahren, Tampondruckverfahren,
Spritzen oder durch CIPG (cured in place gasket; d.h. flüssig an
dem Ort der Dichtung eingebrachtes Elastomer, das dort ausgehärtet ist.).
Durch diese Maßnahmen
wird erreicht, dass z.B. die Wasserstoffdiffusion durch die Dichtung
auf ein extrem geringes Maß reduziert wird,
da die Höhe
des permeablen Materials auf ein Minimum angepasst wird. Hierbei
ist anzustreben keine zusätzliche
geometrische Höhe
zu gewinnen, sondern lediglich einen Rauhigkeitsausgleich zur Mikroabdichtung
zu schaffen.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform
der Erfindung sieht vor, dass die Sickenanordnung eine Vollsicke
oder eine Halbsicke enthält.
Hierbei ist es innerhalb einer Sickenanordnung auch möglich, beide
Formen vorzusehen, da sich je nach Verlauf der Sickenanordnung in
der Ebene andere Elastizitäten
als sinnvoll erweisen können,
z.B. dass in engen Radien eine andere Sickengeometrie sinnvoll ist
als bei geraden Verläufen
der Sickenanordnung.
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Eine vorteilhafte Weiterbildung der
Sickenanordnung sieht vor, dass die Sickenanordnung zumindest bereichsweise
als um den elektrochemisch aktiven Bereich sich erschließende und
um diesen bereichsweise hin offene Halbsicke ausgeführt ist.
Diese ist also so angebracht, dass sie zur Hochdruckseite hin offen
ist, hierdurch wird erreicht, dass durch die Erhöhung des Innendrucks die Erhöhung des
Anpressdrucks der Sicke gegen die Dichtfläche der nächsten Bipolarplatte (bzw.
die dazwischen liegende Membran) erreicht wird. Da der elektrochemische
Verdichterstapel von außen
durch Endplatten, die mit Spannbändern
oder ähnlichem
zusammengehalten werden, stabilisiert wird, ist ein Ausweichen der
gestapelten Einzelzellen nur eingeschränkt möglich. Es kommt nicht zu einer
"Aufdehnung" der Gesamtanordnung sondern lediglich zu einem Anstieg
der Anpresskraft in Bereichen der Dichtung, so dass es sogar zu
einer Selbststabilisierung der Dichtungen bzw. der Gesamtanordnung
kommt. Die Halbsicke ist also so ausgelegt, dass durch eine Druckerhöhung im
System (dieser Innendruck kann über
200 bar, vorzugsweise über
700 bar, besonders vorzugsweise über
1.000 bar bis hin zu 5.000 bar betragen) in dem elektrochemisch
aktiven Bereich die in Richtung des elektrochemischen Verdichterstapels
gerichtete Flächenpressung
so erhöht
wird, dass Dichtigkeitsprobleme ausgeschlossen sind und hiermit
in Bezug auf die Dichtung quasi ein "selbststabilisierendes" System
bereitgestellt wird.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform
sieht vor, dass die Sickenanordnung aus Stahl ist. Stahl bietet
den Vorteil, dass seine Bearbeitung mit üblichen Werkzeugen sehr kostengünstig möglich ist,
außerdem sind
z.B. Methoden zur Beschichtung von Stahl mit dünnen Elastomerschichten gut
erprobt. Die guten Elastizitätseigenschaften
von Stahl ermöglichen
den erfindungsgemäßen langen
elastischen Dichtungsbereich der Erfindung gut auszubilden. Hierbei
bietet es sich insbesondere an, dass die Sickenanordnung an der
Bipolarplatte angebracht ist. Hierbei gibt es zum einen die Möglichkeit,
dass die Bipolarplatte insgesamt als ein Stahlformteil ausgeführt ist
(welches zur Korrosionsbeständigkeit
oder Leitfähigkeit
unter Umständen
bereichsweise mit einer Beschichtung versehen ist). Es ist jedoch
auch möglich,
dass die Bipolarplatte als Verbundelement zweier Stahlplatten mit
einer dazwischen liegenden Kunststoffplatte ausgeführt ist.
In jedem Fall können
jedoch die guten Fertigungsmöglichkeiten
von Stahl ausgenutzt werden, es ist möglich die Sickenanordnung innerhalb
eines sowieso stattfindenden Fertigungsschrittes (z.B. dem Prägen eines
Flowfields, d.h. eines „Strömungsfeldes")
vorzunehmen. Hierdurch ergeben sich sehr geringe Kosten, es sind
auch keine zusätzlichen Fehlerquellen
durch Extrabauteile, wie etwa zusätzlich eingelegte Elasto merdichtungen
gegeben.
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Allerdings ist es erfindungsgemäß auch möglich, die
Sickenanordnung aus anderen Metallen, wie etwa Stahl, Nickel, Titan
oder Aluminium und deren Legierungen vorzusehen. Die Auswahl, welches
Metall zu bevorzugen ist, hängt
hierbei z.B. auch von den gewünschten
elektrischen Eigenschaften ab oder dem gewünschten Grad der Korrosionsbeständigkeit.
