-
Die Erfindung betrifft eine Trägeranordnung für Solarmodule, mit einer Basisplatte, einer durch ein Gelenk schwenkbar mit der Basisplatte verbundenen Schwenkplatte und einer Stellvorrichtung zum Verstellen des Winkels zwischen der Basisplatte und der Schwenkplatte.
-
Beispiele für bekannte Trägervorrichtungen dieser Art werden in
DE 20 2006 009 100 U1 ,
DE 20 2007 013 325 U1 und
EP 1 870 645 A2 beschrieben. Bei diesen Trägeranordnungen ist die Schwenkplatte mit Solarmodulen, beispielsweise mit Photovoltaik-Modulen bestückt. Die Stellvorrichtung ermöglicht es, den Neigungswinkel der Schwenkplatte relativ zu der beispielsweise waagerecht auf dem Boden angeordneten Basisplatte so an den jeweiligen Sonnenstand anzupassen, dass die Solarmodule möglichst unter einem annähernd rechten Winkel von der Sonnenstrahlung getroffen werden und somit eine möglichst große Energieausbeute erreicht wird. Da die mit den Solarmodulen bestückten Schwenkplatten zumeist relativ große Abmessungen und ein entsprechend hohes Gewicht aufweisen und zudem beträchtlichen Windlasten ausgesetzt sein können, werden bei den herkömmlichen Trägeranordnungen verhältnismäßig komplexe, kostspielige und sperrige Stellvorrichtungen benötigt, damit die Schwenkplatte stabil in ihrer Position gehalten werden kann. Häufig besteht eine Solaranlage aus einer Vielzahl von gleichartigen Trägeranordnungen, die in mehreren Reihen hinter- und nebeneinander aufgestellt sind und deren Stellvorrichtungen möglichst miteinander gekoppelt sein sollten.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Trägeranordnung für Solarmodule zu schaffen, bei der sich die Schwenkplatte mit einer kostengünstigen, wartungsarmen, einfach steuerbaren und kleinbauenden Stellvorrichtung verstellen lässt.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Stellvorrichtung einen angrenzend an das Gelenk zwischen der Basisplatte und der Schwenkplatte angeordneten, durch ein Druckfluid expandierbaren Balg und eine Steuereinrichtung zum Einstellen des Druckes des Druckfluids aufweist.
-
Der Neigungswinkel der Schwenkplatte lässt sich dann dadurch einstellen, dass der Druck des Druckfluids variiert wird und damit der Balg mehr oder weniger stark expandiert wird, so dass er die Schwenkplatte relativ zu der Basisplatte verschwenkt. Der Balg kann sich dabei in Richtung der Schwenkachse des Gelenks über die gesamte Länge der Basisplatte und der Schwenkplatte erstrecken, so dass schon bei einem relativ geringen Druck des Druckfluids und relativ kleinen Abmessungen des Balges in der Richtung senkrecht zur Schwenkachse eine hohe Stellkraft erzeugt werden kann, so dass auch eine große und schwere Stellplatte sicher verschwenkt und dann in der eingestellten Position gehalten werden kann.
-
In
WO 2008/083963 A1 wird eine nach diesem Prinzip arbeitende Stellvorrichtung beschrieben, die zum Öffnen und Schließen einer Rauchabzugsklappe auf dem Dach eines Gebäudes dient.
-
Bei Trägeranordnungen für Solarmodule erweist sich eine nach dem oben beschriebenen Prinzip arbeitende Stellvorrichtung als besonders vorteilhaft, weil sie keine sperrigen Gestänge erfordert und praktisch keine verschleißanfälligen Bauteile wie Gewindespindeln, Teleskopgestänge und dergleichen aufweist und deshalb besonders wartungsarm und störungsunanfällig ist, was insbesondere bei großflächigen, im Gelände aufgestellten Solaranlagen ein wesentlicher Vorteil ist. Darüber hinaus wird die synchrone Ansteuerung einer Vielzahl solcher Trägeranordnungen dadurch erleichtert, dass die Bälge einer Vielzahl von Stellvorrichtungen an ein gemeinsames Druckfluidnetz angeschlossen und folglich mit einer gemeinsamen Steuereinrichtung angesteuert werden können. Die Zufuhr des Druckfluids zu den einzelnen Trägeranordnungen kann über flexible Schläuche erfolgen, so dass hinsichtlich der Position der verschiedenen Trägeranordnungen relativ zueinander praktisch keine Beschränkungen bestehen.
