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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Sicherheitssystem für eine Laufkatze
eines Krans, insbesondere eines Turmdrehkrans, wobei die Laufkatze auf
einer Führungsfläche des
Krans bewegbar angeordnet ist. Weiterhin betrifft die Erfindung
einen Kran, insbesondere einen Turmdrehkran, mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitssystem.
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Krane
werden allgemein immer dann eingesetzt, wenn Lasten gehoben und
bewegt werden müssen.
Ein typisches Einsatzgebiet ist die Gebäudeerrichtung. Hierbei müssen Lasten
schnell und flexibel an die Orte transportiert werden, wo sie zur
weiteren Verwendung benötigt
werden. Insbesondere bei der Errichtung von Hochhäusern oder
Kraftwerken werden mit Kranen schwere Lasten über mehrere zehn- bis hundert
Meter in die Höhe
transportiert, beispielsweise Baumaschinen oder Baumaterial wie Sand
oder Zement.
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Damit
die Lasten in die Höhe
transportiert werden können,
werden häufig
sogenannte Turmkräne
eingesetzt, die einen im Wesentlichen vertikal verlaufenden Turm
und einen daran befestigten, im Wesentlichen horizontal verlaufenden
Ausleger umfassen. Üblicherweise
befindet sich auf diesem Ausleger eine Führungsfläche, auf der die Laufkatze
entlang des Auslegers bewegbar ist. Hierzu weist der Ausleger Umlenkrollen
auf, über
die zwei sogenannte Laufkatzseile geführt werden, die mit der Laufkatze verbunden
sind. Die Laufkatzseile werden mit einer Antriebseinheit bewegt,
die eine antreibbare Laufkatzseil-Antriebstrommel umfassen, von der sich
das erste Laufkatzseil aufwickelt, während sich das zweite abwickelt,
sofern eine entsprechende Kraft wirkt. In der Laufkatze selbst kann
ebenfalls eine antreibbare Trommel angeordnet sein, auf die Lastseile,
an welche die zu transportierenden Lasten befestigt werden, auf- und abgerollt werden
können.
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Um
einen sicheren Transport der üblicherweise
schweren Lasten gewährleisten
zu können, darf
einerseits das auf den Kran wirkende Kippmoment nicht zu groß werden,
da er sich sonst neigen oder gar umkippen kann. Je schwerer die
Last, desto weniger weit weg vom Turm darf sie mittels der Laufkatze
entlang des Auslegers bewegt werden. Andererseits dürfen die
Lasten nicht zu schnell bewegt werden, da sie sonst zu stark pendeln
und ihre kinetische Energien zu groß und sie damit schwer beherrschbar
werden.
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Eine
besondere Gefahr beim Transportieren geht von einem Bruch des Laufkatzseils
oder des Getriebes aus, über
welches die Laufkatzseil-Antriebstrommel
angetrieben wird. Die Ausleger sind, wie oben angedeutet, im Wesentlichen
horizontal angeordnet, befinden sich jedoch nie exakt in der Horizontalen.
Bricht das Laufkatzseil oder das Getriebe, so kann sich die Laufkatze
unkontrolliert auf der Führungsfläche entlang
des Auslegers bewegen. Sind schwere Lasten an der Laufkatze befestigt,
genügt schon
eine geringe Abweichung aus der Horizontalen, um die Laufkatze zu
beschleunigen. Dabei kann der Fall auftreten, dass sich die Laufkatze
in Richtung des Turms bewegt, wo sich je nach Ausführung der Kranführer befindet.
Bewegt sich die Laufkatze unkontrolliert auf den Turm zu, kann sie
oder die an ihr hängende
Last einerseits den Kranführer
verletzen und andererseits die Last in den Turm einschlagen, was
schwere Beschädigungen
der Last und des Turmes und Verletzungen des Kranführers hervorrufen kann.
Im schlimmsten Fall bricht der Turm zusammen.
