DE20221730U1 - Metallisches Werkstück - Google Patents
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Abstract
Metallisches
Werkstück
(1), bestehend aus einem vorgefertigten Unterteil (2) und einem durch
einen Metallpulversinter- oder Metallpulverschmelzprozess darauf
aufgebrachten Oberteil (3), wobei das Unterteil (2) ein aus einem
massiven Metallstück
durch spanabhebende oder erodierende Bearbeitung oder durch Laserabtrag
oder gießtechnisch
hergestelltes formgestaltetes Teilwerkstück ist und zusammen mit dem
Oberteil (3) das gebrauchsfertige Werkstück (1) bildet sowie in dem
Unterteil (2) mindestens ein insbesondere durch spanabhebende Bearbeitung
eingebrachter Kühlkanal
(9) angeordnet ist, der in die an das Oberteil (3) angrenzende Oberfläche (6) mündet und
sich in der Sinter- oder Schmelzstruktur des Oberteils (3) fortsetzt.
Description
- Aus
DE 195 11 772 C2 ist es bekannt, ein metallisches Werkstück aus einem vorgefertigten Unterteil und aus einem durch einen Metallpulversinterprozeß darauf aufgebrachten Oberteil herzustellen. Das Unterteil ist eine vorgesinterte Platte, die aus einem Material gebildet ist, an dem das Aufbaumaterial bei der Verfestigung anhaftet. - Um das bei dem bekannten Verfahren hergestellte dreidimensionale Objekt verwenden zu können, ist es erforderlich, die vorgefertigte Unterlage von dem aufgesinterten Objekt abzulösen, da die vorgefertigte Unterlage ausschließlich dazu dient, die Herstellungszeit des dreidimensionalen Objektes in der Vorrichtung zu verkürzen.
- Aus US 2002/020164 A1 werden auf einem rohrartigen Körper durch Lasersintern Oberteile aufgeformt. Das Rohr kann durch konventionelle Verfahren geformt und gebildet werden.
- DE-C-199 255 41 offenbart ein Dauerurformwerkzeug aus zusammengefügten metalllasergesinterten Werkzeugteilen und gegossenen und konventionell bearbeiteten Werkzeugen
- Um das Objekt verwenden zu können, wird die vorgefertigte Unterlage vom eigentlichen Objekt getrennt.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein metallisches Werkstück aus einem vorgefertigten Unterteil und einem durch einen Metallpulversinter/schmelzprozeß darauf aufgebrachten Oberteil zu schaffen, das unmittelbar nach Entnahme aus dem Bauraum der Sintervorrichtung verwendbar ist und bei dem die Materialeigenschaften des Ober- und Unterteils hinsichtlich der an das Werkstück gestellten Anforderungen frei wählbar sind.
- Diese Aufgabe wird durch die gesamte Lehre des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen hinsichtlich des metallischen Werkstückes ergeben sich aus den Unteransprüchen.
- Als Kern der Erfindung wird es zunächst angesehen, als Unterteil ein aus einem massiven Metallstück hergestelltes, durch spanabhebende oder ähnliche Bearbeitung formgestaltetes Teilwerkstück vorzusehen, und auf dieses dann durch einen Metallpulversinter- oder -schmelzprozeß das Oberteil aufzubauen, wobei dann unmittelbar nach dem Sinter-/Schmelzprozeß das fertige Werkstück vorliegt.