-
Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
-
Als Druckfluid kann wahlweise ein Gas oder auch eine Flüssigkeit verwendet werden. Insbesondere bei einer Flüssigkeit besteht die Möglichkeit, in der Leitung, über die das Druckfluid von der Steuereinrichtung zu dem Balg zugeführt wird, hydrodynamische Schwingungsdämpfer einzubauen, mit denen etwa durch Wind angeregte Schwingungen der Schwenkplatte gedämpft werden können.
-
In einer alternativen Ausführungsform kann jeder Schwenkplatte eine pneumatische oder hydraulisch betätigte Bremse zugeordnet sein, die die Schwenkplatte in der jeweils gewählten Position fixiert. Die Bremse kann dabei über Magnetventile und dergleichen an das Druckfluidnetz angeschlossen sein, das auch zum Expandieren des Balges dient.
-
In den beiden vorgenannten Fällen ist der Neigungswinkel der Schwenkplatte stufenlos einstellbar. Insbesondere ist es auch möglich, den Anstellwinkel der Schwenkplatte relativ zur Sonnenstrahlung fotoelektronisch zu messen und die Steuereinrichtung so auszulegen, dass der Neigungswinkel der Schwenkplatte automatisch dem Sonnenstand nachgeführt wird.
-
In einer anderen Ausführungsform kann eine stufenweise Verstellung des Neigungswinkels der Schwenkplatte vorgesehen sein. In dem Fall kann das vorhandene Druckfluidnetz zur hydraulischen oder pneumatischen Betätigung eines Verriegelungsbolzens genutzt werden, mit dem die Schwenkplatte in der jeweils eingestellten Position verriegelt wird.
-
Bei der Schwenkplatte, die mit der oben beschriebenen Stellvorrichtung verstellt wird, muss es sich nicht zwingend um den Solarmodulträger handeln. Beispielsweise kann die Schwenkplatte auch einfach als Abdeckplatte dienen, mit der beispielsweise in Wüstengebieten die Solarmodule gegen Sandstürme geschützt werden. Wenn der Sandsturm vorüber ist, wird dann die Abdeckplatte mit Hilfe der Stellvorrichtung von den Solarmodulen weggeschwenkt, so dass die Solaranlage ihren Betrieb wieder aufnehmen kann.
-
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher erläutert.
-
Es zeigen:
-
1 eine Prinzipskizze einer Trägeranordnung für Solarmodule;
-
2 einen schematischen Schnitt durch eine Verriegelungseinrichtung zur Verriegelung einer Schwenkplatte der Trägeranordnung in einer von mehreren Einstellpositionen;
-
3 eine detaillierte Schnittdarstellung wesentlicher Teile einer Stellvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
-
4 die Stellvorrichtung nach 3 in einer anderen Einstellposition;
-
5 eine Prinzipskizze einer Stellvorrichtung gemäß einem anderen Ausführungsbeispiel;
-
6 einen schematischen Schnitt durch eine pneumatisch betätigte Bremseinrichtung zum Fixieren der Schwenkplatte;
-
7 eine Prinzipskizze einer Solaranlage mit mehreren Trägeranordnungen und Abdeckplatten zum Schutz der Solarmodule;
-
8 die Solaranlage nach 4 im eingeklappten Zustand; und
-
9 eine Prinzipskizze einer Trägeranordnung gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel.
-
1 zeigt eine einzelne Trägeranordnung 10 für Solarmodule 12. Die Trägeranordnung weist eine beispielsweise waagerecht auf dem Erdboden 14 befestigte Basisplatte 16 und eine Schwenkplatte 18 auf, die mit den Solarmodulen 12 bestückt ist. Die Basisplatte 16 und die Schwenkplatte 18 sind längs eines Randes durch ein scharnierartiges Gelenk 20 miteinander verbunden, so dass der Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 je nach Sonnenstand so eingestellt werden kann, dass die Sonnenstrahlung möglichst rechtwinklig auf die Solarmodule 12 trifft.