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Somit wird es möglich, die Kompressionskennlinie
der Sicke z.B. an eine Gasdiffusionslage anzupassen. Dies muss jedoch
nicht nur für
Gasdiffusionslagen gelten, die Sickenlinie kann allgemein an Bauteilen
mit geringer Elastizität
gut angepasst werden. Die gesickte Dichtung ist flexibel gestaltbar
und damit außerdem
bei allen Herstellern elektrochemischer Verdichtersysteme gut und
ohne hohe Umrüstkosten
anwendbar.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform
sieht vor, dass die Sickenanordnung einen Stopper aufweist, der
die Kompression der Gasdiffusionslage auf eine Mindestdicke begrenzt.
Es handelt sich hierbei um einen inkompressiblen Teil der Sickenanordnung
bzw. einen Teil, dessen Elastizität sehr viel geringer ist als der
der eigentlichen Sicke. Hierdurch wird erreicht, dass der Grad der
Verformung im Sickenbereich begrenzt wird, so dass es nicht zu einem
völligen
Plandrücken
der Sicke kommen kann.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform
sieht vor, dass die Sickenanordnung auf einem von der Bipolarplatte
separaten Bauteil angeordnet ist. Dies ist besonders dann günstig, wenn
die Bipolarplatten aus für Sickenanordnungen
ungeeignetem Material bestehen. Das separate Bauteil wird auf die
Bipolarplatte dann aufgelegt oder durch Kleben, Einklicken, Einschweißen, Einlöten oder
Umspritzen integriert, so dass sich insgesamt eine dichtende Verbindung
zwischen dem separaten Bauteil und der Bipolarplatte ergibt.
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Schließlich sieht eine weitere vorteilhafte
Ausführungsform
vor, dass die Sickenanordnung aus einem Elastomerwulst ausgeführt ist.
Eine solche Sicke ist im Siebdruckverfahren oder Tampondruck aufbringbar.
Sie dient sowohl der Mikro- als auch der Makroabdichtung. Die Wulst übernimmt
auch die Funktion der Weganpassung an eine Gasdiffusionslage.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass das elektrochemische Verdichtersystem als Elektrolyseur
ausgeführt
ist. Hier wird auf der einen Seite der elektrochemischen Zelle eingeleitetes
Wasser elektrochemisch in molekularen Wasserstoff und Sauerstoff
aufgespalten. Hierzu werden Membranen aus Nafion oder ähnlichen
protonenleitenden Systemen verwendet, es können aber auch Separatoren
verwendet werden, die z.B. mit Kaliumhydroxid getränkte PTFE-Schäume enthalten.
Auch poröse
keramische Strukturen, mit Kaliumhydroxid getränkt, sind mögliche Separatoren, z.B. auf
Nextel-Basis oder auch hydroxidleitende Strukturen. Die Anpresskräfte (Flächenpressungen
der Dichtung in Hauptrichtung des elektrochemischen Zellstapels)
können
zwischen 0,1 und 200 N/mm2, vorzugsweise über 10 N/mm2, besonders vorzugsweise über 50 N/mm2 liegen.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass das elektrochemische Verdichtersystem ein Wasserstoffverdichter
ist, welcher auf der ersten Seite einer protonenleitenden elektrochemischen
Membran eingebrachten molekularen Wasserstoff zu H+ oxidiert und
auf der zweiten Seite wieder zurück
zu molekularem Wasserstoff reduziert, wobei durch die Abdichtung
und räumliche
Gestaltung auf der zweiten Seit der dortige molekulare Wasserstoff
einem höheren
Druck unterworfen wird als auf der ersten Seite. Die Betriebstemperatur
sollte hier zwischen 0 und 100°C
liegen, denkbar auch 0 – 200°C bzw. 0 – 550°C. Als Membranen
können hier
hydroxidleitende Strukturen oder auch bekannte protonenleitende
Polymermembrane (z.B. aus Nafion) zum Einsatz kommen.
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Selbstverständlich können auch andere Gase entsprechend
verdichtet werden bei einer geeigneten Wahl des Ionenleiters, z.B.
Sauerstoff mit hydroxidleitenden Strukturen.
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Insgesamt ist festzuhalten, dass
das vorliegende elektrochemische Verdichtersystem günstigenfalls sehr
hohe Drücke
vertragen sollte, welche deutlich höher sind als bei anderen elektrochemischen
Mechanismen. Der herrschende Gasdruck im elektrochemisch aktiven
Bereich sollte ohne Leckverluste zumindest 100 bar, vorzugsweise über 200
bar, besonders vorzugsweise über
500 bar betragen können.
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Ein weiterer Aspekt der vorliegenden
Erfindung beschäftigt
sich mit der Aufgabe, eine sichere Abdichtung der Öffnungen
in einem elektrochemischen Zellstapel zu möglichst geringen Kosten zu
erreichen, wobei auch eine sichere Zuleitung von Medien zur Kühlung oder
zum Betrieb der elektrochemische Zelle (insbesondere O2 bzw.
Luft oder H2) von den Öffnungen in Kühlhohlräume bzw.
zu den elektrochemisch aktiven Bereichen der elektrochemischen Zelle
hin sicher gewährleistet
werden soll.
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Dadurch dass die Öffnungen mindestens einer Bipolarplatte
herum elastische Sickenanordnungen vorgesehen sind, wobei an mindestens
einer Flanke der Sickenanordnungen Durchbrüche zur Durchleitung flüssiger oder
gasförmiger
Medien angeordnet sind, wird diese Aufgabe gelöst. Gezeigt ist hier also ein
elektrochemisches Verdichtersystem (bzw. für ein Brennstoffzellensystem),
bestehend aus einem elektrochemischen Zellstapel (bzw. einem Brennstoffzellenstack)
mit einer Schichtung von mehreren elektrochemischen Zellen (bzw.