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Weiterhin
kann der noch kritischere Fall auftreten, dass sich die Laufkatze
in Richtung des freien, dem Turm abgewandten Endes des Auslegers
bewegt. Mit zunehmendem Abstand der Last vom Turm erhöht sich
das auf den Kran wirkende Kippmoment, so dass sich der Ausleger
immer weiter aus der Horizontalen neigt, wodurch die auf die Laufkatze
wirkende Hangabtriebskraft immer größer und die Laufkatze immer
stärker
beschleunigt wird. Die Laufkatze be wegt sich immer schneller zum
freien Ende des Auslegers und der Kran droht umzukippen. Von derartigen
Situationen gehen ernste Gefahren für die sich im Umfeld des Krans
befindenden Personen aus.
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Um
das unkontrollierte Bewegen der Laufkatze im Falle eines Bruchs
des Laufkatzseils zu verhindern, sind an der Laufkatze angeordnete
Sicherheitssysteme entwickelt worden, die beispielsweise darauf
beruhen, dass ein Hebel vom Laufkatzseil in einer Ausgangsstellung
gehalten wird, in der die Beweglichkeit der Laufkatze nicht einschränkt wird.
Bei einem Bruch des Laufkatzseils stellt sich der Hebel in eine
Endstellung, in der er formschlüssig
beispielsweise in eine Strebe des Auslegers eingreift und somit
die Laufkatze zum Stehen bringt.
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Nachteilig
an derartigen Sicherheitssystemen ist, dass der Hebel schlagartig
an eine Strebe anschlägt
und somit die Laufkatze abrupt abgebremst wird. Zum einen übersteigt
in solchen Situationen das auf den Hebel wirkende Biegemoment das zulässige Biegemoment
um ein Vielfaches, so dass die Gefahr groß ist, dass der Hebel aus seiner
Verankerung gerissen und beschädigt
wird und somit das Sicherheitssystem unwirksam wird. Zum anderen
bewirkt die abrupte Abbremsung der Laufkatze, dass die an ihr hängenden
Lasten stark zu pendeln beginnen, was wiederum eine Gefahr für die Stabilität des Krans
und die sich im Umfeld des Krans befindenden Personen darstellt.
Da dieses Sicherheitssystem von der Laufkatze in der Ausgangsstellung
gehalten wird, wird es im Falle eines Getriebebruchs nicht ausgelöst, da in
dieser Situation das Laufkatzseil intakt ist.
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, das Sicherheitssystem der eingangs genannten
Art so weiterzuentwickeln, dass es eine sichere Abbremsung der Laufkatze
insbesondere im Falle eines Bruchs des Laufkatzseils oder eines
Getriebebruchs bewirkt, ohne dass die oben beschriebenen nachteiligen
Wirkungen auftreten. Weiterhin soll das Sicherheitssystem einfach
nachrüstbar
und robust und zuverlässig sein.
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Gelöst wird
die Aufgabe mit einem mit der Laufkatze verbundenen Bremsseil, welches
von der Laufkatze bewegbar ist, und einer mit dem Bremsseil zusammenwirkenden
Bremseinheit zum Abbremsen des Bremsseils und der Laufkatze. Die
Laufkatze wird üblicherweise
mit einem ersten und einem zweiten Laufkatzseil bewegt, wobei auch
andere Weisen denkbar sind, auf welche die Laufkatze bewegbar ist. So
kann die Laufkatze eine eigene Antriebseinheit aufweisen. Das Bremsseil
wird von der Laufkatze bewegt und folgt somit den Bewegungen der
Laufkatze. Da es im Normalbetrieb nicht zum Beschleunigen und Abbremsen
der Laufkatze dient, wird das Bremsseil in diesem Fall nicht belastet,
sondern wird von der Laufkatze mitgeschleppt. Führt nun die Laufkatze eine
unkontrollierte Bewegung aus, insbesondere infolge eines Bruchs
des Laufkatzseils, kann in diesem Fall das Bremsseil zum Abbremsen
der Laufkatze genutzt werden. Hierzu dient die Bremseinheit, die mit
dem Bremsseil zusammenwirkt. Die Bremseinheit bremst das Bremsseil
ab, womit auch die Laufkatze abgebremst wird. Das Bremsseil steht
somit auch dann mit der Laufkatze in Verbindung, wenn eines der
Laufkatzseile reißt,
so dass auch beim Bruch des Laufkatzseils mit dem Bremsseil Zugkräfte auf die
Laufkatze übertragen
werden können.