-
Eine Stellvorrichtung 22 zur Neigungsverstellung der Schwenkplatte 18 wird durch einen expandierbaren Balg 24 und eine zugehörige Steuereinrichtung 26 gebildet. Der Balg 24 hat die Form eines Sackes, dessen Wände aus flexiblem, jedoch vorzugsweise nicht dehnbarem Material bestehen, und ist unmittelbar angrenzend an das Gelenk 20 zwischen der Basisplatte 16 und der Schwenkplatte 18 angeordnet. Die Steuereinrichtung 26 enthält eine Druckfluidquelle, die über eine Leitung 28 mit dem Balg 24 verbunden ist. In Richtung der durch das Gelenk 20 definierten Schwenkachse (rechtwinklig zur Zeichenebene in 1) erstreckt sich der Balg 24 im wesentlichen über die gesamte Länge der Basisplatte 16 und der Schwenkplatte 18, während er in der dazu rechtwinkligen Richtung nur eine verhältnismäßig geringe Breite aufweist, die deutlich kleiner ist als die Breite der Schwenkplatte 18. Die Basisplatte 16 braucht nur wenig breiter zu sein als der Balg 24.
-
Wenn dem Balg 24 über die Steuereinrichtung 26 Druckluft zugeführt wird, so wird der Balg expandiert, so dass er die Schwenkplatte 18 von der Basisplatte 16 wegdrückt. Auf diese Weise kann die Schwenkplatte 18 auf den gewünschten Neigungswinkel eingestellt werden. Wenn der optimale Winkel erreicht ist, wird durch die Steuereinrichtung 26 der Druck konstant gehalten, so dass die Schwenkplatte 18 in der eingestellten Position verbleibt.
-
Wenn sich im Laufe des Tages der Sonnenstand ändert, so kann mit Hilfe der Steuereinrichtung 26 der Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 entsprechend angepasst werden.
-
Es ist auch eine automatische Nachführung des Neigungswinkels der Schwenkplatte möglich. Lediglich als Beispiel zeigt 1 eine Ausführungsform, bei der die von der Sonneneinstrahlung abhängige Leistung zweier Solarmodule 12a, 12b gemessen und an die Steuereinrichtung 26 gemeldet wird. Das Solarmodul 12b ist relativ zu der Schwenkplatte 18 geringfügig schräg gestellt, so dass die Sonne unter leicht unterschiedlichen Winkeln auf die Solarmodule 12a und 12b trifft. Wenn das Solarmodul 12a ideal zur Sonne ausgerichtet ist, liefert deshalb das Solarmodul 12b eine geringfügig geringere Leistung. Wenn im Laufe des Nachmittags die Sonne tiefer sinkt, so nimmt die Leistung des Solarmoduls 12a ab und die des Solarmoduls 12b zu, bis schließlich ein Gleichstand erreicht ist. Dies ist für die Steuereinrichtung 26 das Signal, den Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 zu erhöhen, bis wieder das ursprüngliche Leistungsverhältnis hergestellt ist. Entsprechend wird während des Vormittags, bei abnehmendem Sonnenstand, der Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 verringert, so dass den ganzen Tag über eine automatische Nachführung erreicht wird.
-
Zum Halten des Druckes in dem Balg 24 und zum kontrollierten Verringern dieses Druckes können nicht gezeigte Ventile in der Steuereinrichtung 26 vorgesehen sein. Ein Kompressor, mit dem der Druck im Balg 24 erhöht wird, braucht deshalb nur sporadisch in Betrieb genommen zu werden, wenn die Schwenkplatte 18 steiler aufgerichtet werden muss. Die Stellvorrichtung hat somit insgesamt nur einen sehr geringen Eigenbedarf an Energie.
-
In windreichen Gegenden kann es zweckmäßig sein, die Schwenkplatte 18 zusätzlich in der jeweils eingestellten Position zu fixieren, damit Schwingungen der Schwenkplatte vermieden werden. In dem in 1 gezeigten Beispiel sind zu diesem Zweck eine an der Basisplatte 16 befestigte Lochplatte 30 und eine an der Schwenkplatte 18 befestigte Verriegelungseinrichtung 32 vorgesehen. Die Verriegelungseinrichtung wird über die Steuereinheit 26 und eine Leitung 33 pneumatisch betätigt.
