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Die Erfindung betrifft ein Kühlfahrzeug mit einem kofferartigen Aufbau, der heckseitig mit einer um eine Horizontalachse schwenkbare, sowie absenk- und anhebbare Ladebordwand und mit Schiebeelementen versehen ist.
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Das in Rede stehende Kühlfahrzeug ist besonders zum Ausliefern von Kühlgut an Verkaufsstätten, beispielsweise Supermärkte, geeignet. Die an eine Verkaufsstätte zu liefernde Ware wird in einem Zentrallager kommissioniert und es werden damit Rollbehälter oder Paletten beladen. Üblicherweise ist das Kühlfahrzeug so ausgelegt, dass nicht nur Kühlgut mit einer Temperatur oberhalb des Gefrierpunktes, sondern auch Gefriergut mit einer Temperatur unterhalb des Gefrierpunktes transportiert werden können. Es ist jedoch auch denkbar, dass ausschließlich Kühlgut oder Gefriergut transportiert wird.
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Bei vielen Kühlfahrzeugen ist der kofferartige Aufbau heckseitig durch eine Tür verschlossen, die aus zwei Türflügeln besteht. Beim Entladen und auch beim Beladen ist es notwendig, dass diese Türen aus der Schließstellung heraus um einen Winkel von 270° geschwenkt werden, damit die Rollbehälter bzw. die Paletten durch die Ladeöffnung hindurchtransportiert werden können. Insbesondere in Innenstädten ist es jedoch häufig nicht möglich, die Türflügel um einen Winkel von 270° zu schwenken, bedingt durch verengte Verhältnisse und durch parkende Fahrzeuge.
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Die Schiebeelemente sind notwendig, damit bei geöffneter Tür bzw. Ladebordwand nur der Bereich der Beladeöffnung des kofferartigen Aufbaus offen ist, der notwendig ist, um die Rollbehälter oder die Paletten hindurchzuführen. Dadurch werden die Kühlverluste minimiert.
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Bei den bisher bekannten Kühlfahrzeugen der in Rede stehenden Art werden die Schiebeelemente durch Antriebselemente angetrieben. Dies kann beispielsweise motorisch, durch Zahnriemen oder aber durch Federn und Expander erfolgen. Es ist allgemein bekannt, dass die Fahrer von Kühlfahrzeugen termingerecht die Ware ausliefern müssen und deshalb unter Zeitdruck stehen. Es ist deshalb unvermeidbar, dass sich der Fahrer durch die Antriebselemente verletzt hat. Darüber hinaus sind die mechanischen Antriebe einem relativ hohen Verschleiß unterlegen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den kofferartigen Aufbau eines Kühlfahrzeuges der eingangs näher beschriebenen Art so auszulegen, dass die Beweglichkeit der Schiebeelemente ohne Verwendung von mechanischen Antrieben in konstruktiv einfacher Weise realisiert werden kann, und dass die Gefahr einer Verletzung der den Ladevorgang durchführenden Person verhindert werden kann.
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Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Schiebeelemente zur Bildung eines Plattenvorhanges aus Platten bestehen, die in einem oberen, der Schwenkachse der Ladebordwand abgewandten Bereich in einer Laufschienenanordnung derart verfahrbar sind, dass das Verfahren der Schiebeelemente in die Schließstellung selbsttätig und antriebslos erfolgt.
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Die Laufschienenanordnung ist so ausgelegt, dass die Schiebeelemente in die Schließstellung selbsttätig durch ihr Eigengewicht verfahren, während sie von der Schließstellung in die Offenstellung zum Be- oder Entladen des kofferartigen Aufbaus manuell in die Offenstellung geschoben werden. Dort werden sie in dieser Stellung durch Elektromagnete gehalten. Durch eine elektrische Schaltung kann sichergestellt sein, dass sie unmittelbar nach Beendigung des Ladevorganges selbsttätig in die Schließstellung verfahren.
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Gemäß einer ersten Ausführung ist vorgesehen, dass die Laufschienenanordnung aus mindestens zwei im Abstand zueinander stehenden Laufschienen besteht, die winkelförmig und symmetrisch derart ausgebildet sind, dass die beiden Laufschienenhälften unter einem stumpfen Winkel zueinander stehen.
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Die die Laufschienenhälften nunmehr gegenüber der Horizontalen geneigt sind, werden die darin eingehängten Schiebeelemente manuell in die Offenstellung verfahren, wobei sie dann entgegen der Neigung verschoben werden. In der Offenstellung werden sie durch Elektromagnete gehalten.