Die Bewegung der Laufkatze kann auch in diesem Fall kontrolliert
werden, so dass Unfälle
vermieden werden können.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung, in welcher die Laufkatze
mittels einer ansteuerbaren Antriebseinheit bewegbar ist, sind ein erster
Sensor zum Erzeugen von ersten Signalen, die den Bewegungszustand
der Laufkatze auf der Führungsfläche charakterisieren
und ein zweiter Sensor zum Erzeugen von zweiten Signalen, die den
Sollzustand der Antriebseinheit charakterisieren, vorgesehen. Die
Antriebseinheit wird vom Kranführer
mit Ansteuerbefehlen versorgt, welche beispielsweise die Richtung
und Geschwindigkeit vorgeben, mit welcher sich die Laufkatze auf
der Führungsfläche des
Auslegers bewegen soll. Insoweit gibt der Kranführer den Sollzustand der Antriebseinheit
vor, der sich im Normalbetrieb im Bewegungszustand der Laufkatze
wiederspiegelt, möglicherweise
auch mit einer bestimmten zeitlichen Verzögerung infolge einer Relaxation, die
beispielsweise in Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgängen begründet sein kann. Die ersten
Signale charakterisieren den Bewegungszustand der Laufkatze und
die zweiten Signale den Sollzustand der Antriebseinheit. Die Signale
können
so aufbereitet werden, dass der Kranführer abschätzen kann, ob die Laufkatze
seinen Ansteuerbefehlen folgt. Ist dies der Fall, so liegt der Normalbetrieb
vor. Tritt jedoch beispielsweise der Fall auf, in dem sich die Laufkatze bewegt,
obwohl die Antriebseinheit steht, so kommt es zu einer Abweichung
der ersten und der zweiten Signale derart, dass eine Divergenz zwischen
dem Sollzustand der Antriebseinheit und des Bewegungszustandes der
Laufkatze vorliegt. Diese Divergenz deutet darauf hin, dass kein
Normalbetrieb, sondern eine Störung
vorliegt. Diese Störung
kann beispielsweise der Bruch eines der Laufkatzseile sein. Der Kranführer hat
jetzt die Möglichkeit,
die Bremseinheit zu aktivieren, mit der das Bremsseil und folglich
auch die Laufkatze abgebremst werden. Unfälle, die infolge einer unkontrollierten
Bewegung der Laufkatze entstehen, können somit rechtzeitig erkannt
und durch Aktivieren der Bremseinheit vermieden werden.
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Vorzugsweise
umfasst die Vorrichtung eine Vergleichseinheit zum Vergleichen der
ersten und zweiten Signale und zum Generieren eines resultierenden
dritten Signals. Die Vergleichseinheit kann so eingerichtet werden,
dass das dritte Signal eine Warnung, beispielsweise in optischer
oder akustischer Form, auslöst,
sobald es einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Der Schwellenwert
kann gewisse zeitliche Abweichungen des ersten vom zweiten Signal
berücksichtigen,
die in unkritischen Vorgängen,
beispielsweise in Beschleunigungs- oder Verzögerungsprozessen oder in Längenausdehnungen
der Laufkatzseile begründet
sind, die aber nicht auf eine Störung
hindeuten. Somit wird vermieden, dass die Warnung fälschlicherweise
generiert wird oder dass der Kranführer die Bremseinheit infolge
einer falschen Interpretation der Divergenz zwischen dem ersten
und dem zweiten Signal auslöst,
obwohl keine Störung
vorliegt.
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Weiterhin
kann die Vergleichseinheit so ausgestaltet sein, dass sie bei einer
Divergenz zwischen dem ersten und dem zweiten Signal die Bremseinheit mittels
des dritten Signals direkt auslöst.
Ein Eingreifen des Kranführers
ist in diesem Fall nicht nötig. Auch
hier kann die Bremseinheit dann ausgelöst werden, wenn die Divergenz
der ersten und zweiten Signale einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Fehlauslösungen der
Bremseinheit infolge einer falschen Interpretation der ersten und
der zweiten Signale werden ebenso verhindert wie eine fehlende Auslösung im
Falle einer Störung,
beispielsweise durch Abwesenheit des Kranführers. Letzeres kann dann der
Fall sein, wenn der Kran für
einige Zeit nicht verwendet wird, aber dennoch eine Last an der
Laufkatze hängt.