-
In 2 ist der Aufbau der Verriegelungseinrichtung 32 detaillierter dargestellt. Auf der Schwenkplatte 18 ist ein Zylinder 34 befestigt, der einen Kolben 36 aufnimmt. Mit dem Kolben ist ein Bolzen 38 verbunden, der aus dem Zylinder 34 herausragt und in Richtung auf die Lochplatte 30 vorspringt. Außerdem nimmt der Zylinder 34 eine Druckfeder 40 auf, die den Bolzen 38 in Richtung auf die Lochplatte 30 vorspannt. Wenn die Schwenkplatte 18 mit Hilfe des Balges 24 verschwenkt wird, so gleitet der Bolzen 38 mit seinem konisch verjüngten freien Ende an der Lochplatte 30 entlang, bis er in ein konisch verjüngtes Loch 42 der Lochplatte einfällt. Auf diese Weise wird die Schwenkplatte 18 in ihrer Position verriegelt.
-
Wenn die Position der Schwenkplatte erneut verändert werden soll, so wird der Zylinder 34 über die von der Steuereinrichtung 26 kommende Leitung 34 mit Druck beaufschlagt, so dass der Bolzen 38 entgegen der Kraft der Druckfeder 40 zurückgezogen wird und aus dem Loch 42 austritt. Anschließend wird der Druck in dem Balg 24 erhöht oder verringert, und sobald sich der Bolzen 38 von dem Loch 42 wegbewegt hat, wird der Zylinder wieder drucklos gemacht. Die Schwenkplatte 18 wird dann so lange verschwenkt, bis der Bolzen 38 im nächsten Loch der Lochplatte 30 einfällt.
-
3 und 4 zeigen eine Ausführungsform, bei der der Balg 24 zugleich das Gelenk 20 bildet, das die Basisplatte 16 mit der Schwenkplatte 18 verbindet. Der Balg 24 wird hier durch einen an beiden Enden luftdicht verschlossenen Schlauch gebildet. Die an der Basisplatte 16 anliegende Wand des Balges 24 bildet eine Falte 44, die in einer Nut der Basisplatte 16 aufgenommen ist und durch eine Klemmplatte 46 in dieser Nut fixiert wird. Die Klemmplatte 46 weist auf der Länge verteilte Schraubenlöcher 48 auf und kann mit Schrauben, die durch die Falte 44 hindurchgehen, fest gegen den Grund der Nut in der Basisplatte gespannt werden. Dadurch wird die Falte 44 gequetscht, so dass ein Ausreißen des Wandmaterials des Balges 24 vermieden wird. Zugleich werden durch die Klemmplatte die von den Schrauben verursachten Löcher in der Wand des Balges 24 abgedichtet.
-
Auf die gleiche Weise ist der Balg 24 auch mit der Basisplatte 18 verbunden. An den unmittelbar aneinandergrenzenden Rändern der Basisplatte 16 und der Schwenkplatte 18 sind weitere Klemmplatten 50 vorgesehen, die entsprechende Falten des Balges 24 fixieren. Das Gelenk 20 wird dann durch den Teil der Wand des Balges 24 gebildet, der zwischen den beiden Klemmplatten 50 verläuft.
-
4 zeigt den Balg 24 und das Gelenk 20 in einem Zustand, in dem die Schwenkplatte 18 flach auf der Basisplatte 16 aufliegt.