Brennstoffzellen), welche jeweils durch Bipolarplatten voneinander
abgetrennt sind, wobei die Bipolarplatten Öffnungen zur Kühlung oder
Medienzu- und -abfuhr zu den elektrochemischen Zellen (Brennstoffzellen)
aufweisen und der elektrochemische Zellstapel (bzw. Brennstoffzellenstack)
in Richtung der Schichtung unter mechanische Druckspannung setzbar
ist, wobei um die Öffnung
der Bipolarplatte herum elastische Sickenanordnungen vorgesehen
sind, wobei an mindestens einer Flanke der Sickenanordnungen Durchbrüche zur
Durchleitung flüssiger
oder gasförmiger
Medien angeordnet sind.
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Es ist hierbei besonders vorteilhaft,
dass zunächst
einmal durch die Sickenanordnung bei Aufbringen eines mechanischen
Druckes in Richtung der Schichtung des elektrochemischen Zellstapels
generell eine Abdichtung der Öffnungen
erreicht wird, welche kostengünstig
ist und einen guten Toleranzausgleich bietet. Durch die Durchbrüche in den
Flanken der Sickenanordnungen wird zusätzlich noch eine gezielte Zu-
bzw. Abführung
von Kühlmitteln
in entsprechende Kühlmittelhohlräume und
außerdem
eine gesicherte Medienzu- bzw. -abfuhr
ermöglicht.
Es ist nicht mehr notwendig, dass die Sicke vollkommen unterbrochen
werden muss, um quasi orthogonal zur Richtung der Schichtung des elektrochemischen
Zellstapels (welche hier mit der Richtung eines Interface-Kanals
zusammenfällt)
Kühlmittel
bzw. Betriebsmedien zu- oder auch abzuführen. Somit ist es bereits
bei der Herstellung dieser Bipolarplatten möglich, die entsprechenden Durchbrüche bereitzustellen, welche
später
zur Medienzuführung
im fertigen elektrochemisches Verdichtersystem führen. Vorteilhaft hierbei ist,
dass solche Durchbrüche
großindustriell
leicht herstellbar sind, durch Variation der Durchbrüche können Strömungswiderstände sowie
die Steifigkeit der Sickenanordnung etc. genau vorgegeben werden.
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Insbesondere ist eine kostengünstige Herstellung
einer Bipolarplatte bzw. von Teilen der Bipolarplatte dadurch möglich, dass
eine Metallplatte zunächst
mit Löchern
versehen wird und anschließend
eine mechanische Umformung der gelochten Platte zur Erzeugung der
Sickenanordnung so erfolgt, dass die vorher angebrachten Löcher Durchbrüche in mindestens
einer Flanke der Sickenanordnung darstellen. Selbstverständlich ist
jedoch auch möglich,
erst das Profil der Bipolarplatte zu prägen und die Durchbrüche anschließend einzubringen,
etwa mit Laserbearbeitung, Stanzversorgung etc.
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Somit kann zusammenfassend gesagt
werden, dass der Wert der Erfindung darin liegt, dass eine vereinfachte
Medienzuführung
in den aktiven Bereich der Bipolarplatte möglich ist. Ein "Untertunneln"
einer Dichtung ist nicht notwendig, da die Medienzuführung in
diesem Falle durch das Dichtungssystem selbst hindurch erfolgt.
Dies ist zum einen platzsparend und ermöglicht zum anderen höhere Volumen-
und Gewichtsleistungen der elektrochemischen Zelle. Die Erfindung
bietet sich insbesondere bei metallischen Bipo larplatten für PEM elektrochemischen
Zellen an, welche zumeist aus zwei geprägten Metallblechen aufgebaut
sind, die flächig
miteinander verbunden sind. Dabei müssen die Medien Wasser, in
manchen Fällen
Kühlwasser,
und die Gase wirksam gegeneinander abgedichtet werden. Wird die
Dichtung einer metallischen Bipolarplatte als Sickenkonstruktion
ausgeführt,
ist die Sicke meist an den Stellen, durch die Medien in den aktiven
Bereich einströmen
sollen, stark abgeflacht. An diesen Stellen ist keine Abstützung der
Membran vorhanden, was zu Gasundichtigkeiten ("Cross-Over") bzw. zum Einfallen
der Membran in den Zuführkanal
führen
kann. Bringt man jedoch in den Flanken der Sicke Durchbrüche an,
die den Medien z.B. Wasserstoff, Luft, destilliertes Wasser, erlauben,
quer durch die Sicke hindurch in den Flowfield-Bereich der Bipolarplatte
einzuströmen,
erreicht man, dass die Sicke ununterbrochen an der Membran anliegt.
Hiermit wird eine saubere Abdichtung der Medienströme erzielt.
Die Durchbrüche
können
hierbei vorteilhafter als Kreise oder auch als Ovale ausgeführt werden, um
die Federkennlinie der Sicke nicht merklich zu verändern. Durch
eine, an die Sickenkonstruktion angepasste Ausführung der zweiten metallischen
Platte im Bereich der Mediendurchführung, wird die Abdichtung
zwischen den in der elektrochemischen Zelle auftretenden Fluidströmungen gewährleistet.
