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Die Erfindung betrifft einen Handschutz
für Ballsportler(innen),
insbesondere für
Handballtorwarte.
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Im Gegensatz zum Fußballtorwart,
der üblicherweise
mit Handschuhen spielt, um sich vor Verletzungen zu schützen und
um die mit hoher Geschwindigkeit auftreffenden Bälle sicher handhaben zu können, spielen
Handballtorwarte sowohl beim Hallenhandball als auch beim Feldhandball
im allgemeinen ohne Handschuhe oder sonstige Fanghilfen.
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Das Verletzungsrisiko ist aber auch
für Handballspieler,
und zwar sowohl für
Feldspieler als auch und insbesondere für die Torwarte, nicht zu unterschätzen, da
der Ball auch beim Handballspiel große Geschwindigkeiten erreicht
und mit hoher Wucht auf die Fanghände der Spieler auftreffen
kann. Es besteht deshalb für
Handballspieler ein Bedürfnis
nach einem leichten, beim Spiel nicht hinderlichen Handschutz, der
einerseits den Aufprall des Balles auf der Innenhand eines Spielers
dämpft
und andererseits eine Griffhilfe für den Spieler darstellt, die
den Kontakt mit dem Ball verbessert.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe
zugrunde, dieses Bedürfnis
zu befriedigen und einen Handschutz zu schaffen, der sowohl für Laien
als auch für
Profihandballer das Verletzungsrisiko beim Handballspiel verringert
und gleichzeitig die Handhabbarkeit des Balles verbessert.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen
Handschutz gelöst,
der einen Zuschnitt aus stoßabsorbierendem
Textilverbundmaterial, ein mit dem Zuschnitt verbundenes Fingerband
mit vier Öffnungen
und ein Verschlußband
aufweist, das ebenfalls mit dem Zuschnitt verbunden ist.
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Der Zuschnitt aus stoßabsorbierendem
Textilverbundmaterial dient der Abdeckung mindestens eines Teils
der Innenseite der Mittelhand, des sogenannten „Handtellers". Das Fingerband
mit vier Öffnungen
dient dem Durchstecken der Finger, mit Ausnahme des Daumens einer
Hand, und somit der Fixierung des Handschutzes auf der Hand, und
das Verschlußband
dient der lösbaren
Befestigung des Handschutzes auf der Hand.
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Der speziell auf die Bedürfnisse
von Handballspieler(innen), insbesondere Handballtorwarte, abgestimmte
erfindungsgemäße Handschutz
schützt die
Innenfläche,
insbesondere den Handteller, der Spielerhand vor der Wucht eines
mit hoher Geschwindigkeit auftreffenden Balles aufgrund der stoßabsorbierenden,
dämpfenden
Eigenschaften des Textilverbundmaterials, aus dem der Zuschnitt
besteht. Gleichzeitig erleichtern die Oberflächeneigenschaften des Textilverbundmaterials
die Handhabbarkeit des Balles, wodurch sich die Fangsicherheit eines
Spielers verbessert. Außerdem
ist der Handschutz extrem leicht, läßt die Finger frei, bedeckt
nur einen kleinen Teil der Hand und vermittelt dadurch dem Spieler
nicht das Gefühl,
einen Handschuh zu tragen. Die Beweglichkeit und Fingerfertigkeit
bleibt dem damit ausgerüsteten
Spieler vollkommen erhalten. Außerdem
führt der
Handschutz nicht zu zusätzlicher
Schweißbildung,
die die Griffsicherheit eines Spielers beeinträchtigen könnte.
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Der Zuschnitt aus stoßabsorbierendem
Textilverbundmaterial ist vorzugsweise an die Form des Handtellers
einer menschlichen Hand angepaßt.
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Besonders bevorzugt besteht der Zuschnitt aus
einem einseitig mit Latex beschichteten textilen Trägermaterial,
wobei der Latex Naturlatex oder ein synthetischer Latex sein kann.
Da Naturlatex jedoch als Allergen wirken kann, werden synthetische
Latizes bevorzugt. Geeignete Natur- und Syntheselatizes stehen dem
Fachmann, der sich auch mit der Herstellung von Fußballtorwarthandschuhen
und anderen Sporthandschuhen befaßt, in genügender Auswahl zur Verfügung.