- Derartige Werkstücke eignen sich insbesondere als Spritzwerkzeugeinsätze, die in ein Stammwerkzeug eingesetzt werden können. In der Regel sind die Unterteile derartiger Werkzeuge vereinheitlicht und weisen relativ einfache, meist zylindrische oder kubische Formen oder Formabschnitte auf. Sie sind deshalb aus einem massiven Metallblock durch spanabhebende oder ähnliche Bearbeitung ohne weiteres herstellbar, wobei als Vorteil damit einhergeht, daß derartige blockartige Unterteile hohe Festigkeiten aufweisen. Die Oberteile von Spritzwerkzeugeinsätzen hingegen sind oftmals filigran gestaltet. Sie müssen außerdem mit kompliziert verlaufenden Kühlkanälen versehen sein, die im Inneren des Oberteils bis in oftmals spitz zulaufende Werkstückbereiche verlaufen. Zur Herstellung solcher Werkstückabschnitte eignet sich das Metallpulversinterverfahren, das nun auf besonders vorteilhafte Weise erstmals mit einem vorgefertigten Teilwerkstück, nämlich dem blockartigen Unterteil kombiniert wird. Der erzielte Gesamtvorteil ist damit nicht nur in einer verkürzten Bauzeit zu sehen, sondern auch in der Möglichkeit, die Eigenschaften einzelner Werkstückabschnitte an die jeweils gegebenen Anforderungen anzupassen. Im Bereich des Werkstückunterteils müssen hohe Kräfte aufgefangen werden. Dies gelingt besonders gut mit massiven, aus dem vollen Material herausgefrästen Teilen. Oberteile mit filigranen Formen und komplex verlaufenden Kühlkanälen können mit anderen Festigkeiten, aber auch z.B. mit verbesserten Wärmeleitfähigkeitseigenschaften hergestellt werden.
- Das Unterteil kann mit einer Trägerschicht versehen sein, auf die das Oberteil aufsinterbar ist. Als Trägerschicht können dieselben metallischen Komponenten vorgesehen werden wie sie im Oberteil vorliegen, dadurch wird eine besonders innige Verbindung zwischen Oberteil und Unterteil erreicht.
- Es ist möglich, während oder nach dem Sinterverfahren sowohl die Oberflächen des Werkstückoberteils als auch die Oberflächen des vorgefertigten Werkstückunterteils durch Abtragen oder Überschmelzen mit dem Laserstrahl zu überarbeiten. Die an das Oberteil angrenzende Oberfläche des Unterteils kann beim Sintern der ersten Pulverschicht mehr oder weniger vollständig mit aufgeschmolzen werden, so daß auch durch diese Maßnahme eine besonders innige Verbindung zwischen Oberteil und Unterteil erzielt werden kann.
- Es ist vorteilhaft, wenn das Unterteil durch spanabhebende Bearbeitung eingebrachte Kühlkanäle aufweist. Diese sind relativ schnell einzubringen und können einen relativ einfachen Verlauf im Unterteil haben. Die Kühlkanäle setzen sich in der Sinterstruktur des Oberteils fort, wo die Kühlkanäle eingesintert sind. Im Übergangsbereich ist es möglich, daß die Kanalwandungen sowohl im Bereich des Oberteils als auch im Bereich des Unterteils vor dem Bauvorgang durch den Sinterlaser auf- oder angeschmolzen werden. Gleiches gilt auch für außenliegende Konturen im Übergangsbereich zwischen Ober- und Unterteil. Dadurch ergibt sich ein den Übergangsbereich stützender Außenbereich, wodurch die Verbindung zwischen Ober- und Unterteil noch weiter verbessert ist.