Die Sicken können
dabei als Vollsicken oder Halbsicken ausgeführt werden. Des Weiteren kann
die Mediendurchführung
durch die Sicke mit angeschlossenen Kanälen erfolgen. Dies ist speziell
für die
Führung
des Kühlmediums
von Vorteil. Dies kann so leichter zwischen den Anoden- und den Kathodenplatten
geführt
werden.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass die Durchbrüche
in der Flankenebene einen kreis förmigen,
ovalen oder eckigen Querschnitt aufweisen können. Durch diese Formgebung
und die entsprechende Anzahl der Durchbrüche pro Flankenebene können zunächst die
Strömungseigenschaften
von durch diese Durchbrüche
geführten
Fluiden beeinflusst werden. Außerdem
ist auch die Steifigkeit der Sickenanordnung bei Belastung in Richtung
der Schichtung des elektrochemischen Zellstapels hierdurch regelbar,
da die entsprechenden Flächenträgheitsmomente
auch von der Formgebung der Durchbrüche mit beeinflusst werden.
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Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass sich an einen Durchbruch ein Kanal anschließt, wobei
der Kanal mit dem Sickeninnenraum verbunden ist und zumindest zur
Sickenaußenfläche hin geschlossen
ist. Hierdurch wird erreicht, dass die Durchbrüche nicht direkt vom Sickeninneren
nach außen
geführt
werden, sondern dass eine gezielte Ableitung durch einen Kanal z.B.
im Wasserstoffraum der Bipolarplatte möglich ist; hierbei wird das
Einleiten von Sauerstoff in die Kathode der elektrochemischen Zelle
verhindert. Es ist insbesondere herstellungstechnisch vorteilhaft,
dass diese Kanäle
auch gleich beim Prägen
der Bipolarplatte (wenn diese z.B. aus Metall besteht) mitgeprägt werden
können,
alternativ ist selbstverständlich
das spätere
bzw. frühere
Anbringen einzelner Kanäle
möglich.
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Eine andere Weiterbildung sieht vor,
dass die Durchbrüche
zu dem elektrochemisch aktiven Bereich der elektrochemischen Zelle
hin offen sind. Dies wird insbesondere angewandt, um Medien wie
Wasserstoff einzuleiten. Selbstverständlich sind in einer einzigen
Bipolarplatte auch verschiedene Varianten nebeneinander gleichzeitig
möglich,
also solche Durchbrüche,
welche an Kanäle
angeschlossen sind und solche Durchbrüche, welche keine Kanäle aufweisen.
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Eine industriell besonders vielversprechende
Ausführungsform
sieht vor, dass die Bipolarplatte aus zwei (Metall-)Platten aufgebaut
ist, welche einen dazwischen liegenden Hohlraum für Kühlmittel
und/oder die Leitung von Mediengasen wie H2 aufweist.
Der Innenraum dieser Bipolarplatte kann hierbei auch in Segmente unterteilt
sein, z.B. in solche, welche einerseits der Kühlmittelführung und andererseits der
Verteilung von Mediengasen dienen. Diese Segmentierung kann hierbei
durch Verbindungsbereiche der beiden Platten gegeben sein, welche
z.B. als Verschweißungen
oder Verlötungen
ausgeführt
sind.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass die Sickenanordnung eine "Vollsicke" oder eine "Halbsicke"
enthält.
Bei der Vollsicke besteht hierbei die Option, Durchbrüche auf
einer oder auf beiden Flanken vorzusehen. Ob eine Halb- bzw. eine
Vollsicke gewünscht
ist, hängt
unter anderem von der gewünschten Steifigkeit
oder auch von der Geometrie der Öffnung
ab.
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Insbesondere bietet sich die Sickenanordnung
für Bipolarplatten
an, welche aus Metallen wie Stahl, Nickel, Titan oder Aluminium
und deren Legierungen bestehen. Hierbei können die Sickenanordnungen
Teil einer in der Bipolarplatte geprägten Topographie sein. Es ist
jedoch auch möglich,
die Sickenanordnung auf einem von der Bipolarplatte zunächst separierten
Bauteil anzuordnen, welches dann später insbesondere auf Bipolarplatten
aus Metall, Kunststoff, Graphit oder dergleichen aufgelegt oder
durch Kleben, Einklinken, Einschweißen, Einlöten oder Umspritzen mit der
Bipolarplatte verbunden wird.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass die Sickenanordnung zur Mikroabdichtung beschichtet
ist. Hier wird z.B. mit einer Elastomerschicht, welche z.B. im Siebdruckverfahren
die Außenseite
der Sickenanordnung aufgebracht wird, gewährleistet, dass eine Mikroabdichtung
gegen Mediendurchgang gegeben ist. Diese Elastomerbeschichtung hat
außerdem
den Zusatzeffekt, dass bei einer auf diese Beschichtung aufgelegten
Polymermembran eine "schwimmende" bzw. "gleitende" Fixierung gegeben
ist, welche sicherstellt, dass diese Membran der elektrochemischen
Zelle auch bei Größenänderungen
im Bereich von 10 % einerseits fixiert bleibt und andererseits keine
Risse aufgrund zu starrer Fixierung zeigt.