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Durch die angesprochene Schaltung kann erreicht werden, dass die Magnete stromlos werden, wodurch das Magnetfeld aufgelöst wird und das jeweilige Schiebeelement verfährt selbsttätig in die Schließstellung. Die Steuerung der Elektromagneten kann manuell durch den Fahrer durch Betätigung eines Tasters oder eines Schalters erfolgen, sie kann jedoch auch selbsttätig nach einer bestimmten Zeit erfolgen, beispielsweise durch ein Schaltrelais.
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In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die parallel und im Abstand zueinander stehenden Laufschienen der Laufschienenanordnung im ständigen Wechsel spiegelbildlich zueinander angeordnet sind. D. h., in der Fahrzeuglängsrichtung gesehen steigt eine Laufschienenhälfte zum äußeren Rand an, während die nächstfolgende zur Mittellängsachse des kofferartigen Aufbaus ansteigt. Sofern mehr als zwei Laufschienen in der Laufschienenanordnung beinhaltet sind, erfolgt dieser Wechsel stetig.
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Bei dieser Ausführung ist dann vorgesehen, dass bezogen auf die Schließstellung der Schiebeelemente die in Reihe angeordneten Schiebeelemente einer Seite im Wechsel in den Laufschienen geführt sind. Sofern der Plattenvorhang aus mehreren Schiebeelementen besteht, sollte die Anzahl eine gerade Zahl sein, so dass die der Mittellängsachse des kofferartigen Aufbaus zugeordneten Schiebeelemente nach außen geschoben werden und dabei angehoben werden und die den Seitenwänden des kofferartigen Aufbaus zugewandten Schiebeelemente zur Mitte hin geschoben werden, wodurch sie ebenfalls angehoben würden.
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Wie bereits ausgeführt, werden die Schiebeelemente in der Offenstellung durch Elektromagnete gehalten, die zur Bildung des Magnetfeldes stromdurchflutet sind. Diese Elektromagnete sind steuerungstechnisch schaltbar.
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So ist vorgesehen, dass bei abgesenkter Ladebordwand das Magnetfeld jedes Elektromagneten zur Freigabe des zugehörigen Schiebeelementes abgebaut wird. Es ist ferner vorgesehen, dass die vertikalen Randbereiche der Schiebeelemente gegenüber dem mittleren Bereich schwenkbar sind. Dadurch können die Schiebeelemente so breit sein, dass die angrenzenden Schiebeelemente sich gegenseitig überlappen, so dass ein dichter Plattenvorhang gebildet wird. Beim Be- und Entladen des kofferartigen Aufbaus kann die Breite der durch Verfahren des Schiebeelementes gebildeten Öffnung geringer sein als die Breite des Rollwagens oder der Palette, so dass die angrenzenden Randbereiche der beiden Schiebeelemente geschwenkt werden. Die Schwenkbarkeit kann beispielsweise durch ein Filmscharnier erfolgen, da die Schiebeelemente eine Dicke aufweisen, die eine solche gelenkige Verbindung zulässt.
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Die symmetrische Anordnung der C-förmigen Laufschiene bei der zuvor beschriebenen Art liegt der Knickpunkt in der Mittellängsachse des kofferartigen Aufbaus. Diese Ausführung ist geeignet, wenn die Anzahl der Schiebeelemente eine gerade Zahl ist. Ist die Anzahl der Schiebeelemente jedoch eine ungerade Zahl, bleibt die symmetrische Anordnung der winkelförmigen Laufschiene erhalten, doch liegt der Knickpunkt im Versatz zur Mittellängsachse des Fahrzeuges. Die Laufschienenanordnung ist dann noch mit einer geradlinigen, gegen die Horizontale geneigten Laufschiene versehen, wobei sich zumindest die winkelförmige Laufschiene über die Breiten von zwei Schiebeelementen erstreckt. Die geradlinige Laufschiene erstreckt sich dann über die gesamte Breite des kofferartigen Aufbaus.