-
5 zeigt eine Ausführungsform, bei der anstelle eines einzelnen Balges mehrere (im gezeigten Beispiel zwei) übereinander gestapelte Bälge 24’ vorgesehen sind. Jeder Balg 24’ ist über eine eigene Leitung 28’ mit der Steuereinrichtung 26 verbunden, so dass die Drücke in den Bälgen unabhängig voneinander steuerbar sind. Die Schwenkplatte 18 kann in diesem Fall dadurch stufenweise verstellt werden, dass die Bälge 24’ nacheinander mit Druck beaufschlagt werden. Der Druck innerhalb jedes Balges braucht daher nicht variabel zu sein, da der Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 durch die Anzahl der druckbeaufschlagten Bälge bestimmt wird. Es versteht sich, dass in der Praxis auch wesentlich mehr als zwei Bälge vorgesehen sein können, so dass eine feinstufigere Winkelverstellung ermöglicht wird. Die Bälge können (im vollständig expandierten Zustand) auch unterschiedliche Volumen haben, so dass der Neigungswinkel auch durch die Wahl unterschiedlicher Kombinationen von druckbeaufschlagten Bälgen bestimmt werden kann. Auf diese Weise kann die Anzahl der stufenweise einstellbaren Neigungswinkel größer sein als die Anzahl der vorhandenen Bälge.
-
Wenn, wie bei dem in 1 und 5 gezeigten Ausführungsbeispiel, der Neigungswinkel der Schwenkplatte 18 stufenweise einstellbar ist, so ist es zweckmäßig, wenn diese Stufen äquidistant sind, so dass der Neigungswinkel in festen Winkelintervallen verstellt werden kann. Da die Abhängigkeit des Sonnenstandes von der Tageszeit und der Jahreszeit bekannt ist, kann in der Steuereinrichtung 26 eine Zeitsteuerung programmiert sein, die eine Verstellung des Neigungswinkels um eine Stufe immer dann veranlasst, wenn sich die Höhe des Sonnenstandes um einen entsprechenden Betrag geändert hat.
-
Zur zusätzlichen Fixierung der Schwenkplatte 18 in der jeweils eingestellten Winkelstellung ist bei dem in 5 gezeigten Beispiel eine Bremseinrichtung 52 vorgesehen, die über die Steuereinrichtung 26 und eine Leitung 54 pneumatisch betätigbar ist.
-
Wie deutlicher in 6 gezeigt ist, wird die Bremseinrichtung 52 durch eine fest an der Basisplatte 16 angebrachte Bremsscheibe 56 und einen Schwimmsattel 58 gebildet, der in der Richtung senkrecht zur Bremsscheibe 56 verschiebbar an der Schwenkplatte 18 gehalten ist. Der Schwimmsattel 58 nimmt einen an die Leitung 54 angeschlossenen Bremszylinder 60 auf und bildet zugleich eine Bremsbacke 62, die den Rand der Bremsscheibe 56 übergreift und an die vom Bremszylinder 60 abgewandte Seite der Bremsscheibe 56 anlegbar ist. Ein Kolben 64 des Bremszylinders 60 ist mit einer weiteren Bremsbacke 66 verbunden. Wenn der Bremszylinder mit Druck beaufschlagt wird, so legt sich die Bremsbacke 66 gegen die Bremsscheibe 56 und drückt gleichzeitig den Schwimmsattel 58 von der Bremsscheibe weg, bis schließlich die Bremsscheibe zangenförmig zwischen den beiden Bremsbacken 66 und 62 eingespannt wird. Wenn die Neigung der Schwenkplatte verstellt werden soll, so wird der Bremszylinder 60 vorübergehend drucklos geschaltet.
-
Diese Bremseinrichtung 52 ermöglicht eine Fixierung der Schwenkplatte 18 in jeder beliebigen Winkelstellung und ist deshalb besonders zweckmäßig in Kombination mit Stellvorrichtungen, die für eine stufenlose Verstellung der Schwenkplatte 18 ausgelegt sind.
-
In der Praxis wird eine Solarenergieanlage nicht nur eine einzelne Trägeranordnung 10 für Solarmodule aufweisen, sondern eine Vielzahl solcher Trägeranordnungen. In dem Fall können die Stellvorrichtungen 22 sämtlicher Trägeranordnungen 10 an eine gemeinsame Steuereinrichtung 26 angeschlossen sein, so dass die Neigungswinkel sämtlicher Schwenkplatten 18 auf einfache Weise synchron gesteuert werden können. Die Leitungen 28 bzw. 28’ können dabei durch flexible Schläuche gebildet werden, so dass hinsichtlich der Positionierung der verschiedenen Trägeranordnungen 10 relativ zueinander keine besondere Genauigkeit erforderlich ist.