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Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass ein elektrochemisch aktiver Bereich der elektrochemischen
Zelle in einem im Wesentlichen geschlossenen Raum angeordnet ist,
welcher seitlich von einer Sickenanordnung im Wesentlichen umlaufend
begrenzt ist. Dies heißt,
dass eine Sickenanordnung nicht nur zur Abdichtung von Öffnungen
der Bipolarplatte möglich
ist, sondern dass auch eine "Gesamtabdichtung" des Innenraums des
elektrochemischen Zellstapels möglich
ist.
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Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung
sieht vor, dass die Sickenanordnungen für Belastungen in Richtung der
Schichtung des elektrochemischen Zellstapels in den durchbrochenen
sowie den nicht durchbrochenen Flankenbereichen im Wesentlichen
dieselbe Steifigkeit aufweisen. Das Einstellen derselben Steifigkeit kann
hierbei auf verschiedene Weisen erfolgen. Es kann z.B. durch einen
entlang des Verlaufs der Sickena nordnung variierenden Flankenwinkel
erfolgen (z.B. einen steileren Flankenwinkel in den durchbrochen
Flankenbereichen) bzw. durch eine geeignete Materialverteilung (d.h.
z.B. dickere Wandstärken
im unmittelbaren Umgebungsbereich der Durchbrüche). Es können z.B. Stähle mit
einer maximalen Zugfestigkeit von R
m zur Anwendung kommen. Diese
Stähle
haben einen E-Modul
zwischen 150.000 und 210.000
Weitere vorteilhafte Weiterbildungen
der vorliegenden Erfindung werden in den übrigen abhängigen Ansprüchen angegeben.
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Die vorliegende Erfindung wird nun
anhand mehrerer Figuren erläutert.
Es zeigen:
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1a
bis 1c die Art des Aufbaus eines
elektrochemischen Zellstapels,
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2aa, 2ab,
und 2b Ausführungsformen von erfindungsgemäßen Sickenanordnungen;
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2c eine
Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Bipolarplatte;
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3a
bis 3d mehrere Sickenanordnungen
mit Stopper;
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4 einen
Ausschnitt einer industrielle gefertigten Bipolarplatte;
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5a
und 5b Veranschaulichung einer
Sickenanordnung mit Durchbrüchen;
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6a
bis 6c Veranschaulichung einer
Sickenanordnung mit Durchbrüchen
sowie daran anschließenden
Kanälen.
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1a zeigt
den Aufbau einer elektrochemische Verdichteranordnung 12,
wie sie in 1b gezeigt ist.
Eine Vielzahl von elektrochemischen Verdichteranordnungen 12 bildet
geschichtet den zwischen Endplatten angeordneten Bereich eines elektrochemischen
Zellstapels 1 (siehe 1c).
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In 1a ist
eine elektrochemische Zelle 2 mit ihren regelmäßigen Bauteilen
zu sehen, welche beispielsweise eine innenleitfähige Polymermembran aufweist,
welche im Mittelbereich 2a mit einer Katalysatorschicht
beidseitig versehen ist. In der elektrochemischen Verdichteranordnung 12 sind
zwei Bipolarplatten 3 vorgesehen, zwischen denen die elektrochemische
Zelle 2 angeordnet wird. Im Bereich zwischen jeder Bipolarplatte
und der elektrochemischen Zelle ist außerdem eine Gasdiffusionslage 9 angeordnet,
welche so bemessen ist, dass sie in einer Ausnehmung der Bipolarplatte
unterbringbar ist. Im zusammengebauten Zustand der elektrochemischen
Zelle 12 ist der elektrochemisch aktive Bereich der elektrochemischen
Zellen, welcher im Wesentlichen von der Gasdiffusionslage überdeckt
wird in einem im Wesent lichen geschlossenen Raum 10 (dieser
entspricht im Wesentlichen der oben erwähnten Ausnehmung der Bipolarplatte)
angeordnet, welcher seitlich von einer Sicke 11 im Wesentlichen
umlaufend begrenzt ist. Dieser geschlossene Raum 10 ist
durch die Sicke 11, welche zu einer Sickenanordnung 7 bzw. 7' gehört (siehe 2a und 2b), gasdicht.
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Durchgangsöffnungen zur Medienzufuhr 5a sowie
zur Medienabfuhr 5b liegen innerhalb des Dichtungsbereiches
und sind durch die Sicke 11 gegenüber weiteren Durchgangsöffnungen,
etwa den Durchgangsöffnungen
zur Kühlung 4 (welche
eine eigene Sicke aufweisen zur Abdichtung) abgedichtet. Die Dichtwirkung
findet hierbei auf sämtliche
Sicken durch eine Druckausübung
auf den elektrochemischen Zellstapel 1 in Richtung 6 der
Schichtung (siehe 1c)
statt. Dies geschieht z.B. mittels hier nicht dargestellten Spannbändern. Die
Sicke 11 bietet den Vorteil, dass sie einen großen elastischen
Kompressionsbereich aufweist, in welchem sie eine ausreichende Dichtwirkung
zeigt. Dies ist besonders vorteilhaft bei Einbau der Gasdiffusionslage 9,
welche z.B. aus einem Metallfaservlies (Titan, Edelstahl oder Nickel)
ist, welches in der Industrie mit hohen Herstellungstoleranzen hergestellt
wird. Durch den weiten elastischen Bereich der Sicke 11 ist
eine Anpassung der Sicke an die Geometrie der Gasdiffusionslage
möglich.
