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Die Erfindung betrifft einen Scankörper zur Bestimmung einer Positionierung und Orientierung eines Dentalimplantates, mit einem ein Interface umfassenden Fußteil, mit einem wenigstens vier unterschiedliche Scanflächen umfassenden, dreidimensionalen Scanbereich, mit einem Übergangsbereich axial zwischen dem Scanbereich und dem Interface, sowie mit einer Befestigungsschraube zur Fixierung des Scankörpers im Implantat.
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Ein derartiger Scankörper ist aus der
EP 2 457 536 A2 bekannt. Der bekannte Scankörper weist einen Fußteil, einen Übergangsbereich sowie einen Scanbereich auf, wobei der Scanbereich über seinen Umfang verteilt vier unterschiedliche Scanflächen aufweist. Der Fußteil einschließlich eines entsprechenden Interface zur Einpassung in das entsprechende Dentalimplantat ist in einem einstückigen Bauteil integriert. Lediglich die Befestigungsschraube ist von diesem Bauteil getrennt und wird von oben her in einen entsprechenden Durchtritt des Scankörpers eingesetzt, um die Fixierung im Dentalimplantat zu ermöglichen.
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Aufgabe der Erfindung ist es, einen Scankörper der eingangs genannten Art zu schaffen, der eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Einsatzmöglichkeit aufweist.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der das Interface umfassende Fußteil einerseits und ein den Scanbereich einschließlich des Übergangsbereichs umfassendes Scanelement andererseits separat hergestellte Bauteile bilden, die kraft- und/oder formschlüssig miteinander verbunden sind. Durch die getrennte Herstellung des Fußteils einerseits und des Scanelementes mit dem Scanbereich sowie dem Übergangsbereich andererseits ist es möglich, die verschiedenen Bauteile aus unterschiedlichen Materialien herzustellen. Zudem ist durch die Trennung von Fußteil einerseits und Scanelement andererseits die Möglichkeit gegeben, das den Scanbereich und den Übergangsbereich bildende Bauteil mit unterschiedlichen Fußteilen zu kombinieren, die jeweils unterschiedliche Interface-Gestaltungen aufweisen. Dadurch ist es möglich, den Scankörper modulartig mit mehreren, entsprechend unterschiedlich gestalteten Fußteilen vorzuhalten und so je nach Implantatsystem ein Fußteil mit entsprechend angepasstem Interface mit dem den Scanbereich und den Übergangsbereich bildenden Bauteil zu verbinden. Dies ist besonders vorteilhaft, da unterschiedliche Implantatsysteme unterschiedliche Interface-Gestaltungen aufweisen, an die der Scankörper jeweils angepasst werden muss. Für das den Scanbereich und den Übergangsbereich bildende Bauteil müssen daher keine unterschiedlichen Gestaltungen vorgesehen werden, vielmehr können hier jeweils Gleichteile eingesetzt werden.
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In Ausgestaltung der Erfindung umfassen eine Außenkontur und eine Innenkontur einer Aufnahme des Scanelementes zueinander komplementäre – auf eine Mittellängsachse des Scankörpers bezogen – axiale Führungsprofilierungen, die ein positionsgenaues Einstecken und eine Verdrehsicherung des Fußteils gegenüber der Aufnahme gewährleisten. Für einen zuverlässigen und aussagekräftigen Scanvorgang ist ein exaktes und verdrehgesichertes Ausrichten des Interface relativ zu dem den Scanbereich umfassenden Bauteil notwendig. Die zueinander komplementären Führungsprofilierungen gewährleisten eine Verbindung des Fußteils mit dem anderen Bauteil, nämlich dem Scanelement, das den Scanbereich und den Übergangsbereich umfasst, in klar definierter und gleichbleibender Ausrichtung, so dass sich ein positionsgenaues Einfügen des Fußteils in die Aufnahme des Scanbereichs und des Übergangsbereichs ergibt.
