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DE20302788U1 - Leckagesicher transportierbare Infusionsgeräte und dafür geeignete Einstechdorne - Google Patents

Leckagesicher transportierbare Infusionsgeräte und dafür geeignete Einstechdorne Download PDF

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Abstract

Leckagesicher transportierbares Schlauchsystem für gesundheits-kritische Flüssigbefüllung, insbesondere Infusionsgerät, mit Anschlussstellen in Form von Steck- oder Steck-Dreh-Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen eine nicht ohne weiteres lösbare Fixierungsraste oder äußere Blockierungselemente, insb. –Klammern aufweisen.

Description

  • Die Neuerung bezieht sich auf leckagesicher transportierbare Schlauchsysteme für gesundheits-kritische Flüssigbefüllung und insbesondere auf Infusionsgeräte mit Anschlussstellen in Form von Steck- bzw. Steck-Dreh-Verbindungen sowie auf Einstechdorne, die für solche Systeme geeignet sind.
  • Bei bekannten Infusionsgeräten werden Infusionslösungen aus Flaschen oder Beuteln über Einstechdorne entnommen, die mit Schlauchleitungen verbunden sind, die wiederum über Luer- oder Luer-Lock-Verbindungen miteinander, mit Mehrweghähnen oder direkt mit Venenverweilkanülen verbunden werden.
  • Die Befüllung der Infusionsgeräte durch medizinisches Personal verlangt erhebliche Sorgfalt, insbesondere beim Anstechen von Vorratsbehältern: Derzeit vielfach eingesetzte zytostatikahaltige Flüssigkeiten gehören zu CMR-Gefahrenstoffen (cancerogen mutagen reproduktionstoxisch wirkenden Stoffen), deren Kontakt sicher vermieden werden muss. Besonders kritisch ist dabei der Vorgang des Anstechens der Vorratsbehältnisse, bei dem eine hohe Kontaminationsgefahr für das Bedienungspersonal besteht.
  • Daher ist es sinnvoll, den Vorgang des Befüllens in die Apotheke zu verlagern, wo entsprechend geschultes Personal mit entsprechender Schutzkleidung tätig ist.
  • Insbesondere wünschenswert erscheint die zentrale Herstellung von Zytostatikalösungen in einer Apotheke für verschiedene Krankenhäuser, Stationen oder Ambulanzen, wobei Infusionsleitungen schon in der Apotheke mit Trägerlösung befüllt und mit den Zytostatika enthaltenden Infusionsflaschen verbunden werden.
  • Auch für ein solches Befüllungsprogramm ist natürlich eine gefährdungsarme Ausführung der Schlauchsysteme und Anordnungen wichtig. Insbesondere aber müssen transportbedingte Leckagemöglichkeiten und anschließende Bedienungsfehler ausgeschaltet werden.
  • Zu diesem Zweck werden neuerungsgemäß Sperrelemente vorgesehen, welche sicherstellen, dass der Einstechdorn nicht aus dem Stopfen der Infusionsflasche herausrutschen kann und Leitungsverbindungen nicht fahrlässig entkoppelt werden können.
  • Speziell sind die Verbindungen an Anschlussstellen in Form von Steck- oder Steck-Dreh-Verbindungen mit einer nicht ohne weiteres lösbaren Fixierungsraste versehen.
  • So wird bei Steck-Schraubverbindungen nach dem Luer-Lock-Prinzip die Überwurfgewindehülse mit elastizitätserhöhenden Schlitzen und entsprechenden Unterbrechungen am Gewindeteil und das in den Überwurf einzuschraubende Gegenstück mit passender Einrasterhöhung mit Anschrägung versehen.
  • Besonders wichtig ist die Gestaltung des Einstechdorns, der bereits beim Einstechen zur Freisetzung kleinster Flüssigkeitsanteile führen kann, weshalb dieser Vorgang tunlichst in entsprechenden Schutzbereichen vorgenommen werden sollte. Insbesondere aber ist sicherzustellen, dass er beim anschließenden Transport oder bei unsachgemäßer Betätigung nicht aus der Infusionsflasche herausrutschen oder entnommen werden kann.
  • Zu diesem Zweck wird der Dorn mit der Infusionsflasche durch angemessene Einrastelemente äußerlich verklammert, vorzugsweise aber wird der Dorn selbst mit Spreiz- oder Erweiterungselementen zwischen seiner Spitze und Einstechlänge ausgerüstet, die auch willkürliches Herausziehen unterbinden.
  • Außer der Einbeziehung in Infusionsgeräte und Leitungssysteme können Einstechdorne auch Teil von sog. „Spikes" sein – einer Ausgestaltung, bei welcher der aus der Infusionsflasche herausragende Teil des Einstechdorns zusätzlich Belüftungsfilter und unter Umständen Flüssigkeitsfilter aufweist. Spikes werden nicht direkt an eine Schlauchleitung angeschlossen, sondern besitzen einen Luer-Anschluss, z.B. für den Aufsatz von Spritzen. Auch für solche Ausgestaltungen ist die Erfindung selbstverständlich nützlich.
  • Nachfolgend wird die Neuerung mehr im Einzelnen an Hand der beigefügten Zeichnungen erläutert; es zeigen:
  • 1,2 u. 4 Ausgestaltungen der Dornsicherung und
  • 3 eine Luer-Lock-Verbindung mit Einrastelementen.