Hierbei wird erreicht, dass einerseits eine seitliche Abdichtung
gegeben ist, und andererseits sowohl eines ausreichende Gasverteilung
in der Gasdiffusionslagenebene gegeben ist und außerdem der
Anpressdruck in Schichtungsrichtung 6 gleichmäßig und ausreichend
hoch ist um eine gleichmäßige Stromleitung
durch die Gasdiffusionsleitung hindurch zu erzielen. Zur Verbesserung
der Mikroabdichtung ist die Sicke 11 an ihrer Außenseite
mit einer Beschich tung aus einem Elastomer versehen, welches z.B.
im Siebdruckverfahren aufgebracht wurde.
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Um die Verpressung der Gasdiffusionslage
zu begrenzen, ist die Sickenkonstruktion mit einem Stopper ausgeführt. Auf
diesen Stopper, welcher als Umfalzung, als Wellenstopper oder auch
als Trapezstopper ausgeführt
sein kann, wird weiter unten bei der Beschreibung der 3a bis 3d nochmals näher eingegangen. Allen Stoppern
ist die Funktion zu Eigen, dass sie das Zusammenpressen der Sicke
auf ein Mindestmaß begrenzen
können.
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Die Bipolarplatte 3 ist
vorliegend als ein Metallformteil ausgeführt. Bezüglich der leichten Herstellbarkeit
sowie der Vorteilhaftigkeit von Stahl in Verbindung mit Sickenanordnungen
wird auf das bereits Gesagte verwiesen.
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Ist die Bipolarplatte z.B. aus einem
Metall geformt, welches nicht zur Herstellung geeigneter Sickengeometrien
mit der notwendigen Elastizität
geeignet ist, kann der Sickenbereich aus einem anderen geeigneten
Material (z.B. Stahl) ausgeführt
werden. Durch Fügeverfahren
wie Schweißen,
Löten,
Kleben, Nieten, Einklinken findet dann eine Verbindung des separaten
Sickenbauteils mit der Bipolarplatte statt. Sind die Bipolarplatten
aus einem anderen Material als Metall, z.B. aus Graphitkomposit,
Kunststoff oder Graphit, kann der Sickenbereich aus einem geeigneten
Material als Rahmen ausgeführt
sein. Durch Fügeverfahren
wie Einschmelzen, Umspritzen, Schweißen, Löten, Kleben, Nieten, Einklinken,
wird das Basismaterial der Bipolarplatte, welches das Flowfield
enthält,
mit einem Sickendichtungsrahmen, welcher die Sicken enthält, gas-
bzw. flüssigkeitsdicht
verbunden.
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2aa und 2ab zeigen Ausführungsformen
einer erfindungsgemäßen Sickenanordnung.
In 2aa ist ein Querschnitt
durch die Sickenanordnung 7 gezeigt, welche die Sicke 11,
welche als Halbsicke ausgeführt
ist, zeigt. Die im Wesentlichen umlaufende Sicke 11 umschließt, wie
bereits in den Ausführungen zu 1a erläutert, die Gasdiffusionslage 9.
In 2aa ist die Sicke 11 als
sogenannte Halbsicke, also z.B. viertelkreisförmig, ausgeführt. Da
der Innenbereich der Elektrochemische Zelle durch eine Dichtung
eingeschlossen werden muss, und es zu Kreuzungen im Bereich der
Medienkanäle
(siehe 2c) kommt, ist
eine abwechselnde Ausführung
als Voll- bzw. Halbsicke nötig.
Hierbei kann eine Vollsicke in zwei Halbsicken übergehen, welche dann jeweils
für sich
eine dichtende Wirkung haben. Daneben bietet der Einsatz einer Voll-
bzw. Halbsicke die Möglichkeit,
die Elastizität
in einem weiten Rahmen anzupassen.
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2aa zeigt
die Sickenanordnung 7 im unverpressten Zustand. Bei Ausübung von
mechanischer Druckspannung auf dem elektrochemischen Zellstapel
erfolgt ein Verpressen in Richtung 6, so dass die Sickenanordnung 7 bzw.
die Sicke 11 eine bezüglich
der Gasdiffusionslage gasdichte seitliche Abdichtung für den geschlossenen
Raum 10 bildet.
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2ab zeigt
einen anderen Ausschnitt der Sickenanordnung 11. Diese
ist als Halbsicke ausgeführt. Diese
Halbsicke bzw. Sickenanordnung in Form einer Halbsicke ist über eine
Schweißnaht 27 mit
einer Bipolarplatte 3 verbunden. Auf der Oberseite der
Halbsicke, welche im wesentlichen "S"-förmig gestaltet ist, ist die Membran 2 aufgelegt.
Der elektrochemisch aktive Bereich wird somit gasdicht durch die
Membran 2, die Halbsicke 11 sowie die Bipolarplatte
eingeschlossen, so dass hier ein Innendruck pinnen gegeben
ist. Eine Gasdiffusionslage aus Metallfaservlies, in diesem Fall
Titanfaservlies, ist im elektrochemisch aktiven Bereich eingelegt. Die
zumindest bereichsweise auf diese Art angeordnete Halbsickenanordnung
ist so ausgelegt, dass durch eine Druckerhöhung im elektrochemisch aktiven
Bereich die obere Flanke des "S" (siehe auch breiten Pfeil) aufgrund
des erhöhten
Innendrucks pinnen nach oben geschoben wird
und somit die Flächenpressung
in dieser oberen Flanke des "S" erhöht wird. Da der gesamte elektrochemischer
Zellstapel durch Spannbänder
auf ein Mindestmaß in
der Gesamtlängung
in Richtung des elektrochemischen Zellstapels begrenzt ist, kommt
es also hier zu einer Erhöhung
der Flächenpressung
im Bereich dieser Flanke und somit zu einer noch besseren Abdichtung,
es handelt sich quasi um ein "selbststabilisierendes System".