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Besonders bevorzugt ist die auf dem
textilen Trägermaterial
befindliche Latexschicht eine Schicht aus geschäumtem Latex, weil die im Schaum
eingeschlossenen Luft- oder Gasbläschen die stoßabsorbierenden
Eigenschaften des Zuschnitts weiter verbessern. Es können offenzellige
oder geschlossenzellige Schäume
verwendet werden, wobei aber geschlossenzellige Schäume bevorzugt
werden, weil sie keine Feuchtigkeit aufnehmen.
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Bei anderen bevorzugten Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Handschutzes
ist die Oberfläche
der Latexschicht geprägt,
genarbt oder mit Erhebungen und Vertiefungen versehen, um die Oberflächenrauhigkeit
zu erhöhen
und damit die Griffsicherheit eines mit dem Handschutz ausgerüsteten Spielers
zu verbessern.
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Vorzugsweise liegt die Latexschicht
des Textilverbundmaterials außen,
auf der der Hand abgewandten Seite, und die Textiloberfläche des
Textilverbundmaterials innen, auf der der Hand zugewandten Seite,
weil die Textiloberfläche
auf der Haut als angenehmer empfunden wird als die Latexschicht,
weil die Textiloberfläche
in der Regel schweißaufsaugende Eigenschaften
besitzt und weil der Reibungskoeffizient des Latex größer ist
als derjenige einer textilen Oberfläche, was der Fangsicherheit
eines mit dem Handschutz ausgerüsteten
Spielers zugute kommt.
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Als textiles Trägermaterial für das Textilverbundmaterial
wird vorzugsweise ein Vlies, eine Maschenware (Gestrick oder Gewirk),
ein Schlingengewebe wie z. B. Frottiergewebe oder ein Abstandsgewebe
eingesetzt. Vorzugsweise besteht das textile Trägermaterial aus schweißaufsaugenden,
hydrophilen oder hydrophil ausgerüsteten Fasern, Filamenten oder
Garnen.
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Das Fingerband besteht vorteilhaft
aus elastischem Textilmaterial, so daß die für die vier Finger, mit Ausnahme
des Daumens, bestimmten Öffnungen wesentlich
kleiner sein können
als der Durchmesser der entsprechenden Finger und in beliebiger
geometrischer Form, kreisförmig,
elliptisch, rechteckig oder quadratisch ausgeschnitten oder ausgestanzt
sein können,
ohne daß dies
den Gebrauchszweck des Handschutzes beeinflussen oder beeinträchtigen würde.
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Vorzugsweise ist das elastische Textilmaterial
des Fingerbands mindestens einseitig mit einem Polymermaterial beschichtet,
besonders vorteilhaft mit Polyurethan oder Latex, wobei diese Polymermaterialien
ggf. geschäumt
sein können.
Auch hier kann der Latex entweder ein Naturlatex oder ein synthetischer
Latex sein.
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Vorzugsweise ist das Fingerband nur
entlang einer seiner Längskanten
mit der Vorderkante des Zuschnitts aus stoßabsorbierendem Textilverbundmaterial
vernäht
und/oder verklebt. Dadurch entsteht eine sehr bewegliche und flexible
Verbindung zwischen dem Zuschnitt und dem Fingerband, wodurch die
Fingerbeweglichkeit eines damit ausgerüsteten Spielers vollständig erhalten
bleibt.
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Das Verschlußband kann zum Umschließen des
Handrückens
eines Spielers einteilig oder zweiteilig sein und aus Textilband,
z. B. Schrägband,
aus Leder, Kunstleder, Gummi, gummielastischem Material oder aus
Kombinationen dieser Materialien (Verbundmaterialien) bestehen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Verschlussband einteilig und besteht aus elastischem Material,
z.B. einem Gummiband oder einem elastischen Textilband nach Art
einer elastischen Binde oder Bandage. Bei einer anderen vorteilhaften
Ausführungsform
ist das Verschlussband zweiteilig, wobei die beiden Teile mit dem
Zuschnitt verbunden sind, und als Klettverschluß ausgebildet, um die individuelle
Anpassung an unterschiedliche Handgrößen auf einfache und bequeme
Weise zu ermöglichen
und das Öffnen
und Schließen
zu erleichtern. Harte Verschlußmittel
wie z. B. Knöpfe,
Reißverschlüsse oder
Metallösen
dürfen
nach dem internationalen Handball-Reglement nicht verwendet werden,
weil hiervon Verletzungsgefahren für den Spieler selbst, aber
auch für
seine Mitspieler, ausgehen könnten.