  • 1 zeigt im Schnitt den oberen Bereich einer Infusionsflasche 1 mit Verschlussstopfen 2, durch den ein Einstechdorn 3 in die Flasche eingeführt ist. Der Dorn hat eine obere Handhabe 3' mit Absatz, der den Vorschub des Dorns in die Flasche und damit seine Einstechlänge 3" praktisch begrenzt. Zwischen der mit Öffnung versehenen Spitze 3"' und (dem Ende) der Einstechlänge 3" ist der Dorn mit elastischen Aufspreizelementen 4 versehen, die sich beim Einstechvorgang, d.h. beim Durchstoßen des Gummistopfens 5, an den (zu diesem Zweck ggf. entsprechende Kerben 4' aufweisenden) Dorn anlegen und den gummiartigen Stopfen (und die bei Kunststoffflaschen darunter befindliche Kunststofffolie) ohne Aufweitung der Durchtrittsstelle passieren können. Der gesamte Einstechdorn inklusive der Aufspreizelemente kann aus Kunststoff von ausreichender Festigkeit für die gesamte Handhabung gefertigt werden, dessen relativ dünne Aufspreizelemente, bedingt durch Dimensionierung und Herstellung, eine ausreichende Elastizität aufweisen, die das Anliegen beim Durchstossvorgang und anschließend ausreichende Aufspreizen zur Verhinderung einer Wiederentfernung des Dorns aus der Flasche gewährleistet.
  • Alternativ kann der Einstechdorn statt der Aufspreizelemente 4 eine solche konische Verdickung 4a benachbart zur Eindringgrenze aufweisen, die den elastischen Stopfen 5 ohne bleibende Erweiterung des „Bohrlochs" über ein dichtes Anliegen am Dorn bzw. Dornquerschnitt hinaus durchdringt und eine(n) sein Wiederherausrutschen unterbindende(n) genügende(n) Absatz bzw. „Krempe" aufweist, wie in 4 angedeutet ist.
  • 2 zeigt ein Beispiel für eine äußere Fixierung des Einstechdorns durch Klammerelemente, die z.B. durch elastische bzw. federnde Einrastklammern zwischen Dornhandhabe und Flaschenabsatz erreicht werden kann. Die in 2 gezeigte Lösung ist besonders bei Kunststoffflaschen anwendbar, deren einheitliche bzw. genormte Verschlusskappen einen ausreichend vorspringenden Wultstrand haben. Bei Glasflaschen mit Metallbördelung kann eine Dorn-Sicherung durch mit der Dornhandhabe verbundene Einrastklammern von außen erreicht werden. Bauartbedingt eignen sich Klammern vornehmlich bei Infusionsflaschen mit passenden Flaschenstopfen- und Flaschenhals-Dimensionierungen.
  • Gemäß 2 hat eine federelastische Klammer 6 an ihrem einen Ende eine Gabelung 6", die durch leichtes Aufspreizen über den Infusionsschlauch gleiten kann und an der Handhabe des Einstechdorns 3 aufsitzt. Eine Gabelung 7 am anderen Ende der Klammer läßt sich unter Druckanwendung über den Hals der Infusionsflasche schieben und rastet hinter dem Wulst der Verschlusskappe ein.
  • Eine weitere Ausgestaltungsmöglichkeit sind Verschlussklammern, welche in Scharnieren am Einstechdorn befestigt sind und nach Art von Einweckklammern über den Wulstrand der Verschlusskappen der Infusionsflaschen greifen.
  • Als Beispiel für eine mit Blockierungsraste versehene Schlauchverbindung ist in 3 eine nicht ohne Werkzeug lösbare Ausgestaltung einer Luer-Lock-Verbindung gezeigt:
  • Erfindungsgemäß ist bei der Überwurfgewindehülse des Luer-Lock-Anschlusses ein vorderer, vom nachfolgenden Gewinde abgesetzter Gewindeabschnitt durch Schlitze in der Hülse ausreichend elastisch, um mit diesem Gewindeabschnitt über eine in Laufrichtung des Gewindes an der Vorderseite angeschrägte Erhöhung (auf dem Gegenstück) zu rutschen und mit der Aussparung im Gewinde dahinter einzurasten.
  • In 3a ist eine herkömmliche Steck-Schraub-Verbindung nach dem Luer-Lock-Prinzip dargestellt: Auf der linken Seite der Zeichnung sieht man eine Röhre 8, auf der eine Überwurfhülse 9 mit Innengewinde dreh- und verschiebbar festgelegt ist. Eine Verdickung 10 der Röhre 8 verhindert ein Wegrutschen der Überwurfgewindehülse 9. Die rechte Seite der Zeichnung zeigt einen Konus 11, in den sich die Röhre 8 passgenau und dichtend einschieben läßt. Der Konus 11 trägt ein Außengewinde 12, mit dem das Gewinde der Überwurfhülse 9 verschraubt wird.
  • 3b zeigt die erfindungsgemäße Abwandlung mit den Schlitzen 13 zur Erhöhung der Elastizität und die Gewindeunterbrechung 14 an der Überwurfhülse 9 und die dazu passende Erhöhung 15 mit Anschrägung 16 auf der Konusaußenseite im geöffneten Zustand. Die (beim Schließvorgang in Gewinde-Laufrichtung) vor der Erhöhung 15 vorgesehene Anschrägung 16 erleichtert das Einrasten von 15 in die Aussparung 14 des Überwurfgewindes hinter dessen kurzem vorderen Gewindestück 17.
  • 3c zeigt die geschlossene Verbindung, die sich nicht ohne weiteres wieder lösen läßt.
  • Zur Verbesserung der Übersicht wurden jeweils nur die Details der vorderen Seite gezeichnet. Die Gewinde sind doppelläufig und auf beiden Seiten unterbrochen. Auch die Erhöhung 15 ist zweimal vorhanden.
  • Diese nicht mehr fahrlässig lösbare Verbindung kann aus den gleichen Materialien wie herkömmliche Luer-Lock-Verbindungen hergestellt werden. Durch eine Dimensionierung der Schlitze 13 auf etwa die halbe Länge des vorderen Teils der Überwurfgewindehülse 9 (etwa wie dargestellt) erreicht man eine ausreichende Elastizität im Verschraubungs/Blockierbereich. Die der Anschrägung abgewandte Seite der Erhöhungen 15 fällt jeweils steil ab und die Erhöhungen 15 ragen jeweils soweit nach außen vor, dass sie ausreichend in die Aussparungen 14 eingreifen können.
  • Einrastelemente, wie vorstehend an Hand der Luer-Lock-Verbindung beschrieben, sind in analoger Weise bei anderen Verbindungstypen vorsehbar. Im übrigen können für eine Transportsicherung auch äußere Blockierungselemente bzw. -Klammern – etwa in der Art, wie für den Einstechdorn skizziert – angewandt werden.