- Das Verfahren zur Herstellung eines metallischen Werkstücks, das aus einem vorgefertigten Unterteil und einem durch einen Metallpulversinterprozeß darauf aufgebauten Oberteil besteht, ist durch einen Ablauf der Verfahrensschritte charakterisiert, der folgendes vorsieht:
Zunächst wird das Unterteil das metallischen Werkstückes durch spanabhebende oder ähnliche Bearbeitung aus einem massiven Metallblock hergestellt, wobei die Bearbeitung eine weitgehende Endbearbeitung ist, d.h. die Grundform des Unterteils beispielsweise gefräst wird, wobei Kühlkanäle, Ausnehmungen, Halterungen und dergleichen sowie auch Ausnehmungen für eine Spannbolzenzentriereinrichtung vorgesehen werden. Dieses weitgehend fertiggestellte Unterteil wird sodann in die Baukammer einer Lasersintermaschine eingesetzt und dort reproduzierbar positioniert, was beispielsweise durch eine Spannbolzenzentriereinrichtung oder ein Tastsystem geschehen kann, die in der Lasersintereinrichtung vorgesehen sind und die mit Spannbolzen in Ausnehmungen des vorbereiteten Unterteils eingreift. Sodann werden die nach oben weisenden Bereiche des Unterteils mit Lasersintermaterial beschichtet und nachfolgend ein Sintervorgang durchgeführt, durch welchen das Sintermaterial verfestigt wird und gleichzeitig eine Verbindung mit der nach oben weisenden Oberfläche des Unterteils vollzogen wird. - In Weiterführung des Verfahrens kann vorgesehen sein, daß die nach oben weisende, mit Lasersintermaterial bedeckte Oberfläche des Unterteils bei der Durchführung der Verfestigung des Lasersintermaterials zumindest teilweise aufgeschmolzen wird. Dadurch bildet sich eine besonders feste Zwischenschicht aus. Darüberhinaus ist es möglich, die Kanten des Werkstückoberteils und/oder des Werkstückunterteils sowie auch gegebenenfalls dessen außenliegende Flächen beim Lasersintervorgang durch einen Lasersinterstrahl nochmals zu überschmelzen. Dies kann natürlich auch nach Abschluß des eigentlichen Bauvorgangs geschehen, insbesondere wenn die außenliegenden Flächen angesprochen werden.
- Es ist auch möglich, einen Feinabtrag der Kanten und Flächen des Oberteils vorzunehmen, quasi die Flächen und Kanten des Werkstückes durch den Laserstrahl nochmals zu „überschlichten".
- Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in den Zeichnungsfiguren näher erläutert. Diese zeigen:
-
1 : eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Werkstückes, -
2 das Werkstück in Form eines Werkzeugeinsatzes, der in ein Stamm-Spritzgießwerkzeug eingesetzt ist. - Das Werkstück
1 besteht aus einem vorgefertigten Unterteil2 und einem durch einen Metallpulversinterprozeß darauf aufgebrachten Oberteil3 . Zwischen dem Oberteil3 und dem Unterteil2 ist eine Trägerschicht4 vorgesehen, die entweder eine andere metallische Zusammensetzung als das Unterteil2 haben kann oder eine andere Struktur aufweisen kann, da die Trägerschicht4 z.B. durch vollständiges Aufschmelzen der Oberfläche des Unterteils hergestellt werden kann. Sowohl die Oberflächen6 des Oberteils3 als auch die Oberflächen7 des Unterteils2 können durch den Laserstrahl8 der Lasersinteranlage überschmolzen sein. - Die Wärmeleitfähigkeit des Materials des Oberteils
3 ist höher als die des Unterteils2 , die mechanische Belastbarkeit des Unterteils2 ist aber höher als die des Oberteils3 . Es ist aber auch möglich, das Oberteil3 und das Unterteil2 aus gleichem Material mit nahezu gleichen Eigenschaften herzustellen. - In dem Unterteil
2 sind durch spanabhebende Bearbeitung eingebrachte Kühl(flüssigkeits)kanäle9 vorgesehen, die in die an das Oberteil3 angrenzende Oberfläche des Unterteils2 münden und sich in der Sinterstruktur des Oberteils3 fortsetzen. - Die Übergangsbereiche
10 sowohl der Kühlkanalwandungen als auch die Übergangsbereiche11 der außenliegenden Oberflächen6 ,7 können überschmolzen sein, um eine innige Verbindung und härtere Struktur der jeweiligen Materialbereiche zu erzielen. - An der Unterseite des Unterteils
2 sind ferner Ausnehmungen12 zur Aufnahme einer Spannbolzenzentriereinrichtung vorgesehen. - Das in den Zeichnungen
1 und2 dargestellte Werkstück1 ist ein Werkzeugeinsatz, der in eine Ausnehmung21 eines Stamm-Spritzgießwerkzeuges20 eingesetzt werden kann und dort mit seinem Unterteil2 gehalten ist. Es sind aber auch andere Einsatzbereiche des Werkstückes denkbar, beispielsweise als Prototyp-Muster, wobei das Unterteil2 dann als formgestalteter Sockel dienen kann, als Druck- oder Presswerkzeug und dergleichen. - Vorstehend wurde die Erfindung anhand eines Werkzeugeinsatzes als Ausführungsbeispiel beschrieben. Es ist aber auch möglich, z. B. Funktionsteile aus einem Unterteil und einem aufgeschmolzenen Oberteil in erfindungsgemäßer Weise herzustellen.