Die Betriebssicherheit des Krans wird somit erhöht.
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Vorzugsweise
wird das Bremsseil mit einer oder mehreren Umlenkrollen geführt und
die ersten Signale charakterisieren die Umdrehungen der Umlenkrollen.
Unter Charakterisierung der Umdrehungen kann beispielsweise die
Erfassung der Winkelgeschwindigkeit der Umlenkrollen oder der Anzahl der
Umdrehungen pro Zeiteinheit der Umlenkrollen verstanden werden.
Hierzu kann der erste Sensor entsprechend ausgestaltet und ganz
oder teilweise an der Umlenkrolle oder in ihrer Nähe angebracht sein,
so dass er die Umdrehungen erfassen und in entsprechende erste Signale
umwandeln kann. Da das Bremsseil von der Laufkatze bewegt wird und
somit ihren Bewegungen folgt, kann beispielsweise die Anzahl der
Umdrehungen pro Zeit erfasst und mit Hilfe des bekannten Durchmessers
der Umlenkrolle auf den Bewegungszustand der Laufkatze geschlossen werden.
Erhöht
sich die Geschwindigkeit der Laufkatze, so erhöht sich auch die Anzahl der
Umdrehungen der ersten Umlenkrollen pro Zeit. Entsprechende Sensoren,
welche die Umdrehungen der Umlenkrolle erfassen und. charakterisieren
können,
sind aus anderen Anwendungen gut bekannt und daher kostengünstig verfügbar. Sie
lassen sich einfach montieren und in das Sicherheitssystem integrieren.
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Zweckmäßigerweise
wird das Bremsseil über
zwei oder mehrere Umlenkrollen geführt. Es können mehrere erste Sensoren
an den ersten Umlenkrollen angebracht sein, wodurch eine Redundanz für den Fall
geschaffen wird, dass einer der ersten Sensoren ausfällt. Weiterhin
können
die von den mehreren ersten Sensoren generierten ersten Signale
untereinander verglichen werden, wodurch die Qualität der ersten
Signale verbessert wird. Sollte eine Umlenkrolle blockieren, würde das
anhand dieser Umlenkrolle generierte erste Signal auf eine Störung hinweisen.
In diesem Fall kann ein weiteres erstes Signal, welches an einer
anderen ersten Umlenkrolle generiert wird, herangezogen werden.
Die Gefahr von Fehlauslösungen
wird somit verringert.
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In
einer besonders bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sicherheitssystems, bei
dem die Laufkatze mit einem ersten Laufkatzseil und einem zweiten
Laufkatzseil bewegbar ist und die Antriebseinheit einen Motor, ein
Getriebe, ein in das Getriebe führende
Antriebswelle, eine aus dem Getriebe austretende Abtriebswelle und
eine Laufkatzseil-Antriebstrommel zum Antreiben des ersten und des
zweiten Laufkatzseils umfasst, charakterisieren die ersten Signale
die Umdrehungen der Abtriebswelle und/oder der Laufkatzseil-Antriebstrommel. Diese
Ausführungsform
ist geeignet, einen Getriebebruch zu erkennen. In diesem Fall werden
die Umdrehungen der Abtriebswelle und der Laufkatzseil-Antriebstrommel
von der Laufkatze bestimmt und drehen sich mit einer Geschwindigkeit,
die nicht dem Sollzustand der Antriebseinheit entspricht, was auf
eine Störung,
in diesem Fall auf einen Getriebebruch hindeutet.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung charakterisieren die zweiten Signale
die Umdrehungen der Antriebswelle. Die Antriebswelle gibt den Sollzustand der Antriebseinheit
wieder, so dass hierüber
eine einfach realisierbare und nachrüstbare Möglichkeit zum Erfassen des
Sollzustandes gegeben ist.