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Ist beispielsweise der kofferartige Aufbau durch drei Schiebeelemente verschließbar, erstreckt sich die winkelförmige Laufschiene über zwei Drittel der Breite des kofferartigen Aufbaus und die geradlinige Laufschiene über die gesamte Breite. Unabhängig von der Anzahl der Schiebeelemente und der Gestaltung der Laufschienen ist vorgesehen, dass die Schiebeelemente mittels Laufrollen in den Laufschienen geführt sind. Üblicherweise werden derartige Laufrollen mittels Wälzlager auf Bolzen festgesetzt. Dadurch wird die Reibung minimiert, so dass eine Neigung gegenüber der Horizontalen gering gehalten werden kann. Ein weiterer Vorteil in der genannten Anordnung der Laufschienen liegt noch darin, dass in der Schließstellung jedes Schiebeelement sich im unteren Bereich befindet, so dass an der dem Boden des kofferartigen Aufbaus zugewandten Seite sinngemäß noch ein Verschluss gebildet wird, um den Kälteverlust so gering wie möglich zu halten, wenn die Ladebordwand in der Offenstellung ist.
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Die oberen Bereiche der Schiebeelemente sind dem Neigungswinkel der Laufschienen angepasst. Wie bereits ausgeführt, ist in bevorzugten Ausführungen der kofferartige Aufbau mit drei oder vier Schiebeelementen ausgestattet.
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Die Laufschienen haben einen C-förmigen Querschnitt, wobei an der den Schiebeelementen zugewandten Seiten der Längsschlitz verläuft.
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Anhand der beiliegenden Zeichnungen wird die Erfindung noch näher erläutert. Es zeigen:
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1 ein erfindungsgemäßes Kühlfahrzeug in einer Schnittdarstellung des kofferartigen Aufbaus
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2 eine der 1 entsprechende Draufsicht
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3–5 eine Anordnung aus vier Schiebeelementen zum Verschließen der Ladeöffnung
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6–9 ein aus drei Schiebeelementen gebildeter Plattenvorhang zum Verschließen der Ladeöffnung in verschiedenen Stellungen,
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10 eine Anordnung der Schiebeelemente in den Laufschienen zeigend, mit zwei Schienen und
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11 eine Anordnung der Schiebeelemente in den Laufschienen zeigend mit drei Laufschienen.
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Das in der 1 dargestellte Kühlfahrzeug 10 besteht aus einem nicht näher erläuterten Fahrgestell 11, einem Führerhaus 12 und einem kofferartigen Aufbau 13, an dem eine Ladebordwand 14 angeschlagen ist, die gemäß der 2 nach dem Schwenken in die Horizontallage absenkbar ist und vor dem Verschließen der Ladeöffnung anhebbar ist.
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Die 3–5 zeigen eine Anordnung von Schiebeelementen 15, die aus vier Schiebeelementen besteht, und dadurch die Ladeöffnungen vollkommen abschließen.
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Wie diese Figuren zeigen, ist unterhalb des Daches des kofferartigen Aufbaus eine Laufschienenanordnung moniert, die aus zwei Laufschienen 16, 17 besteht. Die Laufschienen 16, 17 sind im Abstand zueinander angeordnet und winkelförmig gestaltet. Sie erstrecken sich über die gesamte Breite des kofferartigen Aufbaus 13. Die beiden Laufschienenhälften der Laufschienen 16, 17 sind gegen die Horizontale geneigt, wobei der eingeschlossene Winkel ein stumpfer Winkel ist, der beispielsweise im Bereich von 170° liegen kann. Die Laufschienen 16, 17 sind spiegelbildlich zueinander montiert.
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Die Schiebeelemente 15 sind wechselweise in den Laufschienen 16 und 17 angeordnet. Die 3 zeigt, dass das rechts neben der Mittellängsebene des kofferartigen Aufbaus 13 liegende Schiebeelement 15 in der Laufschiene 16 nach rechts geschoben wurde und hinter dem links der Seitenwand liegenden Schiebeelement steht. In dieser Stellung wird dieses Schiebeelement durch einen Elektromagneten gehalten. Es ergibt sich aus der 3, dass dieses Schiebeelement in seine ursprüngliche Stellung selbsttätig fährt, sobald der Elektromagnet stromlos wird. Das in der Darstellung nach der 3 an die rechte Seitenwand angrenzende Schiebeelement wird in der Laufschiene 17 verfahren, wenn links neben der Seitenwand ein Rollwagen gezogen oder geschoben wird. Das links der Mittellängsebene des kofferartigen Aufbaus 13 liegende Schiebeelement wird manuell nach links in der Laufschiene 16 verschoben, wenn dieser Bereich geöffnet werden soll. Wird der zugeordnete Elektromagnet stromlos, fährt es selbsttätig in diese Stellung zurück.