Claims (5)

  1. Leckagesicher transportierbares Schlauchsystem für gesundheits-kritische Flüssigbefüllung, insbesondere Infusionsgerät, mit Anschlussstellen in Form von Steck- oder Steck-Dreh-Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungen eine nicht ohne weiteres lösbare Fixierungsraste oder äußere Blockierungselemente, insb. –Klammern aufweisen.
  2. Schlauchsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Steck-Schraub-Verbindung nach dem Luer-Lock-Prinzip die Überwurfgewindehülse mit elastizitäts-erhöhenden Schlitzen (13) und zugeordneten Unterbrechungen (14) an ihrem Gewinde und das Verbindungs-gegenstück mit passender Einrasterhöhung (15) mit Anschrägung (16) versehen sind.
  3. Schlauchsystem, insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, mit Zulauf mittels eines in das Innere eines Vorratsbehälters eindringenden Einstechdorns, dadurch gekennzeichnet, dass der Dorn zwischen seiner mit Öffnung versehenen Spitze und der Einstechlänge als Spreizdorn oder mit entsprechender Verbreiterung ausgeführt ist.
  4. Schlauchsystem, insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, mit Einstechdorn, dadurch gekennzeichnet, dass für eine Ausführung von Dorn-Handhabe und Vorratsbehälterzugang mit Absätzen bzw. Vorsprüngen ein einrast-elastisches Klammerelement für eine sichere Dornfixierung vorgesehen ist.
  5. Einstechdorn, ggf. in Spike-Ausführung, der durch den nachgiebigen Stopfen eines Vorratsbehälters bis zu einem entsprechenden Absatz einzubringen ist, gekennzeichnet durch Spreizelemente zwischen Spitze und Einstechlänge oder eine solche konische Verbreiterung zum Absatz hin, die ein Eindringen des Dorn durch den Stopfen ohne Erweiterung des Einstichlochs über den Dorndurchmesser zulassen, aber ein Wiederentweichen des Dorns aus dem Vorratsbehälter verhindern.
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