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In
einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sicherheitssystems,
bei dem das erste und das zweite Laufkatzseil mit einer oder mehreren
Laufkatzseil-Umlenkrollen geführt
werden, charakterisieren die ersten Signale die Umdrehungen der
Laufkatzseil-Umlenkrollen. Im Falle eines Bruchs eines der Laufkatzseile
tritt eine für
den Normalbetrieb untypische Änderung
der Umdrehungen der Laufkatzseil-Umlenkrollen ein. Je nachdem, wo
das Laufkatzseil bricht, tritt eine der Beschleunigung der Laufkatze
entsprechende Änderung
der Umdrehungen oder ein plötzlicher
Stillstand ein, wenn das gerissene Ende die Laufkatzseil-Umlenkrolle
passiert hat. Auch diese für
den Normalbetrieb untypischen Änderungen
der Umdrehungen der Laufkatzseil-Umlenkrollen können zum Charakterisieren des
Bewegungszustandes der Laufkatze und zum Identifizieren einer Störung herangezogen
werden.
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Vorzugsweise
weist die Antriebseinheit eine Eingabeeinheit zum Eingeben von Ansteuerbefehlen zum
Ansteuern der Antriebseinheit auf und die zweiten Signale charakterisieren
die Ansteuerbefehle. Die Ansteuerbefehle drücken den Sollzustand der Antriebseinheit
aus. In modernen Systemen liegen die Ansteuerbefehle in digitaler
Form vor, die direkt von der Vergleichseinheit verwendet werden
können. Zusätzliche
Komponenten wie Sensoren, die an einer bestimmten Stelle des Sicherheitssystems
angebracht werden, sind nicht notwendig.
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Vorzugsweise
verlaufen die Umlenkrollen und die Laufkatzseil-Umlenkrollen auf
einer gemeinsamen Achse. Üblicherweise
sind die Laufkatzseil-Umlenkrollen mit entsprechenden Achsen bei handelsüblichen
Kränen
ohnehin vorhanden, so dass der zusätzliche Konstruktions- und
Montageaufwand der zum Führen
des Bremsseils benötigten
Umlenkrollen in engen Grenzen gehalten werden kann. Die Nachrüstbarkeit
von bestehenden Kränen
wird erleichtert.
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Bevorzugt
sind die Umlenkrolle und die Laufkatzseil-Umlenkrolle zu einer Doppelrolle
zusammengefasst. Die Doppelrolle kann bereits ab Werk ohne nennenswerten
Mehraufwand montiert werden, so dass das Sicherheitssystem auf sehr
einfache Weise nachgerüstet
werden kann, sollte es der Kunde wünschen oder sollte es die Komplexität der Baustelle
als empfehlenswert erscheinen lassen. Der zeitliche Aufwand zum
Nachrüsten
wird deutlich verringert.
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Vorzugsweise
durchläuft
das Bremsseil die Bremseinheit. Das Bremsseil kann mittels eines Reibschlusses
abgebremst werden, beispielsweise mit zwei aufeinander zu bewegbaren
Bremsbacken, die vom Bremsseil durchlaufen werden. Entsprechende
Seilbremsen sind aus anderen Bereichen der Technik, beispielsweise
aus der Seilbahntechnik, bekannt und daher kostengünstig verfügbar und
zuverlässig.
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In
einer vorteilhaften Weiterentwicklung der vorliegenden Erfindung
ist Umlenkrolle mit der Bremseinheit abbremsbar. Hierzu kann die
Umlenkrolle eine Bremsscheibe aufweisen, die mittels eines Bremssattels
abgebremst wird. Hierdurch kann die Bremseinheit auf sehr hohe Belastungen
ausgelegt werden. Das Bremsseil wird hier beim Bremsvorgang nicht
durch Bremsbacken belastet, wodurch das Bremsseil weniger Verschleiß ausgesetzt
ist.
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Weiterhin
ist es günstig,
wenn das Bremsseil mit einer weiteren Antriebseinheit antreibbar
ist. Sollte es zu einem Bruch des Laufkatzseils kommen und die Laufkatze
an einer beliebigen Stelle der Führungsfläche des
Auslegers zum Stehen kommen, kann sie mittels der weiteren Antriebseinheit
unter Verwendung des Bremsseils langsam in Richtung des Turms gezogen
werden, was den Austausch des gebrochenen Laufkatzseils erleichtert.