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Das rechts der linken Seitenwand stehende Schiebeelement 15 wird manuell in der Laufschiene 17 verfahren, wenn angrenzend an die Seitenwand eine Öffnung erreicht werden soll. Auch dieses Schiebeelement fährt selbsttätig in die ursprüngliche Stellung zurück, sobald der Elektromagnet stromlos wird.
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Die 4 zeigt, dass die mittleren Schiebeelemente 15 nach links und rechts verschoben werden, wenn eine relativ große mittige Öffnung benötigt wird und die 5 zeigt diese Anordnung, wenn die Schiebeelemente, die den Seitenwänden zugeordnet sind, in den mittleren Bereich verfahren wurden. Auch in dieser Stellung sind diese beiden Halteelemente durch Elektromagnete gesichert, so dass nach der Unterbrechung des Stromflusses diese Schiebeelemente selbsttätig in Richtung der Seitenwände fahren.
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Die 6–9 zeigen eine Ausführung, bei der der Plattenvorhang aus Schiebeelementen 15 besteht. Wie aus diesen Figuren ersichtlich, erstreckt sich eine Laufschiene 18 über die gesamte Breite des kofferartigen Aufbaus und eine zweite Laufschiene 19 sich annähernd über zwei Drittel der Breite des kofferartigen Aufbaus erstreckt. Wie die Figuren zeigen, sind die Neigungen der beiden Laufschienen 18, 19 gegensinnig. Im gezeichneten Ausführungsbeispiel verläuft die längere Laufschiene 18 von der rechten Seite des kofferartigen Aufbaus 13 ansteigend zur linken Seite.
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Wie die 6 zeigt, können das mittlere und das rechte Schiebeelement 15 nach links verschoben werden, wobei bevorzugt das linke Schiebeelement 15 dann vorn liegt.
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Die 7 zeigt, dass das linke Schiebeelement 15 in dem Bereich des mittleren Schiebeelementes 15 verfahren werden kann und dann vorzugsweise dahinter liegt. Die Führung wird durch die Laufschiene 19 gebildet.
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Die 8 zeigt, dass das rechte Schiebeelement 15 in der Laufschiene 18 geführt ist und in den Bereich des mittleren Schiebeelementes 15 geschoben werden kann. Besonders aus dieser Figur ergibt sich, dass das rechte Schiebeelement selbsttätig in die Schließstellung verfahren werden kann, wenn der dies haltende Elektromagnet stromlos wird.
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Die 9 zeigt, dass das mittlere Schiebeelement zur Bildung einer Öffnung in den Bereich des linken Schiebeelementes geschoben werden kann. Es wird in der Laufschiene 18 geführt, so dass es selbsttätig in die Schließstellung verfahren kann.
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Die 10 zeigt den Aufbau der Laufschienen 18, 19 in einer Stirnansicht, d. h., in Längsrichtung der Laufschienen 18, 19 gesehen. Daraus ist die Schrägstellung der Laufschiene 18 erkennbar und das rechte Schiebeelement 15 befindet sich in der Schließstellung, während ein weiteres Schiebeelement in die Offenstellung geschoben wurde. Ferner zeigt diese Figur den C-förmigen Querschnitt der Laufschienen 18, 19 mit einem Schlitz in Richtung zum Boden des kofferartigen Aufbaus 13.
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Die 11 zeigt eine Alternative zu dem Aufbau nach der 10. Danach ist jedes Schiebeelement 15 in einer Laufschiene 18, 19, 20 geführt. Gemäß der Darstellung befindet sich das mittlere Schiebeelement 15 in der Schließstellung, während die beiden anderen Schiebeelemente 15 sich in der Offenstellung bzw. angehobenen Stellung befinden.
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Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Wesentlich ist, dass die Schiebeelemente in der Schließstellung einen Plattenvorhang bilden, der sich über die gesamte Breite des kofferartigen Aufbaus 13 des kofferartigen Aufbaus Kühlfahrzeuges erstreckt, und dass die Schiebeelemente 15 in Laufschienen 16–20 verschiebbar geführt sind und dass die Laufschienen 16–20 geneigt sind, dass jedes Schiebeelement von Hand in die Offenstellung verschoben werden muss und dort gehalten wird, und dass es selbsttätig in die Schließstellung zurückfährt, wenn der jeweilige Elektromagnet stromlos wird.
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Dieser Abbau des Magnetfeldes bzw. der Magnetfelder kann durch ein Relais nach einer vorbestimmten Zeit erfolgen, beispielsweise wenn der Fahrer die Rollbehälter oder Paletten in ein Lager transportiert.