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2b zeigt
eine weitere Sickenanordnung, die Sickenanordnung 7'. Der
einzige Unterschied dieser Anordnung zu der aus 2a besteht darin, dass hier eine Sicke 11' als
Vollsicke (hier annähernd
mit Halbkreisquerschnitt) ausgebildet ist. Es gibt noch zahlreiche
weitere Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung. So ist es z.B. möglich noch andere als die hier
gezeigten Sickengeometrien zu zeigen, auch Mehrfachsicken sind möglich. Außerdem ist
die erfindungsgemäße Sickendichtung
für sämtliche
Dichtungen im Bereich des zu verpressenden elektrochemischen Zellstapels
möglich.
So ist es nicht nur möglich,
den elektrochemisch aktiven Bereich um die Gasdiffusionslage abzudichten,
sondern auch beliebige Durchgänge
für gasförmige oder
flüssige
Medien etc. Bei der Abdichtung um die elektrochemischen Zellen-Stapel-Montage- Führung (Schraublöcher) kann
die Elastizität
einer Sickenanordnung dazu verwendet werden, um einem Setzungsvorgang
im Stapel entgegenzusteuern und mögliche Toleranzen auszugleichen.
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2c zeigt
eine Draufsicht auf eine weitere Ausführungsform 3' einer
erfindungsgemäßen Bipolarplatte.
Hierbei sind die Sickenanordnungen in der Draufsicht durch eine
breite Strichführung
zu erkennen. Die Sickenanordnungen dienen hierbei zur Abdichtung
mehrerer Durchgangsöffnungen.
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3a bis 3d zeigen verschiedene Sickenanordnungen,
welche jeweils einen Stopper aufweisen. Dieser Stopper dient dazu,
die Verformung einer Sicke so zu begrenzen, dass diese nicht über ein
bestimmtes Maß hinaus
zusammengepresst werden kann.
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So zeigt 3a eine einlagige Sickenanordnung mit
einer Vollsicke 11", deren Verformungsbegrenzung in Richtung 15 durch
einen wellenförmigen
Stopper 13 erreicht wird. 3b zeigt
eine zweilagige Sickenanordnung, bei welchem eine Vollsicke der
oberen Lage durch ein darunter liegendes umgefalztes Blech in der Verformung
begrenzt wird. 3c sowie 3d zeigen Sickenanordnungen,
bei denen zumindest zwei Vollsicken sich gegenüberstehen und zur Verformungsbegrenzung
entweder ein umgefalztes Blech (siehe 3c)
oder ein gewelltes Blech (siehe 3d)
vorgesehen ist.
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4 zeigt
einen detaillierten Aufbau eines Ausschnitts einer Bipolarplatte 3,
welche oben prinzipiell anhand von 1a erläutert worden
ist.
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Die Bipolarplatte 3 besteht
aus zwei Metallplatten 3a sowie 3b (die untere
Platte 3b ist in 5b zu sehen),
welche übereinander
angeordnet sind. Die Platte 3a (entsprechendes gilt für die Platte 3b)
weist eingeprägte
Kanalstrukturen 17 auf, welche sich aus der Blattebene
nach oben hin erstrecken. Die zwischen diesen Erhebungen gebildeten
Kanäle
(angedeutet durch kleine Pfeile 18, welche die Richtung
des Kanalverlaufs zeigen) dienen der gezielten Leitung von Gasen
zu dem elektrochemisch aktiven Bereich der elektrochemischen Zelle 12 hin.
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Die Öffnung 5 ist von einer
Vollsicke umgeben und dient der Zufuhr von Medien wie H2 oder
Wasser zu dem elektrochemisch aktiven Bereich. Hierzu ist die die Öffnung 5 umgebende
Sickenanordnung 7 mit lochartigen Durchbrüchen 8 versehen,
welche ein Zuleiten von Medien durch die Durchbrüche 8 in Richtung der
Pfeile 18 erlauben.
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Die Öffnung 4 dient dem
Zuführen
von Kühlflüssigkeit
in den Zwischenraum zwischen den Platten 3a und 3b.
Die Öffnung 4 ist
von einer Sickenanordnung 7' umgeben. Von der Sickenanordnung
gehen Kanäle 9, welche
sich an nicht dargestellte Durchbrüche 8' anschließen (siehe 6a), in den Innenraum der
Bipolarplatte 3.
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5a zeigt
einen Ausschnitt der oberen Platte 3a einer Bipolarplatte 3.
Gezeigt ist die Sickenanordnung 7 im Querschnitt, welche
die Öffnung 5 umgibt.