Auch wird in dieser Ausführungsform
der regelmäßige Austausch der
Laufkatzseile, beispielsweise aufgrund des Erreichens der Ablagereife,
vereinfacht. Der Einsatz der weiteren Antriebseinheit zum Bewegen
der Laufkatze ist nicht für
den Normalbetrieb vorgesehen.
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Weiterhin
betrifft die Erfindung einen Kran, insbesondere einen Turmdrehkran,
der ein Sicherheitssystem nach einem der vorherigen Ausführungsbeispiele
umfasst. Die zu den verschiedenen Ausführungsbeispielen diskutierten
Vorteile gelten für
den Kran gleichermaßen.
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Die
Erfindung wird unter Bezugnahme auf die anhängenden Zeichnungen anhand
von bevorzugten Ausführungsbeispielen
im Detail erläutert.
Es zeigen
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1 eine
schematische Darstellung eines Krans mit einem ersten Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Sicherheitssystems,
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2 eine
schematische Darstellung eines Krans mit einem zweiten Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Sicherheitssystems,
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3 eine
schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Antriebseinheit,
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4 eine
schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Antriebseinheit,
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5 eine
schematische Darstellung einer Laufkatzseil-Umlenkrolle und einer
Umlenkrolle zum Führen
des Bremsseils, die auf einer gemeinsamen Achse angeordnet sind,
und
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6 eine
schematische Darstellung einer Doppelrolle, zu der die Umlenkrolle
und die Laufkatzseil-Umlenkrolle zusammengefasst sind.
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1 zeigt
einen Kran 10, hier einen Turmdrehkran 12, der
mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitssystem 141 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel
ausgestattet ist. Der Kran 10 weist einen Turm 16 auf,
der sich im Wesentlichen vertikal erstreckt, und einen am Turm 16 befestigten
Ausleger 18, der sich im Wesentlichen horizontal erstreckt. Der
Zusatz „im
Wesentlichen” soll
zum Ausdruck bringen, dass eine exakt vertikale bzw. horizontale Ausrichtung
des Turms 16 und des Auslegers 18 nicht möglich ist.
Ferner sind viele Kräne
als Wippkräne
ausgeführt,
bei denen der Ausleger 18 drehbar gelagert ist und aus
der Horizontalen bis nahezu in die Vertikale geschwenkt werden kann.
Für die
vorliegende Erfindung ist dies jedoch nicht von Bedeutung.
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Der
Ausleger 18 weist eine Führungsfläche 20 auf, entlang
der eine Laufkatze 22 bewegbar angeordnet ist, wozu Räder 24 vorgesehen
sind. Die Laufkatze 22 wird mit einer Antriebseinheit 26,
welche ein erstes Laufkatzseil 28 und ein zweites Laufkatzseil 30 umfasst,
entlang der Führungsfläche 20 bewegt.
Die Antriebseinheit 26 umfasst weiterhin eine Laufkatzseil-Antriebstrommel 32,
auf der das erste und das zweite Laufkatzseil 28, 30 so
angeordnet sind, dass das erste Laufkatzseil 28 abgewickelt wird,
wenn das zweite Laufkatzseil 30 angezogen wird und umgekehrt.
Das erste und das zweite Laufkatzseil 28, 30 werden über insgesamt
vier Laufkatzseil-Umlenkrollen 341 bis 344 entlang des Auslegers 18 herum
geführt,
wobei auch eine geringere oder höhere
Anzahl der Laufkatzseil-Umlenkrollen 34 denkbar ist.
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Weiterhin
ist ein Bremsseil 36 an der Laufkatze 22 befestigt,
welches mit insgesamt vier Umlenkrollen 381 bis 384 entlang des Auslegers 18 geführt wird.
Wiederum ist eine höhere
oder geringere Anzahl der Umlenkrollen 38 denkbar. Im dargestellten
Beispiel durchläuft
das Bremsseil 36 eine Bremseinheit 401 ,
welche zwei Bremsbacken 42 umfasst, die aufeinander zu
bewegbar sind. Mit den Bremsbacken 42 ist das Bremsseil 36 über einen
Reibschluss abbremsbar.