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Dadurch, dass der Scanbereich des Scankörpers vier oder mehr unterschiedliche Scanflächen aufweist, genügt es, wenn bei einem Scanvorgang lediglich eine einzelne Scanfläche erfasst wird. Die übrigen differenten Scanflächen sind anschließend in einfacher Weise über einen Referenzkörper definierbar. Dadurch ist mit hoher Genauigkeit eine Position und Orientierung des Dentalimplantats innerhalb eines entsprechenden Kieferknochens eines Patienten und in Relation zu entsprechend benachbarten Dentalbereichen des Kieferknochens ermöglicht.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung umfassen die Innenkontur der Aufnahme des Scanelementes und/oder die Außenkontur des Fußteils zueinander komplementäre, axial formschlüssig wirksame Rastprofilierungen, um eine lösesichere Montage des Fußteils in dem Scanelement zu ermöglichen. Dadurch ergibt sich beim Einstecken des Fußteils in die Aufnahme des Scanelementes eine Verrastung der beiden Bauteile miteinander, die ein ungewünschtes Lösen des Fußteils von dem den Scanbereich und den Übergangsbereich umfassenden Bauteil vermeiden.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Befestigungsschraube in der Aufnahme des Scanelementes verliersicher gehalten. Die Befestigungsschraube ist in dem Fußteil axial gesichert und wird gemeinsam mit dem Fußteil in das den Scanbereich und den Übergangsbereich umfassende Bauteil eingefügt. Das Scanelement weist koaxial zur Ausrichtung der Befestigungsschraube eine Montageöffnung auf, durch die hindurch ein Werkzeug einen mit Werkzeugangriffsflächen versehenen Schraubenkopf der Befestigungsschraube bedienen kann. Der Querschnitt der Montageöffnung ist kleiner als ein Querschnitt des Schraubenkopfes, so dass die Befestigungsschraube innerhalb der Aufnahme des Scanbereichs und des Übergangsbereichs zwischen Fußteil und Montageöffnung zwar axial beweglich, aber verliersicher gehalten ist. Dadurch ist eine wesentlich vereinfachte Handhabung des Scankörpers bei einer Montage oder Demontage gegeben.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Fußteil aus Metall hergestellt. Vorteilhaft ist der Fußteil einschließlich Interface aus Titan hergestellt. Das den Scanbereich und den Übergangsbereich umfassende Bauteil hingegen ist vorzugsweise aus einem thermoplastischen Kunststoff, insbesondere Polyetheretherketon (PEEK) hergestellt.
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Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung, das anhand der Zeichnungen dargestellt ist.
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1 zeigt eine Ansicht von unten einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Scankörpers,
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2 den Scankörper nach 1 in einer Seitenansicht und
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3 einen Längsschnitt längs einer Schnittebene III-III durch den Scankörper nach 2 und
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4 einen Querschnitt durch den Scankörper entlang der Schnittlinie IV-IV in 3.
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Ein Scankörper 1 nach den 1 bis 3 ist dazu vorgesehen, intraoral eine Positionierung und Orientierung eines in einem Kieferknochen fixierten Detalimplantats zu bestimmen. Hierzu wird der Scankörper in ein entsprechendes Dentalimplantat im Mundbereich eines Patienten eingesetzt. Anschließend erfolgt mittels eines Scansystems ein entsprechender Scanvorgang. Das ermittelte Scanergebnis wird mit Daten eines Referenz-Scankörpers aus einer elektronischen Speicherbibliothek verglichen. Durch diesen Vergleich ist die Ausrichtung des Dentalimplantats insbesondere auch in Relation zum Zahnfleisch, zu benachbarten Zähnen, zum Kieferknochenbereich oder zu benachbarten Dentalprothesen oder -implantaten besonders exakt bestimmbar. Hierdurch können Gestaltungen von Abutments und Zahnprothesen abhängig von den Ergebnissen entsprechender Scanvorgänge besonders exakt und individuell angepasst werden. Der Scankörper 1 weist über seinen Scanbereich 6 verteilt vier differente Scanflächen 6a bis 6d auf. Das intraorale Erfassen von bereits einer einzelnen Scanfläche ermöglicht mithilfe der Daten des Referenz-Scankörpers bereits die Ermittlung der exakten Ausrichtung, wie zuvor beschrieben.