Das Verschlussband bzw. dessen Teile ist bzw. sind vorzugsweise
mit den Seitenkanten des Zuschnitts aus stoßabsorbierendem Textilverbundmaterial
vernäht
und/oder verklebt.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
der Zeichnung näher
erläutert:
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1 ist
eine nicht maßstabgerechte
Draufsicht auf eine Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Handschutzes;
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2 zeigt
die Handinnenseite eines Spielers, der den Handschutz gemäß 1 angelegt hat; und
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3 zeigt
die Handaußenseite
eines Spielers, der den Handschutz gemäß 1 angelegt
hat.
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Der Handschutz 1 (1) besteht aus einem Zuschnitt 2 aus
stoßabsorbierendem,
mit geschäumtem
Latex einseitig beschichteten Gewirk aus schweißaufsaugenden, hydrophilen
Baumwollgarnen.
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Ein Fingerband 3 mit vier
zum Durchstecken der vier Finger, mit Ausnahme des Daumens, einer Hand
bestimmten Öffnungen 4 ist
nur an einer seiner Längskanten,
nämlich
der Längskante 6,
mit der Vorderkante 2a des Zuschnitts 2 vernäht und damit
fest verbunden.
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Mit den Seitenkanten 2b, 2c des
Zuschnitts 2 ist jeweils ein Teil 5a, 5b eines
zweiteiligen Verschlußbandes 5 vernäht. Die
beiden Teile 5a, 5b des Verschlußbandes 5 umschließen bei
bestimmungsgemäßem Gebrauch
des Handschutzes den Handrücken 8 (3) eines Spielers oder einer
Spielerin und werden dort lösbar
miteinander verbunden. Bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel ist das Verschlußband 5 als
Klettverschluß ausgebildet,
so daß die
beiden Teile 5a, 5b nur leicht aneinander gepreßt werden
müssen,
um einen lösbaren
Verschluß zu
bilden. Im Falle eines zweiteiligen Textilbandes werden die beiden
Teile 5a, 5b miteinander verknotet.
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Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch
des erfindungsgemäßen Handschutzes
werden die Finger einer Hand, mit Ausnahme des Daumens, durch die
vier Öffnungen 4 des
Fingerbandes 3 so gesteckt (2),
daß der
Zuschnitt 2 den Handteller 7 der Innenhand weitgehend
bedeckt. Anschließend
werden die Teile 5a, 5b des Verschlußbandes 5 um
den Handrücken 8 (3) gelegt und dort fest,
aber lösbar,
miteinander verbunden. Wenn das Verschlußband 5 einteilig
ausgebildet ist, beispielsweise in Form eines Gummibandes oder einer
elastischen Binde, erübrigt
sich die Verbindung von Verschlußbandteilen auf dem Handrücken 8.
In diesem Falle wird zuerst die Hand durch die Verschlußbandschlaufe
und danach werden die Finger durch die Öffnungen 4 des Fingerbandes 3 gesteckt.
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Der erfindungsgemäße Handschutz eignet sich nicht
nur für
Profihandballer und Handballtorwarte, sondern er stellt auch eine
ausgezeichnete Trainingshilfe dar, die Amateurhandballern, und zwar nicht
nur Torwarten, sondern auch Feldspielern, das Erlernen des richtigen
Umganges mit dem Handball, sowohl beim Fangen des Balles als auch
bei der Ballabgabe, erleichtert, und zwar zum einen durch die stoßabsorbierenden
Eigenschaften des für
den Zuschnitt 2 verwendeten stoßabsorbierenden Textilverbundmaterials
und zum anderen durch den erhöhten Reibungskoeffizienten
zwischen der Oberfläche
der Latexbeschichtung des Zuschnitts 2 und der Oberfläche des
Handballs. Letzteres ermöglicht
dem Spieler eine deutliche Verbesserung der Griffsicherheit, der Fangsicherheit,
aber auch der Handhabbarkeit des Handballs insofern, als bei der
Ballabgabe bzw. beim Abwurf ganz gezielt der Drall oder Spin, also
die Drehung des Balles um die eigene Achse auf seiner ballistischen
Flugbahn, beeinflußt
werden kann.