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Das
Sicherheitssystem 14 umfasst weiterhin einen ersten Sensor 44 und
einen zweiten Sensor 46. Der erste Sensor 44 ist
an einer der Umlenkrollen 38 angeordnet und erfasst die
Umdrehungen der Umlenkrolle 38. Der zweite Sensor 46 ist
in der Antriebseinheit 26 angeordnet und erfasst den Sollzustand der
Antriebseinheit 26 (vgl. 3 und 4).
Der erste Sensor 44 generiert dabei erste Signale und der zweite
Sensor 46 zweite Signale, die an eine Vergleichseinheit 48 weitergeleitet
werden, beispielsweise über
elektrische Leitungen 49, wobei auch eine drahtlose Kommunikation
denkbar ist.
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Das
Sicherheitssystem 14 funktioniert folgendermaßen: Im
Normalbetrieb wird die Laufkatze 22 mit dem ersten und
dem zweiten Laufkatzseil 28, 30 entlang der Führungsfläche 20 des
Auslegers 18 durch ein entsprechendes Ansteuern der Antriebseinheit 26 bewegt.
Das Bremsseil 36 wird dabei von der Laufkatze 22 mit
bewegt oder mit geschleppt und folgt daher den Bewegungen der Laufkatze 22.
Die vom ersten Sensor 44 generierten ersten Signale basieren
dabei auf den Umdrehungen der Umlenkrollen 38, während die
zweiten Signale den Sollzustand der Antriebseinheit 26 charakterisieren. Änderungen
und Stagnationen der ersten Signale lassen sich auch an den Änderungen
oder Stagnationen der zweiten Signale ablesen und umkehrt. Wird
beispielsweise die Antriebseinheit 26 derart angesteuert,
dass die Laufkatze 22 vom Stillstand auf eine bestimmte
Geschwindigkeit gebracht werden soll, so ändern sich zunächst die
zweiten Signale. Nach einer bestimmten Relaxationszeit beginnt die
Laufkatze 22 sich zu bewegen und bewegt das Bremsseil 36 mit,
so dass die Umlenkrollen 38 beginnen, sich zu drehen. Diese Umdrehungen
werden von den ersten Sensoren 44 erfasst, so dass sich
auch die ersten Signale ändern. Die
Vergleichseinheit 48 stellt anhand eines Vergleichs der
ersten und zweiten Signale den Normalbetrieb fest.
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Bricht
nun eines der Laufkatzseile 28, 30, so führt die
Laufkatze 22 Bewegungen aus, die nicht mehr denen folgen,
die von der Antriebseinheit 26 vorgege ben werden. Die ersten
Signale stellen beispielsweise eine Beschleunigung der Laufkatze 22 anhand
einer Erhöhung
der Umdrehungen pro Zeiteinheit der Umlenkrollen 38 fest,
obwohl die Antriebseinheit 26 konstant weiterläuft. Die
ersten Signale ändern
sich, wohingegen die zweiten Signale konstant bleiben. Die Vergleichseinheit 48 stellt
anhand eines Vergleichs der ersten und zweiten Signale eine Störung fest.
Das dritte Signal kann eine optische oder akustische Warnung ausgeben
oder, wie dargestellt, dazu verwendet werden, die Bremseinheit 401 zu aktivieren. Die Bremseinheit 401 bremst das Bremsseil 36 ab,
wodurch auch die Laufkatze 22 abgebremst wird und zum Stillstand
kommt, bevor sie Schäden verursachen
kann.
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In 2 ist
ein zweites Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Sicherheitssystems 14 dargestellt,
welches weitgehend dem ersten Ausführungsbeispiel entspricht.
Allerdings ist die Bremseinheit 402 anders
aufgebaut als diejenige, die in 1 gezeigt
ist. Es wird nicht das Bremsseil 36 direkt abgebremst,
sondern eine der Umlenkrollen 38. Ein Durchrutschen des
Bremsseils 36 über
die abgebremste Umlenkrolle 38 kann dadurch verhindert werden,
dass das Bremsseil 36 mehrmals um diese Umlenkrolle 38 geschlungen
wird. Zum Abbremsen der Umlenkrolle 38 umfasst die Bremseinheit 402 eine Bremsscheibe 50, die über einen
nicht dargestellten Bremssattel abgebremst wird. Der Bremssattel
wird wiederum über
die Vergleichseinheit 48 aktiviert, sobald das dritte Signal
einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.