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Der Scankörper 1 ist dreiteilig aufgebaut. Ein erstes Körperelement ist als Scanelement 4 ist aus einem Kunststoff, vorliegend aus Polyetheretherketon (PEEK), hergestellt, und weist den Scanbereich 6 sowie einen zu einem Fußteil 2 weisenden Übergangsbereich 5 auf. Der Scanbereich 6 und der Übergangsbereich 5 sind einstückig in dem Scanelement 4 integriert. Der Fußteil 2 besteht aus Metall, vorzugsweise aus Titan oder aus einer Titanlegierung, und ist im Wesentlichen hülsenförmig gestaltet. Der Fußteil 2 ist mit einem Interface 7 versehen, das einstückig an dem Fußteil 2 ausgeformt ist. Das Interface 7 weist von einem Mantel des Fußteils 2 nach außen abragende Interface-Profilierungen auf, die auf komplementäre Interface-Profilierungen des entsprechenden Dentalimplantats, in das der Scankörper 1 eingesetzt werden soll, abgestimmt sind. Dentalimplantate weisen je nach dem Implantatsystem, aus dem die Dentalimplantate ausgewählt wurden, unterschiedlich gestaltete Interface-Profilierungen auf. Das Fußteil 2 weist Interface-Profilierungen eines Interface 7 auf, die auf das jeweilige Dentalimplantatsystem abgestimmt sind.
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In dem Fußteil 2 ist eine Befestigungsschraube 3 aufgenommen, die mittels eines Schraubenkopfes 13 axial nach unten, d. h. zum Interface 7 hin, formschlüssig durch einen umlaufenden Stützbund 12 einer Innenkontur des Fußteils 2 abgestützt ist. Der Schraubenkopf 13 der Befestigungsschraube 3 ist mit einer axial von oben her hineinragenden Sackbohrung versehen, in der Werkzeugangriffsflächen 14 integriert sind. Der einteilige Fußteil ist zu einer oberen Stirnseite hin derart hülsenförmig offen, dass die Befestigungsschraube 3 von oben her in den Fußteil 2 eingeführt und durch den Fußteil 2 hindurchragen kann. Ein unterer Bereich der Befestigungsschraube 3, der dem Schraubenkopf 13 gegenüberliegt, ist mit einem Außengewinde versehen, das zu einem Innengewinde des Dentalimplantats korrespondiert, um ein Einschrauben der Befestigungsschraube 3 in das Dentalimplantat zu ermöglichen. Der Fußteil 2 ist oberhalb des Interface 7 mit einem umlaufend nach außen abragenden Ringbund versehen, der sich stirnseitig an einer korrespondierenden Ringschulter im Bereich einer unteren Stirnseite des Scanelements 4 abstützt. Ein unterer, zylindrischer Hülsenabschnitt des Fußteils 2, an den sich zum Stützbund hin das Interface 7 anschließt, ist in montiertem Zustand in einen korrespondierenden Aufnahmebereich des Dentalimplantats eingesteckt, wobei das Interface 7 eine drehfeste Sicherung des Fußteils 2 im Dentalimplantat gewährleistet.
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Um den Fußteil 2 in das Scanelement 6 einstecken zu können, ist das Scanelement 6 mit einer nach unten offenen, zylinderähnlichen Aufnahme 8 versehen. Eine Innenkontur der Aufnahme 6 und eine Außenkontur des Fußteils 2 oberhalb des Ringbunds weisen zueinander komplementäre, axiale Führungsflächen 15 (4) auf, um ein in Drehrichtung exakt ausgerichtetes axiales Einstecken des Fußteils 2 zu ermöglichen. Geeignete axiale Führungsflächen 15 sind zueinander komplementäre ebene Flächenabschnitte im Bereich der Außenkontur des Fußteils 2 sowie im Bereich der Innenkontur der Aufnahme 8. Die Aufnahme 8 weist keinen exakt zylindrischen Verlauf einer Innenkontur, sondern vielmehr eine von der Ringschulter ausgehend sich geringfügig konisch nach oben verjüngende Innenkontur auf. Korrespondierend hierzu ist auch die Außenkontur des Fußteils 2 oberhalb des Ringbunds nicht exakt zylindrisch, sondern vielmehr sich leicht konisch verjüngend gestaltet. Zudem ist die Außenkontur des Fußteils 2 mit einer geringfügig radial nach außen ragenden Rastprofilierung 11 versehen, der eine komplementäre Rastprofilierung 10 an der Innenkontur der Aufnahme 8 zugeordnet ist. Die Rastprofilierungen 11 und 10 verrasten axial miteinander, sobald der Fußteil 2 bis zum Anschlag seines Ringbunds an der Ringschulter des Scanelements 6 axial eingesteckt ist.