-
In 7 sind zwei Trägeranordnungen 10 einer größeren Solaranlage gezeigt. Von der linken Trägeranordnung ist dabei nur der freie Endbereich der Schwenkplatte 18 dargestellt. Die Trägeranordnungen 10 sind so aufgestellt, dass sie sich (bei nicht zu niedrigem Sonnenstand) nicht gegenseitig abschatten. Bei der rechten Trägeranordnung 10 in 7 ist die durch zwei Bälge (wie in 5) gebildete Stellvorrichtung 22 gezeigt. Die allen Trägeranordnungen gemeinsame Steuereinrichtung ist jedoch nicht dargestellt.
-
Das Gelenk 20 dient in diesem Beispiel nicht nur zur Verbindung der Basisplatte 16 mit der Schwenkplatte 18, sondern bildet zugleich ein Schwenklager für eine Abdeckplatte 68, mit der die Solarmodule 12 im Bedarfsfall, beispielsweise bei einem Sandsturm, gegen schädliche Einwirkungen geschützt werden können. Die Stellvorrichtung 22 weist einen zusätzlichen Balg 70 auf, der zwischen der Schwenkplatte 18 und der zugehörigen Abdeckplatte 68 angeordnet ist und dazu dient, die Abdeckplatte 68 relativ zu der Schwenkplatte 18 zu verschwenken.
-
In dem in 7 gezeigten Zustand ist die Abdeckplatte 68 über die Vertikalstellung hinaus so weit verschwenkt, dass sie mit ihrem freien Ende an das freie Ende der benachbarten Schwenkplatte 18 angrenzt und somit die Solarmodule 12 der Trägeranordnung 10, zu der sie selbst gehört, nicht abschattet.
-
Wenn ein Sandsturm aufzieht, so können mit Hilfe der Stellvorrichtung 22 und der zentralen Steuereinrichtung zunächst die Schwenkplatten 18 in die horizontale Position geschwenkt werden, in der sie jeweils flach auf der zugehörigen Basisplatte 16 aufliegen. Außerdem werden auch die Abdeckplatten 68 in die horizontale Position geschwenkt, in der sie die Solarmodule 12 abdecken, wie in 8 gezeigt ist. Zum Verschwenken der Abdeckplatte 68 kann in dem Balg 70 auch ein Unterdruck erzeugt werden, so dass die Abdeckplatte an die Schwenkplatte 18 herangezogen wird. Wenn die Anlage wieder in den betriebsbereiten Zustand überführt werden soll, so werden die Bälge der Stellvorrichtung 22 – einschließlich des Balges 70 – mit positivem Druck beaufschlagt, so dass die Schwenkplatte 18 und die Abdeckplatte 68 wieder in die in 7 gezeigte Position schwenken.
-
Wenn die Schwenkplatten 18 und / oder die Abdeckplatte 68 nur in einer einzigen Winkelstellung verriegelt zu werden brauchen, beispielsweise in der Stellung nach 8, so kann das in 2 gezeigte Ventil aus so abgewandelt werden dass es einen Auslass 70 aufweist (in 2 gestrichelt eingezeichnet), der über eine Leitung 72 mit dem zugehörigen Balg verbunden ist und erst dann durch den Kolben 36 freigegeben wird, wenn die Verriegelung aufgehoben ist.
-
9 zeigt ein Ausführungsbeispiel, dass sich von der Ausführungsform nach 1 dadurch unterscheidet, dass das Gelenk 20 nicht an einem Ende, sondern in einem mittleren Bereich der Schwenkplatte 18 angeordnet ist. Die Basisplatte 16 hat in dielem Beispiel zwei dachförmig angeordnete Schenkel. Zwei symmetrisch angeordnete Bälge 24 erlauben es die Schwenkplatte in beide Richtungen zu kippen. Beispielsweise kann die Schwenkachse parallel zur Erdachse angeordnet sein, so dass die Solarmodule 12 (etwa in tropischen oder subtropischen Regionen) dem Lauf der Sonne von Ost nach West folgen können.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 202006009100 U1 [0002]
- DE 202007013325 U1 [0002]
- EP 1870645 A2 [0002]
- WO 2008/083963 A1 [0006]