Der Schnitt entspricht der Schnittführung A-A, wie in 2 zu sehen ist. Die Sickenanordnung 7 zeigt
im Querschnitt eine Vollsicke, d.h. eine an einen Flachbereich (welcher
die Öffnung 5 umgibt)
anschließende
Flanke 7b, welche aufsteigend ist und nach einem Horizontalstück eine
abfallende Flanke 7a, welche sich an ein weiteres Horizontalstück anschließt. Die
Flanken 7b und 7a weisen hierbei kreisförmige Durchbrüche 8 auf,
die Zuleitung von Gas, z.B. H2, ist durch
entsprechende Pfeile (diese entsprechen der Pfeilrichtung 18 in 2) angezeigt. Selbstverständlich ist
es auch möglich,
die Durchbrüche
oval bzw. eckig vorzusehen bzw. lediglich eine Halbsicke vorzusehen,
bei welcher ausgehend von einem Horizontalbereich lediglich eine
abfallende Flanke gegeben wäre.
Die Öffnungen 8 sind
also zum elektrochemisch aktiven Bereich 12 der elektrochemischen
Zelle 2 bzw, der Bipolarplatte 3 hin offen, so
dass ein Medienfluid wie z.B. Luft, H2 oder
Wasser hierhin gelangen kann. In alternativen Ausführungen
ist es selbstverständlich
auch möglich,
dass lediglich eine Flanke, z.B. die Flanke 7a, Durchbrüche enthält.
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Die Platte 3a ist aus Metall,
Titan Grade 1, 2 oder 4; Nickel 200, 201 oder 601 und
enthält
integral die Sickenanordnung 7. Als Metalle bieten sich
hierbei hochlegierte Stähle
an, welche für
elektrochemische Zellen geeignet sind, z.B. 1.45 71, 1.44 04, 1.44
01 bzw. 1.44 39. Diese sind auch großindustriell leicht verarbeitbar.
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5b zeigt
eine Bipolarplatte 3 in einem elektrochemischen Zellstapel.
Gezeigt ist ein Ausschnitt um die Öffnung 5, welche einen
"Interface"-Kanal darstellt. Oberhalb sowie unterhalb der Bipolarplatte 3 ist
jeweils eine elektrochemische Zelle 2 angeordnet, an welche
sich wiederum (teilweise nicht dargestellte) Bipolarplatten anschließen, zur
besseren Veranschaulichung wurde auf die Darstellung von gesonderten
Gasdiffusionsschichten verzichtet. Ein durch den Interface-Kanal
ziehendes Gas durchläuft
diesen im Wesentlichen in Richtung 19. Die Hauptströmungsrich tung
im Interface-Kanal ist mit dem Pfeil 19 angezeigt, in Richtung
der Pfeile 20 erfolgt die Weiterverteilung des Gases in
den elektrochemisch aktiven Bereich 25 zwischen Oberseite
der Bipolarplatte 3 sowie elektrochemische Zelle 2 und
außerdem
ist eine Weiterverteilung durch den Hohlraum 14 durch entsprechende
Hohlraumgestaltung der Bipolarplatte möglich. Auf entsprechende Weise
ist außerdem
die Leitung von molekularem Wasserstoff auf der anderen Flachseite
der Bipolarplatte 3, d.h. Bereich 21, möglich.
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In 5b ist
außerdem
gezeigt, wie der Hohlraum 14 durch einen Fügebereich 26 von
einem mit Kühlflüssigkeit
gefüllten
Hohlraum 13 getrennt ist.
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6a zeigt
einen Ausschnitt einer Sicke 7', welche den Umgebungsbereich
der Öffnung 4 zeigt
(gemäß Schnitt
B-B).
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Die Sickenanordnung 7' weist
wiederum eine Vollsicke auf. Diese Vollsicke weist an ihrer Flanke 7a' Durchbrüche 8' auf,
an welche sich an der Außenseite 11 der
Sickenanordnung Kanäle 9 anschließen. Diese Kanäle 9 sorgen
dafür,
dass eine Verbindung mit dem Sickeninnenraum 10 gegeben
ist und somit kein Gas, welches in Richtung 22 geleitet
wird, an die Sickenaußenfläche 11 gelangen
kann.
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6b zeigt
nochmals einen Schnitt durch einen Teil des elektrochemischen Zellstapels,
und zwar im Bereich um eine Öffnung 4 (dieser
gehört
zu einem Interface-Kanal z.B. für
Kühlmittel,
in diesem Falle destilliertem Wasser). Dieses Wasser fließt generell
in Richtung 23, ein Teilstrom wird in Richtung 24 zum
Hohlraum 13, welcher die Kühlflüssigkeit beherbergt, abgetrennt.
Hierbei ist in 6b gut
zu sehen, dass durch den Kanal 9, welcher sich an den Durchbruch 8' anschließt, eine
einwandfreie Leitung der Kühlflüssigkeit
in den Hohlraum 13 gegeben ist, ohne dass der mit O2 gefüllte
Bereich 25 zwischen der Platte 3a und der darüber liegenden
elektrochemischen Zelle 2 mit Kühlflüssigkeit kontaminiert wird.
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6c zeigt
nochmals eine Detailansicht des Bereiches um die Öffnung 4 in
der Draufsicht. Hierzu ist ein entsprechend kleiner Ausschnitt der
oberen Platte 3a der Bipolarplatte 3 gezeigt.
Es ist besonders gut zu sehen, dass um die Öffnung 4 herum die
Sickenanordnung 7' gegeben ist, an deren Flanke 7a' die
Kanäle 9 sich
anschließen,
welche dann (quasi in die Blattebene hinein) Kühlflüssigkeit in den Hohlraum 13 führen.