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Die Befestigungsschraube 3 ist innerhalb des Fußteils 2 axialbeweglich sowie drehbeweglich gelagert.
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Um von oben her eine Betätigung der Befestigungsschraube in eingesetztem Zustand des Fußteils 2 zu ermöglichen, ist das Scanelement 4 im Bereich seiner von der Ringschulter abgewandten Stirnseite mit einer Durchtrittsöffnung 9 versehen, deren Querschnitt geringer als ein Querschnitt des Schraubenkopfes 13 ist. Der Querschnitt der Durchtrittsöffnung 9 ist jedoch ausreichend groß, um ein Hindurchdringen eines Werkzeugs zu den Werkzeugangriffsflächen 14 des Schraubenkopfs 13 zu ermöglichen. Der Schraubenkopf 13 ist demzufolge nach oben verliersicher in dem Scanelement 4 gehalten. Der Fußteil 2 ist aufgrund der Verrastung im Bereich der Rastprofilierungen 10, 11 ebenfalls verliersicher in dem Scanelement 4 gehalten.
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Das Scanelement 4 weist einen Scanbereich 6 auf, der über seinen Umfang verteilt mit insgesamt vier differenten Scanflächen 6a bis 6d versehen ist. Der Scanbereich 6 ist gegenüber dem Übergangsbereich 5 radial dicker gestaltet. Der Scanbereich 6 weist zwei einander gegenüberliegende und radial nach außen ragende Scanflächen 6b, 6d auf, die nockenförmig gestaltet sind. Dabei sind die gegenüberliegenden Scanflächen 6b und 6d unterschiedlich konturiert sowie in ihrer Breite und in ihrer Axiallänge – auf eine Mittellängsachse des Scankörpers 1 bezogen – unterschiedlich gestaltet. Um 90° in Drehrichtung zu den Scanflächen 6b und 6d verdreht sind zwei Scanflächen 6a und 6c vorgesehen, die als ebene, gegenüber einem Zylinderumfang des Scanbereichs 6a radial nach innen versetzte Scanflächen 6a, 6c gestaltet sind. Die axiale Länge der gegenüberliegenden Scanflächen 6a, 6c ist unterschiedlich zueinander. Die Scanflächen weisen auch unterschiedliche Breite auf.
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Für eine Montage des Scankörpers 1 wird das Scanelement 4 mit dem Übergangsbereich 5 und dem Scanbereich 6 als einstückiges Bauteil bereitgestellt, das aus Kunststoff, vorliegend aus PEEK, besteht. Zudem wird ein für das entsprechende Dentalimplantat, in das der Scankörper 1 einzusetzen ist, abgestimmter Fußteil 2 mit passendem Interface 7 ausgewählt, wobei der Fußteil 2 einschließlich des Interface 7 als einteiliges Bauteil aus Titan oder einer Titanlegierung hergestellt ist. Dem Fußteil 2 wird zudem eine auf das Innengewinde des entsprechenden Dentalimplantats abgestimmte Befestigungsschraube 3 zugeordnet, die von oben her in den Fußteil 2 axial eingesteckt wird. Der Fußteil 2 zusammen mit der eingesteckten Befestigungsschraube 3 wird von unten her in die Aufnahme 8 des Scanelements 4 axial eingesteckt, wobei die axialen Führungsflächen des Fußteils 2 einerseits und der Aufnahme 8 des Scanelements 4 andererseits miteinander fluchten müssen. In der eingesteckten Endposition des Fußteils 2 verrasten die Rastprofilierungen 11 des Fußteils 2 und 10 der Aufnahme 8 des Scanelements 4 miteinander, so dass der Fußteil 2 in dem Scanelement 4 fixiert ist. Nun kann der Scankörper 1 mittels eines entsprechenden Werkzeugs, das die Durchtrittsöffnung 9 durchdringt und die Befestigungsschraube 3 im Bereich des Schraubenkopfes 13 kontaktiert, in das entsprechende Dentalimplantat eingeschraubt werden.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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