Claims (11)
- Metallisches Werkstück (
1 ), bestehend aus einem vorgefertigten Unterteil (2 ) und einem durch einen Metallpulversinter- oder Metallpulverschmelzprozess darauf aufgebrachten Oberteil (3 ), wobei das Unterteil (2 ) ein aus einem massiven Metallstück durch spanabhebende oder erodierende Bearbeitung oder durch Laserabtrag oder gießtechnisch hergestelltes formgestaltetes Teilwerkstück ist und zusammen mit dem Oberteil (3 ) das gebrauchsfertige Werkstück (1 ) bildet sowie in dem Unterteil (2 ) mindestens ein insbesondere durch spanabhebende Bearbeitung eingebrachter Kühlkanal (9 ) angeordnet ist, der in die an das Oberteil (3 ) angrenzende Oberfläche (6 ) mündet und sich in der Sinter- oder Schmelzstruktur des Oberteils (3 ) fortsetzt. - Werkstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Unterteil (
2 ) dieselben metallischen Komponenten aufweist wie das Oberteil (3 ). - Werkstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Unterteil (
2 ) eine Trägerschicht (4 ) aufweist, auf die das Oberteil (3 ) aufsinter- und/oder aufschmelzbar ist. - Werkstück nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerschicht (
4 ) dieselben metallischen Komponenten aufweist wie das Oberteil (3 ). - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Oberflächen (
6 ,7 ) des Werkstückoberteils (3 ) als auch des Werkstückunterteils (2 ) durch Abtragen mit einem Laserstrahl (8 ) überarbeitet, insbesondere überschmolzen sind. - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmeleitfähigkeit des Materials des gesinterten und/oder aufgeschmolzenen Oberteils (
3 ) höher ist als die des Unterteils (2 ). - Werkstück (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Belastbarkeit des Materials des Unterteils (2 ) höher ist als die des Oberteils (3 ). - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die an der Außenseite des Oberteils (
3 ) liegenden Konturen und die innenliegenden Wandungen der Kühlkanäle (9 ) vollständig aufgeschmolzen oder beim Bauvorgang die gesamte zu belichtende Schicht komplett umgeschmolzen sind. - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die an das Oberteil (
3 ) angrenzende Oberfläche des Unterteils (7 ) eine oder mehrere durch den Sinterlaser vollständig aufgeschmolzene Zwischenschicht(en) umfaßt. - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Unterteil (
2 ) mindestens eine Ausnehmung (21 ) zur Aufnahme einer Spannbolzenzentriereinrichtung aufweist. - Werkstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es als Werkzeugeinsatz ausgebildet ist, der in ein Stamm-Spritzgießwerkzeug (
20 ) einsetzbar ist und dort im Bereich des Unterteils (2 ) gehalten ist.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102020116037A1 (de) | 2020-06-17 | 2021-12-23 | Sauer Gmbh | Herstellungsverfahren eines Bauteils mit Kühlkanalsystem |
-
2002
- 2002-07-03 DE DE20221730U patent/DE20221730U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
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