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Weiterhin
ist die Umlenkrolle 38 mittels einer weiteren Antriebseinheit 26 antreibbar.
Hierdurch kann die Laufkatze 22 auch dann bewegt werden, wenn
die Laufkatzseile 28, 30 gebrochen sind.
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In 3 ist
ein erstes Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Antriebseinheit 261 dargestellt. Diese umfasst einen Motor 52,
ein Getriebe 54, eine in das Getriebe 54 führende Antriebswelle 56 und
eine aus dem Getriebe 54 aus tretende Abtriebswelle 58,
die auf die Laufkatzseil-Antriebstrommel 32 führt. Der
erste Sensor 44 erfasst die Umdrehungen der Abtriebswelle 58 und
der zweite Sensor 46 die Umdrehungen der Antriebswelle 56.
Im Normalbetrieb stehen die Umdrehungen der Antriebswelle 56 und
der Abtriebswelle 58 in einem festen Verhältnis zueinander.
Bricht nun das Getriebe 54, so wird dieses feste Verhältnis aufgelöst und die
Umdrehungen der Abtriebswelle 58 werden von der nun unkontrollierbaren
Bewegung der Laufkatze 22 bestimmt. Wiederum folgen die
ersten Signale nicht den zweiten Signalen, so dass die Vergleichseinheit 48 die
Bremseinheit 40 aktiviert und die Laufkatze 22 mit
Hilfe des Bremsseils 36 abgebremst wird.
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In 4 ist
ein zweites Ausführungsbeispiel der
erfindungsgemäßen Antriebseinheit 262 dargestellt. Es ist weitgehend identisch
mit dem ersten Ausführungsbeispiel,
jedoch umfasst die Antriebseinheit 262 weiterhin
eine Eingabeeinheit 60. In diesem Fall ist der zweite Sensor 46 nicht
auf der Antriebswelle 56 angeordnet, sondern direkt in
der Eingabeeinheit 60. Der Sollzustand der Antriebseinheit 26 wird
direkt aus den vom Kranführer
eingegebenen Ansteuerbefehlen ermittelt. Ansonsten gleicht die Funktionsweise
derjenigen, die für
das erste Ausführungsbeispiel
beschrieben worden ist.
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In 5 ist
ein freies, dem Turm 16 abgewandtes Ende 68 des
Auslegers 18 anhand einer Draufsicht dargestellt, an dem
die Umlenkrolle 38 und die Laufkatzseil-Umlenkrolle 34 mittels
einer Halteeinrichtung 62 auf einer gemeinsamen Achse 64 montiert
sind.
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In 6 ist
eine Doppelrolle 66 dargestellt, zu der die Umlenkrolle 38 und
die Laufkatzseil-Umlenkrolle 34 zusammengefasst sind. Die
Doppelrolle 66 ist wiederum auf der gemeinsamen Achse 64 montiert.
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- 10
- Kran
- 12
- Turmdrehkran
- 14
- Sicherheitssystem
- 16
- Turm
- 18
- Ausleger
- 20
- Führungsfläche
- 22
- Laufkatze
- 24
- Räder
- 26
- Antriebseinheit
- 28
- erstes
Laufkatzseil
- 30
- zweites
Laufkatzseil
- 32
- Laufkatzseil-Antriebstrommel
- 34
- Laufkatzseil-Umlenkrolle
- 36
- Bremsseil
- 38
- Umlenkrolle
- 40
- Bremseinheit
- 42
- Bremsbacken
- 44
- erster
Sensor
- 46
- zweiter
Sensor
- 48
- Vergleichseinheit
- 49
- Leitung
- 50
- Bremsscheibe
- 52
- Motor
- 54
- Getriebe
- 56
- Antriebswelle
- 58
- Abtriebswelle
- 60
- Eingabeeinrichtung
- 62
- Halteeinrichtung
- 64
- gemeinsame
Achse
- 66
- Doppelrolle
- 68
- Ende